Ausgabe 
14.3.1911 Drittes Blatt
 
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fc. Frankfurt a. M., 13. März. (Orig.-Lelegr. des ,®iefc.

Dillenburg, 12. März. Der unter dem Protek-

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vom Rumple getrennt. Em 16 Jahre altes Dienst mädchen machte am Freitag mittag zwei Selbstmord^

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°"'uch°, intern e8i in bie Lahn ging aber iedes-

mal, wenn ihm das Was,er am Halse stand, wieder umkehrte. Laggons M. 6.5U-8.00, im Kleinhandel Mt. 9.00-0.00 für je

41-45

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2026

Schweine.

Vollfleischige Schweine von 80-100 kg Lebendgewicht

VoUsleijchlge Schweine unter 80 kg

Lebendgewicht

Vollsleischtge Schweine von 100120 kg

Lebendgewicht

Vollfletschtge Schweine von 120150 kg Lebendgewicht......

te. Frankfurt a.M. Vi ehhof-Markt beri ch t vom 18. März. Austrieb: 1353 Rinder, 418 Ochsen, 44 Bullen, 891 Kühe und Färsen, 33d Kälber, 214 Schale, 2023 Schweine.

Tendenz: Rinder: gute Ochsen gesucht, sonst langsam, ge- räumt, Kälber und Schaje ruhig, Schweine lebhaft.

taten und i j rralen' | gegens $ zurückgc Mg Ehrges I folei unmöi P rühren ir Njung be Molie gehe Üühel vollze listiger intri Material ge M Pisa, m^oigt WM ^genomme- Eulturgrad N) steht.

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torate des Prinzgemahl Heinrich der Niederlande stehende Gesangwett st reit in Dillenburg ist auf den 5. bis 7. August gelegt worden Die Feststimmung wird durch die Anwesen­heit des Prinzen Heinrich, der deni Wetlsingen voraussichtlich beiwohnt, eine besondere Steigerung erfahren. Ehrenpreise sind in solchem Werte zugesagt worden, der sie jeden Wett­bewerb aushalten läßt. Die vom festgebenden Verein Licderkranz" ausgesetzten Geldpreise belaufen sich auf rund 2000 Mark. Dazu kommen noch eine Anzahl Fürstenpreise. Die Meldefrist für die Vereine endet am 1. April.

<ßcrid)t»faaL

R.-B. Darmstadt, 11. Db-rz. Tie heutige Sch w uri­ger ichtsverhandlung wegen Verbrechens tm Amt richtete sich gegen die lLheirau des Landwirts unb Popagenten Laleiitin Brüüma n n 1. m Bürstadt, geb. perle m Mainz, ivegeii Veruntreuung amtlicher Gelder. Durch eine amtliche Reviston entdeckte man i. ^t, daß die Bürstadter Postagenlurknsse ,richt sllininle und der Fehlbetrag wurde in Hohe von 37uu Alk. sestgeslelli. 1000 'Mk. hiervon 'andeu sich nachträglich im Bell der ötan versteckt vor, >vo auch eine Anzahl nicht beiörderter Post- anweiiungen und betfeüe gebrachter Briese verborgen waren. Tie 'Angctlagie hat eine gute Erziehung genossen und war im Jahre 1886 als Lehrerin an der Volksschule in Büriiadt angestellt. Hier lernte sie ihren Alaun kennen und heiratete tm Jahre 1887. Sie besitzt einen r-l,ährlgen Sohn nnd eine 19jährige Tochter. Tas Urteil lautete unter Zubilligung mildernder Unislände aus sieben Al o n a t e G e i ä n g n i s.

Handet.

Konkurse in Hessen. Ueber das Vermögen der Christoph Roll Witwe in Darmstadt, Bessunger Straße 92, wurde am 6. März das Konkursverfahren eröffnet, da ste nach ihrem glaiibwürdigen Zugeständnis zahlungsunsahig ist. Rechisanivalt Kalbhenn in Dariniladl wurdezuin Koilkursver- ivaller ernannt. KonknrS'orderuugen sind bis znm 20. Alärz bei dem Ainlsgericht Tarmstadl 1. anzumelden. Ueber das Ver­mögen des Kailinianns Edmund Schreiner in D a r m st a d t iviirde am 6. Alärz das KonknrSversahren eröffnet, da der Glällbiger Dicker & 'Lerneburg in Halle a. S. die Eröffnung beantragt Hal und der Gememschuldner zahlimgsuusähig ist. Rechtsanwalt K e rn in Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs- sorderungen sind bis zuni 30. Alärz bei dem Amtsgericht Tarm- Iladl I. anzumelden.- liebet den Nachlaß des am 29. Januar 1911 in Darm,ladt verstorbenen Bernhard Mainzer, soivre über das Veilnögen der Bernhard Alainzer Witwe, Johanna geb Landau, Lauleichlägerstraße 14 m Tarmiladt, wurde am 25. Febr das Konkursversahren eröffnet, da glaubhait nachgeiviesen ist, daß dec Nachlaß ilberschuldet und die Alamzer Wilwe zahlungsunfähig ist. Rechtsanivalt Tr. Br sicher in Tarmstadl wurde zum Kon- kursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind bis zum 15. April bei dein Amtsgericht Darmstadt 1. anzumelden. Ueber das Vermögen der Firma Aug. Wagner m Klein-Felda und des alleinigen Inhabers derselben Konrad Bölzing I. in Ehringshausen wurde am 7. Alärz das Konkursverfahren eröffnet. Rechner Karl P s a n n st i e t L in Ulrichstein wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konlurssorderungen sind bis zuni 2. Alai bet dem Amtsgericht Ulrichnein anzumelden.

StaOt tinO CanO«

Gießen, 14. Alärz 1911.

** Der Sängerchor des Turnvereins Gießen 1846 veranstaltete am Samstag im Saale des Hotel Groß­herzog von Hessen einen sehr gut vorbereiteten Familien­abend. Der gut geschulte Chor, dessen Mitgliederzahl in der letzten Zeit stark zugenommen hat, erntete für seine Vorträge wohlverdienten Beifall. Sehr gut gefiel der Diri­gent, Klavierlehrer Hermann Fischer, mit seinem Solis auf Klavier und Xylophon, die ein Bild von vielem Können und großem Verständnis gaben und einen nicht enden wollenden Beifall ernteten. Weiterer Genuß wurde den Teilnehmern durch zwei Flötensoli, vorgetragen durch Herrn Helwig, welchen von den Zuhörern mit peinlichster Ruhe gefolgt und großer Beifall gezollt wurde. Ein Solo, gesungen von Mit­glied Herrn. Lehmann, sowie die Duetts, vorgetragen von den Mitgliedern Bingel und Lehmann, sowie Schwaab und Wittenbecher fanden ihren wohlverdienten Anklang. Der Tanz, darunter ein Blumenwalzer, trug ebenfalls dazu bei, daß sich alle Teilnehmer eines unterhaltenden und vergnügten Abends erfreuen konnten, was schon aus den Worten des Herrn Weidig, der im Namen der eingeladenen Gäste das Wort ergriff, zu entnehmen war.

** Kosten der Armenp flege in der Ge­markung Schiffenberg. Für das Rechnungsjahr 1909 sind zur Deckung der in der Gemarkung Schisfenberg er­wachsenen Unterstützungskosten 187 utt, 74 von den Steuerpflichtigen zu erheben und nach Maßgabe des be­stehenden Statuts auf ihr gesamtes Steuerkapital auszu­schlagen. Der Prozentausschlag berechnet sich auf 3,45 .

Die Erhebung der Umlage erfolgt im Marz durch die Bezirkskasse I in Gießen.

LanOkreis Gictzen.

X Klein-Linden, 12. Mär^z. Im den Ruhe st and trat Bahnbeamler H. Schmidt, der 38 Jahre im Bahn­dienst gestanden hat. Er erhielt vom Kaiser das Allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste. Sein 50jäyriges .Arbeitsjubiläum feiert im Mai der Werkmeister Mandler, der seit seiner Schulentlassung ununterbrochen in der Tabak- und Zigarrenfabrik Gail tätig ist.

Kreis Schotten.

= Schotten, 12. März. Bei der am 8. März unter dem Vorsitz des Geh. Oberschulrats Block an der hiesigen militärberechtigten höheren Bürgerschule ^Realschule) abgehaltenen Abschlußprüfung bestanden sänitliche 10 Untersekundaner (darunter 1 Schülerin); vier von ihnen waren von der mündlichen Prüfung befreit.

Starkenburg juö Rheinhessen.

he. Darmstadt, 10. März. Dem Privatdozenten Dr. Phil. Wilh. Pinder in Würzburg wurde die erbetene Enthebung von feiner Stelle bewilligt; er übernimmt vom 1. April 1911 ab das Ordinariat der Kunstgeschichte an der hiesigen Technischen Hochschule als Nachfolger von Prof. Dr. Ruoolf Kautzsch.

Hessen-Nassau.

Q Diarburg, 12. 2'läcz. Neuerdings ist man dem Plane, anstelle dec Pferdebahn eine elektrische Straßen­bahn-Verbindung hier cinzurichten, wieder nähergetreten. Eine am Freitag abgehaltene öffentliche Versammlung des BürgeroercmS richtete eine Eingabe an die städtischen Köiper- schäften, die Vorbereitungen für eine elektrische Straßenbahn in die Wege zu leiten.

n. Dtez, 10. März. In dem Basaltwerke Pütschbach bei Wallmerod ereignete sich gestern mittag ein schauerlicher Unfall. Beim Ausfahren aus der (Stube wurde dem Stcm- kipper Retijch, der sich jedenfalls unvorstchligerwetse über die Brüstung des FördcrkorbeS gebeugt hatte, der Kopf glatt

Märkte.

ic. Frankfurt a. M., 13. Alärz. (Orig.-Telegr. desGieß. Anz/) Amtliche Rotterungen der heutigen Fruchl nrarktpreif e. Wetzen Alk. 20.3020.40, Kurheff. Rik.2O.3o 20.50, nordd. 00 Alk., La Liam Kansas Alk. uo.oo00.00, Roggen (hiesiger) Alk. 16.00 bts Mk.16.15, 'berste (Wellerauer» Alk.18.0019.00, Gerste Franken Pfälzer Rleo Alk. 18.5019.50, Kleie Alk. 00.00-00.00, Hafer Alk. 15.75 bis Alk. 17.00, AlaiS Alk. 13.6014.00, Weizenmehl 0 Alk. 29.50 bis 00.00, 2. Qualität Alk. 23.7500.00, 3. Qualität Alk. 22.25 blS Alk. 00.- 0, 4. Qualität Alk. 00.00-00.00, Roggemnehl 0 Alk. 22.5023.00, 1. Qualität Alk. 00.0000.00, 2. Quast Alk. Oo 00 bis 00.00, Weizenkleie Alk. 8.75 bis Alk. 9.00, Weizenschale Alk. 9.259.50, Roggenkteie Alk. 9.00 bis Alt. 9.50, Malzkeime

Ochsen.

Dollfleischige, auSgemästete, höchsten Schlacht- wertes, 47 Jahre alt . die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge flelschige, nicht ausgemästete und allere ausgemäslete Mäßig genährte junge und gut genährte ältere Butten.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw.

VoUstetschige, jüngere Färsen, Kühe.

Vollfletschige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. Vollfteischlge ausgemäsleteKühe höchstenSchtacht- wertes bis zu 7 Jahren .

wenig gut entwickelte Färsen ältere ausgemästete Kühe ....... Aläßlg genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen ....

K ä t b er.

Feinste Mastkälber Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... Geringere Alast- und gute Saugkälber . . .

Schale.

Stallmastschase:

Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . Aeltere Masthammel, gut genährte junge Schale und geringere Masttämmer... ....

Für schwächliche Hindert

Habe IhrBioson" bei meinen beiden Enkelkindern, welche ich in der Pflege habe, mit sehr gutem Erfolg angewandt. Die Kinder' wovon das eine sehr schwächlich war, haben nach Verbrauch von 3 bis 4 Pakeien ein ganz anderes, gesundes Aussehen bekommen und laufen über Alles weg. Werde IhrBioson" in meinem ganzen Bekanntenkreise warm empfehlen. Frankfurt a. M., 8. August 10. Frau Georg Koch, Offenbacher Landstraße 7. Unterschrift beglaubigt: Reichmann, Notar. Bioson ist das beste und billigt« 9iäur- und Kräftigungsmittel: erhältlich in Apotheken, Drogerie» usw., Paket (Airta/> Kilo« Mk. 3. Verlangen Sie vom Biosom werk, Frankfurt a. M. Gratisprobe und Broschüre. (bl*

Eure glänzende Haaresfiille

ist nicht jedermann beschert. Selbst die sorgfältigste Pflege, die man dem Haar angedeihcn läßt, erweist sich erfolglos: wie gründlich man es auch wasche und bürste, es erhält nie jene bei Frauen und Kindern so gern gesehene glänzende Fülle, solange die Bildung von Kopsschiwoen an der Lebenskraft der Haarwurzeln nagt. Häufiges Bürsten und etwa alle zwei bis drei Wochen eine Waschung sind zwar eine wertvolle Hilfe zur Erlangung schönen Haares, sie können aber die Schuppenbildung nicht verhindern. Als ein vor­treffliches Mittet hiergegen kann die laut nachstehendem Rezept be­reitete Mischung empfohlen werden, welche man zweimal täglich i» die Kopfhaut emAureiben hat: 1 Gramm krist. Menthol wird in 85 Gramm Bay-Rum ausgelöst und dann werden 30 Gramm Livol« de Composöe hinzugefügt. Ein Teelöfselchen voll befferen Parfüms gibt ihm den gewünschten Wohlgcruch. Dies Rezept beseitigt »ich! nur die Schuppen, man spricht ihm auch wirklich bemerkenswerte den Haarwuchs fördernde Eigenschaften zu. Es kann von jedes Apotheker oder Drogisten zusammengestellt werden. Sein Erfolg liegt in seiner regelmäßigen Anwendung. Man bürste das Haar ösiers und nehme von Zeit zu Zeit eine Waschung vor. Heiße Lockenscheren sind zu vermeiden, denn sie geben dem Haar em glanzloses, lebloses Aussehen. (seeA

Isellst ehe ker tzeTLnMe Erfokg^ssH esnsiekkk, SS Ist gemangelt toorbeUt haß kein .Gesetz über

kdaS ShndikatsTasett

ftiorgelegt worden ist. Ich habe schon im vorigen Jahre "aus die Schwierigkeiten hingewresen, die sich einer zweckentsprechenden !Regelung entgegenstellen. Ein besonderer Anreiz, gerade jetzt zur Lösung dieses Problems zu gelangen, kann nicht vorliegen. Jeden- »falls wird der Zeitpunkt gesetzgeberischer Maßnahmen, in daS SyndikatSwesen einzugreifen, erst gekommen sein, wenn wir wissen, wie die Tinge sich entwickeln. Jedenfalls möchte ich jetzt nicht die überaus schwierigen Verhältnisse der Syndikate durch gesetzgeberische,Experimente beeinflussen, deren endgültiger Vrlauf unübersehbar fein würde. Ter Abgeordnete Stresemann hat sich diesmal über den Wirtschaftlichen Ausschuß entgegen, kommend geäußert Man hat sich Wohl davon überzeugt, daß ich bemüht bin, den Wirtschaftlichen Ausschuß so arbeiten zu lassen, wie eS wünschenswert isst Ter Wirtschaftliche Ausschuß hat nicht etwa die Frage, ob Schutzzoll oder Freihandel, zu entscheiden, er hat die verbündeten Negierungen in erster Linie bei der Vorberei­tung der Handelsverträge über bestimmte technische Fragen, die gelöst werden müssen, zu unterrichten, und sie ferner in der Ab- ,Wägung dessen, was in den Handelsverträgen zu vereinbaren ist, zu unterstützen. Ich habe voriges Jahr die Zahl der Mitglieder von 86 auf 48 erhöht Ein Drittel ist der Landwirtschaft, zwei Drittel sind dem Handel und der Industrie zugefallen. Diese Verteilung entspricht ungefähr den tatsächlichen Verhältnissen. Zwei Drittel der Mitglieder werden vom Deutschen Landwirt. schaftSrat, vom Deutschen Handclstag und in Ergänzung dessen vom Zentralverband Deutscher Industrieller vorgeschlagen. Ich habe immer ungefähr angegeben, welche industriellen Interessen zurzeit im Ausschuß stark oder schwach vertreten sind und auch ungefähr die geogravhischen Jndnstriebezirke, aus denen die betreffenden Herren stammen, und die Körperschaften gebeten, danach ihre Präsentation einzurichten. Bei der Aus. Übung des Berufungsrechts, das mir zu steht, habe ich dann noch weiter gesucht, ausgleichend tätig zu fein. Bei der Vorbereitung der Handelsverträge werden außerdem noch zahlreiche Sachver­ständige vernommen. Beim schwedischen Handelsvertrag betrug deren Zahl 280. Auf diese Weise werden wir gewiß allen berech­tigten Wünschen gerecht. Bevor wir die gewünschten Erhebungen über

Me Verhältnisse öeS kaufmännischen Mittel.

st a n d e S

entfetten, müssen wir erst die Ergebnisse bet Berufs- und Be­triebszählung von 1910 abwarten. Der Staatssekretär äußert sich über die Frage der Konkurrenzklausel unb verweist auf die großen Meinungsverschiedenheiten in den Interessenten, kreisen. Im vergangenen Jahre hat Müller-Meiningen erklärt, er würde alljährlich mit einer Interpellation über die Hand, habung des Vereinige setzcs kommen, chis die Bundes­staaten sich entschlossen haben, das Gesetz so auSzuführen, wie es der Gesetzgeber gemeint hat. In diesem Jahre hat Dr. Müller- Meiningen sich an Stelle derJnterpellation schon mit einer Anfrage bei meinem Etat begnügt. Ich schließe daraus, daß die Mißstände nicht mehr so groß sind. (Heiterkeit.) Auch meine eigenen Eichebungen haben zu dem Ergebnis geführt, daß die Miß- griff6 in Abnahme s i ch befinden. Ich selbst habe un letzten Jahre überhaupt keine Beschwerde erhalten, und auch

Bie Henrrälvechllrvest lter Einzelffaalen^ havür tnVerffgelelTf, Saß die Zahl der Beschwerden bei ihnen abgenommen hast Wenn immer noch über Mißgriffe geklagt wird, so berechtigt daS doch nicht zu dem Schluß, oaß das Gesetz miserabel isst Man muß doch bedenken, welche Unzahl von Versammlungen und Umzügen im Laufe eines Jahres in Deutschland abgehalten werden. Tann kann man aus der geringen Zahl der Beschwerden wohl entnehmen, daß die Behörden ansangen, sich mit dem Gesetze vertraut zu machen, und zwar schneller, als eS selbst die Herren auf her Linken erwartet haben. Tie vorgetragenen Beschwerden sind zweifellos ebenso interessant wie wichtig gewesen. Aber das Reich kann doch nur einschreiten, wenn die Bundesstaaten grundsätzlich gegen das Vereinsgesetz verstoßen. TaS kann aber nicht behauptet werden. Es bleibt nur bet Erlaß deS preußischen Ministers deS Innern über

bie Genehmigung öffentlicher Umzüge.

ES wäre allerdings ein grundsätzlicher Verstoß gegen daS Vereinsgesetz, wenn der preußische Minister des Innern öffent» liche Auszüge generell verboten hätte. DaS ist aber nicht geschehen. Gr hat nur in seinem Erlaß am Schlüsse gesagt, daß in bet Regel öffentliche Aufzüge unterbleiben sollen, da, wie die Dinge heute hegen, darin eine öffentliche Gefahr liege. Die Möglich, feit von öffentlichen Aufzügen hat er also zugelassen. Ich halte es für ausgeschlossen, daß mit Rücksicht auf die zahlreichen Ent­scheidungen des Oberverwaltungsgerichts oer vielfach erörterte Erlaß noch weiterhin mißverständlich aufgefaßt werden könnte. Hoffentlich wird Dr. Müller-Meiningen im nächsten Jahre an Stelle einer Interpellation die freundliche Feststellung machen können, daß er jetzt mit her Handhabung des Bereinsgesetzes zu° frieden ist. (Heiterkeit.)

Dr. Müller-Meiningen hat bann ein gesetzliches Eingreifen verlangt, durch Vorschriften über

bie Beschaffenheit der Wahlurnen das Wahlgeheimnis zu sichern. Bei den beiden letzten Reichstagswahlen, die auf Grund des neuen Wahlreglements vor» genommen wurden, waren rund je 60 000 Wahlurnen im Ge- brauch. Proteste wegen der fehlerhaften Beschaffenheit der Wahl­urnen lagen im Jahr- 1903 102 und tm Jahre 1907 54 vor. Diese 156 Fälle machen 1,3 pro Mille aus, und die Wahlprüfungs« kommission hat nur etwa 50 für beweiserheblich gehalten. (Hört! Hört! rechts.) Unter diesen Umständen kann man wirklich nicht die Notwendigkeit des Erlasses gesetzlicher Vorschriften aner­kennen. Ich stelle ober ausdrücklich fest, daß es unanständig ist, wenn Wahlvorsteher sich dazu hergeben, durch künstliche Mani­pulationen das gesetzlich garantierte Wahlgeheimnis zu durch­brechen. (Lebhafter Beifall) Aber eS ist ebenso unanständig oder noch unanständiger, wenn Doppelwahlen vorkommen, wenn Stimmzettel für Leute abgegeben werden, die gar nicht am Orte der Wahl wohnen Es ist vorgekommen, daß dieselben Leute an drei Stellen wählen. (Hörtl Hört! rechts. Zuruf links: Die Leute werden ja bestrafte Ich haoe auch hierüber eine Statistik aufgemacht, und es hat sich herauSgestellt, daß es in den aller, seltensten Fällen möglich gewesen ist, den Schuldigen zu fassen oder zu überführen. Wie weit gesündigt wird, können Sie daraus ersehen, daß in Bremen bei einer einzigen Wahl 72 Personen ihr Wahlrecht ausgeübt haben, die unbekannt wohin von Bremen verzogen waren. Bei Gelegenheit wäre es gewiß an der Zeit, diese und andere Uebelstände außzumerzen. Aber daS kann nicht ein überlasteter Reichstag machen. Die Frage der zu kleinen Wahlbezirke ist nicht so einfach zu regeln. Kleine Wahlbezirke haben für die Wähler ein großes Interesse,

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Me Serke SB^ge Auröckzulegen haben. Dem erhöhten Schutz bei Wahlgeheimnisses auf der einen Seite steht also bie Beschränkung vieler Wähler in der Ausübung ihres Wahlrechts auf der anderen Seils gegenüber. Ich werde aber speziell

vor den nächsten Neuwahlen dafür Sorge tragen, daß dieser Frage die stete Aufmerksamkeit geschenkt wird und ich werde die Behörden darauf aufmerksam, machen, daß als Wahlurnen nicht Gefäße verwandt werden sollen, die zu Mißbräuchen Veranlassung geben können, unb daß auch sonst alles geschieht, um das Wahlgeheimnis au sichern. (Beifall.) Ich haste die Bundesregierungen um Anordnungen ersucht, daß die Ersatzwahlen in denselben Fristen erledigt werden, in den-n Neuwahlen nach der Auflösung stattgefunden haben. WaS das Theatergesetz anlangt, so hat Preußen Vorschläge ge. macht, die im VundeSrat demnächst erörtert werden sollen. Wenn Dr. Müller den Wunsch ausgesprochen hat, auch die Theater, zensur bet dieser Gelegenheit zu regeln, so möchte ich davor toarnen. Die Ergebnisse der Beratung im Bundesrat werden demnächst mit den Interessenten besprochen werden. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Drejskt (Pole):

Wi- steht es mit der ReichSversicherungßordnung? Wir er­warten nicht viel von ihr. Denn vorläufig bringt sie nur neue Lasten. Der Redner führt Beschwerde über die Versagung von Invalidenrenten. Die bisherige Wohnungsfürsorge ist ungenü. genb, sie wird zudem in Preußen zu politischen Zwecke mißbraucht. Ein Regierungsrat hat gesagt, der Westen des Reichs werde jetzt von den Polen verseucht. Das ist eine Unverschämtheit. (Präsident Graf Schwerin ruft den Redner zur Ordnung). Wenn Dr. Stresemann den sozialdemokratischen Terrorismus verurteilt, mußte er auch den Terrorismus brandmarken, den die Schlotbarone im Westen durch die Arbeitsnachweise qusüben. Die Polizei sucht vielfach polnische Berufsvereine zu politischen Vereinen zu stempeln, um ihre Versammlungen an­meldepflichtig zu machen. Die polnischen Vereine werden von den Landräten geradezu mißhandelt. Der Sprachenparagraph wird in der willkürlichsten Weise angewandt. Die Polen leiden ebenso unter dem Polizeisäbel, wie die Leute in Moabit.

Abg. Rieseberg (Wirtsch. Vag.):

Wenn die Nationalliberalen wirklich so landwirtschafts­freundlich sind, bann haben sie jetzt die beste Gelegenheit, eS zu beweisen. Dann sorgen Sie dafür, daß in Gießen nicht der Sozialdemokrat gewählt wird. (Lachen links.) Für Turin darf keine größere Summe gewährt werden. Der Mittelstand hat an diesen Weltausstellungen kein Interesse. Der Redner kritisiert dann die Handelsvertrags Politik.

Die Sozialdemokraten suchen nur die Arbeiter zu verhetzen. Aber es gibt noch vernünftige Arbeiter, die sich nicht einfangen lassen. Entweder ist es Dummheit oder bewußte Ver­hetzung, wenn die Sozialdemokraten behaupten, dieser Reichs, tag habe sozialpolitisch nichts getan. Es ist der Fluch der Ge. werkschaften, daß sie sich den ^Genossen" verschrieben haben. Der Redner spricht bann unter zahlreichen Zwischenrufen der Sozial- bemofraten gegen den sozialdemokratischen Bäckerverbanb, bei dem Schieber erster Güte tätig seien. Ter Redner vertritt barm nochmals bie bereits vom Abg. Pauli vorgebrachten Mittelstands, forderungen.

Nachdem noch Abg. Bruhn (Rfp.) gesprochen hatte, vertagte das Haus die Weiterberatung auf Dienstag 1 Uhr.

Schluß gegen 8 Uhr.

. Mk. 00.0000. -0, Raps 'Mk. 23.00 - 00.00, Biertreber 12.00-12.50 , Alles per 100 Kg. ab hier.

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