'Heilgehilfen bei Zahirkrankheiten mit Ausschluß von MunK- und Kieferkranfheiten selbständige Hilfe leisten können."
In dieser Fassung wurde § 136 mit 17, gegen 10 Stimmen dngenonnncn.
^Ein Mordanschlag in Persien.
Teheran, 1. Febr. (Reuter.) Heute morgen wurden auf Len Gouverneur von Jspahan und seinen Neffen von einem früheren Polizeibeamten, der russischer Untertan ist, mehrere Schüsse abgegeben. Der Neffe wurde tödlich, der Gouverneur lebensgefährlich verwundet. Der Mörder floh in die russische Gesandtschaft. Dem Vernehmen nach beschlossen die russischen Behörden, den Flüchtling nicht der persischen Regierung aus zul ie fern.
Aus Hessen.
R.-L. Darmstadt, 1. Febr. Der Gesetzgebungs- Ausschuß der Ersten Kammer tritt am Donnerstag unter Vorsitz des Fürsten zu Leiningen zu einer Beratung zusammen. — Am Tage darauf versammelt sich auch der Finanzausschuß der Ersten Kammer, um die Negierungs- Vorlage, betr. die Gemeindeumlagen-Reform, in Beratung zu nehmen.________________
Deutsches Neich.
Die Kronprinzessin, die sich am 8. Februar mit dem Dampf ar des Norddeutschen Lloyd „Prinz Heinrich" von Alexandrien nach Neapel begeben wollte, verlängerte ihren Aufenthalt in Aegypten abermals, um gemeinsam mit dem Kronprinzen, der Ende Februar von seiner Indienreise in Aegvpten eintrifft, die Heimreise anzutreten.
Aus Hanau wird uns berichtet: Der von der Zentrums- iDartei für den Reichstagswahlkreis H anau-G elnh ausen- O r b in Aussicht genommene Reichstagsiändidat, Sekretär Gotthardt in Frankfurt a. M., hat die Kandidatur abgelehnt.
2insiciit0.
Der böhmische Landesausschuß faßte mit den Mtimmen der Tschechen gegen die der beiden deutschen Besitzer ^abermals den Beschluß, die L and es u m l a g en um 10 ^roj. (auf 65 Proz. zu erhöhen. Dieser Beschluß wurde bereits ein- ;ma£ von der Regierung nicht genehmigt. Die Erhöhung der Landesumlage soll zur Behebung der infolge der Obstruktion der Deutschen im Landtage hervorgerufenen Finanznot des Landes dienen.
In Canniligtown ist am Mittwoch nachmittag das auf den iThemse-Eisenwerken erbaute Dreadnought schlachtschiff a.,T hunderer" vom Stapel gelassyn worden. Der Bau ist vor 12 Monaten von der Admiralität in .Auftrag gegeben worden.
Eine weitere Rede der Grafen Achrenthal.
O fenp e st, 31. Jan. In der österreichischen D el e g a ti on !für die auswärtigen Angelegenheiten hob der Minister des Aeußern Graf v. A ehr ent Hal int weiteren Verlaufe Der Verhandlungen mit dankbarer Befriedigung hervor, daß die Mehrzahl der Redner mit seiner Beurteilung der Lage und seiner Haltung einverstanden seien. Er erklärte, wenn bemerkt worden sei, daß im Gegensatz zu der früheren aktiven Politik jetzt eine vlllzü passijve getrieben werde, so erwidere er, daß O e st e r r e i ch-- Angarn vor zwei Jahren .eine aktive Politik habe machen müssen, weil die Zustände auf dem Balkan es (erheischten. DarauS folge ni-cht, daß auch fernerhin die aktive Politik fortgesetzt werden müsse. Er glaube sich mit der Mehrheit der Delegierten im Einvernehmen izu befinden, wenn er keine auf Aeußerlichkeiten ausgehende unruhige Politik treibe. Die Monarchie habe zunächst ernste Aufgaben im Innern zu erledigen.
Ueber die Potsdamer Begegmutg erklärte der Minister, in Potsdam wurden Fragen allgemeinerNatur erörtert, wobei eine Annäherung zwischen Deutschland und Rußland Platz gegriffen habe und gewisse Grundsätze über die Politik im nahen Orient, welche mit den Anschauungen der österreichisch-ungarischen Regierung übereinstimmten, bekräftigt worden seien. Im Anschluß daran wurde über konkrete Fragen, wie über eine persische Bahn ein Gedankenaustausch gepflogen, der noch nicht beendet sei und bei dem, soweit der Minister informiert sei, nur die Grundlinien festgesetzt wurden. Ich kann nur wiederholen, erklärt«, Iber Minister, daß eine Annäherung zwischen unserem Bundes- »genossen und Rußland, mit dem wir wieder gute Beziehungen unterhalten, dem allgemeinen Frieden nur nützlich sein kann. Dem Abgeordneten Kramarsch gegenüber bemerkte der Minister, wenn rat Europa und auf dem Balkan vielleicht noch nie seit so vielen Jahren so wenig von einem legendären Vorwärts- dringen Oesterreich-Ungarns nach dem Osten gesprochen worben sei, wie in der letzten Zeit, so sei dies wohl der glückliche (Effekt der von Oesterreich-Ungarn bei der Annexion von Bosnien befolgten Politik, mit welcher die Regierung klare Verhältnisse an ber Südostgrenze geschaffen habe, und weÜ von der AllerhöMen Stelle, von bat Parlamenten und der Regierung derart kategorische Erklärungen abgegeben wurden, daß diesen abenteuerlichen Verdächtigungen der österreichisch-ungarischen Politik hoffentlich definitiv ein Ende gemacht seien. Der Minister bat den Abgeordneten Kramarsch nochmals, seinen Einfluß nach dieser Richtung hin geltend zu machen, damit die in österreichischen und slawischen Blättern vielfach enthaltenen, vielfach in die russische und in die Preise auf dem Balkan übergehenden Unrichtigkeiten über Oestcr- retch-Ungarns äußere Politik nicht mehr eine Atmosphäre schaffen, r den Minister, Hemmnisse berge und damit ein heil
samer Wandel in den Anschauungen eintrete.
Der Redner besprach eingehend die Frage der Bagbad- Dahn und erklärte: auf diesen Linien die Politik der „offenen
Geltung M bringen, wird die Aufgabe unserer Handels- politik lern. Ausschlaggebend für unseren Anteil an dem Bagdad- hahlwerkehr wird die Leiitnngsfähigkeit unserer Erzeugnisse und bte Tüchtigkeit unseres Kaufmannsstandes sein. Der Minister arftarte weiter, er sei von dem Gardasee-Zwischenfall amtlich nicht unterrichtet und wies darauf hin, daß Oesterreich-Ungarns Recht, die Schiffahrt auf dem ganzen Umfange des Gardasees zu Leiben, durch Verträge verbrieft sei. Er bedauerte, daß gewisse Blatter, bte Schaltung eines Verkehrsuuternehmens mit militärischen Ablichten in Verbindung brachten, wodurch Mißtrauen -gegen bte Politik Oesterreich-Ungarns in Italien hervorgerufen ftmirbe.
I Hinsichtlich des Verhältnisses zu England bestehe bei beiden Regierungen die Geneigtheit, zu den alten Vertrauenspollen Beziehungen zurückzukehren.
Wegen der Frage von Vlissingen sei man amtlich 'vicht an den Minister herangetreten. Seiner Ansicht nach habe Holland als unabhängiger Staat das Recht, Befestigungen, wo immer es solche für notwendig halte, zu errichten, sofern es nicht durch irgendwelche Verträge, von welchen aber dem Minister nichts -bekannt fei, daran gehindert sein sollte. Der Minister sprach sich °uf das Entschiedenste gegen den Antrag auf Aufhebung der IBotlchast bei dem Heiligen Stuhl aus, durch welche die Gefühle eines großen Teiles der Bevölkerung unangenehm berührt würden.
Graf Aehrenthal erklärte ferner über die Frage der A u s - Wei 1 ung aus Preuten, zur objektiven Beurteilung der einschlägigen Verhältnisse dürfe man nicht aus den Augen ver- 'heren, bay es bas unbestrittene Recht eines jeden souveränen tStaates sei, fremde Elemente, deren Aufenthalt auf seinem Gebiet ihm im ossentlichen Interesse nicht erwünscht ist, auf feinem Territorium nicht zu belassen oder sich schon dort Niedergelassene wieder zu entfernen. Gerade deslwlb könne auch die österreichisch- ungarlfche Regierung den bezüglichen Maßnahmen der preußischen nicht anders entgegentreten, als indem sie sich in jedem einzelnen Falle einer Ausweßung an die preußische Regierung m.nbe, um eine Zurücknahme ober Fristverlängerung für die Ausweisung
anzustreben. Der Ministerpräsident hielt daran fest, daß speziell im Falle der Dienstmagd Ciaston — säumige Abgabe und Uebernahme — ein Mitverschulden der galizischen Behörden vorliege. Er hoffe, daß sich die Verhältnisse künftig günstiger gestalten, nachdenl die Reichskanzlei, welcher der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin künftig die Verhältnisse jeder einzelnen Ausweisungsfrage schildern werde, die Zusicherung erteilt habe, sie werde dafür sorgen, daß bei der Durchführung der Ausweisungsverfügung in Preußen mit möglichster Schonung und Milde vorgegangen werde. _______________________
Das Esienbahnprojekt Gießen - Rodheim - Gladenbach-
Siedenkops-Battenberg.
Gießen- 2. Febr.
In wie hohem Maß das den natürlichen Verkehrsverhaltnissen entsprechende Projekt, den Hinterlandkreis durch eine von Gießen ausgehende Bahn dem großen Verkehr zu erschließen, die Sympathien der beteiligten Kreise genießt, bewies die von einem vorläuftgen Eisenbahnkomitee auf aeftern nach Rodheim a. d. Bieber einberufene Versammlung. Der Benderfche Saal war von über 400 Personen angefüllt, und wie die Anwesenheitsliste ergab, waren alle an der Linienführung nach Gießen interessierten Orte vertreten. Die meisten Besucher stellte naturgemäß der Bezirk Rodheim, aber auch der übrige Kreis Biedenkopf, die angrenzenden Gebiete der Kreise Wetzlar und Marburg, die Stadt Gießen und Heuchelheim waren sehr gut vertreten. U. a. waren von Gießen Oberbürgermeister Mecum und die Handelskammermitglieder Friedberger, Noll, Rinn-Heuchelheim und Röhr erschienen.
Die fachlich und ruhig verlaufene Versammlung wurde von Lehrer Clös aus Rodheim eröffnet. Er führte aus, daß die Versammlung in Hohensolms vielen Vertrauensseligen die Augen über die bestehenden geheimen Pläne geöffnet habe. Eine gestern in Gießen abgehaltene Beratung des Wetzlar-Biedenk'opfer Bahnkomitees habe beschlossen, an dem einseitigen Projekt festzuhalten. Damit werde für den Kreis Biedenkopf eine Kreisbahn geschaffen, die den südlichen Teil des Kreises kaum berühre. Dagegen müsse man Stellung nehmen, daß man dann nicht für eine Bahn mitbezahlen müsse, von der man nichts habe. Der Kreis Biedenkopf sei nicht an einer Verbindung mit Wetzlar interessiert, denn er bilde mit der Stadt Gießen eine wirtschaftliche Änheit. Angesichts dessen könne er nur sagen, daß der Kreis auf die Wetzlarer Pläne direkt hineinaefallen sei. Daß Wetzlar eine preußische Stadt sei, sei doch kein Grund, den man im Ernst als stichhaltig bezeichnen könne. Solche Sachen muteten an, als ob man vor 200 Jahren lebe. Das Wetzlarer Projekt sei in jeder Beziehung einseitig und kleinlich. Wenn man die Hinterlaudbahn nach Gießen baue, bedeute es eine Durcbgangsverbindung Frankfurt—Dortmund, ein Projekt, durcy dessen Großzügigkeit die Rentabilität von vornherein gesichert sei. Nach Wetzlar zu liege ein dünn bevölkerter Landstrich, nach Gießen zu das bidjt be- öölkerte Biebertal mit seinen reichen Erzschätzen usw. Da könne die Entscheidung über die Linienführung der Hinter- landbahn nicht schwer fallen. Schließlich schlug der Redner den Stadtv. Gabriel aus Gießen, dessen Person gewissermaßen ein Bindeglied zwischen Stadt und Land sei, als Vorsitzenden vor, was von der Versammlung mit Beifall angenommen wurde.
Stadtv. Gabriel wies darauf hin, daß man in Hohensolms selbst den bescheidenen Wunsch des Biebertals, zunächst nur eine Stichbahn von Hohensolms, nach Bieber in das Projekt aufzunehmen, abgelehnt habe. Man habe eben sein Programm fertig gehabt, das einseitig die Interessen Wetzlars vertrete. Deshalb gelte es für die bedrohten Gegenden, sich zusammenzuschließen. Der tatkräftigen Unterstützung der auf eine andere Lösung der Bahnfrage hinzielenden Bestrebungen durch die Stadt Gießen dürfe man sicher sein.
Eine größere Anzahl von Rednern betonte dann, daß der Wunsch des Biebertals und der weiter nördlich liegenden Gebiete nach einer Verbindung mit Gießen gehe. Dort sei der wirtschaftliche Mittel- und Stützpunkt des galten Hinterlandkreises, dort seien die Univerfttüt, die höheren Schulen und die Kliniken, die für das Hinterland in Betracht kämen, und dorthin wiesen die alten Handelsbeziehungen. So sagte z. B. Herr Seibert von Crumbach, der Wunsch der ganzen Gegend gehe seit Jahrzehnten auf eine Verbindung mit der alten Mutterstadt Gießen hinaus. Er empfahl die Weiterführung der Bahn von Rodheim über Fellingshausen, Crumbach, Kirchvers, Weipoldshausen- Damm nach Gladenbach-Biedenkopf. Pfarrer Vömel von Rodheim bezeichnete es als einen Fehler der Versammlung in Hohensolms, daß man sich auf ein Projekt festgelegt habe. Das heute zu bildende Komitee müsse diesen Fehler vermeiden, alle Interessen prüfen und dann nach sachlichen Gründen entscheiden. Sicher sei, daß der Zug nach Gießen vorwiege, aber man solle auch die anderen Interessen, auch die des südlichen Teiles des Kreises Marburg, genau erwägen. Auch Fabrikant I nder t h al-Gießen bestätigt, als geborener Hinterländer, daß die Bevölkerung die Verbindung nach Gießen wolle. Denselben Standpunkt vertrat dann Oberbürgermeister Mecum-Gießen. Die Stadt Gießen habe den lebhaften Wunsch, sich den bestehenden Verkehr aus dem Hinterland zu erhalten. Die gestrige Sitzung des Verkehrsausschusses der S^adtvervrdnetcn-Ver- sammlung habe einstimmig sich dafür erklärt, daß man mit den interessierten Dn.cn gemeinsam arbeiten wolle, eine vollspurige Bahnverbindung von Gießen nach den: Hinterland zu erhalten. Ueber die Linienführung im einzelnen lasse sich jetzt noch nichts sagen. Sie festzustellen, bedürfe es der Mitarbeit des heute zu btldenden Komitees, dem aus allen Orten Vertreter angehören soltten. Man sei nicht dagegen, daß auch Wetzlar eine Bahnverbindung erhalte und er sei durchaus dafür, daß man mit Wetzlar zusammen die gemeinsamen Interessen fördere. Das werde allerdings dura) die einseitige Stellungnahme des „Wetzl. Anz." erschwert, aber trotzdem hoffe er, daß die Mehrheit der Wetzlarer einsehe, dag ein gemeinsames Vorgehen besser sei. Auf die Aolösung der B^ebertalbahn solle man nicht warten, da die Losung der Bahnfrage auch ohne die Biebertalbayn möglich sei. Die Direltivn der Aug. Kleinbahngesellschast habe vor einigen Jahren für die Biebertalbahn 800 000 Mk. gefordert, dafür könne man 10 Kilometer Bahn bauen. Hanoelslammermitgtied R ö h r- Gießen führt aus, die Handelskammer, die die regen Interessen zwischen Gießen 'unb dem Hinterland genau kenne, werbe das Projett tatfrältig fordern, ohne geh ästig gegen Wetzlar vorzugehen. Schreinermeister Schlierbach von Rooyeim, der Vor,itzende oes dortigen Gewerbever^in-, gibt Kenntnis von früheren Schritten des Berems wegen Erlangung einer besteren Bahnverbindung, die auch hinsichtlich der zu erwartenden Rentabüitat d..rch Ta^acyen belegt waren. Lehrer Elvs bezeichnet den Bau der Biebertaiba^n als einen Fehler für oie Entwicklung des Hinterurndes, den man wieder gut machen muffe. Bürgermeister Bech told von Rodheim redet der. Einigung
mit Wetzlar das Wort Und dankte den Vertretern der Stadt und der Handelskammer Gießen für ihre Stellungnahme. Pfarrer Kämper- Hohensolms, der Mitglied des Wetzlarer Komitees ist, stimmt den Ausführungen des Oberbürgernreisters Mecum über die Nützlichkeit eines gemeinsamen Vorgehens zu. Das Wetzlarer Komitee habe mit den Artikeln des Wetzlarer Anzeigers nichts zu tun und er sei der Ansicht, daß Gießen und Wetzlar sich an der Bahn beteiligen müßten. Der Fehler der Hohensolmser Versammlung sei gewesen, daß sie auf einem großen Mißverständnis bericht habe. Die Interessenten des Biebertales und der Stadt Gießen sollten sich als viertes Teilkomitee zusammenschließen, dann könne man später im Arbeitskomitee der ganzen geplanten Bahnlinie seine Wünsche und Absichten vereinigen. Nicht vergessen solle man, daß auch die Stadt Wetzlar industriell für das Hinterland große Bedeutung habe. Das jenseitige Bahnkomitee sei der Ansicht, daß man um so eher zum Ziel gelangen werde, wenn Gießen und Wetzlar sich verständigen.
Pfarrer Vömel und Lehrer Clös begrüßen diese Friedenstöne aus dem Wetzlarer Komitee, halten aber angesichts der Vorgänge in Hohensolms auch fernerhin ein gesundes Mißtrauen für erforderlich. Ueber diese Frage entstand eine längere Auseinandersetzung, in der u. a. Bürgermeister Wagner- Fellingshausen erklärt, daß er angesichts der widerstreitenden Interessen feinen Austritt aus dem Wetzlarer Komitee erklärt habe. Als das Ergebnis dieses Teils der Besprechung ist festzustellen, daß man zunächst selbständig und allein vorgehen will, einem späteren Handinhandarbeiten mit dem Wetzlarer Komitee aber nicht abgeneigt ist.
Sodann wurde ein Eisenbahnkvmitee von etwa 60 Mitgliedern gebildet, in dem die Orte Gießen, Heuchelheim, Abendstern, Krofdorf, Gleiberg, Vetzberg, Rodheim, Bieber, Fellingshausen, Königsberg, Hohensolms, Franken- bach, Kirchvers, AUenvers, Crumbach, Weiboldshausen, Willsbach, Seelbach, Mudersbach, Erda und Damm vertreten sind. Zum Vorsitzenden wurde Herr Gabriel bestimmt. Oberbürgermeister Mecum teilt noch mit, daß er bei der Gießener Stadtverordnetenversammlung beantragen wolle, daß sie die Kosten der ersten Vorarbeiten übernehmen solle. Dies werde wohl ohne Zweifel geschehen und es könne wohl in vier Wochen eine Sitzung des gewählten Komitees stattfinden. Inzwischen würden Fragebogen an die interessierten Gemeinöen ergehen, deren möglichst eingehende Behandlung dringend erwünscht sei. Die nächste Sitzung des Komitees soll wiederum in Rodheim ftattfinben.____________________________________________________
Die Landtags-Ersatzwahl im Bezirk hungen-Lich.
K. Hungen, 2. Febr. Heute vormittag fand die Landtagsersatzwahl im Wahlbezirk Hungen- Lich statt, die der Wahlkommissär, Regierungsrat Dr. Merck, mit einem kurzen Nachruf für den verstorbenen Abgeordneten Köhler eröffnete.
Von den 34 Wahlmännem, die bei der letzten Landtagswahl gewählt worden waren, find inzwischen vier gestorben. Von den übrigen Wahlmännern fehlten drei aus Lich stammende. Die erschienenen Wahlmänner gaben sämtlich ihre Stimmen auf den Landwirt Wilh. Fenchel von Ober-Hörgern ab, der somit zum Abgeordneten gewählt ist.
Landwirt Wilhelm Fenchel gehört der deutsch-sozialen Partei an und wird sich der wirtschaftlichen Vereinigung (Fraktion des Bauernbundes) anschließen. Herr Fenchel ist in den Organisationen der hessischen Landwirtschaft eifrig tätig und genießt in dieser Tätigkeit das allgemeine Vertrauen seiner Berufs genossen.
verein der Hausbesitzer.
Gießen, 2. Febr.
Am Montag fand im Hotel Schütz unter dem Vorsitz des Fabrilauten Jnderthal die Hauptversammlung, die von 63 Mitgliedern besucht war, statt.
Der Mitgliederstand ist am Ende des 4. Geschäftsjahres, wie im Geschäftsbericht für 1910 angegeben wird, aui 575 bestiegen. Der Bericht beklagt das Darniederliegen der Industrie, worunter auch die Bautätigkeit litt, so daß im letzten Jahr womöglich noch weniger Bauten entstanden, als im Jahr vorher. Immer neue Abgaben und die Ungewißheü über bü Reichswertzuwachssteuer belasten das Jmmobiliengeschäft und wirken verteuernd aus den Preis des Grund unD Bodens und des Wohnens. In Hessen hat sich aus bat Vereinen Mainz, Darmstabt, Worms, Offenbach und Gießen der Hess. Unter Oer banb gebildet Mit Freude stellt der Bericht fest, daß die elektrische Straßenbahn gut abgeschlossen hat, so daß das Wagnis als geglückt betrachtet werden kann. BeiderStadtverordueten- wu h l hat der Verein sich politisch nicht festlegen wollen. Er bedauert die bei btejer Gelegenheit beim Mieterverein zu Tage getretene Feindseligkeit. Die Mietverträge erschienen mit einigen Aenderungen in neuer Auflage. Zu der vom Zentrcü- verband geplanten Haftpflichtversicherung ist es bisher nicht gekommen. Die Eingabe an die Hess. 2. Kammer, worin bei Neuregelung des Gemeiiidesteuerwesens ein teilweiser Schuldenabzug bei der Grundsteuer gewünscht wird, blieb ohne Erfolg. Der Jahresbeitrag ist — ohne Rücksicht auf die Zahl der Hauser — auf 2 Mark gestellt worden. Den Spezialwohnung s nachweis (für Studentemoohimngen) an der Universität ließ man emgehen. Der Verein nimmt grundsätzlich nur Wohnungen von Mitgliedern auf. Im Wohnungsnachweis, Seltersweg 26, kamen 270 Wohnungsanmcldungcu zum Eintrag, wofür 48,20 Mark Einschreibgebühren bezahlt wurden. T^r Verein erhöhte den vor- jäl-rlichen Vortrag von 1061,95 9)tarf auf 1592,20 Mark. Der Geschäftsbericht schließt mit dem Wunsch: „Auch im neuen Jahr mag der Verein, unbeirrt um Gleichgültigkeit oder Uebelwollen, seinen Weg weiterschreiteu und versuchen, als ausglächawer Faktor im Widerstreit der Interessen zu wirken und Dabei den berechtigten Forderungen seiner Äcüglieder aufs beste zu dienen."
In den Vorstand wurden die ausscheidcudar Müglieder Rentner Leo unb Kaufmann Riegel wiedcrgewählt uiiö an Stelle der eine Wiederwahl ablehnenden Mitglieder (Rentner Ehr. Petri V. und Ingenieur Koch) als neue Mitglieder Schreinermeister Hahn und Weißbindermeister Chr. Schmidt gewählt.
lieber Mietverlu st Versicherung sprachen Fabrikant Jnderthal und Rechtsanwalt Raab. Der Zentratoerband hatte, mehr aus versicherungstechnisä-en Gründen, die Spezialversicherung des Mietverluftes aus Anlaß von Brandschaden eür- sühren wollen, jedoch dies noch einmal zurückgestelit. Die privaten Versicherungen für allgemeinen Mietverlust enthalten scharfe Be- Itimmungen und verlangen hohe Beiträge. Eine eigene Versicherung im Rahmen des Vereins ist iwch zu rislant. Doch behält der Vorstarid diese zurzeü noch nicht spruchreife Sache im Auge.
Ueber den Hess. Untcröerbanb und die Berliner Protestversammlung gegen die Reichswcrtzuwachsiteuer, die von Fabrikant Jnderthal und Architekt Hamann besuche war, referierte RechtsamvaU. Ra ah, Derselbe empfahl anläßlich der Neu-
**Das K weiter betriebe wiederum eine tätigten Gerne rung der Ang
M Samstag al . " Maul- y Seuche sind Mi Lörraci «üliiigen, i MdSchalkste * Kirchheim: ’Wn (CG Warenfl W Ludlvic mneü WWbtjirf Ritt W
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Albert Micksslcherhnt Keschädlsunge"? schon wiederholt, «Tnl unausMd Hebung seitens de gestrebt. Auch dnMilglieüecbei Die Frage der mederhotl angei-t fcefteW (unter!) emgefub unb dergleichen ke legalisierten N perordnetemmsiw zu erreichen Ml an bieier Sache zu tragen, w- viel geringem nahmeverhaltmm Sietzen angetrant Sanalgebiihren m aus den ©ernenn grM datz ttotz vorgesehen!, die? mehr, als im Bor die schon ntihmte gebübren und e Herstellung und l nicht aufzmegen, steuer und Gmc fallen müßte.
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