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11.3.1911 Erstes Blatt
 
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Seflügelaurstellung.

i Gießen, 11. März.

Die unter dem Protektorat des Großherzogs heute vor­mittag m Len Räumen der Liebigshöhe eröffnete 5. Lan- des-Geflügel-Ausstellnng kann leider durch die Nichtzu-

Vie Opfer de; Buchen

DaS Glück, das uns die Bücher spenden, ist schon seit den llagen des Altertums viel gepriesen worden; von dem Unglück ras sic anrichten, ist um so weniger die Rede gewesen. Und dock die Zahl derer Legion au neunen, die Opfer der B-'ch^ flfr*

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gebern oder Vereinigungen von solchen gestellt oder gegen billigen Zins vermietet werden. Ucbcr das alles läßt sich voraus nichts theoretisch festlegen, die Praxis müßte lehren, was da im einzelnen das Richtige ist. Fest aber steht mir das Eine: alle Bevor­mundung müßte streng fern gehallen, vielmehr alle Einrichtungen von Anfang an Darauf gerichtet sein, die Selbstverantworllich- feit, die eigene Beteiligung des Volkes und Selbstkontrolle zu wecken und dauernd zu sichern. Dezentralisation muß, hier wie in allem, die Losung sein; Gemeinschaft, aber freie, d. h. auf Selbstkontrolle gegründete. Gemeinde und Staat müßten gewiß für den schweren Anfang die nötige äußere Hilfe bieten, anregen, schützen, auf jede Weise fördern und ermutigen, nicht aber leiten und bevormunden, am wenigsten die ganze Sache in chrer Hand halten wollen. Denn genau darauf kommt es an, daß das Volk nicht von der Erziehungspflicht entbunden und ihrer Erfüllung entwöhill, sondern zu ihrem vollen Bewußtsein wieder geweckt, a^t die Lage versetzt wird, sie erfüllen zu können in

einer Weise, wie es den so tief veränderten Bedingungen feines ganzen Lebens angemessen ist. Denn den Glauben dürfen wir uns nicht rauben lassen, daß keine ganze Volksllasse sich dieser hohen und heiligen, geradezu für alle anderen grundlegenden Pflicht würde entziehen wollen, wenn sie zu ihrer Erfüllung mir klare und gangbare Wege sähe, wenn nicht vielmehr alles chre Erfüllung ihr nur erschwerte und oft geradezu unmöglich machte. Denn ketne ganze Volksklasse will dem Verderbern so handgreiflich in den Rachen laufen; eine solche Vorstellung batte ich für weltfremder als die verstiegendsten Traume des päda­gogischen Idealismus.

. * Wie man in Amerika Reklame macht. Indem

M Newyort erscheinendenAraldo Jtaliano" stand jüngst unter ter Aufschrift:Herzoglicher Besuch" ein höchst merkwürdiges Emgeiandt. Es hantelt sich um den Herzog der Abruzzen, von ten das italienifch-amerikanische Blatt folgendes zu erzählen weiß: Nachdem Seine Königliche Hoheit der Herzog der Abruzzen ge­landet war, besichtigte er in ter 4. Avenue zu Brooklyn die Untergrundbahnarbeiten. Als er sich vor der Schlägerei der Brüder Russo, Nr. 88 ter Avenue befand, blieb er ganz entzückt taten; das elegante Lokal, das köstlich frische Fleisch und die vielen

1 etten Hühner erregten seine Bewunderung, und er trat ein, um ür sich und sein Gefolge Einkäufe zu machen. Dann ging er die Avenue weiter hinauf und blieb vor dem Hause Nr. 212 stehen - hier befindet sich eine Filiale der Brüter Russo, und ter Herzog geriet tn noch größeres Entzücken, da er in den Auslagen alles so wohlgeordnet sah. Auch hier war das Fleisch blutfrisch, und die Schweinewürstchen regten den Appetit an. Der Herzog wollte «Won essen uni) gab den Brüdern Russo den Auftrag, eine an­sehnliche Quantität aufs Schiff zu schicken: der gute Herzog wollte feine Leute mit diesen kösllichen Würsten beglücken und die ubngbleibenten für seine nun schon so lange hinausgeschobene Vocyzeu mit Mitz Elkins aufbewahren. Das Publukum wird gut tot, wenn es tem Beispiel des edlen Herzogs folgt und in den hervoriageichen Schlachtereien der Brüder Russo Fleisch, Würst­chen und fette Hühner beftelll." Die Ankündigung, daß ter Herzog tn einer Blooklyner Schlächterei für seine Hochzeit Schweine- wurftchen tinfauft, ist mindestens ebenso köstlich wie diese Schweine- wurftcheü jelbfr es iept ptogerv

2luslaii0.

In der franzö s i s chen Kamme r sagte der Marine­minister Delcasss in Beantwortung der Rede des Ad­mirals Bienaims, der die d eu tsche und franzö­sische Flotte mit einander verglichen habe, daß die Grundlage zur Vergleichung von zwei Flottenstärren die Zahl der Schiffe nach dem Dreadnought^Typ bilden müsse. 1920 würde die deutsche Flotte nach dem Ballprogramm, das dann beendet sei, ebenso wie die französische 22 Dread­noughts haben. Frankreich werde 18, Deutschland 12 Panzerkreuzer haben, die aber stärker seien als die Frank­reichs. Der Minister schloß, er glaube, daß diese Fest­stellungen einen pessirnistiscyen Schluß nicht rechtfertigen.

Der Vertreter der Associated Preß, der den Präsi­denten Taft nach dem Süden begleitet, meldet telegraphisch aus Charlottesville (Virginia), daß alle Zweifel über die Absicht, welche die Regierung mit der Entsendung von Truppen an die mexikanische Grenze verfolge, gänzlich geschwunden seien. Die Entsendung der Truppen erfolgte, um einen festen militärischen Grenzwall längs des Rio Grande zu bilden, um dem lieber treten von Banden und dem Schmuggel von Konterbanden ein Ende zu machen. Die Regierung ist der Ansicht, daß damit der Aufstands­bewegung, die die Lage beinahe ein Jahr hindurch beunruhige, ohne irgend etwas, wie die Bildung einer neuen verantwortlichen Regierung erreicht zu haben, binnen kurzem der Lebensnerv aogeschnitten sei.

siebener Strafkammer.

X G i e ß e n > 10. März. Eine erfolgreiche Berufung.

Der Automobilfahrer I. K. von biet war mit seinem Auto mobil in die Unterführung bei Klein-Linden eingefahren und sab fich hier unvermutet einem entgegenkommenden Radfahrer gegen über. Dieser mußte so schnell zur Seite lenken, daß er dabet zu r^all kam. Auf seine Anzeige wurde in ter ersten Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht festgestellt, daß K. nicht zu fdjndl gefahren ist; dagegen wurde er zu einer kleinen Geldstrafe ver urtettt, weil er es unterlassen habe, ein Warnungssignal zu geben, .t. focht das Urteil an, indem er behauptete, vor der Einfahrt in den Viadukt ein Signal gegeben zu haben. Der in Betrach: kommende Zeuge erflärt, daß er ein Signal nicht gehört habe, gab aber zu, daß er das Signal mit Rücksicht auf die hier an dem Rangierbabnhof herrschenden besonderen lokalen Verhältnisse überhört haben könne. Unter diesen Umständen wurde das Urteil aufgehoben und K. freigesprochen.

Im letzten Herbstmanöver wurde in der Feldbäckerei bei Grünberg ein kleines Mädchen dabei betroffen, wie es einige Kommißbrote an sich nahm und sick damit entfernen wollte. Als das Kind festgchalten wurde, rte es ten Taglöhner K. Ehr. M. von Grünberg zu Hilfe, der sick des Kindes auch alsbald sehr warm annahm. Bald darauf ber­rettete sich das Gerücht, daß M. das Stint) zu der Tat angeführt bäte, um die Brote für sich zu behalten. Unter ter Beschuldigung, dieses Gerücht verursacht bezw. verbreitet zu haben, stellte M Strafantrag gegen die E. K. Ehefrau in Grünberg. Die Aw geklagte wurde jedoch in erster Instanz mangels Beweises frei- geiprochen. Da M. in zweiter Instanz weitere Beweismittel nicht mehr vorzubringen vermochte, zog er es vor. die von ihm eingelegte Berufung »urückzunehmen, ohne es auf die Entschei­dung des Gerichts an kommen zu lassen.

demokratische Fraktion des Reichstags, die ver­bündeten Negierungen zu ersuchen, eine Ergänzung der Bundesratsverordnung betreffend den Betrieb der An­lagen der Groß-Eisen-Industrie vvrzunehmen, in der vorgeschrieben wird, die Dauer der täglichen Ar­beitszeit, die Einführung der achtstündigen Schicht für die in den Feuerbetrieben beschäftigten Arbeiter, die einzuhal­tenden Pausen, die Einschränkung der Ueberzeitarbeit, die strengste Durchführung der zum Schutze der Arbeiter er­lassenen gesetzlichen Bestimmungen.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Dcke in staatsmännischem Geiste gehaltenen >Aus- fübrungen des britischen Staatssekretärs des Auswärtigen, Srr Edward Grey, in Sachen der Bagdadbahn- frage hinterließen in den Berliner Regierungskreisen einen sehr günstigen Eindruck. Die Darlegungen des britischen Ministers weisen den Weg, auf dem eine Verständi- g u n g sowohl rn der Frage der Zollerhöhuna, wie hinsichtlich der Durchführung des Bahnbaues von Bagdad bis zum Golf angebahnt und erreicht werden kann.

Die Blätter melden aus Berlin: In der Voraussicht, daß der für die Veteranenbeihilfe angesetzte Mehr­betrag von 5 Millionen Mark die Zustimmung der gesetz- gebenoen Körperschaften finden wird, hat der Bundesrat die bezüglichen Bestimmungen in wesentlichen Punkten zu gunften der Kriegsteilnehmer geändert.

Wegen der ^nehmenden Viehseuche in Frank­reich wurde die Liehe in fuhr von dort nach Bayern gesperrt.

DerTäglichen Rundschau" zufolge wurde dasBuch der Millionärs von Regierungsrat Martin be­schlagnahmt.

DieKonservative Korrespondenz" schreibt zur elsaß- lothringischenVerfasfungsfrage: Nach der Stel­lungnahme der einzelnen Parteien dürfte das Zustande­kommen der Vorlage gesichert sein. Die Mehrheit wird aus Zentrum, Nationalliberalen und Freisinn bestehen. Die konservative Partei dürfte die ganze Berfassungsvorlage ablehnen, da sie die Zeit für eine so radikale Aenderung der bestehenden Verhältnisse noch nicht für gekommen an­sieht.

laffung von Federvieh aus Starkenburg und Rheinhessen eigentlich nicht als Landesausstellung betrachtet werden. Die Ausstellung bietet aber für den Züchter und auch für den Laien ein Bild der Leistungsfähigkeit Oberhessens auf dem Gebiete der Geflügelzucht und Geflügelhaltung, wie eS vollkommener seit Jahren auf keiner Provinzial- VerbandS-Ausstellung gesehen wurde.

Tie oberhessischen Geflügelzüchter haben sich bei der Beschickung dieser Geflügelschau darauf einrichten müssen, mit der ihnen überlegenen Konkurrenz aus den beiden anderen Provinzen zu wetteifern. Sie haben nach dem übereinstimmenden Urteil der Preisrichter nur ideale Tiere nach Gießen gesendet und damit gezeigt, daß man in Ober­hessen auf dem Gebiet der Nutz- und Rassegeflügelzucht auch den strengsten Anforderungen gerecht wird.. Die Ausstel- lung umfaßt 503 Nummern, darunter 275 Nummern Hüh­ner, 50 Nummern Wassergeflügel und 125 NummernTauben, die zur Prämiierung angemeldet sind. Der Rest entfall auf die Verkaufsllasse.

Das erste Mal in Gießen ausgestellt sind zwei Ge- slüaelhöse von Oekonomierat Hofmann-Hos-Güll, einer von Johannes Schäfer-Gießen und einer von Hch. Fischer in Selters. Besonders die Einrichtungen der Stallungen von Hof-Güll sind sehr interessant; sie zeigen denn Beschauer, wie man es einrichten muß, die Tiere tagsüber ins Freie, auf abgeerntete Aecker und Wiesen zu bringen, um eine gute Eierproduktion zu erzielen. Die Hühner werden näm­lich in den Stallungen dorthin geschafft, wo man sie frei Herumlaufen lassen kann, damit sre sich das Futter selbst suchen und dabei manch schädliches Kerbtier vernichten.

Sehenswert ist auch ein von Frau Dr. Hofmann-Heuchel­heim ausgestelltes Kückenheim, in dem die munteren Tier­chen sich tummeln.

Der in Tätigkeit befindliche Brutapparat wird wäh­rend der Ausstellungstage aus den zurzeit eingelegten Eiern die jungen Hühnchen vor den Augen der Beschauer erbrüten.

Die Ausstellung bringt auch die erste Vogelkatze nach Gießen. Das schöne weiße Tier ist in einem besonderen Raum der Ausstellung mit verschiedenen Kanarienvögeln untergebracht und kümmert sich nicht im geringsten um die gefiederte Welt. Bella ist von ihrem Besitzer, einem Darmstädter Vogelhändler, von jung auf mit den gefie­derten Sängern ausgewachsen und die Vögel sind so an das Tier gewöhnt, daß sie sich chm ohne die geringste Scheu nähern, wenn es seine Mahlzeiten einnimmt, und gar häufig ihm die schönsten Bissen aus dem Freßnapf wegholen.

Von dem ausgestellten preisgekrönten Geflügel stehen zahlreiche Stämme zum Verkauf. Die Ausstellung wird bestimmt am Sonntag abend geschlossen werden.

Ans Siate nnd Land.

Gießen, 11. März 1911.

** Tagestalen der. Stadttheater: Sonntag nach­mittag 371 Uhr:Glaube und Heimat"; abends 7V2 Übt: Mein Leopold".

Kinematogr aph: Täglich Vorstellung.

Biograph: Täglich Vorstellung.

B a u e r s ch e r Gesangverein: K o n z e r t in der Neuen Aula. Abends 5 Uhr.

5. Landesausstellung des Verbandes Hess. Ge­flügelzüchter. Samstag und Sonntag aus der Liebigshöhe.

Anlagenmusik am Sonntag, Dorrn. 12 Uhr, in der Süd- Anlage. Spielplan: 1. Ouvertüre z. OperDas Nachtlager zu Granada" von C. Kreutzer. 2.Historische Märsche", großes histo-, risches Potpourri von E. Kaiser. (Erllärung: 1. Fanfare der F.ckd- trompeter und Heerpauker aus tem Mittelalter. 2. Marsch der Landsknechte (1462). 3. Fanfare der Reiter aus dem 16. Jahr­hundert. 4. Marsch der Querpfeifer auS dem 16. Jahrhundert. 5. Geusen-Lied (Feldmarsch) aus dem Jahre 1582. 6. Marsch der Finnländischen Reiterei aus dem dreißigjährigen Kriege (1618 bis 1648). 7. Fanfare der Pappenheimer Retter 1637. 8. Prinz Eugen (nach der ältesten Aufzeichnung 1719). 9. Alter Zapfen- treich zu Anfang des 18. Jahrhunderts. 10. Koburger Marsch (gespielt beim Einzug des Fürsten Josias in Koburg 1761. 11. Der Dessauer Marsch (älteste Aufzeichnung 16761747). 12. Der Lohenfriedberger Marsch Don Friedrich dem Großen (1745). 13. Laudonmarsch aus tem siebenjährigen Kriege 1756. 14. Ka- vallerie-Armee-Marsch Don Friedrich dem Großen 17121786. 15. Einzugsmarsch der verbündeten Armeen 1814 von Wallach. 16. Standartenfanfare der Preußischen Garde du Corps. 17. Ra­detzky-Marsch Don Job. Strauß (1848). 18. Tüppelet Schanzen- Matsch von Piefke (1846). 19. Tie Wacht am Rhein von Wil­helm. 20. Präsentier-Marsch der Kaisers. 1. Matrosen-Division, ömp. v'dn St. Königl. Hoheit Prinz Heinrich Don Preußen. 21. Das Locken der Pfeifer und Tamboute beim Parademarsch. 22. Kaiser Friedrich-Matsch von Friedernaim. 23. Finale. 3. Vier Schwälmer Tänze (neu) Don I. Lewalter. 4. Deutsch- ands Ruhm! Marsch von O. Schröder.

** Lehrerpers on alien. lieber tragen wurde >em Lehrer Johs. Etlin g zu Storndorf die Lehrerstelle an >er Gemeindeschule zu Ober-Sorg, dem Lehrer Friedr. Schön zu Ulrichstein eine Lehrerstelle an der Gemeinde- chule zu Rixfeld, den: Schulamtsaspiranten Friedr. Wolf aus^Pettnweil eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu

** Stadttheater. Nochmals sei auf die beiben Sonntagsaufführungen hingewiesen. Nachmittags fin­det bei lleinen Meisen die unbedingt letzte Aufführung vonGlaube und Heimat" statt. Abends wird L'Arronges bekanntes Volksstück mit GesangMein Leo- )old" gegeben. Zu letzterer Vorstellung, bei der die Mili­tärkapelle mitwirkt, haben Gutscheine Gültigkeit.

** Kunstverein. Die Kollektionen von Kuehl, Block und Kreyssig bleiben nur noch bis zum nächsten Donnerstag ausgestellt; somit ist morgen der letzte Sonn­tag, an dem die jetzige Ausstellung zu besichtigen ist. Die nächsten Ausstellungen werden eine rasche Folge haben, da eine Anzahl bekannter Künstler, die soeben in Darmstadt auS- steüen, auch für Gießen die Zusage gegeben haben. Zu- nächst wird eine Sonderausstellung der Mainzer Malerinnen der gegenwärtigen folgen.

**. Galasaalfportfest des Rad-KlubsGer­mania". Man schreibt uns: Die anläßlich des Gala- aalsportsestes des Rad-KlubsGermania", Gießen am morgigen Sonntag zur Bestreitung gelangenden Ehren- ireife, darunter die des Fürsten Karl zu Solms-Hohen- olms-Lich und der Stadt Gießen, sind in dem Schaufenster der Möbelhandlung A. Grünebaum, Bahnhofstraße 35, aus­gestellt.

** Zum Konzert des Bauerschen Gesang­vereins wird uns geschrieben: Auf das morgen nachmit­tag in der neuen Aula stattfindende Konzert wird hier- )urch nochmals ausmerksam gemacht. Auch Mitglieder von Gesangvereinen der Umgegend sollten die günstige Ge- egeichett nicht versäumen, die Darbietungen dieses vor- j üglich geschulten Rtännerchores fich anzuhören.

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ein wirklich erstklassiges Institut zu werden. Freitag abend finbt. die erste Vorstellung Dor geladenem Publikum statt. Samsta-' 18. d. M. ist die (Eröffnung. Der Direktor dieses Unternehmens f- unfer Mitbürger Herr Karl Probst.

** Eine preisgekrönte Gi eßnerin. Wie uns at« Berlin gemeldet wird, ist in dem Wettbewerb für sranzos. Schicke- aussätze die Obatprimanerin der hiesigen Oberrealschule Luie Spoerer mit einer Reise nach Paris prämiiert worden. Es handelt sich um den Wettbewerb, den die in Berlin erscheinende französische ZeitungJournal d'Allemagne", mit demKonnt e für internationalen Schüler austausch" veranstaltet hat und bei den die 50 besten Arbeiten mit einer kostenlosen Reise nach Paris be­lohnt wurden. Tie Beteiligung war sehr groß, denn es ware-i über 3000 Arbeiten eingegangen.

** Der Turngau Hessen hält morgen vormittag 10 Uhr hier in Steins Garten seinen Turntag ab. Außer den üblichen Berichten usw. stehen auf der Tagesordnung die fünfzigjährige Jubelfeier des Gaues (1912), ein Antrag, alle zwei Jahre ein Bergfest und in den dazwifchenliegenden Jahren ein volkstümliches Wetturnen am Montag des Gaw turnfestes abzuhalten und ein solcher auf Einführung des Einzelwettfechtens bei den Gauturnfesten. Zum nächstjähri. gen Gautumifest, mit dem die Jubelfeier des Gaues ver bunten ist, haben sich die beiden hiesigen Turnvereine, Lauterbach, Kirchhain und Heuchelheim gemeldet, wahrend sich Marbach, Welter, Wetzlar-Meder-Girmes, Krofdorf und Laubach um die diesjährige Gauturnfahrt bemühen.

- Buchführungskurse für Landwirte. Die Landwirtschaftskammer hält auch in diesem Jahre an per. fchiedenen Orten Hessens dreitägige Buchführungskurse ab, die den Zweck haben, die Landwirte mit dem Wesen und der Technik der heute zur unbedingten Notwendigkeit gewordenen landwirtschaftlichen Buchführung bekannt zu machen, ihnen an der Hand eines der Praxis entnommenen Beispiels zu zeigen, was zu notieren ist und wie das zu geschehen Hai und wie schließlich auf Grund der das Jahr über geführten Bücher der Reinertrag des Gutsbetriebes berechnet und das steuerpflichtige Einkommen festgestellt wird. Vom 14. bis 16. März findet em solcher Kursus in Grünberg statt Näheres im Anzeigenteil.

** Zu dem Bericht fflbet die Rapid-Feuerlösch, probe jdjreibt uns der Vertreter dieses Löschmittels: Vor allem muß ich bemerken, daß der Trockenfeuerlöscher nicht mtt doppelt- kohlensaurem Natron, das einige Pfennige kostet, gefüllt ist. In der Zahl derTuben" hat sich der Schreiber geirrt, denn bevor der Polzstoß gelöscht werden sollte, waren beretts drei Kübeln mtt einem Zentner Teer, 10 Liter Petroleum und 20 Liter Benzin entzündet, und mtt einer Tute Rapid gelöscht, so daß nur noch drei Tuben zur Löschung der zwei Holzstöße übrig waren. Während die Löschung der drei Kübel gut ausgefallen Ut und großen Beifall gesunden hatte, ist bedauerlicher Weisc durch falsche Handhabung das Löschen ter Holzstöße nicht gelungen

** Zusammenfto ß. In ter Bahnhofstraße stieß gestern nadjmittag ein Automobil mit einem Wagen öer elektrischen Straßenbahn zusammen. Sowohl am Automobil als am Straßenbahnwagen traten Beschä­digungen ein, Personen wurden aber nicht verletzt.

** Benzin-Explosion. In ten Hassia- Werken fand heute morgen in einem Arbeitsraum eine Benziw-Explosion statt, wobei ter Arbeiter Mähler aus Klein-Linten nicht unerhebliche Brandwunden davontrug und von Mannschaften der Sanitätskolonne in die Klinik gebracht werden mußte.

**, Reichstagswahl und Frauenfrage. Die Frauensrage hat bei der Reichstagswahl verschiedentlich eine Rolle geipielt, und trug in ten heißen Streit manchmal etwas Dei> söhnendes und erheiterndes. So beantwortete ter nationalliberale Kandidat, Professor Dr. Gisevius, eine von ter Gießener Frauenstimrnrechtsgmppe gestellte Frage nach seiner Stellung zur Frauenfrage mit folgendem tzübsck-en Vers:

Der Äccuui, ter ist das Haupt, nach tem muß alles gehen, T»e Frau, die ift ter Hals, die weiß dies Haupt zu drehen l Eine noch hübschere Lösung ter Frauenfrage leistete sich em Wähler in Bleichenbach, intern er einfach einer Dame, Frau oder Fräulein Lina Emrick) seine Stimme gab. Sie wurde fomü einstimmig" gewählt, aber ter Wahlvvrsttuid war so ungaümz, die Stimme für ungültig zu erklären.

** Maul- und Klauenseuche. Neue Aui- brüche ter Seuche sind feftgejteUt aus: Ober-Beer- bach, Kreis Bensheim; Biebesheim, Kreis Groß> Gerau; Nieber-Lieb ers b ach und Reisen, Kreis Heppenheim; Guntersblum und Undenheim, Kreis Oppenheim; Stadtbezirk Fürth, Mittelfranken, bei Händ­lervieh. Erloschen ist die Seuche auf tem Schlachtvieh« Hofe zu München.

Kreis Wetzlar.

i--- Atzbach, 10. März. Ter Turnverein hat die Au chaffung einer Fahne beschlossen und sie bei derBonner Fahnenfabrik" in Auftrag gegeben. Der Verein, ein Glied ter Lahn-Dünsberg-Turnerbundes, wurde 1906 mtt 20 Mitgliedern gegründet und zählt jetzt deren 75. Das Fahnenweihfest ist aui den ersten Julisonntag festgesetzt; als Festplatz wurden die Lahn wiesen am Wege nach Dutenhofen gewählt.