Ausgabe 
21.6.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

der

der das

die Kapitel, in denen von dem netten Mädel und vielen Anbetern erzählt wird, von seinen Freuden und Leiden.... und von seiner Liebe. Wir glauben mit neuen Roman eine gute Wahl getroffen zu haben.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 21. Juni 1911.

"Das nette Mädel ist der Titel unseres neuen Romanes, der heute in den Gießener Falnilienblüttern zu er­scheinen beginnt. Fedor von Zabeltitz, der bekannte Verfasser, der unseren Lesern ja schon aus früheren Erzähl­ungen bekannt ist, entwickelt darin das Schicksal einer hansea­tischen Kausmannstochter, die mit kecken, klaren Augen in die Welt sieht und sich kühn in die gewagtesten Abenteuer be­gibt. Mit der ihm eigenen anmutigen Plauderkunsl führt uns der Verfasser das Leben und Treiben in der großen Sta^t, in ihren ArbcitSstuben und ihren Salons vor, schildert er uns einen Krieg der goldenen Horde gegen das Philistertum der Stadt, aber am packendsten und lebensvollsten sind doch

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Welteraussichten in Hessen am Donnerstag sein 22 Juni 1911: Wolkig, trocken, etwas wärmer, westliche Winde.

Ausland.

Ter schweizerische Nation al rat behandelte den Niederlassungsv ertrag der Schweiz mit Deutsch­land. Der deutsche Gesandte v. Bülow wohnte den Verhandlungen in der Diplomatenloge bei. Von verschiedenen Rednern wurden Einzelheiten kritisiert, ohne daß der Vertrag direkt bekämpft wurde. Ter Sozialist Greulich-Zürich beantragte die Verwerfung des Ver­trages mit der Begründung, daß er die Stellung der schweizerischen Arbeiter in Deutschland verschlechtere. Das Mitglied des Bundes­rats, Hoffmann, Ehef des Justizdepartements, verteidigte den Vertrag, der zunr mindesten den gegenwärtigen Zustand nicht ver- schlechtere. Tie von Deutschland erhobene, von Greulich kriti­sierte Gebühr von 2 Mark für die Legitimationskarte für schweizerische Arbeiter sei nicht zu hock). Die Schweiz selbst werde genötigt sein, für russische Arbeiter ähnliche Maßnahmen zu treffen. Schließlich wurde der Vertrag mit 90 gegen 30 Stimmen an­genommen.

Die konservativen und gemäßigt-republikanischen Blätter in Paris kritisieren in überaus scharfen Worten die Erklärungen des Kriegsministers im Senat, daß im Kriegsfälle die Leitung der militärischen Unternehmungen in den Händen des Minister­rates bleibe.

Die Pforte b e m c ti t i e r t die Nachricht von einem Zwischen­fall an der t ü r k i s ch - r u s s i s ch cn Grenze. Ebenso demen­tiert die Pforte die Meldung auswärtiger Blätter, daß der Depu­tierte Kemal in besonderer Mission der türkischen Regierung nach Eetinje gegangen sei.

Der Oberkommandierende von Albanien telegraphiert, daß am 16. Juni die Rebellen auf dem rechten Ufer des Eam- flusses unerwartet ein Bataillon angegriffen haben, jedoch zurückgeworfen wurden.

und ihre Einführung eine Aenderung des Lehrplanö Fortbildungsschulen verursacht.

Kreis Friedberg.

O. Friedberg, 19. Juni. Wegen der Gefahr Verschleppung der Maul- und Klauenseuche hat

Sport.

* F u ß b a l l. Am Sonntag traten sich die ersten Mannschaften res F.--E.Germania" Franks.-Bockenheim und des Vereins für B e w e g u n g s s v i e l e" Gießen in einem Wettspiel gegenüber.Germania" spielte mit vier,V. f. B." mit fünf Ersatzleuten. Trotzdem der Boden durch den vorher niederqegangenen Regen etwas ausgeweicht war, lieferten sich beide Mannschaften unter der Leitung von Herrn Balser (B.-C. Gießen) ein interessantes, völlig ebenbürtiges Spiel, was auch im Ergebnis 4:4 (Halbzeit 3:3) zum Ausdruck kam.

Kreisarnt angeordnet, daß alle Klauentiere, die von Vieh­höfen kommen, auf Wagen zu den Schlachthäusern gebrach werden müssen.

X Bad-Nauheim, 20. Juni. Der seit mehreren Jahren hier bestehende Blumenschmuck-Ausschuß ließ heule wie in den Vorjahren wieder eine große Anzahl von Topfpflanzen an die Schüler der oberen Klassen der Stadtschule und der Ernsl- Ludwig-Schule zwecks Pflege in den Sommermonaten verteilen. Die bestentwickelten Pslanzen werden int Herbst mit Prämien bedackl, was durch die Unterstützung, die dec Kur- und Ver­schönerungsverein und die Firma <oiesmayer geben, ermöglicht ist. Dieses Jahr war der Zeitpunkt der Verteilung im Vergleich

zu beu Vorjahren '-Uvas spät in der Jahreszeit gewählt; c5 wurden desh^o intet aftern zur Pflege übergeben. Tie Blumenstöcke sind von der staatlichen Gärtnerei kostenlos zur Per« ügung gestellt worden. . . Ä

X Frankenbcrg, 20. Juni. Bei dem Dorfe Haubern landete am Sonntag ein Luftballon, dessen beide Insassen in Paris aufgestiegen sein wollten.

Hessen-Nassau.

W Frankfurt a. M., 20.Juni. Gestern abend stürzte der Fahrbursche Valentin Henn in Rödelheim vom Bock eines Wagens herunter. Er erlitt einen Genickbruch und blieb tot liegen. Nachwehen der entsetzlichen Unwetter- Katastrophe im Taubergrund spiegeln sich im Frank- urter Polizeibericht wieder: Ein 8jährigcs Mädchen, Mathilde Henn, aus Paimar, Amt Tauberbischofsheim, wird seit dem am 29. Mai über das Taubertal niedergegangenen Unwetter vermißt. Man vermutet, daß das Kind ertrunken, vom Grün- rach in die Tauber und von da in den Main oder Rhein geschwemmt worden ist.

Gerichtssaal,

Darmstadt, 20. Juni. Der 25 Jahre alte Taglöhner I. A. Verlieb aus Erbach batte sich wegen Anstiftung zum Diebstahl und schweren Diebstahls vor der Strafkammer zu ver­antworten. Er war bei seinem Bruder in Ober-Kainsbach i. O. in Stellung und fing, obwohl er verheiratet war, mit der dort ebenfalls bediensteten E. A. Schimpf aus Hembach i. O. ein Verhältnis an. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß das Mäd­chen von Hause Vermögen zu erwarten hatte und veranlaßte es, mit ihm nach Frankfurt zu ziehen, unter dem Versprechen, sie zu heiraten und unter Drohungen zwang er die Sch. nach Hembach zu fahren und ihrer Mutter ein Sparkassenbuch über 600 Mark zu stehlen. Mit dem erhobenen Gelde zogen beide nach Luxem­burg, dort nahm er ihr alles bis aus 30 Mark ab, ließ sie sitzen und verjubelte den Rest. Er bestreitet heute der Anstifter zu sein, gilt aber für überführt und wird zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Schimpf kommt mit 6 Monaten Gefängnis davon.

gestellt sein sollten. Die Polizei drängte die Menge zurück, wo­rauf die Menge die zu dem Ankerplatz gehörigen Gebäude on- steckte. Als die Feuerwehr erschien, verluchten die Ruhestörer, die Schläuche zu zerschneiden und warfen mit Flaschen: sie B erfreuten sich erst, als die Feuerwehr die Schlauche gegen sie richttte^ Ausstand in Southampton trat in ein neues Stadium, indem gegen tausend Stauer die Arbeit verweigerten. Eine Abteilung Stauer ging an Bord des DanipsersRohston "Drange", der von La Plata mit geschlachteten Schafen anfam, um im Hasen zu löschen. Nach Oeffnung der Luken erklärten die Leute, nur bei einer Lohnerhöhung arbeiten zu wollen. Unter diesen Umständen entschlossen sich die Reeder, das Schiff zum Löschen nach London zu senden. Dies war das Signal zu fast allgemeinem Ausstand der Stauer, die den Dockarbeiterverband beauftragten, in ihrem Namen Verhandlungen zu führen. Ein neuer Tarif soll aufgestellt werden.

In den Häfen von Firtb of Forth spitzte sich die Lage dadurch zu, daß über 600 Mann von den in den ver­schiedenen Häfen liegenden Dampfern gestern abend die Arbeit niederlegten. In Leith liegen 28 Schiffe still. Weitere Schwie­rigkeiten werden dadurch hervorgerufen, daß auch die Hafen­arbeiter sich dem Ausstand angeschlossen haben. Das Laden und Löschen der Schiffe ist nicht mehr möglich. Zwei Schiffe sind gestern nach dem Kontinent abgegangen. ,

Amsterdam, 20. Juni. Im Laufe des gestrigen Tages sind sieben große Dampfer eingelaufen. Die Mehrzahl der Seeleute schloß sich, soweit sie sich nicht in einem Vertrags­verhältnis befinden, dem A u s ft a n d e an.

Deutsches Reich.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Ein hiesiges Blatt bringt Mitteilungen über die Reform der Fahr kar­ten ft euer und den Inhalt des dem fündigen Reichstage vor­zulegenden Gesetzentwurfs. Diese Mitteilimgeu, die auch in andere Blätter übergegangen sind, sind aus der Luft gegriffen. Bei den Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstages hat der Minister der Oeffentlichen Arbeiten wiederholt sich zu dieser Frage geäußert. Im Abgeordneten­hause habe der Minister am 20. und 21. Februar 1911 auf die Anfrage eines Abgeordneten erklärt, was die Fahrkartensteuer betrifft, so bestätige er ausdrücklich, daß die Reformbestrebungen, die von unserer Seite ausgehen, auch von den übrigen deutschen Bahnen geteilt werden und dahin zielen: die vierte Klasse un­besteuert zu lassen, und daß die bisherigen Steuerträger der 1. bis 3. Klasse das Steueraufkommen aufbringen sollen, das bisher dem Reiche zufließt, weil vorausgesetzt werde, daß eine Minde­rung der Einnahmen des Reiches durch eine Aenderung der Steuer nicht herbeigeführt werden dürfe. DieNordd. Allg. Ztg." sagt zum Schluß des Artikels: In der Sachlage ändert sich heute nichts. Mas verschiedene Zeitungen über den Inhalt des Reformplanes mitteilen, beruht auf müßiger Kombination.

Der Verein deutscher Zeitungsverleger hielt am Dienstag in Berlin seine Hauptversammlung ab. Nach Erledigung des Jahresberichts, der Jahresrechnungen und der Voranschläge für 1911/12 wurden nach die Situation beleuchten­den Vorträgen Jäneckes und Büxensteins technifche und gewerbliche Fragen des Zeitungsgewerbes im Zusammenhang mit der bevor­stehenden Lohntarifrevision sehr eingehend erörtert. Das Ergebnis dieser Verhandlungen ist die volle Einmütigkeit des Vereins deutscher Zeitungsverleger, die in folgender, einstimmig Generalversammlung des V. D. Z. erklärt einmütig, daß seitens angenommenen Entschließung Ausdruck sand:Tie heutige der Mitglieder des Vereins auf dem Gebiete des Buchdrucker-Lohn- tarify einseitig, d. h. ohne Genehmigung des Vorstandes keine Bewilligungen vorgenommen werden dürfen. Die anwesenden Mitglieder sind überdies bereit, eine diesbezügliche rechtsverbind­liche Verpflichtung einzugehen." Bei den Wahlen zum Vor­stände wurden satzungsgemäß die ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes Jänecke-Hannover, Robert Bachem-Köln, A. Wyncken- Königsberg, Hans Ullstein-Berlin wiedergewählt. Als Ort der nächsten Tagung wurde Magdeburg bestimmt.

Die württemb er gische Zweite Kammer nahm heute das Lehrerbesoldungsgesetz einstimmig an.

Der mi festes;

Der Vertreter tag des Verba ii des Deutscher I o u r n a l i ft e n - und Schriftstellervereine zu Eisenach begann unter dem Vorsitz des Chefredakteurs Giesen- Frankfurt a. M. bei der Darlegung des Geschäftsberichts, der fest- tellt, daß der Verband 31 Vereine mit 22 290 Mitgliedern um­faßt. Vormittags wurden nur zwei Anträge erledigt. Ter An­trag des Beniner Journalisten- und Schriftstellerpereins (Urheber- chütz) auf Abänderung der Satzungen wurde dem Ausschuß über­wiesen, der dem nächsten Vertretertag Material liefern soll. Ter Antrag S chumm-Hamburg, daß zwischen dem Verbände der deutschen Journalisten- und Schriftstellervereine und dem Reichs- verband in geeigneten Fällen ein gemeinsam es Vorgehen angesttebt werde und daß namentlich bei Eingaben an Behörden, bei Erörterung von die Presse betreffenden Angelegenheiten und bei Forderung auf Hinzuziehung von Pressevertretern als Sach­verständige der Reichsverband mit dem alten Verband zusammen^ gehe, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die Verhandlungen werden fortgesetzt.

Kleine Faaeschronik.

In Berlin wurde die Reiseausstellung g e s ch l o s - s e n. Tie Ausstellungsleitung hat gute Geschäfte gemacht und dre Erwartungen der Aussteller sind weit übertroffen worden.

In Preußisch-Stargard schenkte Kommerzienrat Goldfarb der Stadt, die ihn gelegentlich seiner silbernen Hoch­zeit zum Ehrenbürger ernannte, 100 000 Mk. für die Ver­pflegung alter Bürger und Bürgerinnen.

In Panten (Ratzeburg) wurden infolge eines durch Blitz­schlag verursachten Brandes 17 Häuser eingeäschert. Ein kleines Kind ist verbrannt.

In Schwerin wird seit zwei Tagen der Gymnasral- professor Krüger vermißt. Er hatte einen Spazier­gang in der Umgebung der Stadt unternommen und ist seither spurlos verschwunden. Es wird angenommen, daß er das Opfer eines Verbrechens geworden ist. .

Als dem Kaufmann Ramien in Siedletz die Geburt des siebenten Kindes gemeldet wurde, w a r f er das neu­geborene Kind gegen die Wand und mißhandelte die M uttcr und die Heba in m c, weil sie ihm scherzweise die Geburt eines Mädchens anstatt des erwarteten,, aber tatsächlich geborenen Knaben gemeldet hatte. Das Kind ist tot, die Frau schwer verletzt. Der Mann wurde irrsinnig.

Der frühere Präsident von Zürich, Schnetzler -Lau­sanne, ist bei Salv an tödlich abgeftürzt. In der Nähe des Doner-Gletschers stürzte ein Engländer ab und blieb mit zerschmettertem Schädel tot liegen. Von dem (5) ent d e Morclee sind drei Touristen abge-

*Jn Mailand explodierte in einem Straßenbahn­wagen ein von einem Unbekannten niedergelegtes Paket. Sechs Personen sind schwer verletzt. ~.

Im Kaukasus wurde ein ungewöhnliches Sinken der Temperatur beobachtet. Air vielen Orten herrschte Schnee­fall. Auf einem Teil der Militärstrabe ist der Verkehr unter­brochen. Das von den Bergen ftrömenbe Wasser unterspült hie Straßen, die durch das Geröll unroegbar geworden find.

In Edin bürg (Schottland) sind über zweihundert Per­sonen infolge Genusses roher Milch erkrankt. Ein Knabe ist bereits gestorben. ___________________

GingeZandt.

Wie wohltuend und angenehm berührt es uns Gießener Ein­wohner, wenn wir letzt mal die früher so recht vernachlässigten Straßenzüge wie Kaplansgasse, Katharinengäßchen, Wolkengasse, Löwengasse, Neuenweg usw. passieren, wie die jetzt so fein säuber­lich hergerichtet sind, da fühlen wir und wahrhaftig als Groß­städter, aber das Herz fällt einem in die Schuhe, wenn man mal eilig aus der Neustadt oder Marktstraße nach dem Stadtpost- amte muß und benutzt die kürzeste Verbindung durch Wetter- und W a g c n g a f f e, da staunen wir, wie gerade letztere so stief­mütterlich behandelt wird; nach iedem geringfügigen Regen stehen hier die Pfützen, daß sie kaum passierbar ist. Es ist sehr bedauer­lich, daß ein so frequenter Straßenzug von der städtischen Behörde so wenig Beachtung findet. Es würde gewiß eine große Zahl der Bewohner der weltlichen Stadtteile den verehrlichen Stadt­vätern Dank roiffen, wenn hier mal Wandel geschaffen würde. Besondere Gründe liegen unseres Erachtens nicht vor, daß ein so im Zentrum der Stadt gelegener und infolge der Nähe des Postamtes viel begangener Straßenzua so vernachlässigt wird und hoffen wir zuversichtlich, daß dieser Hinweis genügt, um die Aufmerksamkeit verehrlicher Stadtverwaltung hierauf zu lenken.

r.

-r Alsfeld, 20. Juni. In der Generalversammlung des hiesigen .,G e m e i n u ü tz i g e n B a u v e r e i n s'Aag der Abschluß des verstossenen Vereinsjahrs vor, wonach der Reservefonds 7253,09 Mark beträgt. Tie zulässige Höchstdividende von 4 Proz. wurde wie seit Jahren festgelegt. Im weiteren Verlauf der Ver- ammlung wurde man noch darüber schlüssig, vorerst von der Lrrichtnng meiterer Mietwohnungen abzusehen und nach dem Vor­schlag des Vorstandes beschlossen, gegen eine Anzahlungssumme von mindestens 1000 Mark Ein- oder Zweifamilienwohnungen auf jedem passenden Bauplatz zu errichten.

Ruhlkirchen, 20. Juni. Gestern weilte Bischof Dr. K i r st e i n aus Mainz hier und wurde festlich empfangen. Etwa 50 Radfahrer mit geschmückten Rädern und 20 Reiter traten gegen 51/2 Uhr im stattlichen Zuge hier ein. An der Ehrenpforte, die man errichtet hatte, begrüßten den Bischof die Mitglieder der katholischen Gemeinden des Katzenberges, Vockenrode, «Seibels­dorf, Ohmes und Ruhlkirchen. Der Bischof hielt eine zu Herzen gehende Ansprache. Tann bewegte sich der stattliche Zug nach der herrlich geschmückten Kirche. Heute wird für die vier katho­lischen Gemeinden die Firmung vorgenommen. Die Abreise des Bischofs erfolgte heute nachmittag. Die Reise wird unterbrochen durch den Besuch der katholischen Gemeinde Herbstein, wo eben­falls die Firmung vorgenommen werden soll. Auch will per Bischof die tatholische Gemeinde Lauterbach in der Kapelle daselbst begrüben. Derselbe festliche Zug begleitete ihn bis an den Bahn­hof in Alsfeld.

Kreis Lauterbach.

-si Lauterbach, 19. Juni. Heute fand hier unter dem Vorsitz des Schulrats Andres eine Bezirkslehrer­konferenz statt. Morgens wurde ein geologischer Gang nach dem Steinbruch auf dem Alten Berg unternommen, woran Schulrat Andres vieles Belehrende über die Art des Basaltes und seiner Entstehung anknüpfte. Hieran schloß sich alsdann in der Schule zu Lauterbach ein Vortrag von Lehrer Mink überDie Art der stillen Beschäftigung in der Schule", worüber eine lebhafte Aussprache entstand. Ein giueitcr Vortrag überlandwirtschaftliche Buchführung in der Fort­bildungsschule" schloß sich an; doch wurde hierüber noch nicht endgültig entschieden, da das Gebiet noch zu neu ist

Aus Hessen.

Aus dem Reichstagswahlkreis Offenbach- Dieburg. In der Vertrauensmännerversammlung des Bun­des der Landwirte für den Reichstagswahlkreis Offenbach- Dieburg wurde die Unterstützung des Kandidaten der wirtschaft­lichen Vereinigung, Lehrers D e r n-Neu-Isenburg beschlossen.

Lstndtagskand i da tu r. In einer zu Beerfelden ab­gehaltenen Versammlung wurde Lehrer Lang- Beerfelden als Landtagskandidat der Fortschrittlichen Volks Partei für den Wahlkreis Beerfelden - N e ck a r ft e i n a ch aufgestellt.

seinen seinen diesem

* Ordensverleihung. Ter Groß Herzog hat dem Geheimen OberregierungSrat im ReichSamt des Innern, Bernh. Jaup in Berlin, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Kronen-Ordens 2. Klasse erteilt.

* Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Jakob Walter zu Crainfeld die evang. Pfarrstelle zu Trebur übertragen und den von dem Fürsten zu Erbach- Schönberg auf die evang. Pfarrstelle zu König präsentierten zweiten Pfarrer am Diakonissenhaus Elisabethenstift zu Darm­stadt, Wilh. Knöpp, bestätigt.

* * Professor. Der Großherzog hat dem Bild­hauer Bernhard Hoetger zu Darmstadt den Charakter als Professor verliehen.

* * Erledigt ist die Stelle eines Revisions- kontrolleurs bei dem Haiiptsteueramt Mainz.

** Vortragsabend von Lily Donecker. Man schreibt uns: Lily Donecker, die zwei Jahre lang am hie­sigen Stadttheater tätig war und jetzt im Schauspielhaus zu Kiel einen größeren Wirkungskreis gefunden hat, wird am 8. Juli im großen Saal des Gefellschaftsvereins einen Vortragsabend veranstalten, wozu die bekannte Frankfurter Lautenspielerin Fräulein Lina Poppe ihre Mitwirkung zugesagt hat. Tas Programm, das"Frl. Tonecker gewählt hat, zeigt die Namen Goethe, Hoelderlin, Hebbel, Wilde und Schönherr, nimmt also von den Vortragsstücken Um­gang, die sonst von Rezitatoren bis zum Ueberdruß dem Publikum vorgeführt werden, und verspricht in feiner firm» und beziehungsreichen Zusammenstellung einen bohen Genuß. Lily Toneckers Künstlerschaft hat sich gerade in der letzten Zeit wieder bei verschiedenen Anlassen glänzend bewährt. Angesichts der vielen Sympathien, deren sich die geschätzte Künstlerin in Gießen zu erfreuen hatte und noch erfreut, darf sie am 8. Juli auf einen gestillten Saal rechnen.

** Im Elektrizitätswerk wird eine neue A k tu - mulatorenbatterie für das Licht- und Kraftnetz der Stadt aufgestellt, die demnächst in Betrieb genommen werden soll. Für die Inbetriebsetzung wird die Strom-» lieferung für etwa 56 Stunden unterbrochen werden, da die notwendigen Arbeiten nicht unter Strom ausgcführt werden können. Tie Vornahme dieser Arbeit, die auf Frei­tag dieser Woche festgesetzt war, wird auf Sonntag, 25. dieses Monats, verschoben. Ter nähere Zeitpunkt wird in der Freitagsnummer des Gieß. Anz. bekannt gemacht werden. Tie für den 23. geltende Bekanntmachung in der Dienstag­nummer ist darnach hinfällig.

Obst-Aussichten. Johanni ist vor der Tür und damit die Zeit dec reifen Beeren und Früchte. Der Garten bietet feine süßen Schätze in selten gesehener Menge an. Auch Kirschen und Zwetschen, überhaupt alle Steinfrüchte sind recht dicht behangen. Weniger günstig sieht es mit dem Kernobst aus. Im Gegensatz zum Vorjahre liefert vor allem der Apfelbaum eine weit geringere Ernte.

Kreis Büdingen.

]-. Büdinge n, 20. Juni. Der 45 Jahre alte Land­wirt Karl Göring ans Vonhaufen fiel heute mittag, als er vom Heumachen zurückkchrte, auf der Düdelsheimer Straße, wohl infolge eines epileptischen Anfalls, gegen den Trottoirwangenstein und verletzte sich schwer am Kopfe. Als Hilfe herbei kam, war G. bereits tot. Der Tote wurde in die Leichenhalle des Krankenhauses gebracht.

Kohden, 20. Juni. Bei dec heutigen Bürger­in eist erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Friedrich Kromm einstimmig mit 62 Stimmen wiedergewählt. Es zeigt dies zur Genüge, daß sich der Bürgermeister Fr. Kromm der größten Beliebtheit erfreut; u. a. dankt ihm die Gemeinde für die Anlegung der Wasserleitung, um die er sich eifrig bemüht hat.

Kreis Alsfeld.

DieBe «achmitt Vir bitten 3975 _____

Mttii

Nachdem 10, Mai L I. Letonarbeiien tonnte, werde jorm unter t 1893 und d 24. Februar Wettbewerbs

Los I. Smndaushub, sußboden).

Los II. Murrwerk, 3 berblcnbung, Hausteine zu

Die Bai trennt oder z

Los II hydr. Sackka

Zur Er sich die Bar

Zeichm liegen auf

1. Stock, w gebolsformu reid)t, gegei Ungebote [in intjpre^enbcr 6. Zuli 191 und werden i angegebenen :

Zuschlag- Gießen,

Neubaubur

Fün

Am » ztterskolle

r-si

E- ^naekündA

feX >-

Serbin

!°l

Die zur «forderlichen s

Erd- und 2 Zinimerarbe [tollen durch ft

Die Verdi Wtbe zur ( beB Koitenans stei und nist Zureichen, tz vorm. io j kchlagsfrist 3

Gießer

6 Frei lose. Bucl Leg|