Hindun a zwischen den Truppen und Skutari abzuslbn eiben. Sie setzten KoAiku in Brand und verhinderten in Soarbesch am Skutarisee die Landung von 400 aus Skutari angekom- nrenen Soldaten.
Dentsches Reich.
Der „Nei'chsau^eiger" meldet: In der Bundes'ratS- sitzung vom 3. Älpril wurde dem Antrag Badens betreffs der Ausführimasbestinimungen zUm Retchserbschaftssteuer- gesetz und der Vorlage betreffs der Erstattung von Reichs- stempelabgaben fi'.r Wertpapiere und Gewinnanteilscheine und Zinsbogen bei nachweislicher Unterlassung der Ausgabe die Zustimmung erteilt.
Ausland.
Am Sonntag nachmittag landete in der Nähe von Nancy ein mit drei Luftschiffern bemannter deutscher Ballon. Die Luftschiffer wurden in das Dorf Arrays an der elsaß-lothringischem Grenze gebracht und konnten bald abreisen, da keürerlei verdächtige Papiere bei chnen vorgefunden wurden. Ein anderer, Samstag vormittag in Wiesbaden aufgeftiegener Ballon, dessen Insassen drei deutsche Offiziere, Prinz Stolberg, dessen Bruder imb ein Artilleriehauptmann waren, war bei Ärgnelle gelandet. Die Offiziere erklärten, sie hätten nicht gewußt, daß sie die 0-renze überflogen hätten. Sie wurden nicht weiter behelligt.
Der russische Reichsrat beendigte die Hauptaussprache über die Budgets. Bei der Aussprache über das Marineressort erklärte der Marineminister, daß viele Vorwürfe der gesetzgebenden Körperschaften begründet seien. Das Ministerium kenne die Mängel und ergreife Maßnahmen zu deren Beseitigung; es werde alles geschehen, um die Flotte kampffähiger zu machen. Der geforderten Einschränkung der Zahl der Mannschaften könne er nicht zustimmen. Das Ministerium verlange nicht eine Verstärkung, bitte aber, die Mittel für eine jährliche Gesamtzahl von 47 000 Mann zu bewilligen, bei einer jährlichen Einberufung von 9500 Mann. Das würde 5 bis 6 Jahre so bleiben. In diesem Jahre werde tut baltischen Meer zum ersten Male nach dem Kriege wieder ein Geschwader von vier Linienschiffen und fünf Panzerkreuzern formiert. Das Tempo des Schiffsbaues nehme schnell zu, oas bestätige der Bau von vier Schiffen, von denen zwei im Sommer und zwei im Herbst vom Stapel gelassen würden. Der Reichsrat nahm schließlich den Voranschlag in Höhe von 110220 636 Rubel an, o. h. mit 3Vs Millionen höher als die Duma. Der Reichsrat beschloß in 14 Punkten anders als die Duma, so daß ein Ausgleichsausschuß gewählt werden muß.
Ein beim spanischen Ministerium des Aeußern einge- aangenes Telegramm aus Tanger besagt, am 3. April habe ein blutiger Kampf uni erden Mauern von Fez stattgefunden, in welchem die Sultanstruppe unterlegen sei.
Nach Meldungen aüs Hongkong ist in Kanton eine ernstliche revolutionäre Bewegung im Gange. Der Tartarengeneral, der die Truppen befehligte, wurde ermordet. Die Truppen wurden nach der Stadt, über die der Belagerungszustand verhängt ist, entsandt. Der Mörder des Generals wurde ergriffen.
Vom Achilleion wird gemeldet. Der König der Hellenen ist am Montag vormittag 11 Uhr an Bord des Panzerschiffes „Spetzsai" im Hafen von Korfu einge- troffen. Der Käntg nahm an Bord die Meldung der Kommandanten der drei deutschen Schiffe entgegen und wurde an Land von den griechischen Behöroen begrüßt. Der König begab sich in den Königspalast, wo ihn Generaladjutant von Scholl die Grüße des Kaisers überbrachte.
Aus Stadt nnd Land.
Gießen, 11. April 191L
•* Fel'dbereinigung. Der Groß Herzog hat den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Startenburg, Friedr. Weiffenbach zu Darmstadt, zum richterlichen Mitgliede der Landeskommission für Feldbereinigungssachen bestellt.
*• Finanzpersonalien. Der Großherzog hat den Bezirkskassier der Bezirkskaffe Schlitz, Rendanten Friedr. Bitsch, in gleicher Diensteigenschaft an die Bezirkslaffe Grünberg versetzt.
**Lehrerpersonalien. llebertragen wurden dem Hauptlehrer Gg. Schmitt zu Münster (Kr. Dieburg), dem Lehrer Eugen Neutz zu Gustavsburg, und den Schulamtsaspiranten Ioh. Balbach aus Nackenheim, Konrad Bottenhorn aus Vockenrod, Aug. G ess er aus Groß- Steinheim, Ludw. Glaser aus Groß-Gerau, Wilh. Gräf aus Albig, Herrn Schneider aus Bieber (Kr. Offenbach),
Galaempsängen in Aladrid ober bei Besuchen in den Provinzstädten wird man den jungen König niemals mit Handschuhen erblicken. So war denn auch Alfons XIII. nicht wenig erstaunt, als er kürzlich bei seinem Besuche in Saragossa in einem amtlichen Empfangszimmer ein großes Oelgemälde sah, auf dem er mit stellenlosen weißen Handschuhen abgcblldet war. Der König war darüber so verblüfft, daß er die Herren von Saragossa nach dem Ursprung dieser Handschuhe fragte. Das Rätsel sand schnell eine bünbigc und ebenso seltsame Lösung. Man berichtete dem König, so erzählt der Gll Blas, daß sein Vater eines Tages eine ganze Reihe von Oelporträts Herstellen ließ, die dann den städtischen Behörden Spaniens überwiesen wurden, um in den Amtsräumen ausgchängt zu werden. Als oann Alfons XIII. den Thron bestieg, kamen die Stadtväter von Saragossa zu der Ueberzeugung, daß das Porträt Alfons XII. der aktuellen Bedeutung entbehre und daß man doch eigentlich ein Porträt des lebenden Königs in den Amtszimmern zeigen müsse. Aber sparsam, wie die Stadlväter von Saragossa nun einmal sind, kamen sie auf den Einfall, auf dem BUde Alfons XII. einfach den Kopf abzukratzen und an dessen Stelle durch einen biederen Malermeister die Gcsichtszüge des jungen Königs zu verewigen. Dabei wurde nur eines vergessen: Der verstorbene Monarch trug Handschuhe, während fein Sohn sich dagegen ein Prinzip daraus gemacht hat, das nie zu tun. Die Geschichte hat König Alfons kösllich amüsiert, und er hat die Herren von Saragossa sogar gebeten, dem gemalten Könige die Handschuhe nicht auszuzielien, wenn auch das lebende Urbild sich nie dazu bekehren wird, Handschuhe anzuziehen.
— Der Bur eaukrat. Ein Freund teilt der „Deutsch. Tagesztg." folgendes Schildbürgerstülllein mit: Am 29. März d. Js. richtete ich eine Anfrage an das König!. Polizei-Präsidium in B. (nicht Berlin!) mit der Bitte, die Kosten für die Auskunft nachzunehmen, und schrieb am Schluß des Briefes: . und
behändige Ihnen einliegend ein Franko-Couvert zur gefl. Benutzung." Gestern erhicU ich nun die gewünschte Auskunft unter Nachnahme von 35 Pfg. für Die Auskunft und 20 Pfg. Strafporto für den Brief. Das Polizei-Präsidium hatte nämlich einen anderen Briesumschlag genommen, auf den noch mit Gummi- Stempel „Portopstichlige Dienstsache" gedruckt war, während sich mein Frei-Couvert fein säuberlich eingepackt im Brief befand.' Kommentar überflüssig.
Nik. Schwarzkopf aus Urberach Lehrerstellen, sowie den Schulamtsaspirantinnen Barbara B a u s e m e r aus Mainz, Marie Dontidion aus Hamm, Elsbeth Haering aus Berlin, Katharine Knauf aus Mainz und Elisabeth Löffel aus Mainz Lehrerinnenstellen an der Volksschule zu Mainz. — Ernannt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Traisa, Kreis Darmstadt, Adam Schäfer, zum Reallehrer an der Viktoriaschule zu Darmstadt, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer.
* * Kreisamtspersonalien. Der Großherzog hat den Kreisamtmann bei dem KreiSamt Darmstadt Regierungsrat Leopold v. Werner zum Rat bei der Provinzialdirektion Starkenburg und Zweiten Beamten des Kreisamts Darmstadt und den Regicrungsassessor Dr. Eugen Seyferth zu Alsfeld zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Alsfeld ernannt.
* * Aus dem Militär-Wochenblatt. von Strantz, Gen.-Lt. und Kommandettr der Großherzogl. Hess. (25.) Div., unter Ernennung zum kommandierenden General des V. Armeekorps, zum General der Inf. befördert.
"• Zeppelin in Gießen. Rach einer bei der hiesigen Ortsgruppe des Lustflotten-BereinS eingetroffenen Nachricht wird daS Zeppelin-Luftschiff gelegentlich einer Reise nach Gotha auch Gießen mitbesuchen. Ob dies gerade am ,Blumentag*, am 6. Mai, geschehen kann, laßt sich zurzeit noch nicht angeben, da eine solche Fahrt von der Witterung abhängt.
* * Gauvorturner stunde. In der Turnhalle des Turnvereins Gießen fand am Sonntag die F rüh j ahrs - Gauvorturner stunde statt, zu der fast sämtliche Vereine des Gaues Hessen ihre Durnwarte entsendet hatten. Unter Leitung des Gauturnwart Will-Gießen und Günther- Marburg wurden die vorgeschriebenen Hebungen durchgeturnt. Ms Pflichtübungen für die Bezirks- wetturnen wurden Freihoch, Weitsprung, .Gewichtheben und Hindernislaufen bestimmt.
•• DaS Landgraf-LudwigS-Gymnasium nebst Vorschule wurde im Schuljahre 1910—1911 von 366 Schülern besucht, von denen 115 die Vorschule und 251 das Gymnasium besuchten. Unter der Gesamtzahl waren 8 Schülerinnen. Am 15. Mai befanden sich unter den Schülern 286 Evangelische, 27 Katholiken, 36 Israeliten und 2 sonstiger Konfession ; aus Gießen stammten 283, au§ anderen hessischen Orten 48, aus nichthessischen Orten 19 und aus dem AuS- lande einer. Die Reifeprüfung haben 24 Schüler bestanden. An der Anstalt unterrichteten einschließlich des Direktors Geh. Schulrat Prof. Dr. Hensel 22 Lehrer.
* Das Realgymnasium mit seiner Vorschule war im abgelaufenen Schuljahr von 437 Schülern besucht, von denen 17 weiblichen Geschlechts waren. Von den am 15. Mai vorhandenen Schülern waren 375 evangelisch, 22 römisch- katholisch und 24 israelitisch; aus Gießen stammten 310, aus anderen hessischen Orten 69, aus nichthessischen deutschen Orten 40 und aus dem Ausland 2 Schüler. Die Reifeprüfung bestanden 16 Schüler; von ihnen wenden sich dem Banlfach zu zwei, der Landwirtschaft einer, der Theologie einer, der Handelswissenschaft einer, der Medizin zwei, dem Lehrerberuf zwei, der Physik und Chemie einer, den neueren Sprachen einer, der Rechtswissenschaft zwei und dem Marinedienst einer. Die Oberrealschule war von 593 Schülern, darunter 22 Schülerinnen, besucht. Von den am 15. Mai vorhandenen 553 Schülern waren 305 evangelisch, 33 katholisch und 43 israelitisch; 350 waren aus Gießen, 168 auß anderen hessischen Orten, 43 aus nichthessischen deutschen Orten und 2 aus dem Ausland. Von den 30 Abiturienten widmen sich dem Bankfach fünf, Berufskonsulat einer, Tierheilkunde zwei, Rechtswissenschaft zwei, Offiziersstand einer, Lehrerstand drei, neueren Sprachen usw. fünf, Naturwissenschaften und Mathematik zwei, Landwirtschaft drei, Medizin zwei, Chemie einer, Jngenieurstand zwei und dem Kaufmannstand einer. An der Anstalt unterrichten einschließlich des Direktors Geh. Schulrat Dr. Rausch im ganzen 43 Lehrer, darunter 28 Oberlehrer, 6 Reallehrer, 5 provisorische Lehrer und 3 Hilfslehrer.
** Volksbildung unD Kinematograph. Der Rhein-Mainische Verband für Volksbildung versammelte am letzten Samstag in Frankfurt Mitglieder und Freunde, sowie Vertreter von Schul-, Kreis- und Gemeindebehörden aus Hessen, Nassau und den angrenzenden Gebieten, um die Frage zu besprechen, ob und wie der Kinematograph als Volksbildungsmittel nutzbar zu machen sei. Die Versammlung war sich darüber einig, daß der Kinematograph sowohl in den Dienst der Volksbelehrung wie der edlen Volksunterhaltung gestellt werden könne, und daß er namentlich ein wichtiges Mittel zur Darbietung edler Lebensfreude für das flache Land sei, Auch für die Jugenderziehung könne der Kinematograph, wenn seine Vorführungen pädagogisch richtig geieÜet würden, von Bedeutung sein. Die Versammlung empfahl deswegen dem Verbandsvorstand, ktnematographische Vorführungen mit erziehlicher Tendenz in die Wege zu leiten. Besonders wichtig erscheint diese Aufgabe deswegen, weil sonst zu errvarten sei, daß sich auf dem Land ein dem Theaterschmierwesen und den minderwertigen musitalischen Darbietungen ähnliche kinematogra- phische Vorführungen entwickeln würde. Diesem vorzubeugen sei eine notwendige Aufgabe. Der Verband wird deswegen schon in nächster Zeit mit der versuchsweisen Veranstaltung von iinematographischen Vorstellungen beginnen und wäre dankbar, wenn ihm Interessenten des neuen Arbeitsgebietes recht bald Vorschläge für die Ausgestaltung der volksbildnerischen Kinematographie, sowie ihn darüber benachrichtigen wollten, ob sie der Veranstaltung kinemato graphischer Vorstellungen näher treten möchten.
♦* Silberne Hochzeit feiern heute der Geschäftsführer der Firma Bergmann, hier, Christian Reitz und seine Ehefrau.
** OeNentliche Lesehalle. Jin März wurden 2481 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1246, Zeitschristen 457, Jugendschriften 253, Literatur- geschichte 12, Versdichtungen und Dramen 45, Länder- und Völkerkunde 62, Kulturgeschichte 34, Geschichte und Biographien 99, Kunstgeschichte 10, Naturwlssenschait und Technologie 135, Heer- und Seewesen 41, Haus- und Landwirtschaft 20, Gesundheitslehre 24, Religion und Philosophie 26, Staatswissenschasl 14, Sprachwissenschaft 3 Bände. Nach auswärts kamen 100 Bände.
** Maßnahmen gegen die Maul- und Klauenseuche. Das hessische Ministerium des Innern l)at an die Kreisämter und Kreisveterinärämter folgendes Ausfchreiben gerichtet: Nachdem sich die Schwie- lißteiten in der .Ausführung der Vorschriften deS Z 61
Abs. 3 der Bundesratsinskru'ktron zum Neichsviehfeuchen- gesetz ergeben haben, hat der Herr Reichskanzler den Regierungen der Bundesstaaten anheimgestellt, neben dem in diesen Vorschriften enthaltenen Verfahren auch die in dem Entwurf der Ausführungsvorschriften zu dem neuen Reichsviehseuchengesetz vorgesehenen Verfahren zuzulasseu. Demgemäß empfehlen wir Ihnen, künftig neben den Vorschriften des § 61 Abs. 3 der Bundk^ratsinstruktion auch folgende Verfahren gelten zu lassen: „Als ausreichende Erhitzung der M i l ch ist anzusehen: a) Erhitzung über offenem Feuer bis zu wiederholtem Aufkochen, b) Erhitzung durch unmittelbar oder mittelbar einwirkenden strömenden Wasserdampf auf 85 Grad E, c) Erhitzung im Wasserbad auf 85 Grad C. für die Dauer einer Minute oder auf 70 Grad C. für die Dauer einer halben Stunde."
•• Einbrecher ftatteten heute nacht in der Marburger Straße einem Geschäftskontor einen Besuch ab. Die Beute war gering, da größere Geldvorräte dort nicht aufbewahrt zu werden pflegen. Bemerkenswert ist, daß vor noch nicht langer Zeit in dasselbe Bureau eingebrochen und ein Geldbetrag von 12 Mk. gestohlen wurde.
** In den Zollinhaltserklärungen für da? Ausland — auf weißem ober gelblichem Papier — wird bei Paketen nach einzelnen Ländern, insbesondere Frankreich, die Angabe des Ursprungslandes der versandten Waren verlangt. Diese Angabe ist stets in der Spalte „Bemerkungen" der Zollinhaltserklärungen nieder- ^uschreiben. Bei dem Vordruck „Absendungsland (PayS D’origine)" im Kopfe der Zollinhaltserklärungen muß stets „Deutschland (Allemagne)" angegeben werden, weil barau.S lediglich das Absendungsland des Pakets ersichtlich sein soll. Zur Vermeidung von Zweifeln wird der Vordruck „Pays b’origine" künftig durch „PayS de döpart" ersetzt werden.
** Paketverkehr n ach Serbien. Vom 14. April ab muh den Postpaketadressen zu allen Paketen nach Serbien eine Rechnung des Absen ders beigefügt werden, in der der Preis der versandten Waren anzugeben ist. Dagegen sind Ursprungszeugnisse nur noch bei Sendungen mit Wein und Likören erforderlich. Gegen die mit der Beifügung von Rechnungen verbundene Erschwerung des Paketverkehrs nach Serbien hat das Reichs-Postamt bereits Schritte unternommen.
Kreis Büdingen
— Stockheim, II. April. Der Plan über die Her - stelluugunterirdischerTelcgravhenlinienin Stockheim liegt bei dem hiesigen Kaiserl. Postamt aus.
Kreis Alsfeld.
--- Alsfeld, 11. April. Der Jahresbericht der hiesigen Oberrea lschule verzeichnet eine Gesamtftequenz von 282 Schülern (darunter eine Schülerin), von denen 242 evangelisch, 15 katholisch und 26 israelitisch waren. Aus Alsfeld waren 158, aus anderen hessischen Orten 100 und aus nichthessischen Orten 25. Die wissenschaftliche Befähigung zum einsährig-ffreiwilligen Militärdienst bestanden 18 Schüler, von denen 10 die Anstalt weiter besuchen, während Mei Kaufleute und einer Schneider werden, je einer sich dem Militär, dem Bankfach, dem Lehrerberuf, dem Postfach und dem Eisenbahndienst sich widmet. Die Reifeprüfung bestanden 12 Schüler, bie als demnachstigen Beruf gewählt haben: Bankfach 2, Mathematiker 1, Kauft mann 2, Lehrer 3, Chemiker 1, Neuphilologe 2, und Germanist 1. An der Anstalt, die in diesem Jahr ihr 50- jähriges Bestehen feiern kam:, unterrichten einschließlich des Direktors Dr. Pitz, 17 Lehrkräfte. — Die städtische höhere Bü r g e r--(Mädchen)-Schu l e war von 83 Schülerinnen besucht, von denen 74 evangelisch, 2 katholisch und 7 israelitisch waren. Aus Alsfeld waren 73, aus anderen hessischen Orten 8 und aus nichthessischen Orten 2. An der Anstalt unterrichten 11 Lehrerinnen.
Starkenburg und RHeu:Hessen.
m. Offenbach, 10. April. In der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung lvitrde anstelle des aus städtischen Diensten geschiedenen Obersekretär Mosbach Obersekretär Reinicke zum Protokvllfichrer der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Bezüglich der Reform des Gemeinde ft euer wesens beschlossen die Stadtverordneten, daß man sich gegenüber den Vorschlägen der Ersten Kammer in Bezug auf den Grund- und Gewerbesteuer auf den StandpunÜ der Beschlüsse oer Zweiten Kammer stelle und eine Frlial- und Warenhait'ssteuer als Sondersteuer äblohrre. Weiter wurde bie Voran^chlagsbera- tung fortgesetzt.
N. Mainz, 10. April. Heute morgen um 6 llhr brach, wie kurz berichtet wurde, in dem Mittelbau der Aktienbrauerei Feuer aus, das jedenfalls durch Staubentzünduna entstanden ist. Das Hauptbemühen der Feuerwehr ging daraus hinaus, das Feuer von den Räumen fernzuhalten, in denen sich die Malzvehälter befanden, was ihr auch nach fast zweistündiger Arbeit gelang. Der Schc^ den beträgt ungefähr 80 000 Mk., da au 5 dem Dach stock einige teure Maschinen verbrannten.
KreiS Friedberg.
x Ober-Mörlen, 10. April. Der Anschluß an das staatliche Elektrizitätswerk wurde vom hiesigen Gemernderat mit 6 gegen 5 Stimmen abgelehnt.
Kreis Wetzlar.
O Krofdorf, 10. April. Der Sonntag Palmarum ist der Konfirmationstag für die Kinder der vereinigten Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg-Kinzenbach. Es wurden diesmal 65 Konfirmanden eingesegnet, von Krofdorf 34, Gleiberg 13 und Kinzenbach 18. Letzteres ist Filialort; wegen der großen Entfernung erhalten die Konfirmanden besonderen Unterricht und werden auch für sich allein konfirmiert. Während die Konfirmation für Krofdorf-Gleiberg sonst gemeinsam erfolgt, wurden infolge der in Gleiberg aufgetretenen Scharlacherkrankungen die dortigen Kinder am Nachmittag für sich allein konfirmiert. Infolge der Krankheit, der leider eine 23jahrige Frau zum Opfer gefallen, ist auch die Schule zu Gleiberg schon seit einiger Zeit geschloffen.
Mainz, 10. April. Zn der Nähe von Dolgesheim fand eine Zigeunerschlacht statt. Bei dem Kämpf wurden von der LOlöpftgen Bande drei Zigeuner schwer verletzt. Einer, dem die Lunge durchstochen wurde, wird schwerlich mit dem Leben davorckommen. Nach dem Mmps stob die ganze Gesellschaft nach allen Windrichtungen hm auseinander, so daß die Täter noch nicht ermittelt werden konnten. Bei dem L^tsausgange von llLeinolsheim verletzten ferner einige Zigeuner zweiKorbmachertödlich durch Revolverschusse. Der PLainzer Staatsanwalt erließ einen Steckbrief gegen die noch unbekannten Täter.
Kessen-Naffau.
Hanau, 10. April. Auf einer benachbarten Domäne ist von dem neuangeworbenen polnischen Personal eine Person an schwarzen Pocken erkrankt. Grund iur BejürchÜvrs der Weiterperbrertung liegt jedoch nicht vor.


