Ausgabe 
19.9.1911 Erstes Blatt
 
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kürzlichen neuen ^InSlca'uup b?5 /n!itrnüc,cict.c3 durch den obersten Gerichtshof, daß diese Umwälzung der Geschäftsmethode ohne Härte von Seilen der Gerichtshöfe und ohne die geringste Störung der gesetzmäßigen Geschähe bewerkstelligt werden könne. Die Ent­scheidung der Gerichtshöfe toerde die freiwillige Auflösung aller Kombinationen bedeuten, auf welche das gesetzliche Verbot An­wendung finde. Ter Präsident erklärte in seiner Rede weiter, dec Generalanwatt habe Untersuchungen gegen alle industriellen Untersuchungen eingeleitet, die der Verletzung des Antitrustgesetzes verdächtig seien. Tie Untersuchungen befänden sich in verschiedenetl Stadien.

Arrcbe und Schule.

Zum N a ch f o l g e r Iathos in Köln wurde von der evangelischen Gemeindevertretung Pfarrer Karl Becker aus .Solingen gewählt, welcher der kirchlich-liberalen Rich­tung angehört.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 19. September 1911.

** Ordensverleihung. Der Großherzig hat dem technischen Tirektor und Prokuristen der Firma PH. Kasimir Krafft n. Eie. in Offenbach Karl Schwank das Ritter­kreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen mit der Krone sowie dem Schneider Gg. Jöckel und dem Schneider Paul Schröter, beide in Diensten der Firma A. Staab, Herrenschneiderei in Groß-Umstadt, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" verliehen.

** Pfarr Personalien. Der Großherzog hat den evana. Pfarrer zu Stockstadt und Dekan des Dekanats Eberstadt, Kirchenrat Theodor Stamm, auf sein Nach­suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu ge­leisteten Dienste und unter Verleihung der Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen in den Ruhestand versetzt.

* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Jak. Weidmann aus Cincinnati eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Viernheim. Er­ledigt ist eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Unter-Schönmatten­wag.

B. Dekanatssynode. Morgen Mittwoch findet im Konftrrnandensaal der Johanneskirche hier die diesjährige Dekanatssynode statt. Tie Tagung ist öffentlich und beginnt mit einer gottesdienstlichen Feier, die Pfarrer Barth- Großen-Buseck leiten wird. Hauptgegenstand der Synodal- verhandlungen wird neben der. Dekanatskrankenpflege ein Referat von Pfarrer Köhler-Steinbach überBolks- erziehung und Volkserholung" sein.

Das Schwurgericht, das am kommenden Montag unter Vorsitz des Landgerichtsrat Brühl seinen Anfang nimmt, wird sich mit folgenden Fällen beschäftigen: Zwei Verbrechen im Amt (Döll-Friedberg und Leichner-Rockenberg) Notzucht, Raubmord (Niedermörlen) und Raub (Nübel). Die Ver­handlungen werden in einer Woche beendet sein.

** Zur Auslegung des neuen Fischerei­gesetzes. Die Auslegung des Fischereigesetzes vom 29. April d. I. hat bei verschiedenen Verwaltungsbehörden Zweifel darüber hervorgerufen, wer zu fischen berech­tigt ist und deshalb keiner Fischereikarte bedarf. Tas Ministerium des Innern hat nun zur Klarstellung dieses Zweifels entschieden, daß nach der Entstehungsgeschichte und dem Zweck des Gesetzes als fischereiberechtigt anzusehen sind: 1. der Inhaber der Fischerei, 2. die Fischereipächter, 3. alle, die in einem ähnlichen Verhältnis wie der Inhaber stehen, z. B. öffentliche oder Privatbeamte, zu deren Dienst­kreis auf Grund des Dienstvertrags die Ausübung der Fischerei gehört, 4. die gesetzlichen Vertreter (wie z. B. der Vormund) für die in ihrer Verwaltung stehende Fischerei. In allen anderen Fällen, namentlich wenn die Fischerei auf Grund einer gewährten Erlaubnis oder eines von Fall zu Fall gegebenen Auftrags ausgeübt werden soll, bedarf es (abgesehen vom Fall des Artikel 39 des Gesetzes) einer Fisch er eikarte.

**Vortragüber Oberammergau. Ingenieur Haal aus Main- beabsichtigt in nächer Zeit im Saale des Hotel Zum Einhorn" einen Vortragsabend mit Aufführung der Ori­ginal-Ausnahme des Oberammergauer Passionsfpiels in Licht­bildern abzuhalten. Bei den bereits in einigen Städten Ver­anstalter en Vorführungen haben die Bilder größte Sensation her­vorgerufen und die Presse, die diese Projektwnsdarstellungen als Meisterwerke der Lichtbildkunft (Dresdener N. Nachrichten vom 12. Januar 1911) bezeichneten, waren voll des Lobes. Die Bilder sind nach Originalaufnahmen und in den Originalfarben aller Kostüme und Dekorationen hergestellt.

** Die Gießener Freiwillige Feuerwehr hielt gestern abend ihre S ch l u ß ü b u n g ab. An denr als Brandobjekt dienenden Schulgebäude in der Schülerstraße wurden den beiden Löschzügen eine Aufgabe gestellt, die unter dem Kommando des Brandinspektors Wiegandt sehr befriedigend gelöst wurde. Der Hebung wohnten Branddirektor Braubach, Regierungsrat La na er manu, Beigeordneter Keller, einige Stadtverord­nete, Mitglieder der Feuerlöschdeputation, Kreisseuerwehrinspektor Loos, der Chef, Dr. Gail, das. Kommando und die Obleute der Gailschen Feuerwehr und einige Kommandanten auswärtigen Wehren, worunter auch 5kreisfeuerwehr-Jnspektor Krieger (Wetzlar) bei. Sämtliche Gäste nahmen auch teil an der nach der Hebung im Hotel Einhorn stattsindenden Feier zu Ehren der mit Aus­zeichnungen bedachten Kameraden. Beigeordneter Keller über­reichte dem Obmann Berg, Obmann Stellvertr. NeeS und den Feuerwehrleuten W. S o m m e r l a d und C. U r b a ch ein von der Stadt verliehenes Diplom. Die vom Landesausschuß be­stimmten Auszeichnungen erhielten für 10- und 20 jährige Dienst­zeit die Feuerwehrleute K. Krüger, L. Stroh, F. S ch nei­de r , H. S t ü h l e r, PH. W i l d und E. Z i m m e r. Brandmeister Faber, der bereits vor einigen Wochen die Auszeichnung für 25 jährige Dienstzeit verliehen bekam, wurde von dem Brand­direktor und der Wehr nochmals für seine langjährige Timst- berettwilligkeit gedankt. In einigen Wochen begeht die Wehr ihr 56 zahriges Ltiftungssest, bei dem ebenfalls wieder einige Kameraden der Wehr mit 25-, 20- und 10 jährigen Dienstaus­zeichnungen bedacht werden.

** Ter Gießener Radfahrer-Verein 1885 ver­anstaltete am Sonntag auf der Karlsruhe für seine Mitglieder und eingeladeuen Gäste ein schön verlaufenes und sehr gut be­suchtes Som m e r f e st. Gleichzeitig wurde die Vereinsmeister- jchaft und der Wanderpreis des Vereins ausgefahren. Hm den oahrern für ihre seitherige erfolgreiche und aufopfernde Tätig- keit eine Freude zu bereiten, hatten die älteren Mitglieder für beide Fahrten zahlreiche und z. T. recht wertvolle Ehrenpreise

gestiftet. Tie Vereinsmeisterschast wurde über 2000 Meter mit dem Ziel vor der Karlsruhe ausgefahren. Tie Fahrt um den Wanderpreis führte von der Karlsruhe nach TaubringenAlten-- BuseckWieseck und zurück zur Karlruhe. Lange schon vor Beginn des Rennens war die Marburger Straße in der Nähe der Karls­ruhe mit Publikum dicht besetzt. Tie Rennen selbst verliefen ohne jede Störung oder Hnsall, abgesehen von einigen Rad- chäden. Ein schön durchdachter und exakt gefahrener Reigen ver­vollständigte den sportlichen Teil der Veranstaltung. Vor der Preisverteilung hielt der 1. Vorsitzende, Fabrikant C. L ö 11 g e n eine Ansprache, in der er auf den großen Wert des Radfahrens und besonders der sportlichen Betätigung desselben hinwies. Tie Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: Vereinsmeisterschaft 1. H. Pechll, 2. K. Keßler, 3. O. Komps, 4. K. Boller. Wanderpreis­ähren 1. K. Keßler, 2. H. Pechtl, 3. K. Lenz, 4. P. Schreiner, 5. Hch. Steih, 6. Hch. Schmidt, 7. K. Boller, 8. Aug. Wagner, außerdem erhielten W. Klein, H. Hofmeister, E. Hnverzagt, K. Balser und Fr. Reinecke, die die Fahrt innerhalb der vorgeschrie­benen Zeit zurücklegten, silberne Medaillen. Tie Preise sind mit den auf dem Bundestag und im Gaumannschastsfahren errungenen Preisen, sowie einigen photographischen Aufnahmen des Vereins im Schaufenster Mitgliedes Loos, Kirchenplatz, ausgestellt.

Eröffnete Voruntersuchung. Gegen Den wegen Begünstigung der Rendeler Bluttat in Haft genommenen Weißbinder und Bauunternehmer Müller von Nieder- Dorfelben ist jetzt die Voruntersuchung eröffnet, die vom Landgerichisrat Dr. Friedrich als Untersuchungsrichter geführt wird. Müller, der sich wegen seiner Inhaftnahme beschwert hatte, ist, nachdem er mit seiner Beschwerde vom Land­gericht zurückgewiesen worden war, in daS Provinzial- ArresthauS Gießen als Untersuchungsgefangener emgelicfert worden.

** Wahres Geschichtchen. In einer der letzten mond­hellen Nächte passierte einem Jäaer in der Gegend von Büdingen ein seltsames Abenteuer. Der Nimrod ging spät abends, begleitet von seinem getreuen Jagdhunde, nach Hause. Aus einmal sieht er vom Wege aus hinter einem Baum einen schwarzen mit einem weißen Fleck gezeichneten Punkt. Der Gedanke durchzuckt ihn, eine Katze, die mir die jungen Hasen holt. Die Flinte herunter reißen und schießen ist das Werk eines Augenblicks. Ein gewaltiger Lärm folgte dem Schuß. Jäger und Hund stürzen auf die Jagd- beure. Beide stehen starr: Ein alter blechener Wassereimer lag glatt durchschossen hinter dem Baum. Kopfschüttelnd gehen Jäger und Huitd weiter. Ter Mond, der die Täuschung verursachte, soll ein spöttisches Gesicht gemacht haben.

Krcis Büdingen.

H. Büdingen, 18. Sept. Am Sonntag fand im Jägertale das Preisschießen des Veteranen - und Militärvereins Büdingen statt. Am Preisschießen beteiligten sich b3 Schützen. Fürst Wolfgang und Prinz Alfred, Prozessor Dr. Krämer und Kammerassessor Dr. Weimer hatten Preise gestistet. Zur Verkeilung gelangten 63 Preise im Werte von etwa 120 Mk. Prof. Dr. Krämer gewann den ersten Preis mit 62 Ringen. Zu der am nächsten Sonntag in Büdingen staltfindenoen Zusammen­kunft ehemaliger Schüler des hi.,igen Gym­nasiums lausen die Anmeldungen zahlreich ein. Der Festausschuß hält am Donnerstag seine letzte Sitzung. Die ehemaligen Schüler dürfen eines herz.ichen Willkomms ver­sichert sein.

Büdingen, 18. Sept. Die Vorbereitungen zum Büdinger Ob st markt sind im Gang. , Tie Obmänner des Obst- und Gartenbauoereins in den Orten, die erhebliche Mengen Obst haben, werden die Anmeldungen der Obstproduzenten ver­anlassen. Tie Kreisstraßenverwaltung wird eine größere Menge Aepfel und Birnen bringen. Es können verlaust werden: Tafel- Aepsel und -Birnen, und Wirtschajts-Aepsel und -Birnen, und zwar verpackt in Mengen von 50, 25 und 10 Pfd.; entweder in zwei Sorten (Auswahl) sortiert oder aber unsortiert. Durch Zulassung unsortierten Obstes wird der Wunsch der Käufer er­füllt werden können, die billigeres Obst erwerben wollen. Es können nur Mitglieder des Vereins Obst auf den Markt bringen; andere haben Gelegenheit, noch vorher Mitglieder zu werden. Es darf nur gutes Obst geliefert werden und die Güte muß unten in der Kiste genau so sein wie oben; es werden Unter- suchungen daraufhin am Markt vorgenommen. Unverpackt wird kein Obst angenommen. Wirtschaftsobst kann in Körben oder Kisten gebracht werden, die lediglich mit Stroh oder Holzwolle rings gefüttert sind. Dasselbe kann auch mit Tafelobst aus Büdingen und nächster Nähe geschehen (kein Bahntransport). Die Preise werden voraussichtlich gut, sie werden wieder vom Komitee fest­gesetzt. Ter Markt ist für die Obstzüchter eine gute Gelegenheit zur Verwertung ihres Obstes und für die Konsumenten ebenso zur Beschaffung des Winterbedarfs, was gerade dieses Jahr nicht leicht ist. Ter vorjährige Obstmarkt hat sich aufs beste bewährt. Hoffentlich findet er auch dieses Jahr allseitiges Interesse, damit das Ziel erreicht wird, daraus eine ständige Einrichtung wach­sender Bedeutung zum Wohl unserer Bevölkerung zu machen.

Bad Salzhausen, 17. Sept. Die Stare und Sperlinge haben in der letzten Zeit in unserer Gegend so überhand genommen, daß sie zu einer wahren Plage werden. Während die Sperlinge dem Gartenbau sehr verderblich sind, richten jetzt die Stare an Zwetschen und Weintrauben großen Schaden an. Haufenweise liegen die besten Früchte durch­löchert unter den Bäumen, sobald ein Schwarm Stare kurze Zeit in ein Baumstück eingefallen war. Bei dem dermaligen sehr hohen Preis der Zwetschen, die in Nidda am'Bahnhof nach Bekanntmachung durch die Schelle mit 7 Mk. der Zentner angekaust werden, ist der Schaden doppelt empfindlich. E§ müßten Maßregeln zur Vertilgung der schädlichen Vögel ver­anlaßt werden.

Kreis Alsfeld.

4- Alsfeld, 18. Sept. Am 18. und 19. November findet hier die diesjährige Oberhessische Provin- zial-Geflügelausstellung statt. Dre Ausstellung ist vom Verbände dem Kreisgeflügelzuchtverein Alsfeld übertragen worden und wird im Saale desDeutschen Kaiser" abgehalten. Das Kreisamt Alsfeld hat eine Verfügung erlassen, wonach in Anbetracht der durch die anhaltende Dürre und Trockenheit hervorgerufenen schlechten Zeit in wirtschaftlicher Beziehung, die Tanz­musiken eingeschränkt werden sollen; dies gilt namentlich für die in dem hiesigen Kreise jetzt ihren An­fang nehmenden ländlichen Kirchweihfeste. Die Bürger­meistereien sind angewieien worden, mit Rücksicht auf die bestehende Futternot und die herrschende Teuerung dahin zu wirken, daß die Kirchweihen in diesem Jahre möglichst aussallen.

. OAlsseld, 18. Sept. ImDeutschen Haus" fand geflern mittag eine gut besuchte außerordentliche Hauptvers amm-

( u n g des a l l g e m e i n e n S t a a t s e i s e n b a l; u e r v e r e i n S statt. Tie Versammlung wurde mit einem Hoch auf die Groß­herzogin von Hessen eröffnet. Nachdem das Protokoll der letzten Versammlung vorgelesen war, erstattete der zur Hauptversammlung nach Frankfurr a. M. abgeordnete Gütervorsteher Weiß Bericht. Weiter wurde beschlossen, die Geburtstage des Kaisers und des Grobherzogs in diesem Jahr in Form eines Kommerses und zwar nur unter den Vereinsmitgliedern zu feiern; die Herren Mirka und Hainer wurden in den Vergnuqungsausschuß gewählt. Heber Einnahmen und Ausgaben, sowie Vereinsvermögen, erstattete der Kassierer Bericht. Von dem Vermögen sollen jährlich fortlaufend 15 Mark dem Eisenbahntöchterhort überwiesen werden. Auch soll am 16., 17. und 18. Oktober zum Besten zur Erweiterung des Christianheims Erfurt" ein Blumentag unter den Eisenbahnern stattfinden. Heber den Punkt Verschiedenes wurde der gemeinsame Bezug von Lebensmitteln angeregt, der allgemeinen Beifall fand.

§ Alsfeld, 16. Sept. Heute fand im Brauhaus eine Ausschußsitzung des Kreisziegenzuchtvereins Als­feld statt. Nachdem Oekonomierat Korell von Angenrod die fast sämtlich erschienenen Mitglieder des Ausschusses begrüßt hatte, wurde die Tagesordnung rasch erledigt. U. a. wurde auch be­schlossen, die diesjährige Herbsihauptversammlung auf das Land zu verlegen. Für die Versammlung wurde Zell bestimmt. Hier soll ein Vortrag über Ziegenzucht bezw. Ziegenhaltung gehalten werden. Tie Versammlung findet voraussichtlich am 15. Oktober statt.

8 Flensungen, 18. Scvt. Hier ist ein großer Obst- )ieb stahl vorgekommen, inoem Ende der vorigen Woche dem Flurschützen Kaspar Bräuning seine sämtlichen Zwet­schen auf einem Baumstück zwischen Flensungen und Mücke am sogenannten Zollstock gestohlen wurden und zwar von drei Dieben bezw. Diebinnen.

Kreis Lauterbach.

= Schlitz, 18. Sept. Am 9. September fand hier die erste diesjährige Treibjagd der gräfl. Forstoerwaltung auf Hasen im Sandlofser Wald statt. Die Strecke bestand nuS 14 Hasen. Leider wurden, wohl infolge des immerhin frühen Termins, auch einige trächtige Häsinnen darunter gezählt.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 18. Sept. Heute morgen um 11 Uhr fand die Entlassung der KandÜiaten des ev an g. Pre­diger-Seminars statt. Unter dem Geläute der Glocken der Burgkirche begaben sie sich mit den Professoren und dem Vertreter des Oberkonsistoriums nach der Kirche. Hier hatten sich der Kreisrat des Kreises Friedberg, der Bürger­meister der Stadt, die Direktoren der höheren Lehranstalten, der Hauptlehrer der Volksschule, die hiesigen Geistlichen und sonstige Theologen, die außerordentlichen Lehrer des Seminars, Geistliche der Umgegend, sowie Angehörige der Abgehenden und sonstige Glieder der evaug. Gemeinde ein- gefunden. Prof. Scholl vom Predigerseminar hielt die Fest- und Abschiedspredigt, während Kandidat Bür st lein im Namen der Abgehenden sprach und Oberkonsistorialrat E u l e r im Namen der obersten Kirchenbehörde redete. Nach­mittags fand ein Abschiedsessen im Hotel Trapp statt. Mit dem heutigen Tag beginnen die kurzen Herbstferien am Seminar. Von morgen bis zum 22. «September findet ein praktischer Kursus für Theologen im Predigerseminar, ab­gehalten von den Professoren v. Eger und D. Schöll, statt.

Steinfurth, 18. Sept. Hier findet am Sonntag, 24. September, nachmittags, im Lokale von Gastwirt Graulich ein Vortrag über »Getreidebau und Sortenwahll statt. Redner ist Dr. Hoffmann-Friedberg.

= Butzbach, 18. Sept. Der Unfall, den am 13. d. Mts. der Zimmermann Reinhard im hiesigen Ge­fängnis erlitt, ist erfreulicherweise nicht so schlimm gewesen, als man ursprünglich annahm. Reinhard hat nur leichte Verletzungen an drei Fingern der linken Hand erlitten, die nach dem Gutachten des Anslaltsarztes in kurzer Zeit ohne nachteilige Folgen geheilt sein werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt. 18. Sept. Die Eisenbahndirektion Mainz hat nunmehr den Antrag auf die landespolizeiliche Abnahme der Baynhofsanlagen gestellt. Diese wird so stattfinden, daß die Bahnanlagen am 1. Ap ril 1912 dem Betrieb übergeben werden können, auch wenn das Empfangsgebäude bis dahin noch nicht fcniggeftcllt ist. Wenigstens die durchgehenden Züge sollen einstweilen über die neuen Anlagen geleitet Werden.

= Darmstadt, 18. Sept. Die Jubiläums- Hauptversammlung des Landesgewerbe­vereins zur Feier seines 75jährigen Bestehens am 24. September wird sich in der Form eines akadennschen Festaktes abspielen. Es hat hierzu auch der Verein Liederzweig/unter Leitung des Hofmusckers Friedrich Brück- mann, seine Mitwirkung zugesagt. An den Festbericht des Vorsitzenden der Zentralstelle werden sich von den Behörden und den dem Verein befreundeten Korporationen An­sprachen anschließen, worauf unter Mitteilung einiger ge­schäftlicher Angelegenheiten die Tagesordnung erledigt sein wird und ein Rundgang durch die im Saalbau veranstaltete kleine Ausstellung sich anschließt. Daran reiht sich ein Festessen im Saalbau und ein Besuch der Ausstellung auf der Mathildenhöhe zu ermäßigtem Preis. Für die auswär- tigen Besucher des Festes und die Mitglieder des Gewerbe­vereins Darmstadt mit ihren Familienangehörigen ivtrb letzterer schon am Samstag abend eine Begrüßungsfeier ver­anstalten, wobei u. a. auch ein Soloquartett des Hoftheaters seine Mitwirkung zugesagt hat. Größere Gegenstände wie sie sonst bei den Hauptversammlungen des Landesgewerbe-- vereins üblich sind, werden mit Rücksicht auf den festlichen Charakter der diesjährigen .Versammlung nicht verhandelt werden; sie gelangen zur vorläuftgen Erledigung in der am 23. September, nachmittags, stattftndenden Sitzung des Landes aus schusses des Gewerbevereins.

M. Offenbach, 18. Sept. Von dem Beigeordneten Weil wurde im vorigen Jahre ein Theaterprojekt aus- gearbettet, das den Umbau des allen Stadttheaters in der Kirchgasse vorsieht. Nach diesem Projekt waren nur 600 Sitzplätze vorgesehen. Da aber diese Anzahl der Sitz­plätze, namenttich für Bolksoorstellungen als unzureichend bemängelt wurde, so bat Beigeordneter Weil diesem Hebel- ftanb dadurch abgehofen, daß er in einem neuen Projekt bie Anbringung einer zweiten Galerie vorgesehen hat, wo- burch die Anzahl der Sitzplätze um 120, also auf 7 20 er-

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