Ausgabe 
13.6.1911 Erstes Blatt
 
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schwor die Frau, daß ihr Mann nicht der Vater des inzwischen fünf Jahre alt gewordenen Mädchens sei. Sie habe vor der Ehe mit dem Sohn ihres Dicnsthcrrn, sonst aber mit keinem Manne verkehrt.

Die Angeklagte gibt vor den Geschworenen offen zu, daß diese Aussage nicht der Wahrheit entspricht, erklärt aber, daß sie deshalb nichts gesagt habe, weil sie dem früheren Dienstherrn versprochen hatte, den Verkehr mit ihm geheim zu halten. Sie will und) gemeint haben, daß es darauf nicht ankomme, weil es ia nach ihrer Ucbcrzcugung vollständig richtig sei, daß sie in der Zeit, wo ne cmpiangeu h.roe, mit nicmano verkehrt habe als mit dem Sohn ihres Dicnsthcrrn.

Der Vorsitzende stellt aus den Akten fest, daß die Angeklagte vor dem Untersuchungsrichter zugegeben hat, daß sie in dem Augen­blick ihrer Betunoung daran gedacht habe, daß sie mit dem Dienst­herrn verkehrt har und daß sie diesen Umstand absichtlich ver­schwiegen hat. Die Zeugenvernehmung bestätigt im großen und ganzen die Anklage. Die Vereidigung des ehemaligen Tienst- herrn der Angeklagten wurde, da er der Mitschuld verdächtigt ist, vom Gcrichtshv! abgelehnt.

Rechtsanwalt Schröder, Friedberg, bekundet, daß die An­geklagte .ihm gegenüber, ehe sie in dem ^erfahren den (Lid leistete.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 13. Juni 1911.

** Die Eröffnung des Verkaufstages. Heute vor­mittag wurde in Steins Garten der Vcrkaufstag der Großherzogin mit einem Vorverkauf eröffnet. Um Voll Uhr erschienen die großherzoglichcn Herrschaften in Begleitung ihres Gefolges. Naclf- dem das Töchterchen des Herrn Architekten Hans Meyer einen Blumenstrauß überreicht hatte, besuchten der Großherzog und seine Gemahlin die einzelnen Stände und kauften. fleißig ein. Eine besondere Vorliebe zeigte der Fürst für indische Stickereien, Kissen und Töpfereien. Die Verkäuferinnen an den einzelnen Ständen machten dann ihre Einkäufe bei dem großherzoglichen Stand. Die Eröffnung für den allgemeinen Besuch findet um 3 Uhr statt. . .

* Der Grobherzog in Gießen. Unserer gestrigen Notiz über die Besichtigung von Anstalten, die das Groß- herzogSpaar vorgenommen hat, ist noch nachzulragcn, daß am Sonntag vormittag von ihnen auch die Provinzial- Siechenanstalt besucht wurde. Unter Führung des Direktors Dr. Langermaiin ivurden die Frauen- und Männerabteilung besichtigt. Hierbei unterhielten sich der Großherzog und die Großherzogin in leutseliger Weise mit einzelnen der Insassen. Die peinliche Sauberkeit in den Sälen, sowie die schöne Aus­stattung der Zimmer einzelner Pensionäre fanden allgemeine Anerkennung.

Die Landesuniversität hat im gegenwärtigen Sominersemcster 1453 Hörer, darunter 1315 Studierende. Unter letzteren befinden sich 33 Damen.

** Ordensverleihung. Dem Geh. Kommerzienrat Dr. Louis Merck zu Darmstadt wurde von dem König von Preußen der Kronenorden 3. Klasse verliehen.

** Lehrerpersonalien. Überträgen wurde dem Schularnlsaspiranten Leonhard Grünewald aus Seckmauern die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Climbach und dem Lehrer Wilh. Kratz zu Rodheim v. d. H. die dritte Lehrer­stelle an dec Gemeindeschule zu Hungen.

* Das Feuerwehr-Ehrenzeichen wurde vom Groß Herzog dem Brandmeister der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, Wagnermeister Ludw. Faber, verliehen.

**Mit dem Großherzog ist gut Kirschen essen". Unter dieser Spitzmarke berichten auswärtige Blätter ein hübsches Geschichtchen, das sich am Samstag hier auf dem Markt ereignet haben soll. Der Großherzog soll einen Jungen ins Schloß gerufen und ihni Geld für Kirschen ge­geben haben. Das Geschichtchen ist ja in der Hauptsache wahr, aber der freundliche Kirschcnspender war nicht der Großherzog, sondern sein Kammerdiener, der Su|t nach Kirschen hatte und sie sich von einem Knaben holen ließ. Es ist übrigens wenig taktboll, daß übereifrige Reporter die privaten Handlungen des Großherzogs in dieser (im vor­liegenden Falle noch dazu falschen) Weise ausspionieren und in die Oeffentlichkeit bringen. Es wäre vornehmer und wür­diger, wenn diese Art Klatsch und auch das unnütze Herum- slehcn des Piiblikums um das Schloß unterbliebe, bannt dem Grobherzogspaar der Aufenthalt in Gießen nicht ver­leidet wird.

** Der Gießener Verein fürLuftschifsahrt ver­anstaltete heute früh vom Füllplatz am Gaswerk aus seine zweite Ballonausfahrt, die zugleich eine Doppelauffahrt war. Der Ballon Marburg (Führer Dr. Stuchtey) erhob sich um 9,15 Uhr, der Ballon »arburg (Führer Dr. Elias) zwei Minuten später; sie flogen in nordöstlicher Rtcytung langsam davon. Ter Pilot­ballon war mit WSW-Wind abgegangen. Eine zahlreiche Zu- ichauerschar wohnte dem Aufstieg bei.

** Gestorben. Der Schriftsetzer Kasel, welcher am Sonntag von derBiebertalbahn überfahren wurde, ist gestern infolge der erlittenen Verletzungen in der Klinik gestorben.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 11. Juni. Eine wesentliche Verbesserung wird unser hiesiges Postamt insoweit erfahren, daß dem­nächst im Warteraiun Schließfächer angebracht werden. Die Genehmigung der Ober-Postdirektion Darmstadt wird jeden Tag erwartet. Es wurden vor einiger Zeit Anfragen durch das hiesige Amt an die Alsfelder Geschäftswelt ge­richtet, worauf gleich eine ganze Anzahl Geschäfte ihre Be­teiligung an dieser Einrichtung erklärten. Heute morgen wurde die im Hochzeltshause hier eingerichtete Markthalle eröffnet. Sie ist ziemlich geräumig und einem flotten Ge­schäftsgang ist Rechnung getragen, da die Halle sich in der besten Lage der Stadt befindet.

Angenrod, 11. Juni. Am Freitag fand hier die Versteigerung der diesjährigen Kirsch en ernte unter zahlreicher Beteiligung statt. Anfangs ging das Geschäft sehr gut, als aber ein schweres Gewitter heranzog, verließ man i den Platz. Rur noch einige Personen hielten aus. Der - Preis stellte sich, trotzdem die Ernte sehr gute Aussichten - bietet, sehr niedrig.

Ausland.

DieNeue Freie Presse" meldet aus Lemberg: 'In Stanislau drangen die Sozialdemokraten in den Hofraum eines Hauses, in dem eine zi 0 nistische Wählerversammlung stattfand. Aus einem Fenster des Versammlungssaales wurden auf die im Hose lärmenden S0zialisten glühende K 0 h l c n g c w 0 r s e n und s i e d e n d e s W a s s e r g e s ch ü 11 e t. Nach einem abgegebenen Nevolverschuß stürmten die Sozialdemo­kraten den Saal. Es fand eine große Rauferei statt, wobei vier Sozialisten und 30 Zionisten schwer verwundet wurden. Die Polizei löste die Versammlung auf.

Der französische Senat beriet am Montag über das Budget. Hauptberichterstatter Gauthier stellte fest, daß die Ausgaben für die sozialen Gesetze und für Militär und Marine ständig wachsen. Das Defizit werde sich aus < 1 Millionen belaufen. Die Idee einer Anleihe sei zu bekämpfen. Finanzminister Caillaul' meinte, das Defizit sei auf 54 Millionen zu schätzen, aber man müsse das A nwachsen der E i n n a h m e n u m 1 8 0 Mil - lioncn berücksichtigen. Caillaux wies schließlich auf die Not­wendigkeit hin, die Ausgaben einzuschränken, die Kontrolle zu verstärken und die Steuern zu reformieren. Darauf wurde die Hauptaussprache geschlossen. Das Erträgnis der indirekten Steuern und Monopole in F r a n k r e i ch im Monat Mai überstieg die Budgetschätzungen um 43 671000 Franks, davon entfallen etwa 33 Millionen auf die Zolleinnahmen.

Die Winzer machen den französischen Behörden noch immer arg zu schaffen. Aus Bar-sur-Aube wird gemeldet: Die Behörden ließen die aufrührerischen Flaggen und Inschriften ent­fernen, wobei Gendarmerie und Militär die Volksmenge nur schwer im Zaume halten konnte. Sappeure mußten die Türe einer Kirche a u f b r e ch e n, um eine auf dem Kirchturm befestigte rote Fahne zu entfernen.

Wie die Blätter aus D r e p p a u melden, tarn, es bei einer Wähleroersammlung in Odersurt bei Mährisch- Ost rau zu Zusammenstößen zwischen deutsch-freiheitlichen nnö sozialdemokratischen Wählern, wobei zahlreiche Personen verletzt wurden. Viele wurden verhaftet. Die Gen­darmerie stellte die Ordnung wieder her.

Wie dem Wolffschen Bureau aus Aicb gemeldet wird, ist dem preußischen Landtagsabgeordneten Dr. Liebknecht, der am Sonntag und Montag in mehreren WählerversammlunZen ge­sprochen hatte, von der politischen Behörde nahe gelegt worden, die agitatorische Tätigkeit cinzustellen. Dr. Liebknecht ist darauf­hin nach Berlin abgereift.

erkannte i'r.i und benachrichtigte bi? Grebenhainer Gen­darmerie. Diese nai,m ihn am Bahnhof Bernmtshain fest und brachte ihn in das Haftlokal zu Herbstein.

lz. W a l l e n r 0 d, 12. Juni. Der nriegervereinsbezirk Lauterbach hält sein Bezirksfest hier am 30. Juli ab.

Kreis Schotten.

---- Ober-Lais, 11. Juni. Heute feierte hier die V 0 gelsbe rger Sänger-Vereinigung" ihr Bund es fest, verbunden mit der Fahnenweihe des hie- igen GesangvereinsLied er freund". Bei herrlichem Wetter bewegte sich um i/23 Uhr ein stattlicher Festzug durch die herrlich geschmückten Straßen unseres Dorfes nach dem ehr idyllisch gelegenen Festplatz. Dort begrüßte der Diri­gent des VereinsLiederfreund", Lehrer M 0 h r von hier, die Festteilnehmer, besonders die 24 Gesangvereine, die sich größtenteils mit ihren Fahnen am Zug beteiligt hatten. Als- )ann hielt der Bundespräsident, Lehrer Schad von Gedern, die Weiherede. Außer zwei Massenchören trug jeder Verein ein Lied vor. Die Gesangsleistnngen zeigten, daß auch im Vogelsberg von seinen sangeslustigen Bewohnern das Vvlks- ied eifrig gepflegt wird. Bei der ganz außergewöhnlich großen Beteiligung an diesem Feste entwickelte sich zum Schluß des heutigen Tages ein schönes Volksfest, zu dem ogar aus Lauterbach ein Gesangverein erschienen war.

§ WingersHausen, 11. Juni. Bei der Bei­geordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Theodor Linker mit 47 Stimmen einstimmig wieder- gewählt.

Schwurgericht.

th. Gießen, 13. Juni, lluklage einer Frau wegen Meineid.

Gestern vormittag eröffnete der Präsident, Landgerichtsrat Koch, die zweite Tagung des Schwurgerichts für die Provinz Oberhessen. Zur Verhandlung stand die Anklage gegen die am 21. November 1879 in Homburg geborene Ehefrau Marie Gottwald zu Metzingen wegen Meineid.

Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Brill, wahrend Rechtsanwalt Dr. Spohr dic Verteidigung führte. Die An­geklagte kam als junged Mädchen nach Gießen, wo sie ihren späteren Mann, den Handschuhmacher Franz Gottwald, kennen gelernt hatte, und im August 1904 in das Haus eines alteren Fabrikanten, der einen erwachsenen Sohn hatte. Vater und ^ohn verkehrten intim mit dem Mädchen, ohne daß sic gegenseitig darum wußten. Dem Alten mußte die Magd feierlich vcrwrechen, daß sic niemals etwas verraten würde, auch vor Gericht, wenn sie etwa schwören müsse, solle sie alles ablcugnen. Er wisse das, weil er selbst als Geschworener schon in solchen Fällen mtt-

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 10. Juni. Zurzeit befindet sich der Generalstab des 18. Armeekorps in unserer Stadt. Jeden Tag finden in unserer mittleren Wetterau General­tabsreisen statt. Eine größere Anzahl Offiziere, Unter­offiziere und Mannschaften aller Waffengattungen sind hier einquartiert.

** Bad-Nauheim, 12. Juni. Eine Bad-Nauhcüner Schulklasse hat «am Freitag bei einem Ausfluge auf dem Wege von Kloster ArnsburgnachLich ein Portemonnaie mit einer beträchtlichen Summe Inhalt gefunden. Der Fund wurde auf dem Polizeiamt Bad-Nauheim abgegeben.

x V i l b e l, 12. Juni. Wogen der M a u l - u n d K l a u e n- euche ist die Abhallmng des B ezir ks kr ie g erf estes in OkarbeninFragegestellt. Dic Behörde will die Fahnen­schleife des Kaifers, dic der Kriegerverein Okarben erhält, nicht überreichen. Sic befürchtet infolge des Zusammenströmens der Bevölkerung ein weiteres Umsichgreifen der Seuche.

1. Fauerbach v. d. H., 11. Juni. Am Samstag und Sonntag fand hier das erste Fest der neu gegründeten Taunus-Radfahrer-Vereinigung statt. Eröffnet wurde das Fest von dem festgebenden Verein Pfeil-Fauer- bach v. d. H. mit Fackelzug und Kommers. Am Sonntag Nachmittag 2 Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die festlich geschmückten Straßen Fauerbachs. Mit dem Zug war Preis-Korfofahren verbunden. Es beteiligten sich im ganzen 17 Vereine. Auf dem Festplatz hielt Präsident Jung eine Begrüßungsansprache. Lehrer Lehr von hier hielt dic Festrede. Dann weihte er das neue Banner, gewidmet von den Jungfrauen Fauerbachs. Er endete mit einem dreifachen All Heil" auf den Radfahrsport. Frl. Marie Seipel überreichte hierauf das Banner mit sinnigen Worten dem Bannerträger, der cs mit dem Gelöbnis der Treue entgegen­nahm. Bei der Preisverteilung erhielten sämtliche Vereine Preise, wie folgt: Klaffe la: Ehrenpreis Anspach. 1. Preis Eschbach, 2. Preis Rod a. d. Weil. Klaffe 1b. Ehrenpreis Heinzenberg, 1. Preis Usingen, 2. Preis Riedelbach, 3. Preis Emmertshausen. Klaffe Ila. Ehrenpreis Lollar, 1. Preis Eranzberg, 2. Preis Oppertshausen. Klaffe Ilb. Ehren­preis Niederweifel, 1. Preis Vilbel, 2. Preis Ober-Mörlen, 3. Preis Bonames, 4. Preis Langenhain-Ziegenberg, 5. Preis Krofdorf, 6. Preis Ostheün bei Butzbach.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 10. Juni. Der Architekt Emanuel I. Margold in Wien ist von dem Großherzog für die Gebiete der Architektur und Flächenkunst in die Darmstädter Künstlerkolonie berufen worden. Herr Margold, den zurzeit noch mancherlei Aufträge an feine österreichische Heimat fesseln, beabsichtigt, spätestens Anfang November dieses Jahres nach Darmstadt überzusiedeln und sich im Frühjahre 1912 durch eine Ausstellung im Ernst-Ludwig-Haus bekannt zu machen. Durch seine Arbeiten auf bem Gebiete der Innenarchitektur und der Flächenkunst hat sich, n. d.Darmst. Ztg.", Herr Margold in feinem bisherigen Wirkungskreise einen besonders angesehenen Namen erworben.

m. Offenbach, 13. Juni. Dic Lohnbewegung der Portefeuiller und Lederarbeiter hat verschärfte Formen angenommen und jetzt ihren Höhepunkt erreicht, nach­dem die Einigungsverhandlungen mit den Arbeitgebern als völlig gescheitert zu betrachten find. Mit der Stellungnahme zu der Antwort der Unternehmer auf die Forderungen vom 19. März beschäftigte sich eine am Montag nachmittag abgehaltene Versamm­lung, dic von rund 4000 Organisierten besucht war. Fol­gende Entschließung wurde einstimmig angenommen:Die heutige außerordentliche von ca. 4000 Mitgliedern des Sattler- und Portefeuilleverbandes besuchte .Versammlung hat durch dic Be­richterstattung Kenntnis von dem Verlauf der zentralen und ört­lichen Berufsverhandlungen genommen und bedauert, daß die Verhandlungen der Arbeiterschaft eine befriedigende Lösung nicht gebracht haben. Um aber nach Möglichkeit einen offenen Kampf vorerst noch.zu vermeiden, ist die Versammlung damit einver­standen, wenn die Verhandlungen durch eine paritätische Kom­mission erneut aufgenommen und für jeden Ort besonders, durch die örtliche Lohnkommission fortgesetzt werden. Die Versammelten erwarten von den Arbeitgebern, daß sie inbezug auf Arbeitszeit und Lohnerhöhung den Arbeitgebern mehr als bisher entgegen- tomnien, um am friedlichem Wege ein, die,en annehmbares Resultat zu erzielen."

W. Worms, 12. Juni Bei einer Nachenpartie auf bem, Rheine hingen gestern uaa^iüttag 5 Personen ihren Nachen an einen Schleppdampfer. Der K a h n kippte um und sämt­liche Insassen fielen ins Wasser. Der Vizeseldwebel Utrecht vom hiesigen Infanterie-Regiment Nr. 118 ertrank, die an­deren wurden durch ein in der Nähe befindliches Boot mit knapper Not gerettet.

r. Worms, 11. Juni. Ter von seiner Ehefrau geschiedene Lorenz Walter drang heute Mittag in das Hans seines Schwagers, wo sie zum Besuch weilte, warf die Frau zu Boden und feuerte sechs Schüsse auf sie ab. Die Frau war sofort tot. Der Mörder entfloh auf dem Rade, wurde aber auf denn Bahnhof zu Frankenthal verhaftet und in das Wormser Amts­gerichtsgefängnis verbracht.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 12. Juni. Einem Unglücksfalle ist die 24 jährige Dora Lutz, Tochter des Monomen Wilh. Lutz in der Frank­furter Straße, zum Opfer gefallen. Tas junge Mädchen hatte! anstatt Magentropfcn ein Fläschchen mit Salzsäure ergriffen uni* daraus getrunken. Den schweren Verletzungen, die cs hierdurch ; erlitt, ist es nach zwei Tagen erlegen.

hat daß sie zwar mit dem Vater und dem Sohne Umgang gepflogen daß sich dieser aber in der kritischen Zett nuv Die Gcsclrworcnen verneinten die Frage des wissentlich falschen 6-ideS bejahten die auf Antrag des Verteidigers, Rechtsanwalt Sv oh r gestellte Frage wegen f a h r l ä s s i g e n F a l f ch erde s. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis, von denen 4 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft in Abrechnung lommen.

gewirkt habe. t ,

Im Januar 1905 stellten sich die Folgen deS Verkehrs em, für die sie den Sohn verantwortlich machte. Im März schrieb der Handsckmhmachcr Gottwald und ließ merken, daß er nicht abgeneigt sei, zu heiraten. Der Dienstherr redete seinem Mädchen zu, sich mit dem Gießener Freier schleunigst einzulassen, damit es bald zur Verheiratung komme. Das Mädchen sollte bann, wenn das Kind zur Welt komme, ihrem Manne einreben, cS ,ei fein Kind. Der Dienstherr beschasstc Wohnung und Möbel in Gießen, aber noch vor dem Eheschluß wurde das Kind geboren. Nun wurde der Mann zur Trauung gedrängt. Er erkannte das Kind seiner Ehefrau auch als eigenes an. Später bekam er aber Verdacht, und cS gab häufig Verdruß wegen des kleinen Mädchens. Es kam schließlich zum Zerwürfnis, und nun nannte die Angeklagte ihrem Manne den Sohn ihres Friedberger Dienstherrn als Vater des Kindes. Die Angeklagte schrieb darauf mit Wissen und im Einverständnis ihres Mannes an diesen und verlangte eine Ab­findungssumme von 2000 Mark. Der Bries kam in die Hände des VcttcrS, der der Angeklagten durch seinen Anwalt wiederholt kleine Geldgeschenke hatte auShändigen lassen. Frau G. wurde nun initgetcut, daß sie wegen Erpressungsversuchs angezeigt würde, wenn sie noch einen solchen Brief schreibe. Nun strengten die Eheleute einen AlimentationSprozeß gegen den Sohn des ehe­maligen Tiensthcrrn an. Zuvor mußte aber der Eintrag in daS Standesamtsregister, wonach das Kind eheliches Kind des Franz Gottwald war, angefochten werden. In diesem Verfahren b e -

Deutschs» Reich. äbEI b.

DecReicNsa«zeige:" c am 1. Juli

V ai e nt a 11 ? isth r u ugsVerordnung vom 24 Mai, in Kratt tritt, ferner eine fetjWiW unb Gcwichtsorb- bctreneni» bas Jntt ttkttcten Laß- und Gctmchch-

nnng Dom 30. Ma, 1'08. Da M Vorschriften über tue orbming am 1. April tricbc A'Ur Ermittlung beS ArbcitS- Ncittlichung ber 'wDergwcrkS tn^ ^örbergefäße mtb bie über lohnS bienenden rbergaffen Januar 1913. Hohlmaße

Mc Eichung h-r hMin» bti 31. JE' 1911 .m

für trockene Gegenstand zn ,1 >

Verkehr zulässig. neuen e l s a ß-l o t h r in-

Die M e ii wähle "^voraussichtlich im Oktober d. ^s. gischen - undtage n 1 ^orsassungS- unb Wahlrechtsgeietz stattfinden. Nachdem da^ tus)?< -n ^rart getreten ist, und die für Elsaß-Lc«hrürgen_tfun ncucn Wahlordnung für den

Arbeiten für die 3 Straßburger Regierung, lo

clsaß-lothrmgifchen La « - 4 genommen, so daß sic in

iMch? w^könn?n. Im ganicn handelt nächster Zett mroffenn ' Wahlorbnungen für bic erste und ss >L ^wette^ Kcm^rr ^^f^^ elsaß-lothi^gische Landtag wird !uC fu cimr flUBcrorbcnti idKit Sitzung einberufen werden ,,rt ? ?-t ncrattctze zu verabschieden. Zur Etatsberatung wird S SaubTag ol&änn erst nach den RegicrnngSwahlen im Februar ^'^Nach^m^!',Hannoverschen Courier" ist der langjährige natio­nalliberale Lanbtagsabgeorbnetc Hetzermann auf 1 einem Gute bet Burgwcbü geitoibdi

0 Eudorf, 11. Juni. Am 14., 15. und 16. Juli feiert der hiesige GesangvereinE in tracht" sein 50jäh- rigcs Vesteheu. ?lußer etwa 25 auswärtigen Gesangvereinen haben verschiedene Alsfelder Sportvereine, wie der Alsfelder Radfahrcrvcrein 1890, feine Beteiligung bereits zugesagt.

Ir. Altenburg, 12. Juni. Gestern feierte der Verein der Eisenbahner von Alsfeld und Umgegend ein schön verlaufenes Waldfeft, zwischen hier und Hopfgarten im ,Homberg".

Kreis Lauterbach.

~ Lauterbach, 12. Juni. Das von der Bezirksspar- kasse Lauterbach in der Bahnhofstraße neu errichtete Sp ar­t' a s s e n g e b äu d e, an dem vor etwa Jahresfrist begonnen wurde^ist jetzt soweit fertiggeste llt, daß es in den ersten -Lagert des Monats Juli seiner Bestimmung übergeben werden kann. Die Diensträunte der Sparkasse mit dem feuer» und diebessicheren Kassengewölbe sind im unteren Stock ein­gerichtet. Ter Rechner^ erhält seine Wohnung im Dachstock, 'uahrend der mittlere Stock vorläufig anderweitig vermietet werden soll. Außer einem geräumigen Borgarten befindet sich hinter dem Gebäude ein großer Grabgarten für die rn- tunitigen Bewohner. Tie Ingebrauchnahme des neuen Ge­bäudes soll mit einer Feier verbunden werden.

aV11 n ' 12- Juni. Der 21jährige Kauf­mann Rudolf Moller^aus Crainfeld, der bei Kaufmann Georg in ctoruborf in Stellung war, ging nach Verübung größerer Unterschlagungen flüchtig. Gebern morgen befand er ftch m dem Zuge Stockqeim-Lauterbach. Tas Personal

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