Airche und Schule.
rm. Darmstadt, 15. Mai. Die 32. allgemeine %on» f er cm 5 der cd an g Geistlichen der Provinz Starkenburg tagte heute früh bei guter Beteiligung unter dem Vorsitz des Prälaten D. FIöring und beschäftigte man sich in der Hauptsache mit dem Thema: „Die Erholungen unseres Volkes in religiöser iuti> ethischer Beleuchtung. Berichterstatter waren Pfarrer Marx-Walldorf und Eckel-Lampertheim. Die von dem Berichterstatter Marx aufgestellten Leitsätze beschäftigten sich mit den Fragen: 1. Was gehen die Erholungen und Vergnügungen unsere Kirche an? 2. Welche Mißstände und Gefahren liegen vor? 3. Welche Forderungen sind zu erheben? Zu Frage drei wurden U. a. geantwortet: Gestaltung unserer Vergnügungen zu wirklichen Erholungen an Leib und Seele. Rückkehr zu größerer Einfachheit. Pflege der Freude an Natur, Kunst und Vaterland, Reform unserer Volksfeste. Mehr Herz für die aus der Schule entlassene Jugend und eirdlich Fühlung mit verwandten, außer- kirchlichen, weltlichen Bestrebungen. Eine diesbezügliche von Prälat D. Flöring verfaßte Entschließung fand einstimmig Annahme.
Landwirtschaft.
0 Alsfeld, 13. Mai. In der heutigen Vor stands-- sitzung des Kreisziegenzuchtvereins Alsfeld kam zur Verhandlung, daß die Pflege der Ziegen in bezug auf Haar und Klauen viel zu wünschen übrig lasse. Es dürfte sich daher empfehlen und ist den.Ziegenzüchtern und besonders den Mitgliedern des Ziegenzuchtvereins Alsfeld nur zu raten, außer der übrigen Pflege der Ziegen, auch die Haar- und Klauenpflege nicht zu vernachlässigen oder gar zu unterlassen; denn diese haben bei den Käufern aus den Gesamteindruck der Tiere eine besondere Wertschätzung. Sobald ein Tier struppig aussieht und seine Stellung durch lange, nicht richtig geschnittene Klauen beeinträchtigt wird, macht es einen widerwärtigen Eindruck. Es wird daran gemäkelt und darauf nicht geboten oder der Preis wird heruntergedrückt, und der Züchter ist enttäuscht, trägt aber selbst die Schuld daran.
wandern und Reisen.
— V. H. C. Zweigverein Gießen. Die letzte Vereinswanderung führte 86 Teilnehmer bei sehr schönem Wetter in den Taunus. Die Wanderung sührte zunächst über den Johannesberg durch frischgrünen Wald und dann der guten Landstraße nach zum Forsthaus Winterstein, wo Frühstückrast gehalten imirbe. Hierauf ging es über den Winterstein, dessen Aussichtswarte leider nur eine beschränkte Aussicht bot, zur Kapersburg, zu deren Besichtigung und Erläuterung eine kurze Ruhepause gemacht wurde. Tie weitere SBaiibenmg sührte zu der Lochmühle und dann nach längerer Rast zur Sa al bürg, die ebenfalls eingehend besichtigt wurde. Hier war die Vereinswanderung als solche zu Ende; die Teilnehmer trennten sich je nach Neigung, um teils noch Homburg zu besuchen und teils die Wanderung durch das liebliche Köpperner- tal nach Friedrichsdorf fortzusetzen.
— 2 ich, 12. Mai. Der hiesige Zweigverein des V. H. C. gab zum erstenmal einen gedruckten Wanderplan heraus. Folgende Wanderungen kommen zur Ausführung: 17. April: Lich-Garben- teich—Schiffenberg—Lich; 28. Mai: Hauptversammlung in Laubach. Abmarsch 1 Uhr nach,nittags über Nonnenrolh— Röthges nach Laubach; Rückfahrt mit der Bahn von Münster (Führer: Lorentz); 18. Juni: Lich—Ettingshausen—Grünberg (Führer: Dörmeri; 2. Juli: Hoherodskovisest. Lich—Schotten—Hoherodskopf—Hart- n,annshain (Führer: Lorentz und Erb); 20. Augusi: Lich—Butzbach, dann Wanderung über Münster—Ziegenberg—Forsthaus Hubertus— Bad-Nauheim (Führer: L. Jhring); 3. September: Gesamtausflug der V. H.-C.-Vereine zur 30)ährigen Gründungsfeier nach Schotten. Von Lich nach Laubach per Bahn 8" Uhr, dann Wanderung über das Jägerhaus nach Schotten (Führer: Rau); 27. September: Lich—Gießen—Bieber—Dünsberg—Hohensolms—Wetzlar (Führer: Lorentz); 15. Oktober: Lich—Ober-Widdersheim—Häuserhof—Salzhausen—Nidda (Führer: Zimmermann).
O Friedberg, 15. Mai. Der Taunusklub „Wetter au" feierte gestern nach einem mehrstündigen Marsch durch die ausgedehnte^ Waldungen der südlichen Wetteraü an, her .Stern
bacher Kirche im) Wickstüd-ter Wald fern Familienfest bei guter Beteiligung aus Friedberg und Bad-NauhÄitt.
** Fr ankfurter Gäste. Am Sonntag weilte der rührige Ztweigverein Frankfurt des V. H. C. während mehrerer Stunden in unserer Stadt. Die Frankfurter, in der Stärke von ca. 70 Teilnehmern, hatten eine herrliche Wanderung hinter sich. Sie waren in aller Frühe nach Rödgen gefahren und wanderten von dort durch das Busecker Tal über Großen- Buseck, wo sie Park, Schloß und Kirche besichtigten nach Beuern, um den ersten Aufenthalt zu nehmen. Der Weitermarsch führte über den Hangei st ein, den sie unter Berührung aller hervorragenden Punkte durchquerten, um bei der Schutzhütte an einem Fasse Aepfelwein, ihrem Nationalgetränk, das Wirt Rabenau von Alten-Buseck heraufbesorgt hatte, den durch die große Hitze entstandenen Durst gründlich zu löschen, lieber Wieseck und den Philosophenwald wanderten sie hierauf zum Hotel Schütz, wo sie Aufenthalt nahmen. Hier hatte sich inzwischen eine stattliche Anzahl Gießener V. H. C. - Mitglieder, darunter mehrere Damen, eingefunden, um die auswärtigen Freunde willkommen zu heißen. In der nun folgenden Tagung begrüßte der Schriftführer des V. H. C. Gießen, C. Faber, die Gäste auf das herzlichste, worauf der Schriftführer der Frankfurter, Lehrer Ritter, ebenso herzlich dankte und namentlich über die prächtige Umgebung unserer Vaterstadt sein Entzücken a^ssprach. So flössen die Stunden unter Ansprachen, Scherz und Gesang im Fluge dahin und nach einer zündenden Ansprache des wackeren Vorsitzenden der Frankfurter, Prof. Bender, die dem guten Einvernehmen der beiden Brudervereine galt und mit einem begeisterten „Frisch auf" auf die Damen schloß, verließen die Wanderer hochbefriedigt die gastliche Stätte.
Markte.
fc. Frankfurt a.M. Vi ehbof-Markt beri cht vom 15. Mai. Auftrieb: 1293 Rinder, 589 Ochsen, 59 Bullen, 645 Kühe und Färsen, 299 Kälber, 262 Schafe, 2106 Schweine.
Tendenz: Rinder langsam, bleibt Uederstand; Kälber flau, vusverkauft; Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine belebt, bleibt Uederstand. Preis für 100 Pfd.
Lebend- Schlachtgewicht
Ochsen. Mk. Mk.
Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht
wertes, 4—7 Jahre alt • . 49—54 89—93 die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . 44—43 80—87 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere
ausgemästete 41—43 75—79
Bullen.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 43—47 71—78
Vollfleischige, jüngere 41—42 66—70
Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 37—38 67—69 Färsen, Kühe.
Vollfleischige ausgenu Färsen höchst. Schlachtw. 45—47 81—84
Vollfleijchlge ausgemäsleteKühe höchstenSchlacht-
wertes bis zu 7 Jahren 43—46 80—83 wenig gut entwickelte Färsen 40—42 77—81
ältere ausgemästete Kühe . ...... 85—40 65—74
Mäßig genährte Kühe und Färsen .... 30—34 60—68 Gering genährte Kühe und Färsen .... 20—27 46—54
Kälber.
Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 50—55 85—93
Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 44—48 75—81
Schafe.
Stallmastschafe:
Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 43—45 88—90
Schweine.
Vollfleischige Schweine von 80—100 kg
Lebendgewicht 45.00—47.00 58.00—60.00
Vollstelscknge Sch,seine unter 80 kg
Lebendgewicht 44.50—47.00 57.00—60.00
Vollfleischige Schweine von 100—120 kg
Lebendgewicht 45.00—47.00 56.00—59.00
Vollfleischige Schweine von 120—150 kg
Lebendgewicht ....... 45,00—47.00 56.00—59.00
ic. Frankfurt a. M., 15. Mai. (Orig.-Telegr. de? „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpresie. Weizen Mk. 21.25—00.00, Kurhess. Mk.21.25—21.30, nordd. 00 Mk. S Plata Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mr. 18.00'hjz Mk.18.15, Gerste (Wetterauer)Mk.l8.00—19.00, Gerste Franken Psälren Ried Mk. 18.50—19.50, Kleie Mk. 00.00-00.00, Hafer Mk. ls.OQ bis Mk. 19.00, Mais Mk. 14.85—15.00, Weizenmehl 0 Alk. 29'00 bis 00.00, 2. Qualität Mk. 23.75—00.00, 3. Qualität Mk. 2*>25 b,s Mk. 00.00, 4. Qualität Mk. 00.00-00.00, RoggenmM n Mk. 22.50—23.00, 1. Qualität Mk. 00.00—00.00, 2. Qual. Alk. 00.00 bis 00.00, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Alk. 9.00, Weizenschale Alk. 9.25—9.50, Roggenkleie Alk. 9.00 bis Mk. 9.50, Malzkeime Mk. 00.00—00.00, Raps Mk. 23.00-00.00, Biertreber 12.00-12.50 Alles per 100 Kg. ab hier.
fc. Frankfurt a. M., 15. Mai. (Orig.-Telegr. des »Gieß, Anzeigers".) Kartoffelmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 6.50—8.00, im Kleinhandel Mk. 9.50—10.00 für ie 100 Kg.
— Kartoffelmarkt-Bericht vom 15. Mai 1911. Hamburg: Magnmn bouum 0.00—0.00, weiße runde 0.00—0.00 Gelbfleischige rote Mk. 0.00, weiße 0.00—0.00. A 110 n a: Rote Daber 0.00, rote Sorten Alk. 0.00—0.00, Magnum bonum Mk. 3.20, weiße ruiibe Mk. 0.00—0.00, Gelbfleischige blaue Mk. 0.00—0.00, rote 0.00 bis 0.00, weiße 4.10 bis 0.00. Dortmund: Rote Daber 0.00 - u.00, andere rote Sorten Mk. 0.00—0.00, Magnum bonum Mk. 3.90—0.00* weiße runde 2.80—0.00, Gelbfleischige blaue 0.00—0.00, rote Mk' 4.00—0.00. Hagen: Rote Daber Mk. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00—0.00, Magnum bonum Mk. 3.80—0.00, weiße runde Mk. 2.80—0.00, Gelbfleischige rote Mk. 0.00—0.00, weiße Mk. 0.00 bis 0.00. Köln: Rote Daber Mk. 3.10—0.00, andere rote Sorten Mk. 2.65—2.70, Magnum bonum 3.70—3.90 Mk., weiße runde 2.75—2.80 Mk., Gelbfleischige rote 4.40—4.50, weiße 4.20—4.50 Mk. Saarlouis: Rote Sorten Mk. 3.30—3.70, Magnum bonum Mk. 0.00—0.00, weiße runde Mk. 3.30 bis 3.80, Gelbfleischige rote 0.00—0.00, weiße Mk. 0.00—0.00. Frankenthal: Rote Daber Mk. 0.00, andere rote Sorten Alk. 2.50—0.00, Magnum bonum Mk. 3.50—0.00, weiße runde Mk. 2.75- 0.00, Gelbfleischige blaue Mk. 4.00—0.00, weiße Mk. 3.75—0.00. (Alles zu 50 Kilo.)
Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes": I. V.: Augu st Goetz.
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