Ausgabe 
15.6.1911 Erstes Blatt
 
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kebrS auf den oberhessischen Bahnen vielfach nur als ein besserer Postbetrieb erscheint.

Nach empfindlicher Trockenheit kam gestern nachmittag ein kräftiger Regen, der für das Pflanzen von Dickwurz und Gemüse, für Kartoffeln und Saaten dringend nötig war. Die vor Pfingsten gesetzten Pflanzen find fast sämtlich wegen der Trockenheit zugrunde gegangen.

Fahrradlicbhabcr. Einem Arbeiter wurde vor« gestern am Hellen Tage, während ec sich in der Bahnbos« straße in eine Wirtschaft begeben, ein Wart bürg «Fahr rod. daS er auf der Straße stehen gelafien hatte, gestohlen. Als Täter kommt ein Bursche im Alter von etwa 23 Jahren von mittlerer Größe mit dunklcin Anzug und Sportmütze in Betracht. Seinen Spazierstock ließ der Dieb am Tatorte zurück.

ßanöTtciS (Sichen.

= Klein. Linden, 14. Juni. In dem herrlich gelegenen Garten zur /tiurg' findet nächsten Sonntag das 16. Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr statt, dem am Samslag abend ein Kommers vorausgeht. Eine größere Anzahl ausivärtlgcr Wehren ans Gießen und der Umgegend haben ihre Teilnahme am Feste zugeiagt.

= Großen« Buseck, 14. Juni. Ter Gesang, verein .Sänger kränz', dec zehn Jahre besteht, nahm in Lang.Göns zum ersten Male an einem GesangS-Weltslreit teil. Unter der Leitung deS Dirigenten Sommcrlad von Beuern errang ec in der 1. L.-Klasse mit 196 Punkten den 2. Preis, gewiß ein schöner Beweis seiner Leistungsfähigkeit.

4 Hungen, 15. Juni. Während die Gewitter in der weiteren und näheren Umgebung wenigstens ab und zu er- frischenden Regen brachten, blieb gerade die hiesige und Licher Gegend seit vielen Wochen damit verschont, so daß die Fluren außerordentlich ausgetrocknet sind und die Landleute hier mehr noch als sonst den Regen mit Sehnsucht erwarten. Ueberall hört man Klagen der Bauern. Hoffenl- lich hot der Wcttergott bald cm Einsehen und segnet die lechzenden Fluren. Trotzdem die Heuernte schon im Gange ist, wünschen die Landleute im Jnterefie der Saaten und Hack- fruchte baldigen Rieberichlag. Die Tickwurzeln sind zum großen Teil noch zu setzen; von jebeni Wölkchen, das sich am Himmel zeigt, erwartet man, daß eS die zu dieser Arbeit nötige Feuchtigkeit liefert, aber bis jetzt wurde jede Hofinung getäuscht, und so muffen die Bauern mit manchem Faß Bach- oder LeitungSwafier nachhelfen.

Kreis Büdingen.

x jZ i b b a , 14. Juni. Ern 5t auf mann von hier fuhr dieser Tage mit einem hiesigen Metzger vorn Sängerfest in Ober-Luis nach Hause. Ta bei der Rückkehr bc£ Horror des Metzgers sa)ou verschlossen war, wollte es der Kau,mann übersteigen und dann von innen öffnen. Tabei blieb er aber an den spitzen Eisenflüben hängen und verletzte sich sehr schwer. Außer anderen Schäden trug er eine lange und tiefe Rißwunde vom Knöchel bis zum Knie davon, wobur-N so starker Blutverlust eintrat, daß nun der Verletzte schwer krank hariiicbcriiegt und große Schmerzen leiben muß.

V. Lind he im, 14. Juni. Gestern wurde hier Herr Georg Hofmann, der über 40 Jahre das Amt des Gc- mein dec in nehmers verwaltete, unter zahlreicher Be­teiligung zuGrabe getragen. Ter Gesangverein Ein - tracht, heuen Ehrenmitglied und her Nihber-Seernental- Sängerbuiih, dessen langjähriger Kassierer der Verstorbene war. ließen am Grabe durch ihre Dirigenten, bie Lehrer Steher unb Stört, prachtvolle Kränze niederlegen.

4- Ober-Widdersheim, 14. Juni. Kurz vor Pfingsten wurden abends gegen 11 Uhr die Bewohner unseres Ortes durch einen heftigen Knall erschreckt, der anscheinend durch das Zerspringen einer Tynamit- patronc entstanden war. Besonders heftig war die Er­schütterung im sag. Unterborf wahrzunehmeu. Kürzlich weilte nun der Unters u chungsrichte r hier und ver­nahm zwei verdächtige Personen über die Sache, lieber bad Ergebnis dieser Untersuchung war nichts Bestimmtes zu erfahren. Jedenfalls entbehren aber die in her Um­gegend verbreiteten Geriia;te der Begründung, daß eine Bombe einem hiesigen Einwohner geworfen worden jci.

Kreis Alsfeld.

G Mücke, 14. Juni. Ein 93jähriger Mäher, das ist fürwahr eine Seltenheit. Der in diesem Atter stehendeMückenwirt" Bräuning, der sich noch einer bewundernswürdigen Rüstigkeit erfreut, stand bei her Heuernte in den Wiesen unb mähte seinen Schwaden wie ein Junger. Tas Rezept zu die,em Alter voller Rüstig­keit lag bei diesem Greise in einer von Jugend an ge­übten Mäßigkeit unb regen Arbeitsamkeit.

x Ruppertenrod, 15. Juni. Unglaublich klingt es, wenn von einem Katzennest auf einem Baume bie Rede ist. Dem ist aber doch so. Eine Katze hat sich einen Weihenbaum an der Straße erwählt und dort in ihrem Rest, das in einer kleinen Vertiefung im Stamme sich befindet, zwei Junge geworfen. Um das Idyll zu vervollständigen, befinben |icy rechts unb links, vom Katzen­nest nicht wert entfernt, zwei Reiter von Fliegenichnappern. Ob darin wohl die Jungen auf kommen werden? Ein Ipannender Kampf zwischen einem sehr starken Hühner­habicht unb mehreren Raben wurde in nächster Nähe unseres Torfes beobachtet. Ter Habicht stieß auf ein in den Wiesen gehendes Huhn und suchte es fort» zutragen. Tie Raben stürzten |icy wütend auf den Räu­ber. Ter mußte seine Beute fahren lassen. In dem Kampf mit den Raben ermattete der starke Habicht so, baß er sich am Bachesrand niedersetzte und nicht bemerkte, baß sich jemand von hinten ihm näherte. Der Mann griff tapfer zu und fing den Habicht. Tas schöne Exemplar wanderte zum Präparator.

Streik Lauterbach.

pp Engelrob, 14. Juni. Heute wurde hier unser neugewählter Bürgermeister, PoslhaUer und Gastwirt Hch.

Schaaf durch das KreiSamt verpflichtet und in den Dienst eingewiesen, nachdem ihm von der Lberposldircktion die Genehmigung zur Annahme deS Bürgermeisteramtes erteilt worden ist. Durch die Wahl hatte sich unser Ort in zwei feindliche Lager gespalten und deshalb gerichtliche Strafen zugezogen, möge jetzt der Friede wieder einkehren.

Kreis Friedberg.

-l». Butzbach, 14. Juni Heute wurde die sterbliche Hülle des am 12. Juni verstorbenen Borfckmßkafferechners i. P. Heinrich Forbach von hier unter sehr großer Be teiligung von Leidtragenden zur letzten Ruhe bestattet. Ter Verstorbene war noch der einzig lebende Gründer des GesangvereinsOrpheus". Im Jahre 1864 wurde er bei der Gründung des Vorschußoereins zürn Rechner gewählt und begleitete dieses Amt bis zuin Jahre 1906. Auch das Rechneramt des Faselmarltkomitees wurde ihm bei der Gründung übertragen, das er noch bis zu seinem Mieden geführt hat. T em Ortsgerichte gehörte er Jahrzehnte an Trotz seines hohen Alters 85 Jahre erfreute er sich bis m bie letzten Tage einer seltenen körperlichen Gesund f)cit, hie es ihm ermöglichte, noch seine Tätigkeit in voller Geisteefri.che auszuüben. Ter Großherzog hatte ihn schon vor einigen Jahren durch die Verleihung des Ritterkreuzes des Scroienfrorbcnv Phi.ipps des Großmütigen ausgezeich­net. Der Gesang, Turn- unb Borschußverein hatten am Grabe Kränze niedergelegt.

Hessen-Nassau.

- Hietzenhain, 14 Juni. Am Sonntag, 18. Juni, findet hier tu der Kreisstadt oes Schwalmtales, bie sogen. SalatktrmeS statt. Auf diesem Feste, bas von bett jungen Schwälmcr Burschen in ihrer sehr tleibsamcn Tracht unb von den jungen Schwalmerinnen in ihren malerischen Kostümen reinlich besucht wiro, bietet sich Gelegenheit, hon berühmten Schwülrner Tanz kennen unb bewundern zu lernen. Neben weiteren Sehenswürdigkeiten auf dem Festplatze sorgt auch eine gute Wirtschaft in her neuen Halle in reichlichem Maße für das leibliche Wohl.

Schwurgericht.

th. Gießen, 15. Juni. Brandstiftung im Schlosse Ilbenstadt.

Gestern verhandelte bas Schwi.'rgcricht gegen den 18 jährigen Diener Daul Becker, geboren in Ttcrdori mt Westerwald, roegen Brandstiftung. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Hof­mann. Die Verteiotgung führte Rccrtsanwatt Peters. Als medizinischer 3ad;DcrHaitoigcr wohnte Medizinalrat Tr. Haber- ko r n der Verhandlung bei. Es waren nur wenige Zeugen zu hören.

Tcr Angeklagte ist gcftdnbig, daß e. am 21. April b. I. .abends beit Beriuch gentadit har, das Schloß seines Tienstherrn des Grafen Friedrich Alt-Leiningen-Westerburg-Jlbcnstadt zu Jlbcnstadt in Araud zu setzen. .'lls Motiv dcr lat gibt bet Angeklagte an, er habe von ber Gemahlm eine unperbiente Zu rcchtweisung und habet ein hartes Urteil über seine früheren Tienstherrichaften hören müssen, bei denen er cs sehr gut gehabt hat. Hierüber fei er in Zorn geraten, unb ba fei ihm dec Ge­danke gekommen, das Schloß anzuneckeu; er will gegen den Gedanken angekämvtt haben, aber er hätte i.'.-n übermannt. Hierzu kam, daß er allerdings ganz unberechtigt der Ansicht war, daß man ihm zu Unrecht einen Lohnabtug gemacht hatte, unb bann hoffte er, daß das Schloß durch einen Brand sv zerstört würde, daß der Gras feine Wohnung nach Schloß Westerburg verlegen unb er bann seiner Hermat Tierdorf näher fein würde. Der Angeklagte gibt an, wie ec den Brand angelegt hat. Er hat mit Streichhölzern in einem Fremdenzimmer das Bell angezsmdet unb recht raffiniert Vorsorge unb Einrichtungen getroffen, daß es schien, als sei jemand von außen eingebrungen unb habe bie Tat begangen. Das Feuer wurde baiö nach Cent Entstehen ge­löscht. Ter Schaden betrug 850 Mark. Mau vermutete den Brandstifter nod) im Schloflvark, jo daß der Graf diesen ab­suchen ließ. Hieran beteiligte sich ber Angeklagte, der sich hierzu mit einem alten Jagdspeer bewaffnet hatte, so eifrig, daß er sich verdächtig machte. In ber Beweisaufnahme gaben ber frühere Lehrer unb feine früheren Ticnstherren dem Angeklagten ein glänzendes Zeugnis. Auch Graf Schlingen und dessen Diener­schaft erflärten, Becker sei tüchtig unb ordentlich gewesen, unb niemand kann lagen, das; sich Becker schon einmal rachsüchtig ober jähzornig gezeigt hätte.

Medizinalrat Haberlorn givi sein Gutachten dahin ob, daß der nod) junge Mensch geistig vollständig gesund sei und für das, was er getan habe, voll verantwortlich fei. Tie Schuldiragc aur Versuch dcr vorsätzlichen Brandfli-tung wird von den Gc- schworenen nach kurzer Beratung bejaht.

Ter Gerichtshof füllt jein Urteil dahin, daß dcr Angeklagt- mit 1 Jahr Gefängnis zu bestrafen ist und darauf zwei Monate der Umerfuchungshaft in Anrechnung zu bringen sind. Straf­mildernd komme in Betracht die Jugend des Angeklagten, fein offenes Geständnis unb sein guter Leumund. Strafverschärfend ober sei zu berücksichtigen bic Gemeingefahrlichkcit ber Tat unb der Umstand, daß ein Grund für den Angeklagten nicht vorlag.

CanOwirtfd.mft.

X Lißberg, 14. Juni. Bei der heutigen Heu gras Versteigerung ber fiskalischen Wiesen würben durchgängig sehr hohe Preise erzielt. Tas Futter steht infolge her anhaltenden falten Frühjahrswitterung dünn, das Bodengras fehlt. Ein Normalmorgen kam im Turch- schnilt bis 48 Ml. zu stehen. Ebenfo teuer waren die Preise bei ber Gräslicy Stolbergschen Grasoerpachtung unb angrenzenber Gemeinden. Die jüngst versuchte Verpach­tung ber fiskalischen Wiesen auf 12 Jctyre würbe der niederen Preise wegen behördlich nicht genehmigt.

Sport.

* 2 6. Mainzer Regatta. Die große, zweitägige Re­gatta des Mainzer Ruder-Vereins nimmt am nächsten Samstag, öem 17., um 41 2 Uhr nachmittags ihren Ansang Ta diesmal die Brette der Bahn nur das gleichzeitige Fahren von fünf Booten gestattet, so müssen am Samstag vormittag bereits Vor- rennen stattfinoen, deren Beginn auf 10 Uhr festgefetzl ist. Am Nachmittag werden dann neun Hauptrennen gestartet, bei benen außergewöhnliche icharic Kampfe in allen Bootsgattungen zu er­warten sind, ba bie schwächeren .Konkurrenten bei ben Vorläusen ausfcheiden. Ten Abenb des ersten Rcgallatages beschließt ein großes Nachrfest auf ben Terrassen und im Garten der etabt- alle. Am Sonntag, bent 18., beginnen bie Hauptrennen um Zi/z Uhr nachmittags, an biefem Tage werben bie Ausscheidung--

Bekanntmachung.

Die Abfuhrfrist für gesteigertes Holz innerhalb unterfertigter Lberforucrei ist bis zum 15. Juli 1. I. verlängert. Später erfolgt foritgcridjilicbe Anzeige.

Gießen, den 11. Ium 1911......,

Großhrrzoguche Oberwrsterei Scheffenberg.

T r a u l rv e t n. B1S/«

Beil

Allen, allen die uns durch ihr freundliches Gedenken zur SILBERNEN HOCHZEIT erfreut, sagen hiermit herzlichen, aufrichtigen Dank.

Heugras-Versteigerung.

Dienstag den 20. Juni l. I., vormittags 8 Uhr anfangcnd, wirb bas der Gemeinde AUenborf a. b. Lda. zusichenbe Heugras verfleigerk. Tie Tornbachwiese, Koller- brunnenmiese und Baumslück vor bem Berg werden bei ber Versteigerung nicht oorgezeigt unb kommen beim Anfang der Versteigerung zum AuSgebot.

Zusammenkunft bei ber Ziegelhütte.

Allenborf a. d.Lda., am 13. Juni 1911.

Großh. Bürgermeisterei Allenborf a. b. Lda.

Rein. 38'9

rennen vormittags von 8> Uhr an abgebalt en. Von ben 10 Haunrennen am Sonntag interessieren am meiste» der Ausgang b.s Großherzogs-BiererS, des Großen Einers, des Kaiser-Vierers und des (VroRcn Achters, aber and) die anderen Rennen iverben einen bodünicreffanten Verlaus nehmen.

7 Rads vor». Am Sonntag veranstaltete der Radfahrer- Verein Alten-Biiseck \\v-c\ Rennen über je 75 kni und zwar Abteilung A. offen für Mitglieder des Tciiiidicn Radialirerbundes, Klasse B. offen für NichtbundcSmilqliedcr. Aiich dcr Rav kl ul' (Berinania Gießen entsandte zu den Rennen einige seiner Mitglieder unb hatte nnckistebeiide glänzende Erfolge zii verzeichnen. Ableilnng A: I. Preis Fr. Linker. L Preis Käb (trotz Olcden- deicki) 4. Preis Ester. Abteilung B; 1. Preis Hartmann. 3. Preis Spieler.

nationaler Deutscher Rundflug.

Schwerin, 14. Juni. Rach Beendigung der hiesigen Schauflügc erhielt Lindpa int ne r den Ehrenpreis des Großherzogs und des Prinzen Heinrich her Niederlande, Könitz den her Großherzogin-Mutter, Büchner den des Lustschrffahrtsvlereinö Ortsgruppe Schwerin und Wien- cziers den des Tr. Tust-Baflhort. Zu dem morgen früh 4 Uhr stattf'iiidenden Start hat der Großherzog fein Er scheinen zugcfagt. Es starten bestimmt Wiencziers, Krung unb Lindpaintner. Heute mittag waren die Herren der Fluglciiung, Major von Tschudi, Dr. Tust und Kapi- tanlculnant Kaiser, vom Grvßhcrzvg zum Frühstück ge- Libcn. Der iiroßherzog verlieh Major v. Tschudi das Ehrenkreuz des Grctsenorbens, ."lapitänleulnant Kaiser daS Ritterkreuz desselben mit her Krone.

Flugplatz Johannisthal, 14. Juni. Der Flieger Gustav O 11 o«München verschickte feine Maschine von Jo­hannisthal nad) Lüneburg; er will von dort aus an dem deutschen Runofluge teilnehmcn. Tcr Flieger Paul Lange und Leutnant v. (Verrissen sind nach Homburg abge­reist und werden dort ebenfalls zum deutschen Runbflug starten.

(ßericbtsfaal.

R.-B. Darmstadt, 14. Juni. Vor dem Schwurgericht stand beide öte 2)()tige ledige Fabrikarbeiterin Margarethe Rupp nuS Cfjenbnd) wegen Toischlagverstichs. Tie geständige Angeklagte beabsicljligle am 21. März ds. Js., ihre beiden uiiehclichen Kinder ilild sich selbst durch eine Kleesalzlosung zu vergiften. Tas jüngste, noch nicht eui Jahr alle Kind nahm jedoch den ihm gereichleii Trank nicht, das andere 4 ^ahre alle Töchterchen blieb durch sofortiges Erbrecheit von schädliche,» Folgen bewahrt, und die Ruvv selbst, die uiiter der Wirkung des imftes bewiisttlos geworden und von einer Hausbewohnerin autgehinben ivurbc, konnte im Krankenhaus wieder l)-.cgcudlt werden. Tie Angeklagte hat im ö. Lebensjahre ihre Mutter tuid spater ihren Vater verloren unb scheint in der Er­ziehung vernachläfsigt zu seit,. Seit dem Jahre 1904 hat sie nut oem jüngeren Schraubendreher Scharbt ein Verhältnis, aus bem bic beiden minder hervorgegangen finb. Seit Herbst hatten sich bicse Beziehungen geändert. Sajardt wollte von einer Heirat, weil fein Lohn nicht ausreictste, nidns wissen. Nach einer letzten heftigen Auscinandersetzung zwischen beiden bei dem Vormund Der Binder faßte die Rupp ben Entschluß, mit den Ambern aus Dem Leben zu gehen. Tte Beweisaufnahme gestaltete sich günstig für die Angeklagte unb gab ein klares Bild ihrer bedrängten unb verzweifelten Lage. Tas Gericht erkannte auf Frei­sprechung.

X. Hanau, 14. Juni. Ter verantwortliche Redakteur Zander von derFrallkslirter VolkSsliinnie" halle anschließend an ein Ltrajkammerurleil, das die (^oldarbeiters-Ehefrau Gast ivegen Begünstigung in einer Hehlerei-Affäre mit 6 Monaten Ge- iäugms bedachte, die Lohnverhältniffe der Goldketlenfabrik Grubener Ichari krillsiert und sich dadurch einen BcleldigmigSprozeß zugezogen, der bannt endete, daß er mir 600 Alk. Geldstrafe bedacht wurde. Tie otraifamincc panan als Berufungsinstanz Hal in ihrer heutigen Sitzung diese Strafe auf 3 Monate Gefängnis erhöht.

kirchliche 2Lachrichten.

b$luuni|U|c ttrusttt'udgrirufüfüfl. Sotterdienlt.

Sabbatfeier am 17. Juni 1911t

tfteitng abend 8.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr. SamStag nachmittag 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 0.40 Uhr.

Wocheiigottcsdiensl: Alorgens 0.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht.

Welteratisfichteu ui Helfen am Freitag dem 16 Juni 1911: Trub, RegeniäUe, kühl.

Letzte Nachrichten.

Wien,. >uni. Tas heutigeFrcmbcnblat t" fchreibt: Tie letzten Nachrichten über ben ctanb deralbanesifchenAn- gelegen beiten werben, >oweit bic von ihnen gefchiloertcLage anbüueru sollte, geivib überall mit Genugtuung aufgenvinmen wer­den. Aus Der mültartschen Lage in Albanien folgert oie türkifche Prejse ivohl mit Recht, daß ber Ausstand als beenoet gelten Dürfe. Tic Erfolge ber Truppen gewähren ber Pforte oie Möglichkeit, ohne Einbuße an ihrem Prestige eine verföynliche Haltung gegen hie AtnnanDifd-en cuizunehnten unb nad) den vorliegenden Mel - Düngen scheint es, daß sie in diesem Sinne vorgehen will. Aud) bie Albancfen selbst iomten den Wechsel in ber Lage erleichtern, wenn sie nun bie Gelegenheit benutzen, sich mit her legitimen Regierung zu verständigen und auf gütlichem Wege bic Berück­sichtigung ihrer Lvunschc zu erlangen. Man darf Die Erwartung ausipred en, daß sie bic Gung des Augenblids nicht verpaffen werden, tiurd) Bestätigung her ihrer Staatstreue seitens der tür- ineben Presse ousgefiettten Zeugnisfe ncuerlid) ihre Bedeutung für das vtlomaniichc Reich zu erneuen. s3tad) Den Waffenerfolgen Der Türtei Hai Die monienegriniidje Regierung fortan Doppelt bie Pflicht, auch ihrerseits alles zu tun. Damit bie Albanesen bie ihnen von ber Türkei gebotene Freunbeshanb ergreifen.

Lonbon, 15. Juni. Ter Führer ber Seeleute, Wilson, vertrat heute in einer stark besuchten Massenversammlung vor den Toren ber Weftinbia-Tods in einer leidenschaftlichen Rebe Die Forderungen der Seeleute. Tie Entschließung, daß ber Krieg erklärt werden solle, wurde nahezu eimnmmig angenommen. Es wurden bie Raleten als Signal für ben Beginn bes Ausstandes abg-cfeuert. Auch in Glasgow und in anberen Häfen ist ber Ausstand offiziell erklärt worden. Nach Berichten aus Tublin, New-Eastle, ^unberiino und Gimsby w.rd Der Ausftanb dort nur von geringer Bedeutung fein.

Maorio, 14. ^uni. Ter fpanische Oberleutnant Sil- veftre, Befehlshaber der marottanifchen Polizei, ist in Lar- r a f ch e i n g e t r o f f e n, um bie Leitung ber Operationen zu über­nehmen.

herteW Meier kmMeWrk

vormals Fernie in Giessen.

Tie am L Juli l. IS. fälligen Eouvons unserer I. flelligen 4 0igen Obligationen und unserer II. flelligen 4'/, igen Ovli- gattonen nnd

bei unserer Gewerrschastskasse in Gießen, bei dem Bankhause Fatob Grünewald in Gießen, bei dem Baukhauie Tal. Qpvenbeim jr. & Eo. in Köln a. Rb. und bet dem Bankhaufe Louis David in Bonn a. Rh.

zahlbar. ,385~i

Gießen den 1s. Juni 19H.

Sur den Grubeuvorikand: Justizrar Grünewald, RechtSonwalt.