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getreten. Anwesend waren 192 Abgeordnete, die sich für die Abschaffung der Monarchie- der Dynastie Braganza aussprachen und die Republik proklamierten. .Es ereignete sich fein Zwischenfall.
Der r u s s i s eh c Kaiser und die Kaiserin von, Rußland sind an Bord des „Standart" in Wiborg eingetroffen. Der Kaiser hat dem Khan von Shiwa die „Dschidda" verliehen, d. h. eine Brillantfeder für den Kopfschmuck, die in Shiwa als Emblem der von: russischen Kaiser verliehenen Gewalt betrachtet wird.
In die bulgarische S o b r a n j e wurden gewählt: 855 Vertreter der Regierungspartei, 42 Agrarier, 6 Sozialisten, 5 Liberale, 4 Radikale, 4 Stambulounsten und 2 Demokraten. Acht Wahlresultate sind noch nicht endgültig bekannt. Wahrscheinlich werden auch hier Vertreter der Regierungspartei gewählt. Unter den Gewählten befindet sich Radoslawow. Unterlegen sind Malinow, Tontschew und Ehenadiew. Der große (ir- folg der Koalitionsregierung bei den Wahlen hat überrascht. Die Tenrokraten, die in der letzten Kammer 176 Mandate innehatten, erhielten diesmal nur acht. Vic^ besprochen wird der Gewinn von sechs Mandaten durch die Sozialisten, die in b.er letzten Kammer keinen, Platz innehatten.
Der Protest des Sultans Mulcy Hafid gegen die Landung der Spanier in Larrasch wurde dem spanischen Gesandten übergeben. Der Bruder des Sultans, Muley de Zin, ist mit General Moinier in Fez ein getroffen; er Wurde begnadigt.
Der ägyptische Staatsmann Ria; Pascha ist gestorben.
Präsident Tast erhielt aus Anlaß seiner silbernen .Hochzeit vom deutschen Kaiser und vielen anderen Staats- oberhänptern aus allen Weltteilen Glückwunschtelegramme. Im Weißen Hause sand ein Empfang statt, dem auch das diplomatische Korps beiwohnte. Es waren zirka 4000 Gäste anwesend. — Geheimagenten der amerikanischen Zollverwaltung haben Zoll- betriigereien in Höhe von mehreren Millionen Dollars, die bei der Einfuhr von Messerschmiedewaren in den letzten Jahren verübt wurden, entdeckt. Die Entdeckung ist das Ergebnis von Untersuchungen, die in Amerika und im Solinger Distrikt, woher die meiste Ware stammt, von Geheimagenten veranstaltet worden waren.
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Kreis Lauterbach.
~ Landen Hausen, 18. Juni. Die freiwillige Feue r- wehr feierte heute ihr 2 5 jähriges Jubiläum. Sie wurde am 26. März 1886 mit einer Stärke von 48 Mann gegründet und hat jetzt 62 Mitglieder. Eingeleitet wurde die Feier mit einer am Abend vorher durch Kreisfcuerwehr- inspektor Jockel aus Lauterbach abgehaltenen Vorübung. Die Hauptübung und Besichtigung durch Kreisamtmann Herberg und den Kreisfeuerwehrinspektor fand heute mittag statt. Im Anschluß hieran wurde an 6 Feuerwehrleute, die 25 Jahre der Mehr angchören, das Feuerwehr-Ehrenzeichen durch Kreisamtmann Herberg überreicht. Um 3 Uhr fand die Ausstellung des Festzugs, an dem sich einige auswärtige Wehren und die hiesigen Vereine beteiligten, mit anschließendem Umzug durch die Ortsstraßen nach dem Festplatz statt. Mit dem Jubiläumstag war eine Oteuuniformierung der hiesigen freiw. Wehr, die seither nur blaue Kittel trug, verbunden. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen wurde verliehen an den Kommandanten Jost Fiedler, Hrch. Kühl II., JhL. Füg VII., Jhs. Fiedler VI., I. F. Lang und Johs. Stock III. Leider hatte der am Mittag niedergehende Gewitterregen das Fest stark beeinflußt, so daß der Verkehr durch Salzschlirser Kurgäste, die sonst sehr gern in Landenhausen weilen, weniger lebhaft war, als man gehofft hatte.
Kreis Schotten.
L. E i ch e l s a ck>s e n, 19. Juni. Der evang Kirchen- gesang verein von Friedberg hat gestern in der Stärke von 45 Mitgliedern seinen Sommerausflug Hierher gemacht. Er wurde auf von der Gemeinde gestellten Wagen au der Station Eichels- dors abgeholt und wirkte beim Gottesdienste mit. Es war ein mit Gesängen reich ausgestattetcr liturgischer Gottesdienst« der
Anstand.
Aus Lissabon, 19. Juni, wird gemeldet: Heute ist Na tionalf estta g. Im ganzen Lande finden Freudenkund- gedungen statt. Man singt Freiheitslieder und die Marseillaise. Die ,K o n st i t u i e r c n d e Versammlung ist z u s a m m e n
kanr.^' Jedes Schiff feuerte bei Ankunft einen Salut von 21 Schuß zu Ehren der cnglifchen Nation und einen weiteren Salut von 17 Schuß zu Ehren des britischen Oberkom-s mcmdierenden, Admirals Moore. Die englische Flotte hat sich mit Ausnahme der Torpedobootszerstörer und der Unterseeboote hier versammelt. Tausende von Besuchern gingen trotz des ungünstigen Wetters auf See.
Der Ausstand der Seeleute.
London, 19. Juni. Der Verband der Seeleute stellt fest, daß über 180 einheimische Schiffe in den Häfen Großbritanniens festliegen.
Glasgow, 18. Juni. Die Hafenarbeiter find in den A u s ftanb getreten. Der Küstenhandel ist völlig lahmgelegt. Das Löschen und Laden der Schiffe geschieht, soweit als möglich, durch das Bureaupersonal der SchiffsgeseU- schasten. Die Fuhrleute drohen ebenfalls, in den Aus stand zu treten. In der Hafenstadt wurde die Polizei verstärkt.
Der Aufstand in Albanien.
Torguth-Scheftet Pascha drahtete der Pforte, daß die M a - l i f f o r e n der überall verbreiteten Proklamation kein großes Vertrauen schenken. Bis jetzt haben noch keine Aufständischen die Waffen niedergelegt.
Torguth Schestet Pascha machte die vom Sultan genehmigte P r v t l a in ation bekannt, ebenso die Spende des Sultans für den Wiederaufbau der zerstörten Wohnsitze im Ma- lissoer und Aiireditengebiete. Es wird angeliinbigt, daß die Feindseligkeiten nunmehr eingestellt würden. Er lädt die Flüchtlinge ein, Montenegro zu verlassen und in die Heimat zurückzutehreu, und sichert ihnen zu, daß die Regierung den Bedürfnissen des Landes entsprechen werde. Torguth. berichtet, daß die Truppen nun alle strategisch wichtigen Punkte besetzt hatten und daß eine Verbindung der in Montenegro befindlichen Flüchtlinge mit den Malissoren weiterhin unmöglich sei.
M.) £ti RUchhaudi d-hung der Avisen, die j Men Liter zi. dii.den übrige l>t iitfl zu der
M. Raun ürungl lickt 4 Lun eck bi «« Nf)f jta Wtitrt tour Wffl, ging b Ne, und i F -Wen feint ‘.a.r aber tot 'Rliilg.
Kreis Alsfeld.
** Heber das traurige Schicksal eines Veteranen von 1870—71 wird uns von Flensungen, 19. Juni, geschrieben: .Hier lebt ein Veterane, 63 Jahre alt, der im Jahre 1870—71 an dem Kriege gegen Frankreich teilgcmommeu hat. Es ist dies der frühere Feldhüter und Nachtwächter Konrad Deucker II. Als Dienstmann konnte man ihn nicht mehr gebrauchen, weil er dem Alkohol zu viel ergeben war. Er steht seit einigen Jahren auf der sog. Sauserliste, ist aber doch jeden Tag betrunken. Er ist soweit hernntergetommen, daß er mit Worten und Taten das Schamgefühl bei Vorübergehenden verletzt. Durch sein loses Mundwerk hängt er sich an jeden Einheimischen unb Fremden, der ihm Antwort gibt. Dabei bekommt er oft mörderische Schläge. Kaum sind die Wunden verbunden, und geheilt, so blutet er wieder aufs neue. So vergeht in der Tat keine Woche, in der er nicht mindestens zweimal blutig geschlagen wird. Heute ist wieder ein solcher Akt der Roheit an ihm verübt wo.rden, daß es ein Jammer ist. Um 12 Uhr mittags lag Deucker blutig geschlagen auf der Mitte der Ortsstraße und gab laute Jammertöne von sich, während eine Menge Erwachsener umherstanden und teilnahmlos zu schauten. Als sich Deucker nach längerer 'Zeit von der Straße erhob, strömte ihm das Blut vom Kopfe über das Gesicht zur Erde. Mit den Händen strich er sich das Blut vom Gesicht und Hals und schleuderte es auf die Ortsstraße. Es ist in der Tat nicht mehr mit anzusehen, wie dieser arme Mensch behandelt wird. Ist Deucter auch so weit und tief 1 heruntergekommen, so verdient er doch bemitleidet zu werden und darf erst recht solche Mißhandlung nicht erfahren, sondern er gehört dahin, wo noch christliche Menschenliebe i und Barmherzigkeit geübt wird, also in eine Anstalt. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, daß Abhilfe geschaffen wird.
Deutsches Reich.
Die „Hohenzvllern" mit dem Kaiser an Bord, lief am Montag gegen 7 Uhr abends in der Schleuse von Brunsbüttel ein. Der Kaiser begab sich alsbald an Land und besichtigte das neue Beamtenviertel und die Erweiterungsbauten.
Bei ganz schwacher Beteiligung — in manchen Wahllokalen erschienen nur 10—15 Wähler — sanden am Montag in Marburg die Ersatzwahlen der Wahlmänner zur Landtagsersatzwahl statt. In 12 Wahlbezirken der Stadt, in denen Ersatzwahlen fiattfinben mußten, wurden 13 nationalliberale, 4 komervatwe und 2 linksliberale Wahlmänner gewählt. In Hermershausen, Ebsdorf, Goßfelden und Fronhausen )tnb meist konservative Wahlmänner gewählt worden. Die Wahl des lonseroativ-national- liberalen Kompromißkandidaten Prof. B r e d t - Marburg scheint gesichert.
Auf dem in Breslau tagenden 12. Berbandstage des Verbandes der deutsch-nationalen Handlungsgehilfen wurde anstelle des ausgeschiedenen früheren Reichstagsabgeordneten Schack der bisherige stellvertretende Verbcurds- vorsteher und der Vorsitzende der Siebener Kommission des Haupt- ausschusses für staatliche Versicherung der Privatangestellten Hans Bechlv einstimmig zum Verbandsvorstcher gewählt.
Der König von Sachsen ist am Montag mittag von München nach L inj» an abgereist. Der Prinzregent begleitete ihn zum Bahnhof.
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Landkreis Gießen.
-t K l ein-Linoen, 19. Juni. Sein 25 i ädrige Urbectsiubiläunt an der Eilenbahn tonnte Ehr. Brau denburger begehen.
' Geilshausen, 19. Juni. 9£m Sonntag nachmittag, uach einem ichweren Gewitter, vaste unter eigenartigem Getöse eine Windhose quer über das Dors, überall Zerstörungen an üauiern^und Baumen anridueno. Aeste flogen hoch über die Kirche, Dachziegel wurden auf einen dem Orte gegenüberliegenden Berg gefasteudert, zahlreiche Dächer sind zerftörl. Auch im Feld und tnt Bsald wurdeit^ viele Bäume entwurzelt oder geknickt.
— u n gen,^19. Juni. Der hiesige Ortsvorstand beabsichtigt mit dem am -o. September ftattfinbenben Viehmarkt eine V c r'
ttei
Die Reichrratrwahlen in Oesterreich.
Das von der österreichischen Regierung und den Christ- kichsozialen mit den Deutsch-Freiheitlichen angestrebte Ko m- promiß gegen die Sozialdemokraten ist gescheitert und in Wien werden die Deutsch-Freiheitlichen und Sozialisteti geschlossen gegen die Christlich-Sozialen stimmen. Pach dem besherigen Ausgang der Wahlen ist die Position der Regierung nach oben hin nicht günstig und es ist anzunehmcn, daß das. Ministerium, wenn die Christlich-Sozialen sehr geschwächt ins Abgeordnetenhaus znrückkehren, das Vertrauen des Hofes und des Thronfolgers verlieren lvird.
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Wien, 19. Juni. Bis Mitternacht sind aus Ostgalizien 86 Ergebnisse bekannt geworden. Unter den Gewählten befinden sich Eisenbahnminister Glombinski und Landsmannminister Zalecki, ferner der polnische Demokrat Löwenstein, der in Drohobycz mit großer Mehrheit gegen den Zionisten siegte.
Bei den Wahlen in Lemberg kam es wiederholt zu Tumulten und Schlägereien. Tie Polizei schritt mehrmals ein und nahm viele Verhaftungen vor, einige auch wegen Wahlschwindels. Infolge der Menschenansammlungen in den Straßen wurden viele Personen verletzt.
Morgen finden die e n g e r e n W a h l e n für den Reichsrat in 168 Bezirken statt. In Stichwahl stehen: 44 Christlich-Soziale, 69 Deutsch-Freiheitliche, 60 deutsche Sozialdemokraten, 39 tschechische Sozialdemokraten, 36 tschechische Agrarier, 23 Tschechisch-Klerikale, 13 Jungtschechen, fünf Tschechisch-Nationale, 8 Italiener und 4 Südslawen.
Aus Drohobycz wird gemeldet: Auf das Gerücht, daß für den Kandidaten Löwenstein eine große Anzahl gefälschter Stimmzettel abgegeben wurde, erfolgte nachmittags von zionistischer Seite ein Sturm auf dessen A g i t a t i o n s l o k a l. Polizei und Gendarmerie 1 naren machtlos gegenüber der Menge, welche Steine, Biergläser und andere Gegenstände auf sie schleuderte. Eine im Laufschritt mit gefälltem Bajonett anrückende Truppe Infanterie wurde ebenfalls mit einem Hagel von Steinen empfangen. Als die Menge trotz der Aufforderung des befehligenden Oberleutnants, sich zu zerstreuen, weiterhin mit Steinen warf, erscholl das Kommando: Schießen. Fünf Salven wurden auf eine Entfernung von 15 bis 20 Schritt abgegeben. Den Blättern zufolge wurden 18 Personen getötet und 37 schwer verletzt, darunter mehrere Frauen. Der Zustand vieler Verletzter ist besorgniserregend. Einige der Projektile müssen durch mehrere Körper Yin durch gegangen fein, da sonst die große Zahl der Opfer nicht zu erklären wäre. Da die meisten der Verletzten an der Brust und am Oberarm verwundet sind, ist dies ein Beweis, daß die Salven sticht auf 'Fliehende abgegeben wurden. Zwei Personen sind bereits im Hospital ihren Verletzungen erlegen. ______________________________________________
Friede im Berliner SuchdrMgewerbe.
Berlin, 19. Juni. Das Protokoll einer heute mittag abgehaltenen Konferenz, an der die Firmen Scherl, Mosse unb Ullstein & Co., sowie der Deutsche Buchdruckerverein, der Verband der Deutschen Buchdrucker, der Verband der Buchdrucker- Hilfsarbeiter und bas Tarifamt der Deutschen Buchdrucker teil- genommen haben und ein weiteres Protokoll über eine 6 Uhr abends geführte Verhandlung mit der Kommission des Personals der Firma Scherl lassen erkennen, daß es gelungen ilt, zu einer Einigung mit dem ausständigen Personal zu gelangen.
l o i n n g von Vieh, sowie landw. Maickmen und Gerüten zu verbinden. Das Miltistcrium des Innern b,,it die Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 4000 Lose, zuA Mk. das Sckick, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöfes qus dem Verkante der Lose zum Ankauf von Gewinu-fegenständen zu verwenden sind. Zugleich wurde der Vertrieb der Lose in Oberhessen gestattet.
= Lauter, 19. Juni. Eine hiesige Gastwirtsfrau war mit ihrer Magd beschäftigt, Heu ab zu la den: die Magd bc- nnb sich auf dem Heuboden, um das Heu abzunehmen, durch irgend einen Zufall geriet sic in die scharfe Heugabel und wurde am Arme so schwer verletzt, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte.
Kreis Büdingen.
---Von der Ronneburg, 19. Juni. Am nächsten Sonntag, 25. Juni, ist der Burghof mit Wirtschaft gegen Z0 Pfg. Eintrittsgeld allgemein zugänglich. Es wird höchst unterhaltend darin werden. Das farbenreiche Getriebe der 115 Teilnehmer am Festspiel, der Hcroch,? und Marketenderinnen, das Feldlager der Landsknechte: das Konzert der Fchkapellc, ein Tanzboden, Einzel- und Chorgesänge werden die Festteilnehmer aufs beste ergötzen. Der innerste Burghof ist nur für die mit Festspiel- karten Versehenen zugänglich. Vormittags 11 Uhr beginnt die Hauptprobe - Eintritt 1 Mark und 50 Pfg.; um 3 Uhr die Hauplaufführung in Anwesenheit von etwa 30 Mitgliedern der Linien des Fürstlich Ysenburgisch-Büding schert Hauses. Ein Prolog wird das Festspiel einleiten. Das Spiel selbst ist sehr wirkungsvoll und bietet farbenprächtige Bilder aus der Zeit des 30 jährigen Krieges. Tas Ganze ist ein Unternehmen der 5 Zweigvereine des Vogelsberger HöhenÜubs Frankfurt, Ostfenbach, Hanau, Gelnhausen und Büdingen.
□ Ble ichen bach, 18. Juni. Heute tagte hier der Feuerwehrtag für die eine Hälfte des Kreises Büdingen. Feuerwehrinfpektor Vetzb arger-Nidda leitete die Versammlung, zu der auch Kreisamtmann Froelich-Büdingen erschienen war. Vorher fand eine kleine Ucbung mit Geräten mrch die hiesige Feuerwehr statt, die tüchtige Schulung zeigte. Kreisamimann Froelich wies auf die Notwendigkeit der Wehren, Förderung des Gemeinsinnes und den Opfermut des Instituts hin und brachte ein Hoch auf den Großherzog aus. Bürgermeister Neumann wünschte den Verhandlungen besten Verlauf. Interessant waren die Darlegungen des Kreis- Feuerwehrinspektors Vetzberger über den Zuwachs an Spritzen, Schiebeleitern, Anlagen von Wasserleitungen innerhalb der letzten Jahre int Kreise, Instandhaltung der Geräte, auch Verwahrlosung derselben und folgende Gefahren, Anzahl der Brände, Zuschuß der Brandversicherungs-Gesellschaften zu den anzuschaffendcn Geräten, Nachtübungen, Verhütung von Unfällen gelegentlich der Uebungen der Wehren, Zahl der Feuerwehren und ihrer Mannschaften. Die Ausführungen waren äußerst fleißig bearbeitet. Hierauf verbreitete sich Kreisamtmann Froelich über die Vermeidung von Kosten bei unbedeutenden Bränden durch voreiliges Abrücken der Nachbarmehren zur Brandstelle. An mehrere Feuerwehrleute wurden Diplome für langjährige Dienste verteilt. Nachdem noch die Frage der Gründung von freiwilligen Wehren, Aenderung der Inspektionen besprochen, wurde die Tagung geschlossen. An ihr waren 44 Wehren beteiligt, darunter die Wehr Ortenberg mit Kapelle. Für die zweite Hälfte des Kreises sindct der Feuerwehrtag im Laufe dieses Sommers zu Ober-Widdersheim statt.
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Aus Stadt und Laus.
Gießen, 20. Jun» 1911.
Tageskalender iür Dienstag, 20. Juni: Overetten° Ausführung int Stadttheater: „Ter Graf von Luxemburg". Anfang 8 Uhr.
** Stcuerpersona tien. Der Großherzog yai den Revisionskoutrolleur bei dem Hauptsteueramt Mainz, Paul Schlamp, wegen UebcrtrittS in den Neichsdienst aus dem Staatsdienst entlassen.
** Bo m S t,a d t t h e at c r wird uns geschrieben: Auf )ie heutige Aufführung von „Graf von Luxentburg" kann nochmals mit gutem Gewisfen hingetviesen werden, nachdem die Ausführung des Wertes gestern abend in Nau- jeiin einen ganz außerordentlichen Erfolg davongetragen hat. Besonders Herr Beer in der Titelrolle und Fräulein Thaller als Alice" haben geradezu Triumphe gefeiert.
**- Das Zustandetomme n der K r c i s a n s st e l - l u n g für Ackerbau, O b ft b a u unb Viehzucht mrfte jetzt aussichtslos sein, da die M a u l - u n d K l auen- c n cf) e im Kreise ausgebrochcn ist. Wahrscheinlich werden die Kreisschauen Büdingen und Gießen verlegt, so daß Büdingen 1911, Gießen 1912 Kreisausstellung haben würde.
** V o m Alldeutschen Verband schreibt man uns: Professor Dr. P. Arndt, der am nächsten Freitag im Alldeutschen Verband über die Entwickelung des deutschen Handels seil der Gründung bev Reiches vortragen wird, ist Dozent an der Frankfurter Atademie ür soziale und Handelswissenschaften; seine wissenschaft- ichen Arbeiten bezrehen sich zum größten Teil ans die äußere Wtrtschaftspolitit. Ein vierjähriger Aufenthalt im Ausland', in England, Frankreichs Spaniest 'und der Schweiz, sowie mehrjährige Arbeit an den Handelskammern ttt Köln und Berlin lassen ihn, abgesehen von feiner langjährigen rein wissenschaftlichen Tätigkeit, als einen besonders berufenen Beurteiler des zu behandelnden Gegenstandes erscheinen. In weiteren Kreisen ist er durch das in der Deubnerfchen Samm- 'lung „Aus Natur und Geisteswelt" veröffentlichte Buch „Deutschlands Stellung in der Weltwirtschaft" bekannt geworden.
** D i e Gießener S t e n o g r a p h e n t a g u:t g. Immer näher rucken die Tage, in denen der Hessen-Nasfauische ^Main-Nheingau- Verband G a b e ls b e r g e r scher Sten o- graphen seinen 32. St en o g r ap h c n t a g, verbunden mit deut 50jährigen Stiftungsfest des hiesigen Gabelsberger- schen Stenograpyen-Vereins von 1861, hier feiern imrd. Eingeleitet wird die Tagung mit einer Vertreter-Ber- s a m m lung am Samstag, 1. Inti, abends im Hotel „Großherzog". Zahlreiche Anmeldungen für das am Sonntag, 2. Juli, im Kollegienge'oäude der Universität ftattfinbenbe Wettschreiben (in den Abteilungen von 100 bis 350 Sijben in einer Minute) sind bereits eingelaufen und hierzu von hiesigen Behörden unb privaten Personen 36 wertvolle Ehrenpreise gestiftet worden. Dem Wett- schreiben schließt sich die öffentliche Festversammlung mit einem Vortrag des Vorsitzenden des Stenographen-Bundes Gabelsberger, Professor Pfaff-Darmstadt, mit dem Thema „Im Kampfe um die Einheitsstenographie" an. Nachmittags ist Festessen in Steins Garten, hiernach gemeinsamer Spaziergang nach der Liebigshöhe. Die Jubelfeier des 50jährigen Stiftungsfestes des hiesigen Gabels- bergerschen Stenographenvereins findet Sonntag abend acht Uhr in Steins Garten statt, bei welcher Gelegenheit auch die Ergebnisse des Wettfchreioens verkündet werden. Das Programm für diese Feier ist bereits in allen seinen Teilen festgelegt, außer dem von der Kapelle des Infanterie-, Regiments Nr. 116 ausgeführten Konzert wird der Bauersche Gelangverein einige Gesangsvorträge darbieten, unb hieran schließt sich ein Ball an. Einen würdigen Ab,chluß erhält
das großzügig angelegte Fest mit einem am Montag früh ftattfmbcnben Frühschoppen mit darauffolgendem gemeinsamem Mittagessen im Cafe Ebel und einem beabsichtigten Ausflug mit Musik auf den Schiffenberg. 9?ad) Rückkehr vom Schiffenberg ist eine gemütliche Zusammenkunft im Hotel Einhorn gOptant.
** Die jugendlichen Ausreißer, von denen wir gestern berichteten, waren nicht au5 Koblenz, sondern aus Wetzlar. Mit Hilfe eingenommener Zeitungsgelder hatten sie die Reife hierher unternommen.


