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Festrede über die Bedeutung des Tages halten wird. Stadtoorstand hat beschlossen, den Veteranen von 1866
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tot BrüStierm lasse. Auf die weiteren Angriffe Soxhlets antwortete ich wieder in Rundschreiben an den Verband.
Ich bemerke noch, daß die Witwe eines 'früheren langjährigen 15 r ft en Assistenten der Versuchsstation mir eine Urkunde für 20 000 Mark z um Kauf angeboten hat, aus der sich ergeben soll, daß ich toor 22 Jahren eine Tabelle gefälscht hätte. Ich habe diese Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben.
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Dagegen soll in der Gemarkung Hungen die schöne P^ilbr banmallee bleiben.
# Bersro d, 16. Jan. Vor drei Jahren hat man in unserer Gemeinde durch Zuwerfen des Dorfteiches in der Mitte deS Ortes einen geräumigen freien Platz geschaffen, der, wenn er erst mit Bäumen bepflanzt ist, eine Zierde des des Dorfes werden wird. Vier Straßen ziehen über das Gelände am ehemaligen Teich hin, bezw. daran unmittelbar vorüber. Der Gemeinderat hat beschlossen, das alte Gemeindebackhaus und Spritzenhaus, das an dem Platz liegt, abzureißen und auf dieser Stelle das neue Schulhaus zu errichten. Weiter will man ein neues Gemeindebackhaus auf dem unteren Teil des Platzes gegenüber dem SchulhauS erbauen. Dadurch würde der jetzt gewonnene freie Platz sehr eingeengt, weshalb man sich die Sache vor der Ausführung des Baues sehr überlegen sollte.
X Allendorf a. d. Lumda, 16. Jan. Heute morgen 8/47 Uhr weckten die Feuersignale unsere Einwohner unsanft auS ihrem Morgenschlafe auf. Im Stalle des Joseph Reinberg in der Hintergasie war auf unaufgeklärte Werse Feuer ausgebrochen, das an den daselbst aufgehäuften Stroh- oorräten reichlich Nahrung fand. Dank unserer neuen Wasserleitung gelang es der rasch zur Stelle geeilten Feuerwehr, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, ehe es weiter um sich greifen konnte, so daß außer dem Stalle und dem angrenzenden Wohnhaus andere Gebäulichkeiten nicht beschädigt wurden. Die von den benachbarten Orten herbeigeeilten Wehren brauchten nicht mehr in Tätigkeit zu treten.
^Allendorf a. d. Lahn, 16. Jan. Hier brach gestern abend in der Hofreite des Landwirts Reh Feuer aus, durch das zwei Scheuern nebst Stallungen vernichtet wiirden. Der Feuerwehr gelang e8 im Verein mit den herbeigeeiltcn auswärtigen Wehren, die weitere Verbreitung deS Feuers zu verhindern.
? Hungen, 17. Jan. Am 28. Mai findet hier das 3 2. Jahresfest der hessischen Kirchengesangvereine statt. Dian hofft auf eine starke Beteiligung.
Kreis Lauterbach.
Lauterbach, 16. Jan. Anläßlich der 40. Wiederkehr deS Jahrestages der Wiedererrichtung deS Deutschen Reiches findet im Felsenkeller zum Johannesberg hier eine patriotische Feier statt, wobei Professor Weidig eine
Line folgenschwere Entscheidung im Reichsversicherungsausschuh.
:: Berlin, 17. Jan.
Der Reichsoersicherungsausschuß erledigte heute zunächst einige Bestimmungen über die Mitgliedschaft der Krankenkassen im wesentlichen nach ben Beschlüssen der ersten Lesung. Die Frage der Hälftelung oder Drittelung bei der Zusammensetzung des Vorstandes soll an das Ende der Beratung gesetzt werden. Vor eine fol genschwere Entscheidung wurde der Ausschuß bei dem vor ihm in erster Lesung abgelehnten § 34.3 gestellt. Nach diesem Paragraphen der Regierungsvorlage soll der Vorstand der Landkrankenkassen nicht wie bei den Ortskrankenkassen aus einer Wahl hervorgehen, sondern durch den Gemeindeverband bestellt werden.
Der Staatssekretär des Innern verlangt die WiHerherstellung dieses Paragraphen und erklärt im Auftrage der Verbündeten Regierungen, daß die ganze Reichsversicherungs ordnung ohne den § 3 4 3 unannehmbar sei. Er bei breitet die Behauptung des polnischen Ausschußmitgliedes, daß es sich bei diesem Paragraphen um ein Ausnahmegesetz gegen die Polen fandest. Es komme auch nicht etwa die Verabschiedung eines Teiles der Versicherungs- vrdnung in Frage, denn die Verbündeten Regierungen müßten auf das Ganze verzichten, wenn auch nur einzelne Teile aus der Versicherungs- prdnung in Wegfall kämen.
Mtt Rücksicht auf diese Erklärungen des Staatssekretärs vertagte sich der Ausschuß auf morgen.
Der Staatssekretär gab rnbezug auf den gestern veröffentlichten Entwurf des Priv a.tbeam tenv er si cheru n gs- gesetzes die Erklärung ab, daß der Entwurf dem Bundesrate noch nicht vor gelegen habe. Die Veröffentlichung sei erfolgt, um bei der Kürze der Zeit der Oeffentlichkeit (Belegen* freit zur kritischen Stellungnahme zu geben.
Der Marinehaurhatt im vudgetausschuß.
:: Berlin, 17. Jan.
Im Budgetausschuß des Reichstages wurde die Besprechung häs Zulagewesens in der Marine heute fortgesetzt. Von fort? ch>r ittlicher Sette wurde ausgeführt, daß die bem Haushalt beigegebene Denkschrift über die Zulagen durchaus unvollständig sei, aber trotzdem erkennen lasse, daß trotz der vorjährigen Meichstagsbeschlüsse die Zulagen an gewissen Stellen noch immer viel zu hoch seien. Dies gelte besonders von den Tafelgeldern der höheren Offiziere in auswärtigen Gewässern. Man habe aber nicht erwartet, daß den Heizern, die einen besonders schweren Dienst hätten, .ihre bisherigen Zulagen gekürzt seien. Weiter bemängelt der Redner die der Marine- Rundschau gewährte Subvention von 20 000 Mark, da der Verleger sicher ein glänzendes Geschäft mache.
Staatssekretär von Tirpitz nahm in seiner Entgegnung daruf Bezug, daß die bisherigen Zulagen vom Reichstage genehmigt und nach den Gesichtspunkten, die der Reichstag selbst beschlossen habe, zur Ausführung gebracht worden seien. Die Auslandstafelgelder seien keineswegs zu hoch, denn die Schiffe hätten mt Ausland repräsentative Verpflichtungen. Es sei allerdings nicht zu vermeiden, daß einzelne Kommandanten in dieser Beziehung nicht das erforderliche Pflichtgefühl hätten und zu große Ausgaben machten. Die Höhe der Zulagen rechtfertige sich auch durch den überaus beschwerlichen Dienst, ben die Flotte jetzt in der Nordsee habe. Den Heizern ihre Zulage zu nehmen, sei ihm sehr schwer geworden, sie erhielten aber eine Extraverpflegung. Das Marineamt würde sehr damit einverstanden sein, wenn die Kommission die frühere Vorlage wieder Herstellen wolle; der Abstrich belaufe sich auf eine halbe Million Mark.
Ein Vertreter des Reichsschatzamts bittet, keine neuen Erhöhungen vorzunehmen, weil dadurch unangenehme Präzedenzfälle geschaffen würden.
Der Antrag auf Einsetzung eines Unterausschusses wird mit Rücksicht auf den starken Widerspruch zurückgezogen. In der nächsten Sitzung am Mittwoch soll zunächst der Haushalt des Reichsamts des Innern verhandelt werden.
△ Klein-Linden, 16. Jan. Die Haupt ver-- ammlung unseres Kriegervereins fand gestern auf d«r Burg statt und war von 41 Mitgliedern besucht. Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens des Deutschen Reichs hielt der Vorsitzende Lehrer Keil eine Ansprache, die in ein Hoch auf das geeinte Vaterland ausklang. Der Geburtstag des Kaisers wird am 28. Januar bei Theater, Icbenbcn Bildern und Tanz gefeiert, als Lokal ist die „Deutsche Eiche" be- timmt Nach idem Jahresbericht werden im Verein 44 ^Hessische Kamerad" und 93 Hassiakalender gelesen. Dann erfolgte die Besprechung und Beratung der Normalscchungen der Hassiavereine. Diese wurden mit einigen lokalen Aende- rungen angenommen und beschlossen, daß sie mit der heutigen Versammlung in Kraft treten. Es wurden auf drei Jahre gewählt: 1. Vorsitzender L. Keil, Stellvertreter G. Dönges, Rechner Panzer, Schriftführer Schimmel und Jul. Jung, Beisitzer Phil. Juna, Erb, Schön und W. Weigel. Dem Bereinsrcchner Mandler, der nach 13jähriger fleißiger Amtstätigkeit zurücktrat, sprach der Vorsitzende cmmens des Vereins herzlichen Dank aus.
△ Langsdorf, 17 Jan. An der Straße nach Hungen werden gegenwärtig zahlreiche Wilddänme, Eschen, Akazien, Wildkirschen und dergl. gefällt' Im Herbst sollen an ihrer Stelle Obstbäume gepflanzt werden.
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ÜS'k ad oom Rinderkrankb mit nahezu 30 g" varks nach dem ? befinden sich sieb zwei japomW/J« Hauptstädte von anientansiche Ges Mer E.senbah von Texas Hektar, in einer Gewässern reich it, alle Tiere der M von ha-ienbeck ha" 160 Millionen Ma einer besonderen Ä neuen Stabt vor. dabei auch den £ Gelände durch die machen.
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Duvch>uck>en des Hauses auf dem Boden, auf den man nur durch ustellende Leiter gelangen kann, nachdem er «mfgedeckt hatte die L^che in dem erwähnten Zu- a065 sHE längere Zett eingetreten.
A^lich, daß das Kmd nodj febenb in den Sack gesteckt iS™ “n «»f bem Boden, wo der Sack lag, einen größeren, Iebenfalls von Speichel herrührte, der ans Kind noch lebte. Das Kind ^^schwächlich. Ob die Tat in dem Hause oder X t' 1?ei6 mnn E, unbestreitbar aber bleibt "5. uur eme, mit den Verhältnissen der Famil«
vertraute Persönlichkeit die Tat ausgeführt ™ Untersuchung ergab keinen Anhaltspuntt
m dein Kmde begangenes Stttlickstettsverbrechan, auch ®?}rrcn einer gewaltsamen Tötung. Die Tätigkeit der Polizeihunde war bis jetzt ergebnislos Von gcmtlbct, doL°m ganger
durgerunben wurden.
1870/71, die weniger als 1000 Mk. Jahreseinkommen haben, anläßlich dieses Tages eine einmalige Ehrengabe von 25 Mk. zu überweisen. In Betracht kommen etwa 16 Veteranen.
Starkenburg und Rheinhessen.
n. Offenbach, 17. Jan. Im hiesigen Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs sprach gestern abend im Hotel „Kaiser Friedrich" Stadtpfarrer D. Dr. Wich. Diehl, Darmstadt über „Kulturges chichtliche Bilder aus dem Leben der Vogelsberger Gemeinden im 30jährigen Krieg". Der Redner entledigte sich seiner Aufgabe unter der gespanntesten Aufmerksamtett der zahlreichen Zuhörerschaft. An der Hand von alten Ur- lunden und Aufzeichnungen aus jener Zeit zeichnete er ein naturgetreues Bild von den Zuständen, wie sie in jener traurigen Kriegsepoche im Vogelsberge bestanden, wie oft die gesamte Landbevölkerung in den wenigen festen Platzen Ulrichstein, Schotten, Alsfeld und Nidda Hilfe- und schutzsuchend zusammengepfercht gewesen ist und der Feldbau vollständig darniederlag. Und trotzdem fällt nach Diehls Forschungen gerade in jene Schreckenszeit von 1636 das Aufblühen der Lateinschulen von Butzbach, Alsfeld u a, ein Beweis, wie die Bevölkerung trotz afler schwerer Schicksalsschläge geistig sich weiter zu entwickeln bestrebt war.
m. Offenbach, 17. Jan. Nach dem Verwaltungs-Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters für das Rechnungsjahr 1909 unterscheidet sich die Finanzlage der Stadt nur wenig von der des Vorjahres, bis auf einige Veränderungen der Betriebsrechnung, die in beit erhöhten Einnahmen der Gemeindesteuern ihre Begründung haben. Nach der allgemeinen Uebersicht hat die Stadt ein Vermögen von 48 089 552.19 Mk.; die Schulden beziffern sich auf 31 794 930.31 Mk., so daß also ein reiner Vermögensüberschuß in Höhe von 16 294 621.88 Mk zu verzeichnen ist. Die Einnahme der Betriebsrechnung ist von 5 823 236 chi Vorjahre auf 6 423602 Mk. gestteqen. Die Ausgabe beträgt 6 096 528.82 Mk. gegen 5 807 896 Mk. im Vorjahre. Es ergibt sich somit ein Ueberschuß von 327 073.82 Mk. Die öffentliche Beleuchtung erforderte eine Ausgabe von 90 008.70 Mk. Erhebliche Ausgaben verursachten dre Straßenreinigung mit 178542.56 Mk. (170 500 Mark am Vorjahre), die Unterhaltung der Straßen, Plätze, Brücken und Wege mit 197894.34 Mk. (203 129 Mk i £)' die Schulen mit 924 821.71 (879 932 Mk.), die Polizei mtt 203138.89 Mk. (201000 Mkh die Gesundheitsanstaltm mtt 147132.36 Mk. (196 203 Mk.), die Armenpflege ^7 06156 Mark (358 229 Mk.), die Zwecke des Kreises und der Pr§ mnz 235 237 60 Mk. (209 697 Mik.), die allgemeine Verwaltung mtt 561770.44 Mk. (gegen 376 385 i. V) die ^Ul^^9'236377-12 Mk- (305 455 Mk.)und dstKvA
ÄV ^L(6?943?r Mk-)- Der Mehreinnahme von 071 197.39 Mk. steht eme Ausgabe von 478 474.58 Mk. UHlnruber. Die Mindereinnahme beziffert sich auf 28z 951.60 Mk. In der Vermögensrechnung betragen die Einnahmen 2708032.65 Mk., die Ausgaben 2W313856 Mark, somit bleibt ein Rest ton 424 89^09
Aus Stabt unb Land.
Gießen, 18. Januar 1911.
** Die oberhessische Gesellschaft für Natur- unb Heilkunde hielt unter dem Vorsitz von Professor Dr. Kayser im großen Hörsaal des physikalischen Instituts ihre Jahresversammlung ab, wobei zunächst die bereits vorgeprüfte Jahresrechnung des Vereins anstandslos angenommen und bem Rechner Entlastung erteilt wurde. In den darauffolgenden Vortrag „Das Erdöl", hatten sich zwei Herren geteilt. Privatdozent Dr. Mayer behandelte das Vorkommen und die Entstehung des Erdöls. Danach findet sich das Erdöl, wie man das Rohmaterial am besten nenne, nur in Sedimentober Schichtgesteinen, niemals aber im Eruptiv- oder metamorphem Gestein. Es bat sich in allen Epochen der Erdgeschichte gebildet, und seine lokale Verbreitung ist ziemlich groß. Als Oelflötze, linsenartige Oellager und sogenannte Oelschläuche wird es in porösem Gestein, nicht in Höhlen, durch anderes öl- und gasundurchlässiges Gestein bestimmt umgrenzt. Aus diesen primären ober ursprünglichen Lagerstätten fließt das Steinöl infolge von Hebung und Senkung der Erdschichten in neue, sekundäre Lagerstätten ab. In solchen Fällen findet, sobald die erst horizontal gelagerten Schichten schräg gestellt werden, eine Sonderung nach bem spezifischen Gewichte statt, derart, daß Wasser, Oel und Gas übereinander zu liegen kommen. Beim Anbohren der primärem Oellager entweichen zuerst die auf 40 und mehr Atmosphärendruck hochgespannten Gase, die anfangs das Oel mit in die Höhe reißen, so daß es viele Meter hoch springbrunnenartig aufsteigt und die Umgebung überflutet, sehr zum Nachtett des Oelsuchers. Auch schwer zu löschenbe Brände der leicht entzündlichen Gase sind durchaus nicht selten. Wie ist das Erdöl nun entstanden? Sein Vorkommen im Schichtgestein beweist, daß es nicht auf anorganischem Wege entstanden ist und auch mit, der Bildung der Steinkohle nichts gemeinsam hat. Es rührt vielmehr von untergegangenert Tieren her, die im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausends ifaen Fettgehalt zur Bildung von kohlenwasserstoffhaltigen, d. h. bem Erdöl verwandten Stoffen hergegeben haben. Nicht infolge gewaltsamer Katastrophen ist dies geschehen, sondern ganz allmählich in außerordentlich langen Zetträumen, indem in stagnierendem sauerstoffarmen Wasser eine unvollständige Zersetzung ftatrgefunben batte. Diese unzersetzten Substanzen, mit Ton, Kalk und Sand vermengt, bilden den sogenannten Faulschlamm, der im Lause der Zeit zu festem Gestein verhärtet. — Privatdozent Dr. Beschke erläuterte hierauf die chemische Zusammensetzung und die technische Verwendung des Erdöls. In dem Erdöl sind die verschiedenen Arten von Kohlenwasserstoffgas enthalten, die man nach ihrer chemischen Zusammensetzung mit dem Namen Parafine, Olifine unb Naphtine bezeichnet. Die von früheren Chemikern längere Zeit vertretene Ansicht, wonach das Erdöl durch Einwirkung des Wassers auf Carbide entstanden märe, hätte man jetzt auf- gegeben und es sei unzweifelhaft auf chemischem Wege nachgewiesen, baß es aus Tierleichen entstanden sein müsse, da es gelungen sei, allerdings unter Anwendung eines hohen Athmosphärendrucks, Steinöl auf künstliche Weise herzustellen. Das Rohöl muß nun vor dein Gebrauch gereinigt ober destilliert werden. Außer Petroleum erhält man noch Benzin, das nicht bloß als Fleckenwasser Verwendung findet, sondern auch in der Technik immer größere Anwendung findet, sowie Parafin, Vaselin und Schmieröl. Das an Erdöl reichste Land ist Pennsylvanien in den Vereinigten Staaten Nordamerikas. Das amerikanische Oel hat ferner den Vorzug, den kleinsten Rückstand zu besitzen. Die gesamte Weltproduktion an Erdöl beträgt jährlich rund 6 Milliarden Mark, und Deutschland ist genötigt, ungefähr 120 Millionen Mark für Erdöl ins Ausland fließen zu lassen.
** Knote - Abend. Mau schreibt uns: lieber ben Pianisten des Abends schreibt der Kritiker der „Münchener Neuesten Nachrichten", R. Louis: „Ebenbürtig diesen ausgezeichneten Leistungen stellte sich Hoipianist E. Niemann $nr Seite. Seine kraftvolle Art der Gestaltung imb virtuose technische Behandlung wissen ben Zuhörer stets zu fesseln und sichern ihm bereits jetzt einen Platz unter den besten einheimischen Vertretern seines Instruments". (I. Dez. 1909.) „Die nahezu restlose Bewältigung der immensen technischen und musikalischen Schwierigkeiten, die BrahmS in seinem Variationenwerk cmsgehänst hat, war eine gewaltig imponierende Leistnug und auch mit der femsinnigeu Gestaltung der poetischen Stücke von Neuß konnte der Komponist wie der Zuhörer in gleicher Weise zufrieden sein".
** Sanit ä tsv er ein. Arn Montag abend sand im Ein- jom die Hauptversammlung des San ität s v er e i ns ’tatt. Nach dem Jahresbericht zählt der Verein 602 Mitglieder (20 mehr wie 1909) mit 55 über 18 Jahre alten zahlenden Sölmen und Töchtern. Dem Verein stehen 10 Aerzte zur Verfügung, unter denen die Mitglieder wählen können. An Honorar wurde bezahlt 6056,66 Mk., wozu noch für 15 Fälle Geburtshilfe mit 225 Mk. kommt. Das Vereinsvermögen beträgt rund 1800 Mk. Tie Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl aller ausscheidenden Vorstandsmitglieder. — Nach einem vom Vorsitzende» Bräutigam erstatteten Bericht über die Meinungsverschiedenheit mit den Aerzten, die den Vertrag mit dem Verein für den 31. März d. I. gekündigt haben, ist neuerdings durch das Entgegenkommen der Aerzteschast, das Wirken des Sanitätsvereins vorläufig gesichert. Nach den Vorschlägen der Aerztevereinigung 1 inbl deren Mitglieder bereit, die Familienbehandlung der Vereinsmitglieder weiter zu übernehmen, loenn ihnen für das Mitglied bis 1912 11 Mark und von da an 12 Mk. (im Jahr alsVergütung , gezahlt wird. Wer von den über 18 Jahre alten Söhnen und Töchtern der Mttglieder in die Behandlung mit eingeschlossen sein oll, hat jährlich einen Zuschlag von 3 Mk. zu leisten. Die ■ Bedingung, daß Mitglieder, deren Einkommen während der Mitgliedschaft über 2000 Mk. sich erhöht,, ausgeschlossen werden sollen, ist von den Aerzten fallen gelassen morben. Sie haben aber die 1 Erwartung ausgesprochen, daß Leute, die zu großein Wohlstand ■ gekommen find, die Mitgliedschaft des Vereins aufgeben. In ■ der Besprechung kam zum Ausdruck, daß der Verein solche Mit- : glieder nicht hat. Die Versammlung nahm die von den Aerzten ' gestellten Bedingungen an, damit der Vorstand ein neues Vertrags- oerl)ältnis eingehen kann. Es wurde zum Ausdruck gebraut • die Bedingung, daß ein neu eintretendes Mitglied nur ein Jahres- । ein komm en von weniger als 2000 Mk. haben darf, ben veränderten I heutigen Verhältnissen nicht rnelyr entspreche. Eine Hinaufsetzung ( der Grenze auf 2500 Mk. sei erforderlich, wenn der Verein seine । Wirksamkeit in breiteren Schichten der Bevölkerung entfalten solle. , Der Vorstand wurde beauftragt, gelegentlich deshalb mit den Aerzten zu verhandeln.
Laudkreis Gießen. i
Ein Kiabermotö in Darmstadt.
rm. Darm stadt, 17. Jan.
Ein IKi n d e r m o r d wurde heute früh in dem' Haiise'Bessimger Sttaße 86 entdeckt. Die im Februar 9 Jahre alte Tochter Susauua der Schreinereheleude .färrX Traub, die man seit gestern nachmittag vermißte, wurde beute früh auf dem Boden des Hauses in einem Sack unter Seegras und Sttoh versteckt aufgefunben. Der Körper war zusammengepreßt, Kopf und die nach hinten umgebeugten Beine waren unten, während die blanken Kniee ans dem zu kurzen Sack hervorsahen.
Der Ehemann Traub, der wegen der zurzett in der Schreiiier- finbuftrie herrschenden Arbettsnot tagsüber beim Kanalbau beschäftigt ist, kommt erst abends nach Hmise, ioährend die Frau in tzen Magazinen des Traindepots arbeitet und nur unter Mittag nach Hanse kommt. Die Leute sind arm und beziehen zeitweise Unterstützung vom Holzarbetterverband, sie iverden als solid« und fleißig geschildert. Es sind drei Kinder vorhanden, von denen das älteste, ein Mädchen, elf Jahre alt ist, während das dritte vierjährige Kind sich den Tag über in der Krippe befindet.
£«m alten, an einer belebten Straße gelegenen Hause veftndet ,ich im untersten Stock eine Filiale der Firma Schade V. Füllgrabe, während tut ersten und zweiten Stock je zwei rleine Wohnungen an arme Leute vermietet sind, die meist am Tage auswärts arbeiten. Aehnlich liegen die Verhältnisse im Hinterhaus^ Die Familie Trnujb hatte eine Heine Wohnung ersten Stock über dem Laden traie. Das Hans ist meist leer, bte beiden Mädchen der Eheleute Traub kommen nachmittags iaus der schule nach Hanse. Susanna ging am Montag nach- jButtag gegen 2 Uhr zur Schule, ist aber dort nicht ctngetrmfcn fenb andere Kruder brachten die Schulbücher, die über Mittag F bleiben. Nach Hause Das Mädchen wurde vor
Der ^^chnle von verschiedenen Kindern gesehen und soll auch noch nach Eoll ritt der Dunkelhett in der Umgebung des Hauses «v Word en fein, doch widersprechen sich hierüber die Angaben.
butter Teerte um o Uhr, der Vater um %6 Ufa von der «rbra Kvrück. Beide begaben sich, als sie gehört hatten, daß in b^- toar' nach den benachbarten Spiel- Nnd Ksplatzen aus dw Suche, man forschte bei allen Bekannten. Dl« Mntter begab sich abends 11 Ufa noch nach der' Eisbahn am Bollenfalltor.
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Heffen-Nassau.
() Marburg 17. Jan. Die Marburger und Gießener Burschenschafter veranstalteten heute des 40jährjgen ©ebSSSSSjä S Ä Ruches im Anschluß an einen Umzug
Festkommers in den Stadtsälen.
evrherrateten Sohn und dessen Ehefrau. Während der erstere am Urin und Kopf getroffen wurde, drang die Kugel Unterleib. Beide wurden in die hiesige Minik gebracht, wo die Frau heute früh ihren Ver- letzungen erlag. Der Mörder wurde verhaftet, während
Kinder ins hiesige katholische Schwesternhaus ge- ÄÄ*' St»ats°nwal/sck7°st begib s?ch^tc
gefaket Der Handelsmann Samuel Hecht in Sterbfritz
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