Kieler Werft
:hen, dass
ostenfrei.
xis, sowie der Lage, chtfertigen
tigst unter- ienung un
rütteln. Unsere glotlcnpolitif har jid) durchaus bewährt. Ar der DcckungSoemeii! schäft halten wir unter allen llmjtänbcrf fest. Die Werftanlagen sind von einer Kommission des Reichstages besichtigt worden. Cj hat sich dabei ergeben, daß die Vorgänge auf der
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Line neue ZLandinavien-Linie.
Tie Verüinoung ^emfch.aiios mit Den Drei norDiiehcn Reichen ist in Der lebten Zeit durch Sdxiffung Der Linie Saßnitz — Trelleborg mit ihren modernen Tainpsem sehr uerDiiicrt rvorden. Trond em macht sich schon jetzt wieder das Bcdürxms tiad) einer neuen Verbindung geltend, und zwar namcnilim in Hamburger und dänischen Handelskreisen, die etne Direftc Linie Hamburg—Kopenhagen mit einer Reisedauer von a—6 erunDen mlangcn. G» wird zur Begründung dieser Linie ausgeruhrt, daß die Routen Giedser-Warnemünde und ^aßintz—Trelleborg -u sehr auf den Vertehr der nordischen Länder nut Berlin ziu geschnitten sind, so daß man also das indiinrieretche We,tdeut,c1)- DanD und ebenso den wichtigsten 5)asen ^eunchlands, .Hamburg, Tiiur auf Umwegen erreichte. Wenn man crit eine direkte -oer= üinbung Kopenhagen-Hagen—Hamburg haoe, dann sei auch ?Westdcutschlaiüi leichter unD schneller zu erreichen. an a.anemart ibringt man Dem Projekt befonDers großes Interesse entgegen.
Tie heldenhafte treue Pflichterfüllung beim
Untergang des Unterseeboot?
ist ein Beweis dafür, daß die Marineverwaltung ihre Aufgabe der Heranziehung charakterfester Männer erfüllt hat; daö deutsche Volk wird den drei braven Männern ein stetes treues Andenken bewahren. (Beifall.) Tie überwältigende Teilnahme des ganzen deutschen Volkes an jenem UngluckStage zeigt, Ivie tief der Gr- danie einer großen starken Flotte inö Volk gedrungen ist. Vielleicht kann der Staatssekretär noch weitere Auskünfte über die Ursack)en des Unglücks geben. Tie technische Vervo l l - kommnung und Entwicklung der Marine bat durch die Bindung des Flottengcsehes nicht Not gelitten. Es war kein Nachteil für die deutsche Flotte, wenn d'e Marineverwaltung nur langsam und zögernd an die Schaffung einer Unterseeboots- flottille ging. Tie Marinverwoltung ist im besten Zuge, namentlich für di- Beschaffung Der großen Kanonen Preise zu erzielen, die mit den Interessen des Reiches im Einklang stehen; viel Glück auf diesem Wege. ES ist anzuerkennen, daß c§ dem Staats- sekrctär gelungen ist, an den Zulagen etwas heraiiszusparen; cs beweist daS, daß er ein Mann von großer Autorität sein muß. Dre Kommission hat mit großer Mehrheit beschlossen, daß d i e Heizer die Zulagen an den Tagen, an denen sie als Heizer Tienst tun, weiter beziehen sollen. Das ist, wenn man Gegner aller Zulagen ist, ein großes Entgegenkommen. Es ist über- raschend, daß gerade die Sozialdemokraten einen weitergehenden Antrag stellen, weil daS für die Heizer ja gar keinen Wert har, denn am Schluffe lehnen sie ja doch alles ab. Ter Redner schließt, indem er nochmals zum Ausdruck bringt, daß die deutsche Flotte nur ein Instrument des Friedens und Der Verteidigung sein soll. (Beifall.)
Abg. Dr. Trocschcr (Kons.):
Ter Etat ist wieder unter dem Zwange der Sp a r sam I ci t entstanden. Dafür danken wir dem Staatssekretär. Die Freude an der Marine soll unserem Volke nicht verdorben werden; die Sparsamkeit darf aber nicht so weit gehen, daß die Berufs freudig- leit in unserer Marine leidet. Am Flottengesetz lasten wir nickst
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man vielleicht die drei Menschen im Turm, aber nicht die 28 Mann aus dem Boa! retten können. Daß wir. uns bemühen werden, auch die Gefahren zu beseitigen, die bei einer zu großen Schräg läge durch Entwicklung giftiger Gase statlsindct, das brauche ich nicht erst zu versichern. "Zu der Frage der Zu lagen kann ich versichern, daß mir niemals, so lange ich <?taai5]cfretäv bin, etwas so schwer geworden ist, als die vestebenden Zulagen herab' zu setzen. Sollte nennenswerte Summen erspart werden, dann ist es nicht angängig, sie bloß von den Bezügen der Zahlmeister und Offiziere bcrunterzustreichen. Tie Marineverwaltung stand vielmehr vor der harten Notwendigkeit, an die Zulagen ber iDcamu schäften heranzugehen. Nun war cs mir unmöglich, die Zulagen der Kapitulanten zu kürzen, denn die Kapitulanten gchören bei einer Marine mit allgemeiner Wehrpflicht mit zu dem Knochengerüst. Wir könnten die Zahl der Kapitulanten nicht halten, ivenn wir die Zulagen kürzen. TcSbalb habe ich mich xur Kürzung der Zulagen der Heizer ent Mosten. Dw Heizer sind die einzigen von der Mannschaft, die noch Zulagen erhalten. Würde der Antrag auf Wiederherstellung der Zulagen angenommen, so ließe sich der Marineetat nicht balancieren, wenn man nicht eine fundamentale Aenderimg vornehmen lotlL tSa--- will aber das ganze Hau> nicht, auch ich halte den Weg nicht sur gangbar. Andererseits ist mir der Entschluß sehr erleichtert worden durch den außerordentlich dankenswerten Beschluß dcö Hauses über die Buchführung auf den Werftbetrieben, bie ivobl eine rationelle Wirtschaft und die Gelegenheit zu Ersparnissen ermöglichen wird. Ich freue mich, daß ewige Herren sich ber Mühe unterzogen haben, die Werftverhältnisse mit Auftoam von Zeit vnb Geld zu studieren. Ich habe dabei die geheime .Hoffnung gehabt, daß sich die Meinung mancher Herren die spezielle Kenntnisse über die Werft-Vcrbältnisse zu haben glaubten, dock modifizieren werde, und ich glaube, meine Hoffnung ist nickst ganz fehl geschlagen. Meiner Meinung nach soll man eine bestehende Organisation nickst gänzlich beseitigen, sondern die Fehler heraus- merzen und das Gute beibehalten. Tas müsten wir auch bet der Marincvcrwaltmig tun. (Beifall.)
Abgesehen von Den .»anoeisimereiicn itujeen Kopenhagen und Hamburg hofft man, daß Hamburg ;u einem großen Ginralttorc Mr dänstche lanDroirtid iTilid,e Produkte werden ward, die dann weitn nach Dem rhcini'ch-weittäliichen Jnduftrxcrcvicr, abgeietzt w rd?n %Icn. Von! gcograp! "chen ^tandounft aus wuroe auch Norwegen von der neuen Vcroindung proiitiereu, wahrend
Den einige Konkurrenzsorgen hat. Es ist nicht zu leugnen, baß öer Perkchr Saßnitz—Trclleborg unter Der neuen Ei'enbahn Kopen- baaw—Hmuburg etwas leiden wird, anderer,eits läßt 'ich aber and) erwarten. Daß der simclmtenbe deunche Touristenverkehr nach Lckstveden Diesen Ausfall reichlich wieder cinbrmgen wird Zur Propagierung Der galanten neuen Veroindung, Die über Die Inseln Laalaixd und Fehmarn gelcuct werden soll, hat 'ich bereits ein Ausfchu.ß'gebilDcr, Dem namHane Pcrw nlxchke itcn .Hamb urgs, darunter auch der Genrraldirettor Der varnburg—Amerikalinie Wallin aiigehören. Mit solchen Hxnlermänncrn erscheint dos Projekt allerdings gesichert.
Schluß 6% Uhr. ,
Gctrcide-Wochenbcricht
der Preisbericuisuelle des Teii.wieu reuiiDwirtschastsrats vom 7. bis 13. «Februar 1911.
Tie überwiegend matte .Haltung Amerikas hat weder die argentinischen noch Die russischen Ablader nachgiebiger zu stimmen vermocht. Tie Abladungen vom La Plata entsprachen auch dies- mal nicht den Erwartungen, und in Rußland leidet die Export^ tätigfeit augenblicklich unter starkem Frost, der die Zufuhr behindern imD auch in den bisher eisfrei gewesenen nord- unD süd- russischen Häfen Berk, hrsschwierigkeitcn verursacht. Trotzdem blieb cd aber nicht unbeachtet. Daß Amerika sich allmählich mit seinen RedwiNtcr-Osierten ber Koniurrenz des Weltmarktes anzupusferr unD Damit Deutschland den Absatz nach Frankreich zu erschweren beginnt, jedenfalls stockt das Geschäft nach dieser Richtung/ und auch Die Mühlen zeigen sich im Hinblick cur den unbefric- Digenöen Mehl ab''atz ziemlich .uruckealtend im Einkauf. 2Scitn Die Preise trotzdem ihren Stand zu behaupten, stellenweise sogar noch etwas zu bessern vermochten, so liegt das eben an Deut
Abg. Ledebour CSoz):
Beide R-dner aus dem House haben den Staatssekretär mit einer s o l ch e n F ü l l e v o n T a n k überschüttet, daß ich glaubte, seine Geschmacksnerven würden dagegen revoltieren. Er aber hat dieses Lob dankend eingesteckt und seinerseits Lobspruche gc- spendct wie ein oller ehrlicher Seebär, der nach dem Osten kommt und dort von zwei Orientalen mit Höflichkeitssprüchen überbau ft wird, die er glaubt ebenso blumenreich erwidern zu müßen. Solche Etatsreden entbehren iede's sachlichen Inhalts. Man nutet sich sogar, sachlich zu werden, indem man immer gleich erklärt:
Angesichts der Geschäftslage des Hauses ujtv." wolle man nicht darauf eingehen. (Heiterkeit.) Herr Speck begann sogar die ersto Rede zur ersten Lesmig des Etats damit. (Heiterkeit.) Soweit sind wir schon. Am liebsten möchten die Herren nur noch auf* stehen und iid) wieder Hinsehen und bloß Ja und Nein sagen: Diese R o s e n ö l - V e r za p f u n g machen wir nicht mit. Selbstverständlich aber erkennen auch wir es an, wenn Manner im Dienste der Flotte auch in Todesgefahr sich durchaus als Männer bewähren, wie bei dem Unfall des UnterseebotS. Diese Anerkennung spricht der Reichstag wohl einmütig auß. ES gibt wohl keine trivialere Redensart als die von der Sicherung des Friedens durch die Rüstungen. Ueberall erklärten die Regierungen: Ja, wir, wir wollen den Frieden, aber die anderen! Da-? ist die berühmte Schraube ohne Ende. Wir Sozialdemokraten erfüllen eine patriotische Pflicht, indem wir die Kriegshetzer rm eigenen Lande bekämpfen. Tie Worte des F r x c d ans * Tirpitz haben keinen Wert, wir wollen Taten. Wir Sozialisten arbeiten in allen Ländern auf Einschränkung ber Seerustungen hin, auf Abschaffung des Seebeuterechts. Die Ausreden wegen der Heizer zu lagen beweisen das schlechte Gewißen der ollen ehrlichei' Seeleute. (Gelächter rechts.) ,
Weg mit den Qffrzierszulageu, das wäre die einfache Kost- seguenz. (5in preußischer Prinz, der nebenbei Groß, admiral ist, Ijat jüngst in einem Siriegccbcrcin eine Wahlrede für die kommenden ReicIiStagÄvahlen gehalten. Wenn diese Marine st randläufer in ihrer freien Zeit nichts BeßereS anzufangen wissen, als solche Wahlreden zu halten, dann mochte ich Herrn von Tirpitz dringend bitten, die Herren etwas mehr zu beschäftigen. (Sehr gut! bei den So;) Prinz Hemrich ist genew wie sein älterer Bruder ein freiwilliger Agitator für die Sozial. Demokratie. (Sehr gut! bei den Soz. Uiiruhc.) Aber als Steuerzahler Und im Interesse dcS Dienstes lveyrcn wir un5 Dey gegen, daß l'olcl'C Reden weiter gehalten locrbcn. Ich bade Da?* selbe Zutrauen, das ich zu der so ost beteuerten Friedensliebe de- Herrn von Tirpitz habe, auch dazu daß er gegen dieie Hanlstungs- weise eines aktiven Admirals im Interesse des Dienstes D}Jt«ng- stcr Weise vorgehen wird. Im übrigen mögen «sie mit .chrer Marinepolitil «ur so weiter wursteln. Wir werden un-.- m uny. rem Protesch gegen das sinnlose Wettrüsten nicht irre machen lassen. (Beifall bei den Soz.)
Staatssekretär des ReichsmarineamtS v. Tirpitz: .b Ich muß zunächst auf das energischste und nachdrücklichste gegen die Art und Weise protestieren, wie hier der Abg. -edebour die Ansprache deS Prinzen Heinrich au seine Regmientstameraden dargcstellt bat. Ick, habe sie auch gelesen und m bicjer Rede ist absolut nichts enthalten, waS Prinz Heinrich nicht hatte sagen können. Im übrigen ist das keine Wahlrede gewesen, sondern eine Rede im engeren Kameradenkreise. Weiterhin hat auch Herr Ledebour gar kein Recht, als Steuerzahler über seine Hoheit den Prinzen zu sprechen, denn Prinz Hemrick empfangt weder Pension noch Gehalt von der Marine. (Hort! Hort!) Ich habe gar nicht verstanden, daß hftr immer von einem .ossizimen Blatte gesprochen worden ist. Für den gesunden Menschenverstand gebt doch klar hervor, daß uns selbst nichts unangenehmer sein konnte, As dieser Artikel im „Lokal-Anzcigcr". Im übrigen ijt mir i gänzlich neu, daß ocr Lokal-Anzeiger cm ostizwseS Blatt ist. i iLört! Hört!) Nun bat Herr Ledebour danach gciragt, wer denn ber alte Seebär sei, der die Veranlassung zur Streichung der Heizerzulage gegeben hat. Wenn Sie so wollen, dann bin ich der Schuldige und ich übernehme auch die Verantwortung dafür. (Beifall.)
Ein Vertagungsantrag wird angenommen.
Destcrberatung Dienstag 1 Uhr,
Die Kosten waren hoch, aber e5 ist auch 23ori züglicheö geleistet.
Die Feststellung im „NautikuS" ist zutreffend: Unsere deutsche Flotte ist ein vorzügliches Werkzeug z u unserem Schutze, jedem Feinde zum Trutz, aber keine AngriffSarmada. DaS deutsche Volk will ein gleichberechtigter Faktor auf dem Weltmarkt fein, cS wird alle Kräfte anspannen, dieses Ziel zu erreichen: aber eß liegt ihm fern, eine Feindseligkeit gegen irgend eine Macht zum Ausdruck zu bringen. Auch in England sollte diese objektive Betrachtung
daS alte Ra rchen von der deutschen Invasion gründlich zerstören.
Wir wollen eine Flotte schaffen, die jedem Gegner den Einsatz so hoch stellt, daß er c5 sich reiflich überlegt, den Frieden der ni Nation zu stören. Daran ändert auch die (Schaffung ständigen Nordfeegeschwaders nichts, die bedingt war durch das Zuengwerden dec Schleusen des Nordostseekanals und die Vollendung des Ausbaues der Nordseestation. Hätte es noch eines Beweises für die Friedensliebe des deutschen Volkes bedurft, so war cS der Verkauf der beiden großen Schiffe an die Türkei. Ich nehme an. daß diefe außerordentliche Einnahme zur Schuldentilgung bezw. Abänderung der Matrikular- beiträge verwendet werden. > Der Hauptnachdruck muß jetzt auf den inneren Ausbau,
die Jndiensthaltung der Schiffe gelegt werden. In erster Linie die Ausbildung unseres Marineoffizierskorps. Der Marin e- befehl von Mürwik findet auch im deutschen Reichstag ein freudiges Echo: Unsere Zeit braucht ganze Männer, eine auf religiöser Grundlage beruhende Lebensauffassung. Mit Recht wird in der „Marine-Rundschau" die Bedeutung gesunder Nerven für unser Offizierkorps betont. Es ist daher zu begrüßen, daß auch in der Budgetkommission auf die Abstinenzbe weg u n g solcher Nachdruck gelegt wurde. Der Alkohol ist der gefährlichste Feind her Disziplin. Damit hängt auch zusammen das Verbot des Monokle-Tragenö: gesunde Augen sind das erste Erfordernis für einen tüchtigen Seemann.
erheblich aufgebauscht worden sind. Inzwischen Bat der Staatssekretär auch vereils mit starker Hand eingegriffen. Die Verwaltung bat setzt einen wirtschaftlichen Betrieb auf kaufmännischer' Gr unblaae eingerichtet. Doppelte Buchführung ist eingeführt worden. Auf diesem Wege wird der Reichstag den Staatssekretär auch weiterhin unterstützen. Ter Rechnungshof hat sich diesem System <nizu passen. Wenn er etwa mit veralteten An- schauungen dagegen auftreten sollte, so muß ihm zu bedenken gegeben werden, daß er be5 Etats wegen da ist, und nicht der Etat seinetwegen. An der Wcrftorganisation selbst soll nichts geändert werden. Sic hat sich bewährt. (Widerspruch links.) Mit der Denkschrift bc3 Dr. Struve find wir nicht einverstanden. Gr leistet gewissen ehrgeizigen Wünschen damit nur Vorspannbienste. Wir verlangen für jedes einzelne Schiff eine Bilanz. Dann erst können wir übersehen, wo zu sparen ist. Auch
unsere Unterseeboot-Politik
ist glänzend gerechtfertigt worden. Menschenleben und Geld sind dadurch erspart worden. Besondere Zulagen hat niemand zu verlangen. Die junge Generation soll dankbar fein, daß sie die harte Schule der militärischen Dienstzeit durchmachen muß. Denn diese schafft Manner, durch die Deutschland wirtschaftlich und politisch groß geworden ist. Die Heizer brauchen keine weiteren Zulagen. Das wäre eine Ungerechtigkeit gegenüber unseren Matrosen. Jeder einsichtige Mensch weiß, daß die ganze Frage nur
z u agitatorischen Zwecken
ausgenutzt wird. (Widerspruch links.) Die Presse hat die Leute systematisch erst darauf gehetzt. (Widerspruch links.) Man hat mit Sabotage gedroht! Es ist unerhört, daß man den, iiingen Seeleuten solche Gedanken auf dem Präsentierteller icrbiert! Die Soizaldemokratie behauptet, sie tuprbc im Kriegsfälle auch ihren :'Nann stellen. Dann darf sie aber auch im Frieden nicht zur Disziplinlosigkeit anreizen. Wir vertrauen dem Staatssekretär, daß er mit scharfem Griff Ordnung fchafft. Niedriger hangen aber muß ich einen Artikel des Herrn v. Gottberg im „Lokal- Anzeiger", worin erklärt wird, die Offiziere laten besser, ihr Wissen m den Privatdienst zu stellen. Ich finde feinen Paria- meuterischen AuZbruck dafür. Mit Recht lehnt der Staatt.;ekretar die Einmischung von angestellten Organisationen ab, ine ihren Wirkungskreis nicht allein auf die Marmeangcborigen beschranken.
Staatssekretär des ReichZmarnrcamts v. Tirpitz:
Beide Vorredner haben die diesjährige Etatsberatung benutzt, um einen Grundriß über die Ausführung ber Flottengesetze in den letzten 12 Jahren zu geben. Das ist begreiflich, denn in der Tat bildet dieses Etatjahr einen getollten A b i ch l u v in unserem Vorgehen. Und w o i st das Ziel, und welches ist die Richtung? Ich habe cd mir immer zum Grundsätze gemacht: wenn man nur das Ziel richtig cnennt, denn wird auch die Kraft entsprechend gqpannt fern. Bestätigen kann ich, daß unsere ylottc von Anfang au ... -. .
niemals für aggre, srve Zwecke bestimmt war. (Zustimmung.) Dar Abg. Erzberger hat gesagt, unsere Seemacht müsse so ausgestattet fein, daß sie für iebe andere Großmacht ein Risiko bildet, uns anzugrclscn. Das ist in Der Zat b<iS ceterum ccnsco unterer flotten- Politik. (Zustimmung.)
Aus dem Un g ty cf 5 fa II des Unterseeboots haben wir natürlich gelernt. Er war besonders eigenartig. Daä Doot war nicht einfach gesunken. Dann hätten die Mamitchaslen noch über 43 Stunden Luft gehabt und die Bergung bot keine schwierig- leiten. Hier aber lag der Fall so eigentümlich, weil daS Boot eine hälfe Schräglage einnahm. In dieser äußersten Schräglage haben rch gewisse Dämpfe gebildet welche cs notwendig machten, sofort mit ber Rettuno der Mannschaften vorzugehen und nicht zu märten bis die Hebemaschinen zur Stelle waren. Wäre statt deS Scbwimmkians sogleich der „Vulkan" verwendet worden, so hatte
Abg. Erzbcrger (Zentr.):
Wir befinden uns in diesem Jahre auf dem Höhepunkt in der Entwicklung der Marine. Die Zeit der Vermehrungsbautcii ist vorüber, es beginnt jetzt die Zeit der Ersatzbautcn und damit aber auch die Zeit der inneren Ausgestaltung, die Zeit der Hebung und der erhöhten Dienstleistung. Daß Ab- flauen im Flottenbaii bringt immer hcrabgehende Ausgaben im außerordentlichen Etat, also eine
Verminderung der Anleihe wirtschaft und statt dessen ein Ansteigen der fortdauernden Ausgaben. Es ist nicht richtig, daß unsere Flotte auf Schulden gebaut ist. Schon jetzt ist der Schiftsbauwert unserer Flotte um 186 Mill. M. höher als all das, was je für Schiffe und alle anderen Anlagen der Flotte von 1870 an auf Anleihen genommen ist, einschließlich aller nicht mehr lebender Schifte — ein überaus günstiges Er- gehn iß im Verhältnis zum Ausland. Es hat sich gezeigt, tole richtig die Bindung durch ein Flottengesetz gewesen ist. Ändere Staaten, Frankreich, folgen uns tu ch.
In England fprach ber Eiyillord der Admiralität den Wunsch noch einem Flottengesetz wie dem deutschen aus, nur daß er dieses für zu elastisch hält was wir als einen Vorzug betrachten. Auch die ZukunftSaussickten und Zukunftsberechnungen, die daß Marineamt 1898 bei Schaffung des Flottengesetzes anstellte, frnd voll eingetroffen, insbesondere daS gewaltige- rasche Anlvachsen unseres Außenhandels unserer
überseeischen Interessen.
Hat nun bie Marine auch bas geleistet, was sie versprochen hat und die Opfer wert ist? Nun, ein Vergleich mit dem Ausland geigt, daß Deutschland mit relativ geringeren Mitteln im Tonnengehalt seiner Flotte weit mehr geleistet hat als Frankreich, Eng- land und die Union. Die Unicn hat in den letzten 12 Jahren 2156 Millionen Mark mehr ausgegeben als Deutschland uni) nut dieser ungeheuren Summe nur 66 000 Tonnen mehr geleistet. Unsere Marine hat also gut und sparsam gearbeitet. (Beifall.) Eie hat auch gegenüber den Anschlägen 86 Millionen Mark ge- spart, trotz Erhöhung der Arbeitcrlöyne. Materialprcise, Zulagen usw. Also daß Schlußresultat für den Abgeordneten:
Deutscher Reichstag.
126. Sitzung, Montag, den 13. Februar.
Am Tische bc5 Bundesrats: v. Tirpitz. Capelle, Dähnhardt, Ho llweg. Har m ö.
Präs. Graf Schwerin -Löwitz eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 25 Mm.
Der Illarfneefat.
Es beginnt die zweite Lesung des Etats, an erster Stelle der Marinectat. Berichterstatter ist Abg. Frhr. v. THuri e f e l d (Zentr.).
Nach einer langen Geschäftsordnungsdebattc, die «zur Ab- kürzung der Verhandlung" geführt toird, wird bcichlossen. beim Gchaltstitcl des Staatssekretärs auch das Zulagcwefen zu besprechen.
Die Budgetkommis fion hat durch Mchreinstellung ben 400000 M., die auf Grund der vorjährigen Stellungnahme des Reichstags gestrichenen Zulagen etwa zur Hälfte wiederhergestellt. Tic Sozialdemokraten beantragen, die Heize r- au läge ix in der vollen früheren Höhe wiedcrherzustcllcn; das erfordert eine weitere Erhöhung des Postens um 320 000 M.: um diesen Betrag soll nach dem Antrag ber Sozialdemokraten der Materialtitel „Betriebs-, Rcinigungs-, Belcuchtrngs- und sonstige Materialien" gekürzt werden (statt 26 689 000 M. 20 369 000 M.).
Dariwcr, ob diese Fragen auch gleich mitverhandlet werden Tonnen, gibt c3 zur Abkürzung der Verhandlung, die — wie der Präsident unter allgemeiner Zustimmung feststellt — hx der Absicht aller Parteien liegt, eine neue, noch längere G e ° schäftsordnungsdebattc.
Es wird beschlossen, den Matcrialtitel cittstweilen auszu- scheiden.
161. Jahrgang
Dritter Blatt
Ur. 38
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul* ftrafee 7. Expedition und Verlag: bl.
Redaktion: 112. Tel.-2ldr.:AiizeigerGieöen.
Dienstag, 14. Sebruar 1911
RotationSbruck und 13erfag Der Brübl'schen UniöerfuätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Tie „Gießener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das '«reisblatl für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Cberheffen


