Ausgabe 
16.3.1911 Erstes Blatt
 
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Hessen-Nassau.

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Erwachsene. un vorn

1. Lebensjahr: 2.. Jahr:

änidiuju wettervericht.

Ocffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Verlauf der Wittenlng seit fleftern früh: Das Tiefdruck­gebiet über Nordweslsrantreich und Westdeutschland ist sehr be­ständig. Unter seinem Einfluß gingen gestern stärkere Schnee- schaner nieder, die sich heute wiederhole». Die Alorgentempera- lnren liegen nahe dem Gefrierpunkt. Ta jeht über Nordeuropa der Luftdruck steigt und eine Zufuhr kalter Lnstmassen anS diesen nördlichen Gebieten zu erwarten ist, muß mit weiterem Sinken der Temperatur gerechnet werden

Welterausstchten in Hessen am Freitag dem 17 März 1911: Schneeiälle, nördliche Winde, kälter, Temperatur zeitweise unter Null.

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Preisausschreiben. Die Schrcstteirung des Sol­datenfreundes (Zeuschrist für Belehrung und Unterhaltung des deutschen Soldaten) Hal drei Preise für eine furje Erzählung vor- nehmlich fiteren Inhalts aus dem beutkfcn Loldatenleben aus- gcscnt Tie Erzählung darf bisher nirgends abgeüruckt sein, ihr Umfang soll etwa 16 Druckseiten ( je durchschnirrlich 750 Silben) betragen, teinesfaUs 32 Druckseiten überschreiten. Sie muß dem Leserkreise des Soldatenfreundes (Soldaten und Unteroffiziere) nach Jnlialt und volkstümlicher Schreibweise angemessen sein und darf selbstverständlich nidxt die militärische Disziplin herabletzen. Die .Handschrift muß bis 15. Mai 1911 beim Verlage eingehen. Die Beurteilung der Hanbschriiten und die ^ueriennung der Preise erfolgt durch drei Preisrichter. Für die als die besten an­erkannten Erzählungen werden Geldpreise ausgesetzt, und zwar 150, 100 uno 75 Mark. Außerdem werden sie bei Abdruck mit 60 Mark für den Bogen von 16 Druckseiten Text honoriert. Die näheren Bedmgungen teilt auf Wunsch der Verlag des Soldatenfreundes E. S. Müller u. Sohn, Berlin S.W. 68, , Kochstr. 68/71 mit.

* Stumm vor Schreck wurde ein Einbrecher, der in der Kuesebeckstraße zu Rixdorf aus frischer Tat er- i grifjeu wurde. Lorr wurde der SLallschwei^er tounann.

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x Au« dem vorderen Vogelsberg, 15. Mürz. | «eas vorgestrige, überaus heftige Gewitter mit Lag lwetter war kein Frühlingsgewittcr. wie man hoffte, sondern der Vorbote des wieder zurückkehrenden Winter-. <xnon gestern wirbelten die Sck)neeslocken bei Schloßen in der Luft, heute morgen aber lagen Dächer und Felder unter einer ge­schlossenen Schneedecke. Dazu schneit c8 heute ununter­brochen. Die Waldarbeiter, die heute mit der Kultur­arbeit in den Wäldern, Neupslanzungen, beginnen wollten, mußten unverrichteter Tinge wieder heimkehren. Marzen- schnee tut Fvucht und Weinstock weh. Das fehlt noch.

Kreis Lauterbach.

X. Schlitz, 15. März. Ein alter Bekannter ist vor einigen Tagen, von den Kindern freudig begrüßt, wieder hier emgezogen. Es ist Meister Langbein, der auf der Otto- bürg am Marktplatz seine Behausung hat. Etwa« verfrüht hat er stch eingestellt; mißmutig und frierend steht er m fernem Nest und schaut verdrießlich und besorgt in bafl Schneegestöber hinein. Er scheint sich noch nicht recht darüber klar zu sein, ob er noch einmal für kurze Zeit zu seiner besseren Halste*, die vorsichtigerweise im Süden noch ge­blieben ist, zurückkehren soll, oder ober aushalten soll in der Annahme, daß der Frühling auch wirklich nach dem Kalender nächste Woche seinen Einzug hält Hoffen wir, daß er sich in dieser Annahme nicht täuscht.

-- Schliß, 15. März. (Verspätet eingegangen.) Am Sonntag hielt der hiesige Verein ,*;ur Förderung allgemeiner Bildung" einen Busch-Abend ab, der aus allen Schichten der Bevölkerung sehr gut besucht | war. In einem kurzen Bortrage schilderte Lehrer Steuer- toalb das Leben dieses großen, deutschen Humoristen, der es verstand, mit wenig Worten viel zu sagen und mit wenig Strichen viel zu malen. Darauf wurden den Besuchern einige der schönsten Sachen Buschs, wie: Herr und Frau Knopp, P lisch und Plum, Maler Kleckset, Hans Huckebcm, das Bad am Samstag abend, das Pusterrohr, rn schönen, klaren Lichtbildern gezeigt, wozu die Lehrer Kraft und Steuerwald die Texte deklamierten. Es ist dies der zweite wohlgelungene Abend, den obiger Verein in diesem Winter abhielt.

Kreis Schotten.

r. Vom HoherodSkopf, 16. März. Der Schnee liegt im Oberwald immer noch 50 60 cm hoch, seit gestern und heute haben wir wieder 56 cm Neuschnee, so daß wieder eine ganz gute Schneeschuhbahn vorhanden ist.

Kreis Friedberg.

war er bereits tot __

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d. Mainz, 15. März. Der 61jährige hiesige Uhrmacher und Trödler 2ldam Toussaint leiht nebenher auch Geld an Heinere Leute aus und nimmt ungewöhnlich hohe Zinsen. So hatte er die Notlage eines Invaliden ausgebeutet und ihm für vier Darlehen in Höhe von je 2 Mark jedesmal 50 Pfennig Zinsen berechnet, also für 8 Mark 2 Mark Zinsen dem Aermsten für kurze Zeit ab genommen. Die Mainzer Strafkammer ver­urteilte den Toussaint wegen Wucherszu 1 Monat Gefäng- n i s und 50 Mark Geldstrafe.

Paris, 15. März. Das Schwur o ericht verurteilte den Deutschen Georg Pi en, der in Brh-sur-Mame eine alte Frau er m o rdete , zu lebenslänglicher Zwangsarbeit.

stag vorangegangen, sind je| Der Abschlag beträgt 5 Psg.

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L. Friedberg, 15. Mürz. Endlich ist ein Ab schlag der Fleisch- und Wurst waren bei den Schweine metzgcrn unserer Stadt erfolgt. Nachdem vor einiger Zeit Lwei Metzger mit dem Abschlag vorangegangen, sind letzt sämtliche Metzger gefolgt. Der Mschlag betra^ das Pfund. Bei dem Neubau unserer staatlich denanftalt ist de Direktorwohnuna im Rohbau vollendet, die Werkstüttenräume und die Seilerbahn sind weit vorgeschritten. Tas eigentliche Anstaltsgebaude, das die Lehr- und 'Sck)lafsäle der Zöglinge enthalt, i|t über Sockel-

Dar m st a d t, 15. März. Prinz Al b er t zu Schl es. wig-H ölst ein ist gestern nachmittag gegen 3 Uhr wieder von hier abgereist. Gräfin Wilhelm zu SolmS-Lau­bach ist gestern abend 61/2 Uhr zum Besuch im Reuen Palais eingetroffen. )

m. Offenbach, 16. März. Der Milchkrieg nimmt verschärfte Formen an, nachdem die Produzenten ihre Verträge mit den Händlern gekündigt haben und vom 1. April an den um 1 Psg- erhöhten Preis von 1.7 Psg- verlangen Aus diesem Anlaß hatte der Milchhändler-1 verein gestern nachmittag eine Mitgliederversammlung ein­berufen, in der üoer die allgemeine Milchlaae eine über drei Stunden währende Aussprache stattfand. Um I den Produzenten entgegentreten zu können, rechnet man I in erster Linie auf die Unterstützung der Hausfrauen, der­gestalt, daß der Milchkonsum nach Möglichkeit eingeschränkt werden soll. In der Versammlung war man ferner der Ansicht, unter allen Umständen mit der Konfumentenschast, 1 vor allen Dingen mit der Offenbacher Arbeiterschaft zu- 'sammenzugehen und die entscheidenden Beschlüsse in Ge­meinschaft mit den Frankfurter Milchhandlern zu fassen. Der Offenbacher Milchhändlerverein ist einstimmig der An­sicht, daß die Versuche einer Milchpveiserhöhung öasammen mit der Konsumentenschaft in beiderseitigem und Dolkv- interesse mit allen Mitteln zuräckgewiesen werden mus e.

Oss" enbach , 15. März. Die FreimaurerlogeEarl und Charlotte zur Treue" hatte gestern abend einen engeren Kreis von Interessenten zu einem Vortrag geladen, den Professor Dr. Biermer aus Gießen über die Frage der h e, s 1 s ch - p r e u ßi s ch en E i s e n b ah n g c me 1 n > ch a i t chielt. Der Einladung waren Vertreter verschiedener Be­hörden des StadtverordnelenkollegiumS, von Handel und Industrie usw. zahlreich gefolgt, die den sachkundigen Dar­legungen de-.- Redners mit sichtlichem ^ntercnc folgten. Pro sei so r Biermer gab zunächst einen Rückblick aus die Ge­schichte des hessischen Eisenbahnwesens und besprach dann den Gemeinschastsvertrag in seinen einzelnen Bestimmun gen Eingehend erörterte der Vortragende auch die ja brennende" Frage der Abänderung des Staats Vertrags, hinsichtlich deren Behandlung er größte Vorsicht und höchste^ diplomattsches Taktgefühl als unbedingte Notwendig.eit empfahl. Denn der Genieinschaftsvertrag f t berufen, ein­mal den Grundstein zu bilden für einen Zusammenschlusz des deutschen Eisenbahnwesens aus^era.ioer Grundlage. Nur wenn dieser Falt eintreie, sei auch mit der Abänderung einzelner Vertragsbestimmungen zugunsten Hess.n^ zu rech­nen Das Auditorium spendete dem klaren Vorirag, dessen Thema Proiessor Biermer in einer demnächst erscheineichen Broschüre noch eingehender behandeln inirDz lebhaften Bei- full. Lvff. Lrg.)

höhe gebracht.

- Griedel, 15. März. Die Landwirtsch a fts- kammer für Hessen beranstaltet am Sonntag, 19. Marz, nächmittaas >m Gasthause i>°n Wilhelm Weh h.-r einen «or t rag über-Durch welche Maßnahmen können die Reinerträge in der Landwirtschaft erhöht werdenVor­tragender ist Oekonomierat Spieß-Friedberg.

X Bad-Nauheim, 15. März. Die letzte Theater-! dorstellung gab heute für diesen Winter das Rhein-Mainische Derbandstheater. HehsesHans Lange" nsreitte sich einer vorzüglichen Darstellung und erzielte reichen Beifall. Das Verbandstheater, das seit mehreren Jahren hier schon ein ständiger Gast ist, gab m diesem Winter nicht weniger als acht Vorstellungen, die alle viel Anklang gefunden haben. Es ist ein schönes Stück Volksbildungsarbett, das so ganz ungezwungen geleistet wurde. Der hiesige Bildu n g s- verein hat sich mit der Einführung der Theaterabende unzweifelhaft große Verdienste erworben.

Starkenburg und Rheinhessen.

() Marburg, 15. März. Der Kaufmännische Verein beschloß, Schritte für eine Einmünduna der Mar- burgcr Kreisbahn in den Hauptbahnbof anzu­bahnen. In einem Tannen bestände bei der Moos­eiche brach heute nachmittag ein Brand aus, der nach mehrstündiger Dauer gelöscht werden konnte.

x Gladenbach, 15. März. In Bottenhorn sand eine Versammlung statt, welche sich für die Erbauun einer Verbindungsbahn zwischen H a r t e n r 0 d nach Niedereisenhausen aussprach. Diese Dahn wurde 5 große Ortschaften und 42 Grubenfeloer uno Stembruche berühren. _ . u <

(-) Biedenkopf, 15. März. Am 1. April wird d e normalspurige Bahnstrecke Arfeld-Hatzfeld (Teil- i sttecke der Neubaustrecke Allendorf a. d. EderRaumland als Nebenbahn mit den Bahnhöfen 4. Klasse Arfeld, Schwarzenau und Beddelhausen für den Personen-, Güter- und Gepäckverkehr sowie für die Abfertigung von Leichen und lebenden Tieren eröffnet. Die Abfertiaung von Spreng­stoffen ist auf allen Stationen ausgeschlossen. Auf allen Stationen befinden sich fahrbare Viehrampen; die Station Arfeld hat eine feste Rampe für Kopf- und Seitenverladung erhalten. Die Züge werden nach den besonders verosfent- lichten Fahrplänen verkehren. Die neue Bahnstrecke wird dem Betriebsamt Marburg, dem Masckstnen- und Verkehrs­amt Kassel I und dem Werkstättenamt Arnsberg zugeteilt.

w Wiesbaden, 15. März. In der vergangenen Nacht hat sich in einem W a h n s i n n s a n f a l l der 30jährige beschäs- tiguiigslose Mechaniker Göbels in der Wohnung seiner Mutter mit einem Messer einen Stich in die Herzgegend beigebradü und sich darauf die Kehle durchschnitten. Als er aufgesimden wurde,

bet im Erdgeschoß wohnt, ourch ein Geräusch plötzlich auS dem Schlafe aufgeschreckt. Ms Neumann aufstand und Licht anzündete, sah er sich einem Mann gegenüber der ibn mit weit aufgcrissenen Augen anstarrte. Auf Neumanns Frage, was er woNe, antwortete der Mann nur mit unverständlichen Gebärden. Es zeigte fick), daß er eine Fensterscheibe ein­gedrückt und in der Stube bereits alles bare Geld nnb alle mitnehmenswerten Sachen zusammengerasst hatte. Neu­mann brachte ibn nach der Dache. Hier wurde der Ein- brcdier fest gestellt als ein 23 Jahre alter obdachloser Stall- chweizer Willi Fröhlich, der früher einmal mit ihm zu- ammeit gearbeitet hat. Der Verhaftete hat biö jetzt feine Sprache noch nicht wiedcrgefunden. Er ant­wortet auf alle Fragen nur mit Kopsschütteln und Gebärden.

Kleine Tagerchronik.

In M annheim erschoß der Registrator Heidt seine beiden Kinder im Alter von 2>» und 10 Jahren unb dann sich selbst.

Die 20 jährige Bürstenmacherin Barbara O t t von Kaisers­lautern wurde von ihrem Geliebten, dem 28jähriqen Maurer Johann Fi'cher, e r 1 d> 0 1 ) e n. Eischer icibu machte einen Selbst­mordversuch.

Von ber 107 Meter ho fielt Wi'^el'n-Brücke b'i Müng sten stürzte sich in selbstmörderisd)er Abnd)t der Sohn eine- Solinger Postschaffners in die Wupper. Es gelang nach langem Mühen, die Leiche zu bergen.

In Bretz bei Dannenberg überfielen gestern abend »wci polnische Eisenbahnarbciter einen Hofbesitzer und versuchten, ihn au5i u r q u b en. Auf die ,i -äs' se'. Hofbesitzers eilte ein benachbarter Hofbesitzer herbei: die Räuber griffen zu den Waffen und töteten beide. Die Mörder sind verhaftet.

Auf dem Bodensee tobten dieser Tage heftige Stürmi Ein Schiff ist gesunken. Der Maschinist Zele vom bayerischen DampferRupprecht" ertrank beim Fischen bei Lindau : mehrer? leere Boote wurden angeschwemmt; man befürchtet, daß die In» assen ertrunken sind. .

In Nordtirol trat ein heftiger Schneefall cm, bei die ganze Nacht anhielt und gegenwärtig noch fortbauert. In den Bergen herrsdit große Lawinengefahr.

In B u k a r e ft tarn es beim Er>a>einen einer von ihrem Gatten begleiteten Dame im Hosen rock auf dem Korso zu Tätlichkeiten -wischen Anhängern der individuellen Frei­heit und Sen Gegnern der Nesormmodc. Die Poli-ei nahm 14 Verhaftungen vor. M

Aus Eharbin wird gemeldet: Die P cst ist hier un Er löschen. In der letzten Wod>e sind hier und in Fndsiadüui! 14 Todesfälle vorgekomrnen. 17 Leichen wurden aufgefunben Im Innern bessert üdi die Lage gleichfallc-.

Vöchentt. Ueberficht dcr Toöeriälle L ». Stabt Stehen.

10. Woche. Pom 5. bis 11. März 1911.

Einwohnerzahl: angenommen zu 31,800 linkt. 160U Xiann Militär). SierblichkeitSziiier. 13,30 °/01,

d. Mainz, 15. März. In der heutigen Sitzung ber 1 Stadtverordneten-Versammlung wurde zur Ausführung des Reichszuwachssteuergesetzes be- > schlossen, von dem den Gemeinden vorbehaltenen Rechte, inre bisherige Satzung über die Erhebung einer Wertzuwachs- steuer bis zum 1. April 1915 in Geltung zu belassen, keinen Gebrauch zu machen, sich wegen Erhebung eines Zuschlages zur Reichszuwachssteuer die Entschließung vorzDibehalten. Stadtv. Wolf führte dabei schwere Klagen über daS Zurück- gehen des Grundstückmarktes, durch die Werttuwachssteuern, die Reichsstempelsteuern würden alle ernste Geschäfte zurück- gehalten. Stadtv. O b m a nn kam auf die Ausführungen des Ministers in der Ständekammer wegen der Einführung des französischen Großviehs zurück. Der Minister habe erklärt, daß die Einführung keinerlei Preiswirkung auf das Fleisch auSgcübt und daß die Regierung gesonnen sei, die Einführung wieder rückgängig zu machen. Das Ware im Interesse der Fleischversorgung unserer Bevölkerung schwer zu beklagen, wenn die Einführung wieder rückgängig ! gemacht würde. Don der Bürgermeisterei wurde dazu mit- geteilt, daß sich die Einführrmg des französischen Viehes auf dem Schlacht- und Viehhof gut bewahrt habe. Dre Stadt dürfe bis zu 100 Stück Großvieh und 200 Schweine in der Woche einführcn. Trotz der hohen Transportkosten und Zölle stelle sich das Großvieh pro ^tuef 10 bis 12 Mark niedriger als beim deutschen Vieh. Der Ladenpreis sei infolgedessen um 6 Psg. das Pfund herabgegangen Es wäre erwünscht, wenn eine stärkere Einführung stattfinden dürste, das würde auf die Fleischpreise noch mehr Einfluß auSüben. Das französische Vieh fei wett weniger tuber­kulös als das deutsche. Beigeordneter Berndt erklärte, daß daS deutsche Vieh bis zu 40 Proz. tuberkulös sei, während beim französischen Vieh es nur 2 bis 3 Prozent der Fall sei. Stadtv. Falk wies darauf hin, daß die Viehpreise bedeutend in die Höhe gegangen waren, wenn nicht das französische Bich eingeführt worden Ware, das I sei dock) auch ein ehr wichtiger Faktor. Nicht etn einziges I Stück oes franzö ischen Viehs sei auf die Freibank ver­wiesen worden, auch das sei sehr bemerkenswert. Die Bürgermeisterei wird sofort ihre Erfahrungen mit dem französischen Vieh dem Ministerium in Darmstadt mittcileit. Der Schul- und Finanzausschuß, sowie tue Burger- I meisteret mackjten den Vorfcljlag, das Schulgeld bei der höheren Mädchenschule, die von 1004 Schülerinnen besucht wird, in allen Klassen um je 20 Mark zu erhöhen, damit würde ein Mehrbetrag von 214-18 Mark erlöst und der

I Zuschuß Ser Stadt verringert werden. Der Antrag wurde I von mehreren Seiten hesiig bekämpft und schließlich mit I 25 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Für die Errichtung I einer ^anitätswache, die von der Sanitatskolonne des Mainzer Kricgervereins betätigt werden wird, wurden 9000 Mark bewilligt; die Stadt wird die jährlichen Aus­gaben für die Wache tragen. Für die Herausgabe einer Korrespondenz gegen die Rh ein) chi s f ah r t s a b g q b e n wurde ein weiterer Kostenbeitraa von 300 Mk. bewilligt.

ch G a u - A l g e s h e i m , 15. März. Ter tn den 50 Jahren stehende Gemeinderat Theobald Hessel von hier, wollte gestern mit einem Pferde ausreiten, als das Tier bWid) freute, weiter raste und den Reiter mit großer Wudü abroqr). Der Mann geriet unter das Pferd und erlitt so schwere innerliche Der- I letzungen, daß er heute nadjmittag gestorben ist.

nach Abzug von 4

ES starben an Zusammen:

Lungenentzündung Rrämpfen Lebensichwäche Herzfehler Lungengeschwulst Brechdurchfall Bauchfellentzündung Tarmluberkiilofe

Summa 8 (4)

H n m.. -tu.....

der Todesfälle in b.'i '

Letzte Nachrichten.

Aus Der .v-eiilj. ,.'.i Zweucn Kämmer.

R.B. Darmstadt, 16. März. Die Zweite Kammer be­gann heute mit der Beratung des V 0 r a n s ch l a g s für das Ver­mögen. Die Kapitel Reste aus früheren Jahren, Kameral­und Forstdomänen, Bad-Nauheim unb Eisenbahnen wurden ge­nehmigt. U. a. wurden bewilligt für die Erweiterung der Bahn­höfe Nidda 500 000 Mack, Friedberg 130 000 Mark unb AlSfelb 300 000 Mark, für die Rheinbrücke bei Mainz 1000000 Mark, ür Geländeerwerb beim Bahnhof Mainz-Süd 328 000 Mk. Die Anforderungen für das Zentralbauwesen werden genehmigt. Beim Kapitel Anlegung der neuen Grundbücher spricht sich Abg. Bähr sehr abfällig über bic neuen Grundbücher aus, wogegen StaatS- mmifter Ewald lebhaften Einspruch erhebt.

Köln, 16. März. (Priv.-Tel.) Bei ben gestrigen Repräsentantenwahlen zur evang. Gemeinde­vertretung, die vollständig unter dem Einfluß des Falles Jatho standen, siegten die Liberalen mit 3260 Stimmen über die Positiven, die 1-110 Stimmen erhielten.

London, 16. März. Das Unterhaus genehmigte bas Bubget für bic vorgeschlagene H e e r e s - E f s e k t iv st ä r k e.

:/: Madrid,. März. (Priv.-Tel.) Aus parlamen­tarischen Kreisen verlautet, wenn der Vatikan einen for­mellen Bruch mit der Regierung herbeiführe, werde König Alfons im Sommer den König von Italien in Rom besuchen.

Madrid, 16. März. In ber Kammer gelangte ber Gesetzentwurf betreffenb Tilgung der äußeren Schuld zur Annahme. Darnach wird während der nächsten fünfzig Jahre alljährlich ein Kredit von 6 509 000 Pesetas zur Amortisierung ber Schulb in baS Bubget eingestellt unabhängig von ben Summen, bic für Zahlung bet Zinsen ber Schulb bestimmt sind. Die Tilgung erfolgt durch Auslosung, wenn ber KurS über pari steht, ober burch Ankauf, wenn bies nicht ber Fall ist. Der Senat begann barauf bie Beratung bcs Gesetzentwurfes betreffend den obligat arischen Militärbienst.______________________________________

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