ziehen, um Südmarokko zu erobern.
punkt der Ehre und des Ansehens Deutschlands
auch
europäische Länder!
Be«
Gefahr
st e t e
unseren
eine
kann Deutschland gerade im Sinne einer Weltpolitik
Abg. Frhr. b Hertling (Zentrum)!
besser, Länder Heiterkeit bezug auf
würde, die mit dem Wert des Landes nicht im Einklang stehen. (Oho! bei den Natl., sehr richtig! Bei den Soz.) Das ist bis in den letzten Sommer hinein die allgemeine Ueber- zeugung gewesen. (Erneute Zustimmung bei den Soz.) B i s- marck hat bekanntlich den Wunsch ausgesprochen, Frankreich möge sich Marokko aneignen. Sie werden mir vielleicht erwidern, daß sich seitdem die Verhältnisse geändert hätten (Sehr richtig!); aber auch nach Bismarck ist ununterbrochen die Ansicht vertreten worden, daß wir politische Rechte in Marokko nicht zu verfolgen hätten. Feierlich anerkannt worden ist diese Ansicht durch das Februarabkommen von 1909 und alle Parteien dieses
Welt, vergiften müssen.
Ich habe Ihnen dargelegt, daß wir durchgesetzt haben, was wir gewollt haben. Im gemeinen Leben nennt man das nicht Schwäche (Heiterkeit.), aber der V o r w u r f ging wohl nach dec
gerade durch die besonderen staatlichen Verhältniffe dringlich ge« macht wurden. Auf politische Aspirationen in Marokko hatten wir verzichtet. Und jetzt? Wir haben in Marokko nicht aufgegeben, was wir nicht bereits aufgegeben hatten. Dafür haben wir die wirtschaftlichen Ga« r a n t i e n erlangt. Wir haben außerdem einen bedeuten- be n Kolonialbesitz erworben, der sich unter deutscher Der« waltung — des bin ich sicher — günstig entwickeln wird. Wir haben dies erreicht auf dem Wege friedlicher Ver« ständigung mit Frankreich. Zum ersten Male ist eS gelungen, sich über eine ernste und schwere politische Frage, die den Keim großen Unheils in sich bergen konnte, mit unserem westlichen Nachbarn im Vertragswege zu verständigen. Das ist das Fazit. Nun ist es an Ihnen, das Für und Wider dieser Politik abzuwägen. Wir erwarten kein Lob, wir fürchten aberauch keinen Tadel. ■ '
wie auf Marokko,
auf an: links,
So auch
Beantragt zunächst Ueberweisung des Abkommens und der Anträge an die Budgetkommission und fährt dann fort: Ter Reichskanzler hat uns das Abkommen lediglich zur Kenntnisnahme übergeben. Das entspricht der Rechtsauffassung, wie sie in amtlichen Kreisen wohl ausnahmslos bestanden hat und die der Reichstag, wenn auch niemals ausdrücklich anerkannt, doch geduldet hat. Aber meine politischen Freunde sind der Meinung, daß hier tatsächlich eineirrigeAuffassung vorliegt. (Hort! hört! links.) Diese Frage muß jetzt ernstlich in Angriff genommen werden. Meine Freunde sind der Ansicht, daß auch die heutige Fassung der Verfassung bei richtiger Auslegung schon jetzt bei Verträgen von so außerordentlicher Tragweite die Genehmigung des Bundesrats und des Reichslags fordert. (Sehr richtig! im 3entr. und links.) Nun zur Sache
langen versuchen, was wir erlangen können. Meine Herren, ich bin der festen Ueberzeugung, daß sich die günstige Entwicklung, die wir dank der Rührigkeit unserer Kaufleute, dank der Energie unserer Gouverneure und unserer Schutztruppen in Kamerun erlebt haben, auch in den neu erworbenen Gebietsteilen wiederholen wird. Wer Kolonialpolitik treiben will, der soll über dem G e g e n w a r t s w e r t nicht die Zukunfts- moglichkeiten vergessen. Wer hat in Afrika Recht behalten: die Spötter über Rhodesien oder die Tatkraft des Mannes, der dem Lande seinen Namen gegeben hat?! Alle Erfolge, welche große Kolonialvölker erzielt haben, sind nur dadurch erzielt worden, daß diese Volker nicht mit kurzen, sondern mit sehr langen Zeiträumen gerechnet haben, und daß sie den Mut gehabt haben, Schwierigkeiten der Gegenwart um der vielleicht in fernerer Zukunft zu erwartenden Vorteile willen gering zu achten.
M. H., es ist auch nicht richtig, daß dieFranzosen froh sind, einen Teil ihres Kongogebietes los zu sein. Die französischen Staatsmänner haben die Erfolge, die sie in Marokko erzielt haben, hoch e i n- ge s ch ä tz t, mit Recht hoch eingeschätzt, aber es ist ihnen trotzdem nicht leicht geworden, große Teile von einem Gebiete abzutreten, dem ein Menschenalter lang bewährte Forscher und Offiziere ihre ganze Lebensarbeit gewidmet haben.
Das sind die Ergebnisse und das ist der Hergang! Unser Programm lautete von An'ung herein: Zubilligung erhöhter politischer Rechte an Frankreich nur gegen erhöhte Sicherung unserer wirtschaftlichen Interessen in Marokko und gegen Kolonialerwerb, Landerwerb in Marokko haben wir in keinem Augenblicke angestrebt, Verhandlungen nur zwischen uns und Frankreich, nichtvoreinemJnternatio- nalen Kongreß, nicht unter Zuziehung Dritter. Dieses Programm haben wir ausgestellt, und wir haben es durch- g eh alt en. Durch nichts, durch keinen Einfluß von außen oder von innen haben wir uns von ihm auch nur um einen Schritt ablenken lassen. (Mit erhobener Stimme) All die Vorwürfe derSchwäche, mit denen wir diese Monate über bedacht worden find, der Schwäche und derNachgiebigkeit, das Gerede von einem neuen Olmütz und was dergleichen Dinge mehr waren, zerfallen in sich selbst, sie sind gegenstandslos gegenüber den Tatsachen. (Na, na! links.) Unsere Verhandlungen mit Frankreich sind ohne Unterbrechung auf beiden Seiten von dem Bestreben getragen gewesen, zu einem für beide Teile an» nehmbaren Geschäftsabschluß zu kommen. I n keinem Stadium der Angelegenheit ist von irgend einer Seite eine Sprache geführt ober ein Ansinnen gestellt worben, bas mit ber Ehre bes einen ober anbercn Teiles unverträglich gewesen wäre. Zu bem (mit der Hand auf den Tisch schlagend), was uns angeraten worden ist, ist auch nie ein Anlaß gewesen. Uebrigens halte ich auch von dieser drohenden Gebärde nichts. Ich würde im gegebenen Moment das nicht vorziehen. Wir leben nicht mehr in homerischen Zeiten, wo Loben und Prahlen ein notwendiges Rüstzeug jedes Kriegers waren. Deutschland ist stark genug, um auf diese Armaturstücke zu verzichten. (Beifall.) Deutschland wird, wenn die Stunde kommen sollte, schon sein Schwert zu ziehen wissen. (Lebh. Beifall rechts.) Nur auf dieser Grundlage ist auswärtige Politik möglich. (Sehr richtig!) Se. Majestätder Kaiser — ich muß das von dieser Stelle aus gegenüber irreführender Darstellung der in- und ausländischen Presse feststellen — hat bie strikte Durchführung beS bereits im Mai bieses Jahres feftgelegten Programmes in allen Phasen der Verhandlung geforbert in bcm vollen Bewußtsein, daß jebe politische Aktion einer Großmacht bie Schicksalsfrage: Krieg ober Frieben, herauf- beschworen kann, unb in ber festen Bereitschaft, für bie Shre ber Nation mit bem Schwerte einzutreten. Darin hat sich ber Kaiser mit bem Volke eins gewußt (Beifall), bas in biefer ganzen Zeit von bem festen Willen beseelt gewesen ist, seine Ehre unb seine Lebensinteressen gegen jeder- mann zu tierteibigen. Selbstverstänblich ist auch in keinem Augenblicke an ber absoluten Kriegsbereitschaft von Armee unb Flotte auch nur ber minbefte Zweifel entstauben. (Lebh. Beifall.) Die Gerüchte, die jetzt in ber Presse verbreitet werben, als sei in einer vertraulichen Beratung unsere Kriegsbereitschaft namentlich bie der Marine in Frage gestellt worden, diese Gerüchte (mit erhobener Stimme) sind frei erfunden, sie schlagen den Tatsachen ins Gesicht (hort, hort! und Beifall).
Nun hat man gemeint, und das hat besonders tief im Volke gefressen, wir seien zurückgewichen. Dabei ist besonders eine Bankettrede des englischen Ministers Lloyd Ge- o r g e verwendet worden. In dieser Rede wird Deutschland nicht erwähnt (Lebhaftes Gelächter.); ich spreche jetzt ernste Worte, und ich darf bitten, daß Sie mich ohne Unterbrechungen aussprechen lassen. (Sehr richtig!) Ein hiesiges konservatives Blatt hat damals sogar hervorgehoben, indem es in der ganzen Rede statt England Deutschland setzte, wie die Rede, für sich betrachtet, anstandslos auch von einem deutschen Staatsmann hätte gehalten werden können. Eine Bedeutung gewann die Rede dadurch, daß die gesamte französische und ein großer Teil der englischen Presse sie in einer chauvinistischen gegen Deutsch-
becken territorialische Veränderungen vor stcy gehen sollten, bei denen wir bann mitzusprechen hatten. M. H., gegen biesen Kongoerwerb hat sich nun in einem großen Teile ber Qeffentlichkeit ein Sturm ber Entrüstung erhoben. (Sehr richtig! links.)
Man hat kein Wort gefunben, das scharf genug war, um die Arbeit der Regierung zu verurteilen, unb vor dem Ausland zu diskreditieren. Man kann aber zu einem richtigen Urteil nur kommen, wenn man nicht nur die schlechten, sondern auch die guten Seiten betrachtet. Gewiß — ich wiederhole — befinden sich unter den erworbenen minder wertvolle, vielleicht sogar schlechte Stücke, genau wie dies in allen Kolonien, die sich gegenwärtig in unserem Besitz befinden, ber Fall ist. (Hört, hort! bei ben Soz. Heiterkeit.) D i e Konzessionen sinb eine schwere Belastung (Sehr wahr! links.). Aber sie sind zeitlich begrenzt und sie werden deutscher Gerichts- und Verwaltungshoheit unterstehen, die uns vor Mißbräuchen schützen wird. (Na, na! bei den Soz.) Die Schlafkrankheit, die in einzelnen Teilen herrscht, ist eine böse Zugabe. (Heiterkeit und Zurufe links.) Auf der anderen 'Seite erhalten wir — das können auch die Herren, die mich durch Zwischenrufe unsicher machen wollen (Lachen links.) — nicht bestreiten — meine Herren, w i r erhalten auf der anderen Seite Stücke, deren Wert Sie nicht bestreiten können, die zu Kamerun durchaus günstig gelegen sind. Wir erhalten den Zugang zum Kongo und zum Ubanghi. Der Wert dieser Nachbarschaft wird sich erst in Zukunft realisieren, aber Sie werden nicht behaupten können, daß die Realisierung ausgeschlossen sei. Wir erhalten im ganzen ein sehr beträchtliches, neues Kolonialgebiet. Deutschland ist spät, leider viel zu spät, unter die Reihe der Kolonialvölker getreten. Da sollten Sie uns doch keine Vorwürfe machen, daß wir bei dieser Gelegenheit zu er»
nur führen, wenn es sich auf dem Kontinent stark erhält. Nur das Gewicht, das wir als Kontinentalmacht einsetzen, ermöglicht Welthandel und Kolonialpolitik. Beide fallen in sich zusammen, wenn wir uns zu Hause nicht stark halten; erwerben wir Außenpositionen, zu deren Sicherung wir unsere kontinentalen Kräfte verzetteln und schwächen müssen, dann sägen wir an dem Ast, auf dem wir sitzen. (Sehr gut! rechts.) Deshalb ist es von der deutschen Po- litik in den letzten Jahrzehnten richtig gewesen, daß sie keine politischen Aspirationen in Marokko verfolgte, und deshalb sind wir auch jetzt auf dem richtigen Wege gewesen, indem wir Landerwerb in Marokko von vornherein aus unserer Aktion ausschieden. Ich nehme es als ein Verdienst unserer Politik in Anspruch (Sehr richtig!), daß wir dem Anerbieten an Landerwerb in Marokko nicht nachgelaufen sind. (Schallende Heiterkeit bei den Natl.)
Die Klage über schwächliche Politik stammt nicht nur aus den Kreisen derer, die ein Stück Marokko für uns haben wollten. Sie geht weiter. Soll diese Klage einen anderen Sinn haben, als der eigenen Negierung in auswärtigen Angelegenheiten Schwierigkeiten zu machen, dann muß sie doch ein greifbares Ziel zeigen. Ich spreche nicht von denjenigen, die im Sommer schlechthin den Krieg wünschten. Auch deren gab es. Und ihre Zahl war wohl nicht so groß, wie die Worte, die sie in den Mund nahmen. (Heiterkeit.) Andere wollten den Präventivkrieg, sei es gegen Frankreich, sei es gegen England, sei es gegen beide zugleich. Sie alle wissen, wie Bismarck über Präventivkriege dachte. Er hat gesagt: fein R a t werde nie dahin gehen, einen Krieg deshalb z u führen, weil er spater doch einmal geführt werden müsse. So konnte er der Vorsehung nicht in die Karten sehen. Auch siegreiche Kriege betrachte er immer als ein Hebel, das die Staatskunst den Volkern zu ersparen bemüht fein müsse. (Sehr richtig! auf der äußersten Linken.^ Diese Grundsätze hckben uns auch jetzt geleitet. Nie-
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----- (Sehr richtig! im Zentr. und links.) Nun zur selbst! Das Abkommen ist das Ergebnis der auf mehr als sieben Jahre zurückgehenden Marvkkopolitil, über die wir Ijicr W°n fiäufig mit einem Gefühl großen Unbehagens gesprochen haben. Es iji ja immer einemißlicheSache, auswärtige An- gelegenheiten zu kritisieren. Man läuft immer i»e-
tn a n'b" kann tvisse rif ob Deutschland 5e r e t n Jt ein Krieg Geschieden sein wird. Für mich aber, der ich heute die Verantwortung zu tragen Ijabe, ist es Pflicht, die Geschäfte so zu führen, daß ein Krieg, der vermieden werden kann, der nicht von der Ehre Deutschlands gefordert wird, auch vermieden wird. (Sehr gut! links.) Tas sind die Grundsätze gewesen, nach denen die Marokkopolitik in ihrer letzten Episode geführt worden ist. Marokko war eine dauernd schwärende Wunde in unserem Verhältnis nicht nur zu Frankreich, sondern auch zu England. Ter Zug der Franzosen nach Fez hat ein akutes Stadium herbeigeführt und eine Operation notwendig gemacht. Wir haben sie unternommen, um bie Wunde z u heilen. Wir wären niemals zu den Ergebnissen gekommen, die jetzt vorliegen, wenn nicht beide Regierungen demselben Ziele zu- gesteuert hätten. Ich erblicke darin einen großen Gewinn, daß es Deutschland unb Frankreich möglich gewesen ist, fid? über eine s o heikle und latente Gefahren in sich bergende Frage, wie es die Marokkofrage ist, im Wege friedlickierVer ständigung au, einigen. Diese Tatsache ist mehr wert als alle Diskussionen über Schiedsverträge und über Abrü st u n g. Sie kann die Grundlage werden zur Anbahnung und Festigung eines Verhältnisses, wie es den wahren Interessen und dem Fortschreiten der beiden großen Nationen entspricht. Gewiß kann erst die Zu- kunft auf dieser Grundlage bauen. Aber es wäre eine Versäumnis der Gegenwart gewesen, wenn sie den E ck st e i n verworfen hätte, anstatt ihn zu legen. Ich sprach davon, daß d i e Marokkofrage auch unser Verhältnis zu England tangiert hätte. Auch darüber noch ein kurzes Wort! Kraft vertraglicher Abmachungen stand bei allen marokkanischen Differenzen zwischen Frankreich und Deutschland England auf Frankreichs Seite, zum mindesten diplomatisch. Insofern reinigt die Erledigung der Marokkoangelegenheit auch in unseren
land gehässigen Weise interpretierte und daß dreier Interpretation von englischer Seite inkei n e r Weise entgegengetreten wurde. (Hört, hort!) Ich habe mich veranlaßt gesehen, diese Dinge durch den^aiser- lichen Botschafter in London zur Sprache bringen zu lassen. Meine Vorstellung ging dahin, daß wir dabei feien, die - ca- rokkoangelegenheit mit Frankreich zu besprechen, daß dadurch zunächst englische Interessen nicht berührt würden, und daß, sofern England durch das Ergebnis der Besprechung seine Jntereßen berührt glauben sollte, wir erwarten, daß seine Regierung dieselben bei den kontrahierenden Regierungen nur auf dem üblichen diplomatischen Wege zur Geltung bringen werde. D i e englische Regierung hat danach keinerlei Wunsch mehr zu erkennen gegeben, sich an unseren Verhandlungen mit Frankreich z u beteiligen. Immerhin bleibt die so unerwünschte Wirkung jener Rede bestehen, sie erzeugte insbesondere in der ihr durch die Presse gewordenen Interpretation in weiten deutschen Kreisen eine sehr bittere Stimmung, die natürlich auch mehr oder minder stark sich in unserer Presse kund gab. Ihrer Wirkung nach war also jene Rede für ein freundliches Verhältnis zu England nicht forderlich. (Sehr richtig!) So offen ich das bedauere, so bestimmt muß ich das zurück weisen, daß die Rede benutzt worden ist, gegen die deutsche Regierung den Vorwurf einer unsicheren schwächlichen Politik zu erheben. Tatsächlich ist unser Programm einer einverständlichen Auseinandersetzung mit Frankreich ohne Einmischung Dritter und auch unbeeinflußt von unverantwortlichen Preßtreibereien durchgeführt worden. Der englische Minister Sir Edward Grey hat vorgestern im englischen Unterhaus in einem Appell an die Presse beider Länder ernste Worte gesprochen und namentlich vor der Verbreitung unwahrer Nachrichten gewarnt. Ich kann mich dieser Warnung nur anschließen, damit sich in der beiderseitigen Volksstimmung nicht Ansichten festsetzen, die auf die Dauer die Beziehungen beider großen Länder zu ihrem beiderseitigen Schaden, und ich füge hinzu, zum Schaden der
sich deutsche Auswanderer ansiedeln können. Ich will darüber sehen Deutschlands verlangt? Nein! Das Ansehen nicht streiten, wiewohl sich über eine marokkanische Siedelungs- Deutschlands als Großmacht verlangt, es nicht zu Politik mancherlei Anmerkungen machen ließen. Ich nehme an, dulden, daß ein internationaler Vertrag, wie die
Tn de facto dem Einfluß der Franzosen verfallen. Dieser unklare Das sind phantastische unb verschwommene Zustand war für uns nach Tanger und S p i e l e r e i e n, und ich wundere mich nur, daß es immer noch Algeciras eine stete Gefahr in unseren Be- Männer im Auslande gibt, welche denen eine Bedeutung für bie ziehungen zu Frankreich. Tie offene Tür war auf dem deutsche auswärtige Politik zubilligen. Eine starke Politik $apier zwar da, aber es fehlten die besonderen Garantien, die
Vorteile, den das eigene Land gewinnt. Eine Politik, die auf den Schaden des anderen sieht, ohne Rücksicht, ob ihr das selbst nützt, muß doch schließlich die Erbitterung, die sie erzeugt, in Zukunft dock) einmal bar bezahlen. Wer aber in dem Reichstages haben diesem Anerkenntnis zugestimmt. Woher soll Protektorat Frankreichs über Marokko einen derartigen Macht- sich nun mit einem Male die Angelegenheit geändert haben? zuwachs Frankreichs erblickt, daß dadurch die Existenz Deutsch- Süd-Marokko ist zweifellos ein schönes Land (Große Heiter- lands gefährdet wäre, kommt zu dem Präventivkrieg. Also wozu die feit); es soll sehr erzreich sein, fruchtbaren Boden haben, auf dem Wiederherstellung der Algecirasakte? Wurde sie von dem An«
Vezie Hungen zu England den Tisch.
Ich kehre zu dem Gedanken zurück, von dem ich vorhin aus- * ging. Der Mi ß in u t und der Pessimismus, der unser Volk anderen Richtung: daß wir hätten mehr, ein anderes erfüllt, und ber bie Regierung zu anderen Taten treiben wollte, hätten wollen sollen. (Heiterkeit.) Das habe die Ehre der mußte greifbare Ziele zeigen, Ziele, die gerade bei und das Ansehen Deutschlands gefordert: entweder Süd-Marokko Erledigung der Marokkoangelegenheit erreicht werden konnten, oder die Wiederherstellung ber Algecirasakte. Also: ein Ent- Weshalb wir nicht auf ein Stück Marokko ausgegangen sind, Weber oder. Ja, meine Herren, wem der Besitz von Süd-habe ich eben bargelegt. Dafür wurde dann besonders dringend marokko als ein Lebensinteresse Deutschlands gilt, der wird in verlangt, daß wir dann doch wenigstens die Verhandlungen der Nichtbeanspruchung dieses Besitzes eine Preisgabe des An- mit Frankreich hätten abbrechen, und daß wir auf die sehens Deutschlands erblicken, der kann kein „Oder" Wiederherstellung der Algecirasakte hätten bekennen, ber muß verlangen, baß wir in den Krieg stehen sollen. Der Abbruch ber Verhanblungen, ber wäre ein ziehen, um Sübmarokko zu erobern. Für ben fann Leichtes gewesen; noch leichter wäre es gewesen, bie Verhand- bie Wiederherstellung der Algecirasakte kein gleichwertiges Aequi-1 langen überhaupt nicht einzuleiten, aber die Herstellung der Algevalent fein. Mit dieser Formel ist also vom Stand- cirasakte? Ich erblicke kein Interesse Deutschlands punkt der Ehre und des Ansehens Deutschlands an der Wiederherstellung eines Zustandes, der an der nicht nichts anzufangen : aber auch nicht vom Standpunkt prak- mehr haltbaren Fiktion ber Selbständigkeit bes tischer Realpolitik aus. S ü d - M a r o H o war für uns um des- m a r o k k a n i s ch e n Sultans unb der Unabhängigkeit des willen nicht begehrenswert, weil uns seine Erwerbung, Scherifenreiches leidet. Wir haben doch diesen Zustand seit 1906 seine Sicherung und Verteidigung Opfer auferlegt haben genau genug gekannt. Er war moralisch und materiell für uns unbefriedigend. Der Beweggrund des Verlangens nach der Algecirasakte ist zum Teil auch ein anderer gewesen. Wenn wir nicht Südmarokko haben können ober haben sollen, so sagte man, bann sollen es wenigstens bie Franzosen nicht haben. So war es in biesem Sommer in ber Presse zu lesen. Für mich besteht ber Wert ber Politik nicht in bem Schaben, ber einem anbercn zugefügt wirb, fonbern in bem
b e r e | Lassen Sie mich zum Schluß bas Fazit ziehen! Wie sah es große bor unb Agabir aus? Nominell war Marokko selbstänbig,
es ist ein außerorbentlich wünschenswertes u n d Algecirasakte, ber unsere Unterschrift trägt, z u unserem erstrebenswertes Stück Erbe. Aber ich muß doch N a ch t e i l und ohne unsere Zustimmung einseitig a b g e ä n d e r t sagen: wer es für bie Ausgabe Deutschlands ansieht, erstrebens- j werde. Darum mußten wir handeln, im Notfälle werte Länder durch den Krieg zu erobern, der könnte^auchmitdemSchwert.sowiewirgehandelthaben, doch ebenso gut, wenn nicht vielleicht noch? und unser Vorgehen hatte Erfolg.
verfallen. (Sehr richtig! bei ben Natl. unb rechts.)


