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Kleine Cageschronik.
Hessen-Nassau.
[] Marburg, 14. Juni. Der Direktor der städtischen Obercealschule, Dr. 5kna de, nimmt auf Einladung des Kaisers an der Nordlandfahrt der Hamburg-Amerika-Linie vom 17. bis 30. Juni teil. — Aus den Gebirgslag"n dec Zlreise Frankenberg, Biedenkopf und Wittgenstein laufen Meldungen über Frostschäden ein. Die Bohnen-, Gurken-- und Kartoffclpflcmzungcn haben schwer gelitten. Vielfach sind sogar zugedcckte Pflanzen erfroren. Man befürchtet, daß der Frost dem in Blüte stehenden Roggen geschadet hat. Der so dringend nötige Regen läßt noch immer auf sich warten.
verin ijchte».
* 2er rätselhafte Tod eines Bonner Professors beschäftigt augenblicklich die Gemüter, der rheinischen Musenstadt. Am Dienstag abend um 6 Uhr stürzte bei M e h l e m der Professor an der Universität Bonn Felix Solmsen aus einem Zuge der Staatsbahn. Er geriet unter einen entgegenkommenden Zug und wurde sofort getötet. .Hierzu wird uns noch berichtet: Der Tod des Professors Solmsen ist noch nicht aufgeklärt. Man weiß noch nicht, ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt. Professor Solmsen fuhr am Dienstag in einem Eilzug von Koblenz nach Bonn. Ms der Zug in Mehlem einlies, stand die Tür seines Abteils offen, er selbst war zwischen R o l a n d s c ck und Mehlem von einem in der Richtung nach Koblenz fahrenden Eilzua übersahren und g r ä ß l i ch v e r ü ü m - melt morden. Ein Verbrechen scheint ausgeschlossen, da die Wertsachen bei der Leiche gefunden wurden. Solmsen war in den letzten Jahren mit einem ausführlichen ethirologischen Wörterbuch des Griechischen beschäftigt, hatte cs aber noch nicht ab-
>ie Sonntag, 2. Juli, in Frankfurt abgehalten wird, haben ris jetzt Ehrenpreise gestiftet Konsul Karl v. Weinberg, Generalkonsul Gg. Krebs und K. Binding. Die Meldungen sind gut aus- $ cf allen und verteilen sich wie folgt: 1. Junior-Einer: Frankfurter „Alemannia", Gießener „Hassia". 2. Anfänge r- Vierer: Frankfurter „Alemannia", Rüsselsheimer R.-G., Limburger R.-Kl. 1907, Offenbacher „Germania", Frankfurter „Borussia", R.-V. Niederrad, Kasteler „Germania". 3. Zweiter Senior-Vierer: Mainzer „Fortuna", N.-Kl. „Sturmvogel" Halle, Gießener „Hassia", Offenbacher „Germania", Kasteler „Germania". 4. Vierer ohne Steuermann: Frankfurter „Alemannia", „Amicitia", „Borussia", Mainzer R.-Kl. 1903. 5. I u n i o r - B i c r e r: Mainzer „Fortuna", Frankfurter „Ami- citia", Limburger R.-Kl. 1907, Gießener „Hassia", Mainzer R.- Kl. 1903. 6. Senior-Einer (Verbandsmeisterschaft): Gieß. „Hassia", Frankfurter „Amicitia". 7. Erster Senior- Vierer: Offenbacher „Germania", Frankfurter „Amicitia", „Borussia". 8. Gaftvicrer: N.-Kl. „Sturmvogel" Halle, Mainzer R.-Kl. 1903, Kasteler „Germania". 9. Tro st vierer: Meldung 1 Stunde zuvor. 10. Achter (Verbandswanderpreis): Mainzer „Fortuna", Gießener „Hassia", Offenbacher „Germania", Franlfurtcr „Amicitia" und „Borussia".
Der Obertiefenbacher „Mord" vor Gericht. Limburg, 14. Juni 1911.
Ein komplizierter Fall, der in manchen feiner Einzelheiten an die Affairc des jetzt zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Rennfahrers Breuer erinnert, wurde vor dem hiesigen Landgericht verhandelt. Der aufschencrrcgenden Verhandlung lag folgender Tatbestand zu Grunde. Im November vorigen Jahres war in einem Walde bei Obertiefenbach in der Umgegend von Limburg a. d. L. die Leiche des 47 Jahre alten Bilderhändlers Kersting auS Hamm mit zwei Schußwunden im Kopfe aufgefunden. Ge- wisse Umstände, wie beispielsweise die fast theatralische Lage des Körpers und verschiedene andere zufällige Begleiterscheinungen ließen bei der Polizei alsbald Zweifel über einen Selbstmord entstehen, obwohl sie int Besitz von Briefen war, in welchem Kersting die Absicht äußerte, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Die Untersuchungen der Polizei sührten nun zu dem Ergebnis, daß der Ernwrdete mit dem 21jährigen Bauführer Holtkamp au Hamm in engen Beziehungen gestanden habe. Es wurde weiter ermittelt, daß Holtkamp einen weit über seinen Verdienst gehenden Aufwand trieb. Weitere Nachforschungen führten zur Auf- findung von Briefen des Holt lamp an Kersting, aus denen mit Gewißheit zu entnehmen war, daß sich Holtkamp die Mittel zu seinem Aufwand durch Erpressung von Kersting verschafft hatte. An dem erwähnten Morgen waren nun beide mit einander in einer Wirtschaft in Obertiefenbach gesehen worden, von wS sie gemeinsam weggingen und zwar gegen das Wäldchen zu, in welchem Kersting später gefunden wurde. Kurz nach ihrem Weggang war Holtkamp allein zurückgekommen und hatte angegeben, daß sein Begleiter sich erschossen habe. Die Vernehmung Holtlamps ergab, daß beide lurz vorher einen Wortwechsel gehabt hatten, der nach der Annahme der Polizei auf neue Erpressungsversuche gegen Kersting zurückzuführen gewesen sein dürfte. Nachdem
cs schon wegen der eigentümlichen Lage der Leiche und aus sonstigen Gründen nicht glaubhaft schien, daß ein Selbstmord vorliege, wurde der Verdacht aus Mord bestärkt, als die neben der Leiche gesunde Pistole als Eigentum Holtkantps erkannt wurde. Alle diese Umstände führten schließlich dazu,
daß gegen'Holtkamp die Anklage'auf Mord'und'auf Vergehen legen § 175 St. G. B. erhoben wurde. Nach einer sechsmonatlichen Untersuchung ließ aber die Anklagebehörde die Frage auf Mord fallen, weil inzwischen Briefe des Toten aufgefunden worden waren, in welchen er die Absicht eines Selbstmordes ausspricht, gleichzeitig aber erklärt, er werde die Sache schon so zu arrangieren wissen, daß der Verdacht der Täterschaft ans Holtkamp fallen müsse. Auch wegen der Erpressung, die er nach Annahme der Staatsanwaltschaft an Kersting verübt hatte, wurde feine Anklage erhoben. Dagegen hatte sich der Beschuldigte außer der Vergehen gegen § 175 auch wegen Unterschlagung von 1000 Mark zum Nachteil eines Bauuitternehmers in Hamm zu verantworten. Von den 7 geladenen Zeugen wurde nur einet, vernommen, da der Angeklagte nach dieser Richtung hin vollständig geständig war. Das Urteil lautete auf eine Gesamtstrafe von 12 Monaten Gefängnis, von denen aber die erlittene sechsmonatliche Unter- nchungshaft in Abrechnung kommt. Von der seitens der Staatsanwaltschaft beantragten Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von 3 Jahren wurde abgesehen, um dem Angeklagten die Gelegenheit zur Besserung nicht zu nehmen.
Lüchertisch.
— Schullern zu Schrattenhofen, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre. Verlag von F. Tempsky in Wien unb G. Fr eh tag in Leipzig. — Der Verfasser, der bekannte Wiener Nationalökonom, nennt sein Buch ausdrücklich „ein Studien- behclf für Hochschüler". Durch seine Anschaffung soll die Anschaffung der großen und teuren Kompendien über Volkswirtschaft unnötig gemacht werden können. In dem 469 Seiten umfassenden Werk ist denn auch eine Fülle von Stoff zusammengedrängt und zwar in klaret und übersichtlicher Form. Im „Vorwort" heißt cs: Da alles, was gebracht wird, in gedrängtester Kürze und nur, insoweit es wirklich von grundlegender Bedeutung ist, dargestellt werden, die Darstellung aber doch so weit gehen sollte, daß der Kenner des Inhaltes unseres Lehrbuches damit zur selbständigen Beurteilung aller Erscheinungen der einschlägigen Literatur und der Phänomene des sozialen und des wirtschaftlichen Lebens befähigt wird, durfte im theoretischen Teil nicht ein einseitiger Standpunkt eingenommen werden, sondcm es mußten mit strengster
Luslfchisfahrt.
Biterbe, 14. Juni. Der ab gestürzte Flieger ist nicht )er Württemberger Robert Frey, sondern der Franzose Andre Frey.
Petersburg, 14. Juni. Tas von !>er russischen Regierung in Deutschland' bestellte Militärluftschiff „P a r - e v a l" hat heute unter Führung oes deutschen Hauptmanns Dinglinger mit einigen Offizieren eine dreistündige Probefahrt von Gatschina nach Petersburg ausgeführt. Die durchschnittliche Höhe des Fluges betrug 500 Meter.
eine verblüffende Kunst auch diesmal wieder in vollem Hlanze zeigt. Daß die Posse „Morttz alD ftavalte , 'M dem beliebten Komiker Prince in der Hauptrolle, lebhafte Heiterkeit hervorruft, erübrigt sich etgeMrch, anzuführen.' Sämtliche anderen Nummern rechen sich den oben» angeführten würdig an. . , . , , .
** Eine ergößli ch e Geschichte erregte in einem benachbarte» Ort? viel Heiterkeit. Wird da e,n .Schwer, der trotz öfterer Verwarnung wiederholt mit nicht gewichsten Scbnben zur (Schule kommt, mit zwei Stunden Arrest bestraft. D^ie Mutter, deren Ehrgefühl sich gegen diesen Eingriff in ihre Erzieherrechte sträubt, kommt, mit einer Hacke bewaffnet, auf den Schulhof - und verlang Rechenschaft. Ter Lehrer zieht es jedoch voi, dic Haus- tür nach einem kürzest Wortgefecht von innen £ g . Tie unbefriedigte Frau verlayt mißmutig den ^chMyos und sinnt auf Rache und sich' — unter großem Auflauf bringt die erregte Frau beute morgen ihr «ohnch°n Leist Schubkarren zur «ch u l e, damit die fein gc wichsten Stiefel nicht beschmutzt würden.
Kreis Alsselv.
h. Billertshausen, 15. Juni. Schwer verletzte sich gestern früh an der linken Hand ein hiesiger Knecht, als er sich beim Kaffectrinken ein Stück Brad abschneiden wollte. Das Messer fnhr ans nnd durchschnitt die Schlagader. Aerztliche Hilse mußte sofort in Anspruch genommen werden.
I. Kirtors, 15. Juni. Sein öOjähriges Bestehen feiert am 9. nnd 10. Jnli der hiesige Männergcsang- verein .Liederkranz' Etwa 20 auswärtige Vereine haben bis jetzt ihre Teilnahme erklärt.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 14. Juni. Die Schüler der stadt. Gewerbe-Akademie feierten heute in dem Offenheimer Wäldchen ihr Sommerfest. Gegen 4 Uhr nachmittags zogen sie, die vier farbcntragenden Verbindnngen voran, unter Vorantritt der Hoinburgcr Bataillonskapelle durch die Burg, Kaiserstraße rc. nach dem Walde. Abends um 10 Uhr beschloß ein Kommers in den „Drei Schwertern" das Fest. Unsere Gewerbe-Akademie ist in diesem Sommer-Semester stärker als inf vergangenen Jahre besucht. Im Wintersemester loirb daß Institut das Fest seines zehnjährigen Bestehens feiern. Bei dieser Gelegenheit wird die Stadtbehörde den Dozenten und Studierenden einen Festkommers geben.
Starkenburg und Rheinhessen.
M. Offenbach, 15. Juni. (Priv.-Tel.) Tie Lohnbewegung in der hiesigen Portefeuille-- In du st r i e wird allem Anschein nach g ü 11 i ch b e i g e l e g t, da die Verhandlungen zwischen den Vertretern der beiderseitigen Drganiiationen ein günstiges Ergebnis hatten. .. .
m. Offenbach, 14. Juni. Schon wieder weiß diö Tageschronik von einem Fall von Verfehlungen eines städtischen Beamten zu berichten. Ter Schreibgehilfe Meyer, der beim StraßenbahnanU beschäftigt war, hat betrügerische Manipulationen bei dem Berkans von Straßen- bahn-Abonnementskartcn verübt. Die Höhe der auf diese Weise veruntreuten 'Gelder ist noch nicht festgestellt, bisher wurden rund 100 Mk. ermittelt. Meyer, der verheiratet ist und eine starke Familie besitzt, bezog ein Gehalt von 1600 Mk.; außerdem bezog er früher noch eine monatliche Ncbeneinnahme von 30 Mk. durch den Billetverkaus, die ihm aber kürzlich entzogen wurde. — Die Zahl der int Gewerk- fchastskartell organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen ist nach dem Jahresbericht 1910 von 7890 auf 9528 einschließlich 553 weiblichen Mitgliedern gestiegen, zurzeit beträgt die Zahl der organisierten Arbeiter über 10000. In den 30 Zahlstellen wurden im Berichtsjahre für die Hauptkassen 233 493.50 Mk. und für die Lokal- tassen 98 697.44 Mk. eingenommen. Ausgegeben wurden an Reisegeld 2739.77, Arbeitslosenunterstützung 14 617.72, Kranken- bezw. Erwerbslosenunterstützung 65 202.54, Jn- validenunterstntzung 1497.75, Notfallunterstützung 2437.61, Umzugsunterstützung 1223.10; ferner für Streikunterstützung 324 343.32 und für Gematzrcgeltenunterstützung 613.50 Mk. An Sterbegeld wurden 3614 Mk. gezahlt und für Rechtsschutz 893.45 Mk. ausgegeben. Im ganzen wurden 125 842.14 Mark für Unterstützungen ausgezaylt und zwar 115 661.76 Mark zu Lasten der Hauptkasscn und 10180.38 Mk. aus den Lokalkassen. Die Lokalkasscn hatten ein Vermögen von 62 648.13 Mk.
D Süddeutscher 9i_u b e r b c r b a n b. Zur 17. Regatta, ffurt abgehalten wird, haben ul Karl v. Weinberg, General-
Rach einigen schwülen Tagen ist in dem Alyäu int Gefolge eines heftigen Gewitters ein Wettersturz eingetreten. In der Höhe von 900 Metern ist das ganze ,A l g ä u e r ,A Ipen- gebiet mit Schnee bedeckt.
In Norbhausen erfrantteit nach dem Genüsse von Himbeersaft und Reis zwei Kinder der Witwe Kellner und die Frau selbst an Vergiftungserscheinungen, Ein fünfjähriges Kind ist gestorben. Das zweite Kind unb die Frau liegen bedenklich darnieder. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.
In der Nacht brannte die Kölledaer Stadtmühlc am Kyff- häusec nieder. Unter den Trümmern fand man die Leichen der Brüder Rheinedorf, welche die Mühle bewirtschafteten. Der jüngere Bruder, der nach längerer Krankheit zum Krüppel geworden war, hatte die Mühle in Brand gesteckt unb sich dann erhäng t. In der letzten Zeit herrschte unter den Brüdern stets Zank.
Zu Naumburg brachen int Stadttbeater bei der Probe an dem erhöhten Gerüst, auf dem sich die Darsteller befanden, die Bretter durch. Die Hauptdarstellerimien Lilly Harvest uni) Karla Krauß wurden erheblich verletzt.
In einem Kornfeldc in der Nähe von Neustadt wurde der Direktor der Reichsbanknebenstelle in Sonneberg Beyer er- sch offen aufgefunden. Die K a s s e n b e st ä n d e sind in Ordnung. Die Ursache zum Selbstmord bildete unheilbare Krankheit.
Die Beisetzung des tödlich verunglückten Fliegers S ch e n b c I fand gestern auf dem Kirchhof zu Lauenburg in Pommern statt. Die Behörden und Sportvereine waren durch Abordnungen vertreten.
Das Münchener Gcmeindekollegium, das dem Magistratsbeschluß auf Erhöhung der Hundesteuer von 15 auf 20 Mark beitrat, nahm auch mit großer Mehrheit einen von demokratischer Seite gestellten Antrag an, in München eine Katze n st euer zu erheben.
Der deutsche Arzt Baron Rubber g, der sich um die Bekämpfung der Pest verdient gemacht hat, forderte, wie aus C h a r- b i n gemeldet wird, den Professor Sabolotniy zum Zweikampf auf, weil dieser behauptet hatte, die deutschen Aerzte taugten nichts.
Aus Paris wird benaget: Wegen eines geringen Diebstahls in einem Warenhause wurden Bakon Telord, ein Sohn des verstorbenen Königs Amadeus von Spanien und eine Französin verhaftet. Trotzdem ihm nach dem Tode des Königs reiche Geldmittel zur Verfügung standen, sank er immer tiefer.
'Objektivität unter allen lebensfähigen Theorien bic lebenskräftigsten ausgesucht unb besprochen werben." Tas Buch enthält auch eine Skizze der Entwicklung der Volkswirtschaft und der Volkswirtschaftslehre.
ßandei.
— Reichsanleihen. Tic Deutschen Staatspapiere, vor allen Dingen die 3^proz. Reichsanleihcn haben in den letzten Tagen wieder eine leichte Abschwächung crsahreii. Als hauptsächlicher Grund hierfür wird angegeben, bau die erschwerenden Lombardbedingungen der Reichsbank Abgabebedürfnis in Vank- kreisen hcroorgcrufcit haben. Wenigstens ist man in Fachkreisen der Ansicht, daß die Verkäuse aus den Kreisen der mittleren Bank- und Geschäftswelt kommen. Diese haben bisher über die geringe Verzinsung der deutschen Anleihen hinweggesehen, weil sic in diesen Standardwerten ein bequeme» Objekt zur Bcschassung von Lombardgeld erblickten. Durch die veränderten Lombard- beüimmungcn an der Reichsbank scheint für viele Besitzer bas weitere Halten dieser Papiere keinen Anreiz mehr zu bieten. Tic Abgaben betragen hauptsächlich die 312proz. Staatspapierc, während die 4proz. weniger und die 3proz. säst garnicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein etwaiger Bedarf von Stücken, für reelle Anlagezwecke findet überdies noch immer aus den Beständen der Banken und Bankfirmen Befriedigung, die nach Auflösung des letzten Konsortiums die noch vorhandenen Stücke für eigene Rechnung übernahmen. Dann wird auch noch ein immer ausgedehnterer Gebrauch von der Benutzung der Staatsschuldbücher gemacht. Aus allen diesen Gründen sind die Umsätze an den Anleihemarkt sehr zusammengeschrumpst, so daß sich Kurssteigerungen bisher nicht durchsetzen konnten. Es darf jedoch angenommen werden, bau die günstige Finanzlage des Reiches und Preußens und die fortgesetzten Bemühungen der Regierung zur Hebung des Kursstandes der Anleihen, trüber ober später ihre Wirkung auf bie Kurse nicht verfehlen werben. ,
Dl c tu - s2) o r t, 14. Juni. Ein New-Yorker Bankiyndikat legte Millionen Dollars Bonds der Huknangbcchn zu 97 Proz. zur Zeichnung auf. Dies ist die erste in Amerika öffentlich aus- gelegte cyinesiscde Anleihe. ..
— Kleine Finanz chronik. Tie Divibenbc der Elfen- b a h ii - R e n t c n - B a n k F r a n k s u r t a. M. wird auf 9 Proz. geschätzt, gegen 81/2 Proz. im Vorjahre. Tie zweite Einzahlung von 25 Proz. auf die nicht vollbezahlten 5 Millionen Mark Aktien nimmt diesmal für das ganze Geschäftsjahr an der Dividende Teil. — Die Frankfurter Lokalbahn, A.-G, Frankfurt a. M., hat behufs Konsolidierung der für die Bauausführung in Anspruch genommenen Bankkredite und zur Durchführung von eventuellen Erweiterungen und Verbesserungen die Ausnahmc einer Obligationenanleibe von 3V2 Millionen Mark beschlossen. Die Anleihe wird mit Proz. verzinst.
Märkte.
ke. Frankfurt a.M. Vi ehyof-Markt b cri ch t vom 15. Juni. Aiistrieb: 40 Rinder, 40 Kühe und Färsen, 950 Kälber, 13 Schafe, 1593 Schweine.
Tendenz: Kälber belebt, Schweine mäßig.
Preis für 100 Pfb.
Lebend- Schlacht
gewicht Kälber. Mk. Mk.
Feinste Mastkälber ....... 60-64 100-107
Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 54—59 92—100
Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 50—53 65—90
Schafe.
Weideinastfchase:
Mastlämmer unb jüngere Masthammel . . . 42—43 88—90
Schweine.
Lollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht 47,00—49.00 60.00—62,00
Vollstelfcyige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 46.00—47.50 59.00—61.00
Lollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 46.00—48.00 59.00—60.00
Voltsteischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht . ...... 46.00—48.00 58.00—60.U0
If.6- Wiesbaden. Diehh o*-Mar k tbe ri cht vom 14. Juni. Auftrieb: Rinder 66 (Ochsen 22, Kühe 44, Bullen 00), Kälber 247, Schafe 00, Schweine 392.
Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe unb Schweine mittelmäßig.
Preis Durch- pro 100 Pso. fchiiittsprei; l'ebenb. ^»iachr« pvo 100 Pfund . 2?« 1 . webend- Lchla uc-
Ochsen, von-biSvou-br;
Vollfleischige, cnlsgemästete, höchsten
Schlöchtivertes, höchstens 6 Jahre alt 49—52 88—92 50 90
7'unge, fleischige, nicht ausgeniälle und
altere nu6gemd|lete 45—48 84—87 46 85
Ungeiocljte ... 50—53 91—95 51 93
Bull en.
Lollfleischige, ausge>vachsene, höchsten
Schlachtivertes 46—48 84—87 47 85
Lollfleischige, jüngere 41—45 77—82 43 79
Farieii. K ü h e.
Lollfleischige ausgemästete Färsen höchst.
Schlachtivertes 48—52 86—91 50 88
VoUfleijcylge ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtivertes vis zu 7 Jahren. . 40—45 77—82 42 79
Sleltece ausgemästete Kühe und wenig
gut entwickelte flmgereKühe u. Färsen 36—39 71—75 87 73
ft al u ec.
Feinste Mastkälber 63—66 105-110 64 107 Mittlere Ma,l- und beste Saugkälber . 58—62 96-106 60 101 Geringere Mast- und gute Saitgkälber 53—07 89-95 55 92
Geringere Saugkälber . . .... 45—49 76—81 47 78
Scha (e.
Weidemastschase 44-46 88—90 45 89
Schweine.
Lollfleischige (Sei)iveinc vis zu 2 Zentner
Lebendgewicht 47—48 60—62 47 61
Lollfleischige Schweine über 2 Zentner
Hebeubgeivicht 47—48 60—62 47 Gl
LoUflelschige Schweine über 2'/, Zentner
Ledelidgeivlcht 43—46 55—69 44 57
Fleischige Schweine unter 80 kg Lebcud- gewicht 46—48 59—61 47 60
Limburg a. d. Lahn, 14. Juni. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Dialter. Roter Weizen (nassauischer) 17,00 Mk., weißer Weizen (angebaute ßrembiorte) 16,50 Mk., Korn 13,00 Mk., Gerste: , uttergerfte 00,00 Mk., Braugerste b0,00 Mk», Hafer Mk. 8,80, Orb|en 0,00 Mk* Kartoffeln 6,00—7,00 Mk.
---- । .
Spielplan öes KutI}aus=Sheaters Lad Nauheim.
Mornclg den 19. Juni: Eröfslinng der Operetten-Spielzeit: „Ter Graf von Luxemburg.- 'Mittwoch den 21. Juni: Erstes Gastspiel von Charlotte Baste, König!, sächs. Hostchauspielerm: „Airs. Tot." Freitag den 23. Ium: Zweites Gastsviel von Charlotte BastS: ,Ter Tamenkrieg." Sonntag den 25. Juni: .Pension Schöller."
Verantwortlich für ben politischen Teil i. V.: R. Lange.
Hup! Enp! fäterätü! Tempo: 80 km!
das war eine Fahrt. AberSie hörcn'ö,Herr Wirt = stockheiser find wir alle geworben. Lassen Sie uns mal schnell ’n paar Schachtel Sodener Mineral-Pastillen besorgen, aber nur FanS ächte, verstanden? Wir müssen in zwei Stunden weite'., dann muß die Heiserkeit behoben sein, unb dazu helfen uns tue ^odcner. Die Schachtel tonet 85 Lsg- ss-'/p
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NaGem in bem Ge' LninMuM bie Mcmfl werben auf Brnnb ber Aeichsgesetz bie Adwebr treffen!) vom 23. Juni Ässchreiben Gronh Ä 1908, zu Nr. M b' i“ Nr. M. d. I. II'9. seorbnet:
I; Es wird ent ( bas ganze Gebiet ittuien.
J1- »iürben Sperrt seorbnet:
a) Wieder unterliegen der
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