Schrchberetn hat aber neben der Sorge für die verwaiste [yamilic des Gefangenen, die alljährlich erhebliche Summen erfordert, vor allem die Aufgabe, fernen Pfleglingen Arbeit zu verschaffen, denn das ist die Grundbedingung für einen günstigen Erfolg auf dem Gebiete der Gefangenenfürsorge. ' Für dieses Feld seiner Tätigkeit muß er daher freie Hand haben und deshalb bedarf er dringend einer Entlastung. Zur lebhaften Genugtuung atkr wahren Freunde der Humarrität und fvzialen Fürsorge erfreuen sich die Bestrebungen des Schußvereins eines stetig wachsenden Verständnisses bei allen Kreisen der Bevölkerung. Der Vereinsvorstand glaubt daher keine Fehlbitte zu tim, wenn er sich an den opferwilligen Sinn der Einwohnerschaft Mit dem Anliegen wendet, es möchten ihm zur Versorgung seiner entlassenen Pfleglinge, namentlich im Hinblick auf den jcßigen Winter, getragene Kleider, Wäsche und Schuhe möglichst reichlich zugewendet werden. Die Verwaltung des Provinzialarresthauses Gießen hat sich bereit erklärt, Gaben der vorerwähnten 2trt für den Verein in Empfang zu nehmen. Aus besonderen Wunsch, den man der Sammelstelle zu erkennen geben wolle, werden die Sachen in der Wohnung abgeholt.
** Folgendes fyeiterc Vorkommnis hat sich gegen Weihnachten in einem Gebirgsdörfchen eines uns benachbarten Kreises zugetragen. Der dortige Nachtwächter, ein gewissenhafter Beamter, begann um 10 Uhr seine Rund- igänge. Es war höchst unangenehmes Wetter und stockfinster in den Gassen. Gut, daß er vorher in der warmen Schenke „einige" zu sich genommen. Ein angenehmes Warmegefühl durchdrang seine alten Glieder. Als er jedoch durch das Horn die elfte Stmrde verkündet hatte, sank die Temperatur, Und sein Körperthermometer stellte sich wieder auf Frost. Eisiger Regen peitschte sein Gesicht. Was tun? Es war keine Wahl, als abermals ins Wirtshaus ' zurückzukehren. Dort blieb man, wenigstens von außen, trocken. Int Hofe seiner Stammkneipe sah der treue Wächter eine mit zwei Pferden bespannte Chaise stehen. Da arbeitete sich in seinem Kopfe ein schlauer Gedanke empor. Die Chaise Nmr leer. In ihr konnte er gut und billig, unbeläshgt von Regen und Wirtshauslärm, ein bißchen träumen. Er stieg ein, schloß die Tür und ließ sich in die Polster sinken.....Weiter eilt das«
Rad der Zeit! .... Plötzlich fährt unser Nachtwächtern zusammen. War das nicht ein deutlicher Ruck? Er merkt, daß er geschlafen hat. Wielange wohl? Ein Griff nach der Uhr; sie zeigt halb Eins. Jetzt gilt es, schnell das Versäumte nachzuholen. Er stößt die Tür auf, ergreift das Horn, und: „Hört chr Herren und laßt euch sagen . . ." tönts in die Nacht hinaus. . . . Doch was ist das? Fremde Gestalten tauchen vor ihm auf, man kichert, man lacht, es klingt wie Hohn. Dem Wächter grauset's. ... Er beginnt zu Lenken. .... Sollte es möglich sein? .... Wirklich! . . . Das ist dieselbe Kutsche mit denselben Pferden, aber — die Häuser gehören zum zwei.Stunden entfernten Nachbardorfe.
Landkreis Gießen.
:/: Heuchelheim, 18. Jan. Am Montag hielt der hiesige Verein „Kinderfreund" seine Jahresver- sammlung auf dem „Mühlchen" ab. Die Rcchnungs- ablage zeigte einen Ueberschuß von 146 Mk. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt. EL wurde weiter in Aussicht genommen, eine Halle neben der Kieinkinderschule zu erbauen, daß sich die Kinder auch bei Negenwetter im Freien aufhalten können.
1-. Rödgen, 17. Jan. Am Samstag abend hielt der Kriegerverein seine alljährliche Jahresschlußversammlung ab. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt. Die Versammlung beschloß, Kaisers Geburtstag am 28. Januar als Familienfeier mit Musik und Gesang zu feiern. — Zum erstenmal wird in unserem Dörfchen der neu gegründete Karneoalverein mit seiner Kapelle dieses Jahr auftreten. Nach den Proben der Kapelle zu urteilen, wird man einen genußreichen Abend demnächst zu erwarten haben.
= ^nitcroii, 18. Jan. (Verspätet emgegaugen.) Der Gesangverein Heiterkeit hrelt am Samstag abend im Lokale der Wirtschaft zur Krone seine Jahresversammlung ab. Die Jahresrechnung für 1910 zeitigte ein sehr günstiges Ergebnis. Bei der Vorstandswahl wurden sämtliche Mrtglieder wiedergewählt. — Der Vorsitzende Schmitt hielt eine kernige Ansprache, in der er besonders auf den Gesangswettstreit vorigen Jahres in Großen- Linden hinwies, bezugnehmend auf den dort errungenen ersten Preis, was den pünktlichen Besuchen der Singstunden und hauptsächlich der Leitung unseres Dirigenten, Musiklehrer Kasten-Gießen, zu verdanken sei. Auch für dieses Jahr wurde ein Besuch eines Wettstreites einstimmig beschlossen. Mitglied Heinrich Haas dankte dem Vorstand für die tüchtige Leitung und Verwaltung des Vereins. 1 Schön vvrgetragene Chöre erfreuten besonders Kufere passiven Mitglieder.
= Langgöns, 18. Jan. Das Ehrenzeichen für Mrtglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des Großherzvgs Wilh. Aug Spies zu Langgöns.
= Allen dorf a. d. Lumda, 18. Jan. Hier findet am nächsten Sonntag irachmittag im Gasthaus Braun ein Vortrag von Sekretär Schwarz von Gießen über Organisation und Aufgaben der Landwirtschaftskammer statt.
Kreis Alsfeld.
△ Kirschgarten, 18. Jan. An der Nordseite der Straße, die durch unser Dorf nach Nieder-Ohmen führt, befindet sich eine scharfe Kurve in abfallender Richtung. Wie gefährlich diese Straßenstelle bei dem gegenwärtigen Schnee für schnell fahrende Schlitten ist, zeigt folgendes Vorkommnis: Ein Frachtschlitten, beladen mit einer Räucherkammer und vier Personen, kam in raschem Tempo die Kurve herab. Der Schlitten siel um, die Räucherkammer in Schnee, darunter Fuhrmann und Begleiter, der andere Insasse links in den Chausseegraben, seine Frau rechts den Wegrain hinunter, das Pferd in rasendem Galopp nach Wettsaasen zu, den leicht gewordenen Schlitten wie Spreu mit sich flammend. Hilfe war bald zur Stelle. Man zog die beiden Fuhrleute stark blutend unter der Räucherkammer hervor, der andere Mann und seine Frau kamen mit dem Schrecken davon. Letztere wäre aber um ein Haar wider einen Plock an der Straße geschleudert worden. Dann hätte der Unfall leicht die schlimmste Wendung nehmen können.
§ Mücke, 18. Jan. Hier feierte der alte Mücke- wirt, eine weit über unser Weichbild hinaus bekannte und geachtete Persönlichkeit, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 9 3. Geburtstag. Dem 93jährigen Konrad Bräunmg sieht man sein hohes Alter noch keineswegs an.
führer).
Kreis Schotten.
■ — —' uvuhw uv., ui im auai nur einer
] urch Cm-l den bestimmten Wünschen Napoleons, der Wert daraus legte.
richtung eines H ausgart ens; 2. Freunde und Feinde des gesamten Gartenbaues: 3. Gemüsebau: 4. Blumenzucht (Anzucht, Blumenpflege und Dekoration); 5. Beerenobstkultur; 6. Verbesserung unserer Gartenböden nebst zweckmäßiger Düngung. Zn. gelassen werden Männer, Frauen und Mädchen nicht unter it; Jahren; ein Kursus für Obstweinproduzenten und Aepfelweinwirte. Vom 19. bis 24. Juni. Er umfaßt die Bereitung der Obstweine. Gärungschemie einschließlich Reinhefen. Obstweinkrankheiten. Hebungen im Laboratorium; ein Beeren- obstj^-Verwertungskursus. Vom 4. bis 6. Juli Theoretische und praktische UMeriveisungen in der vollkommenen Verwertung sämtlicher Beerenobstarten, zu Wein, Säfte, Liköre, Gelee usw.; ein Ob st Verwertungskursus für Frauen. 1. Kursus vom 29. bis 31. August, 2. Kursus vom 5. bis 7. September.
und Versuche veranstaltet, deren Ergebnisse er nun in der „France coloniale" mitteilt. Wie trocken und öde die Wüsten des nördlichen Afrikas auch sind, sie werden gerade in Algier sehr häufig von großen Wasseransammlimgen unterbrochen, von den viel- gefürchtelen Salzfümpfen, den Schotts. Wer immer einen Scholl gesehen hat, wird beobachtet haben, daß an den Stellen geringerer Tieie, wo das Wasser von der Sonne schneller erhitzt wird, em Tunst aussteigt; dieser Nebel ist aber so leicht, daß er sich in der Luit auflöst, anstatt sich zu verdichten. Wenn es nun gelänge, die zentrifugale Kraft, die diese Wasserdünste auseinander treibt, durch eine zentripetale zu ersetzen, so müßten sich Wolken bilden, die sich in Regen umwandeln würden. Jeder Seemann weiß, daß bei ehr heißen Tagen eine kleine Insel, ja ein größeres Algengestrüpp genüg!, um über diesen von der Sonne erhitzten Punkten kleine Wolkenansannnlilngen hervorzubringen. Nachdem der Ingenieur TessoUers mit Flößen und Schutthaufen dieses Experiment wiederholt hat, regt er nun an, diese Erkenntnis int großen Stile für die Bewässerung der Wüste aiiszunutzen. Dazu wird in einem Schott ein großer, konisch angelegter Turm aus Blech errichtet. An den Wänden läuft ein ebenfalls aus Blech gefertigter Kanal spiralen« förmig vom Fundament bis zur Spitze. Mit Lomienaiifgaug beginnt sich die Lust in diesen Röhren zu erhitzen, steigt empor uni? ergießt sich schließlich mit der Wucht eines Kraters in die Atino- pl)äre. Tie Folge ist ein Regen, der um so größer ist, je höher der Turm angelegt wird. Tas Innere dieser Regentürme tonnte je nach ihrer Lage prakusch ausgenützt werden, sei es nun zu industriellen Zwecken oder als Hotel, wobei natürlich die ticieicit Schichten zur Anlage uon Bädern und Aquarien ,vie geschasfeii ind. Diese neuen Pyramiden würden dann über die mächtigen eteinbenfmälcr Aegyptens triumphieren, vollbrachte,! sie docy das Werk, die Wüste fruchtbar und beiuoljnbar zu machen. (?)
* Wie Napoleon seine Hochzeit feiern liefe* •tmn2^3riL Jahres 1810 Napoleon seine Hochzeit mit Marie Luise feierte, verfügte er, daß an dem gleichen Tage m allen Stabten, bie ihm untertan waren, je nach ber Bevölkerungs- iahl eure bestimmte Anzahl von Hochzeiten abgehalten werden! mußte Eme besondere Klausel verfügte, daß die Männer pen- lonlerte Soldaten sein sollten und daß jeder Braut, die an diesem Tage heiratete, eine Mitgift von 600 Frs. ausaezahlt wurde. Der Gemeinde Florenz, so erzählt Giuseppe Conti iir per Aazrone, wurden zehn Hochzeiten auferlcgt. 'Aber es sanden Itd? mir runt Bewerber, und von diesen entsprach auch nur einer
Kreis. Lauterbach.
-- Schlitz, 18. Jan. Kürzlich fand, wie schon gemeldet würde, in der Turnhalle hier eine Versammlung der Mitglieder sämtlicher Festausschüsse des Gau turn festes statt. Der Besuch war ein äußerst zahlreicher. Vorbehaltlich der Genehmigung des Gauausschusses wurde das diesjährige Gcntturnfest auf So n n tag, 9. Juli, gelegt. Der Graf von Schlitz hat das Protektorat übernommen, während Bürgermeister Zinßer von Schlitz zum 1. Festpräsidenten und Oberamtsrichter Geh. Justizrat Wahl zum 2. Festpräsidenten ernannt wurde. Die einzelnen Ausschüsse wählten ihre Vorstandsmitglieder (1. und 2. Vorsitzenden und Schrift-
r. Schotten, 18. Jan. Nach dem Arbeitsplan der Landwirtschastskammer und nach den Beschlüssen des Verbandes der oberhessischen Geslügelzuchtvereiue wird im Laufe dieses Jahres in Schotten eine Bezirksgeflügelausstellung für die Bezirke Schotten und Eschenrod stattfinden. Als Zeit ist Mitte Mai in Aussicht genommen. Au. .bcm Bezirk Schotten gehören Betzenrod, Götzen, Rudingshain und Wingershausen; zu dem Bezirk Eschenrod Busenborn, Breungeshain, Sichenhausen und Hof Zwiefalten. Au^ Antrag des hiesigen Geflügelzuchtvereins beim Landwirt- schafkslämmer-AuSschuß für Oberhessen werden auch noch ungenannte Orte, da sie Schotten sehr nahe liegen und ihren Hauptverkehr hierher haben, zur Bezirksausstellung zugelassen: Ulfa, Eichelsdorf, Eichelsachsen, Rainrod, Einartshausen, Stornfels und Michelbach. Da in Schotten seit 1905 keine Geflügelausstellung stattgefunden hat, wird die diesjährige von allen Geflügelfreunden der Gegend mit Freuden begrüßt werden.
r. Burkhards, 18. Jan. Bei der heutigen wiederholten Bürgermeisterwahl wurde Kaufmann Ludw. Schäfer III. mit 56 Stimmen gewählt. Ter Gegenkandidat Hch. Balser erhielt 49 Stimmen. Die vorige Wahl, gegen die Einspruch erhoben worden war, war vom Kreisausschuß für ungültig erklärt worden. Damals wurde Schäfer mit 57 Stimmen gewählt, der Gegenkandidat erhielt 56 Stimmen.
Kreis Friedberg.
—m. Friedberg, 18. Jan. Am Ende des vergangenen Jahres ergingen mehrfache Verwarnungen der Polizei wegen Unterlassung der Trottoirrsinigung. Trotz dieser Verwarnung wurde das Reinigen von vielen Hausbesitzern unterlassen. Hierauf erhielten etwa 200 Säumige Strafmandate in Höhe von je 2 Mk. 10 Pfg. Einer der Angezeigten ließ hierauf seiner Erbitterung freien Lauf, indem er Bürgermeister Stahl einen anonymen Brief sandte, der voll Beleidigungen gemeinster Art nur so strotzte. Bürgermeister Stahl übergab den Brief, um die Ermittelung des des Täters herbeizuführen, dem Polizeikommissar Weis, dem es in kurzer Zeit gelang, den Täter zu überführen. Von den Bestraften hatte sich nämlich etwa die Hälfte beschwerdeführend an die Bürgermeisterei gewandt, und bei diesen Zuschriften war dieselbe. Handschrift wie in dem anonymen Brief zu finden. Kommissar Weis nahm bei dem Verdächtigen eine Haussuchung vor, bei der sich in ibem Schreibtisch das Original-Manuskript des anonymen Schreibers vorfand. Der Ueberführte gab die Tat zu. Bürgermeister Stahl verzichtete auf die Bestrafung des anonymen Briefschreibers, doch mußte der Mann sich bequemen, eine Buße von hundert Mark für die Armen der Stadt zu zahlen.
L. Bad-Nauheim, 18. Jan. Unsere vor einigen Jahren neu erbaute !ka t h. Kirche hat noef) keine Orgel. Seit einiger Zeit sammelt man Beiträge zur Erbauung einer solchen. In der nach Weihnachten abgehaltenen geselligen Vereinigung der Katholiken Nauheims wurde der Ertrag der .Christbaumverlosung dem Orgelbaufonds zugewiesen.
Starkenburg und Rheinhessen.
R. B. Darinstadt, 18. Jan. lieber den Kindes- mord im Bessunger Stadtteil ist zu berichten, daß noch gestern abend in später Stunde der int seibert Hause, Bessungerstraße 86, wohnende, 32jährige Möbeltransport e u r H e i n r i ch Heß aus Bessungen unter dem Verdacht, die Mordtat ausgeführt zu haben, verhaftet worden ist. Heß hatte, wie er selber zugesteht, die Susanna Traub am Nachmittag gegen 2 Uhr beauftragt, ihm aus einem Laden der Nachbarschaft Kautabak zu holen. Er behauptet, daß er dem Mädchen das Päckchen schon auf der Treppe abgenommen habe und die Kleine dann auf ne Straße gelaufen fei. Vermutlich ist aber das Kind in seine Kammer gekommen, die unmittelbar neben dem Speicherraum liegt, und er hat sie dann erwürgt. Der heute vormittag durch Kreisassistenzarzt Dr. Lehr und Dr. Best erfolgten Sektion der Leiche wohnten Oberstaatsanwalt v. Hessert, Staatsanwalt Hoos, Assessor Eise, Kriminalkommissar Daniel und Gerrchtschemiker Dr. Popp aus Frankfurt bei. Es wurde unzweifelhaft festgestellt, daß das Kind eines gewaltsamen Todes durch Erwürgen gestorben ist. Ob auch noch ein Sittlichkeitsverbrechen vorliegt, wird erst die mikroskopische Unter» uchung ergeben. Da die Leiche bei ihrer Auffindung viel Schaum im Munde gehabt haben soll, der auch durch den Sack nach außen durchgedrungen war, nimmt man an, daß der Mörder dem Kind noch lebend den Sack über den Kopf gezwängt und es dann erwürgt hat.
Hessen-Nassau.
() Marburg, 18. Jan. Eine öffentliche Bürger- v er sammlung beschäftigte sich gestern abenb im Restaurant Lederer mit dem jüngst von den städtischen Körperschaften beschlossenen Ortsstatut gegen Verunstaltung des Stadtbildes. Es wurde schließlich ein Ausschuß gewählt, der die einzelnen Paragraphen durchberaten und gegebenenfalls Einspruch einlegen soll.
. , u- /. J8 Jan. Tie in der hiesigen Marmor- fabrr? beschäftigten 18 Jahre alten Marmorschleifer Karl eenrt, rZerd. Glöckner und Franh Roth warfen sich heute mittag mit Schneeballen. Der Spaß artete in eine K c i I e r c i aus; Glöckner und Roth brachten dem Senft mit Sternen am tzinterkopf schwere Verletzungen bei, daß dieser bewußtlos vom Platze getragen werden mußte. Erst nach langen Bemühungen gelang es zwei Aerzten, Senkt wieder zum Bewußtsein zu bringen.
Landwirtschaft.
= Friedberg, 18. Jan. An der Großh. Obstbaus und la n dw. Wr ntcrschule findet im Frühjahr und Sommes eine Unzahl Lehrgänge statt und zwar ein Baumwärterkursus. Begum am 27. März, Dauer 8 ffiodTcn iinb niL 5 Wochen (vom 27. Niärz bis K Mai) 1 ©oXS
bteV’ ^ttob?r^Wi^hWr11 im DE (vom 25. September bis /. -ktobcr). Wicderholungskursus für Baum- wärtcr: Dauer vom 8. bis 13. Mai. Für Baumwärter, welche b^oits einen Kursus int Obstbau mit mindestens gutem Erfolg besucht, ^lahrtge Praxis und das 20. Lebensjahr vollendet haben.
erhalten nach bestandener Sckslußprüfung aus Prüfungskommisswn von der LandwirlfchaftSkammcr ein Diplom als „geprüfter Baumwart"; ein Obstbaukursus ü r ® £111t l t chc Lehrer und sonstige Freunde des Obst- <?QUrX 14 vom 15. bis 20. Mai und oom 31 Auli btS o. August: einGartcnbaukursus. B^.nn am 2 ' Mai Dauer 6 Tage. Der, Lehrplan umfahr: 1. •
Die Rektorzgattin als Totschlägerin.
S. u. H. Nürnberg, 18. Jan.
Unter großem Andrange begann heute früh vor dem hiesigen Schwurgericht die Verhandlung in dem Totschlags-Prozeß gegen die Witwe des Rektors Prof. Dr. H e r b e r i ch , die im April d. I. ihren Mann, den Leiter der hiesigen höheren Mädchenschule, durch fünf Revolverschüsse getötet hat. Die Angeklagt« gibt zu ihren Personalien an, daß sie 52 Jahre alt, in Frank- T u 11 a. M. geboren sei. Ihr Vater war österreichischer Major. Ihre erste Ehe ist aus Verschulden des Mannes geschieden. Aus erster Ehe hat die Angeklagte zwei, ans zweiter Ehe drei Kinder. Tie Oefsentlichkeit wird für eine Weile ausgeschlossen, den Pressevertretern aber die Anwesenheit gestattet. — Bei ihrer Vernehmung erklärt die Angeklagte, sie wisse überhaupt von den Einzelheiten der schrecklichen Tat nichts mehr. Was sie darüber anzugebcn vermöge, habe sie sich lediglich aus dem Inhalt der Anklageschrift in ihrem Kopfe rekonstruiert. Sie könne nur sagen, daß die Tat der Ausfluß einer ungeheuren Erregung gewesen sei, die sie angesichts der Tatsache beherrscht habe, datz ihr Mann ihr das Leben verbittert habe. — Der Vorsitzende geht dann das Eheleben der Angeklagten durch. Es wird festgestellt, daß s,ie vor der zweiten Heirat ein Verhältnis mit einem Klavierspieler Stadelmann hatte. Die Ehe mit Prof. Herberich war eine Liebesheirat, es kamen aber bald schwarze Tage. Die Angeklagte erzählt, daß sie philosophische Schriften, Schopenhauer und Nietzsche gelesen habe und sich eingehend mit der Frauenbewegung befaßte. Dor Vorsitzende und der Staatsanwalt bemühen sich vergeblich, aus der Angeklagten herauszubekommen, weshalb sich ihre Ehe schließlich so unharmonisch gestaltete. Die Angeklagte behauptet, daß ihr Mann sie geistig vernachlässigte, gibt aber dann zu, selber einen Teil der Schuld zu tragen. — Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wird in die Z e u g e n v e r n e h- nuing eingetreten und als erster Zeuge der 24jährige Sohn der Angeklagten aus erster Ehe vernommen. Der Zeuge meint, daß die ersten Jahre der Ehe glücklich waren. Die Schuld an den späteren Zerwürfnissen lag wohl auf beiden Seiten. Der Vater war ein Pedant und konnte keinen Widerspruch vertragen. Er war außerdem abgearbeitet und sehr nervös. Auch die Mutter war leicht erregbar. — Auf Befragen durch die Sachverständigen bekundet der Zeuge noch, daß die Mutter mitunter schwere spa- mische Weine getrunken habe. Der Gerichtshof beschließt, den Zeugen unvereidigt zu lassen. — Verschiedene Zeugen erklären, daß die Angeklagte auf sie einen durchaus normalen Eindruck gemacht habe. Dasselbe bestätigt der unter Ausschluß der OeffenE lichkeit vernommene Nealschullehrer a. D. Stadelmann aus Charlottcnburg.
Die Weiterverhandlung wurde daraus auf morgen früh V-9 Uhr vertagt.
vermi-chLes.
* Die Tortur der Z w e r g h u n d c. In der vornehmen Gesellschaft der europäischen Hauptstädte herrscht seit einiger Zeit eine merkwürdige Vorliebe für Llliputanerhunde; die elegante Frau muß ein winziges Hündchen besitzen, das sich beim Spaziergänge bequem im Muff tragen läßt. Aber die begeisterten Hunde- iveunbimien, die diese Miniatnrhündcheir faufen, pflegen und verhätscheln, wissen in den wenigsten Fällen, daß sie keuieswegL eine kuriose Laune der Natur oder das Exemplar einer seltenen Hunde» rasse besitzen, sondern, wie die „Pall Ntull Gaz." schreibt, nur die Produkte einer durch zielbewußte Grausamkeit künstlich beruorgeruieneii Degeneration und Verkümmerung. Tie Züchter, die diese gebrechlichen Zwerghunde auf den Markt bringen, gewinnen ihre Ware durch tlug berechnete Kreuzimgen, die von vornherein gewährleisten, daß aus ihnen rachitische und zwerghaite Geschöpfe hervorgehen werden. Die bcgenericvlen Keinen Geschöpfe werden dann in ähnlicher Weise aufgezogen, wie die japanischen Gärtner Zwergbäume züchten: sie erhalten zii luenig Nahrung, um wachsen zu können. Tas Hündchen erhält täglich eine einzige Mahlzeit: einen Teelössel gehackten Fleisches, nicht mehr. Täglich werden die Hunde gewogen, und stellt sich dabei l)erau§, daß das Tier an Gewicht zu» genommen hat, so wird dre Stahrung verkleinert und zeitweilig überhaupt entzogen. Das rohe Fleisch befördert die Produkliou von Magensäften, aber da die Nahrung nicht ausreicht, schädigen diese Sähe die Magenwaude, die Folge ist ein chronischer Katarrh. So ist das so anmutige und graziöse kleine Tierchen nichts loeiter, als em Kranker, em Invalide, der Hunger leidet, in den Nächten nicht chläft und bei der geriugften Erkältung dazu verurteilt ist, aii einer eitrigen Lungenentzüiidung qualvoll zu Grunde zii gehen oder zu erblinden.
* Regentürme in A tg i cr. Von dem großen Gedanken beseelt, daß es denr Aleuschengeist gelingen könne, die wasser-und regeu- arrnen WüstengegendeuAsrikas künstlich kulturfähig zu machen, hat ein algerischer Ingenieur in jahrelanger Arbeit Studien unternommen
b j. arbeitstagluh Di Matz für Rechnung d \ i. arbeitstäglich do kcber die Entnna .jsse im Derflo Ärderung und der sartn, die am stärkste sfolge hatten, daß i siirieb gebotene bahnversand toi Zagenmangel b itoier die Wagengef am 51056 Wagen Forderungen für 1 Zitaten entsprachet Lagen ist Don 17 iunicn. Am 17. T itoier zum ersten! m diesem Tage eit mrde. Der Äersan ÖmMier erschwert.
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