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2.2.1911 Erstes Blatt
 
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Nr. 28

Ter «lehener Snjeifler edtticint täglich, außer EonntaqS. Beilagen: viermal wöchentlich tzietzenerZamilienblättcr, VDeimalroödienil.Kiets-- biati färben Kms Lietzen (Tienstagunb^rciiaa); zweimal monatl. Land wirtschaftliche Zettfra en gerniprech-Aiischlusfe: für die Redaktion 112, Vertag u. Expedition 51 Adresse für Teveschen:

Anzeiqer Wietzen.

Annahme von Anzeigen für die Tagesrunnmer dis vormittags 9 Uhr.

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Donnerstag, 2. Februar M

161. Zahrgang

Erstes Blatt

Bezugspreis: monatlich7öBs., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch .'lbhole- iu Zweigstellen inonat(xd) 65 'lat.; durch dicBost Mk. 2.viertel- jahrL auSlchl. Beitetta. Zcileuvreis: lofallölif., auswärts 20 Bienniq. (5 Ijefrebafteur: 91 Goetz. Herantiuortlich für den politischen Teil: August Goetz; fürFeuille­ton',Vermischtes' und Gerichissaal': K.Neu­rath; fürStabt unb Land": E.Heß; für ben Anzeigenteil: H. Beck.

tzeneral-Anzeiger für Gberyessen

notationsiirnd und Verlag der vrühl'schen Unw.-Vuch- und SteindruSerei R. lange. Nedattian, Expedition und Druckerei: Schnlstrahe 7. vüdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschästrstelle vahnhosstratze 16a.

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von nie» unb

Reich der Erinnerung angehöre.

Der französische Direilor der Kriegsschule, General Bonn al, ertlärte einem Mitarbeiter des Par.ser Jour­nals: Tie rus,ische Armee habe nicht mehr die Auigabe, die Westgrenze zu verteidigen. Der etwaige Feind sei g.wiß nicht meyr Teutschland. Tie russische Armee denke nicht mehr daran, gegen den Westen Front zu machen. Sie gebe sich die Illusion, nach allen Seiten hin Front zu machen, das heißt, nirgends! Das sei daS Ende der be­stimmten militärischen Abmachungen, die die Grundlage und die Daseinsberechtigung des sranzösisch-ru,sischen Büno- nisses bildete.

Paris, 1. Febr. In einer vom Quar d'Orsay stam- utcnbcii Zeitungsnvte wird bezüglich ber Aeußerung des G«.nerals B o n n a l über die Z u c ü ck z i e h u n g b e r r u^s s r i ch e n T r u o - Den von der Westgrenze crtlart, daß Frankreich von den Veränderungen in ben russischen Garnisonen verständigt worden sei und baß bie russische und die irunzösische Regierung stets in vollem Einvernehmen gehandelt hätten.

Zu einem inspirierten Artikel schreibt dieLiberte", es sei zwar unleugbar, daß die Politik der Triple-Eutente eine gewisseLauheitundWankelmütigkeit auirocije. Mer man erleichtere den Gegnern dieser Mächtegruppierung nur ihr Spiel, wenn man unvegründete Alarmruse auslioße, wie dies beispielsweise der sozialistische Deputierte Dumonts mit seiner Anfrage über eine ang.bliche rustische Anleihe tue. In Rußland sei gegenwärtig keine Anleihe nötig. Das einzige finanzielle Geschäft, welches heute eventuell ins Auge gefaßt werde, seien industrielle und kommerzielle Sicherheiten und betreffe bie russischen Bahnen.

Zahntechmrec und Kafienbebar.öluiig.

:: Berlin, 1. Febr.

Ter Reichsversicherungsausschuß verhandelte in1 seiner heutigen Sitzung über die Frage der Zulas s u n g v on Zahntechnil . i n zur A a f i e n b eh a n d l u n g. Nach vent Regierungsemwi , solltengeeignete" Zahntechniker, öcüoimeti und tzcitgehitien zugelaiien roeroen, wo im Bezirk eines Ber- sicherungstragcrs ma)t genug Zahnärzte vorhanden sind, die zu angcmeiienen Bedingungen die Behandlung übernehmen, -ter Ausschuß hat in critcr Lesung Zahnteamiiec auch oljne diese Ein­schränkung zulassen wollen, außer bei Mund- und Äieserkrankheiten. In zweiter Lesung wurde heute nach sehr eingehender Aussprache mit 14 gegen 13 Stimmen ein Antrag Herold '.Ztr.), Lorn. iNtl.) abgelehnt, der in der Hauptsache die Regicrungsoorlag« wiederhersteltcn wollte. Der beMgliche § 136 wurde statt dessen, in folgender Fassung beschlossen:

Bei Zahntranryeiten mit Ausschluß von Mund- und Kiefer- kranlheiten kann die Behandlung außer durch Zahnärzte mit Zustimmung der Bersicherten auch durch Zahntechniter er.olgen. Welche Ansoiderungcn für die Zulassung als Zahntechniker zu stellen sind, wird uurch Verordnung der obersten Berivaltungs - dehöroe bestimmt. Tie oberste Verwaltungsbehörde kann bc-- jiünmen, uiucr welchen Boraaiäsepungen auch Heildiener und

Line Verleumdung des Königs von England vor Gericht.

London,!. Febr. Leute begann das Prozeßverfahren gegen ben der Verleumdung des Königs angeklagten Eduard My 11us vor dem Oberslricl)ter ^ord A.verstonc. Ter Saal ist von Zuhörern dicht besetzt, unter ihnen auch Minister Churchill. Tie Kröne wird durch den Attorney- General Sir Rufus Isaacs, den So.iclurr-Aeneral Sir John Simon, sowie von den Juristen Rowlatt und ?Jiuir vertreten. Aus Lord Aioer,ivns Frage, ob er dura) einen

Die Eröffnung des Landesausschuffes tiir Llsatz-Lothringen.

Straßburg, 1. F^br. Ter Landesausschuß für Elsaß-Lothrmgen ist heute nachmittag zu seiner 38. Tagung zusammen getreten. Der Suatihalter öraf Wedel, dem Staats,ciretär Zorn von Bulach, sowie die Unterstaaisselre- täre Petri unb Mandel zur Seite standen, crvsfnele die Session mit Verlesung einer Ansprache, in der er zunächst der dein Reichstag vorli.grnden beiden Ge.eßcntwü^c betr. die Verfassung Cl^-Lothringens sowie betr. d.e Wahlen zur künftigen Zweiten Kammer gedachte und die Hostnnng aus­sprach, daß das Veriaschngswerk die Zustimmmig J)om Bundesräte und vom Reichstag erhalten werde. Tie Scha­den und Migern.cn in.olge augergewöhn.i^cr Wittcrungs- verhälrni.se hätten eie b ; i n e Stenerausfalte m.t ,ich gebracht und die Aufwendung außeroroentliaier Mittel notwendig gemacht. Wenn ange.ichts der gebotenen rüühaltung es trotzdem genügen sei, ohne w eitere Er­höhung der Steuerzuichläg- den er^orde^elchen Laus, a t im Gleichgewicht zu halten, ,o sei. dies nur durch Zurück­stellung dringender Ausgaben bis zur notwendigen Reform der direlten Steuern möglich gewFen. Tie diesbezüglichen Gese.,entwür.e se.cn fert.ggestctlt, tyre varlamentarifchc Beratung tonne )choch erst nach der Be- Icheiduna der Verlas uugs.c.orm d^rch den Bundesrat und den Reichstag eriolgen. Tcn berechtigten Wünschen zahl­reicher Beamrenrrei.e um Ausbesserung ihrer Bezüge un­mittelbar zu entsprechen, gesta^e leider die gedruckte oinCueverCche^Kanalisation der Mosel von Metz bis Diedcnho^en für Schiffe mit 303 Tonnen Tragfahig- icit wird em genereller Entwurf nebst Kostenansch.ag dem Lande: ausschuß demnächst zugcheu.

kritischen Betrachtung unterzogen. . . ,

Ter Staatssekretär des R e i ch s m a r i n e a m t e erklärte, daß vom Standpunkte seines Ressorts aus jcccr Beiuch beutidjer .Kolonien nützlich und wünscheiiSwert sei, wahrichcnilich sei auch schon für einen spateren Zeitpunkt cm Beuch innerer Kolonien durch ben i>tronprinzen in Aussicht^ geiwninicn. ~cv SiaaLoicfrctär wandte sich ennd)ieben gegen bre abiälltge Mritu, die von sozialdenwkralischer Seite an dec stronpnnzen-Reis^ gelibt wurde. ... , .t . cx - < .

Ter Ausschuß beschäftigte nch ferner noch mit der 5? o 1) c der Wohnungsgeldentschadigungen derBc am tcn iür Kiautschou. Tie Wohnungsgeldbeträge sind gegen das Boiyahr erhöht worben, um den Grunbiatz burdijuiübren, bau alle jaiünml- beamten Anspruch auf freie Wolyiung haben. Gegen bie,e Er­höhung wandte sich ein Zentrumsabgeordneter. Ter Staatssekretär erhob energisch Widerspruch gegen unc wei­tere Verkürzung der Bezüge der Kolonialbeamten, ^djon im vorigen Jahre seien die Zulagen verminoert worben, eine weitere Herabsetzung der Gesamtbezüge wäre ungerechtsertigt.

Aus dem Ausschuß heraus wurde daran erinnert, das; nach dem Kolonialbeamtengesetz jedem Beamten freie Tienstwvhnung ober eine entsprechende Gelbentschübigung znsteht.

Vom Regierungstische aus wurde bestätigt, daß die jetzt im Haushalt vorgeichlagene Regelung des BohnungSgeldes dem Wortlaut des Kolonialbeamtengejetzcs entipndjt Beionders hervorgehoben wurde, daß bie Verhältnisse in Kaautschou bei ber Formulierung ber Paragrapheii dieses Gesetzes volle Berudnch« ligung erfahren hätten. In Kiautschon sei schon eine u.tsteren- zierung zwischen Junggesellen unb Verheirateten gemacht worden, um anszuschließen, daß der unverheiratete Beamte von dem Wohnmtgsgeld Ersparnisse mache. Werbe das Wohnung^- qclb jetzt roieber herabgesetzt, also nur ein Zmchuß gezankt, w würbe besonders für die llnterbeamten eine dringende Notlage eintreten. Ein Teil der betroffenen Beamten scheint genullt zu sein, seine Rechte aus dem Kolonialbcamtengesetz geltend zu madTte Position wurde zunächst bewilligt. Ein Zentrums- abgeordneter stellte aber für die zweite Lesung eine Ent­schließung in Aussicht, in der die Regierung ausaefordert wird, bis zum nächsten Haushalt eine Regelung dahin herbeizuführen, ob in Zukunft stets volle Entschädigung für Dienstwohnungen gewährt wird, oder nur ein Wohnungsgeldzuschuv. Von der PositionHafenbauten in Tientsin" wurden 15000 Mark abgesetzt unb für den Neubau eines Gerichtsgebändes in Tientsin aufgelegt.

Bei ben E r w e r b s b e t r i e b e n (Werft, Dock, Elektrizitäts­werk) beantragt ber Berichterstatter, bei den Wirtschastsabschlüven auch Abschreibungen zu berücksichtigen. Tie Frage wird noch weiter verfolgt werden. Bezüglich der F u n k s p r n ch st a t \ o n in Tsingtau erklärt der Staatssekretär noch, daß durch die in Aussicht genommenen Verbesserungen die Bedeutung der Stationen mindestens verdoppelt werden wird, unb daß wir bei weiterem Ausbau des ganzen Systems nach und nach unabhängig w e r d e n v o n f r e m d l a n d i s ch e n K a b e l g e s e l l s d> a f t c n, die ben Nachrichienverkehr in unerwünschter Weise monopolstieren Somit ist der Haushalt für Kiautschou erledigt.

Aus dem vLdse:aussch«tz des Reichstags.

Berlin, 1. Febr. Budgetausschuß des Reichstages kam heute bei der Weitelberatung des Haushalts für Kiaut)chou

auch die Rückkehr des K r o n pr i n z c n zur Sprache. Vom Zentrum wurde angefragt, ob sich nicht der Wunich der Ko lonie Neu-Guinea verwirklid;en ließe, daß, der Kronprinz dicke Kolonie mit dem KreuzerGneisenau" besucht, liatt bireit Die Rückreise anzutreten. Dieser Anregung wurde von ber ty ort s ch r i t t s p a r t e i und den Sozialbemolraten enk luiicben widersprochen mit dem Hinweis daraus, bau dadurch leicht finanzielle Konsequenzen für das Reich entstehen könnten. Bisher sei das Reich an den Kosten ber Reste nicht beteiligt, wenn nun aber der Reichstag einen bestimmten Wunsch über den Retierocg äußern würde, bann sei leicht zu erwarten, bog man auch einen Zuschuß zu dieser Reise vom Reiche fordern wurde. Im übrigen wurde bie Bedeutung der Kronprinzen-Reste einer

Die heutige Nummer umsaizt IO Seiten.

Der würtlembergische Hultusminifter gegen dar päpstliche vorgehen.

Stuttgart, 1. Febr. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer erhärte der Kultusminister von Fleischhauer: Tie Staatsgewalt könne an der päpstlichen Verfügung nicht achtlos vorüber­gehen. Das motu proprium habe in Universitätskreisen das größte Interesse hervorgerusen. Für den Staat handele es sich in erster Linie um die Frage, welche Wirkung die päpstliche Verfügung auf die Wissen­schaft l i ch e n A r b e i t e n a n d e r U n i v e r s i t ä t a u s- übenwerde. Ta nach dem Erscheinen der Enzyklika Pas- cendi der Bischof von Rottenburg die Erklärung abgegeben hatte, daß bie Vorschriften in der Enzyklika aus die staatlichen Universitäten keine Anwendung sniden, habe der Minister nach dem Erscheinen des motu propriums angenommen, daß auf diese neue Verfügung dasselbe zu- treffcn würde. Tie Richtigkeit dieser Anschauung habe der Bischof bestätigt. Es ist aber nicht zu verkennen, daß für die Zukunft Schwierigkeiten erwachsen könnten. Wenn auch die Lehrfreiheit bei der katholisch-theologischen Fakultät bisher gewissen Schranken unterlag und mit Rück­sicht auf den Zweck der Ausbildung von Kirchendienern stets unterliegen wird, so wird doch die Beschränkung der freien Forschung durch die Gebundenheit, die der geforderte Eid auferlegt, für die Zukunft eine Ver­stärkung --rfahren, welche die Frage auf­werfen wird, inwieweit sie mit der Grund­lage unserer Universitäten vereinbar ist. Ter Staat wird sich nicht leicht dazu entschließen, auf die Aus­bildung der Geistlichen aus staatlichen Universitäten zu verzichten und sie an rein kirchliche Anstalten verweisen. Aber auch die Kirche hat ein Interesse daran, daß iljre Diener bie Fühlung mit dem geistigen Leben der Gegenwart nicht verlieren. Tas Schreiben des Papstes an den Erzbischof von Köln ist allerdings geeignet, die mt sich schon gespannte Lage in bedauerlichem Maße zu verschärfen. Wir wollen auch dieser Kundgebung gegenüber Ruhe und Kaltblütigkeit bewahren.

Rechtsbeistand vertreten sei, antwortete M y l i u s, er werde ich selber verteidigen. Er ersuchte dann, ihm die pri­vaten Briefe zurückzugeben, deren Beschlag- nähme eine grobe Rechtsverletzung sei. Der Richter lehnte dies Ersuchen ab. Der Gefangene ragte, ob der König als Kläger anwesend ei, er wünsche seine Anwesenl)eit, weil jeder Angeklagte berechtigt sei, seinem Kläger im Gerichtshöfe gegenüber­gestellt zu werden. Der Richter erwiderte, der König könne nicht ausgefordert werden, vor dem Gerichtshof zu er- 'cheinen.

Rufus Jsaaes erklärte, es handle fick) um eine Ver­leumdung, welche die Ehre des Königs angreife und daraus berechnet sei, ihn in der Achtung aller viechllichdenkendcu herabzuselzen. Er betonte, daß keine Klage gegen die repubumnischen Gesinnungen des Angekiagien erhoben fei. Die gerichtliche Verfolgung sei eingeleitet, weil der An­geklagte behauptete, daß des Königs Ehe mit der Königin eine schmachvolle Bigamie sei und ein Verbrechen gegen die Kirche. Der Angeklagte habe ferner behauptet, der König habe int Jahre 1890 in Malta die Tochter des Ad­mirals Seymour geheiratet. Als er 1892 Thronerbe ge­worden sei, habe er sie und ihren Sprößling verlassen.

Ter Zustizhaushalt.

Ter Ausschuß begann fobann bie Beratung des JüstizhauL- Halts. Eine Aussprache entspann sich über die Frage der Be­willigung von 120 OO Mk. an Besoldungen für den emzusetzenden Ausschuß zur Neuberatung eines Strafgesetzbuchs. Der Staatssekretär des Neichsjuslizamts teilte nut, baß der Ans­chuß zusammengesetzt werben soll aus 15 b c o r e 11 r e r it unb Praktikern, insbesonbere aus Prosestoren, Mitgliedern des Neichsjustizamts, Angehörigen ber Staatsanwaltschait, der Rechtsanwaltschaft unb richterlichen Mitguebern. Als Mitglied der Rechtsanwaltschaft ist ein bekannter Kriminalist tn Ausucht genommen. Ob noch weitere Mitglieder der Rechtsanwalstchast ernannt werden, hängt von der Befchlußsassuncr der beteiligten Bundesstaaten ab. Einer von diesen habe bereits, einen Rechts­anwalt nominiert. Demgegenüber nahm der Ausschuß eine von fortschrittlicher Seite vorgeichlagene Entschließung mit großer Mehrheit an, daß die 120000 Mk. nur bann bewilligt werden sollen, wenn bis zur zweiten Lesung des Haushalts, vom Reichs­kanzler die Zusicherung gegeben wird, datz in diesen Ausschuß mindestens drei Nechtsanivälte, unb zwar Kriminalisten, als stän­dige Mitglieder berufen werden. A uf Vorschlag der fortschritt­lichen Volkspartei regte der Ausschuß außerdem an, als nichtständige Mitglieder des Ausschusses bei einzelnen Materien einen Pädagogen und einen Vertreter der Presse zuzuziehen.

Damit ist der zustizhaushalt erledigt.

Weiterberatung Dienstag ^Militarhanshott..

um die Prinzessin zu heiraten.

Mit erhobener Stimme erklärte Isaacs, die Geschichte sei von Anfang bis zum Ende ein Gewebe von Unwahr­heiten. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen kündigte Rufus Isaacs an, er werde den Admiral Seymour und seine Tochter, Mrs. Napier, die einen Marineoffizier geheiratet hat, als Zeugen vorladen; er werde den Beweis führen, daß die Tochter des Admirals dem Könige nur zweimal in ihrem Leben begegnet sei, das eine Mal als Kind von acht Jahren, das andere Mal bei einem Empfange, nie­mals aber in Malta.

Admiral Seymour sagte aus, er Habe zwei Tochter gehabt; bie ältere habe im Jahre 1893 den Kapitän 9tapier geheiratet, die jüngere sei 1o9j gestorben. Sie sei niemals verheiratet gewesen und habe niemals mit dem dlönige ge­sprochen. Der König sei überhaupt nie in Malta gewesen, als seine Tochter dort gewesen sei. Mrs. Napier Hube den König bis zum Jahre 1898 nicht gesprochen.

Mrs. N a v i e r saate aus. kmi 18°J gehe"n'?< Sie sei sieben oder acht Jahre alt gewesen,.als der König auf derBritannia" gedient. Sie sei zuerst 1893 nach Ncalta gelommen, fünf Äconate nach der Vermahlung des Königs. Ter Vertreter der Behörden von Malta legte d^s Eheregister von 18861903 vor. Es fei keine Ehe eingetragen, bei welcher der Familienname einer vermählten Seymour und des Königs vorkomme. Ter Prioatse^retär Sir Arthur Bigge, eruärtc, er habe im August 1910 in einem Bries zur Dementierung des Gerückchs von einer morganatischen Vermählung ermächtigt.

Mylius wurde für schuldig befunden und zwölf Monaten Gefängnis verurteilt.

Nach der Urteilsverkündutig sagte Isaacs, er sei bem König ermächtigt, öffentlich zu erklären, daß er mals vermählt gewesen sei, außer mit ber Königin,

daß et sich niemals irgend einer Trauungs-Zeremonie unter­zogen habe, außer mit der Königin. Der König würde der gerichtlichen Verhandlung beigewohnt haben, um ent­sprechendes Zeugnis abzulegen, wenn nicht von ihren juristi­schen Beratern die Krone ein Gutachten erhalten hätte, daß dies der Konstitution widersprechen würde.____________

zranzösijche Aengfte.

Tie ängstliche Erregung über die neu ungebahnte Ver­ständigung zwischen Deutschland und sttußland treibt in Franlreich sonderbare Blüten;

Paris, 1. Febr. Ter konservative Abgeordnete De- lahaye tünbigte an, daß er die Regierung über bie Zu­rückziehung der russischen Truppen von der W e st g r c n z e und die Auslassung der Festungen in Polen parlamentarisch fragen werde. Delahays teilte einem Berichterstatter mit: Der ziriegsminister, mit dem er über bie Angelegenheit gesprochen habe, habe erllärt: Ja, die Russen gehen in ber Tat so vor, aber sie sind frei, wie auch wir frei sind.

Diese Worte des Kriegsministers hätten auf ihn ben Einbruck gemacht, baß das etwaige Zusammenwirken der sranzöfischen und der russtschen Armee nunmehr nur dem