Ausgabe 
18.1.1911 Erstes Blatt
 
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Die

Unterhaltung derselben. 0 Friedberg,

Aus Hessen.

Im Reichstagswahlkreis Offenbach-Dieburg sind bis jetzt zu den bevorstehenden Reichstagswahlen drei Kan­didaten ausgestellt, und zwar von den Sozialdemokraten der bisherige Mandatsinhaber Reichstags- und Landtagsabgeordneter Carl Ulrich, von den Freisinnigen Rechtsanwalt C a r n i e r - Seligenstadt und von der Wirtschaftlichen Vereinigung Lehrer D c r n - Neu-Isenburg. Die Nationalliberalen sowie das Zen­trum dürsten ebenfalls ihre Kandidaten nominieren, so das; im Ganzen fünf Bewerber um das Mandat austreten werden.

Das Programm der neuen österreichischen Regierung.

Wien, 17. Jan. Das Abgeordnetenhaus trat heute nach ben Ferien zum ersten Male zusammen, um die Vor­stellung der neuen Negierung entgegenzunehmen. In der .^rogrammredc, die zunächst durch lärmende Zurufe der Tschechisch-Radikalen gestört wurde, erbat der Mi­ni st e r p r ä s i d e n t die Unterstützung des Hau,eS. Die neue Regierung werde eine den Interessen der Bevölkerung in jeder Hinsicht entsprechende Polirit und gewissenhafte Objektivität führen, welche niemanden abstoße. Ins­besondere werde jic es unterlassen, einseitig in die Gestaltung der nationalen Verhältnisse einzugreifen, sie werde vielmehr die vorhandenen Kräfte möglichst für die gemeinsamen Ziele zu sammeln suchen. Insbesondere halte die Regierung unerschütterlich an dem Ausgleichgcdankcn in Böhmen fest. Die Verstän­digungsversuche sollen nach Ansicht der Regierung baldigst erneuert werden. Die Regierung werde allen Erwerbs- zweigen, Industrie und Landwirtschaft, sowie auch den Kon­sumenten weitestgehende Förderung angedcihcn lassen, das System der Handelsverträge auszugeßaKcn suchen und au,, die finanzielle Leistung der Bevolterung bedacht nehmen, insbesondere wenn aus Interesse der Erhaltung der Großmachtsstellung und der Wehrfähigkeit der Monarchie an den patriotischen Sinn und an die Opfcrwilligkeit der Volksvertretung appelliert werden nlüßte. Der Minister­präsident stizzierte die wichtigsten Ausgaben des Parlanients und hob die 'Notwendigkeit der Erledigung der italienischen Fakultätsfrage hervor, welche nicht nur ein Gebot der Bulig- keit, sondern auch als eine Voraussetzung für die Klärung der parlamentarischen Verhältnisse betrachtet werden müsse. Er­wies aus die Notwendigkeit einer Reform des Staalseisen- bal)nbetriebes und einer zeitgemäßen Revision deS Waffer- straßengesehes von 1901 hin.

Das Haus begann sodann die erste Lesung des Budgets.

Wolf (deutschradikal) erklärt: Seine Partei erblickte in dem Kabinett Bicnerth niemals eine Stütze. Durch die Rekonstruktion des Kabinetts aber, durch die den Slawen dafür, daß sie den Aus­gleich zum Scheitern brachte, zwei der wichtigsten Ressorts ein­geräumt wurden, sowie burd) die Ernennung des Grasen Thun zum Statthalter voii Böhmen sei eine Verschiebung der Uräste zu UngunstQi der Deutscheii cingetreten, meld)« seine Partei zwinge, sich vollständig freie Hand gegenüber der neuen Regierung vor­zubehalten. Sie werde bei ihrem Verhalten gegenüber der Regie­rung der durch den Mmisterpräsidenten selbst herbeigeführien Ent­fremdung gebührend Rechnung tragen, (Beifall bei den Dentsch- radibalen.)

B ielchlawek erklärte, die Christlich-sozialen, die keine Re­gierungspartei, sondern eine Arbeilspartei seien, bestehen un­bedingt daraus, daß endlich das Volkshaus dem Bcbürsnis der Be­völkerung nach positiver Arbeit Rechnung trage. Der Redner begründet das Prvjetr der angeblichen Verlängerung der Kranken­anstalten u. erklärte, es handle sich absolut nicht um einen Eingriff in die Wissenschaft oder um die Bcswrämünq der Profeiforen oder Kliniken, sondern lediglich Um die administrative Maßnahme der endlichen Sanierung der Krantenanstaltenfvndö.

Nachdem der Sozialdemokrat Winter die oppositionelle Hal­tung der Sozialdemokraten begründet hatte, wurde die Sitzung geschlossen. dttichste Sitzung morgen.

2loslaiiö.

3nt russischen Handelsministerium wurde ein Ausschuß gebildet, der sich mit der Frage des Ankaufs rus­sischer Kohlen anjictic auslänüiicyer durch die Behörden be­schäftigen soll. Das .handelsminiüerium brachte im Minister­rat einen Plan zur Hebung des russischen Schiffbaues ein. Die^ zollfreie Einfuhr von Schiffen soll abgeschafft werden. Für die Erbauung von Seeschiffen ans russischen Wersten und aus russischem Material sollen 75 Rubel pro Tonne und 35 Rubel

ür die indizierte Pserdekrast Prämie ausgezahlt werden. .... Durchführung des Planes würde zwei Millionen Rubel jähr­lich fordern.

17. Jan. Durch die Firma Kubach u. Sohn in Wiesbaden wurde heute nachmittag in der Turn-

Aus dem Gewerbeausschuh des Reichstags.

:: Berlin, 17. Jan.

Der Gewerbeausfchuß des Reichstages begann heute die Be­ratung der G e w e r b e n o v e l l c. Die Vorlage war dem Reichs­tage bekanntlich sckion vor zwei Jahren zugegangen, zur Verab­schiedung war aber nur der Abschnitt über die Regelung der Hausarbeit, in Gestalt eines gesonderten Gesetzentiourfes, gelangt Es handelt sich jetzt zunächst um die Frage der Lohnbücher und Arbeitszettel. Die Sozialdemokraten verlangen die obligatorische Einführung von Lohnbüchern oder Lo^rzetteln bei Mlen Arbeiten, die in Stück- und Akkordlohn vergeben werden. Von industrieller Seite lvird auch gegen die Vorschläge der Regie­rung lebhafter Widerspruch erhoben, da eine Preisgabe von Ge­heimnissen des Betriebes befürchtet wirb. Die Vorlage wird aber schließlich angenommen unter Ablehnung des sozialdemo- kratischen Antrages. Nächste Sitzung Freitag.

Rigolen, Ausfüllen der Banmgrube mit guter Erde ufw., kann dies geschehen. Die Baumscheibe ist lockL^ von Gras und Unkrant frei zu halten, damit die Wurzelbilduna, Ernährung und Atmung des Baumes nicht gehindert wird. Die Düngung mit Pfuhl genügt nicht, es sind noch Thomas­mehl und Kalisalz als Beigaben zu verwenden. Viets Schädlinge lverden durch öfteres Umgraben der Baumscheibe vertilgt. Zum Schlüsse fand eine Gratisverlosung von Obstbäumchen unter die anwesenden Mitglieder statt. Herr Dr. Hoffmann erntete den Dank der Versammelten. Am 25. Juni gedenkt Dr. Hoffmann im Saale derLinde" am Bahnhof Großen-Linden einen Vortrag zu halten, an dem auck) die Frauen Interesse haben, und es sollen hierzu auch die Bienenzüchter, die ja gemeinsame Interessen mit den Obstzüchtern verfolgen, eingelaben werden.

Lich, 16. Jan. Wegen der Einquartierungslast ist der Gemeinderat mit der Aufsichtsbehörde in eine Meinungsverschieden­heit geraten, in der der Kreisausschuß in den nächsten Tagen zu entscheiden haben wird. Wie fdion früher, hat man im ver- slosjenen Herbst die Einquartierung, die 14 Tage mit Verpflegung einquartiert war, nicht unter die gesamte Bürgerschaft verteilt, sondern die Mannschaften den Bürgern gegen Bezahlung von 2 Mk. für den Tag und Mann zugeteilt, die sich zur Ausnahme von Soldaten freiwillig gemeldet haben. Nunmehr wurde dagegen Einspruch erhoben, daß die Steuerzahler bei dieser Art der Ver­teilung der Einquartierungslast etwas barauflegen müssen, da der Militärfiskus weniger bezahlt als 2 Mk. Das Kreisamt als Aufsichtsbehörde hat den Petenten Recht gegeben, und so soll darüber der von der Stadt angerufene Kreisausschuß entscheiden. Die Quartiergeber, denen man eine Bezahlung von 2 Mk. täglich für jeden Soldaten angeboten hat, warten schon monatelang auf ihr Geld. Man hört, baß die Gemeinde gewillt ist, die Leute zu befriedigen.

Kreis Büdingen.

8 Büdingen, 17. Jan. Am nächsten Samstag findet hier ein Wohltätigkeitskonzert statt. Der Reinertrag soll zu Gunsten des Badevereins Verwendung finden.

Kreis Schotten.

^Steinberg bei Gedern, 17. Jan. Unser lang­jähriger Bürgermeister Kaiser wurde einstimmig w i e b e r g e w ä h l t.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 17. Jan. Unsere Freimaurerloge unterstützt alle Bestrebungen gegen die Schundliteratur. Sie hat btc Bibliothek für die Fortbildungsschule ins Leben ge­rufen und gibt einen jährlichen Beitrag von 40 Mk. für

Halle des Lehrerseminars ein interessanter und lehrreicher Experimentalvortrag über drahtlose Telegraphie und Nöntgenstrahlen veranstaltet, dem das Lehrerkollegium und sämmtliche Klassen beiwohnten.

x Bad-Nauheim, 17. Jan. Um der Schnaken­plage wirksam entgegen treten zu können, werden gegenwärtig von der Stadt die Kellerräume nachgesehen, um die dort überwinternden Schnaken zu vertilgen.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 16. Jan. Der frühere langjährige Direktor der Königl. Lehranstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau zu Geisenheim a. Rh., Landesökonomie- rat Goethe, verschied gestern früh hier nach kurzem, schweren Leiden im 68. Lebensjahr. Der deutsche Obst­bau verliert n. d. Darmst. Ztg. in dem Verstorbenen einen seiner eifrigsten und verdienstvollsten Förderer. Zahlreiche Fachmänner im Obst- und Gartenbau trauern um ihren einstmaligen Lehrer. Fachvereinen und Korporationen wat er, selbst nachdem er sich in den Ruhestand nach Darmstadt zurückgezogen hatte, bis zu seinem Lebensende ein hilfs­bereiter Berater. Auch in der Fachliteratur war er immer noch unermüdlich und mit Erfolg tätig. Sein auf reiche Erfahrung gegründetes Wissen war gepaart mit soviel Lie­benswürdigkeit im Umgang mit Menschen, daß er sich auch außerhalb der Kreise seiner Berussgenossen allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung erfreute.

= Reinheim, 17. Jan. Heute starb hier Alt- bürgermeister Joh. Friedr. Becker im 96. Lebensjahre. Er war wohl der älteste ehemalige Bürgermeister in Hessen.

Kreis Wetzlar.

w. Wetzlar, 17. Jan. Der Ausbau unserer neuen Bahnhofsanlagen schreitet auch im Winter vorwärts. Gestern wurden die neuen Bureaurünme der Güterabfertigung ihrer Bestimmung übergeben. Der Rest des alten Güter­schuppens dürste bald vollständig von der Bildfläche oer- schwinden.

.a T Krofdorf Zu den Ausführungen des Päch­ters der Krofdorser Gememdeiagd in Nr. 9 des Gießener An­zeigers schreibt uns der Kgl. Oberförster Lieber mit der Bitte o^nahme. Der Kgl. Förster Echternacht hat die beiden

1910 ut dem Zeitraum vr i etwa 1 Minute er- irnic^t sondern mit der Kugel

& 3 Schteßen mit Schrot auf Rotwild ist in den

&ie. Dienst-Anweisung verboten. Mit Irnn-M Nachbariagden Schonbestimmimgen zu verein-

k°^-bestmders ferne Hcrichc unternt Achter zu schießen, was ^L^achter der Krosdorfer Gemeinbejagd, Bezirk!, im Jahre 1905 vorgeschlagen hat, mutzte ich für bas Kgl. Jagbrevier ^"en gegenüber solche Verp,lichtungen be- ^hen Jagb nicht eingehen bars. K?l Pachter zugestchert, baß die Jagb in dem

nHiRf DsJe vor nach raeibinännifdien Grundlosen aus-

aeb^en tonrhen SVefe 3u|id)erung ist in vollem Maße bei£en cmzigen vom Jahre 1905 ab int Strecke gekommenen Spießer sinb auf ber Jagb be£ Pachters ber Krofborier Gemeinbejago, Bezirk I, angeschosieu f,ranfh lrt Kgl.. Review eingewechselt. Das erst-

pachte Spießer ist identisch mtt dem a^T Anua?^ L bena(f)barten Krosdorfer Jagbrevier unweit der Grenze «ätenC©trtifflu^ fnnh? ^irft korben imb hatte keinen HL ft nberlt emen Schuß auf btc Keule ber bad

Wildbret stark zerrissen und den Ä.wcheu zal^metten Hat.

Hessen-Nassau.

f,Vt al 17 Id«. Die Stadtver. or d >iete n. eri a m mlun g erklärte die W a hl in Sachs en- M-b/d-il ° Sozialdemokrat mit 8 Stimmen

Mehrheit gewählt worden war, für ungültig, weil unter Qnöerem die Wahlurne wahrend des Wahlganges geöffnet worden war. Die Sozialdemokraten gaben die Erklärung ab, d^. ftc m dein Antrag auf Ungültigkeitserklärung einen Akt umeäu9dbeCb^ro9?IVtbI,CfCn' QbeC M ber Wah? enthalten, um auch den Unichem zu vermelden, daß eine Verletzung des fönnte^Cmmi 65 °°n 9Cbiülöt ^ber verteidigt werben

gegeben. Es heißt, er habe vor dem Staatsanwalt und dem Untersuchungsrichter erklärt, daß er keinerlei Rache üben, fonbern sich nur amüsieren wollte. Er hat vor mehreren Jahren mit derselben Motivierung zwei Revolverschüsse auf den Konsul in San Sebastian abgefeuert und ist bamals seiner Gerichtsaktuar- ftelle enthoben worden. Sein Bruber ist Ingenieur unb ber Präsidialkanzlei des Rcinisters der Ocffentlichen Arbeiten, Lefevre, zugeteilt und wohnte ber Kammersitzung bei. Er war entsetzt, als er erfuhr, wer der Urheber des Revolverattentates sei.

Unter dem ersten Eindruck des Attentats war die Erregung unter den Deputierten sehr groß. Doch legte sie sich, als man erfuhr, daß es sich um keinen politischen Anschlag, fonbern um bie Tat eines zweifellos geisteskranken Menschen hanble. Bei der ärztlichen Untersuchung ber Perwunbung Mirmans würbe festgestellt, baß bas Geschoß ben rechten Schenkel völlig burch- bohrt und am linken Bein eine leichte Kontusion hervorgerufen hat. Gizolrne antwortete bem Untersuchungsrichter in un- zusamrnenhängenben Sätzen unb tat, als ob er Stimmen hörte. Er verweigerte jebe Auskunft unb antwortete fast auf alle Fragen mit Schimpfworten, erklärte aber schließlich, er habe wohl in der Richtung auf die Mitglieder der Regierung geschossen.

Dentdches Kcicb.

DieNorddeutsche Allgem. Ztg." schreibt: Die Betriebs­einnahmen der Preußisch-Hessischen Staats- ci senb ahnen betragen im Dezember 1910 gegenüber Dezember 1909 im Personenverkehr 2,9 Millionen Mark mehr, gleich 6,91 Mark vom Hundert. Im Gütervccleyr 9,8 Millionen Mark, gleich 9,12 Mark vom Hundert unb insgesamt einschließlich ber Mehreinnahmen an sonstigen Quellen 14,7 Millionen, gleich 9,26 Mark vom Hundert mehr. Die Zahl der Sonn- und Werktage sinb in beiben Jahren gleich. Die Verkehrssteigerung im ersten Teil des Januar zeigt namentlich den Kohsenvcrkehr nicht mehr in gleicher Höhe. Es wirb nicht bannt zu rechnen sein, baß bie letzten brei Monate bes Haushaltjahres 1910, Januar bis März 1911, ähnlich hohe Mehreiniiaomen wie ber Dezember bringen.

Fabrik und Handwerk.

Am 3. VUirz b. I. fiiibet int Reichscmit des Innern unter Anwesenheit mehrerer Regierungscoinmissare von ver­schiedenen Reichsämtern eine Konferenz über die Abgren­zung von Fabrik und Handwerk statt, zu der Vertreter des Deutschen Handelstages, des Deutschen Handwerks- und Gewerbelantmer-Tages sowie des Zentralverbändes deut­scher Industrieller eingeladen worden sind.

Die Frage hat nunmehr, so schreibt dieDeutsche volksw. Korresp.", die Oeffentlichtcit schon solange in Anspruch ge­nommen, daß man hosfen lann, jetzt endlich die Lösung zu finden. Reichstag wie preußisches Abgeordnetenhaus haben sich mit der Frage wiederholt beschäftigt. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat in acht Re- bierungsbezlrceit Erhebungen veranstalten lassen darüber, in welchem Um sänge die Industrie frühere Handwerkslehr- linge in ihren Betrieben verwende. Das stattsttsche Lcmdes- amt hat dann das bei jenen Erhebungen angesammelte Material verarbeitet und sestgestellt, daß von den etwa 114000 gelernten Arbeitern in den Industriebetrieben rund 40 Proz. in Handwerksbetrieben und rund 60 Proz. in Fabritbetrieben ausgebildet worden sind. Nach und nach aber nimmt bie Ausbildung im Handwerk ab und btej eilige in den Fabriken entsprechend zu. Ter preußische Handelsmiuister hat es aber bisher auch aus dem Grunde abgelehnt, die Industrie zu den Kosten der Lehrlingsausbildung in Gestalt von Beiträgen für die Hand- wertstammern heranzuziehen, weil die vom Staate für dte Lehrlingsausbildung im Handwerk aasgewenoelen Sum­men auijcrorbentUd) größer seien, als dte von ben Hand­werkskammern aufgewendeten Mittel.

DieKölnische Zeitung" meldet aus Petersburg: Tie von franzvslfchcu Leitungen gebrachte Nachricht, Sasonow beab­sichtige int Frühjahr ins Ausland zu reisen, ist in dieser Form nicht richtig. Uebcr eine etwaige Reise ist nod) feine Entschcibung getrosten, geschweige benn, oaß als Ziel bet Reise chon Paris unb Lonbon genannt wurde. Die Behauptung, laß Sasonow vom Kricgsminister, bent Geiteralstahschcf unb ho herenGeneralstablertt begleitet sein werde, um mit icn französischen Heerführern die Frage der rnilitärifchen Orgaui- ation zu besprechen, wirb von bem Korresponbenten berKöl­nischen Zeitung" als frei erfunbeu bezeichnet. Wir hatten bie Wadjruljt gleid) als unglaubhaft bezeichnet.

Der f ch w e b i f ch e Reichstag würbe vorn König mit einer Thronrebe eröffnet, in ber zunächst auf bie fchwcbcuoen Haubelsvertragsverhanblungen mit Deutsch- lanb hiugewiefeit wirb. Die Thronrede betont, baß bie Be­ziehungen Schwedens zu allen Mächten gute sinb unb hebt ben wirtschanlicheii Austchwung des Laubes hervor.

Ans S'iaOc itai0 Land.

Gießen, 18. Januar 1911.

* * TageSkalender für Alittwoch, 18. Jan. Stabt» theater:Das Leutnantsmünbett'. Awaiig 7 Uhr.

** Die Verkehrs-Einnahmen aus dem Per­sonen- und Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung für die Eisenbahnbirektionsbezirke Frankfurt a. Lff. unb Mainz im November 10 387 000 Mk. ober gegen das Vorjahr mehr 248 000 Mk. 2,45 Proz.; in dec Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 94 981000Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 4 899 000 Ü>ik. = 5,44 Proz.; für die Preußisch»Hessische Elsenbahngemeinschaft im November 165 310 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 11 879 000 Mk. ---- 7,74 Pcoz., in der Zeit vom Begum des Rechnungs­jahres 1385 580000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 89 504 000 Mk. = 6,96 Prozent.

** Der Kliniksvertrag zwischen Staat und «Ltadt wegen der Verpflegung der erkrankten Stadtarmen ist zwilchen den beiderseitigen Vertretern, die am Montag abend im Kottegiengebäude an der Ludwigstratzc verhandelten, so weit ab­gesprochen worden, daß mit der demnächstigen Zustimmung der Stadtverordneten unb bes Ministeriums bie Angelegenheit ihre Erlebigung finben wirb.

* * Bauplatzerwerbung. Die Stabt hat von Peter Kronenberg bessen nach ber Lonhstraßc zu gelegenen Bauplatz, etwa 900 Quabratmeter groß, für 21 000 Mark getauft.

* * Eine Kunstuhl. in iin Sa-aiuenilcr oct Firma Hcinr. Marx, ^seltersweg, aufgestellt, bic verechtigtes Aussehen erregt

* Stabtthcatcr. In der Abonnemcntsoorslellung vonOthello" am Freitag sinb bie Hauptrollen nut ben Herren Bruno (Othello), Gühnc (Jago) unb Frl. Koch (Des- oemona) besetzt. Da die Neueinslubierung des Werkes unter Oberrcgisseur Hermann Bakofs Leitung sehr sorgfältig vor­bereitet wurde, darf eine abgerundete Aufführung erwartet werden.

* Im Kolosseum wird demnächst das Bayerische Bauerntheater, Direktion Gg. Renner, Schliersee, gastieren, das u. a. 7 Monate im Münchener Lustspielhaus Vorstellungen gab.

" Sticht Konrad Köhler, sondern Karl Köhler hieß der Veteran, der bei der NeichsgrünbungSfeier am Sonntag den Dank der Veteranen aussprach.

**Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seliche sind gemeldet aus Dörnfeld, Fürstentum Schwarzburg-Rudolstabt.

Landkreis Gietzen.

= Leihgestern, 16. Jan. Der oberhessische Obstbauverern hatte für Samstag, 14. Januar, in Leihgestern zu einem Gemarkungsrundgang, und nach Watzenborn-Steinberg zu einem Vor­trag des Herrn Dr. Hoffmann von Friedberg einge- laden. Zu dem Rundgang ivQren nur wenige Teilnehmer erschienen. Die späten jliachmittagsstunden hielterr wohl die Leute, die um diese Zeit mit mancherlei anderen Ar­beiten zu tun haben, hiervon ab. Dagegen war die Vcr- ammlung in Steinberg recht gut besucht, und die Er- Ichienenen folgten mit großem Interesse den Ausführungen des Herrn Dr. .Hoffmann. In Lechgeftern ging man üper bic Baumstücke und besah sich die PflanMugen. Noch reckst viel roar an der Behandlungsweise der Baume aus- zusetzen, manch unfruchtbarer Baum würde, wenn ihm eine veisere Pflege zuteil lvürde, Früchte bringen! Auch ver- schledene Obstbaumschädlinge wurden in chrem Versteck auf- gefimbcn und Anleitung zu ihrer Vertilgung gegeben. Ein Bild des Jamiucrs boien viele junge Obstväumchen sorq- loser Besitzer, die die Hasen bis zu 1 Meter Höhe vott- standig bis auf das Holz geschält hatten. In Stein­berg oerbrcUcie sich der Vortragende über die Entwicke­lung und Pflege oes Obstbaumes vom Samendirn bis zum Hochstauim oder Formobstbaum. Besonders betonte er daß dem auszupflanzenden Bäumchen bessere Lebensbe- dmgungen zu geben seien, als in ber Bai'mschule. Durch

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