Ausgabe 
21.9.1911 Erstes Blatt
 
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penen-rttaiiau.

n Marburg. 19 2a?t. To5 mit Atem Kostenaufwand wgnntf) 1500 Mark wieder in Stand gesetzte historische Spiel- «er kuwsever Rat bausu hr dürfte nochmal-' einer Äusbesierung bet^ritig fern. Trr Wächter neben dem Ziffernblatt, der bet icbem Kollschlaa io kräftig jein Solo bUed, treibt seit einigen Tagen »um groben Gaudis.n der auf dem Marktplatz harrenden Menge recht sonderbare 'Sofien. Manchmal tutet er »u viel, dann wieder ne wenig und ».uocikn bläst er überhaupt nicht. Ein junger Mmn nameni Schenk aus Dillenburg, der am Samstag ui jpätcr Stunde nut seinem Rade von Haiger nach kaufe fuhr, wurde unterwegs bei Sechs hei den von zwei Strolchen be­droht. In seiner Angst rühr er flott darauf lo», wobei einer der fcegdeaettr yu Boden stürzte. Am anderen borgen fand man an der Stelle einen toten Menschen hegen. Reben ihm lag ein Haler Stork und eine geleerte ^chnapäftasche. Nachforschungen ergaben, da« es sich um den schon unzähligemal. vorbestraften etwa 56 Jahre alten TöpsergcseUea August ft lein aus Mar­burg, den man ftLher hier .Kleine ünmutsch" nannte, handelt. Derölann hat den hiesigen Chorden, besonder- dem Armcnamte, schon viel Scherereien gemacht.

^Biedenkopf, 20. Sept. 91 u8 den angrenzenden Hatzseider, Wittgenftemer und Hainaer Forsten, sowie au» dem Burgwalde treten jetzt oft rudelweise die Hirsche au» und richten in den Kartoffelfeldern, die sowieso nicht allzu großen Ertrag bringen dürften, vielfach Schaden an. Bei Berleburg wurde z. B. in den letzten Tagen ein große» Kartofselftück völlig verwüstet. In dec Gemarkung Wanger». hausen erlegte der Jagdpächter Garthe in einer Nacht zwei stattliche Hirsche.

Gericht»saal.

Kiel, 20. Sept. Cberleuinant fr e. 1B i I o t» M wurde heute vom Kriegsgericht wegen Adsiatlung roifienthd) falscher Meldungen, Urkundenfälschung und Betrüge» zu 1 X Jahren Gefängnis und Dienstentlassung verurteilt.

Prag, 19. Sept. (Priv.-Telegr ) Hn der heutigen Ver­handlung in dem Prozeß des König» von Sachsen gegen den Sänger Burian wegen ftontraktbruch- wurde Bunan zur Zahlung der tzälste der eingcflagten Konventio­nalstrafe von 15 000 Mark mit 5 Pro-, Zinsen und zu sämt­lichen Gerichtskosten verurteilt, Hinsichtlich der anderen Hälfte von 16 000 Mark wurde der Wäger abgewiesen.

Die Zlugmaschine im Manöver.

Frankfurt a. M., 19. Sept. Die Aufklärung-fahrt des prrzert bei dem Manöver des 18. Armeekorps befindlichen Euler- Doppeldecker- bei Frankfurter Flugsportklubs am 18. September unter Führung der Leutnants v. Hiddesfen und S c a n - o n t von Lichtenfels, über die wir bereit- kurz berichteten, war auch in militärischer Beziehung interessant. Den Fliegern war die Ausgabe -uaefallen, in Mainz abzusahren und feft-ustcllen, in welcher Richtung bet Anmarsch ber feindlichen Armee stehe. Tic Meldung sollte in Die» abgegeben werden. Nördlich von König- nein wurden die Flieger durch plötzlich ausgetretene heftige, nahezu sturmartige Böen gezwungen, bei Schloyborn niederzugehen, in welchem £rt der Feind jeden Vlugcnblid eintreficn konnte. Es gelang dem Beobachtungsosiizier, Leutnant Scanzoni von Lichtensel» jedoch, noch da- Telegraphenamt zu erreichen und die iuui)iigc Meldung telegraphisch nach Diez zu übermitteln. In bem '.llomcnt, als er da- Telegraphenamt verließ, trafen die ersten feindlichen Patrouillen ein, zu spät jedoch, um die Be- jinberung der Meldung noch hindern zu können Ta der Wind eine Löeitersahrt am 18. nicht gestattete, blieb der Apparat m ber Nacht vom 18. auf 19. September unter Bewachung aus oiienent iyelbe der Schloßboni stehen.

Unruhige sranjösische Weinbauern.

O Paris, 19. Sept.

Eine kleine Weinbauern-Krise wir sagen absicht lieh Weinbauern und nicht Winzer wütet zurzeit in näherer Umgebung von Paris und droht ganz ernste Der haUnissc anzunehmen. Am Walde von Fontainebleau süd­lich von der Hauptstadt liegt die kleine Gemeinde Tho­me r y, in der die weltberühmten Tafeltrauben,Chasse- las de Fonteinebleau" benannt, gezogen werden. Tritt man aus dem Walde heraus, so sieht man überall Mauern, die von Reben mit breiten und starken Blättern bedeckt sind. Aneinandergereiht würden diese Mauern eine Ausdehnung von 225 Kilometern haben. In guten Jahren bringen sie eine Lese von 500 000 Kilogramm. Tiefe eigenartige Weinzucht pflanzt sich von Familie zu Familie fort. Die(Bärten, wie man sie nennt, d. h. bic Gi lände, die durch diese Mauern in kleine Abschnitte go teilt werden, gehören kleinen Grundbesitzern, idic sie sich von Vater zu Sohn übermitteln oder als Mitgift den Töch­tern gegeben werden.

Seit nahezu zwei Jahrhunderten lebt man in Thomerh ausschließlich von dieser Weiitzucht. Der Chasselas wird aus Luxustafeltraube den Winter hindurch in eine Wasser­flasche getaucht, aufbewahrt, da man ein ganz kleines Stück­chen Rebholz an jeder Traube beläßt. Ter Ehasselas er­scheint daher an den Tafeln der Reichen, wenn alle anderen Früchte verfchwmtden sind. Nun hat auch die Konkur­renz in diese alte Bodenindustrie Verwirrung und Auf­regung gebracht. Ta die Ernte im Vorjahre, wie überall, auch in Thomery sehr schlecht ausfiel man erntete mir 75000 Kilogramm, tarn einer der Besitzer auf den Ge­danken, CyasselaS aus Toulouse kommen zu lassen, um seine kundschaft weiter versorgen zu können. Er erzielte damit gleichzeitig einen bedeutenden Gewinn, da die wahren Chasselas von Fontainebleau durchschnitt­lich für 2.50 Franken das Kilogramm an die Großhändler der Martthailen verkauft werden, während die aus Tou­louse, alle Kosten einbegriffen, auf 1.20 Fran len im Balin- Hose von Thomery emgelieferl zu stehen kommew lurch diese Herbeiziehung fremder Chasselas wurden natürlich die Preise für die echten von Fontainebleau gedrückt und so trat schon im vorigen Jahre eine Erregung zutage.

Ta nun in diesem Jahre trotz besserer Le'eergebnisse derselbe Grundbesitzer von Thomery, der im vorigen Jahre die Chasselas aus Toulouse einführte, das noch in größerem Maßstave fortfetzen will, haben sich die 225 Wcinzuchler von Thomery zu einem Syndikat zusammengelan, um energisch dagegen vorzugehen. Aber ihre Schritte bei dem Prä fetten des Teparlements Seine-et-Marne, sowie beim Lckerbaummistcrium blieben bisher erfolglos, da der be­treffende Traubeneinführcr seine Chasselas nur unter diesem Titel ohne den Zusatzbe Fontaine- bleau verkauft, sich also feiner Fälschung schuldig macht. Aber die Konsumenten werden doch getauscht, da bc: KämeThornery auf der Verpackung zu lesen vr. Wie es heißt, wird man sich nun gewaltsam der Einfüh­rung der südlichen Trauben widersetzen, wes- halb der Störenfried bereits an den llnterpräfeLen von Fontainebleau um Unterstützung durch die be­waffnete Macht vorstellig geworden ijt. Man kann nicht umhin, in diesem Stomp je gegen den, wie man die Sache auch auslegen mag, unlauteren Wettbewerb feine Sympathie den Bewohnern von Thomery zuzuwenden, die sich in ihrem alten einträglichen, aber auch jdünerim unb

vermischte».

Eine merkwürdige Tatsache ist, so schreibt brr Gaulois, daß bic matten Herrscher Europas von oerhältnismo.sn., nein er Statur sind, roäbrenb tue Königinnen hoch unb schenk gewachsen sind Reben der Shriirr in von Rußland sieht der 3ar, wenn beide stehen. Nein au», ber Kauer ist nicht so groß wie bte Kaiserin. Ter König von Italien reicht brr ftönigin Elena kaum bi» zur Schulter. Alions XIIT muß den .rtvpf in die S?öhr heben, wenn er die Königin ansieht, und König Fricdrui« von Täncmark muß ebenialle zu feiner Frau wie zu einer Riesm jni 'Jlmdie Den Portuial \ Zentimeter arötzer, als König Carlos war Sogar >tönig Eduard nähme, denn et Ivar 6 Zoll kleiner als feine Gemahlin, bic schlanke, hochgcivachsene Königin Alercmdra.

Durch ein schreckliche- Mißverständnis sein Leben verloren Hal ein lunger Deutscher namens volle aus Berlin, der in London weilte, um feine Brant zu be- luchen. Er war mit ihr noch Torquay gereist und dort badete er in der See, wahrend feine Braut am Strande iparieren ging. Plötzlich hörte man den jungen Mann im Wasser um Sille rufen. Ein Mann edle herbei und fragte bie junge Tome, ob er Hilfe leisten könnte, aber diese antwortete, ihr Bräutigam, Schwünmcr sei, mache nur Spaß, »,no der Mann lehrte darauf -u feiner Arbeit zurück. Nach wenigen Minuten verjo-wand baffe in den Wellen und wurde nicht wieder tebemng gesehen. Später wurde seine Leiche an das Land gespült.

ein Zeitung äst reif am Kongo Tie Zivilftation be- Kongostaal- scheint doch nicht mehr so weit im iHüditaube zu fein, wie Btcle .»nzunehmen geneigt imd. Ta* zeigte bic Tatsache, daß es dort berctts feit längerer Zeit eine regel­mäßig erscheinende Zeitung gibt, da-Journal be Katanga". Ja, ne hat bereits bte Freuden eines Streik- der als Seper angestellten Neger erfahren. Diese verlangten einerseits Schluß bet Arbeitszeit um 5',, und andererseits bie Ausnahme ihrer Nomen in bte Mitarbeiterliste des Blatte-, da sie erfuhren, baß eine Nummer bet Zeitung an ben König ber Belgier ge. ianbt werben sollte. Wie der Streik ausgelaufen ist, ist uns leibet noch rücht bekannt geworden.

" Ein Bär in einem üifenbabntunneL Guten tüchtigen Schreck bekam biefet Tage ein Eisenbahnatbeitei, als cr beim Enllonggehen der Strecke von Lyon nach C1 e r m o n t - Fertanb bei dem Äluögange eines Tunnel- plötzlich einen mächtigen Tictkörper vor sich aus ben Lchtcnen erblickte, den er bald al- den eine- riesigen Bären erfannte. Er wollte sich schon entsetzt flüchten, als er wahrnahm, daß da- Tier ftch Nicht rührte. Er näherte sich behutiam und stellte fest, daß der Bär tot war. Tos Tier ist aus einem veonberjuge, ber aus Lvon fommenben Menagerie .^anenbed cntfajUUm, wahrscheinlich durch eine schlecht geichloiiene Wag en tüt, hat sich dann wohl aus bem Zu mm flüchten wollen, wurde aber von einem anderen Zuge erfaßt und gelötet.

ul. Der Hase a 15 Straßenränder. In ber leisten Loche wanderte noch tu dunkler Frühe ein Hausierer durch den Wald, der die lrauzosifckiei, CilldMiueii BertrichainpS und Bernet, von einander trennt. Plötzlich blieb er sieben, denn er sah tm munkeln ein selifante- Ting sich heftig hm und her beiuegen. Gr um naher und eifannte einen Hasen, der in einer Schlinge zapvelte. vod, erfreut über fernen glücklichen Fund befreite er das Lter aus der üalie und nahm es in feine Arme, indem er es mit Zärtlich­keiten überhäufte. Ler ängstliche Hase aber, ungewohnt solchen Benehmens, machte taufend Berrenkungen und feine Pfoten hinter- Her,en int Gesichte des Trödlers Epnren, die nicht gerade einen angenehmen Tank für feinen Edelsinn darstellten. Er suchte nun nach einem Strick, fand aber (einen. Schließlich nahm er feine zweiteilige (Delbborfe heraus und fchlang diefe um den Hals des zieres, um es an dieser eigenartigen Heute nach Haufe zu rühren. Aber kaum fühlte der Hase Boden unter sich, da riß er, ehe noch der Trödler Zeit hatte, feine Börse feft zu halten, mit einer un­erwarteten Bewegung fick) lo3 und floh, hast du nicht gesehen, in ein dichtes tocurüpp. ivauz verdutzt über dieses schnelle Ber- schivinden, versuchte der Kaufmann, den Räuber einzuholen; aber Hase und Börse, und so auch bie Franks, die darin waren, sah er niemals wieder.

TaSenglis'che Armenhaus scheint denn doch nicht jener £rt des Schreckens zu sein, ber feinen bösen Ruf recht- fertigen würde, wenigstens was bte Londoner Armenhäuser an- bt langt. Tie gesetzltd^ AltcrSpenston, die allen unbemittelten Personen, die das 70. Lebensiahr über schrillen haben, in den Staub setzt, eine Unterstützung im Betrage von 5 Shilling wöchentlich von dem englischen Staat zu beziehen, scheint bei den Znsassen der Armenhäuser keinen rechten Anklang gefunden zu haben. Von 81 zum Bezug der Alterspension berechtigten Insassen des Armenhauses ui Whüschapel machten bloß 17 von bint Rechte Gebrauch, das Armenhaus zu verlassen und sich dem Wagnis eines Lebens, da- mit einem wöchentlichen Einkommen von 5 Shilling verbunden ist, auszusetzen. Trei von den sieb­zehn Armen, die kurze Zeit hindurch die Pension bezogen batten, nahmen aber bald wieder zum Armenhaus Zuflucht und waren froh, wieder aufgenommen zu werden.

Kleine Tageschronik.

TerVofs. Ztg." wird von ti^h.litiormterter, bem Eulenburg Prozeß nabest ehender Sette mügeteilt: Fürst Eulenburg ist feu bre/Jagen bettlägerig. Zn seinem Gesmidheftszustand sind fett der letzten ärztlichen Untersuchuna, bic im Aprll b. Z. erfolgte. Inne Aenoerungcn einoetretcn. Nach wie vor ist er v er h a nd l u n g » u n f a h t g. Bon einer 2cimuianberaumung könne daher leine Rede jein.

Wie bte Berliner Abendblätter melden, übersandte der Lord- maijor von London dem Oberbürgermeister von Berlin durch Luftpost herzliche Grüße uno Wünsche für das Gedeihen von Berlin. Ter Oberbürgermeister sprach dem Lord- mauor im "Namen der Stadt Berlin in einem Antworrschreiben feinen aufrichtigsten Tank aus.

Der Stadtv er ordneten-Au-schuß von Berlin lehnte die an ihn verwiesene Lustbarkeit -ft euer mit 7 gegen 5 Summen ab. ,, . . - , .

Am Millwoch vormittag erschien aur dem Ponamt 50 in Charlottendur g ein 30jäbrigcr Man^ und forderte post- lagernde Briefe. Als sich der Beamte umdrehte, griff der Mann durch das Schalter citfter und raubte 750 Mk. in Papiergeld. Gr flüchtete, wurde aber ergriffen und als der LochBanzer feftgestellt. t

Charlottenburg wurden einem Rentner ver­mutlich während eines Umzuges Papiere im Werte von 3 0 000 Maik gestohlen.

Zn Hamburg sind für 34000 Mark Juwelen ui der letzten Nacht in dem Zuwelenladen von «Burg gestohlen worden. Tte Einbrecher gelangten durch das Lennen von zwei nach der Straße liegenden Sichcrhc.t-^a-löisern ui der Haupieingangstür jum 2ai>cn. Bon den Einbrechern bat man keine Sour.

Aus Colmar wird gemeldet: Im Unterlmber- mufeum wurde ein kostbares Panzerhemd aus bem 14 Jahrhundert im Werte von mehreren Tarnend Mark ge­il o 61 e n. Bom Täter fehtt jebe Spur . _

Au- Innsbruck wird gemeldet: In dem a.or'e Sourelle erkrankten 15 Personen schwer unter « er g if tung s -richei- nung cn nach dem Genuß von Fleuch eines di indes, bas an -taul- unb Klauenseuche verendet uno trotzdem verkauft worden war. Eine Person ist bereits gestorben. .

Der Kommandeur Der mien bat)mieten ztD'jion, Gcneral- leutnant o. Benzine, stürzte mit ieinem Pterde und oer- letzte sich berartig, baß a nach München zuruckkcyren mußte.

Aus Manand wird gem^bet: x\t Gegend von A it i wurde von einem Wirbel wurm heim zeucht, oer die berühmten Afti-Spumante-Weinberge verwüstet e. 4.er Scha­den wüd auf eine Millwn Lire geschätzt.

mll großen yiifueu unuunbencn Erwerbe bedroht jchen und bem Ruine zugesübrt werden könnten, wenn diese Ein uhr ber süblichen Trauben zur Regel wird.

Lcr orui u-c Miutiec ,4)awte u i e b mu ocui neuen Mieten dampf er der Wduc Stai-^ineL.vmpicder von Sontdamoe.ni nach Nenvork abgegongen war. vor C »botne bei der Insel Vigdt zusammenCl: mDtc". der dreitausend Menschen an Vor> hatte, wurde stark detchädigt: ec nahm eine große Menge Waner auf, wurde aber durch die wasserdichten Schotten geratet. Beide Schisse fuhren in ber fei len Richtung. Ter Kreuzer jirnite bas Steuer und bic Bordseite de- Dampfer- und rtß oberhalb und unterhalb der Vafferlinie ein große- Loch ler t u 3 be v Ä reu |cr6 ist stark beschädigt.Clenwu" fährt langsam nach Southampton zurück.

Tie im An'ang des 1b. Jahrhundert» von Ton Johann 6<i* Rio be Janeiro aegründete Nationalbücherei t ft nieder gebrannt. Ter Materialschaden betrögt 20 Mil­lionen Mark. Viele wertvvUe Archive und Stattftiken wurden zerftörr.

vüchrrlisch.

Vogek-berg, Deutsche Veteranen-Rot! Denk­schrift für bic Unzulänglichkeit der staatlichen und kommunalen Bctcrancnfürforge und 100 Beteranen-Wohtjahrt-- marken. Tie Tenkschrift, bic im Auftrage be* deutschen Be- teranendank berauägegeben ist, ist ein gerade jetzt zeitgemäßer Spiegel für da* deutsche Volk. Sie zeigt, wa* für Not und Elend allen denen blüht, die vor 40 und mehr Jahren ber Fahne folgten und bie heute, alt, krank und erwerbsunfähig geworden, vergebens auf den Tank des Batcrlandes hoffen. Tie Veteranen* Wohlfahrtsmarken sind dazu bestimmt, als Verschlußmarken zu bienen. Sie enthalten Bilder des alten Kaiser-, des Kronprinzen Friedrich, Moltke-, Bt-morck- u- a. und sind in verschiedenen Farben aucgefubrt.

Bibliothek der Unterhaltung und be» Wissens. Von den volkstümlichen Unterhaltung-schriften ber ir-jeiuvart hat sich wohl fein fortlaufende» Unternehmen besser in allen Mreifen und in allen Landern der Erde eingebürgert al» dieBibliothek der Unterballuna und de» Wissens". In ungezählten Millionen sind die schmucken roten Bändchen in den deutschen Familien de» In- und Au-lande- verbreitet, und so konnte erst kürzlich ein Deltreisender, der zu den Mitarbeitern des Unternehmen- gehört, an die Redaktion aus Grönland schreibtn:Fs freut mich Ihnen mitteilen zu können, baß unsere Bibliothek" sogar den Weg zu den eisigen Gestaden Gröilland- gerunben hat, ebenso rote ich ihr tm brasilianischen Urwald, auf den Farmen Transvaal- und an den Hängen des Kllimand- scharo begegnete." Bei ber Fülle des gebotenen nm er hallenden rote belehrenden Stoffes ist diese starke Berdreitung auch leicht begreiflich: 240 Setten stark ist ber in dauer haste Leinwand elegant gebundene, reich illustrierte Band, dessen Preis so billig ist, daß ber Buchbinder int einzelnen nicht einmal den bloßen Einband dafür zu liefern imstande wäre.

Amtlicher Wetterbericht.

Oesfentliche Wetterdienststelle Gießen.

WefteranSsichteii in Hessen am Freitag, den 82. 6eptbt. 1911: Trüb, Regenfälle, kühle nordwestliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Der Au-stand in Irland.

Dublin, 20 Sept. Die Eis en bahn gesells chaftem be schlossen, die Mitteilung der Lisenbahndedienfteten nicht zu beachten, durch die diese angebrobt haben, alle Arbeit aut ihren Linien einzustellen, falls bie Gesellschaften bte Bedingungen oer Bediensteten nicht annehmen. Em Ba­taillon Royal^iahlanders ist schleunigst au- bem Laaer zu Mlworth nach Liinorick gerufen worden. Da sie rn- solge des Ausstandes nicht in der Lage war«, einen Zug zu benutzen, legten sie den FünftziA-Mellenwea im Ltl« m a r s ch zurück. Sie brachen gestern abend auf und trafen heute n ad)mittag ein.

London, 20. Sept. Leeds war der Schauplatz großer Unruhen Aus Anlaß des Ausstandes griffen 800 Bergarbeiter und Unruhestifter, bewaffnet mit Steinen und Stöcken, das Haus des MinendirettorS an, da- von der Polizei besetzt luar. Einige Polizerbearnte wurden der- wundet. Die Unruhestifter wurden fchlietzlich -erfkreut.

9t B. Darmstadt, 21. Sept. In etuer gestern ab- gehaltenen nationalliberalen Bertrauens- mannerversammluny des Wahlkreises Isenburg- Langen wurde Bürgermeister Pons- Isenburg als Äan- didat für bie bevorstehende Landtagswahl aufgestellt.

Paris, 21. Sept. Tie Untersuchung über ben an­geblichen Sabotageakt an Borb bes ,^Iean Bart" hat ergeben, daß es sich um kein Verbrechen, sondern um einen Zufall handelt. Der Marinemiurster begibt sich morgen nach Brest jum Stapellauf deS Panzerschiffe«.

Sie kommen nicht ko hoch hinauf

In der Gunft des Publikum» wie

Palmin (Pflanzenfett) und Palmona (Pflanzen- Butter-Margarlne), die ßd> jeden Tag mehr ein- bürgern fowohl ab Koch- und Backfett wie auch ab Brotaufstrich. - Das bewelfen am heften die zahllosen Nachahmungen, die gewiß ein be­redtes Zeugnis ablegen für die vorbild­liche Qualität unterer Produkte.

H.Scblinck & Lie.kl.-6.

NB. Palmin setzt auch «welch (khmalzäbnlich) zu haben.