Die Merzte haben angesichts der Ausregnngen der letzten Wochen dem Pfarrer Jatho dringend angeraten, die noch aus st eh en den Vorträge im bergischen Revier glicht zu halten und alsbald eine Erholungsreise an- Lutreten. Pfarrer Jatho hat daraufhin die entsprechenden Absagen erteilt und wird sich auf mehrere Monate vollständig zurückziehen.
schen Schiedsvertrags. Wie berichtet wird, schlug England vor, daß die Allianzklausel, welche die gegenseitige Unterstützung im Kriege vorsieht, dahin abgeändert werde, daß die Klausel reine Anwendung findet, wenn einer der beiden Verbündeten sich im Kampf mit einer Nation befindet, mit der der andere einen Schiedsvertrag abgeschlossen hat. Japan soll dem Vorschlag zu gestimmt haben.
Die Antwort an Maximilian Harden.
Von A. C o l s m a n, Direktor der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H,
Aus Hessen.
Worms, 11. Juli. In einer stark besuchten Vertrauensmänner Versammlung der nationalliberalen Partei der Stadt Worms wurde gestern Justizrat Stephan einstimmig als Kandidat für die Landtagswahl aufgestellt.
Der Ausstand der Seeleute.
Amsterdam, 11. Juli. Die Reeder wiesen die Ver- m r t t l u n g des M i n i st e r s in der Frage des Ausstandes zurüa. mit der Erklärung, sie würden die Forderungen der Seeleute aus Lohnerhöhung in Erwägung ziehen, bis der Ausstand beendigt sei.
Av t t er da m , 11. Juli. Tie hiesigen Reeder faßten den Beschluß, sich als dauernde Vereinigung zu organisieren, ö"enter wurde beschlossen, falls die Seeleute uitd Heizer die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder aufiiehmen sollten, im Sep-
£tnen Ausschuß der Seeleute zu empfangen. Wenn der Ausschuß dann für die nächsten drei Jahre die Garantie über» iteomcit will, das; keine neuen Forderungen erhoben werden tollen und die Mannschaften keine Haltung annehmen wollen, durch die die Schiffahrt gefährdet werden tonnte, sollen die Seeleute, die Maschinisten rind die allgemeinen Personen der Post- dampf-Schifsahrt und Küstenschiffahrt ab nächsten Januar eine monatilche Zulage von drei Gulden erhalten. Nachdem sie von dteiem Vorschläge Kenntnis erhalten) haben, beschlossen die Seeleute mit 320 gegen 179 Stimmen den Ausstand zu beenden.
London, 11. Juli. Die Needervereinigung kündigt an, daß ihr Plan für das Außerdien st stellen von Schiffen, demzufolge die Eigentümer außerdienstgeftellter Schiffe eine Entschädigung durch Beisteuern der anderen Mitglieder der Vereinigung erhalten sollen, nunmehr in Kraft getreten sei. Der Vereinigung wurde bereits mitgeteilt, daß über hundert Schiffe für mindestens einen Monat außer Dienst gestellt worden seien.
In einer Versammlung der Schiffseigentümer in Cardiff wurde eine Entschließung vorgeschlagen des Inhalts, daß die Löhne von 4 Pfund 10 Schilling aus 5 Pfund monatlich erhöht werdeit sollen: sie fand aber keine Unterstützung. Dagegen wurde beschlossen, die Union der Seeleute nicht anzuerkennen. In Glasgow ist eine Wendung zum Schlimmeren eingetreten. Eine große Anzahl der Dockarbeiter streikt. Eine Versammlung der Schiffseigentümer in Glasgow sprach ihre größte Mißbilligung über das Verhalten der Arbeiter aus. Tie Seeleute verteilten Flugblätter in der Stadt, in welchen erklärt wird, die Schiffseigentümer hätten mit Ueberlegung das Angebot einer Vermittelung des Handelsamts abgewiesen und zahlten nicht die der Lebenshaltung entsprechenden Löhne. Die Schifss- eigentümer haben erklärt, daß sie Lohnerhöhung bewilligt hätten und daß die einzige noch übrige Streitfrage die Anerkennung der Union sei.
Der Ausstand in Albanien.
In Albanien fanden am 6. und 7. Juli neue Angriffe der Rebellen statt. Türkischerseits wurde ein Soldat getötet und ein Offizier verwundet. Am 7. Juli griff eine starke Abteilung Rebellen von Selee die türkischen Vorposten an. Sie töteten drei türkische Wasserträger und einen der Regierung treu- gebliebenen Gemeindevorsteher.
Die albanesische Bevölkerung von A r g h r o k a st r o erklärte sich, durch Agitatoren nufgehetzt, für unabhängig. Sie nahm den Mutessarif gefangen und sperrte ihn ein, erbrach die Regierungskasse und raubte 400 Pfund. Schließlich zogen sich die Aufständischen in das Fort zurück. Eine Abteilung Soldaten wurde von den Albanesen aus der Gegend verjagd. Von Janina ging Militär nach Arghrokastro ab, auch von Oberalbanien wurden Truppen dorthin geschickt. Man hofft, der Erregung bald Herr zu werden.
Der türkische Gesandte in Cetinje verlangte die Ausweisung von fünf Führern der Malissoren, die als Hauptaufwiegler betrachtet werden, aus Podgoritza. Wie verlautet, sagte die montenegrinische Regierung zu, dem Verlangen zu entsprechen.
6:2, 0:3 Iv Herr Fischer II. Herren-Einzelspiele mit Vorgabe: Ltn. Wolf mit 6:3, 6:4 L, Herr v. Döhren II. Damen-Einzelspiel mit Vorgabe: Frl. Kempfs mit 6:3, 7:5 I., Freiin v. Rabenau II. Herren-Doppelspiel mit Vorgabe: die Herren Fischer-Schmidt mit 2:6, 6:3, 6:1 I., die Herren Bücking-Spengler II. Gemischtes Doppelspiel mit Vorgabe: Frl. Emme lins- Ltn. Wolf mit 6:2, 6:3 I., Frl. W e t t er-Herr Fischer II.
""Das 5. Abonnementskonzert findet wegen anderweitiger Inanspruchnahme unserer Negimentsmnsik erst morgen in acht Tagen (20. Juli) statt.
•• Eisenbahn Unfall. Am Dienstag vormittag wurde auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein Bremsschuh leg er von einem Eisenbahnwagen erfaßt und gegen einen Lichtmast geschleudert, wobei er sich eine nicht unerhebliche Verletzung am Kopfe zuzog. Nach Anlegung eines Notverbandes konnte sich der Verletzte zur Klinik begeben.
** Eine Verwechslung. Die in Nr. 159 gemeldete Verhaftung eines Briefträgers erfolgte nicht, in Frischborn, sondern in einem ähnlich heißenden Ort in Hessen-Nassau, wie schon qii§ dem angegebenen Stationsort des ihn verhaftenden Gendarmen heroorgeht.
Landkreis Gieren.
? Lang-GönS, 12. Juli. Durch die Maul- und Klaueiiseuche in Holzheim haben auch die hiesigen Schweinezüchter keinen Abgang von Ferkeln. Massenhaft liegen die Tiere zum Verkauf.
Kreis Lauterbach.
— Fraurombach, 11. Juli. Am Samstag den 15. Juli d. Js. wird das hiesige neu erbaute SchulhauS feierlich eingeweiht.
Kreis Friedberg.
L. Fried berg, 11. Juli. Die Kirschenernte in Ober-Roßbach ist soweit beendet. Der Ertrag war dieses Jahr ein sehr günstiger. Man schätzt den Ertrag auf 100 000 Mark. Der Marktpreis in Friedberg schwankte zwischen 14 und 20 Pfg. das Pfund. In Ockstadt, das auch seinen Kirschenbcrg hat, ist eben die Ernte der Spätkirschen (Herz- kirscheu) im Gange. Der Kaufpreis ist derselbe wie in Ober- Roßbach. Die Einnahmen belaufen sich auch auf 60 000 Mark für das Dorf. — Die älteste Frau unserer Stadt, die 90jährige Susanna Scharmann, entschlief heute morgen. Noch ein Mann von hier hat die neunziger Jahre überschritten und eine Frau sie ebenfalls erreicht.
Hessen-Nassau.
z. Herborn, 11. Juli. Montag morgen entstand im Steinbruch an der Landesirrenanstatt eine Dynamitexplosion, wodurch die beiden Brüder Röhn aus Ebersbach bei Weilburg furchtbar verstümmelt und getötet wurden.
Hessen-Nassau.
n. Diez, 10. Juli. Bei der Versteigerung des Gast- Hauses „Zum Deutschen Kaiser" blieb Herr Ludwig Weber aus Gießen mit 42000 Mk. Letztbietender.
w Wiesbaden, 11. Juli. Der preußische Forstmeister a. D. Alfred Siegfried, Inhaber des Eisernen Kreuzes, beging Selbstmord aus Lebensüberdruß.
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Nrrs Arndt sind Land.
Gießen. 12. Juli 1911.
** Tageskalender für Mittwoch, 12. Juli. Militär- fongert unserer Regimentsmusik auf der Liebigshöhe. Anfang 8'/. Uhr.
*
•* Vom Großh. Hofe. Die Großherzogin begab sich n. d. „Darmst. Ztg." am Montag nachmittag mit Zug 2 Uhr 44 Min. ab Frankfurt nach Herleshausen (Kreis Eschivege, Hessen-Nassau).
** Stadttheater-Abonnement 1911/12. Von Freitag dieser Woche an liegt (s. Anzeigenteil) die Liste zur Einzeichnung in der Musikalienhandlung von E. Challier auf. Ein Abonnement auf 21 Vorstellungen ist einmal wegen der im Verhältnis zu den Tagespreisen sehr billigen Äbonne- mentspreisen zu empfehlen, weiter aber auch deshalb, weil oie hier bestehende Einrichtung der Gutscheine gestattet, jedes Abonnementbillett auch zu irgend einer anderen Vorstellung zu benutzen.
•• Die Gießener Burschenschaft „Germania* wird vom 15. bis 18. Juli ihr 60jähriges Stiftungsfest begehen. Diese Feier wird viele Alte Herren in ihre ehemalige alma mater Ludoviciaria zurückrufen, um wieder die alten Erinnerungen an ihre einstmals hier froh verlebte Studienzeit wachzurufen. Auch wird eine große Anzahl deutscher und deutsch-österreichischer Burschenschafter an dem Feste teilnehmen. Aus der Festordnung ist zu erwähnen, daß am Sonntag abend ein offizieller Festkommers mit LandeS- vater im Saale des Gesellschaftsvereins stattsinden wird, dem um y28 Uhr ein Umzug der Burschenschaft vorausgeht, der seinen Weg durch die Frankfurter Straße, Alicestraße, Lud- wigstraße, Goetheslraße, Süd-Anlage, Seltersweg und Sonnen» straße nimmt.
** Gesellschaft Liebig-Museum. Wie schon berichtet, wurde hier kürzlich eine Gesellschaft Liebig-Museum gegründet. Zweck der Gesellschaft ist Erhaltung, Erwerbung und Wiederherstellung des Liebig-Laboratoriums und Einrichtung eines Liebig-Museums in seinen Räumen. Im Interesse der Sache wäre es sehr wünschenswert, wenn eine größere Anzahl Mitglieder der Gesellschaft beitreten würde. Ter Jahresbeitrag für persönliche Mitglieder beträgt 2 Mk.
** IV. Gießener Tennis-Turnier. Am Samstag den 8. begann das vom hiesigen Offizier-Tennis-Verein veranstaltete 4. Gießener Tennis-Turnier auf den herrlich gelegenen Plätzen im Schreßstandswalde. Von dem prachtvollen Wetter begünstigt, konnten die Vorrunden am Samstag und Sonntag erledigt werden, so daß am Montag und Dienstag nachmittag die Entscheidungsspiele der fünf verschiedenen Konkurrenzen ansgetragen werden konnten. Obwohl für die Bequemlichkeit der Zuschauer in weitgehendster Weise gesorgt worden war, blieb der Besuch des Publikums doch hinter den Erwartungen zurück. Der Grund hierfür ist vielleicht der, daß in unserer, sonst so sportfreudigen Stadt das Tennisspiel im allgemeinen wenig fportsmäßig betrieben wird. Das Hauptinteresse der anwesenden Zuschauer konzentrierte sich naturgemäß auf das Entscheidungsspiel um den Wanderpreis hes Ofsizier-Tennis- Vereins zwischen Herrn Fischer und Leutnant Wolf. Letzterer hatte im Jahre 1909 den Wanderpreis, einen prächtigen silbernen Pokal, der s. Zt. von Gönnern des Vereins gestiftet worden war, errungen und nunmehr in hartem Kampfe zu verteidigen. Drei gewonnene Sätze hatten das Spiel zu entscheiden. Den 1. Satz gewann Leutnant Wolf leicht mit 6:2, während der nächsten beiden Satze, welche Herr Fischer mit 6:4 und 6:3 gewann, machte sich eine immer größer werdende Spannung der Zuschauer bemerkbar, welche ihren Höhepunkt erreichte, als Leutnant Wolf den 4. Satz mit 6:2 gewann. Der 5. Satz niutzte die Entscheidung bringen. Herr Fischer schien stark ermüdet zu sein und wurde von Leutnant Wolf mit 6:3 geschlagen. Lauter Beifall beglückwünschte den Sieger. Der Wanderpreis ist damit in den Besitz von Leutnant Wolf ubergegangen. Ergebnisse des 4. Gießener Tennis-Tur- mer-: HerreEnzelspiel ohne Vorgabe nm den Wanderpreis. des O.-T.--V.: Leutnant Wolf mit 6:2, 4:6, 3:6,
Deutsches AeZch.
Aus Balestrand, 11. Juli, wird gemeldet: Der Kaiser machte gestern abend noch einen Spaziergang und besuchte den Professor Dahl. Auch heute ist wieder sonniges Wetter. Der Kaiser unternahm wieder einem Spaziergang. Mittags war Professor Dahl mit Frau, Schwiegertochter und Sohn zur Frühstückstasel geladen. Nach 5 Ühr hörte der Kaiser den Vortrag des Generalmajors Tickhuth. Um 7 Uhr fand Abendtafel statt.
Der Kaiser richtete an die Gräfin v. Bismarck anläßlich der Eiilsegnung ihres Sohnes, dem ältesten männlichen Sprossen in der Nachkommenschaft des Altreichskanzlers, ein Radiotelegramm über Norddeich, lautend: „Empfangen Sie, gnädigste Gräfin, meinen herzlichen Glückwunsch zum heutigen Tage, der Sie mit der Einsegnung Ihres Sohnes frohes Hoffen an glückliches Erinnern knüpfen läßt. Möchte Gottes Segen mein Patenkind auch fernerhin geleiten. Wilhelm, I. R." Gleichzeitig übersandte der Kaiser eine goldene Uhr mit seinem Bild und einer Widmung.
Vom 1. August ab wird auf Helgoland eine zunächst provisorische Fortifikation errichtet und die jetzige sortiftkatorische Leitung auf Helgoland von Cuxhaven ab- gezweigt und selbständig gemacht werden.
Ausland.
In Konstantinopel wurde der Rechtsbeirat der „Dette publique", Seki Bey, in der Vorstadt Makritkoef ermordet. Einem Gerücht zufolge soll der Mord aus politischen Gründen erfolgt sein. Se'ki Bey war Gegner des jungturkrschen Komitees und Mitarbeiter des Oppositionsblattes „Schehrach". Die Polizei verhaftete Nazim Bey, den Bruder des jungtürkischen Deputierten von Serres, ferner den Diener Nazim Beys, der die Mordtat ausgeführt haben soll, sowie einen dritten Mitschuldigen
Die „Assoeiated Preß" meldet aus Tokio, die Revi- sion des cngllsch.japanischcn Bündnisses sei die unaur-bleivliche »otge des geplanten englisch-anierikani.
Die Urteilrbegrüiidung im Kni! Zatho.
Dem Pfarrer Jatho ist, wie die „Köln. Ztg." meldet, vom König!. Konsistorium der Rheinprovinz ein Schreiben vom 10. Juli zugegangen, in dem ihm die G i5i n d c des Urteils in dem Feststellungsverfahren gegen ihn vom 24. Juni 1911 mitgeteilt werden. Im einzelnen gründen sich die Urteilsgründe auf folgende Feststellungen: „ „ 1. In Bezug auf das Grundverhältnis von Gott und Welt lehrt Pfarrer Jatho, Gott ist die nranfängliche Kraft, von der wir Nicht wissen, ob sie ursprünglich blind und erst in ihrer Verfeinerung zur Geisteskraft int Menschen sehend geworden ist, oder ob sie als ewige Vernunft und Weisheit die erste Bewegung im AN hervorrief. Solche Lehrverkündigung des Pfarrers Jatho stehe mit der christlichen Gottcserkenntnis int Widerspruch.
2. In Bezug auf die Lehre Pfarrer Jathos über die Offenbarung sagt das Urteil n. a.: Im Unterschied vom christlichen Glauben schiebt hier ein unbeschränkter Subjektivismus die ge- schtchtltche Offenbarung beiseite. Auch das Christentum muß nach der Lehre Jathos durch Offenbarung der Gegenwart weitcrgeführt werdeit. 3. In Bezug auf Jathos Lehre über Schuld und Sühne heißt cs int Urteil: Eine in der Geschichte geschehene Erlösung wird ausdrücklich zurückgewiesen. Dagegen wird „Selbsterlösung" gelehrt Eine solche Lehrverkündigung läßt für das Verständnis des Christentums als Erlösungsreligion keinen Raum. 4. Heber Pfarrer Jathos Lehre hinsichtlich des geschichtlichen Jesus heißt es: Zwischen bem geschichtlichen Jesus und dem lebendigen Christus der Lehrvcrkündung des Pfarrers Jatho besteht keine andere Verbindung als die, an die Pfarrer Jatho seine Lehrverkündung an Jesus Worte anknüpft. Der „lebendige Christus" des Pfarrers Jatho ist nicht der auferstandene Herr und Heiland der christlichen Kirche. 5. stellt das Urteil fest, daß Pfarrer Jatho die persönliche Fortdauer des Einzelnen nach dem Tode leugnet und hiernach außer standc sei, am Grabe den Trost der christlichen Hoffnung eines ewigen Lebens svendcn zu können. Seine Religion sei ausschließlich Diesseits-Religion. Danach befindet sich Pfarrer Jatho mit dem, was dem christlichen Glauben aller Zetten bibltsche Wahrheit gewesen, in unlöslichem Widerspruch Pfarrer Jatho hat seit dem Jahre 1905 wegen seiner Lehrver- kundung wtederholt zu dringenden Mahnungen seitens der Kirchenbehörde Anlaß gegebett. Diese Mahnungen sind aber ohne Erfolg geblieben. Von der Mehrheit des Presbyteriums und von der Kirchengemeinde Köln ist Pfarrer Jatho wärmste Anerkennung )eines vorbildlichen Lebens und seiner warmherzigen Opferwilligkeit zuteil geworden, sowie seine hervorragende geistliche Wirksam- kett hervorgehoben worden. Im gleichen Sinne lagen überaus zahlreiche Bescheide von Versammlungen und Einzelpersonen vor Alle diese Bekundungen sind voll gewürdigt worden. Sie vermochten aber nicht zu dem Ergebnis zu führen, daß ihretwillen dte in der Lehrverkündung festgestellte Verneinung der grundlegenden christltchen Glaubenslvahrheiten und bewußte Auslösung des geschichtlichen Christentums noch längerhin getragen werden Durfte. Auch konnte nicht zugunsten des Pfarrers Jatho in Betracht kommen, daß ein von ihm selbst verfaßtes Konftrmandenbekenntnis, das er der Unterweisung im Konsir- mandestunterricht zugrunde legte, durchaus in biblischen Ausdrücken sich hielt. Seine Auslegung dieses Erkenntnisses stellt eine Umdeutung der biblischen Ausdrücke und Begriffe bis zu ihrer vollständigen Verflüchtigung dar. Nach allem muß die Entscheidung des Spruchkollegiums wie geschehen, getroffen werden
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Was nun hätte dc MengeWchast mit ei; von neuem zu bauen be
Tie Darstellung de und soll vielleicht den Schwarz Unrecht gescht anderer sein Ziel errei Ich bin mit Herrn gewesen, wie Frau Mel mechtsanwalt, und ihre Zimmer im Deutschen Grasen Geld zu erlangt wiesen. Als sie einsahe Zrau Schwarz, durch B spende eine Summe zul
In der letzten Nummer der „Zukunft" richtete Maximilian Harden erneute Angriffe auf den Grafen Zeppelin, dessen ideelle Abhängigkeit von der Erfindung! des unglücklichen Erfinders David Schwarz er durch die Veröffentlichung der Verträge zu beweisen sucht, die zwischen der Aktiengesellschaft zur Förderuna der Luftschiffahrt und der Witwe von David Schwarz geschlossen wurden. Die „Württemberger Zeitung" veröffentlicht in ihrer heutigen Ausgabe die Anttvort, die Direktor A. Colsman vom Luftschiffbau Zeppelin (übrigens der Schwiegersohn des in dem Aufsatz mehrfach genannten Kommerzienrates Karl Berg) Harden gibt und die häßlichen Angriffe zurückweist.
Es war nicht meine Absicht, auf die Angriffe des Herrn Harden nochmals einzugehen, ich ließ darum seine Bemerküngen in Nr. 39 der „Zukunft" unerwidert. Diese Bemerkungen sind dem Herrn wohl selbst zu schwach erschienen, denn mit Freuden benützt er das ihm inzwischen zugesandte Material, in der Hoffnung wohl, daß noch etwas hängen bleibt.
r Z" Nr. 37 der Zukunft schrieb Harden: „Ich weiß nicht, ob Gras Zeppelm, tote von ernsten Männern behauptet wird, den wichtigsten Teil seines Systems von dem Oesterrcicher Schwarz übernommen und die Möglichkeit zur Verbindung der beiden Gondeln in einem amerikanischen Patent gefunden habe?"
Ich antwortete darauf, daß lediglich einige Konstruktions- ttile am Gerippe bei dem ersten Z-Schisf die gleichen waren, wie bei dem des David Schwarz, da die Einzelteile beider Schiffe m der Fabrik von Karl Berg in Lüdenscheid hergestellt wurden.
Hat Herr Harden nun durch Veröffentlichung der ihm von den Erben des David Schwarz zur Verfügung gestellten Verträge Gegenteiliges bewiesen, etwas bewiesen, was ihn berechtigte zu der Frage: „Wie, lieber Leser, denkst du nun über die Historiographie des Herrn Colsman?"
Ich glaube,, ich kann in Ruhe das Urteil der Leser abwarten.
Auf die auf Grund einseitiger Mitteilung der Erben Schwarz wiedergegebenen .Darstellungen der Vorgänge gehe ich nicht ein. ~lc mitgeteilten Verträge bezweckten, wie jeder leicht erkennen ann, den an David Schwarz gebundenen, damals alleinigen Groß- abritanten von Aluminiumfabrikaten, den Kommerzienrat Berg, ret zu bekommen, damit er auch dem Grafen Zeppelin Material liefern könne. Es ist in diesen Verträgen nicht ausgedrückt, daß Erfahrungen und Patente des D. Schwarz zur Verwendung kommen sollten, und wenn diese Absicht bei einigen Aktionären, besonders rm Anfang bei Karl Berg bestand, so hat sich Graf Zeppelm, rote aus Briefen mit klassischer Deutlichkeit hervorgeht, dem energisch widersetzt und auch Berg von der Unbrauchbarkeit der Schwarzschen Idee überzeugt.
Am 8. Dezember 1897 richtete Graf Zeppelin an Karl Berg lane- ed)m6en' aus dem ich einige Sätze hier folgen
Oechrter Herr Kommerzienrat! Der früheren Ein- ladung Euer Hochwohlgeboren, mich an dem Bau des Schwarz- ^bn. SU beteiligen, habe ich nicht zu folgen ver-
dreses mir — wie ich im einzelnen nachwies — £ « t. Sicherheit für einen künftigen allgemeinen Gebrauch bot. Euer Hochwohlgeboren haben schon damals die Vorzüge memes Entwurfs anerkannt, waren aber gebunden, ?atscheckenden Versuch mit jenem Fahrzeuge ?HlnCX eine Seite meiner Behauptung,
das Blechkastensystem sei nicht entwicklungsfähig, nur zu schnell
Guer HochwohlgAoren haben dwse Nachteile so vollkom- mA?? auf das bestimmteste erklärten, nie-
mals mehr nach dem Schwarzschen System bauen zu wollen.
?eitc haben sie durch eigene Kenntnis- naijme meiner Entwürfe und deren genauere Prüfung durch en Ingenieur, Herrn Tenzer, die Ueberzeugung gewonnen, ,.°P, aach diesen gebaute Fahrzeuge aller denkbaren Wahrschein- ttchkeir nach, bet großer Betriebssicherheit langdauernde Fahris
Für die 80 schwer be


