Ausgabe 
2.3.1911 Erstes Blatt
 
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glaublicher Attßtvirtschaft hingestellt werden.

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Kohlensäure- kurzem von einem Bildung einer Ge-

Überall erhältlich.

Auergesellschaft . Berlin 0.17

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glauben, daß unser Berliner Mitarbeiter, der sich in einigen Punkten geirrt Huben mag, die Kanzleibeamten nicht als

Tr. Werner. Redner: ReichSlagskandidat Tr. Werner Ltadiv. Rippe l-Hagen. Abends 8'/, Uhr nn (Safe Lew.

sellschastAktiengescllschaft Bad Gelnhausen" beschäftigt ist. Das im Jahre 1910 zu Gelnhausen begründete und in Belcieb gesetzte Kinderheim" undSchülergenesungsheim" wird von der Aktien­gesellschaft mit übernommen werden.

träger der Mißwirtschaft yat Zeichnen wollen. Der Rus nach Sparsamkeit im Betrieb des Reichsmcrrrnecrmts scheint doch nicht ganz unberechtigt zu sein.

Rach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis bei der R e ich stagsers atz wähl am 27. Februar 1911 im Wahlkreis Königsberg 9, jetzt Allenstein 2, wur­den insgesamt 18436 Stimmen abgegeben. Davon erhielten Rittergutsbesitzer Orlowski-Kutzborn (Ztr.) 10504, Pfarrer Barczewski- Braunswaldc (Pole- 7519, Rechts­anwalt Haase-Königsberg (Soz.) 349 Stimmen. Zer­splittert waren 64 Stimmen.

Bei der am 25. Februar erfolgten Reichstagsersatz- vahl im Wahllreise Jmmenstadt wurden nach der nun vorliegenden amtlichen Meldung insgesamt 26 262 Stimmen ab­gegeben. Davon erhielt Amtsrichter Emminger-Augsburg (Zentrum) 11 866 Stimmen, Rechtsanwalt Tr. Thoma- Augs­burg (liberal) 10 585, Schreinermeister Gölz er-Kempten (Soz.) 3808 Stimmen. Zersplittert waren drei Stimmen. ES ist Stich­wahl zwischen Emminger und Thoma erforderlich.

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*' Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde Schulainlsaspiranten 2lug. Staubach aus Ossenheim

VieUranzler Ecke".

Tie berühmte Ecke Unter den Linden, die vom Vater des am Sonntag üt Berlin verstorbenen Konditors Alfred Kranzler ihren Xiamen herleitet, besteht seit den zwanziger Fahren des vorigen Jahrhunderts. Die Ecke war namentlich in politisch bewegten Zeiten den Berlinern von großer Bedeutung. Hier, wo der Strom des Verkehrs der Stadt von Süden nach Norden und von SDften nach Westen sich im alten Berlin mehr noch als in der heutigen Weltstadt kreuzte, haben sich vor Kranzlers Konditor« die bewegtesten Szenen des Jahres 1848 abgespielt. Vor der Tür an der Kranzlerschen Ecketagte" im Jahre 1848 der sog. Souveräne Lindenttub", ein Kreis von Berliner Gamins, gemüt« lichen Schreiern, die die Revolution mit Berliner Witz durchzu- kämpsen versuchten. Adolph Reich, ein trefflicher Schildern alt­berliner Lebens, erzäl)lt, vor per Krauzlersä^n Konditorei war der Punkt, wo die auf- unb abwogende Menge sich staute, wo enggeschlossene Gruppen leiöenschaftlickxm Schwätzern lauschten, welche die Aussprackren und Beschlüsse der Nationalversammlung mit grobkörnigstem Berliner Witze glossiertet: oder gar über hoch­wichtige politiiche Lagesfragen sich aus,prack)en; kurz wo die ernste Tagespolitik int närrijdjen Karnevalskleide erschien. Hier war der Treffpunkt der Ciceros vom Biertische, der Zeitungsreporter,. der Werkstattsdeinagogen, der republikanisch angehauchten Barbiere, kurz sämtlicher politischer Bummler iinb Flaneure. Hier tönten auch mitten üt die politischen Erörterungen hinein die Stufe ambu­lanter ZigarrenfritzenZijaroh, avee feu!" und der Chorus der

vor der Kmrditorei, die jo schmal ist, daß neben kleinen Tischchen nut gerade eine Stuhlreihe Platz hat, saßen noch in den siebziger Jahren die Leutnants, die Stiefel gegen das eiserne Geländer gestreckt und Eis schlürfend, von dem es in einem lange populären Gassenhauer hieß:Kranzlers Eis das Herz erstarrt." Tie Ber-

LehrersleUe an der Volksichule zu Offenbach. Erledigt sind eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Bieber (Kr. Offenbach) unb, eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerslclle zu Bischofsheim.

** Guyot-Stiftung s ür d i eZ w e ck e d e r evan­gelischen G cm ci n d ep s l e ge in Hessen. Ter zweite Bericht über die cingcgangcnen Beiträge findet sich im An- z-eigenteil des heutigen Blattes. Möchte er den Kreis der Förderer des schönen Unternehmens immer mehr erweitern

Hessen-Nassau.

X. Gelnhuuscn. 1. März. Das Solsprudelbad Gelnhausen ist vor Syndikat erworben worden, das mit der

** Religiöse Vorträge. Auf Veranlassung der kirchlich-positiven Vereinigung wird, wie man uns schreibt, zu Anfang nächster Woche wieder, wie in früheren Jahren, hier durch hervorragende Universitäts- Professoren eine Reibe von Vorträgen gehalten werden, an die sich jedesmal eine freie Aussprache anschließen wird. Am Montag, 6. März, abend behandelt Konsistorialrat Professor D. Walther aus Rostock das Tl)ema:Spat sich Jesus in die Menschheit eingerechnet oder sich ihr gegenübergestellt?" Dienstag vormittag spricht Geh. ftonjü storialrat Professor D. Seebcrg aus Berlin über:Au­torität und Freiheit" und an demselben Tage nachmittags Geh. Kirchenrat Professor D. Ihmels aus Leipzig über das Thema:Durch religiöses Erleben zur religiösen Ge­wißheit." Die Vorträge, zu denen auch Damen Zutritt haben, finden im Saalvau (Steins Garten) statt und sind unentgeltlich.

** Dividendenschätzungen. Tfe Dividende der Bruno-Gesell schafr m. b. H. Berlin, Fabrik swß- und schlagfester Glühkörper, für das am 31. März abtaufende Geschäftsjahr wird voraussichUich 10 Prozent (wie int Vorjahre) betragen.

Maul- unb Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Werth, Regierungsbezirk Münster, unb Rottenbuch, Regierungsbezirk Oberbayern.

Landkreis Gießen.

8. Lollar, 2. März. Die biesjährige Fastnacht hat für Viele sehr unangenehme Folgen gehabt. Trotz deS

Universitäts-Nachrichten.

hc. Marburg, 1. März. Auf eine 25jährigeTätig- keit als akademischer Lehrer kann am 3. März der Hiswriker Professor Dr. Wilhelm Busch hier zurückblicken. Prof. Busch, ein geborener Bonner, steht int 51. Lebensjahre. Am 3. Aiärz 188b habilitierte er sich in Leipzig für Geschichte. Hier wurde er a. o. Professor, wirkte bann als Ordinarius in Dresden, kam 1896 nach Tübingen als Nachfolger Dietrich Schäfers und 1909 nach Marburg als Nachfolger itonrab Varrentrapps. ;

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Deutsches Reich.

Dem preußischen Abgeordnetenhause ist der Ge­setzentwurf betreffend die fakultative Feuerbestattung inPreußen zugegangen. Er bestimmt, daß die Feuerbestattung nur in landespolizeilich genehmigten Anlagen erfolgen darf und zwar nur, wenn der Verstorbene die Feuerbestattung selbst an- geordnet, seitens der Ortspolizeibehörde keine Bedenken gegen die Feuerbestattung bestehen und wenn insbesondere der Verdacht, daß der Tod durch eine strafbare Handlung herbeigeführt wurde, nicht vor liegt.

Die Blätter melden aus Berlin: Der Zentra laus­schuß der Fortschrittlichen Volksvartei ist zu einer ordentlichen Jahressitzung aus Sonntag, 19. März, einberufen worden. Nach der Rechnungsablegung wird sich der Ausschuß mit den Vorbereitungen für die nächsten Reichstagswahlen beschäftigen.

Die Blätter melden aus Leipzig: Nach stundenlanger Be­ratung nahmen die Stadtverordneten die Magistrats­vorlage wegen Einführung einer kommunalen Bier st euer mit 38 gegen 31 Stimmen an. Dieser Beschluß wurde von den Sozialdemokraten unb dem Publikum auf den Bühnen mit Lärm und Mißfallensäußerungeu begleitet.

Von einem Militäranwärte r wird uns zu unserrn in Nr. 38 veröffentlichten Artikel über den Reich s - marinehaushalt für 1911 geschrieben:Trotzdem der llnterstaatssekretär Richter am 18. Januar b. I. in der Budgetkommission des Reichstages erklärt hatte, daß die Kosten für einen Bogen in den Dieuststunden gefertigten Schreibwerks sich auf 1.68 bis 2 Mk. stellen und daß von den Lanzleibeamten weitgehende Kenntnisse verlangt und große Anforderungen an tl)re Leistungsfähigkeit gestellt wer­den, ist es selbst im Hinblick auf die von dem Herrn Staatssekretär des Reichsschatzamts offen dargelegten Systemfehler ganz unerklärlich, wie hinterher noch von unglaublichen Mißständen" gesprochen werden konnte, wo­durch die Kanzleibeamten mit ttnrecht als die Träger un-

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Die Agitation im Wahlkreis Giehen-Grünberg-Nidda.

Eia nationalliberaler Parteibericht

Iber Versammlungen der letzten Tage geht uns wieder zu:

Am Montag hielt die nationalliberale Partei abends toter Versammlungen in Reinhardshain, Beltershain, Lumda und Gellshausen ab, in denen außer dem Kandidaten Prof. Gisevius die Herren Krausmüller, Ackermann, Brüß und Kaufmann sprachen. In allen Versammlungen herrschte bei regem Besuch eine recht gute Stimmung. In Belters­hain war es am Tage zuvor zu einem scharfen Zusammen­stoß zwischen Freisinn und Antisemiten gekommen, durch den für die nationalliberale Partei mit ihrem vermitteln­den Programm der Boden bereitet worden war. Am Diens­tag hielt die nationalliberale Partei insgesamt sieben Ver­sammlungen ab, von denen namentlich die Abendversamm­lungen sich eines ungemein regen Besuches erfreuten. In allen, sowohl nachmittags in Harbach, Ettingshausen und Nonnenrod, wie abends in Obbornhofen, Bellersheim, Bet­tenhausen und Langsdorf, sprach der Kandidat, Professor Gisevius, unter starkem Beifall der Versammelten. In Bettenhausen und Langsdorf, dem Geburts- und Wohnort Kohlers, vermochten die Räume nächt die Zahl der Er­schienenen zu fassen. Die Anwesenheit des Kandidaten selbst ermöglicht es, vielfach verbreitete falsche Auffassungen, wie sie in erster Linie vom Freisinn durch die Presse propagiert werden, in ruhiger Aussprache, ohne schärfen nach irgend einer Richtung, aufzuklären und richtig zu stellen.

Eine Erklärung des uatioualliberalen Wahlkreisvorsitzevden.

Nachdem der freisinnige Parteisekretär Alb. Kuhlmann am 19. d. M. in einer öffentlichen Wählerversammlung zu Gelnhaar behauptet hatte, unser Kandidat, Herr Professor Gisevius, habe das Programm des Bundes der Landwirte unterschrieben, wurde in dem von uns in der Nr. 44 des Gießener Anzeigers veröfsenllichten parteiamtlichen Bericht diese Behauptung des Herrn Kuhlmann als unwahr be­zeichnet. Darauf zog sich Herr Kuhlmann in der Nr. 45 des Gießener Anzeigers aus die weitere Behauptung zurück, Herr Pros. Gisevius habe die Forderungen des B. d. L. ausdrück­lich anerkannt; ob dies mündlich oder schriftlich geschehen wäre, fei belanglos. Ms dann Herr Prof. Gisevius am Donnerstag, 23. d. M., im Gießener Anzeiger diese Dar­stellung als unzutreffend erklärte, veröffenttichte Herr Kuhl­mann in der letzten Samstagsnummer wieder eine andere Behauptung, die mit seinen eigenen früheren Erklärungen nicht übcrernstimmt. Wir stellen demgegenüber nach Rück­sprache mit Herrn Prof. Gisevius fest, daß auch diese Dar­stellung iricht den Tatsachen entspricht. Im übrigen er- llären wir, daß weder unser Kandidat noch unsere Wahl­kreisleitung auf weitere Presseäußerungen des freisinnigen Parteisekretärs Herrn Kuhlmann antworten wird. Wir 'müssen nach den Erfahrungen aus der letzten Gießener 'Stadwerordnetenwahl verlangen, daß freisinnigerseits der­artige Behauptungen von der allein verantwortlichen Par- teileituna iellrü unterzeichnet werden.

Der Wahlkreisvorsitzende: Kaufmann.

ion Burgeois vorbereitet worden und wenn die (5qd>ttl)tc drei cs Einvernehmens bekannt fein werde, so werde man erkeimcn, baß Delcassß nur erntete, was seine Vorgänger gesät hatten, und daß )a-' wirkliche Ginntmdunen, mit England erst nad1, seinem Wck- tritt unterzeichnet worden ist. Tas einzige persönliche Werk Tclcasses. dem er alles andere untergeordnet habe, und mit denen Erfolg er sich zu früh und zu laut gerühmt habe, maren feine Bemühungen, Deutschland' zu isolieren, um sich rntt. so sicherer Marokkos zu bemächtigen. Er hat auf diese Weise unterem Einfluß in Afrika den schrecklichsten Schlag versetzt, bin mög­lich war, und hat uns inmitten von Konstikten aller Art ge­lassen, welche für lange .feit noch den Frieden Frankreichs und ber Welt bedrohen. Die Politik Delcasses fühtte uns mit einem Worte zum Kriege, und das, was wir nicht vergessen sollten, ist, daß er selbst den Krieg wünschte. Für solche Vergehen gegen Frankreich gibt es keine Verjährung. Wenn einMairn einen so ungeheuren Irrtum begangen hat, wenn er sein Land so schrecklichen Katastrophen ausgesetzt hat, wenn er schließlich noch vatriotische Reue wegen seines Verbrechens empfindet, so ver- urteilt er sich selbst zum Stillschweigen und strebt nach keinem Portefeuille mehr; er verlangt nur noch nach Vergessenheit.

fliegenden BuchlKndler, welche Plakate und Zeitungen ausboten: ,Llrakehler", ,^lla!Kieradatsch",August Buddelmeyer",Ewige Lampe",Berlin im Belagerungszustände usw.". Damals hieß die Kranzler-Ecke auch eine Zeck lang die ,^wlitische Ecke".

friedlichen Zeitläuften nahm oiwrals die Kranzler-Ecke einen kriegerischen Eharakter an. sät) spielte sich hier Jahre hindurch in der Silvesternacht ein Kampf gegen bic Zylinder hüte ab, der oft einen blutigen Ausgang nahm. Alles das aber hinderte nicht, daß die Kranzlersche Konditorei ein paar Mcnsck-enalter hindurch der Sammelplatz des BerlinerGents" war. Auf der kleinen Terrasse

Verbotes war eine große Anzahl jüngerer Arbeiter ' der hiesigen Eisenwerke der Arbeit fern geblieben oder hatten das Werk während der Arbeitszeit verlassen, worauf sämtliche Be­teiligte ihre Kündigung erhielten unb wegen Kontraktbruches sofort entlasten wurden.

Kreis Alsfeld.

X. Ober-Ohmen, 1. März. Die geitrige und vor­gestrige Brennholzversteigerung in den Freiherrlichen von Riedeselschen SBalbungcn ergab eine mittlere Preislage, sie glich im ganzen der vorjährigen. Man bezahlte für vier Raummeter Buchenscheit 3032 Mk., Buchenscheitprügel 27 bi? 28. Mk., sechs Raummeter Buchenreisig 69 Mk.

Starkenburg und Rheinhessen

rrn. Darmstadt, 1. März. Die Beisetzung der sterb­lichen Ucbcrrefte des Kurdirektors von Bad-Nauhcim, Major a. T. uni) Kamm erhc rrn von Starck, fand heute auf dem hiesigen Friedhose statt. Die Einsegnung in der Fried- hofskapelle, wo die Leiche aufgebahrt war, wurde durch Herrn Oberhofprediger^Ehrhardt vorgenommen, worauf unter Vorantritt des Trompeterkorps des Leib-Drag.Mgts. Nr. 24, dem der Verblichene früher angehörte, der lauge Leichenzug sich nach dem Grabe bewegte. Nach weiteren Chorälen sprach der Pfarrer ein Gebet, worauf unter An­sprachen eine Anzahl Lorbeerkränze am Grabe nieder gelegt wurden, darunter u a. durch den Oberstlammerherrn Voll- brecht Frecherr Ried esel Eisenb ach im Namen des Großherzogs, Geheimrat E s e r für die Kurverwal­tung Bad-Nauheim, Bürgermeister Kayser für die Stadt Bad-Nauheim, Dr. Schädel für den Aerzteverein Bad- Nauheim, die Beamten des Kurhauses, die Verkehrskom- mission, eine Deputation des Schief. Drag.-Regts. Nr. 15, die mittleren Beamten von Bad-Nauheim, der Gesangs verein Frohsinn-Bad-Nauheim, der Bürger- und Stadt. Berschönerunasverein Bad-Nauheim, der Kur- und Ver- schönerungs-Verein Bad-Nauheim, Turnverein Bad-Nau­heim, die Bad-Nauheimer Kurkapelle, die Schützengilde Bad- Nauheim il a.

R. B. Darmstadt, 1. Marz. Eine schöne Feier­lichkeit fand heute nachmlltag im Aliee-Frauen- ö er ein an der Dieburger Straße statt. Ztvei der zahl­reichen Krankenschwestern, die dort die schwierige, mühevolle Arbeit der Krantenpflege ausüben und von dort aus nach den anderen größeren Krankenhäusern oder zur Privatpslege gesandt werden, feierten heute chr 30jäh- riges Jubiläum als Krankenpflegerinnen und zwar die Oberschwester derKrippe" in Darmstadt, Schwester Emma Fuchs und die O b e r s ch w e ft e r M a r g a r e t e von der Frauenklinik zu Gießen. Aus diesem Anlaß wurden beiden prachtvolle Blumensträuße und andere Ga­ben überreicht. Nachdem sich die sämtlichen Schwestern des Heims und die Borstandsdamen versammelt hatten, hiell die Vorsteherin, Frl. Winter, eine Ansprache, in der sie die stete Pstichttreue und Ausopferungsfreudigkell der Jubi­larinnen dankbar anerkannte. Im Anschluß an die Feier fand ein gemeinsames Mittagsessen statt und später blieben oie Teilnehmerinnen noch bei Staff ec und gemeinsamen .Ge­sängen gesellig vereint.

w. Darmstadt, 1. März. Gestern abend ist der Geh Oberbergrat Karl Braun, Vortragender Rat im Ministe­rium ber Finanzen, an einem Herzichlag gestorben.

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Ausland.

Der Berliner türkischen Botschaft ist über bat Grenz- zwischenfallbeiDomenikon folgende Depesche aus Kon- Itantinopel zugegangen: Bei Gunitza an der türkiich-gmechischen Grenze wurden zwei türkische Soldaten auf türkischem Gebiete von zehn griechischen Soldaten hinterrücks überfallen und lebend nach dem griechischen Wachtposten ge» 'chleppt, wo sie auf die roheste Weise geschlagen wurden. Der griechische Präfekt, sowie der MllitärkommandaM verweigerten dem türkischen Konsul die Auslieferung der Leichen der beiden Er­schlagenen und zwar mutmaßlich aus dem Grunde, weil diese aus infame Weise verstümmelt waren. Der Präfekt gibt offiziell zu, daß der Tod der beiden Opfer auf griechischem Ge­biete slattfand. Die türkische Regierung tat zur soforttgen Ein- lellung einer eingehenden Untersuchung Schritte, damit die Ver- antwortunasfrage fefigrifeUt werde.

DerBester Ll^yd" bezeichnet die Gerüchte, daß der Ur­laub des Grafen Aehrenthal der Vorbote seines Ab­schiedes sei, als unsinnige Kombination. Gras Aehrenthal habe während der jetzigen Session der Delegation wieder^ilt Proben außerordentlicher Schlagfertigkell gegeben, so daß er, wenn er der Erholung bedarf, doch keineswegs so krank sei, um aus "fein Amt zu verzichten. Was den Grafen Berchtold betreffe, den man als 9iachfolger Aehrenthals bezeichnet, so sei in eingeweihten Kreisen bekannt, daß es Mühe gekostet habe, ihn zum Verbleiben im Staatsdienst zu bewegen, da er ruhebedürftig fei und sich vom Staatsdienst zurückzuziehen wünsche. Die Berufung des Bot­schafters in Konstantinovel, Markgras Pallavreini, zum Stell­treter des Grafen Aehrenthals fei in den Rangverhällnissen be­gründet, da er als Botschafter rangmäßig befugt sei, anstelle des Ministers des Aeußern eurem Botschafter Weisungen zu erteilen. Auch sei er vermöge seiner Stellung in Konstantinopel über die neuesten Phasen der Balkanpolitik am besten orientiert.

DerOsservatore Romano" veröffentlicht eine Note, in der sich der Vatikan bereit erklärt, aus ben Vorschlag der spa­nischen Regierung betreffend die Wiederaufnahme ber Ver­handlungen über die Verminderung der Orden unb religiösen Kongregationen die Auslegung ber Artikel 29 und 30 des Kon­kordats unter folgenden Bedingungen einzugehen: 1. Die neuen Verhandlungen sollen die Bestimmungen des Konkordats und die Grundsätze des kanonischen Rechts derart zum Ausgangspunkte neh­men, daß keine Aenderung in der juristischen Stellung der Ord:n und Kongregationen ohne vorherige Verständigung mit dem Hei- ligeN-Stuhl eingefuhrt wird. 2. Die Verhandlungen sollen aus den Teil des Vereinsgefetzes, welcher die religiösen Gemeinschaften behandelt, ausgedehnt werden. 3. Die spanische Regierung darf während der Dauer Der Verhandlungen keine Verfügung er­lassen, die den Verhandlungen vorgreifen könne.

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Gießen, 2. März 1911.

Tageskalender für Donnerstag, 2. März: Allg. Deutscher F r a u e n v e r e i u. Vortrag von Frl. Gertrnd. Pasch: Was soll eine Haussran von der Gesindeordnung wissen? Abends 8z4 Uhr im (poicl Schütz.

Freidenker-Vereinigung: Vortrag von Dr. G. Falter: Ter Einfluß des Tarrvinisinns ans die moderne Welt­anschauung. Abends 8n/t Uhr im Hotel Einhorn.

Ocfientl. W ä h l e r v e r s a in in l u n g 'üt die Kandidatur

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