903
Die heutige Nummer umfa&t 22 Seiten.
i 1907
M.
80,
3
«
5.
1ransport•
nleihen.
M.
14
L
geblid) . . .
SÄ' iS.-
311'
Ul
5
16
31»
540.-
100J
914 IOQ~ WO.«
°.84
80 .
86 .
1881
1881
9UJ1
9930
914)
9140
WL 92»
994
*46
tzaurerziehung und Dolfstultur.
Von Professor Paul Natorp in Marburg.
il*
y» »LU
Jen.
irr Mk»
ibad)W jöoq.*‘u ittr 0>us •
Berfmanu 7976, «ifeviuS 2511, Aorcll 5059, Werner 7958.
Cs gibt höchst wahrscheinlich ein trauriges Ende. Der Senosse Beckmann marschiert von den vier Kandidaten, dkS endgültigen Sieges froh, an der Spitze. Denn wenn f9 auch selbstverständlich ist, daß die nationalliberale Partei für seinen Gegner, Dr. Werner, die Sticlfwahlparole aus- grben wird, so stcht doch die fortschrittliche Dolkspartei mit :hren Sympathien zweifellos dem Sozialdemokraten näher
Große Ueberraschungen hat das gestrige Wahlergebnis nicht gebracht. Wohl aber hatte man in einigen Lagern sich trügerischen Hoffnungen hingcgcben. Daß auch in unterem Wahlkreis der Zug nach links sestgestellt werde, hatten wir vorausgesehen, aber ob er der Sozialdemo- 'ratie oder dem fortschrittlichen Kandidaten zugute kommen niürde, darüber waren die Meinungen geteilt. Die Fort' IchrittSpartei hatte die Hoffnung gehegt, der Geno'se Beckmann werde die frühere Stimmenzahl des persönlich beträchtlicheren sozialdemokratischen Kandidaten Krumm kaum erreichen, geschweige denn überschreiten, und der Zug nach links werde chrem Vorkämpfer, dem redegeivandten und temperamentvollen Sturmläufer gegen den schwarzblauen Block, Pfarrer Korell, die Stichwahlaussicht bringen. Da gab es eine Enttäuschung, an der alle bürgerlichen Parteien voll Bedauern teilnehmen: Herr Beckmann über- holte die im Jahre 1907 abgegebene sozialdemokratische Stimm enzahl um 15 80 Stimmen'. DaS ist das alte, in den meisten letzten Ersatzwahlen erschienene Zeichen der Zeit, und die eifrigen Schürer der Unzufriedenheit im Volke, die außerhalb des roten Lagers stehen, müssen auch heute wieder lernen. Lie übertriebene Hetze gegen die letzte Rcichsfinanz-
Stichwahl zwischen Dr. Werner und Beckmann.
Gießen, 11. März.
230
10'1
31^ 2011-1
10
S
Nr. 60
2er «ItlenfT 1*3^8® ^djetni läqlicb, auvrr sonntags. - Beilagen: Met in al wöchentlich tiettntr$amili<abläUer, = DfimülivixtientLKieis-. Hail färben Kreis Sieben iTienetaq und Freitag); -ivemial monotL £anb« *lri|d)aftlid)e 5eirtra te ^en>wrech • Anschliisse: ui die Webaftion 113, < erlag u. Expedition 51 Ubrefie tiit Depeschen:
«nzetger Wiefceu.
jincijme von Injeigei die lafleemtnimet
?xi DormtttnflS 9 Uhr.
Lose«
. M , »t»
Lir. lu , .Sr.lb , Sire 150
Lin 4^
Lire 10 ' . I.IL7 , ML IW , r.fi.iw
iltl*’.! *■ jjtl ’Ä«
li°4W *
-i • mttt .\ end. A \u . . ' SLth.1
reform bringt dem Liberalismus Schaden.
Tic Wahlbeteiligung ist stärker gewesen als bei der Hauptwahl im Jahre 1907, wo 22897 Stimmen abgegeben wurden, während heute deren 23504 verzeichnet werden. Auffällig ist es, daß in der Stadt Gießen die Wahlbeteiligung so schwach gewesen ist: Von 6376 Wahlberechtigten haben nur 5170 von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Tie 9000 Wähler des verstorbenen Abgeordneten Köhler sind zum größten Teil dem Kandidaten der wirtschaftlichen Vereinigung treu geblieben; etwa 1OOO Stimmen ^davon wandten sich nicht dem Liberalismus, sondern dem Sozialdemokraten zu, denn die Gesamtstimmenzahl der diesmal getrennt marfchierenden Liberalen beträgt mit 7570 Stimmen nicht wesentlich mehr als im Jahre 1907, da für Heyligenstaedt 7484 Stimmen abgegeben wurden. Wenn man die Ziffernunterschiede der beiden liberalen Parteien diesmal mit großem Interesse abgewartet hatte, so wird die Untersuchung, die sich heute daran knüpfen kann, sowohl bei den Nationalliberalen als auch bei den Fortschrittsleuten nur d ü st e r e Betrachtungen auslösen. Pro-
M ässe n an sarnm 1 ung industrieller Unternehmung^ iiiden Groß- tobten unb in großen Jnduitriebezirken (z. B. dem i
rbcinisch-Westfälischcn Jndustrfgelnet) mit allen ihren unabieh- 1 baren Folgen: bcr starke Zustrom nicht emgeseneuer, zumal i frenidländischer Bevölkerung zu d-.efen Zentren; die: mt bustrirlisicrung unvermeidlich zu)ammenhangende Verleitung ,u 1 oft nichtigen Genießungen und Lebensgcwohnheiten bet gleichzeitiger Verteuerung deS notwendigen Lebensbedarfs; die aus derselben Quelle stammende gewaltige Vermehrung der Verkehrs- mittel und -gelegcnhcitcn, die eine so ungeheure Unruhe m das qanze Leben solcher Zentren bringt — das und so vieles andere damit Zusammenhängende, was hin nicht alles einzeln am- gezählt zu werden braucht, kann ja nicht anders als autlockerno wirken auf einen so zarten, vor allem auf eine gewifse Beständigkeit der Lcbensvcrlwltnisse angewiesenen Organismus wie den der Familie Und io sehen wir das Hausladen ubeoall tckwer erschüttert, stellenweise schon fast entwurzelt. Besonders das junge Geschlecht, in welchem nicht die Ueberltejerungen des vorindu^ Miellen Zeitalters noch mehr oder mmder nachwirken, welches von der ungeheuren Flutwelle dieses „modernen" Lebens, dem ost kem Gestern und kern Morgen mehr zu gelten lä^mt, widerstandslos gepackt und fortgernsen wird, gibt, sich ihm vielfach, ganz ohne Ahnung emes Unrechts, ohne BewutztieiN einer ernsten Gefahr gefangen, und meint bannt vielleicht gerade die rechte Freiheit sich zu erobern. Die Ehe selbst hat vielfach >chon ganz den Sinn der lebenslangen Sereüugunci verloren, xie Aufzucht ber Nachkommenschaft, sonst noch der sicherste Halt für bie Ehe selbst wirb mit ernstem Willen unb Entjchlutz oft gar nicht mehr übernommen, wie sie benn auch durch die sich unablasng steigernde Not be^- ^aseinstämpfes offenbar zu einer immer bruckenderen Last wird Et tut batb nicht metjr not, daß da noch cDle NLlkLsreunde auftreten, welche ausdrücklich davon abraten, m,t dieser Bürde sich w belasten; es bedarf solckm Predigt ,chon kaum mehr, da das Leben jedes Tages langst derber und bnitaler, unb damit nur um so wirksamer, dasselbe predigt. Die vhysucke und moralische Zerrüttung steilich, die daraus nur rolgen lann, fündigt sich gleichfalls in vielem schon an; es ist nachgerade un- v^rantwortlich, an diesen Dingen vorbeizugehen und sich schonen Träumen von einer edleren Volkskultur hinzug:ben, wo 'ckon die erste Wurzel vielfach so angerault ist. Es mutz hier eine Rettung gefunden werden, ober alle weitere Hoffnung Mt ver-
Die Srantfurter Unioerfttätsfragc.
Staffel, 10. März. In der heutigen Plenarsitzirng des Kommunallandtages für den Regiernngsbezrrk wurde ein Antrag angenommen, im LandesanSschuß sich mit allen Kräften gegen die geplante Er- r.chtung einer Universität IN Frankfurt am Main einzufetzen, da diese die Interessen der Landcsunr. versität Marburg schädigen würde.
gegangen? . ..
Und darin gipfeln die Hauptfragen für die Zukunft. Wir zweifeln daran, daß bei den bevorstehenden allgemeinen Reichslagswahicu die scharfe linls.iberal'. Parole gegen den Bund der Landwirte über die heutigen Erfolgs" hinauskommen wird. Wenn in der bevorstehenden Stichwahl der Sieg des Genossen Beckmann verkündet wird, haben, wie in Friedberg-Büdingen, alle bürgerlichen Parteien Anlaß, sich selbst und ihre Absichten nochmals zu prüfen. Denn auch die wirtschaftliche Vereinigung wird das heute vorliegende Ergebnis nicht für sehr ermutigend und aussichtsreich halten. Sollen die bisherigen ungeheuren Opfer an Arbeit und Geld nochmals zwecklos dargebracht werden? Wenn dann der Ruf nach einem Eim- oungskandidaten für die gesamten bürgerlichen Parteien sich erheben sollte, stände in erster Linie die fortschrittliche Volks Partei vor einer schweren, verantwortungsvollen Entscheidung. Würde sie bei einer späteren Stichtvahl zwischen einem Sozialdemokraten und einem Kandidaten ber mittleren Linie etwa leichten .Herzens die Losung aus- neben können? Darum würde gerade o^t s" im Herbst otoses Jahres Die Aufforderung ergehen müssen, uei bei Auswahl eines Kandidaten für die gesamten bürgerlichen Parteien in ihrem eigenen Interesse tatkräftig mitzuwirken
Dcutfcbcs Heid».
Das Kaiserpaar ist Freitag früh 8 Uhr 10 Mitt, wieder in Berlin eingetrofsen.
Der Bittschriftenausschuß des Reichstags hat einen Antrag des deutschen Handwerks-, und Gewerbekannnertags um Acnderung des Nah runft - mittelqesetzes, dahin gehend, daß bei der Revifion des Nahrungsmittclgesetzes eine Bestimmung in das Gesetz aufgAommen werden möge, die die Zuziehung von ärztlichen bezw. gewerblichen, speziell mit den Gewohnheiten: des betreffenden Gewerbezweiges vertrauten Sachverstan- diaen seitens der Polizeioerwaltungen und der öffentlichen Anklagebehörden schon im ersten Stadium der Untersuchung verlangt, weil nur eine solche reichsrechtliche Regelung es ermöglicht, die bei dem bisherigen Verfahren zu Tage getretenen schweren Schädigungen von handel und Gewerbe zu verhindern, dem Reichskanzler als Material überwiesen. , ..
Der Reichskanzler besuchte am Freitag nachmittag denbayerischen Gesandten G r a f e n L e r ch e n- feld und überreichte ihm persönlich die ^nsignien des Schwarzen Adlerordens. Verschiedene bayeryche Minister erhielten gleichfalls hohe Ordensauszeichnungen. - Der König von England hat, wie die „Weftminster Gazette" meldet, den Prinzregenten Luitpold von Bayern zum Ritter des Hosenbandordens ernannt. — Tie Land ess amm- lung in Bayern für gemeinnützige und wohltätige Zwecke zu Ehren des 90. Geburtstages des Prinzregenten ergab nach vorläufiger Zusammenstellung V/2 Millionen Mark.
Zur zweiten Lesung des Voranschlags für das Reichsamt des Innern beantragt die sozial-
Jch denke mir die Lösung so: daß Verbände von Familien zwecks gemeinsamer Erziehung zunächst der vorschul- pflichtigen Kinder sich bilden. Sei selbst der größere Teil der^a- milien in Arbeiterkreisen außerstande, tagsüber den Demen Aufsicht Zucht unb erste Unterweisung in hinreichendem Maße zuteil werben zu lassen, einer Gruppe von Familien wird es viel eher möglich sein, eine ober einige Personen für diese Aufgabe frei zu erhalten, indem für sie der Unterhalt von den übrigen zugleich bestritten wird. Es müßten dazu natürlich die hierfür geeignetsten Personen ausgewählt werden, für die man sich leicht auch eine geregelte Ausbildung, ähnlich der unserer Kindergärtnerinnen, vorstellen kann. Ich denke mir zunächst kleinste Gruppen etwa -u 20—25 Kindern unter zwei ober Drei leitenden Personen, älteren verheirateten Frauen ober Witwen, oder auch unverheirateten jüngeren ober älteren Mädchen; für Handfertigkeitsübungen, Gärtnerarbeit unb dergleichen könnten es sehr wohl auch Manner sein, bie vielleicht zu schwererer Arbeit nicht fähig, aber zu solchw Tätigkeit vorzüglich geeignet sind. Fehlte es in einer ®nU>£2 an geeigneten Personen, so müßten solche aus benachbarten, stets aber gleichaltrigen, also roicberum Arbeiterkreisen herangezogen werden. Für den Anfang natürlich müßten freiwillige Hilfskräfte aus den oberen Volksschichten gleichsam zur Pionierarbeit vorangehen, also solche Einrichtungen vorerst getroffen werden für Arbeiter kreise von Nichtarbeitern, immer aber mit dem bestimmten ausgesprochenen Ziele, mehr unb mehr Kräfte aus den Arbeiter- kreisen selbst dazu heranzu ziehen und zu befähigen; mit der Bestimmung also, daß allmählich die ganze Organisation ,auf diese selbst übergehe. Die gedachte Einrichtung würde, erst z-aimat da, übrigens ganz von selbst diese Wirkung haben; sie würde wie von selbst dafür taugliche Männer und Frauen der arbeitenden Klassen zu dieser Erziehungsarbeit anlocken, ausrüsten und unvermerkt in sie hin einwachsen lassen.
Tenn ich denke mir diese Organisation wiederum nicht isoliert. Zunächst müßten Gruppen solch Gruppen sich wieder zu größeren Verbänden zusammenscklief.m zwecks gegenseitiger Hilfe: man würde je nach Zweckmäßigleit zu Körperübungen, Spielen, , Ausflügen. Festen sich vereinigen. Tie kleineren Verbände brauchten auch nur kleinere Räumlichlciten: für alles, was größere Räume fordert, wären die größeren Verbände da. Tie laufenden Kosten, - besonders den Unterhalt des Personals, würden die vereinigtest > Familien befreiten, die Räumlichkeiten, namentlich größere, soweit nötig, würden von den Gemeinden oder etwa großen Arbeit
sessor Gisevius mit 2511 Stimmen ist erheblick) in der Minderzahl geblieben. Aber die gewaltige Agitationsarbeit, die Pfarrer Korell mit seinen Anhängern gegen den Bund der Landwirte und den schwarzblauen Block ins Werk setzte, ist vorwiegend der Sozialdemokratie zum Nutzen ausge chlagen, die sich in Herrn Beckmann ja zweifellos einen schwachen Kandidaten ausgesucht hatte. Im Kreise der^ Ge noffen selbst hatte man darum keine überschwänglichen Hoff nungen gehegt. Die heutige Mitteilung des Herrn Pfarrer Korell an seine Wähler bietet keine vollständige Beleuckf- hing der ganzen Sachlage. Es erhebt sich die
Frage, was der Erfolg gewesen wäre, wenn der Liberalismus auf einer anderen Basis in
oen Kampf gegangen wäre. Wäre dann die L-tiM- menzahl eines liberalen Einigungskandidaten vielleicht über die heutigen Gesamterfolge des Liberalismus hinaus-
(Eine stürmische Nachtsttzung der englischen Unterhauses.
London, 10. März. Das Unterhaus, daS morgens 5 Uhr noch tagte, war während der Nacht ^Schauplatz er- renter giencn, rote s i e seit den lettztenti» -ö a d r en n i cht v orgekommen s i n b. Als gegen Mitternacht nach- bem bis babin die Spezialberatung des Budgets ohrne ©törun« verlaufen war, Austen Chamberlain einen Antrag auf Ver taflunn bcr Aussprache einbrachte, erklärte Churchill Abwesen- des Premierministers Asguitb im Namen der Negierung ^Üsem Antrag? nickt zustimmen zu können, da bie Beratung unter nHen Um ständen fortgesetzt werben müsse. , , , ,
Als Balfour erklärte, baß Asquith versprochen habe, eS mürbere Beratung brs Budgets ”dn^;8cit gegeben roerbtn ofrna daß lange Sitzungen ftattianben, erwiderte C h ur chi ll, me Negierung könne ihren Entschluß nicht andern und weiche auch nicht von ihren ursprünglichen Plänen ab. i-tz-smol
darauf tour; e Die Beratung fortgesetzt, abn es kam fedesmal zu stürmischen Szenen, wenn Churchill eme Abkürzung der Aus- vrache übe'- die einzelnen Teile des Geietzes dadurch herbeisuhrte daß er den Schluß beantragte. Tie Opposition weigerte mehrer em ale, C h u r ch i l l z u W o r t e k o m m e n z u l a?i en Ter Präsident mußte die Opposition lange Zett ver- nwrgenä verfuchke Salfour trnto eine Vertagung herbeizuführen; wiederum wngerte sich Churchill dem Anträge Folge zu geben und neue Larmizenen waren die Folge.
10*
Die tzauserziebung und die Erzielmngsarbett der öffentlichen 1 Schule sind bie Grunblagen ber Volkserziehung überhaupt- 3Ue Lü Arb.it an ber Kultur des Bolles man mu ben Satai^ . setzungen rechnen, die durch ite hcrgestcllt werden, und ob sw _ nun deren Werk in gleicher Richtung tm-ttermhren oder ihre , Mängel ergänzen, ihre Fehler verbesiern will, ü^muß den «odm kennen, auf den sie ihren Bau errichten soll. Aus diesen Ruck sichten kann sie nickst gleichgültig lent gegen dw (rrjiemniq^ arbeiten des Hauses und der Schule, gegen das, was sie ist. was sie unter geeigneten Bedingungen sein konnte uno »ein sollte Mit einem Dort, wir sollten von Pestalozzi gelernt Haven, daß die Aufgabe der Erziehung zuletzt nur als Ganzes ms .rüge gefaßt werden darf, weil sie in sich ein unteilbares Ganzes ist.
Wir rühren damit an die vielleicht ernsteste Lchwierig^eit ber Erziehung gerade in ber modernen Entwicklung^ Pestalozzi lonnte diese Schwierigkeit noch nicht in bcr ganzen Schärfe empfinden, wie wir sie heute empfinden nuissen. Die Industrie hatte tbreit verderbenden Einfluß auf Die Familie ivohl hier und da swon gezeigt; aber noch konnte man hoffen, sie zu retten oder wieder- be'rzustellen. Mit der ungeheuren Entwicklung, welche di: Industrie seither genommen hat, ist die G?fahr unabsehbar gewachl.'n. Sie entzieht ja den 'Arbeiter, die Arbeiterfrau unb oft bas Arbuter- kind bem Hause. J-rnmerhin, so führt der Verfaster tn dem soeben erschienenen Werke „Bolkskultur und Perfonlichk uskultur iVerlag von Quelle & Mever in Leipzig) des wettenn aus, sie muß nicht bas Hausleben sofort ganz zerstoreii: man hat aut Schutz sich besonnen: ein Bestreben auf Kürzung der Arbeitszeit unb Erhöhung bes Arbeitslohnes hat kräftig emgewtzt, ist m beträchtlichem Umfang schon mit Erfolg gekrow, unb nn werteres Vorbringen tn dieser Richtung ist möglich und mit Sicherheit zu erwarten. Aber vielleicht erst die ernsteste Lchwierigkett liegt bann, daß auch eine gewisse Bodenständig leit der Bevölkerung, welche eine ber wesentlichsten Vorbedingungen zum lebendigen Fvrtwirken eingewurzelter Sitte, dauernder, naher, unmittelbar wirkender menichlicher Beziehungen über bau vt, als besonders die wesentlichste Vorbedingung für die Möglichkeit eines HauSlebens, wie es Pestalozzi vor Augen stcht, jedenfalls ist, oui dem Vordringen ber Industrie kaum vereinbar scheint. Die
M »«9bl ,.id)ULRrafl >Uer W' \
Pfarrer Korrell an seine Wähler.
An mehre Wähler?
Deut dringenden Dertongen meiner ^rtmfreunde entfpreck^, fabe ick) mid? für die Gießener Nachwahl als Kandidat zur Ver fügung gestellt. Es ist uns nickst gelmigcn, m dre Sttchwahl zu kommen aber die Ziffern beweisen, daß nur uniere Richtung bet Libe'-alismus bie Kwaft Imt, gegen bie Feinde von recksts und links den Wahlkreis zu erobern. Ick tanfe allen meinen Heitern für ihr Vertrauen und allen »elfem, Frauen und Mannern Tür ihre selbstlose, opferfreudige Mitarbeit. Diese Arbeit ist Nicht vergeblich geleistet, auch wenn uns der öteg nicht togletd) zu
meinen Auftrag in die Hände des Wahlausschusses iUOIftönigiiäbten, 10. März 1911. Adolf Korell. yivt Sitzung des Wahlausschusies für die Kandidatur Dr. Werner findet wie aus dem Anzeigenteil der heutigen Nummer ersichtlich ist, am Sonntag, 12. M ä r z , ,n a ch m 11 ta g s 3'/- Uhr, im Eisenbahnhotel in @ie«en ftatt. Wir werden gebeten daraus hinzmveisen, datz bei bcr Kurze ber Zett die-mal besondere brieflid>e Einladungen nicht erfolgen.
1-1>
w.«*21- ntr
ilbl Lin ä«. fciJ , lM.ri
I.IL -- th.
IV. 96.«
Mi Lkr.
M.
,oord^1 Z .na E
Ät. 4U'1 1®* : {Mw - . i.n-iuü
LinÄ *3,|V
„ u -trthroottd Samstag, N- März 19U
(Erftcs Bldtt wl» jdyrgung__
GichenerAnzelgerM
General-Anzeiger für Gberyefsen WM


