Ausgabe 
15.6.1911 Erstes Blatt
 
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gsermrq einen solchen Beamten mit einem MltgebaU ^n 40°0 W nnb eüier nicht pensionsfähigen Lolalzulage von 1^00 Mart in Vori'chlaa sonne 320 Mark Wobiiungsgcldzuichup. Es cr- scheint d?r Reqiernno weiter noch erforderlich, znr hinreichenden Unter ftifcßintg des Bundesratsbevollmächtigten durch einen wer­teren Bevollmächtigten für die Bewältigung Tatläkert im Bundesrat die Hierfür int ^aprtel 15 fürJlnälnartigc unb BundcSverhältnifse" angeforderten Mittel älc erhöhen und ne fordert daher, i für eine «ergutiii^g an den Geiandten für Bureanmicie 1500 Marl und 2. Tur vermehrte Tätigkeit stell­vertretender Bnndesratsbcvollmächtigter an komnnifarilchen Wage­geldern 6500 Marl, im ganzen also mehr 13830 Mark. Hierbei würden aber in Abzug kommen von der im Kap. 15 angeforderten Miete für Blircauräume 630 Mark und für Registraturaushilfe 1200 Mart, so das; also ein Gesamtzuschuß von *11990 oder rund 12 000 Mark erforderlich nnb mithin die Anforderung im >lap. 15 des Voranschlags von 38 000 auf 50000 Mark erhöht wird. Staatsminister Ewald erläuterte diese Regicrungvorlage und führte aus, das; die jetzigen Schreibgehilfen in Berlin diese Stellung aufgesagt haben und daß sich nunmehr dringend ein

Ersatz durch eine definitive Straft empfehle. Akten und Slegiftratur der Gesandtschaft befänden sich eben noch in der Wohnung des .Herrn v. Gagern und mußten geordnet und nach der Wohnung des Frhrn. ö. Biegcleben übcrgcfüljrt werden. Dazu sei unbedingt iwtwendig, eine neue Kraft in der Person eines mittleren Be­amten anzustellen, eines bisherigen Ministerialbeamten Schäfer, der auch schon provisorisch nach Berlin übergesiedelt sei. Der Staatsminister empfiehlt bei der Notwendigkeit der neuen Ord­nung die baldige Zustimmung der Kammer zu der Vorlage.

Der Vertreter des Zentrums im Ausschuß erklärte, das; er der Forderung materiell durchaus zustimmen müsse; er erkläre aber es formell für unerwünscht, daß diese Forderung außerhalb des einjährigen Voranschlags gestellt werde und regt an, sie bis zum ^nächstjährigen Voranschlag zurückzustellen.

Staatsminister Ewald erwiderte, er habe ja schon bei der Haushaltsberatung daraus auf inertfant gemacht, daß diese Vor­lage kommen würde. Er wolle um eine Ueberschreitung des Voranschlags zu vermeiden, streng konstitutionell handeln und die Anforderung noch nachträlich in den Voranschlag einstellen. Da­bei könne er erklären, daß davon abgesehen worden sei, einen zweiten akademisch gebildeten Beamten nach Berlin zu senden, weil man hoffe, mit einem auszutommen; allerdings würden die Stellvertretungen des Bundesratsbevollmächtigten jetzt häufiger in Frage kommen, als früher.

Ter Vertreter der nchionalliberalen Partei hob hervor, daß mäteriell die Notwendigkeit der Forderung begründet sei. Er habe auch schon früher bei der Voranschlagsberatung darauf hinge- roiefen, daß -auf die Dauer die Geschäfte des Bundesratsbevoll­mächtigten ohne eine geordnete Registratur und vollständige Schreibhilfe garnicht durchgeführt werden könnten. Wenn aber diese Notlage ancrlannt werde, so müsse auch sofort eine Abhilfe geschaffen werden, schon deshalb, weil die Stellvertretung des mittleren Beamten in Berlin recht viel Geld kosten würde. Wenn der Beamte, der zurzeit in Berlin absolut notwendig sei, außer- etatsmäßig beschäftigt würde, so müßten ihm Tagegelder gezahlt werden, und diese betrügen weit mehr, als die jetzige Anforderung der Regierung.

Der Vertreter der Sozialdemokraten bezeichnete die neue Anforderung weder materiell, noch formell für gerechtfertigt, während der Vertreter des Bauernbundes nicht gegen die sach­liche Begründung der Vorlage, wohl aber gegen die Anforderung in der jetzigen Zeit außerhalb des Voranschlags Einwendungen erhob. Alle diese Punkte versuchten der Staatsminister und Geh. Staatsrat v. Krug zu widerlegen. Eine Beschlußfassung im Ausschuß soll erst in der nächsten Sitzung erfolgen.

Zur Beratung kam darauf der Antrag Bach ntbetreff der Reliktenveriorgung der Vo l ks s ch u l l ehr e r. Ter Ausschuß beschloß, da anßeichalb der Besoldungsordnung die Durch­führung des Antrags nicht möglich sei, ihm zurzeit keine Folge zu geben. Zu der Vorstellung des Lehrers i. P. Hille­brand wurde von der Regierung dargelegt, daß der Petent feiner starken Nervosität wegen seinen Dienst nicht mehr versehen konnte. _ Die Vorstellung wurde für erledigt erklärt, desgleichen die Vorstellung der K r e i s st r a ß e n m e i st e r um Gleichstellung mit den übrigen mittleren Beamten; die Frage könne nur mit der Durchführung der Besoldungsrevision geregelt werden. Die Vorstellung des Stadtvorstandes zu Alsfeld, betr. den Staats­beitrag zur dortigen Walpurgiskirche, wurde abgelehnt, weil zur­zeit keine weiteren Mittel dafür vorhanden sind.

3um Schluß beschäftigte sich der Ausschuß noch mit den drei Anträgen der Abg. Ulrich, Reh und M o l t h a n inbetreff des Eisenbahngemeinschaftsvertrages. Finauz- miuister Braun stellte sich auf den Standpunkt, daß die Regie­rung in der Frage so lange Zurückhaltung zu beobachten habe, bis auch die erste Kammer ihre Ansicht darüber kuudgegeben habe. Die am weitesten gehenden Anträge der Abg. Ulrich u. Gen. sowie Reh u. Gen. wurden dann bei der Abstimmung abgelehut, dagegen der Antrag M o l t h a n und Genossen, dem auch schon der Bauernbund sowie die Nationalliberalen in Antrag 559 der 84. Sitzung der 2. Kammer ihre Zustimmung gaben, angenom­men, der folgenden Wortlaut hat:Hohe Kammer wolle die Regierung ersuchen, alsbald nach Zufammentritt des nächsten Landtags zur Klärung der seit Fahren über die Revision des Gemeinschaftsvertrages in der Oeffentlichkeit behandelten Fragen vorlegen: a) eine genaue Uebersicht über die auf den hessischen Linien der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft seit Bestehen des Vertrages eingetretenen Betriebssteigerungen und die dadurch bedingte Werterhöhung, b) eine genaue Uebersicht über die seit Bestehen des Vertrages notwendig gewordenen Kapitalaufwen­dungen Hessens, sowie über die in nächster Zukunft noch in Aus­sicht stehenden Aufwendungen." Die nächste .Ausschußsitzung findet Mitte kommender Woche statt.

Deutsches Reich.

Der Bundesrat stimmte dem Antrag betreffend die Er­höhung der Prägemenge der anläßlich der Feier des 100jährigen Bestehens der Unioersität Breslau herzustellenden Neichssilber- münze, dem Antrag betr. die Prägung von Bismarcks stück en in Form von Denkmünzen, zur Erinnerung an den verewigten Fürsten Georg zu Schaumburg-Lippe und dem vom Reichstag ange­nommenen Entwurf eines Gesetzes betr. Tagegelder, Fuhrkosteu und Umzugstosten der Äolonialbeamten, ebenso der Vorlage betr Aenderung der Zuckerstener-AusMrungsbestimmungen, der Vor­lage betr. die Ausführung eines Gesetzes wegen Aenderung des Zündwarensteuergesetzes, der Vorlage betr. die Leuchtmittelsteuer- Aussühriingsbeftiminuugen, der Vorlage betr. Aenderung und Ergänzung der Zündwarensteuer-ÄUsiuhrungsbestimniungen und der Zündwarenlagerordnung, der Vorlage betr. Aenderung der Ausführungsbestimmungen zu 8 17 des Weingesetzes und der Vor­lage betr. weitere Ausführungsoorschriften zum Gesetz über den Ab,atz des Kalisalzes zu.

Der preußische evangelische Oberkirchenrat hat vier Ber­liner Pastoren, die in der Protestversammlung in Sachen be* Garvers >atho in der Hasenheide gesprockien hatten, einen Verweis erteilt. 80 liberale Berliner Geistliche haben nunmehr an den evangelischen Oberkirchenrat eine Eingabe gerichtet an der sie zwar diesem daS Recht suerfennen, einen Pfarrer für das nwo er gejagt hat, zur Verantwortung zu ziehen, ihn aber für nicht befugt erklären, eme Entscheidung darüber zu treffen, ob, wann ober wo er reden dürfe.

qu. Steife, die den Reichskanzler am Sonntag nach baden führt, gilt lediglich einer Besichtigung der , °? e 11 .c Jur Vlsniarckdenkmal bei Bingerbrück. Ter ReichS-

kanzler wird von Wiesbaden aus in Begleitung des Oberpräsi E^EN Frhrii. v. Rheinbaben nach der Elisenhöhe fahren unb am Montag wieder tu Berlin eintreffen.

Am Samstag trifft der König von Sachsen in SÄüit« ajen ein, um dem Prinzregenten einen Besuch abznstaUen.

Ausland.

Etwa 200 Mitglieder des Verbandes m i 11 l e r e r R e i ch s- ^ost- und Telegraphen beamt en in Berlin find auf

ihrer Reise nach Oesterreich in Prag angelommen. Tie Gäste statteten dem Rathause einen Besuch ab. Sie wurden hier von Bürgermeister Tr. Gros mit einer freundlichen Ansprache begrüßt, die ebenso herzlich von dem Vertreter der deutschen Beamten er­widert wurde. Nachmittags besuchten die Gäste die Post- und Telcgraphendireltion, hierauf die Telephonzentrale unb weitere Sehenswürdigkeiten der Stabt, wobei zwanzig Postbeamte ihnen als Führer beigegeben wurden.

Der Zar tritt nebst Familie am 20. Juni auf der Kaiser­jachtStandard" eine vierwöchentliche Erholungs­fahrt in die Schären an. Eine Zusammenkunft mit Kaiser Wilhelm I I. ist nicht geplant.

Die venezolanische Regierung beobachtet die Be­wegung des SchissesKonsul Grostuck", auf dem sich angeblich der frühere Präsident von Ven^'iela, Castro, befindet. Tie Regierung beabsichtigte, das Schiff zu kaufen unb leistete An­zahlung darauf. Sie will daher das Schiff, wenn Castro es erworben haben sollte, als Pirat en schiff behandeln. Das Schiff führt angeblich die deutsch e Flagge.

Der Seekukausftanö in den gtzeanhösen

London, 13. Juni. Ein Mitglied des internationalen Ausschusses der Vereinigung der Seeleute erklärte, bet Aus - st and, der heute in allen Häsen von Großbritannien und Irland erklärt werden würde, werde sich auf das Vereinigte Kö­nigreich, Belgien und Holland beschränken. Die an­deren im internationalen Ausschuß vertretenen Länder, nämlich Deutschland, Dänemark und Norwegen beteiligten sich tatsächlich nicht an dem Ausstand, hätten aber den von dem AnSstand be­troffenen Ländern ihre Unterstützung zugesagt und, wenn Arbeits­willige von irgendeinem nicht beteiligten Lande gesendet werden sollten, so sei es mehr als wahrscheinlich, daß der Ausstand an Ausdehnung zunehmen würde. Der Ausstand in England werde die gesamte seemännische Bevölkerung, ungefähr 150 000 Mann, umfassen.

Liverpool, 14. Juni. Heute wurde hier der See- mannsausstand erklärt.

Rotterdam, 14. Juni. Nur ein Schiff hatte heute früh mit der Anwerbung Schwierigkeiten, sonst war nichts vom Ausstand zu bemerken. Die Besatzung einiger hollän­discher Schiffe ließ sich bereits gestern anheuern und schied so aus der Bewegung aus. Der DampferRyndam" von der Holland- Amerika-Linie, der Samstag in See geht, heuerte gleichfalls. Wenn der Rotterdamer Lloyd morgen Schwierigkeiten mit der Bemannung des PostdampfersWilis" haben sollte, so ist eine chinesische Besatzung bereit, sich anmerben zu lassen.

Am st e r d a m, 14. Juni. Bisher sind die M a n n s ch a f t e n von sechs Dampfern ausständig. Tie Zahl der Aus­ständigen beträgt ungefähr 200. Die Besatzung des Dampfers Celebes" der Niederland-Compagnie, der nachmittags eingelaufen war, schloß sich dem Ausstand an.Telegraf" sagt, die Reeder seien in keiner Weise beunruhigt, da im Auslande eine Anzahl von Seeleuten angeworben wurde, die nach Amsterdam kommen würde.

Antwerpen, 14. Juni. Heute vormittag zeigte sich keine Ausdehnung des Streiks. Tie fälligen Dampfer der Red-Star-Linie gehen ab. Die Konferenz zwischen den Ver­tretern der Reeder und der Seeleute im Stadthaus fand nicht statt. Die Reeder erklären, daß sie die wichtigste Frage der ShiPPingmaster selber lösen werden.

sraor miO Lano,

Gießen, 15. Juni 1911.

Die Frequenz unserer Landesuniversität beträgt int laufenden Somrnersemester, wie wir schon mik- teilten, insgesamt 1453 Besucher. Im vorigen Halbjahr waren 1251 Studierende immatrikuliert, von denen 277 ab- aingen, während der Zugang 341 betrug. Die Gesamtzahl der Studierenden beträgt sonach 1315, darunter 33 Stu­dentinnen. Hierzu kommen 6 Hospitantinnen, 78 Hörer und 54 Hörerinnen, so daß sich eine Gesamtzahl von 1453 Besuchern ergibt gegen 1476 im So mm er seine st er 1910 und 1409 im Wintersemester 1910/11. Von den 1315 Studieren­den waren 840 aus Hessen (darunter 6 Damen), 415 aus anderen deutschen Staaten, nämlich 281 aus Preußen (fünf Damen), 46 aus Bayern, 22 aus Baden, je 9 aus Sachsen, Sachsen-Koburg-Gotha und Hamburg, 8 aus Württemberg, 7 aus Elsaß-Lothringen, 6 aus Oldenburg, 4 aus Sachsen- Meiningen, 3 aus Mecklenburg-Schwerin, je 2 aus Braun­schweig, wachse n-W eim ar-Esenach, Schwarzburg-Sonders­hausen, Reuß j. L. (darunter eine Dame) und Bremen, so- ciner aus Lübeck. Der theologischen Fakultät gehören 76 Studenten an, darunter 10 aus Hessen; während Rechts­wissenschaft 136 studieren, darunter 2 Damen. Von den 424 Studierenden der medizinischen Fakultät studieren 257 Medizin (darunter 122 Hessen), 160 Tierheilkunde (40 Hessen), 7 Zahnheilkunde (5 Hessen). 15 davon Damen. Von den 679, die der philosophischen Fakultät an- gehören, sind 16 Damen. Es studieren davon Philo ftphie 34 (13 Hessen), Pädagogik 11 (7), Mathematik 89 (70), Naturwissenschaften 93 (82), Chemie 38 (5), Pharmazie 25 ' (6), Forstwissenschaft 19 (8), Landwirtschaft 60 (51), Geschichte 17 (14), klassische Philologie 75 (66) und neuere Philologie 218 (186). Der Vorbildung nach studieren mit Reifezeugnis vom Gymnasium 765 (darunter 192 neu im­matrikulierte), vom Realgymnasium 287 (49), von der Oberrealschule 189 (79), mit Zeugnis für das Fach 57 (11) und mit sonstigen Zeugnissen 17 (10).

*

** Der Groß Herzog besuchte am Mittivoch zwischen 12 und 1 Uhr das Museum für Völkerkunde. Der hohe Herr, der bekanntlich eigene Sammlungen ähnlicher Art .besitzt, zeigte großes Interesse für das Gesehene, sprach seine volle Zufriedenheit mit den Sammlungen aus und erteilte wertvolle Ratschläge in Bezug auf die Art der Aufstellung und in Einzelheiten Der kunstgewerblichen Dechnik. "Zur Mittagstafel im Schlosse waren außer den Herren und Damen des Gefolges der Rektor geladen, der 'Provin­zialdirektor, der Oberst, der Landgericht-Präsident, der Ober­bürgermeister sowie die beiden Mitglieder der Ersten Kam­mer Geh. Justizrat Prof. Dr. Schmidt und Geh. Kommerzien­rat Gail. Nachmittags um 4 Uhr fand unter den hohen, schönen Bäumen des Botanischen Gartens, ans grünem Rasen, der Empfang der bei dem Verkaufstag tätig ge- lvesenen verheirateten Damen durch das Großherzogliche Paar statt. Die eleganten hellen 2 am en gestalten gaben eine günstige Belebung des sonst so stillen Gartens, nur hätte die Sonne etwas häufiger durchblicken können. Pünkt­lich erschienen der Großhcrzog und die Großherzogin unter ihren Gästen, begrüßten in liebenswürdigster Weise be­kannte Damen, ließen sich andere vorstellen und bald herrschte eine ungezwungene Stimmung unter den Anwesen­den. Tee, Kuchen und Erfrischungen wurden herumgereicht. Mit freudiger Genugtuung wurde von allen Mitwirkenden der geradezu glänzende Erfolg des Verkaufstages hervor- gehoben. Nachdem die Großherzogin zum Schlüsse des Empfanges den Leiterinnen der ein seinen Stände noch iijr Bild mit Unterscynsc uoergeben harte, verabschiedeten sich die hohen Herrschaften und zogen sich ins Schloß zurück.

Zur weiteren Ausstattung des hiesigen Schlosses besprach ,ich der Großherzog mit dem Möb elf ubri kanten Th. Brück und bestellte eine Anzahl nach seinen eigenen Joeen und Zeichnungen anzusertigerider Möbel zu feinem persönlichen

Gebrauch im hiesigen Schloß. Tie Rückreise des Groß­herzogspaares nach Jagdschloß Wolfsgarten erfolgte um 1/2? Uhr in mehreren Automobilen unter den lebhaften Hochrufen der Menge. Tas Ergebnis des Verka isstages beziffert sich auf die stattliche Summe von 58 300 Mark, so daß Gießen int Verhältnis zu den anderen Städten des Landes einen großartigen Erfolg gehabt hat. Ter- Verkaufstag am 8. November 1909 in Mainz brachte einen Reingewinn von 61000 Mk. Ter 1. Veriaufstag in Darmstadt am 14. November 1908 brachte nur 28000 Mk.; einschl. Geschenken wurden 40 000 Mk. gelöst. Die Ge­samteinnahmen in Offenbach vom 14. November 1910 waren annähernd 60 000 Mk., der Reingewinn etwa 50 000 Mk.

* Ordensverleihung. Der König von Preußen hat dem preußischen außerordentlichen Gesandten und bevoll­mächtigten Minister in Darnifladt Dr. Freiherrn von I e n i s ch das Kreuz der Ritter des Königl. Hausordens von Hohen- zollern verliehen.

Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Hch. Fries zu Hackenheim eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bingen.

Stadttheater. Dadurch, daß Direktor Stein­götter als Leiter des Nauheimer Kurtheaters von diesem Sommer ab auch die Operettenvorstellungen im Kurtheater Bad Homburg übertragen worden sind, war er in der Läge, ein erstklassiges Personal für die laufende Spielzeit zu engagieren. Bewährte Operetten- kräste sind es denn auch, die in der Vorstellung des Grafen von L u x e m b u r g" am kommenden Dienstag in erster Reihe stehen und die hochgespannten Erwartungen, mit denen man hier gerade der Erstausführung dieser reizen­den Operette entgegenfieht, dürsten voll befriedigt werden.

** Au sderChronikder Universitätsbiblio­thek. Aus den in denMitteilungen der Zentralstelle für die Landesstatistik^ veröffentlichten Tabellen feien im folgenden einige wohl auch weiteren Kreisen erwünschte Angaben über die Entwickelung der Universitätsbibliothek Gießen int Budgetjahre 1910/11 mitgeteilt. Diese Angaben lassen erkennen, daß der erfreuliche Aufschwung, den die Landesuniversität in den letzten Jahren genommen, im ab- gelaufenen Jahre auch in der steigenden Benutzung der Univ.-Bibliothek sich deutlich bekundet hak. Die Zahl der außerhalb der Bibliothek verliehenen Bücher, die im Jahre 1886/87 rund 10 740 Bände betragen hatte, war nach zehn Jahren, im Jahre 1896/97, etwa auf das Doppelte, auf rund 20 400 Bände, angewachsen. Im Jahre 1904/05 war die Ausleihe auf 30 579 Bände gestiegen unb erreichte int Jahre 1909/10 die Zahl von 42 809, im Jahre 1910/11 die Zahl von 48 572 Bänden. Die Versendung von Büchern nach auswärts mußte mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des akademischen Unterrichts in ziemlich engen Grenzen gehalten werden. Sie belief sich trotzdem im Jahre 1910/11 auf 2400 Bände. Erheblichen Umfang hat der durch die Uni­versitätsbibliothek vermittelte Bezug von Büchern aus aus­wärtigen Bibliotheken angenommen. Im Jahre 1910/11 sind 1118 Bände aus der Hofbibliothek Darinstadt, 1039 aus anderen Bibliotheken (Berlin, Göttingen, Straßburg, Müu- chen, Leipzig usw.), außerdem 129 Handschrifteii und Archi­valien aus auswärtigen Archiven unb Bibliotheken entliehen worben. Die Zahl der Entleiher ist von 391 im eommer- semester 1889 auf 1180 im ^ommersemester 1910 unb auf 1194 int Wintersemester 1910/11 gestiegen. Von diesen 1194 Benutzern gehörten 86 dem akademischen Lehrkörper an, 580 waren Studierende, 269 nicht der Universität an­gehörige Gießener, insgesamt 935 Gießener, 207 sonstige Angehörige des Großherzogtums und 52 Nichthessen. Die Zahl der stubeiitischen Benutzer betrug in 1909 unb 1910 etwa 47 Proz. ber Gesamtzahl der Studierenden. Ter ge­samte Zuwachs der Universitätsbibliothek belief sich tm Jahre 1910/11 auf 14 737 katalogisierte Schriften. Von diesen gingen der Bibliothek 192 vom klassisch-philologischen Seminare zu, 282 von der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, 99 von dem Oberbessischen Geschichts­verein, 58 von der hessischen Vereinigung für Volkskunde, deren Bibliotheken mit der Univ.-Bibliothek bereinigt sind. Der Lauschverkehr der erstgenannten Gesellschaft erstreckte ich auf 442, derjenige des Oberhessischen Geschichtsvereins auf 275, derjenige ber Vereinigung für Vollsknnbe auf 70 Anstalten unb Vereine. Durch eigenen Tauschverkehr (mit 179 Universitäten, Akabemien, Gesellschaften usw.ft erster als Pftichtexemplare und Geschenke erwarb die Biblio­thek 4617 Schriften, sowie 7632 Schul- und Universitäts- chriftett. Gekauft wurden int vergangenen Jahre 1824 Bände. Der gesamte Bestand der Bibliothek belief sich am Ende des vergangenen Jahres auf 246143 Bände, 1.27 795 Dissertationen und Programme, die seit 1886 ge­sondert aufgestellt werden, rund 1500 Bände Handschriften unb etwa 550 Urkunden.

" Die Sonderzüge am Verkaufstag. Man chrcibt uns: Wie wenig c5 gerechtfertigt ist, den so oft vorgebrachtcn Wünschen nach späten Abendzügen von Gießen nach den Richtungen Fulda und Gelnhausen zu entsprechen, beweist die geringe Frequenz der Abend-Sonder­züge am 13. ds. MtS. aus Anlaß des Verkaufstages der Großherzogin. Sonderzug nach Alsfeld war mit sieben Personen, Sonderzug nach Büdingen mit zwölf Per- onen besetzt. Nach unserer Anschauung befindet sich der Einsender dieser Mitteilung wohl auf falschem Wege, wenn er die zu geringe Frequenz der beiden Sonderzüge als Beweis­mittel gegen die Einführung ständiger Späl-Abendzüge auf beiden Strecken anführt. Die beiden Sonderzüge wurden für einen bestimmten Zweck geschaffen, nicht wegen der bestehenden Verkehrsbcdürfnisse, sondern um dem VerkansStage der Groß- Herzogin zu dienen. Ihre geringe Frequenz würde also höchstens bewetsen, daß die Besucher des Verkaufstages aus jenen Gegenden den Sonderzug nicht abwarteten, sondern die rüHeren fahrplanmäßigen Züge benutzten. Sonderzüge, die bei besonderen Anlässen verkehren, pflegen in der Regel im Publikum nicht genügend bekannt zu sein, wie denn über­haupt die Staatsbahnverwaltung mit öffentlichen Bekannt­machungen sehr sparsam zu sein pflegt. Weuc Züge müssen ich immer erst im Publikum einführen, bezw. ,herum- iprechen", bis sie eine genügende Frequenz aufweisen. AuS eigener Erfahrung ist uns bekannt, daß der oor mehreren 3at)ren neu eingelegte Zug nach Frankfurt, der Gießen um 3,15 Uhr nachmittags verläßt, m der ersten Zeit sehr spär- ich besetzt war, mährend er jetzt zu den beftfrequenllerendsten auf der L-trecke gehört, trotzdem er nur von Fronhansen aus verkehrt. Der Standpunkt des Herrn Einsenders erinnert an ben Ausspruch de§ seligen Generalpostmeisters Nagler, der das Eiscnbahnprojekt BerlinPotsdam mit den Worten abtat, daß ja nicht einmal alle Postwagen zwischen beiden Städten besetzt seien. Wie denn überhaupt die Häusigkeit des Ber-

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4 Hungen, 1 weiteren und nähere frischenden Regen bcc Gegend seit vielen Fluren auheror! Landleute hier niehr erwarten. Ueberall lich hat der Wetter lechzenden Fluren, ist, wünschen die Lan fruchte baldigen Nu großen Teil noch zu am Himmel zeigt, ei nötige Feuchtigkeit li getäuscht, und so oder Leitungswosser

Allen, al.

XNidda, V dieser Tage mit e in Lber-Lais nach des Metzgers schon übersteigen und di aber an den spitze sehr schwer. Außei tiefe Rißwunde vo so starker Blutverl krank darniederlie- v. Sinbljein ®eorg bofmann meiiibeeinneljti teiligungju&rab stacht, dessen Ehrer Längerbund, dessen war, ließen am Gr, Steher und «Stört, . + Obex-Wri Pfingsten wurden unseres Lrtes bin der anscheinend bi Patrone entstanden Mtterung im so. i weilte nun der Un' i aahnr zwei verdacht das Ergebnis dieser öu ersahren. 3eben ßflff verbreiteten * einem hiesig I Mücke, 14 I m '? ^wahr ein ehendeMückennü bewundernswürdigen L- Ls-x einen Mpnr,^ 1 «Item to fr® «

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