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14.11.1911 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

M- Jahrgang

Nr. 268

Gießener Anzeiger

trfäehd tL-Nch «ufno^mt de« V-rmtag».

General-Anzeiger für Oberhesjen

TieGießener ZamNlenblSNer- werden dem ettnjeiaer* viermal wöchentlich bttgrlegt, bol KrctsHcrtt ftr »ee Kreislegen" zweimal wöchentlich. Tte£anbwirtfd?a|tll$tn Lett- fragen'* erfdjemen monatlich zweimal.

Dienstag, (4. November £9U

Rotation«drntt und Verlas der Vrübliche« Untoerfuät« - vuch- und 6teinbnufcrtL St Lange. Stehen.

StebafHen. Expeditton und Druckerei: Schul- ftrahe 7. Grpetnhon und Vertag: 5L

8Ubafiton:e<s 111. Lel.-AbruAnzngerSiehen»

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Der italienisch tuttische Krieg.

Um Tn pol iS noch immer kein entscheidender Schlag! Tie Türken machen Alvar täglich Angriffe Aber sie scheinen nicht recht voranzukommen. heute wird sogar freilich über Paris, was die Meldung nicht wahrscheinlicher macht berichtet, sie seien von den Italienern umgangen wor­den und hätten eine schwere Schlappe erlitten. Wenn dem so wäre, würde man sich darüber wundern müssen, das; eS die Italiener nicht eilfertig melden. Sicher ist, das; die Geburtstagsfeier für Künig Viktor Emanuel auf dein beigen Boden von Tripolis nicht unbehelligt von den türkischen Störungen geblieben ist. Tie fremden Militärattaches sind am Montag von Tripolis abgereist. Stark sind die Italiener in Sensationsmeldungen, die zu ihren Gunsten lauten. Man sucht vergeblich die offenkundigen Grausamkeiten $u bemänteln, und heute lesen wir in derKöln Ztg", ein italienisches Blatt habe gemeldet,daß alle Wunden der italienischen Soldaten durch deformierte Geschosse weit ge­fährlicher und schmerzhafter gemacht worden seien Man nehme an, daß die Türken bie Nickelschicht absichtlich abgefeilt hätten! TaS letzte wird doch wohl eine will­kürliche Erfindung sein Gleichzeitig meldet ein italie­nisches Blutt, es scheine, daß mit der Ankunft des neuen türkischen Kommandanten, der Fethi Bei zu er­setzen bestimmt sei, auch bedeutende Streitträste, die gut bewaffnet seien, eingetroffen seien. So habe sich der Gei st der feindlichen Truppen plötzlich ge­hoben, was sich in fortwährenden Angriffen gegen italienische Vorposten zeige.

Neue türkische Angriffe.

Tripolis, 13. Nov. (Agenzia Stesani.) Gestern in den ersten Moraenstunden nnirbe bie sübliche Front bct italienischen Stellungen znnschen ber .Haoal- leriekaserne unb bem Buinilibzabrunnen angegriffen. Der Angriff wurde von einem Bataillon regulärer Truppen, bie von Artillerie unterstützt wurden, ausgeführt, kam je­doch sechshundert Meter von den italienischen Stellungen entfernt, namentlich infolge des italienischen Artillerie­feuers, zum Stehen. Die Türken verloren fünf Tote, dar­unter einen Offizier unb nahmen zahlreiche Verwunbete mit sich. Gegen zwei Uhr nachmittags wurde ein neuer ähnlicher Angriff gemacht, der ebenfalls von italie­nischen Truppen zurüclgewiesen wurde, die keine Verluste hatten.

Sine Schlappe der Türken?

Berlin, 14. Nov. TerLok.-Anz." meldet aus Pa­ris: In Konstantinopel verlautet, daß es den Italie­nern durch ein U m g e h u n g s m a n v v e r gelungen sei, den türkischen Truppen vor Tripolis eine emp­findliche Schlappe veizubringen.

Tripolis, 13. Nov.. Ter Torpedobootszcr- iftörerTarbv" ist von seiner Erkundungsfahrt, die er längs des westlichen Teiles der Küste bis zur tunesi­schen Grenze ging, zurückgekehrt, ohne auf eine Spur von Kontrebande zu stoßen. Unweit der Grenze beschoß er das türkische Fort Forno. Er zerstörte dessen Dach, zwang die Besatzung zur Flucht und brachte ihr wahrscheinlich Verluste bei.

Don Benghasi, Terna und Tob ruk, wo neue Truppen angelommen sind, wird telegraphiert, daß die Lage unverändert ist. Tic Regenzeit hat begonnen.

Eine türkische Gegeudrohuog.

Konstantinopel, 13. Nov. Ter Minister rat be­schloß gestern, den Blättern zufolge, den Möchten zu noti­fizieren, daß die Pforte im Falle eines Angriffs auf die türkischen Inseln ober Küstcn sofort alle Italiener auSweisen werbe.

Tie italienischen Grausamkeiten und das englische Unterhaus.

Lonbon, 13. Nov. Im Unterhaus erklärte in Erwiderung auf eine Anfrage an ben Staatssekretär Sir Ebwarb Grey über bie angeblichen, von ben Italienern in Tripolis begangenen Grausamkeiten Parlaments- untersekretär A c l a n b : Ich kann es nicht auf mich neh­men, auf irgenbwelche Nachrichten cinzugcyen ober bekannt zu geben, außer im Falle, daß sie britijdje Untertanen be­träfen. Natürlich wäre es ein Gegenstand allgemeinen großen Bedauerns, wenn einer der kriegführenden Teile, bie in ben Bestimmungen der internationalen Konvention, ber er beigetreten ist, enthaltenen Kriegsregeln nicht be­achtet hätte. Mer wenn bie Nationen nicht gesonnen sind, zu intervenieren, so können neutrale, Mächte die mili lärischen Operationen einer der kriegsführenden Parteien nicht untersuchen oder kontrollieren.

Auch au Premierminister Asquith wurde heute nach- mittag über denselben Gegenstand eine Anfrage gerichtet. Asquith bat jedoch, die Anfrage auf Donnerstag verfchie- ben zu dürfen. Als Bonar-Law nach seiner Wahl zum Parteiführer das Haus betrat, erhoben sich die Unio­nisten von ihren Plätzen, begrüßten ihn unter Hochrufen auf das herzlichste Auch bie Ministeriellen beteiligten sich an ben Hochrufen.

£andtagsauflöjung in Bayern?

Die ..Münchener Neuesten Nachrichten" gaben folgendes Extrablatt aus: Ter Regent ließ das gesamte Staate Ministerium wissen, daß die Rücksicht auf sein Al­ter in keiner Weise irgenö einen hemmenden Einfluß auf die Entschlußfähigkeit ber Re gier u ng gehabt habe noch haben bürfe. Er wünsche, daß darüber in ber Cerfentiidilcit kein .Nißver stänbms aufiomme unb sehe bemgegenüber ben Entschließ >ingen des Ministeriums entgegen.

München, 14. Nov. Tie bayerische Staatsregie- rung hat gestern abend alle Vorbereitungen für bie Tand tagsauflösung getroffen. Ter Prinzregent hat für alle Fälle ein daran; bezügliches Aktenstück unterzeichnet, das sich in den Händen des Ministerpräfidenten befinde:

Ta am Montag abend unter Vorsitz des Prinzregenten "ne v-taatsratssitzung in der Residenzstadt ftartgefunöcn lM, lann inan annehmen, daß der Ministerpräsident be-

reits am Dienstag vormittag die Auslösung fordert. Tas Zentrum war es bisher gewohnt, bei ähnlichen An­lässen immer noch rechtzeitig einen Wink von oben zu er­halten Tiesmal ist er ausgeblieben. Wird das HauS tatsächlich aufgelöst, bann erlebigt sich zunächst der neuer- dingS erkorene Plan des Zentrums, die preußisch-süddeutsche Vottcriegcmeinfdiaft zu Fall zu bringen.

Di? Revolution in China.

Peking, 13. Nov. u a n s ch i k a i willigte nach einem abermaligen Telegrammwechsel mit der Regierung ein, zur Besprechung ber Lage hierherzukommen, lehnt aber'nach wie vor den Vorsitz im Ministerrat ab. Er ist heute nach­mittag mit 2000 Mann eingetroffen. Eine enorme Menschenmenge war zusammengeströml unb empfing ihn schweigenb. Die Crbnung wurde nirgends gestört.

Nanking, 13. Nov Ter deutsche unb der eng­lische Slbmiral besuchten Nanking unb empfahlen ben Konsuln, sich mit dem Konsulatspersonal zurückzu- ziehen, ba bie Kriegsschiffe nicht imftanbe seien, sie zu schützen. Dreizehn chinesische Kriegsschiffe finb heute morgen angekommen. Sie hißten bisher keine Flagge. Man versichert, daß sie heute die republikanische Fahne aufziehen werden. Zwei Kreuzer, drei Kanonenboote und ein Transportschiff sind den Kanal aufwärts gefahren, augenscheinlich in der Absicht, bie Stellung ber Revolutio­näre zu bombarbiercii.

Schanghai, 13. Nov. Vor Hankau bauert das planlose Feuer an. Das Bombardement von H a n j a n g durch die kaiserlichen ist ziemlich wirtungSlos gewesen. In Nanking räumten die Reformer das Lager im Süden oer Stadt und ließen ihren Kanonenpark zurück, den die Kaiserlichen in die ctabt brachten. In der Stadt herrscht jetzt Ordnung, alle Fremden sind wohlbehalten. Auan- fchikai schrieb an bie Führer ber Reformer bie Aufforderung, die konstitutionelle Monarchie anzunehmeu unb dem Kaiser Gelegenheit zu geben, die Aufrichtigkeit seiner Versprechun­gen zu beweisen.

Ardeiterbcwcgung.

Ein AuSstand der Straßenkehrer ui Neuyork.

Neuhork, 13. Nov. Ganze Tonnen von Desinfck- t i o n d m'i 11 e l n sind auf den Schmutz gestreut worden, ber in den Straßen infolge des Ausstandes ber Straßenkehrer angehäust ist. Das Gesuildhcusdepartemcm wird sich nut der 2age befaßen, wenn der Ausstand heute nicht beendet werden sollte. Bei den gestrigen Tumulten sind Hunderte von Verwundeten und einige Verwaltungen tvcgcionunen. wuiy eine <-viiiue eipiooiene, ohne jcinanD zu verletzen.

Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Bank vor Gericht.

4- Dortmund, 13. Nov.

Der Prozeß gegen Ohm und Genossen geht heute in bie dritte Woche. Trotz der zweitägigen Ruhe scheint der Angeklagte Schmitt sich nicht sehr crhott zu haben, während Ohm und Benner einen recht friidjen Eindruck machen. Nach dem Ausritt der Zeugen wird mit der Erörterung eines ber umfangreichlien Anklagefälle begonnen, nämlich bes Falles Overbeck. Der Fabrik­besitzer Overbeck übergab unter bem 17. Dezember 1909 ber »Niederdeutschen Bank verschiedene Industtieaktien im Nominal­werte von 23 000 Mark, eine Verfügungsberechtigung erteilte er nicht. Am 18. Dezember 1909 bestätigte die Bank den Empfang und die Uebcrführung der Werte in das Depot Over­beck. Sim selben Tage aber wurden die Aktien bereits an dir Berliner Handelsgesellschaft übersandt. Der Angeklagte Benncr behauptet, er_ wisse nicht, wer das angeordnet habe. Ohm er­klärt, daß Schmitt es getan haben müsse, während Schmitt behauptet, er nehme an, Ohm habe bie Aktien angenommen unb weiter gegeben. Der Angeklagte Schmitt wies daraus hin, daß bei derartig hohen Eingängen Ohm stets davon Mitteilung gemacht wurde. Ohm behauptet, daß er ohne jede Schuld sei. Alle Maßnahmen seien von Schmitt angeordnet worden und er wundere sich sehr, daß es Schmitt gelungen sei, sich aus diesem Punkt der Anklage auszuschalten. Der Angeklagte Benner er­klärt, daß er sich nur noch dunkel erinnere unb nicht Diel wisse. Der Sachverständige Haag erklärt auf bie Anregung Ohms hin, baß Schmitt eine ganze Reihe von tonten bet ber Bank hatte, ein großes Spekulaiionskonto, bas heute noch einen erheblichen Schuldvorlrag von 46 600 Mark au frocift, ein Inbustrickonto mit einem Schuldvortrag von 14 000 Mark unb ein Hauskonto mit 41000 Mark.

In bet Sacke Overbeck wirb bem Angeklagten Ohm noch ein zweites Vergelten zur Last gelegt. Am 16. März 1909 händigte Overbeck der Bank Aktien im Wlerle von 10 000 Mk. der Ver­einigten Deutschen Nickel-Walz-Werke zu Schwerte zum Berkauie aus. Am 17 ... irz wurde der Empfang durch die Bank bestätigt und nock am selben Tage gingen die Aktien mit einem von Schmit: und Benner unterzeichneten Briefe nach Berlin an die Handel-- gefellfchait ab. In diesem Falle sind wieder alle drei Angeklagte ongeflagt Ter Angeklagte Lbm erklärt, daß er über die Aktien das Verfügungsrccht hatte, da ihm die Paviere zum Verkauf über­geben worden seien. Dadurch werde die Bank ohne weiteres Eigentümerin ber Werte.

Es kommt nunmehr der Fall Wiebe zur Sprache. Wiebe war Reifender bet einer Gründung der Niederdeutschen Bank, den Frankfurter Gummiwerken. Er mußte eine Kaution von 5000 Mk. stellen, die er auf Ersuchen seiner Firma bet der Nieder­deutschen Bank hinterlegte. Schon am selben Tage wurden die Paviere nach Berlin gesandt. Der Angeklagte Ohm erklärt hierzu, er wisse von ber Sacke nichts, wenn aber das, was ihm hier vor- gcroorren werbe, richtig sei, so liege ein 'chweres Vergehen vor. Ter Angellagte Schmitt führt aus, daß bie UebersenDung durch ein Versehen bes Bantbea.nien Fischer gesckehen sei. Es sei auch versucht worden, bie Papiere telephonisch wicber zurück zuerhalten, bas sei aber nicht gelungen, ba bie Bank kurz vor dem Konkurs stand und ber Handelsgesellschaft große Summen fchuldctc. Ter di» Zeuge vernommene Bankbeamte Fifcher erflärt, daß die Papiere durch ein Versehen nach Berlin gesandt wurden, einen Auftrag dazu habe er von niemandem gehabt, cs laa ein Irrtum vor. Tic Frage des Vorsitzenden, oo er um bei ber Versendung um das Verhandensein einer Veriügungsberechtigung gclümmcn habe, ver­neint der Zeuge. Die Angellaglcn erklären, daß sie sich dabei auf den Zeugen verlafsen hätten. Ter^Vorsitzende schlägt heraus vor, tux1i einen Fall zu erörtern. Ter Verteidiger Benners, R.-A. '.iuB bittet den Fall Wieten noch zu erledigen, das fei ein sehr schöner kleiner Fall (gr. Heiterkeit. Bors.: Klein ist er ja, ob er aber schön ist, mag dahingestellt bleiben. Nach einer [urjcn .Auseinandersetzung r.rb die Verhandlung vertagt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 14. November 1911.

* * Oberhessisches Damenhei in. Ter Schrift­führer des Vereins schrieb und. Ter Gedanke, in Gießen ein Heim für alleinstehende Tarnen der gebil­deten StüNdezu gründen, hat zwar selbstverständlich! auch Gegner gesunden. Aber er ist doch bei erneuter Erwägung für richtig und für wichtig genug angesehen worden, so daß im Sommer d I schon ein Verein unter dem Namen ,,Lberhessische s T a m e n h e i m" gegrün­det wurde. Tiefer erlangte durch den Eiiilrag ins Vleuener VercinSrcgister die juristische Persönlichkeit unb kann daher Vermögen aller Art erwerben Er hat auch jetzt schon mehrere recht erfreuliche Stiftungen unb Geschenke an- iiehmen können unb eine ansehnliche Milgliederzahl ge­wonnen. Unter der Leitung seines Vorsitzenden, des Tiref- torö der Bezirkssparkassc, H. Töring, geht er cncr- gisch auf sein Ziel loS, in Gießen ein Tamciiheim für Oberhessen zu gründen. Es gibt eben doch auch in Ober­hessen wohl eine nicht kleine Zahl von Tarnen, denen die bisherigen Möglichkeiten, dauernd oder vorübergehend bc- haglicheii Aufenthalt zu finben, nicht genügen, unb die selbst in ber Gießener Siccheiianstalt nicht unlerzutommen wünschen, wohin sie ja wohl ein freundlicher Kritiker ver­wies. Viele wohnen gern in einer gewissen Unabhängig­keit unb doch in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, find gern der Sorge des Haushaltes ledig, wollen ober eine behagliche Häuslichkeit mit ihrer sorgsamen Pflege ge­nießen. Und doch können sie das allein nicht erreichen^ Es ist wohl nicht uninteressant zu erfahren, daß vor wenig Wochen auch in Tarrn ft abt ein Verein mit gleichem Ziel wie in Gießen gegründet wurde, der sogar für später ein Altersheim für Personen beiderlei Geschlechts der ge* bildeten Stände ins Auge faßt. Aus einer sehr großen Reihe von Städten aller Art liegen schon genügend Erfah­rungen über solche Gründungen vor. llcberail bewähren sie sich, unb so darf auch der " Lberhesfische Verein hoff­nungsvoll vonvärts schauen. Freilich soll und tvitl er nicht waghalsiae Spekulationen beginnen. Tamm erhofft er vor allem, oaß ihm durch die Erwerbung der Mitglied­schaft (mindestens 2 Mk. im Jahr) Sympathieerklarungen: aus den beteiligten Streifen Lberhesfens gegeben werden und daß ihm nach weitere Legate zufließen. Denn dann hat er sicheren Boden unter den Fügen Je arößcr die Zahl ber in einem Heim vereinigten Tarnen ist, um so sicherer, billiger und besser kann der Betrieb sein. Es lverden sich wohl überall Persönlichkeiten nm die För­derung der Sache bemühen, unb der Verein selbst gibt jedem alle nur gewünschte Auskunft. Die das Heim später aussehen wird, das kann man heute natürlich noch nicht sagen. Wenn tch meiner Phantasie nachgebe, dann denke tch mir ein hübsches sonniges Haus in schönem Garten, in dem eine wohlmeinende behäbige Oberin mit freund­lichen dienenden Geistern für das leibliche und geistige Wohl all der ihr aiwcrtraulen noch lebensfrohen Tarnen sorgt. Tie wohnen, umgeben von ihrem alten, lieben Haus­gerät, behaglich beisammen, alle Glieder einer Familie und doch jebe ganz frei. Ta sitzen |ie im gemeinsamen Eßsaal oder im Garten, laben sich Gäste ein, gehen zum Sonntagspromenadetonzert ober ins Theater und wollen gar nicht Abschied nehmen von dieser Welt, in ber es ihnen )o wohl behagt. Hoffentlich wirken viele zusammen, damit diese Idee bald verwirklicht werde!

Die Fleischbeschau in Hessen. Im 3. Viertel­jahr 1911 stellt sich die Zahl der Schlachttiece, die in Hessen- Nassau der Fleischbeschau unterzogen wurden, wie folgt: Pferde und andere Einhufer 552 (gegen 501 im 2. Niertcl- >ahr), Ochsen 7904 (8591), Bullen 1531 (1490), Kühe 16 258 (15 162), Jungrinder 16 535 (11 143), Kälber 54519 (54 458), Schweine 145 388 (135369), Schafe 14 224 (10 061), Ziegen 2197 (4015), Hunde 0 (2). Im Grobherzogtum Hessen ivutöen der Fleischbeschau unterzogen: Pferde und andere (Ein­hufer 552 (282), Ochsen 3752 (3897), Bullen 388 (404), Kühe 9792 (8932), Jungrinder 10818 (7967), Kalber 22387 (21284), Schweine 99 544 (87 322), Schafe 2232 (1573), Ziegen 2432 (12567), Hunde 00.

* * Hegezeit für männliches Rehwild. Nach der Verordnung vom 8. Juli ist als Hegezeit für männliches Rehwild, bie bisher nur während der Monate Diärz unb April bestand, die Zeit vom 15. Dezember bis ein­schließlich 30. April bestimmt worden. Wegen des be­vorstehenden Beginnes der Schonzeit feien Jntereffenten hier­auf ausdrücklich aufineckfam gemacht.

** Unbestellbare Postsendungen. Bei dcc Ober-Postdirektion in Darmstadt lagern folgende Sendun­gen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Eine Postanweisung über 3 Mart vorn 6. September 1910 aus Friedberg (Hessen . Empfänger uno Bestimmungsort unbekannt. Ohne Postanweisung über 5 Mark vom 16. September 1910 aus Friedberg Hessen, Empfänger und Bestimmungsort unbekannt. Tic zur Entp- fangnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen vier Wochen bei der Obcr-Postdiretlion melden, widrigen­falls die Poftailweisungsbeträge unb die in den Senonn- gen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts er­lösten Geldbeträge der Posmntersttitzungskasse überwiesen, die Briefe aber vernichtet werden.

KrciS Lauterbach.

-i- Lanzenhain. 12. Nvv Emc unglaubliche Roheit bllcer hier das Tagesgespräch. Am Freitag gegen 11 Uhr ück das Diensimäockcn K. S aus einem Ettcrnhause, wo <- Dem Scklachneü beigcwohnt hotte, itneoer in die Wohnung sein-. Tlcnilherrfchafi. Im Stgrifr, in oas Haus kinzutreien, bcmcrii das Mädcken zwei Männcrtzeftalten, anscheinend junge Burst in der Nahe üchent, ohne |ie im Tuntel der Nacht erkenn... können. In femidben Augenblia flog auch schon cn 1 ; ui.

schwerer 2tein so heftig raeber Die Hau-tür?, biß er c^oral . ? tos Nkädchen traf uno ,hm Die Kinnlade zerschmenertc. ... i lautem Aufschrei brach das Mädchen ohmnachtig urw blutcno zusammen, schwer trank liegt es birnieoer. .vosfentlich hiuigr Cte gerichlltck? llntersuchung balb Licht in Oieie Dunkle Sach.. Es m anzunehmen. Daß man es nicht mit einem gewöhnlichen Tummenj ungcnureid), lonbem mit einem wohlüberlegt , n flache all ru tun hat. Es wird zu fragen sein, wer an einem solchen Alte