Vier Millionen Stimmen oder acht Dutzend Mandate?
August Bebel, der alte Führer der Sozlaldemottatte, Loßt auf allerhand Widerrede bei den Seinen. Am 26. Marz hat er, wie erinnerlich, in Hamburg vor seinen Wählern erfCärt.-^r Millionen Stimmen und 50 Mandate als drei Millionen Stimmen und 100 Mandate bei den nächsten Reichs- ^^Äes? Ansicht entspricht der Taktik, die die Partei seit c^chren bei allen Wahlkämpfen beobachtet hat. Selbst ein Kants kn aber ist mit Bebels Taktik gegenwärtig nicht einverstanden. Schon vor längerer Zeit hat er, so lesen wir in der „Tägl. Rundsch.", in der „Neuen Zeit" erklärt: >,Bei uns sind gegenwärtig die Regierung und die Regierungsparteien der Hauptfeind, den es zu schlagen gilt." Mit Nachdruck hob Kautsky deshalb hervor:
Gerade die Situation der Massen, die heute alle unter dem S>ru(f der Teuerung leiden, ist es, die den Kampf gegen jene Elemente, die die Verteuerung künstlich verstärken unb ausbeuten, in den Vordergrund drängen, und anderseits fellbst den liberalen Philister immer oppositioneller machen. Wtr wären sehr töricht, wollten wir das bei unserer Wahlagitation nicht beachten. Wir haben in ihr nicht bloß, bu gesamte bürgerliche Gesellschaft zu bekämpfen, sondern auch zu trachten, den -augenblicklich schlimmsten Feinden des arbeitenden Volkes eine Niederlage zu bereiten.
Auch der Neichstagsabgeordnete Heine ist mit der von Bebel empfohlenen Zähltaktik nicht einverstanden. In den „Sozialist. Monatsheften" schrieb er:
Die konservativ-klerikale Allianz auch nur passiv unterstützen, würde heißen, daß die Sozialdenrokratie in blindem Eifer sich selbst verriete.
Neuerdings trat der Revisionist Quessel gegen Bebel auf. Bebel hat in seiner Hamburger Kandidätenrede denjenigen Parteigenossen, die die Schaffung einer liberal- sozialdemokratischen Mehrheit für wichtiger halten als das Zahlen der sozialdemokratischen Stimmen jedes Verständnis für das eigentliche Wesen der Sozialdemokratie abgesprochen. Quessel antwortete darauf in der neuesten stummer oer „Soz. VLonatshefte":
-,J3n Deutschland ist eine Aenderung der Politik nicht von dem Wachstum der sozialdemokratischen Stimmen, sondern nur von einer Zunahme der sozialdemokratischen Mandate zu erwarten."
Ob Bebel noch einmal das Wort ergreifen wird?
Die Kandidatur Bafsermann.
Der hannoversche Courier" hatte in Anknüpfung an die jüngsten Vorgänge im Hansa-Bunde die Befürchtung ausgesprochen, daß sich dadurch die Aussichten der Kandidatur des Abg. Bassermann im Wahlkreise Saarbrücken verschlechtert hätten, und angeregt, ob Herr Bassermann nicht besser in dem durch Verzicht des Prinzen zu Schönaich- Carolath freigewordenen Wahlkreise Guben, kandidieren würde.
Dazu schreibt heute die „Nationallib. Korresp.": Das Blutt wird inzwischen aus der Kritik, welche seine Anregung in der gegnerischen Presse erfahren hat, entnommen haben, daß sie besser unterblieben wäre. Ganz abgesehen davon, daß die Voraussetzung einer Verschlechterung der Verhältnisse im Wahlkreise Saarbrücken unzutreffend ist, denkt Herr Bassermann ebenso wenig daran, von seiner Kandidatur im genannten Wahlkreise zurückzutreten, wie der Wahlkreis selbst an der Person des geschätzten Führers der nationalliberaleu Partei unter allen Umständen fest- halteu und seine ganze Kraft daran setzen wird, ihm zum Siege zu verhelfen.
Deutsches Reich.
Die ,M)lnische Zeitung" schreibt zu einer Meldung des ^Merliner Tageblatts", im nächsten Reichstag werde der Entwurf eines Petroleum mono Pols vorgelegt:
Nach Erkundigungen an zuständiger Stelle können wir versichern, daß diese Nachricht unzutreffend ist. Die Entstehung des Gerüchtes dürfte auf Erhebungen zurückzuführen sein, die veranlaßt wurden durch die bei der letztjährigen Etatsberatung angenommene Resolution der Abgeordneten Bassermann und Dr. Stresemann, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, Erhebungen darüber anzustellen, inwieweit durch das Vorgehen der Standard Oil Company und der Tochtergesellschaft die Gefahr einer Mono- polisierung des deutschen Petroleumhandels unter Ausschaltung des Zwischenhandels vorliegt und ob unter diesen Umständen die Errichtung einer unter Aufsicht des Reiches stehenden An- stall zum Vertrieb des Petroleums im Interesse der deutschen Volkswirtschaft liegt. Es liegt auf der Hand, daß diese erst vor kurzem begonnenen Erhebungen zu einem Ergebnis nickst führen konnten und daß auch nach ihrem Mschluß bei der schwerwiegenden Bedeutung des Gegenstandes eine Entschließung nach der einen oder anderen Richtung nicht so bald zu erwarten ist.
Ausland.
In einer.Versammlung der Friedensfreunde in Paris, an der zahlreiche Abgeordneten und der deutsche S^ialist Grumbach teilnahmen, verhandelte man über den Vorschlag, eine Versammlung abzuhalten, wo deutsche und französische Redner ihre Ansichten über Agadir und Marokko auslauschen sollen. Es gelangte eine Tagesordnung zur Annahme, in der die gegenwärtige Marokkopolitik verurteilt und der Wunsch ausgesprochen wird, daß aus den letzten Zwischenfällen kein Konflikt entstehen möge.
Der französische Apellattonsgerichtshof verurteilte den Vizekonsul R o u e t wegen Spionage zu drei Jähren Gefängnis und 1000 Francs Geldstrafe, erhöhte also die durch das Urteil vom 2. Juni verhängte Gefängnisstrafe um ein Jahr. Der Gerichtshof bestätigte das Strafmaß von zwei Jahren Gefängnis und 1000 Frcs. Geldstrafe, wozu Maimon in der ersten Instanz verurteilt worden war, während die gegen seinen Sekretär Palliez ausgesprochene Gefängnisstrafe von drei Monaten auf einen ÄLonat herabgesetzt wurde.
Aus Toulon wird gemeldet: Der Syndikatsausschuß der Hafenarbeiter stimmte dem vom Allgemeinen Arbeitsoerbande gefaßten Beschlüsse zu, zu einer vom deutschen Arbeiterverbande in Berlin einberufenen Versammlung eine Vertretung zu entsenden. Die Arbeiter des Kriegsarsenals wurden aufgefordert, diesen Be- schluß gutzuheißen und dadurch zu zeigen, daß die Arbeiter aller Lander unter einander nur in Freundschaft leben und fich^ einer K>riegserklärung mit allen Mitteln widersetzen
Nachdem zwischen Kammer und Senat in F r a n k r e i ch bezüglich des Budgets eine Einigung erzielt worden ist, wurde die Parlaments sessio n in der Nacht auf Donnerstag, gegen i/2l Uhr geschlossen.
Die Investitur des Prinzen von Wales fand am Donnerstag int Burghof des Schlosses Carnarvon mtt dem pittoresken, althergebrachten Zeremoniell statt. Die Feier lockte tn die kleine Stadt hunderttausende von Besuchern auv allen -teilen von Wales; sie fand auf der Estrade im Burghof des Schlosses stall, wo das Königspaar
auf Thronsesseln saß, umgeben von den meisten Ministern und achttausend geladenen Gästen, darunter alle Klassen des Fürstentums. Nachdem der König den Prinzen mit dem Zeichen seiner Würde bekleidet hatte, kniete der Prinz nieder iliid leistete für das Fürstentum die Huldigung, in den altertümlichen Worten versprechend des Königs Lehensmann zu werden, bereit, zu leben und zu sterben für ihn gegen jedermann. Der König hob den Sohn zu sich empor und küßte ihn aus beide Wangen.
Gewitter und Sturm.
** Ein heftiges Gewitter, das endlich den langersehnten Regen und ein wenig Abkühlung brachte, ist gestern nachmittag gegen 6 Uhr hier und in der Umgegend niedergegangen. In einzelnen Orten der Umgebung hat der Blitz Schäden angerichtet, so in R ö d g e n, wo er in eine Schafherde einschlug und 44 Schafe tötete. An anderen Orten hat er gezündet. Wir haben seither folgende Nachrichten erhalten:
— Rödgen, 14. Juli. Gestern abend wurden hier durch den Blitz 44 Schafe erschlagen. Dem Schäfer ist nichts geschehen.
Londorf, 14. Juli. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr hatten wir hier ein heftiges Gewitter, das uns den langersehnten Regen brachte. Bei dem Landwirt Ludwig Lich hat es eingefd)lagen, ohne äu zünden. Ein Blitzstrahl fuhr durch den Schornstein und beschädigte das Mauerwerk und auch in einem Zimmer wurden Beschädigungen verursacht.
Friedberg, 13. Juli. Bei dem heute abend niedergegangenen Gewitter schlug der Blitz in einen vor dem Dorfe Ossenheim stehenden großen Haufen Holzes und Bäck- wellen. Der Holzhaufen ging tn Flammen auf.
X Hanau, 13. Juli. Ein kurzes, ungemein heftiges Gewitter hat sich heute nachmittag hier entladen und erheblichen Schaden angerichtet; auch der Blitz hat mehrfach eingeschlagen. Im Nachbardorfe Bruchköbel wurde durch einen Blitzstrahl das Wohnhaus des Diamantschleiferei- besitzerS Heinrich Kircher in Brand gesetzt und der Dachstuhl eingeäschert.
21115 Stadt imd Land.
Gießen, 14. Juli 1911.
Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
Die gestrige Tagung unseres Stadtparlaments schien anfangs ohne wesentliche Auseinandersetzungen verlaufen zu wollen, trotzdem die Mitteilungen erheblichen Stoff dafür brachten. Die Anregung der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge wegen Errichtung einer Kinderklinik mit Hilfe der Stadt ließ Beigeordneter Keller geschickt in die Versenkung verschwinden, indem er Den Antrag der Finanzkommission überweisen ließ. Dann kam der Antrag Sommer, der mit der Amtsgerichtsfrage zusammenhing und die Erklärung Grünewalds über das gleiche Thema. Aber merkwürdig, niemand nahm das Wort, obgleich man £igenb= lich etnen größeren Redekampf erwartet hatte. Erst bei der Frage des geräuschlosen Pflasters kam man etwas in Atem. Dabei rollte unablässig unten auf dem Kleinpflaster vor der Bürgermeisterei der Verkehr vorüber, während int Sitzungssaal bei offenen Fenstern gegen dasselbe Kleinpflaster als zu geräuschvoll der Stab gebrochen wurde.
Länger sprach man über die Lästigkeit der Dispensgesuche und über die veraltete Bauordnung. Die neue moderne Bauordnung, die nötig ist, hat noch gute Wege. So tröstete der neue Landtagsabgeordnete für Gießen, der am Schluß der Sitzung drei Fragen an die Stadtverwaltung richtete, und zwar ivegeit des Urlaubs der Straßenbahner, wegen des Verschwindens der Kiacheburg in der Neustadt und wegen der neuen Oberrealschule. Zum Schluß oe- schästigte man sich bann noch mit den üblen Gerüchen, die sich besonders an der Wies eck und am Schlachthof bemerkbar machten.
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** Personalien. Der Großherzog hat den Aktuar bei dem Amtsgericht Lauterbach Karl Pfaff zum Aktuar bei dem Amtsgericht Osthofen, den Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Gießen Karl Johannes Grünewald zum Aktuar bei dem Amtsgericht Alsfeld und den Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Gießen Heinrich Konrad Wilhelm Faul draht zum Aktuar bei dem Amtsgericht Lauterbach, sämtlich mit Wirkung vom 15. August 1911, ernannt. — Der Aktuariatsassistent bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Rheinhessen AM. Roth ist zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Gießen, der Aktuariatsassistent bei dem Anttsgericht Nieder- Olm, Karl Link zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Gießen, der AktuariatsassisteM bei dem Amtsgericht Herbstein Karl Rumpf, zum Aktuariatsassistenten bei der Staatsamvaltschft am Landgericht der Provinz Rheinhessen und der AktuariMs- afi'ütent bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Karl Michael Gabel- maiilt zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Herbstein sämtlich mit Wirkung vom 15. August, ernannt worden.
** D i e Ausgabe neuer Zinsschein bogen zu den 3VsProz. Großh. Hessischen Staats schuldverschrei- b u n g e n Serie A vom 1. Oktober 1891 für weitere zehn Jahre — erster Zins schein am 1. April 1912 fä llig — sinoet bei der Großh. Staatsschuldenkasse der Hessischen Landeshypothekenbank, sowie bei dec Bank für Haitdel und Industrie in Darmstadt und deren Niederlassung zu Frankfurt a. M. gegen Einreichung der Erneuerungsscheine (Zinsschein-Anweisungen) kostenfrei statt. Bei Einreichung der Zinsschein-Anweisungen ist ein nach Nummern geordnetes Verzeichnis in zweifacher Ausfertigung mitzuliefern. Das Formular hierzu wird von der Großh. Staatsschuldenkasse unb ben genannten Bankstellen auf Verlangen unentgeltlich abgegeben
** Nach den Oor läufigen Ergebnissen der Volkszählung am 1. Dezember 1910 beträgt nach der amtlichen Stattsttk die Einwohnerzahl in den hessischen Kreisen Darmstadt 137 773, Bensheim 65 762, Dieburg 62 023, Erbach 48 426, Groß-Gerau 62 918, Heppenheim 51929, Offenbach 161569, Gießen 93 950, Als selb 37 907 Bübingen 40836, Friedberg 79 034, Lauterbach 27 742, Mainz 158670, Alzey 40 957, Bingen 42628, Oppenheim 46 972, Worms 93 282. Die Provinz Starkenburg hat danach zusammen 590 400, Oberhessen 309194 und Rheinhessen, die an Umfang kleinste Provinz 382 529, das ganze Großherzogtum Hessen 1282123 Einwohner.
" Gewichtsangabe von Paketen. Wie das Reichspostamt bekannt gibt, ist es den Absendern gewöhn- licher Pakete, die über die Einlieferung eine Befcheinig- ung zu erhalten^ wünschen, fortan gestattet, in den vom Publikum auszufullenden Posteinlieferungsscheinen auch das Gewicht dec Sendungen anzugeben. Die Scheine werden bei der Annahme der Pakete am Postschaltec auch in Bezug aus die Richtigkeit der Gewichtsvermerke geprüft und, wenn das amtlich ermittelte Gewicht hiermit nicht übereinstimmt, die Gewichtsvermerke postseitig berichtigt. Auf Grund dieser Gewlchtsvermerke kann der Betrag beS Portos unschwer nachgerechnet werden.
** Di eG erichtsferien beginnen am 15. Juli und dauern 2 Monate, also bis 15. September.
Gießener LerfchönerungSveretn. Wenn zahl. ’ reiche Naturfreunde sich durch die gegenwärtigen herrlichen Sommertage zu Spaziergängen in Wald und Flur hinaus- locken Voffen, so werden sie dort allenthalben den Spuren des eifrigem Wirkens unseres Gießener Verschö nerungs- Vereins begegnen. Ueberall, im Schiffenberger Walde, auf der Höhe der Hochwarte und int Hangelstein-Gebiete, sind Wege neu hergestellt oder ausgebessert worden, so daß sie auch bei schlechtem Wetter begangen werden können. Die von dem NerschönerungSverein früher hergestellten Naturbänke sind durchgängig in Stand gesetzt, die zahlreichen in unserem ganzen Waldbereich vertretenen eisernen Bänke sind mit neuem Anstrich versehen, aber auch manche neue Bank an geeigneten Plätzen aufgestellt worden. Die Schutzhütte, die früher auf der Hardt am Gleiberger Weg ausgestellt gewesen war und dort ihren Zweck ganz verfehlt hatte, ist nach dem sogen. Annecöder Butlerwege versetzt worden, dort, wo von ihm die sechste Querschneise abzweigt. Die schmucke Schutzhülle ist hier rasch ein vielbesuchtes Ziel von Waldspaziergängern geworden. Die nächste größere Herstellung wird ein mit Lindenbäumen bepflanzter Fußweg fein, der gleich nach dem Bahnübergang vom alten Schiffenberger Weg rechts in die Wiesen abzweigt und unter Vermeidung der unbehaglichen Nähe der Irrenanstalt an den Waldrand und nach dem sogenannten ^Nizzas-Wege führt. Gerne würde der Verschönerungsoerein seinen Wirkungskreis noch weiter auSdehnen, wenn ihm nur reichlichere Unterstützung aus den Kreisen der städtischen Bevölkerung gewährt wurde. Das kann erstlich geschehen durch Zutritt neuer Mitglieder, der für die VereinSkaffe höchst willkommen sein wird. Aber auch Mitarbeit durch Erteilung von Rat und Anregung zu neuen Anlagen wird der Verein aufs dankbarste begrüßen. Von allen Seiten, so durch die Militärschießstände, die Irrenanstalt, das Brennsteinwerk, ist der Kreis der früheren Spaziergänge Gießens arg geschmälert worden. Um so mehr bedars der Verschönerungsoerein kräftiger Unterstützung, wenn er sich bemüht, die schöne Umgebung unserer Stadt durch seine zielbewußte Tätigkeit dem Naturfreunde nach Möglichkeit zu erschließen.
** Zu dem Raubmord in Nieder-Mörlen. Die Mörder der Frau Walter tn Nieder-Mörlen jinb durch den Untersuchungsrichter Geh. Justizrat Woffner, der auch im Falle Hudde unb des Friedberger Bombenattentats myt der Untersuchung betraut war, nun eingehenb vor- nommen worben. Sie sind auch ihm gegenüber geständig gewesen. Es muß bei ihrer Vernehmung besonders fest- gestellt werben, inwieweit jeber an dem Verbrechen beteiligt ist, um barnach bie Schnlbfrage zu bemessen. Justizrat Wehner hat heute ben Tatort besichtigt. Er hofft bie Voruntersuchung so schnell beenben zu tonnen, baß bie Verbrecher bereits vor dem nächsten Schwurgericht im SeP-< tember ab geurteilt werben können.
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** Die 50. Wanderversammlung des Oberhessischen Bienenzüchter Vereins, bie mit einer Ausstellung lebender Bienen, Bienenerzeugnisse usw. verbunden ist, findet am 15., 16. und 17. d. Ai. statt. Arn Samstag abend wird bie Feier burch einen Kommers in Steins Saalbau eingeleitet. Am Sonntag vormittag 11 Uhr findet auf der Liebigshöhe die Eröffnung der Ausstellung statt, an bie sich ein Konzert an sch ließt. Am Mdntag finW die Generalversammlung statt, bei der Lehrer Sommer';. Inheiden über die Bedeutung des Honigs als NahrungÄ, mittel sprechen wird. Am 'Nachmittag findet wiederum/ ein Konzert statt. "
•• Ballonausstieg. Dem Hessischen Verein für Luft-t schiffahrt, Ortsgruppe Gießen, ist es gelungen, für die am Sonntag stattfindende Auffahrt zwer Ballone zu gewinnen. Es steigen zwischen 8 und 9 Uhr die Ballone Hessen und Taunus, beides große 1400 obm-Ballons. Die Füllung beginnt um 6 Uhr. Interessenten, die nicht Mitglieder des Vereins sind, ist von der Roonstraße aus die beste Gelegenheit zur Besichtigung gegeben. Wenn die Fahrt ftattfinbet, wird an der Gasanstalt ein roter, und wenn sie nicht stall- finbet, ein weißer Wimpel aufgezogen.
*' Der Ballon Marburg, der, wie bereits gemeldet, vorgestern abend kprz vor 9 Uhr unter der Führung von Dr. Stucktey mit Rechtsanwalt Römheld und Dr.' Robitzsch an Bord in Marburg aufgeftiegen war, ist nach einer prächtigen Nachtfahrt bei Pont-ä-Mousfon in Frankreich gelandet. Dec Ballon hatte feinen Weg über, Gießen und Wiesbaden genommen, bann ben Rhein entlang bis Bingen, über ben Hunsrück unb das Saargebiet und war dann nach Neunkirchen und Saarbrücken gekommen, überflog Lothringen, bis er dann über die Grenze ging unb an bet Mosel lanbete. Nach ben üblichen langwierigen Zoll- ‘ oerhanblungen begaben sich bie Reisenben nut Ausnahme beS Dr. Stucktey, ber wegen Rückvergütung des Zolles noch an der Grenze bleiben mußte, in die Heimat zurück, wo fit gestern abend ankamen.
** 93 on einem Hunde gebissen wurde der Sohn! I ‘ des Oberpostasftltenten Reitz. Der Junge wurde am Ober- ' schenket ziemlich erheblich verletzt, in der Verbanbsstelle der Sam- tätskolonne (Johannes Schmitt, Neue Baue) verbunden und bann in seine elterliche Wohnung gebracht
LarldtrerS Gießen.
a. Hungen, 13. Juli. In der Horloff, unmittelbar! i bet der Stadt, sind wieder viele Tausende großer und' kleiner Frschezugrundeaegangen, ähnlich wie dies' wiederholt in den letzten Jahren der Fall war. Am Wehr fließen die toten Fische zusammen und verbreiten, da sie bet der jetzigen Hitze bald in Fäulnis übergehen, einen ekelerregenden Geruch. Die Bürgermeisterei hat das Vergraben der Fischleichen angeordnet. Die Ursache des Absterbens soll ergründet werden. — In all den Bächen, die aus dem Vogelsberg kommen, ist da, wo Fabrik- und Geschäftsbetriebe ihre Abwässer entsenden, der Fischbeftand oer- im Aussterben, wie dies schon bei dem Krebsbestand der Fall war. Dagegen ist es eine Freude, zu sehen, wie sich in den Bächlein des Vogelsberges (meist Schongebiet), wo noch keine schädigenden Einflüsse erfolgen,, die Forellen ,ut| großer Zahl tummeln und der KrebK morgens tn der Frühe seinen täglichen Standort aufsuchtJ
Allendors a. d. Lahn, 13. Juli. Heute rourbe; em unbekannter HandwerkSbursche im Hoppestein erhängt aufgefunben.
S aasen, 13. Juli. Beigeordneter Peter Aff II. wurde euiftimmig wtedergewahll. Der 70jährige Mann ist damit zum vierten Mal gewählt.
Kreis Büdingen.
— Nidda, 13. Juli. In unserer Gegend ist jetzt die Heuernte beendet und an Güte vorzüglich ausgefallen, dagegen hat die Menge dem vorigen Jahre gegenüber et^A
von Pudulctta Kur abgestiegen. ? die Größe van Hess« rabja steht unter e pflichtig.
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im. Darmstat itung. Der jfteisau! Äer die Beschwerde Wolff zu Frankfi Aivc Gemeinde-Gewerb Hegte im Mai b. I. ! Liebig- unb Aument : Heranziehung zur St anlaßte sie zu einer t , zuructMesen tourb i rillige Geschästsverl IjMung zur Zahlu Ides Steuerjahres er
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