Ausgabe 
12.7.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

s

cs IS

to

2

K

s s

9

n

S

S- 5 S

p

01 Z L

Q

,s- S

5*

Z

P

t = ? S

3.."*

"CO

-2-5

8Z7-5

53

»s

!9n2^ L<K NK ^S§2. «Sk«

-SW 2 HL Ml ZK?» L.

£

- -xya * feil sm ?iS»

=.@-«12 - *

= 2 r»«

§SL^"A <1 2 3P

FL ....

3 es-.? A 5 "s t»£> ^5$ tyC'rt'o-P .L" 2^§2. S?S»|?|»pg4 5- rhClH? Ws

°<2-3Hg'

-2 ^S° . -

5--.^--L2§§ :3«. »=£-»% 5'SS 2 o 5,^2 o- k)2 Sr- 2. - ^s^g-Lr

Dte heutige Nummer umfaht 10 Seiten.

der

Wanken ge

eine

Weizen pofet Gerste

werden darf.

130

131

408

976

163 2U1

In» Turchichnitt 1895/99 . . 19U0/04 . .

129

130

Roggen

13-

139

174

Weizonernte

Haferernte

Gerstenernte ..

Weiterhin heißt es:

Es machte sich stellenweise eine übertriebene .Preis­steigerung für den Grund und Boden geltend,, so daß nicht selten Preise gezahlt worden sind, welche für den Er­werber trotz intensiver Bewirtschaftung auf die Dauer eine Rentabilität des Grundbesitzes ausschließen und im Falle erheblicher Verschuldung in schlechten Wirtschaftsjahren zur Zwangsversteigerung führen müssen." Daß eine solche Bodenpreis-Entwicklung eine ernste Gefahr für die Land­wirtschaft bilden muß, liegt aus der Hand trotz der an­scheinend gegensätzlichen Ansicht des Präsidenten von Schwerin-Löwitz, der ui seiner bekannten Tischrede bei dem Deutschen Landwirtschaftsrat auch das Kunststück fertig ge­bracht hat, den Einfluß der Getreidezölle auf die Boden­preise glatt in Abrede zu stellen.

Um von der Mobilisierung des Großgrundbesitzes em Bild zu entwerfen, sei erwähnt, daß jährlich mehr als

Solltarif, verschuldungszunahme und Bodenspekulation.

Die Natlib. Korrespondenz bringt nachstehende Aus

führungen über die Wirkung der landw. Schutzzölle.

Die seit der Inkraftsetzung des Zolltarifs und neuen Handelsverträge verflossene Zeitperlodc genügt voll ständig, um zu prüfen, ob das vornehmste 3icl dieses agrarischen" Zolltarifes, die deutsche Landwirtschaft aus einem Jahrzehnte währenden Notstände der Gesundung ent gcgenzuführen, erreicht worden sei. Die PrüiungszeU er­möglicht auch, wie vorweg bemerkt sein mag. Blicke in die zukünftige Entwickelung unserer Landwirtschaft, weil die Wirkungen des Zolltarifes gerade aus agrarischem Gebiete in mehrfacher Richtung mit außerordentlich plastischer Klar

»er neueren der A u f -

. eine solche von 38 Mk. .

Für die Beurteilung der erhöhten Rentabilität der Landwirtschaft kommen neben den Getrcidepreiseii wefentlick auch die Biel)preise in Betracht, namentlich sur die kleinen und mittleren Landtvirtc. Diese haben zwar mit den Getreidepreisen nicht gleichen Schritt gehalten, immer­hin tritt aber die Wirkung der erhöhten Vieh- und ^leisch- zölle seit 1905 deutlich in die Erscheinung; so stteg z. B. der Preis für Ochsen zweiter Sorte am Berliner -schlacht- vichhos von 124 Mk. im Jahresdurchschnitt 1900 04 auf 141 Ml. im Durchschnitt 1905/09; der ^chweinepreis gleich- reitia von 105 auf 125 Mk., der .stälberpreis von 136 auf 163 Mk., der Preis für Hammel von 121 auf 141 Mk. ~ic die letzte Biehzählung erkenneil ließ, haben die gestiegenen Bichpreise auf unsere Viehzucht einen segensreichen Einsluß ausaeübt, iiamcntlich hinsichtlich der Schweinezucht, nut welcher sich vornehmlich der kleine Landwirt zu befassen pl^ls Gesamtergebnis der zolltarifarischen und handels- vertraglichcn Neugestaltung unserer landwirtschaftlichen Verhältnisse muß jedenfalls festgestellt werden: cm von Ataljr zu Jahr zunehmender wirtschaftlicher Aufschwung und steigende KapitalkPfft, die unser gesamtes Wirtschafts­leben befruchtet hat. Man hätte nun wohl erwarten biirfcn, daß nach dem Erfahrungssatze:Wer seine Schulden be zahlt verbessert sein Vermögen", die Landwirte nut allen Kräften daran gehen würden, ihre Hhpothckenschulden zu tilgen. War doch auf Grund der Einkommens- und Gr­

und weiter steigen." .

Was mit einem solchen übertriebenen Optimismus bc zweckt wird, entzieht sich unserer Kenntnis; wir möchten aber doch darauf aufmerksam machen, daß der Feuer Versicherungswert der ländlichen Gebäude mit dem Zins aufbringen für Hypotheken doch nur in recht losem Zu­sammenhänge stehl. Gewagc erscheint auch die Behauptung, daß die Aufwendungen für Meliorationen, Verkehrs und Betriclsmitlcl so erheblich verstärkt worden seien, um die gewaltige Zuikahrnc der hv-othestlrischen Verschuldung auch mir einigermaßen gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Au;:er ordentlich bedenllich i't aber die Behauptung, der reine natürliche Ertragswert unseres Bodens sei um das Vielfache mehr gestiegen als dessen Verschuldung. Man höre:Leit ]8ö6, feit welchem Jahre die Statiitil der Hypotheken bcivegung im Königreich Preußen sortgesührt wird, hat die landwirtschafluche hypothetaritche Verschuldung in Preußen um mehr als sechs Milliarden Mark zugenommeu. Diese Verschuldungszunahme dürste allein ein Zinsauf bringen von 250 Millionen Mark erfordern, theoretisch betrachtet gewiß teinc bedenllich hohe Lumme im Bei hältnis zu dem infolge des neuen Zolltarifes erzielten Mehreintommen der Landwirtschaft. Aber vermöchte dieser eine daucrtidc Ertragswertsteigerung zu gewährleisten? Tie letztere ist doch in erster Linie durch hohe Schutzzölle bc wirkt worden, die doch schließlich wieder einmal herabgesent oder beseitigt werden könnten. Und wenn man in guten Zeiten nicht an die Schuldentilgung denkt, was soll bann erst in kritischen Zeiten geschehen?

Noch größere Besorgnisse als die Verschuldungs­zunahme muß aber die infolge des Zolltarifes ins Un- gemessene gestiegene Bodenspekulation erregen. Früher tonnte man in Deutschland mit Fug und Recht von der Bodenständigkeit, der zähen Treue zur ererbten Scholle bei der landwirtschaftlichen Bevölkerung sprechen. Heut­zutage braucht man nur einmal agrarische Tages- ober Fachblätter aufzuschlagen, um zu erkennen, wie sich eine Verlaufs- und ^pekulationslust betätigt, die nicht auf den Großgrundbesitz beschränkt bleibt, sondern auch den groß­bäuerlichen Besitz ergriffen hat. Tie gestiegene Rentab.lität der Landwirtschaft hat wesentlich auch zu ihrer Mobili­sierung beigetragcn. In der Zeitschrift des Kgl. Preußischen Statistischen Landcsamtes, die das Zisfernmaterial absolut unparteiisch zu beurteilen pflegt, wird die landwirtschaft­liche Verschuldungszunahme zum wesentlichen Teile auf die überaus große Häufigkeit des Ueberganges von landwirt­schaftlichem Grundbesitz in andere Hand zurückgeführt und es wird bemerkt: .....

Der starke Besitzwechsel ist nicht durch mißliche Ver­hältnisse in der Landwirtschaft veranlaßt worden, viel­mehr hauptsächlich durch die bedeutende Steigerung, welche die ländlichen Bodenwerte im Laufe der letzten Jahre erfahren haben."

Agadir.

In der f r a n si s ch c n ft a m in c r kam am Dienstag die 'Ot arotko-Angelegenbeit zur Sprache

Tcr Minister des Aeußern de Selves erklärte dazu: Man verlangte von mir Auskünfte über die Vorgänge, die mit der Entsendung des deutschen Kriegsschiffes nack) Agadir int Zusammenhang stehen Ich kenne die Weisheit und den PaLriotismus, der die Kammer beseelt; an diese Eigen­schaften avpelliere ich in dieser Ltnndc. Tie Pourparlers laben begonnen, und eine Besprechung ist im Gange, ich bitte darum, zu gestatten, daß diese Besprechung in Ruhe und der hohen und würdigen Form vor sich gehe, die den Großmächten, die mit einander unterhandeln, geziemen. «Lebhafter Beifall auf allen Bäulen mit Ausnahme der äußersten Linlen. Wenn die Stunde gekommen sein wird, o werden mir, seien Sic überzeugt, nicht zögern, vor Ihnen zu erscheinen und Ihnen zu sagen, was wir getan haben, (Eine Stimme aus der äußersten Linken:'Für den Frieden! Ausrufe auf verschiedenen Bänken.) wie wir gehandelt haben und Sie zu bitten, meine Herren, abzuwägen, zu prüfen und zu erklären, ob wir auf der Höhe unserer Aufgabe gestanden haben. Für diesen Augenblick bitte ich Sie um Die Erlaubnis, die Tribüne verlassen zu dürfen und uns Vertrauen zu schenlen. Tie im Gange befindliche Be­sprechung wird mit einer beharrlichen und der unerschütter­lichsten Sorge für das geführt, was die Interessen und die Würde des Landes erfordern (Anhaltender Beifall auf allen Bänken, ausgenommeii auf der äußersten Linken. , und auch mit der Sorge dafür, mit der M a ch t, mit der wi r u n t er­st a n d e l n , die Beziehungen des g u T c n Einver- nehrnens und v o ll ko mm en e r 'L oy a li t ä t auf­recht zu erhalten. (Langandauernder Beifall auf den gleichen Bänken.) Jaures verlangte, daß die Tebatte mor­gen beginne, die Würde Frankreichs fei in feiner Weife in Gefahr, de Selves verlangte $ e r t a g u n g auf unbestimmte Zeit, die auch mit 476 gegen 77 angenommen wurde.

Nach dem Ausgang dieser Verhandlung ist nicht an- zilnchmcn, daß dem gütlichen Ausgleich der deutsch-franzö­sischen Meinungsverschiedenheiten von der französischen Volksvertretung Sck)wierigieiten "bereitet werden, ein Er­gebnis, das gewiß in ganz Deutschland freudig begrüßt werden wird.

*

Der französische Botschaftsrat Baron v. B e r ck h e i m ist gestern abend aus Berlin in Paris eingetroffen, um dem Minister des Aeußern mündlich Bericht zu erstatten.

Inzwischen trifft England Vorbereitungen, um ge­gebenenfalls in Marokko militärisch mitsprechen zu können. Reisende, die aus Gibraltar kommen, behaupten näm­lich, daß das englische Königin-Infanterieregiment m a r s ch- b er eit fei, um bei Eintreffen eines Befehls sofort nach Tanger abzugehen.

Ter französische Minister des Aeußern de Selo es hat , Dom französischen Geschäftsträger in Tanger Auskünfte , über die Ausschreitungen verlangt, die sich die Spanier m El Ksar gegen französische Staatsange- hörige schuldig gemacht haben.

Veit hervorgetreten sind.

Wie nicht anders erwartet werden konnte, haben die wesentlich erhöhten Agrarzölle, welche am 1 März 1905 wirksam mürben, erreicht, was den Zollsätzen ans der Caprivi scheu Periode verjagt blieb: nidn etwa eine Stct.g (eit der Getreidepreise, wohl aber die Gewähr für eine ausreichende Rentabilität der Landwirtschaft. Tiefe Tatsache wird bis zu einem gewissen Grade ersichtlich gemacht durch einen Vergleich der Getreidepreise vor und nach dem Inkrafttreten des neuen Zolliarftcs, wobei wir für Roggen und Weizen die amtlichen Notierungen »>es Berliner, für Hafer und Gerste die Notierungen ves Breslauer Gctrcidcinarktcs zitgrunoe legen und zwar, um bic Konfuiitturfchwankungen auszugleichen, in fünFahrigen rurchschnitten. Hiernach betrug also der Preis für Tonne in Mark bei

gänzungssteucr-Matcrialicn erst kürzlich festgestellt worden, daß die Vcrschuldiuig der Landwirtschaft namentlich in Den östlichen preußischen Provinzen einen beforgniserregen- Dcn Umfang angenommen habe; und war doch gerade von den angesehensten und »veitsichtigsten Führern der Land und Bolkswirtschaft bic feit Jahrzeh>i7c,i in Zunahme begriffene hnpothekarffchc Verschuldungszunahme als der Krebsschaden für die Landwirtschaft bezeichnet worden Leider sind die Erwartungen und Hoffnungen nach dieser Richtung stark getäuscht worben, wenigstens im Königreich Preußen. Nach Maßgabe ber amtlichen 3tati|ti[ stellte sich nämlich in Preußen ber die Hvpothcken Löschungen übersteigende Betrag an Hvpotheken Eintragungen in länd lichcn Bezirken im Durchschnitt der Jahre 1898 1905 auf 385,5 Millionen Mark. Seit dieser Seit, also nach dem Inkrafttreten des neuen Zoll und Vcrlragslarifes war bic I vpothelarische Verschulbungszunahme

pjOfi 515,2 Millionen Mark

1907 556,3 , ,

1908 584,1 ,

19u9 664,2 , ,

Die kolossale Mehrbelastung des landwirtschastlichen Bodens gibt zu denken, um so mehr, wenn man daran denkt, luie die stark verschuldeten Besitzer in ungünstigen Perioden ihren Ziiisverpftichtungen nachkommen sollen. Ter Präsident des Deutschen Landwirtschaftsrates Graf von Schwerin Löwitz hat zwar in der letzten Landwirtschafts­woche diese Beden leii zu zerstreuen gesucht, indem er be- merkte, daß der reine natürliche Ertragswert unseres Bodens um das Vielfache mehr gediegen sei als dessen Verschuldung. Er begründete seine Behauptung mit dein Hinweis darauf, daß allein der Feuerversicherungswert der ländlichen Gebäude nm etwa doppelt so viel gediegen fei wie die Verschuldung: darauf äußerte er wörtlich: Mindestens in gleichem Maße dürften auch tu-' Kapital- inüefiicriingcn für Meliorationen, Verkehrsmittel. Wirt- schastsinventar und namentlich Betriebsmittel gestiegen sein

Insgesamt am 32oU Millionen Mart

Für die Zeit von 19051909, also nach dem Jnkraft treten des neuen Zolltarifes das Jahr 1905 stand mir seiner Preisbildung schon wesentlich unter der Wirkung öeö neuen Tarif es beziffert sich der Jahresdurchschnitts wert der .

deutschen Noggeneritte aus 1774 Millionen Mark

, Weizencrnte , 842 ,

, Gerflenernte , 483

, Halcrerntc 1271

Jiisgcfaml au, 4370 Millionen Mark

Hiernach würde also die jährliche Ernte bei den wich­tigsten Gctreidcarten unter der Wirksamkeit des neuen Zoll lurifes durchschnittlich um den sehr ansehnlichen Betrag von 1140 Millionen Mark höher zu bewerten sein als kurze Zeit vorher. Damit soll natürlich nicht ohne weiteres behauptet werden, daß der deutschen Landwirtschaft dieser Mehrbetrag ungekürzt in die Taschcii geflossen ist; denn man muß berücksichtigen, daß mit der gestiegenen Kapital­kraft unserer Landwirte gewisse Summen in Bodeiimelio- rationcn angelegt worden, die die Ertragsfähigkeit des Grund und Bodens gesteigert haben, sicherlich haben in den letzten Jahren auch die Löhne für landwirtschaftliche Arbeiter ihre steigende Tendenz beibchaften. Als Tat­sache wird man aber uneingeschränkt fest st eilen können, daß die Getreidepreise über Erwarten günstig für die produ­zierende Landwirtschaft in die .Höhe gegangen sind; ,o hat 'z. B. der gegen die Eaprivischen Handelsverträge um loMk. für die Tonne erhöhte Roggenzoll eine Preissteigerung von 35 Mk. bewirkt und der nm 20 Mk. erhöhte Weizenzoll

1905,09 . . .

Mil Hilfe der Rcichsstatistik wird auch ermöglicht, mit einiger Zuverlässigkeit ziffernmäßig den Mehrwert der Ernten unter der Herrschaft des neuen Zolltarifes festzri (teilen, wobei allerdings nicht übersehen werden dars, daß die Steigerung der Hektarerträge auch noch in den len,en wahren einige Fortschritte zu verzeichnen hat. Hiernach be ccrtnrct sich für das Jahrfünft 190:1 1904 (vor dem neuen Zolltarif) der Iahresduichfchn,11sweri der

dculfchen iEog-ienccnu* auf 1269 Wälhorcn 2)larf

586 ,

iiiiii Prozent desselben den Besitzer weckst et i Danach wird Großgrundbesitz in einer Hand durchschnittlich nur wahrend eines zwanzigjährigen Zeitraumes behauptet, xcv nbci- kommifsarisch gebundene Besitz ist hierbei noch nicht emmol beri.ckiichlial worden Auch der großbäuerliche Besitz zwi­cken 50 und 100 Hektar wechselt sehr häufig infolge ftenn Vertrages seinen Besitzer, wenngleich hier noch der Besitz- wechsel infolge Erbganges überwiegt Benn mittleren bäuerlichen Besitz überragt die Zahl der Eigentumöüber- traflungen -.nfolgc Vermächtnisses bic ber Verkaufe erheblich , aber immerhin muß man mit Bebauern lest stellen, bau bie Liebe zur heimatlichen Scholle stark tuS

Nr. 161 Erstes Blatt 161. Jahrgang iHittwoctj, 12.3j[je WW

r Glehrner Anzeiger W W n.onnllich 75Pfviert ek-

-r cheini täglich, außer . . jährlich Mk. 2^0, durch

blatt für öen Kreis ftiefjen WR M< BW Mr E ST B JF W H B wE B Ä B " B

Dienstag und Freua.., VÄjr ® B B M K B R . l-V ML auswärt- 20 Pfenmq.

ncimnl monail. £ant wLJ V. Mw Q Br B B Ehestedakteur:A. Goetz.

virtfchastlicheSeitfraaei ~ M B Verantwortlich für den

^eriifpreck - Anfchlüsfe MM ^7 oolittfchmTeil: Auaust

General-Anzeiger für Oberyeffen SäSiSE

Anzeiger Aießcu. v " * . . . , cAniWrAti* 7 ralh; sürStadt und

rnnahme von Anzeigen Hotofionsörud unb Derlaa der vruhl'fcken Univ.-Vuck) und Steinöruderei R. Lange. Redaktion, Lrpedffion und vrucrerei: dinuinraye t. Land-: E Heß: für den

XS9 vüdmgen: z-rn!pr-ch.r Nr. 5« Ib-. H. «ed.

kommen ist.

Eine überaus unerfreuliche Erfcheinung lanbwirtfchastlichen Entwicklung muß in i a u g u n g des b ä u c r 1 i ch c n B c sitze ü du r ch b en Großgruubbefitz erblickt werben Wahrend die Staatsregierung mit Recht bei Erhaltung unb Vermehrung ber Baneriihöfe ihr volles Interesse zuwenbet, hat sich mit bet Besserung unserer tanbiilschaftlichen Lage beim Groß- grnnbbesitz vielfach ein unstillbarer Laubhunger cingeftcllt, ganz wie in früheren Perioben laiibwiiischaftlichcn '.luj- Ichwunges Ohne die Bebcntung bes GroßgrnnbbcsitzeS für vnfere gesamte Vollswohlfahrk zu verkennen, nnrb man aestehen müssen, baß bic Grunbbesitzvcrte.liing m ben ost- lichen preußischen Provinzen großenteils schon nickt meyi al'- zweckmäßig angesprochen werben kann, wenn in ein* seinen Regierungsbezirken ber Großgrunbbesitz weit ickcr bic Hälfte ber Anbauflächen in feiner Hanb hat Der Latisunoienbildikng durch Aufsaugung bäuerlichen Besitzes sollte mit allen verfügbaren Mitteln cntgegciigctrctcn lixi - den, denn diese Besitzbildung widerstrebt allen Grundsätzen einer nationalen Bcvölkerungspolitik

Vor etwa hundert Jahren wurden die Laudcskiiltur- tbili.* veröffentlicht, welche unsere Agrarvcrsassung aus trostlosen, lultuijckädlichcn Verhältnissen m gesunde Bahnen Icitclc. Tie Befreiung des Bauernstandes aus der .^Ölig­keit unb Leibeigenschaft hat herrliche Früchte getragen. Sorge der Staatsrcgicrmig und gesetzgebenden Faktoren milß es jetzt sein, dafür Sorge zu tragen, daß nicht etwa wieder ber Rückmarsch in jenes unselige Land angetreten werbe; nicht als ob jemals wicbcr Fronbieuste unb Leib­eigenschaft in Frage kommen könnten. Wohl aber bedroht bic bedenkliche Zunahme der Fideikommiß- und sonstigen Latisuiidienbilbung unsere Agraiverfassung im ganze,i eine iiatioualwirtschasllichc Gefahr, die nicht unterschätzt