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Grandes, welcher besagt, bat} 57 Mann gefallen sind. Die fangenen Ausländer wurden human behandelt.
Nach den amtlichen Berichten, die der französische Konsul 11. März aus Fez abschickte, besserte sich die Lage dem Sieg des Sultans am 7. Marz erheblich.
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Viereck (freikons.) ging ein Antrag ein, dre Geschäftsordrrungs- kommission zu beauftragen, eine Verdeutschung der Fremdwörter in der Geschäftsordnung des Mgeordnetenhauses vorzunehmen.
Der Groß Herzog von Mecklenburg-Strelitz begab sich auf kurze Zeit nach Frankreich. Auf Einladung des Königs von England nehmen der Großherzoa und der Erb- großherzog an den Krönungsfeierlichkeiten in London teil.
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Deutsches Aeieh.
Der „Norddeutschen.Allgemeinen Zeitung" zufolge übersandte der Prinzregent von Bayern dem Reichskanzler sein Reliefporträt in Bronze mit einem gnädigen Schreiben.
Im preußischen Abgeordnctenhause brachten die Abgeordneten Schiffer-Magdeburg (natl.) und Hackenberg (natl.) mit der Unterstützung der nationalliberalen Fraktion einen Antrag ein, dem Gesetzentwurf über die Befreiuung der Dissidentenkinder vom Religionsunterricht die verfassungsmäßige Zustimmung zu erteilen. Von dem AbMordncten
Aus Stadt und Land.
Gießen, 16. März 1911.
Handwerk hat goldenen Boden!
Die Frage, welchem Berufe die schulentlassenemänn- liche Jugend zuzuführen sei, bewegt zurzeit zahlreiche Fa- milien. Sehr beachtenswert ist darum eine Veröffentlichung, die von der Handwerkskammer zu Liegnitz ausgebt und sich in erster Linie an die Eltern wendet, die davor zurückscheueir, ihren Jungen ein Handwerk lernen zu lassen, weil sie der Meinung sind, daß es ihnen zu schwer fallen würde, den Lehrling noch Jahre hindurch zu erhalten, oder weil sie glauben, daß ein Handwerker nicht genügend verdiene und nur schwer auf einen grünen Zweig kommen könne. Ganz besonders wird davor gewarnt, den Jungen Laufbursche werden zu lassen, wenn auch nur vorübergehend. Selten könne aus einem nur an das Umherlaufen und nebensächliche Arbeiten gewöhnten jungen Menschen etwas Ordentliches werden. Aus den Kreisen der Laufburschen rekrutierten sich die Gelegenheitsarbeiter, die bald hier bald dort Handlangerdienste leisten, oft aber auch ihren Angehörigen zur Last liegen und die Hoffnungen der Eltern auf den Sohn als Stütze ihres Alters zu Nichte machen. Es wird darauf hingewiesen, daß in verschiedenen Berufen der Lehrling heute bereits ebensoviel verdient wie der Lausbursche, dabei aber bei einem tüchtigen Meister gut ausgehoben ist und etwas Ordentliches lernt. Weiter wird ausgeführt.' Im Handwerk ist heute eine große Nachfrage nach Lehrlingen. Euer Junge wird sich also eine gute Lehrstelle aussuchen können. Anders ist es im Kaufmannsstande. Die besten Firmen nehmen nur Lehrlinge mit höherer Schulbildung an. Das Handwerk hat auch heute noch )einen goldenen Boden nicht verloren. Auch heute noch Tann in dem Hause manches tüchtigen Handwerksmeisters jene Behaglichkeit, jene goldene deutsche Gemütlichkeit gefunden werden, von der uns die Geschichte der Zunftzeiten meldet. Jene großen Kapitalisten, deren Ruhm und Reichtum die Weltgeschichte kündet, Männer wie Krupp, Schichau, Borsig, Franklin und andere waren einst tüchtige Handwerker, begründeten als Handwerker ihr Vermögen. Im Handwerk wird die jugendliche Kraft Eures Jungen nicht ausgebeutet; denn jeder Handwerksmeister hält es für seine Ehrenpflicht, seine Lehrlinge in seinem Handwerk so tüchtig wie möglich zu machen. Und nicht nur bilden wird er Euren Sohn, er wird ihn auch erziehen! Er ist dazu durch Gesetz verpflichtet. Sv wird sein Charakter unter der väterlichen strengen Aufsicht des Meisters gestählt und gefestigt für die Kämpfe des Lebens. Im Handwerk wird Euer Junge schon nach drei-, höchstens vierjähriger Lehre als Geselle mehr Einkommen haben als der beste ungelernte Arbeiter. Nimmt ihn der Meister in sein Haus, d. h. ^ibt er seinem Lehrling Wohnung nach Kost, so habt Ihr außerdem einen Esser weniger in Eurem Hause. Ein tüchtiger Geselle wird sich im Laufe der Jahre immer soviel zusammensparen, um sich selbständig zu machen. Ist er aber erst ein Meister, der sein Fach versteht, so wird er auch bald ein Einkommen haben, ausreichend genug, seiner Eltern zu gedenken, sie zu unterstützen und ihnen so zu danken für alle Kosten, die er ihnen verursacht hat. Aber selbst wenn er sich nicht selbständig machen kann, wird er sich immer noch besser stehen als ein ungelernter Arbeiter. Man hat berechnen Immen, daß ein Geselle in 30 Jahren mindestens 10 000 Mark mehr verdient als ein ungelernter Arbeiter. Einem Handwerker stehen alle Wege offen, ihm kann es niemals schlecht geljen, lvenn er nur tüchtig ist. Welches Handwerk Euer Junge erlernen soll, das wird an seinen Gaben, an seiner körperlichen Beschaffenheit, vor allen Dingen aber auch an seiner Neigung liegen. Verkehrt ist aber, dieses Handwerk für vornehmer, jenes für minderwertig, unehrenhaft zu hallen. Jedes Handwerk ist gleich gut, gleich gewinnbringend für den, der es mit Lust und Liebe treibt und übt.
" Landes Universität. Die vereinigte medizinische Fakultät hat dem Kgl. bayerischen Ministerialrat Dr. ph.I. Leonhard Vogel, Landestierarzt und Referenten für Vetermär- wesen, ord. Honorarprofessor der Technischen Hochschule zu München, die Würde eines Doctor medicinae veterinariae ehrenhalber verliehen.
•* Aus dem Militärwochenblatt. Nachstehende Studierende der Kaiscr-Wilhelms-Akademie für das militär- ärztliche Vildungsmescn sind zu Unterärzten des aktiven Tienststandes ernannt worden: Lingner beim Jnf.-Negt. Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, Hoene beim Jnf.-Leib- regt. Großherzogin (2. Hess.) Nr. 117.
** Justizperfonalien. Der Groß Herzog hat den Notar mit dem Amtssitz in Darmstadt Geheimen Justizrat Dr. Start Schüler auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treuen Dienste in den Ruhestand versetzt, dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I Dr. Wilh. M ahr den Charatier als Amtsgerichtsrat und dem Oberlandesgerichtssekretär bei dem Oberlandesgericht Otto Hamburger den Charakter als Justizrat erteilt.
"Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat die evang. Pfarrer Gustav Theodor Mencke zu Dortelweil und Herill. Nuppel ins zu Gau-Köngernheim auf ihr Nachsuchen unter Anerkennung ihrer langjährigen treu geleistete» Dienste
Ausland.
Vertreter der internationalen ©cet eutefreieinigun g em berieten in Antwerpen über den Vorschlag englischer Seeleute, einen internationalen Streik zur Besserung der Lage zu veranstalten. Vertreten sind Deutschland, England, Nordamerika, Belgien, Holland, Schweden, Norwegen und Dänemark. Es wurde beschlossen, eine internationale Kommission einzusetzen, die die Lage prüfen soll. . Deutschland und Belgien sollen gegen, England, Amerika, Norwegen, Dänemark und Holland für den Streik sein.
Mehreren Pariser Blättern zufolge hat der Ausschuß des Verbandes der Hafenarbeiter Frankreichs tatsächlich beschlossen, für den G e s a m t a u s st a n d einzutreten. Die Leiter des Verbandes haben sich bereits nach den Haupthäfen begeben, um für den Ausstand zu agitieren.
Das Amtsblatt der portugiesischen Regierung veröffentlicht das Wahlgesetz für die Wahl der Llbgeordneten zur gesetzgebenden Versammlung. Das Wahlrecht wird geheim, direkt und fakultativ jein. In dem Wahlkreise Lissabon-Oporto wird das Proportionalsystem, in den übrigen Wahlkreisen die Listenwahl zur Anwendung kommen. Jeder koloniale Wahlkreis wird einen Abgeordneten wählen. Ter Minister ist mit, der Prüfung eines Militarstrasgesetzbuches beschäftigt, das die Abschaffung der Todesstrafe enthalten soll, die in Wirklichkeit schon jetzt nicht mehr angewandt wird.
Es verlautet in Washington, Präsident Tast dürste be- rells im Dezember dem Kongreß den englisch-amerikanischen Schiedsgerichtsvertrag unterbreiten, der alle Fälle ohne Ausnahme umfassen soll.
Die mexikanische Negierung veröffentlicht einen,Bericht über die N ieder l age der Insurgenten bei Easas
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sie erscholl, ihnen kehrten die Liebsten nicht zurück. So fuhren wir zwei Tage durch das Vaterland. Es wac ein Triumphzug, wie chn die Vorfahren sich vielleicht für die Helden ihrer Sagen dachten, wenn diese front Schlachtfeld zu den Göttern heraufgetragen wurden. Freilich auch darin waren manche unter uns der Erde entrückt, daß sie unterwegs wenig Gelegenhell hatten, irdische Nahrung einzunehmen. Die jubelnde Menge trennte als un- durchdrllrgliche Mauer von den Bufetts und die dem Kaiser und Kronprinzen kredenzten Becher, Tassen usw. trugen nicht dazu bei, allen andern das Leid dieser Trennung zu verringern. Als wll der Heimat näher kamen, schlug das Herz schneller, und die Ungeduld wurde schwer gebändigt. Und als man endlich Frau und Kind an das Herz schloß, da war Ruhm und Gefahr, die ganze Well war vergessen, das langentbehrte Haus, oas Daheim in der ganzen Fülle feiner Seligkeit, nahm ganz gefangen. Es ist schön, als Deutscher stolz zu sein, und es ist auch nicht übel für das Vaterland den Feind zu hauen. Aber die ganze Welt, aller Siegerstolz und alle Erfolge und Ehren sind wenig gegen . das Glück nach solcher Trennung sich unter den Seinen als ein
stiller, zufriedener Sutenfd) zu fühlen.'"
— .Aus Berlin, 15. März, wird berichtet: „Faust, 2. Teil" wurde vor überfülltem Hause in Anwesenheit zahlreicher bekannter Persönlichkeiten im Deutschen Theater vollständig von der ersten bis zur letzten Szene ausgeführt. Das Spiel begann um 4 Uhr nachmittags und wahrte mit, einer einstündigen Pause nach der Walpurgisnachtszene etwa 6 Stunden. Friedrich Kayßler spielte den „Faust", Albert Bassermann den „Mephistopheles", Gertrud Eysoldt als zweite Else glänzte namentlich in dec Homunkuluszene. Die Darstellung wurde sehr beifällig ausgenommen. Das Königshaus war durch den Prinzen August Wilhelm mit Gemahlin vertreten. Der Neick)skanzler mit dem Chef der Reichskanzlei und der Unterstaatssekretär Wahnschaffe waren erschienen. Von der Theaterzensur des Polizeipräsidiums war Regierungsrat Lindenau anwesend, vom Ministerium des Königl. Hauses, Geh. Rat Keil, von der Stadt Berlin, Bürgermeister Reicke und zahlreiche Vertreter der Schauspieler- und .Künstlerwelt.
— Kurze N a d) r i d) t e n a « 5 S u n ft u. W i s s e n s ch a f t. Der Gesundhellszustand Friedrich Haases wird trotz der vorübergehenden Besserung, die der Mittwoch brachte, als hoffnungslos bezeichnet. — Der Berliner Sängerchor wird aus Einladung des Wiener Sängervereins Ende Akai in Wien eintren'en und aut L Juni vor Kaiser Franz Joses in Schpn-
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Die deutsch-englischen Beziehungen.
Berlin, 15. März. Die „9ll>rdd. Allg. Ztg." schreibt zu der Rede Sir Edward Greys am Montag im Unterhause: Die Äußerungen Sir Edward Greys über die internationale Lage im allgemeinen und die deutsch-englischen Beziehungen int besonderen können wir nur mit aufrichtiger Befriedigung begrüßen. Dasselbe gilt von den Darlegungen, die der stttistungssrage gewidmet sind und die auch dem deutschen Standpunkte in so hohem Grade gerecht toerben, daß sich daraus erfreuliche Perspektiven für die Weiterentwicklung der deutsch-englischen Beziehungen ergeben. Nach den vorliegenden Meldungen wiederholte der Minister nachdrücklich die Feststellung des Reichskanzlers im Reichstage, daß das Mißtrauen nicht bei den Re- aierungen, wohl aber in der öffentlichen Meinung beider Länder sich ßcltenb machte. Wenn zur Beseitigung dieses Mißtrauens, soweit die öffentliche Meinung Englands in Betracht Eommt, Vereinbarungen etwas beitragen können, wie sie der Minister angedeutet hat, wird man deutscherseits gern bereit jein, dazu die Hand zu bieten. Von hier zu dem idealen Zustand eines auf dem Schiedsgerichtswesen gegründeten Wätfriedens ist allerdings, wie Sir Edward Grey betonte, ein weiter Schritt. Wenn man auch dem Gedanken schiedsgerichtlicher Abmachungen noch so sympathisch gegenüberstehe, so wird man doch darrn Pein Areanum gegen alle internationalen Mißverständnisse und Mißhellig- keiten suchen dürfen. Erft in jüngster Zell hat ein Spezialfall gezeigt, daß dies nicht der Fall ist unb daß über die Anwendung des Schiedsgerichts ebenso ein Zwiespalt entstehen kann wie über andere Dinge. Die Einigung der divergierenden Regierungen wird in einem solchen Falle genau wie in allen anderen von dem mehr oder minder versöhnlichen Geiste abhängen, in dem die Verhandlungen geführt werden. Gerade der versöhnliche Geist, von dem die ganze Rede des englischen Staatsmannes durchweht ist, ist es, der chm die Sympathien aller Well ermeeft
Die Frankfurter Ünioerfitütrsrage.
Berlin, 15. März. Dem Abgeordnetenhaus -ging ein Antrag Fried berg, Elairon d'Haussenville und Rewaldt zu, die königliche Staatsregierung zu ersuchen, die Errichtung einer nichtstaatlichen Universität.Frankfurt am Main nicht anders als auf Grund der Gesetze zu genehmigen.
und unter Verleihung be§ Ritterkreuzes 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen in den Ruhestand versetzt und dem Pfarrer Friedr. Germer zu Gedern die zweite evang. Pfarrstelle zu Bingen übertragen.
*• Erledigte Lehrerstelle: Die evang. Schultelle zu Felbkrücken. Mit ihr ist Organisten- unb Vorlesedienst verbunden. Dem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.
** D er Verband der Evang. Erziehungsvereine in Hessen hüll am Montag, 20. März, seine Hauptversammlung in Darmstadt. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag von Dr. Pollig- keit, Direktor der Zentrale für private Fürsorge in Frank- urt: „Können wir durch Ausbau und Vereinheitlichung unserer Fürsorgeeinrichtungen erreichen, daß die Fürsorgeerziehung stets rechtzeitig unb in ber richtigen Form ein- tritt?' Die anschließenbe Besprechung wird Gelegenheit bieten, wertvolle Ansichten aus ben Kreisen ber Fachmänner auch über bie weitere Frage zu hören: „Inwieweit sinb Ver- waltungsbehörben und Vormundschaftsgerichte für bie Ausführung ber Zwangserziehung zustänbig?"
** Nach der Konkurs statt st ik wurden im Jahre 1909 in Hessen 16 Konkurse beendet, die eine Konkursmasse von 100 000 Mark und mehr hatten, darunter ein Bankgeschäft, ein Mühlenbesitzer, ein Papierfabrikant, sowie je ein Wcingutsbejitzer, Kalkwerkbesitzer, Backsteinfabrikant, Kognak- und SpirituoscMiänd- ler, Bauunternehmer, Dampsschreinerei, Rechtsanwalt, Bäckermeister, Weinhändler, Baufpekulant, Baumaterialienhandlung. Kohlenhändler, Die höchste Konkurssumme stak in dem Bankgeschäft mit 1678 633 Mark, das Konkursverfahren dauerte sell 1887, also 22 Jahre. Zer Verteilung kamen 347 451 Rlark an 313 Gläubiger.
** ©tabttbeater. lieber bas Schauspiel „Herr unb Dienet oas am Freitag hier zur Erstaufführung gelangt, schrieb bie „Franks. Ztg." vor acht Tagen u. a.: „Mit dem äußeren Erfolg in seiner Vaterstadt darf Ludwig Fulda zufrieden sein. Seine schönen, oft schimmernden Verse mit ihren feinen Bildern und dem reichen antllhett^ schen Gehalt fielen wohlgefällig und besinnlich stimmend ins Ohr und lockten zum Beifall." — Das Werk ist bis jetzt nur an größeren Bühnen gegeben worden, da die Ausstattung — das Stück spielt im Perserreiche der Sassaniden — vielerorts Schwierigkeiten bietet. Die stilgemäße reiche zum Teil neue Ausstattung unserer Bühne wird sebens- merte Bilder bieten. — Am Sonn tag abend wird die Magba in der „Heimat" von Frau Baumeister gegeben werden, da Frau Elfriede Bayshammer erkrankt ist. ES gellen Gutscheine zu dieser Vorstellung.
Landkreis Gießen.
□ Klein-Linden, 15. März. Der Vertretertag zu dem Gesangswettstrcit des Gesangvereins „Arion" findet nächsten Sonntag in der deutschen Eiche statt. Es haben sich zahlreiche Vereine gemeldet, und etwa 3000 Mk. Geldpreise stehen neben vielen Ehrenpreisen zur Verfügung.
— Lollar, 15. März. Der Turn- und Gesangverein, der 1861 gegründet wurde und seinen Sitz ununterbrochen im Gasthaus „Zum Schwanen" hat, feiert am 2. und 3. Pfingstfeiertag sein oOjähriges Stiftungsfest in den Raumen des Lokals. Der Verein, der als die Mutter aller in Lollar bestehenden Vereine anzusehen ist, wird seine verstorbenen Mitgründer am Stiftungstage durch Niederlegen von Kränzen an ihren Gräbern ehren.
Linb enstruty, 15. März. Am Sonntag fand aus Anregung des Pfarrers Hofmann zum erstenmal in dieser Gemeinde ein Familien abend statt. Die Schuljugend brachte unter Leitung des Lehrers Hahn das feinsinnige Dellamatorium „Lenzsrllr" von Bükelmann zur Vorsäh- u rung. Darauf erzählte Pfarrer Hofmann von feinen Reiseeindrücken in Oesterreich. Den dritten Programmteil bildete „Das Zigeunerkind" in lebenden Bildern und Gesang, dargeboten vom Gesangverein, der die ganze Veranstaltung durch seine gut vorgetragenen Lieder einrahmte und verband. Die wohlgeiuugeneu Darbietungen fanden den lebhaften Beifall der zahlreich erschienenen Gemeinde- glieder.
Kreis Büdingen.
-l- Büdingen, 15. März. Der Gesangverein Liederkranz, deut die Einwohnerschaft Büdingens schon manchen gesanglichen Genuß verdankt, wird am 26. d. M. im „Fürstenhof" einen Volksliedern b end veranstalten. — In einer vom Rhein-Main-Gastwirteverband und dem Gast- Wirte-Verein Büdingen und Umgegend auf Freitag den 17. b. M. nach Bübingen (Zuin Hirschgraben) einberufenen allgemeinen G a ft w i r t e - V e r s a m m l u n g werden bie Gastwirte Hauß unb Hermann ans Darmstabt über bie Bestrebungen und Erfolge der Gasttvirte-Vereinigungen, sowie über die Sterbekasse des Bundes deutscher Gasttvirte und die Haftpflicht der Gastwirte, sowie über das neue 1 Weingesetz sprechen. — Der Obst- und Gartenbau verein für den Kreis Büdingen hält am 22. d. M. in Selters eine O b st b au v er s am m lun g. Kreis-Obstbau- ! Techniker Metternich-Büdingen wird übei den Verlauf bei Obst- unb Gartenbau-Ausstellung sprechen, worauf die Verteilung ber zuertännten Preise folgt.
X Nibba, 15. März. Das gestern in Krafts Saalbau von Kanbibaten des Prebigerseminars unb Damen unb I Herren aus Friebberg aufgeführte L u t h e r f e st s p i e l von Hans Herrig hatte einen so zahlreichen Besuch herbeigeloctt, I wie noch kaum eine Veranstaltung an biesem Ort ^ausgenommen bie Kriegsfestspiele). Tie Nachmiitagsvorftellung < war für Auswärtige bestimmt unb war zumeist von Schulen ; aus ber näheren und weiteren Umgebung besucht. Im ganzen Saal war kein Plätzchen mehr frei; ebenso am Wend, i der für Nidda bestimmt war. Es brauchte aber auch nie- । munden zu reuen, den Aufführungen beigewohnt zu habens alle Mitspielenden haben ihre Ausgabe glänzend gelöst. Im Mittelpunkt stand natürlich Luther, am Nachmittag von 1 Kandidat Weidner aus Herchenhain, am Abend von Zahn arzt Winkler aus Friedberg vertreten. Die einzelnen Szenen waren tief ergreifend. Die eingelegten Choräle tour i den von der ersten Schulklasse unter Leitung des Lehrers- Bopp gelungen; ztoei Gesänge (Ein feste Burg und 9hm. bautet alle Gott) tourbcii gemeinsam gesungen. Obers:' Weimer lellete bie Ausführungen durch eine markige Ansprache ein. Wir sind den Mitw-rkenden für die gebotenen Leistungen zu großem Dank verpflichtet. Der Reinertrag der Aufführungen ist für wohltätige Zweae bestimmt
Kreis Alsfeld.
§8 Ruppertenrod, 15. März. Nachdem Psarrer. Jung aus Ober-Ohmen kürzlich einen Lichtbildervortrag über seinen vorjährigen Aufenthalt aus der Insel Amrum in der Nordsee in der hiesigen Kirche abgehcilten, ließ er' jetzt diesem einen anderen folgen, der die Innere' Mission betraf. Führte der erste Vortrag interessantc See- und Jnselbilder, Friesische Häuser uuo Vol5slypen i vor, so beschäftigte sich der zweite mit dem Grnnd und dem Arbeitsfeld der Inneren Mission und zeigte davon eine, I große Anzahl rech.t schpMv Bud.er, die allgemeinen Beifall ] landen.
LlsaK-loLhringlsche wünsche.
Straßburg i. E., 15. Marz. Ein von 43 W- neorbneten unterzeichneter Antrag Blumenthal-La- broise verlangt, ber Lanbesausschuß wolle beschließen, Die Regierung zu ersuchen, bei ber Reichsregierung bahin Lu wirken, daß bei der beabsichtigten Neuregelung der verfassungsrechtlichen Verhältnisse Elsaß-Oothringens nur derjenigen gesetzlichen Regelung zugestimmt werde, welche folgende Forderungen der olsaß-'lvthringischen Bevölkerung erfüllt:
Erstens: Völlige Gleichstellung Elsaß-Loth- ringens mit den deutschen Bund esstaaten; gänzliche Ausscheidung des Bundesrats unb, bes Reichstages aus ber elsaß-lothringischen Lanbesgesetzgebung, Verleihung von brei Bundesratsstimmen an Elsaß-Lothrin- gen. Zweitens: Einführung ber mittelst des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts zu wählenden Volksvertretung; Festsetzung der Wahlkreise durch Gesetz; Abstandnahme von der Errichtung einer Ersten Kammer und, im Falle der Einführung einer solchen, ausschließliche Zusammensetzung derselben aus gewählten Mllgliedern.
In der Begründung wird bie vorn Staatssekretär Delbrück Dertiuibete Verleihung von Bundesratsstimmen gegenüber bem jetzigen Zustand als ein Fortschritt angesehen, anberseits aber glaubt man, baß biese Konzession burch bas Festhalten ber verbünbeten Regierungen an ber Voraussetzung, baß bie Stellung bes Kaisers unb bes Statthalters zur unveranberten Annahme gelange, für Elsaß-Lothringen ihren Wert verliert.


