Ausgabe 
17.7.1911 Zweites Blatt
 
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Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.

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Juli 1911

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heißen Tagen badeten täglich 500600 Personen in Anstalt»

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Landkreis Gießen.

Garbenteich, 16. Juli. Heute svormittag der Sattlermeister Georg Briegel im Hausgang so glücklich, daß er das Bein zweimal brach.

auch heute äußerst sahrtüchtig. Morgen früh 6% Uhr beginnt der Passagierdienst. Infolge der starken Nachfrage beabsichtigt die Delag am morgigen Sonntag vier Fahrten. Eine Fahrt zum Besuch von Luzern ist für einen der nächsten Sage angesetzt.

Die vielfach angezweifelte Höchstgeschwindigkeit von 19 Se- lunbenmetern oder 70 Kilometer in der Stunde, wurden von Major Parseval und Geheimrat Hergesell, die eigens zum Be- vbachttmgsziveci nach Friedrichshafen gekommen waren, gemessen und festgestellt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 17. Juli 1911.

Wie soll man wandern?

Wie viele unserer Stadtkinder sind noch immer der Meinung, wenn sie sich m den Sommermonaten, an einem besonders schönen Tage, einen Glimmstengel in den Mund schieben, das Stöckchen zur Hand nehmen und mit Gleich­gesinnten schwatzend und plappernd ein paar Stunden lang im Freien umherschlendern, dann hätten sie genugNatur gekneipt". Die meisten vollziehen diese notwendige Regene­rationskur sogar in möglichst abgekürztem Verfahren, indem sie, kaum aus dem Stadttor heraus, auf dem möglichst näch­sten Waldwege auf die nächste Waldschenke zusleuern. Natur-Genuß ist bei den meisten nur noch ein Fabelwort. Ach, die Bäume sind alle so langweilig grün!" Aber die Dame Natur ist gar eifersüchtig, sie gibt ihre Reize und Segnungen nur dem Liebhaber preis, der sie wirklich von ganzem Herzen, in rechter Liebe umfängt. Der Nerven­arzt Dr. W. Bergmann hat jüngst ein Merkchen (erscheinen lassen,Selbstbefreiung aus nervösen Leiden" (Freiburg- Herder), daß man eine Gebrauchsanweisung für den Natur- grnuß nennen möchte.Das weiche Gras mit seinen Halmen und Rispen, welches lichtgrün dem Boden entquillt; das saftige Moos und die kleinen, unscheinbaren Blümlein mit ihrer Welt von Insekten und Käfern; die Stimmung der Morgen- und Abendlandschaft; das wechselnde Licht des Himmels; das Heulen des Sturmes, das Grollen des Donners und die Märchen des Windes, die Stille des Waldes, die Anmut der Heide, das Wogen des Kornfeldes, der erwachende Frühling, der lichtreiche Sommer, der fruchtbeladene Herbst und der frische Winter mit seinen Eisblumen, seinem Schnee und Rauhfrostlandschaften alles, alles sind Kunstwerke, großartig und erhaben, wohl geeignet, uns in staunender Bewunderung getragen zu halten." So lehrt uns Berg­mann. Unendlich viele aber werden dem entgegnen:Ich habe gar keine Zeit zu so ausgedehnten Naturgenüssen. Mit ein paarmal Luft-Schnappen muß ich mich zufrieden geben". Diesen möchten wir einen Kunstgriff verraten, für den z. B. die Naturheilkunde in fast allen ihren Schriften plädiert und für den besonders der bekannte Dr. Schreber seinerzeit io warm eingetreten ist es ist das systematische Tiefatmen. Wer täglich nur eine Stunde oder Sonntags zwei bis vier Stunden, in möglichst freier Luft, in leichten Kleidern syste­matisches Tiefatmen treibt (langsam durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen), der wird von diesen paar Stunden Spaziergang viel mehr Bluterneuerung, Lebens- erfrischnng, Erneuerung der Lebensfreudigkeit mit nach Hause bringen, als wenn er sonst tagelang auf sogen.Ausflügen" mit lärmenden, möglichst reichlich Alkohol konsumierenden Weggenossen sich in der schönsten Wald- oder Berggegend umhertreibt.

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Bei der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen sind im 2. Vierteljahr des laufenden Jahres 716 Un­fallanzeigen eingegangen. In 468 Fällen wurde erstmalig eine Entschädigung festgesetzt, darunter in 16 Fällen das gesetz- liche Sterbegeld ober eine Angehörigenrente gewährt, weil die Verletzung den Tod zur Folge gehabt hatte. Von dem Recht der Uebernahme einer Krankenhausbehandlung wurde in 30 Fällen Gebrauch gemacht und diese Unfallverletzten einem Krankenhause oder einer für die Nachbehandlung eingerichteten Privatanstalt überwiesen.

** Vom Schlachthof. Die Prüfung der garan­tierten .Höchstleistung der neuen Maschinen und der Eis­fabrik wurde nun vorgenommen und sie hat ein gutes, zufriedenstellendes Ergebnis gehabt. Ganz besonders gut

Gewerbliche Revisionen.

In den MonateirAp r il, M a i und Juni wurden in Gießen revidiert:

1. Die Geschäftsbücher der Güterhändler gemäß Gesetz vom 27. Juni 1908. 2. Pfandleiher und Trödler auf Grund der Ver­ordnung vorn 2. August 1899. 3. Obst- und Backwarcnverkauf auf Privatplätzen an Sonntagen noch Ladenschluß. 4. Die Mi­neralwasserfabriken in Bezug auf Einrichtung und Beschaffenheit der Gerätschaften auf Grund der Polizei-Veordiiung vorn 21. Mai 1906. 5. Verkauf von bleihaltigen Haars,ärbernttttln bei Gewerbetreibenden auf Grund des Reichsoesetzes vom 5. Juli 1887. 6. Die Steinhauereien und Steinbrüche in Bezug auf Einrichtung und Betrieb auf Grund der Bundesratsbestim­mungen vom 31. Mai 1909. 7. Die Gräbereien und Steinbrüche auf Grund der Polizeiverordnung vom 16. Dezember 1902 und des Art. 284 des Polizei-Strafgesetzes; in einem Falle wurde wegen liebertretung des § 27 der Verordnung Anzeige erhoben. 8. Gumniiwarenfabriien in Bezug aus die gestellten Bedingungen 9. Die Petroleumtankwagen und verschiedene Petroleumlager auf Grund der gestellten Bedingungen und der Verordnung vom 20. Mai 1903. 10. Bier Händler bezüglich Führung von Bieren unter dem NamenMalzbier", auf Grund des §" 6 des Brau­steuergesetzes. 11. Die Unterkunftsräume und.Aborte auf Bau­stellen nach der Polizeiverordnung vom 18. September 1900. 12. Dampfkesselanlage der Molkerei wegen Aufstellung eines neuen Kessels an der Stelle des alten. 13. Sitzgelegenheit für Bedienstete in den offenen Verkaufsstellen auf Grund der Bekanntmachung vom 28. Nov. 1900. 14. Die Bandagisten in Bezug auf Anfertigung von Präiervativs nsw. auf Grund der Bekanntmachung vom 30. Ja­nuar 1903. 15. Die Karbidlager bei den Gewerbetreibenden auf Grund der Polizeiverordnung vom 4. April 1906. 16 La­gerung und Aufbewahrung von giftartigen Farben bei den Ge­werbetreibenden nach der Verordnung vom 17. April 1895. 17. Die Bäckereien und damit.verbundenen Konditoreien auf Grund der Bundesratsverordnung vom 4. März 1896 und der Polizei­verordnung vom 20. Oktober 1907. 18. Verschiedene Benzin- und Benzollager auf Grund der Verordnung vom 20. Mai 1903 und der gestellten Bedingungen. 19. Die Warenhäuser in Bezug auf Feuersicherheit nach den ministeriellen Bestimmungen vom 15. Juni 1905. 20. Verschiedene Dampfkesselanlagen aus Grund gestellter Bedingungen. 21. Die Backsteinbrennereien in Bezug aus Einrichtung und Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen aus Grund der Polizeiverordnung vom 1. April 1907 und der Bekanntmachung vom 21. Februar 1910 22. Die Borstenzurichtereien bezüglich Desinfektion ausländischer Borsten und Impfung ausländiscfar Arbeiter. 23. Die Kleider- und Wäschekonfektionen, sowie Putzmachereien auf Grund des SS 163 der Ausführungsanweisung der Gewerbeordnung. 24 Tic -rruchteishimdler in Bezug auf Reinlichkeit der Geräte und des Materials. 25. Weißgerbereieu. 26. .Häute und Fell-Lager auf Grund des Lokal-Reglenrents vom 7. Januar 1888 27 Die Barbier- und Friseurgeschäfte auf Grund der Polizewerordnung vom 14- Juni-1904 und der Bekanntmachung vom 20 De- jember 1909. 28. Biographen und Kinematographen. 29 Bade­anstalten m Bezug auf Beschäftigung von Personal an Sonn­tagen. 30. 126 Werkstätten des Handwerks mit Motorbetrieb m denen wqendliche Arbeiter und Arbeiterinnen auf Grund der bundesratlichen Bestimmung vom 13. Juli 1900, des S 107 der Gewerbeordnung und der Bekanntmachung vom 1? Sa» nuar 1910tejdfaftigtwerden. 31. Die Gast- und Schankwirtschaften fazuglich Beschäftigung des fremden Personals, Einhaltung und Eintrag der Ruhezeiten in dos zu führende Buch auf Grund her

stehen doch sollen die Beobachter abgelöst werden. NachPetemr Mitteilungen" will Dr. Knoche auf der Rückreise den Juan Fermmdez-Jnseln einen Besuch abstatten, um hier, wenn möglich, ebenfalls meteorologische und seismische Beobachtungen zu organi- Neren. Auf der Ueberfahrt sollen ozeanographische Beobachtungen wrgestellr werden.

Zitronensäure als Sterilisations- mittel. In derNature" wird ein ebenso einfaches wie wirksames Mittel zur Reinigung von Trinkwasser ange­geben, das übrigens schon lange als Hausmittel bekannt ist, aber wieder ins Gedächtnis zurückgerufen zu werden ver­dient Dr. Christmas, der es nachgeprüft hat, ist dabei von der -Tatsache ausgegangen, daß Cholera- und Typhus- bazillcn in Wasser, das 6 bis 8 Zehntausendstel Zitronen- saure^enthält,^zugrunde gehen. Einige Gramm der genann­ten «saure reinigen einen ganzen Eimer Wasser von den verderblichen Bakterien; um seinen 'Geschmack zu verbessern, rann man ein wenig gewöhnlichen Zitronensaft hinzu- Mischen. Ilebrigens ist dieser inhen Tropen als bewährtes Heilmittel gegen das gelbe Fieber längst bekannt.

.. 1 Ern vermeintlicher Schädling. Mit vielem Unrecht verfolgt man den Ohrwurm, weil er angeblich dem Menschen ms Ohr kriecht und das Trommelfell zerbeißt. Wissen- schastlich, ist ein solcher Fall noch niemals festgestellt worden. Wohl ist y möglich daß ein Ohrwurm einem im Grase liegenden v?T-tni kriecht. Das passiert aber mit anderem Gewürm aud). Für den Garten ist der Ohrwurm ein durchaus nützliches £TCr, nHr ?er ganz lange, noch flügellose Ohrwurm ist in einer k15 Daseins Vegetarianer, also für den Garten

S11 omabling. -Loti) ist dies so unbedeutend, daß es gar nicht in Fracht kommt gegenüber dem stützen, den das Tier leistet, indem eSHeine Lchadlinge vertilgt, wie Blatt- und Schildläuse, kleine Mupen, <yhegcn, Erdflöhe, Maden, Puppen usw., selbst Rcgen- Wilrmer und Schnecken überfällt er. Man hat lange Zett Ohr- wunner zu den Pflanzensreifern gezählt, und daher mag der Machen schädlich werden können, Mtts^bracht wordciiiein. Ein französischer Naturforscher, Adolphe SSr* bat neuerdings mit gefangenen Ohrwürmern Versuche angestellt und nacbgcnneien, baß diese Tiere selbst nach wochen- langem Hungern kerne Pflanzenstoffe nahmen, aber sich gierig r3Ät «äbAm öewDrten lieber ifre eiflen

erer. nl-,. bau Ne von Blattern trauen. Er hat ferner nadMerotefen trafe m einem ©arten m der Nabe einer alten Bank die vihV rerften Dhritnirmetn zum.Schlupwinfel diente, baä Obft torit »°r> Insekten an-mretfen iwr als in den anderen TÄlen eZ^-mutme Forscher nximt daher

Bor der Vertagung der Ohrwürmer ganz entschiedm.

18. Wetterauer Sauturnfest.

Uffenheim, 16. Juli.

Vom herrlichsten Wetter begiinfrigt t«nb baue hier 18. Gauturnsest des Gaues Wetteran unter dem Pr--tektorat des Grasen Franz ,n Solnrs-Rodelhetm.Atte^tm statt Tvn Fcstzug voran ritten zwei Retter in mittelalterlicher -seaAt m den Gräslich-SolmSschen Farben. Aus dem SefaM Jnett der Gauvvrstbende Wild. Dorsch °°n Woltershetnr die Begrutzungz. rede. Tie eigentliche Festtede hielt Starrer Schier.Assanhemk. Tie Tochter des Landwirts Ba tz . Eitle Vatz. Mach einen Brolog und übergab dann die bem Turnverein Asp'nfaim gestiftete tyamte. Fräulein Martha Staph überreichte hieraus >eine von den Jmrg- frauen Assenheims geftiftete Fohncnschleilc mit einer Ansprache. Ter Verein Assenheirn hat zwei Führungspreiie auSgegtJen, wovon den ersten Preis Wölfersheim, den zweiten Groß-Karben erhielt. Preise erhielten in der ., , ,

Oberstufe- 1. Preis W. Neumann, Bleichenbach, mit 137 Punkten; 2. Friedr. Schütz, Frietck.-Fauerbach mit 131; 3. Tobias Weisbecker, beldenbergen, mit 124; 4. Ferd, Roth, Tv. Kaichen und Karl Westerweller, Bruchenbrücken, mtt 123; 5. Otto Fertig, Tv. Bruchenbrücken, mit 121V»; 6. Karl Bing, Tv. Frisch auf-Leihgestcrn, mit 118; 7. Beruh. Wagner, Södel, mit U5i/o; 8. PH. Stötzer, Nieder-Rosbach, mit 114V»; 9. PH.. Fertig, Assenheirn, mit 113; 10. Will). Arnold, Leihgestern, mit 1121/»: 11. Alfred Stäbs, Assenheirn, mit 112; 12. Fritz Bellttiger,''Erbstadt, mit 111 Vs: 13. Richard Äillenbnrnd, Bleichen^ bach und Ernst Naumann, Bleichenbach, mit 110; 14. L. Bern­harb, Ober-Rosbach und Georg Heyer, Schwalheim, mit 109Vs; 15. Karl Becker, Robheim v. b. L>. und Karl Lempp, Rodheiiw v. b H 108; 16. PH. Klee, Wölfersheim, mit 107V?; 17. Georg Fritzges, Beienheim, mit 106; 18. Rud. Bopp, Wölfersheim, mit 105 19. Karl Schmidt, Reichelsheim i. d. W. und Otto Heß, Leihgestern, mit 104VZ; 20. Konrad Müller, Schwalheim, mit 104.

Unterstufe: 1. Preis Karl Grimmel, Leihgestern, mit 1491.» Punkten; 2. Will;. Michel, Bruchenbrücken, mit 131i/a; 3. Otto Em r ich, Bleichenbach, mit 121; 4. Karl Dalwitz, mit 120V»: 5. Heinrich Schweizer, Assenheirn, mit 120; 6. Konrad Zöller, Pohl-Göns, mit 119Vs; 7. Friedr. Schmidt- berger, Kaichen, mit 118; 8. Heinrich Dämon, Hoch-Weisel, mit 116; 9. Karl Diehl, Pohl-Göns, mit II51/2; 10. WiLh. Langsdorf, Pohl-Göns, mit 1141/2; 11. Otto Stüber, Wölfers­heim, mit IU1/2; 12. Friebr. Alter, Berftpdt, Heinr. Schwab, Geiß-Nidda und Karl Schneider, Friedb.-Fauerbach, mit HO1/?; 13. Wilh. Häuser, Leihgestern, mit 109V»; 14. Adolf Eckhold, Reichelsheim i. b. W., Adolf Meub, Reichelsheim i. d. W. und Albert Singer, Bingenheim, mit 107; 15. Hugo Kraft, Wohst^ bach, mit 106; 16. Heinrich Kraft, Bleichenbach, mit 104.

Verordnung vom 25. Januar 1902. 32. Dampsinolkerei in Bezug auf Beschäftigung von Arbeiterinnen auf. Grund der Stfannt» machung des Reichskanzlers vom 4 Juni 1910. 33. 55 Metz­gereien auf Grund der Polizeiverorbnung vom 2. Januar 1891, das Schlachtwesen der Stabt Gießen betrefsend^ hie­

sigen und auswärtigen Bäcker und Brothänbler auf Gewicht bes Brotes und auf Namenszeichen nach der ^olizeiverordrmng vorn 27. Juni 1907. 35. 193 Milchhandler auf spezifisches Gewicht ben Milch, Reinlichkeit der Gefäße und Wagen 36 Äußerem wurbm 69 Nahrungs- niid Genußmittelproben erhoben, darunter 46 Milch­proben, und dem chemischen Unter, uchungvamt übergeben. Bei Mei Milchproben wurde Wasserzusatz festgestellt nrch An mge^gegen die Beschuldigten wegen Vergehens gegen das Nahrungsmtttel- gesetz erhoben. In einem Falle enttvrach die Milch nicht den Be- sttnrmungen der Milchverkaussoronung in Bezug auf Fettgehalt

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Müller'fche Badeanstalt.

Wasserwärme d e r L ahn am 17. Juli: 17° K

arbeitete die Einrichtung zur Herstellung von Eis, dessen Güte hervorragend ist. Das Eis wird aus Queckbornier Quellwasser hergestellt und vor dem Gefrieren durch einen Filler und einen Kondensator getrieben, so daß es den höchsten hygienischen Anforderungen entspricht. Die ferti­gen Eisblöcke, die etwa 50 Pfund wiegen, sind aber auch bedeutend fester wie das sonstige Kunsteis. Die Güte des Eises, das in täglichen Mengen von 120 Zentnern her- gestellt wird, macht es besonders allen Nahrungsmittel­geschäften empfehlenswert. Eine große Anzahl von Ge­schäften sind bereits ständige Abnehmer geworden und das Werk gibt sein Erzeugnis an alle Geschäftsleute ab.

Die Provinzial-Jrrenanstalt hat am Freitag bei ihrem Maschinenhause eine Feuerlöschprobe mit dem be­kannten Löschapparat Minimax angestellt, die zur vollen Zu­friedenheit aussiel. 14 Apparate wurden zur sofortigen Lieferung in Auftrag gegeben. Auch unser neues Stadttheater hat jetzt 14 Minimax.

* Ein Automobilklub als Ortsgruppe Gießen des Deutschen Kraftfahrer-Verbandes soll hier begründet werden, zu diesem Zweck soll im Laufe der Woche eine Versammlung stattfinden.

" Das städtische Freibad an der Lahn wurde im Mai, seit seiner Eröffnung am 15. Mai, von 1563 Bade­gästen (gegen 3776 im gleichen Zeitraum im Jahre 1910) besucht, im Juni von 5441 Badenden (6195). In den letzten

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Vermischtes.

* Ein Meister der Schaufen ft erdekoriation. In Miseren Tagen des künstlerisckMN Ehrgeizes in der Dekoration Don Schaufenstern mag ein lustiger Fall aus bem Londoner Geschäfts­leben erzählt sein, der in einer englischen Wochenschrift wied«r- gegeben ist. Int Wettbewerb um die Erlangung eines Schaufens^Lr- dekorateurpoftens meldet sich ein schön gelockter junger Ma-nr Zwischen Chef und Bewerber entspinnt sich folgender Diall'^:. Haben Sie in Ihrer Kunst auch Erfahrungen unb Erfolge?" In meiner jetzigen Stellung habe ich erst in dieser Woche ein Fenster arrangiert, an deni nicht eine einzige Frau vorüber- ging: eine jede mußte fteyen bleiben unb hineinschatuen."Das will schon was heißen," meint der Chef beifällig nickend,Sie sind mein Mann. In welcher Branche waren Sie intb was haben Sie in das Fenster gestellt?" Lakonisch kant die Antwott: Spiegel! . . ."

* Taufe am ©ar g e der Mutter. Eine ebenso eigm» artige wie ergreifende Taufe, der der Reichskanzler von Bethmmm- Hollweg mit Gemahlin und Töchtern beiwohnte, fand auf Schloß Buckow, dem Wohnsitz bei bekanntlich in voriger Woche ver­storbenen Frau Rittergutsbesitzer Clementine von Flemming, geb. von P f u e l, einer Schwester der Frau von Bethun>ann--Hollweg, statt. In der Schloßkapelle, in der inmitten zahlreicher und prächtiger Blumen bic irdischen Ueberreffc der Dahingeschiedenen aufgebahrt waren, wurde eine Trauerfeier im engsten Familien­kreise abgehalten, an die sich dann am Sarge der Mutter bic Taufe der Tochter der im Alter von 30 Jahren Verstorbenen an- schloß, deren Geburt der Frau das Leben gekostet hat. Bei der Taufe, bei der der Reichskanzler als Pate fungierte, evhielt der Täufling durch ben Buckower Ortspfarrer die Namen Clemen­tine Agnes Dolorosa.

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Lich, 16. Juli. Kellermeister Ernst Häfner ist seit 25 Jahren in der Brauerei Jhring beschäftigt; mit dem heutigen Tage konnte er das Jubiläum begehen.

-m. Hungen, 16. Juli. An dem Bahnübergang bei Bellersheim ereignete sich gestern früh ein schwerer Un­glück S f a l l. Als der 15jährige Otto Koch aus Trais-Horloff gegen 7 Uhr mit einem Emspänner-Fuhrwerk den Uebergaua passierte, kam gerade der Personenzug HungenFriedberg heran, dessen Maschine den hinteren Teil des WagenS erfaßte. Der Wagen wurde zertrümmert und der junge Fuhrmann herausgeschleudert, wobei er erhebliche Verletzungen erlitt und mit dem Zuge sofort nach Friedberg ins Kranken­haus transportiert ivurde. Das Pferd blieb unverletzt.

Starkenbutg und ^lheinhessen.

m. Au s dem Kreise Offenbach, 16. Juli. In Dudenhofen wurde am Samstag bis Montag unter äußerst zahlreicher Beteiligung der Bruderwehren der 19. Kreisfeuermehrtag des Kreises Offenbach in Verbindung mit der Bannerweihe des festgebenden Vereins, der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, abgehalten.

X. Dietesheim (Kreis Offenbach), 16. Juli. Heute feierte der Bezirk Seligenstadt der Kriegerkameradschaft Hassia" hier sein Bezirksfest, zugleich fand die Einweihung des Kriegerdenkmals statt, das vor der Ortskirche errichtet wurde.

ch. Bingen, 16. Juli. Auch in der Gemarkung Bingen wurde jetzt die Reblaus gefunden und zwar auf dem Rochusoerg hinter der sogen. Teufelshütte. Gestern wurde im nahen Münster die 82 Jahre alte Frau Klingler von dort von dem vom Hunsrück kommenden, um 5 Uhr in Bingerbrück eintreffenden Personenzuge totgesahren. Als ganz besonders angenehm macht sich in diesem JÜhre die gänzliche Abwesenheit der Schnaken bemerkbar. Die gründliche Winterbelämpfung hatte also Erfolg.

Keine hohe Besteuerung ist es, wenn Sie Ihren

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Ltgenjrhaften kostet Mprrhotmsepe nur 50 Ps. das Stück. bB/d

Temperatur am 15. bis 16. Juli --- 4- 18,91 »X 0,21 U - +

Briefkasten der Redaktion.

K. Huugcn.Jeldbereinigungs-Assessoren" gibt es nicht; die erwähnte Angabe ist also falsch.

Spielplan der vereinigten frankfurter^»tadttheater.

Opernhaus.

Montag den 17. Juli, abends ly2 Uhr:Der Zigeunerbaron." Dienstag den 18. Juli"):Fidelio." Mittwoch den 19. Juli, abends 7ff, Uhr:Madame Butterfly." Donnerstag den 20. Juli: "Der Rosenkavalier." Freitag den 21. Juli, abends 7ff, Uhr :Die geschiedene Frau." Samstag den 22. Juli, abends 6y Uhr: Lohengrm." Sonntag den 23. Juli:Aida." Montag den 24. Juki, abeubs 7)4 Ufa:Der Grai von Luxemburg." Dienstag den 2o. Juli:Joses und seine Brüder." Mittivoch den 26. Juli, abends 7% Ufa:Der Bettelstudent."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Ufa, Verantwortlich fürAus Swdt und Land" i. 23?K. Neurath.

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