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Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer ConntagS. — Beilagen: - lermal wöchentlich SiebenerZamilienblätter, .-weimalwöchenllRren- blattsiirdenttreisSiebr» «Dienstag und Freitag) f.iccimal monatl. Land wirtschaftliche Zeitfragei Ternsprech - Anschlüsse für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gießen.
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Erstes Blatt
16|. Jahrgang
Dienstag, 15. Juni 19N
GichenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberyesfen
Rotationsbrnct und Verlag dervriihl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: 5-ulstrahe 7.
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Die Tagung bes tjcmfabuiibes.
Berlin, 12. Juni.
Unter einer starken Beteiligung von Industriellen, riauf- Teilten und Äeiverbetreibenden nu-5 allen Teilen Deutsch- lands wurde im Sportpalast der c r ft e de utscheHansa - t a g vom Präsidenten des Deutschen Hansabundes, Geh. Instizrat Prof. Dr. Riester-Berlin mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser eröffnet. An den Kaiser wurde ein Huldigungstclegramm gesandt Auch eine Reihe von Parlamentariern verschiedener Parteien waren erschienen.
In seiner Er äffnun gsans p r a ch e auf dem Hansa- tage erklärte Präsident Geheimrat Riester, dast die Erwartungen des deutschen Hansabundes weit übertroffen seien. In langsamer, aber zäher entschiedener Arbeit ist das erwerbstätige Bürgertnm zn seinem eigenen Erstaunen allmählich daran gewöhnt worden, gemeinsam zu marschieren, nm gemeinsam schlagen zu können. Richt weniger als 11 R eich s ta g s m a n d a t e, die der agrardemagogischen Richtung bei den Reichstagsersatzwahlen entrissen wurden, sind die Frucht dieser Taktik. Weitere werden folgen. Gewiß ist unter den gemeinsamen Interessen nicht das letzte das rein materielle Interesse, denn es gilt, die wirtschaftlichen Schädigungen zu überwinden und wieder gut zu machen, welche übermächtigen Gegner dem deutschen Gewerbe, Handel, Industrie nnd Berkehrspolitik zugefügt haben. Aber weit darüber hinaus ragt die nationale und ideelle Aufgabe, aus der wir luie aus einem Jungbrunnen immer von neuem Kraft und Begeisterung schöpfen. Der deutsche Hansabund wolle allenStänden, auch der deutschen Landwirtschaft, helfen. Er werde jedoch jede Bevorzugung bekämpfen. Tie agrarischen Bestrebungen seien vollständig berechtigt: der hansabund wolle jedoch bm Ansprüchen der Ueberagrarier, die für sich Privilegien verlangen, mit aller Entschiedenheit entgegentreten. Tie Ackerkultur sei aber nicht die alleinige Kultur eines modernen, von tausend geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Strömungen durchfluteten Staatswesens. Tie im Hansabund vertretenen Erwerbsstände hätten in erster Linie dazu beigetragen, Teutschlands Würde, Kraft und Macht im Auslande zu mehren, und keine noch so berechtigte Klage könne dem Bunde die Freude rauben am Vaterland ober gar den festen Glauben an seine Zukunft. Tiefe Zukunft wollen wir ans unserem Wege in dem Kampfe sicherstellen, den wir mit festem Vertrauen auf den Sieg unserer großen Sache energisch führen werden. Ter Sieg aber in diesem Kampf ist nur zu erringen mit jenen Waffen, welche bisher vielfach nur unsere Gegner zu handhaben wußten, d. h. mit unbedingter Solidarität. In diesem Gedanken dem Morgenrot einer neuen Zeit entgegen- sehend, akzeptieren wir freudigst die gegnerische Bezeichnung des Hansabundes als einer Au g e n b l i ck s e r s ch e i- u n n g in dem Sinne, dast wir mit der Gründung des Hansabundes den richtigen Augenblick, zu erscheinen, gewählt haben und dast wir jeden Augenblick erscheinen werden, !vo es gilt, den Rückschritt zu bekämpfen und einem gesunden Fortschritt die. Bahn frei zu machen. (Stürmischer lang- anhaltender Beifall.)
Stadtrat Kämpf führte in seiner Begrüßungsansprache aus: Ter deutsche Handel und die deutsche Industrie eroberten die Welt nicht durch Schwerter und Kanonen. Wir können mit gewissem Stolz auf die errungenen Erwlge zurück blicken. Wir haben damit auch den landwirtschaftlichen Produkten die Wege geebnet. Deutschland hat aufgehört, ein reiner Agrarstaat zu sein und ist überwiegend Industriestaat geworden im besten Sinne des Wortes. Tie Entwickelung des Handels und Gewerbes ist einer der wichtigsten Faktoren in Deutschlands Groß.. '.Beifall.- Ta- mit wird die Bedeutung der Landwirtschaft nicht aus der Welt geschafft. Aber immer noch haben Handel und Gewerbe nicht den nötigen politischen Einfluß. Lie Gesetzgebung wird in erster Linie von den Interessen des Hoch- agrariertums gemacht. Wir sind kein Feind der Landwirtschaft (sehr richtigaber Gegner derer, die nach veralteten Anschauungen einen modernen Staat regieren wollen. Diese Hochagrarier wollen allen Fortschritt hemmen und ihre eigenen Interessen in den Vordergrund bringen. Auch int Reichstag wollten sie die elsaß-lothringische Verfassung und die Reichsversicherungsordnung nach ihrer Richtung genal- tcn. Wir sind Gegner dieser Richtung, die die Erbicyatts- fteuer zu Fall gebracht und den Fürsten Bulow gestürzt hat, wir verurteilen die verwerflichen Kampfmittel der Agrarier. Wir verlangen Gleichberechtigung mit allen übrigen Ständen und Erwerbszweigen, wir verlangen Berücksichtigung aller unserer Interessen, liniere Gegner waren geschlossen, wir aber zersplittert und darum machtlos. Von unseren Gegnern und ihrem Selbstvertrauen können wir lernen. Darum mehr Selbstvertrauen, dem Mutigen
gehört die Welt.
Der Vorsitzende des Teutfcheu >?andlungsgehilsenver- bandes Marquardt-Leipzig begrüßte den Hansatag tut «Kamen der Angestellten und ersumte, für em staatliche-.' Pensionsgesetz der kaufmännischen Angestellten zu to^Ser bahr. Landtagsabgeordnete Häberlei n - Nürnberg überbrachte Grüße ans Süddeutschland und teilte mir, der Hansabund begegne in Bayern großen Lymvathten
Tr Stresem ann - Dresden führte ans, es )ci hohe Keit daß Handel und Industrie in den Parlamenten die Mehrheit bekämen. Der Hansabund wolle nicht eine ein- ieitwe Politik zugunsten einer Klaffe, fouderu eine Politik für alle Erwerbsstände, auch der Landwirte, treiben. Wenn Industrie und Handel mit Euphorion lagen tonnten: ^mmer höher muß ich steigen, immer weiter muß schauen, o sagt die Regierung im emne ber befolgten Helena: Nur gemäßigt, gematztgt, nichts in- ^erroegenc- So steht der volkswirtschaftliche EntivickeUmgsprozefz m
bauernbem Gegensatz zu ben heutigen gesetzgeberi'chen An schauungen in Deutschland. Tie Herren vom Bund her Landwirte, die in diesem Saale getagt haben, und die sogar im Reichstage von ber Unprobuftioität bes Handels sprachen, sie sollten einmal ihre Tagung in Hamburg ab* halten. Lebhafter Beifall.' Es scheint, daß an gewissen Stellen die Gedankenarbeit still gestanden hat. Der Deutsche hat bisher als ruhiger Staatsbürger den Köhlerglauben von der Macht ber Eingaben gehabt, ber ihn nicht weiter brachte. x Handel und Industrie müssen suchen, tüc Klinke der Gesetzgebung mit in Pie Hand zu bekommen und zu diesem Zweck die Lessentsichkeit im Sinne ihrer berechtigten Fv derungen für sich zu gewinnen. Dieser Gedanke war unm glich zurückzuführen innerha b ber inbustriel en Fachverbände. Ihm zu dienen, ist ber Hansabunb berufen Auch er wird nicht eine völlige Einmütigkeit von Industrie und Handel schaffen können. Dazu sind der Gegensätze zu viele. Aber er kann diese Stände gemeinsam führen und beeinflussen in den großen Fragen des deutschen Erwerbs- und Wirtschaftslebens.
Kommerzienrat R a v e n e - Berlin brühte seine Freude über den zahlreichen Besuch aus. Generaldirektor Wald- schmidt von der Firma Ludwig Löwe bemerkte: Leider stehen die H andwerkskreise teilweise noch abseits, die Arbeiter völlig: wir hoffen, daß der Hansabund zum nächsten Tage die Gesellen und Arbeiter begrüßen kann.
Fabrikdirektor Töpfer-Wiesbaden begrüßte die R e i ch s v e r s i ch e r u n g s o r d n u n g als einenFortschritt, obwohl das Gesetz noch viele Mängel habe. Landtagsabgc- ordneter Obermeister Rahardt begrüßte den Hansatag namens des Handwerks.
Stadtrat und Rcichstagskan'idat Kölsch-Karlsruhe richtet Worte des Tankes an Geheimrat Rießer für seine bewunderungswerte Tätigkeit. (Stürmischer Beifall.) Er ruft allen Interessenten, die heute dem Hansabund noch nicht angehören, das Wort Solons zu: Wer in den Kämpfen seines Bolles Parte ilos bleibt, ist unwert bürgerlicher Ehre. Treue Gefolgschaft unserem Führer Rießer! Tenn es gilt großes zu erreichen. (Lebh. Beifall. >
Vorsitzender Geheimrat Rießer: Es ist sehr bedauerlich, daß es zwar für Beleidigungen Ordnungsrufe gibt, nicht aber für Lobpreisungen (Heiterkeit.) Sonst hätte ich den Redner bestimmt zur Lrdnung gerufen. (Heiterkeit.)
Bayerischer Landtagsavgeordneter und Reichstagskandidat Hübsch-Nürnberg: Ausgerechnet als Dreizehnter komme ich zum Wort (Heiterkeit, aber crgqeifcu Sie nicht aus Aberglauben die Flucht! Ich bin am 13. geboren und noch dazu an einem' Freitag und es ist mir trotzdem bis heute ganz ordentlich gegangen. (Heiterkeit. > Ter Redner spricht als Vertreter des Detailhandels, der mit gespannter Aufmerksamkeit die Tätigkeit des Hansabundes versolge. Ter Redner streifte das Detailistenprogramm, u. a. Bekämpfung des Borgunwesens, Beseitigung ber Sonderrabatte, Bildung von Einlaufsgenossenschaften, Regelung des Kreditwesens, eine Abrüstungsaktion in der übertriebenen Ausgestaltung der Berkaufslokalitäten. Alle Tc- tailiften gehören hinein in den Hansabund, damit in der wirt sch ast'lieb en Gesetzgebung auch ber Kleinhandel zu seinem Rechte komme. Wir Bayern alle, die wir nach dem Austritt eines einzelnen übrig geblieben sind, (Heiterkeit) stehen geschlossen hinter dem Präsidenten des Hansabundes. (Lebhafter Beifall.)
Schließlich wurde folgendes An t w 0 r t t e l e g r a m m des Kaisers aus Potsdam verlesen:
„Der Kaiser lassen für den freundlichen Huldiguitgsgruß und das Gelöbnis der Treue herzlichst danken. Auf Befehl des Kaisers v. Valcutini, Geheimer Kabinettsrat."
Präsident Rießer bcmcritc in seiner Schlußrede: Aus Gründen ödester Parteitaktik hat man uns Liebäugelei mit der Sozialdemokratie, extrem-sreihändlerische Richtung und Haß gegen die Landwirtschaft vorgeworfen. Wir haben schon häufig betont, daß nichts verkehrter fein kann, als solche Vorwürfe. Uns trennt eine We l t oo n b c n Ausgangspunkten und Zielen der Sozialdemokratie, welche die Negation als eine Tat ansieht, und ohne selbst ein praktisches Programm aufstellen zu können, die Vernichtung ber heutigen Staats unb Wirt- schaftsorblmug als ihr Ziel betrachtet. Wir kommen nur weiter, wenn mir durch die angestrebte gerechte Politik auf wirtschaftlichem unb wirtschaftspolitischem Gebiet den Ursachen ber heutigen Unzufriedenheit unb Verbitterung zu Leibe gehen. Die Konsequenz einer solchen Politik geht bahin, daß wir die abseits stehenden sozialdemokratischen Kreise zur Mitarbeit heranziehen und in ihnen das Staats- bewnßtseiu und das Verantwortlichteitsgefühl wachrufen oder stärken. (Beifalls Zu einer solchen Politik gehört der feste Wille der agrardemokratischen Richtung, die einer solchen Politik entgegensteht, ein Ende zu machen. Ter Hansabund wird bemüht sein, auf dem Gebiete der Zollpolitik, der Ausgleichung oder wenigstens Annäherung dtver- gicrcnber Interessen ehrlich zu dienen. Ten Kamps um die Verwirktiamng unseres Programms führen wir nicht als politisch -Partei, wir u:iien'ruycn vielmehr die bürgerlichen politischen Parteien hinsichtlich jener .Kandidaten, welche die Gewähr bieten, daß sie unser Gleichberechtt- g u n g s p r o g r a m m in ihren Parteien zur Geltung bringen Stichmahlparolen können wir nicht ans- neb en. In dem Kampfe zwischen freier Bewegung unb Gebundenheit bildet der Kampf gegen die Ueberagrarier eine entscheidende Etappe. Wenn aus Gründen gewöhnlicher Parteitaktik oder aus privatem Ehrgeiz die Einigung der unserm Wirtschaftsprogramm zustimmenden Elemente ver- lindert wird, wenn Versuche gemacht werben, ben Eint- gungsgedanteit zu Fall zu bringen unb so ben Gegnern dirett in die Hande zu arbeiten, so darf der Hansabund im Interesse feiner wirtschaftspolitischen Ziele nicht un
tätig Zusehen. Jeder sei sich bewußt, daß die nächste Zeit über die gesamte Politik auf wirtschaftlichem und wirtschaftspolitischem Gebiet und die Zukunft des Bürgertums entscheiden wird: niemand vergesse, daß raum je ein Elesetz gemacht wurde, in dem Kreise, die finanziell möglichst wenig leisten wollen, ober möglichst viel fordern, Vorteile ober Ausnahmen sich bedungen haben. Der Tag der Abrechnung für bicic Politik wirb unb muß kommen Der Hansabund erwartet, daß an diesem Tag jeder seine Pflicht hie. Bürger heraus!
Mit diesen, mit stürmischem Beifall aufgenommenen Worten schloß der Vorsitzende den ersten Mlgemeinen deut- schen Hansatag.
Sodann wurde der Deutsche Hansatag mit einem dreifachen Hoch auf das Präsidium, speziell Geheimrat Rießer, geschlossen.
Tie Zahl ber Teilnehmer wird auf SOOD geschätzt.
Die neue preußische Linkommeristeuernovelle.
Aus Berlin wird uns geschrieben:
Tie Vorarbeiten für die neue preußische Einkommensteuernovelle, die das augenblicklich geltende preußische Einkommen- und Ergänzun^ssteuergesetz organisch abändern soll, sind im Finanzministerium soweit gediehen, daß sie in nächster Zeit abgeschlossen werden können. Bekanntlich wirb beabsichtigt, die preußischen Steuergesetze neu zu regeln, nachdem im Frühjahr 1909 infolge der neuen Beamtengehaltsvorlagen die Einkommensteuer durch eine Novelle erhöht worben war. Diese provisorische Neuregelung, die eine ziemliiH hohe und sehr willkürliche Erhöhung der Einkommensteuer einführte, hat auf die Dauer zu belastend gewirkt, so daß der Landtag selbst damals den Wunsch ausgesprochen hatte, eine erneute Regelung spätestens im Frühjahr 1912 vorzunehmen. Die neue Einkommensteuernovelle sieht eine vollständige Neuregelung der Einkommen- und Ergänzungssteuer vor, einerseits um die Härten ber Novelle von 1909 aus- zugleichen, anderseits um Steuerhinterziehungen erfolgreicher entgegentreten zu können So wird z. B. auch bet^ ber Ergänzungssteuer ber Deklarierungszwang eingeführt werden. In ber Novelle von 1909 hatte ber Landtag Zuschläge beschlossen, die bereits bei einem Einkommen von 1200 Mk. begannen, ferner sah ber Tarif fpringenbe Zuschläge von ä, 10, 15, 20 und 25 Prozent vor, der bei ber geringsten Überschreitung ber Grenz summe sofort eine sehr viel höhere Steuerleistung veranlaßte. Es ist nun mehr beabsichtigt, zunüchst die Zuschläge von ben unteren Einkommen sernzu hakten unb bei ben mittleren unb höheren Einkommen die Zuschläge reichhaltiger in ben Zwischenstufen zu gliedern Tie Erhebung von Zuschlägen als solche wird fortfallen und die Steuer» stufen etwa um die Höhe ber jetzigen Zuschläge erhöht werben. Schließlich wird die Novelle auch den Kom.- m u n c n ihre alten Rechte wieder ein räumen und ihnen bas Stecht geben, die Steuer in ber gleichen Höhe wie ber Staat zu erheben, während zurzeit die Zuschläge von den Kommunen nicht erhoben werden dürfen. Die Vorlage wird dem Landtage zu Beginn der nächsten Session zu- gehen. ch
Die Zuspitzung der Lage in Marotta.
Frankreich soll bei den am Algeeiras-Vertrage bc-, teiligten Mächten gegen Spaniens neuestes Vorgehen Widerspruch erhoben haben Von Berlin ober London liegt darüber noch feine Bestätigung vor Unterdessen scheinen die Franzosen auf dem Schauplatz des marottanischen Aufstandes so nachdrücklich bei ber Arbeit ’,u sein, daß Friede und Crbrrung wohl noch in weiter Ferne liegen werden.
Parisi 12. Juni. Nach einer amtlichen Meldung hat die französische Regierung die Signatarmächte des Algeciras-Vertrages verständigt, daß sie ben Maßnahmen Spaniens in ber Gegend von El Ksar ihre Zustimmung verweigert habe.
Madrid, 11. Juni. 2 00 M a n n sind von Eadch nach Larrasch abgegangen, nm die Verbind mi g zwischen Larrasch unb E l Ksar sicher zu stellen.
Paris, 12. Juni. Aus F e z wird unterm K. Juni' gemeldet: Die französischen Truppen brachten Mittwoch nacht in Ibida, drei Stundenvon M e k i u e s , zu, nachbem sie mehrere Banben von Berbern zurückgeschlagen und das Haus des Kaids Haka, des Anführers der Aufständischen, angezündet hatten Ten ganzen Tag wurde Kanonendonner gehört. Wahrscheinlich tst General Meinier mit ben Beni M ter in Kampf geraten.
Aus bem Lager von Akka wirb unter dem <. ds. Mts. gemeldet: Tie auf bem Wege nach Mekines befindlichen- Truppen haben heute früh Abteilungen ber Beni Mter. erreicht unb sie zerstreut. Die Kasbahs der aufständischen• Kaids Hammen unb Hakka — dieser ist ein bedeuten-^ ber Führer ber Aufständischen — mürben zerstört, Ebenso bic nmliegen den Dörfer, die man in Staub' steckte. Tie Franzosen hatten zwei Verwundete.
Aus Hesse«.
Der Kammerpräsidenten G 1> c i nt c r a t Haas, der am 8. Juni d. I. aus eine 30 jäbtige Tätigkeit in der. Zweiten Kammer der Stände zurückblicken konnte, har Präsident Korell folgendes Telegramm zugehcn lassen:
„Aus Anlaß Ihres heutigen 30 juhrigcn Jubiläums als' Abgeordneter der Zweiten Kammer bringe ich Ihnen im Namen der zweiten Kammer und im eigenen Namen zu diesem Ehren tage in dankbarer Anerkennung Ihrer überaus hohen Verdienüc um die Interessen des hesstschen Landes die herzlichsten Glück und Segenswünsche dar. Aiöge es Ihnen vergönnt sein, noch' viele Jahre in voller Gesundheit auch weiterhin tätig zu sein.


