Ausgabe 
8.2.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Ersten Vorsitzenden des hiesigen Vereins zu entnehmen, in­haltlich dessen dem Nattonalliberalen Verein Gießen seit der letzten öffentlichen Versammlung in Steins Garten eine ganze Anzahl neuer Mitglieder beig tr.ten sind.

Gewerbestatistik.

Das erste Heft des Bandes 214 der Statistik des Deutschen Reichs bringt die Veröffentlichung der Ergebnisse der gewerblichen BetriebSausnahmc vorn 12. Juni 1907 über die Benutzung mo­torischer Kräfte und die Verbreitung der wichtigeren Arbeits- inaschinen zum Abschluß. Die erste Tabelle behandelt bte Benutzung von Umtriebs- oder ^aftmaschinen (Motoren) in den Gewerbe­zweigen im Reiche unter Zählung der Einzel- und Teilbetriebe als Betriebseinheitcn. 270 9 75 Betriebe verwenden Kraftmaschinen und zwar stellt sich die ermittelte Höhe der in regelmäßigem Betriebe benutzten motorischen Kraft aus 8 831 4 3 4 Pferde starken und 1 544 800 Kilowatt. Dabei ist die Kraftleistung der durch W-ind bewegten Triebwerke, der Motor- oder Kraftwagen, der Dampfkessel ohne Kraftüber- tragung, der Dampffässer, Lokomobilen wie ber Dampfschiffe uitb Barkassen in diesen Ziffern nicht enthalten. Die durch Dampf bewegten Maschinen stehen mit 7 282 399 Pferdestärken ^unter den nach dieser Krafteinheil ermittelten Motoren an erster Stelle. Mit 868 862 PS folgen die durch Wasser bewegten Triebwerke. Die Gasmotoren verzeichnen 187 999 PS. Tie durch Druck­luft betriebenen Maschinen weisen 95 640 PS auf, die durch Benzin oder A e t h e r bewegten 64 646, die Petroleum­kraft m a s ch i u e n 24 567 PS, die Heisluftmotoren 13026, die Spirituskraftmaschinen 4329 Pferdekräfte: auf die sonstigen durch Pferdekräfte gemessenen Kraftmaschinen, entfallen 289 966 PS; dazu kommt, wie vorher erwähnt, noch eine Kraftleistung an 1544 600 Kilowatt durch elektrische Mo­toren, die 1 137 000 Pferdekräften entsprechen.

Die Tabelle läßt des näheren erkennen, in welchen Gewerbe- abteilungen, -gruppen, klassen und -arten die Motoren verwandt werden und mit welchen Kraftleistungen die einzelnen Gewcrbe- zweige an den Gesanrtzahlen beteiligt sind.

Die beiden weiteren Aufstellungen über die Arbeitsmaschinen können nur eilte Auswahl der wichtigeren Arbeitsmaschinen be­rücksichtigen. Die Auswahl wurde dieses Mal nach zwei ver­schiedenen Gesichtspunkten vorgenommen (bei der Betriebszählung des Jahres 1895 nur nach einem Gesichtspunkte . Die erste der beiden Tabellen behandelt 166 Arten von Arbeitsmaschinen und stellt ihre Verbreitung in den einzelnen Gewerben dar. Ansgewähll sind hier die Maschinen, die für das gefamte Gewerbe von all­gemeiner Bedeutung sind. In der anderen Aufstellung entscheidet dagegen die Eigenart der einzelnen Gcwerbearten für die Wahl der dargestellten Maschinen, so daß hier bei jedem der einzelnen Gewerbe diejenigen Arbeitsmaschinen aufgeführt werden, welche für den betreffenden Gewerbezweig besonders wichtig sind.

daß er die Vorschläge des Ausschusses als notwendig und wün­schenswert erachte.

Aus Straßburg wird gemeldet: Staatssekretär Zorn von Bulach und Unterftaatssekretär Mandel begaben sich am Dienstag nach Berlin, um an den Arbeiten des im Reichs­tage zusammentretendcn Ausschusses teilzunehmen, der die Revi­sion der elsaß-lothringischen Verfassung beraten wird.

2h8dlanö.

Aus Paris wird gemeldet: Die Nordbahn-Gesell­schaft teilte dem Minister der Oeffentlichen Arbeiten mit, daß sie außer Stande sei, gewisse Bedienstete, die in­folge des Ausstandes entlassen worden warm, wieder cin- z u stellen, da die Erfahrungen gezeigt haben, daß diese ein Element der Unordnung und Disziplinlosigkeit seien. Die Ge­sellschaft habe aus Menschlichkeit einer Anzahl von entlassenen Bediensteten ausnahmsweise Ruhegehälter und Unterstützung ge- wähtt, aber sie könne nicht so weit gehen, Bedienstete einzu- stellcn, die die Streikagitation vielleicht von Neuem beginnen würden. Iaurös erhebt in derHumanitö" aufs schärfste gegen diese Haltung der 9iordbahngcsellschaft Einspruch.

Im dänischen Folkcthing wurde ein Gesetzentwurf betreffend Erhöhung der Eiscnbahntarife für Per­sonen-, Güter- und Viehbeförderung auf den Staatsbahnen vor- gclegt, von dem eine Einnahmeerhöhung von 3 850 000 Kronen erwartet wird; ferner ein Gesetzentwurf über die Mgaben für öffentliche Vorstellungen und Aufführungen, dessen Ertrag auf 900 000 Kronen geschätzt wird; sodann Gesetzentwürfe über die Fabrikaufsicht, Abgaben für Areale, auf denen Fabriken betrieben werden sollen, über Wertzuwachs st euer in denjenigen Städten, die bei der Durchführung der Heeresordnung Garnisonen erhalten; schließlich ein Gesetzentwurf über die Zulassung von Be­amten zu Nebenerwerben.

Aus London wird gemeldet: Balfour erklärte in einer hier gehaltenen Rede, daß er insoweit Anhänger der Politik des Referendums sei, als das Referendum das Urteil des Landes über eine außergewöhnliche Streitfrage zum Ausdruck bringe, das; er aber mit Austen Chamberlain darin über- einstimme, daß Einzelfragcn mit Nutzen dem Referendum nicht unterworfen werden könnten.

AuS Washington wird gemeldet: Das Repräsen­tantenhaus erledigte die sogenannte Spionbill, durch welche das Photographieren und Zeichnen von Kriegsschiffen, Werften und Befestigungen verboten wird bei einer Strafe von 1000 Dollars Geldstrafe, mehrere Jahre Gefängnis und wenn -die Information an eine fremde Macht verlaust wurde, 10 Jahre Gefängnis.

Der Senat in Washington hat die int Heereshaushalt für den Ankauf von Flug schiffen geforderte Summe von 250000 Dollars auf 125 000 Dollars herabgesetzt.

Vereins um Stiftung eines Ehrenpreises. 25. Bildung des W-Hi- ausschusses für die Beisitzerwahl des Kaüsmannsgeri i ts. 26. lcLct= nähme der Grabunterhaltung der Dr. Otto Follenius Wüwe 27. Gesuch des Christian Bepperling um Erlaubnis zum Lclnnk- wirtschaftsbetricbe im Hause Walltorstraßc 24. 28. Desgleichen des Georg Schrimpf im Hause Bahnhofsttaße 57. 29. Desgleichen des Emil Sieck int Hause Bahnhofsttaße 31.

** 23 o n unserem Regimen t. Während das 1. Bataillon unseres Regiments heute mit dem gefechtsmäßigen Scharfschießen bei Sinne r ob begonnen hat, sind das 2. und 3. Bataillon heute in aller Frühe z i einer Uedunq mit dem Ulanen-Regt. N r. 6 a,.sg.r..ckt. Es handelt sich um eine Aufllärungsübung des Manen-Regiments in größerem Umfange. Die beiden Aatailwne des Regi­ments stellen mit Hilfe zahlreicher Flaggen eine Division dar, die in zwei Kolonnen von Gießen gegen die Nidder marschiert und mit der einen Kolonne über Grüningen- Holzheim, mir der anderen Kolonne über Grotzen-Linden- Langgöns die Linie Gambach-Bntzbach erreicht, um sich in dieser Linie in einer Verteidigungsstellung bereit stellen. Gegen 3^2 Uhr nachmittags wird die Uebung iyr Ende erreichen uitb die beiden Bataillone nach Butz dach marschieren, woselbst sie aus den Feldküchen des 1/168 verpflegt werden und von dort aus in einen Sonderung verladen um 7i/4 Uhr abends in Gießen wieder eintreffen.

** Wohltätigkeits-Konzert des Kronb auer- Q ua r t e t t a m 12. Februar. Lieber die, bei diesem Konzert, mitwirkende Sängerin Fräulein Geis entnehmen wir aus der Berliner-Börsenzeitung nachfolgenden Bericht: Im gleichen Saale (Bechstein) ließ sich am Abend darauf die Sängerin Johanna Geis in einem eigenen Konzert vernehmen. In der Wiedergabe einer Anzahl Gesänge von Peroglesi, Paradies, Brahms, Schu- nmnn und H. Wolf, die ich hörte, zeigte sich die Konzertgeberm stijmlmlich gut veranlagt. Ebenso verriet die ganze Art der Behandlung, die sie ihrem wohlklingenden Sopran angedeihen ließ, eine das übliche Durchschuittsmat; überschreitende ge;angliche Bildung. Da auch im Vortrag musikalisches Empfinden und die Gabe, sinngemäß zu gestalten, zutage traten, war der Ein­druck ihrer Darbietungen, unter denen besonders BrahmsÄn eine Aeolsharfe" und H. WolfsDas verlassene Mägdelein" und Elfenlied" recht stimmungsvoll wirkten, als ein vorwiegend günstiger zu bezeichnen.

** Der Kaoallerieverein hielt am Samstag abend im Felsenteister seine Jahres-Hauptversamm­lung ab. Der zweite Vorsitzende und einzige Veteran des Vereins, Tierarzt Dr. Köhler, wurde zum Ehren­mitglied ernannt. Im nächsten Jayre will der Verein sein fünfjähriges StiMngsfest in den Räumen von Steins

Deutsches Neich.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: An Stelle des als Botschafter nach Tokio gesandten Grafen v. Rex wurde der zurzeit in der politischen Abteilung des auswärttgen Amtes beschäftigte bisherige Gesandte in Lapaz (Bolivien) v. Haxt­hausen zum Gesandten in P eking bestimmt.

Im Reichstage ist ein Abünberungsantrag der Fortschrittlichen Vvlkspartei zu dem Gerichts- v e r f a s s u n g s g e s e tz eingegangen, folgenden § 8a hinter den § 8 einzuschalten: Ri cht er n ist die A n n a h m e von Orden und Ehrenzeichen verboten. Das Tragen von Orden und Ehrenzeichen, welche vor Eintritt in das Richteramt erworben sind, sowie die Annahme von Orden und Ehrenzeichen für krie­gerische Verdienste und von Rettungsmedaillen, bleiben von dieser Vorschrift unberührt.

Das preußische Abgeordnetenhaus beriet am Dienstag in erster Lesung den Entwurf des Zweckverbands- -gesetzes. Die Vorlage wurde schließlich an einen Ausschuß überwiesen.

Die KorrespondenzSächsischer Landesdienst" meldet: Ge­legentlich der Anwesenheit am Geburtstage des Kaisers in Berlin verlieh der König von Sachsen dem Staatssekretär 'des Reichsamts des Innern, Delbrück, das Großkreuz des "Wrechtsordens mit goldenem Stern, dem Staatssekretär des Reichsschatzamts das Großkreuz, dem Unterstaatssekretär Wahn- i ch a f f e und bem Direktor des Reichsamts des Innern L e w a l b das Komturkreuz erster Klasse desselben Ordens.

Die b r aunschweigischeLandesversammlung be­gann die Berattmg der Ausschußvorschläge betreffend die Ab­änderung des Wahlrechts zum braunschweigischen Landtage. Die ländlichen Abgeordneten sind im allgemeinen gegen jede Wahlreform und besonders gegen die geheime Wahl. Der Staats­minister sprach sich im Namen des Staatsministeriums dahin aus.

Winterkleidung besteht aus einem Renntierfellwams oder einer Blaufuchsjacke, Hosen von Eisbärfell und Stiefeln von Moschus­ochsen- oder enthaartem Seehundsfell. In Ostgrönland sind die Männersttefel von einer besonderen Form. Die Frauen tragen in ganz Grönland stets sehr kurze Hosen und bis hoch zum Oberschenkel reichende Stiefel. Bei den Polareskimos sind btc weiblichen Beinkleider am längsten, in Ostgrönland am kürzesten. Außerordentlich fein sind die Blaufuchspelze der Frauen der Polar- esttmvs; sie haben stets vorn den blendend weißen Einsatz aus Lchnauzenteilen des Weißfuchses und einen sackartigen Ansatz Tür ben Säugling. Die Haare werden bei den Westgrönländerinnen zylrnderartig emporgenommen und bilden bei ben Ostgrönländer- rnnen einen breiten Kamm. Die Frauen der Pölareskimos Ichlingen sie nur selten in eine Art Knoten.

~ Die Brautwerbung bes Dichters. Unter dem Forlitz von Jean Richepin hat sich kürzlich in Paris ein Komitee gebübet, das dem Andenken des Dichters Villiers de l'Jsle-Adam ein Denkmal errichten will, und m der Comedie wird seine Revolte" cin)tubiert. Anknüpfend hieran erzählt die Revue des Pays latins eine kuriose Episode aus dem Leben des Poetm Viltters de l'Jsle-Adam hatte die fixe Idee, er müsse eine reiche heirat machen. Bon Zeit zu Zert sah man den sonst sorglos gekleideten dichter fast stutzerhaft aufgeputzt erscheinen, er duftete oanu nach allen Parfums, und die Freunde wußten: nun sucht er wieder die reiche Heirat. Er nalym auch die Hilfe von Ver- nu.tlcrii m Anspruch; so wurde er einmal im Haipe eines reichen Burgers von Versailles eingeführt. Eines Abends erklärte der Hausherr dem Vermittler, daß er seine Tochter herzlich gern öcm a. idjtcr zur Frau geben würde, doch nur unter der Be- olngung: der Bräutigam in spe möge sich vorher einmal gründ- liflj in die Behandlung eines Zahnarztes begeben. Denn d'r gei|trcid)c Schriftsteller halle sehr schlechte Zähne, fast alle sahen Ichwar; aus, und fern Aeußeres gewann nicht durch diesen Miß- griiT der Natur. Heroisch unterwarf sich der Bewerber dieser Bedingung, ging zum Zahnarzt, der ihm nun, einen nach dem anderen, sämiliche Zähne auszog und ihm dafür als Ersatz ein trächtiges künstliches Gebiß lieferte. Die Rechnung sollte dann von der Mitgift bezahlt werden. Aber als der Siebter mit neuen Zahnen wiederkam, hatte die ausersehene Braut in weiblicher Wankelmütigieit ihre Meinung geändert: lieber wolle sie ins Kloster gehen, als mit Villiers de l'Jsle-Adam zum Altar treten, -ins ivar eine Katastrophe. Der enttäuschte Vermittler weig.'rte ttch. die Rechnung des Zahnarztes zu bezahlen, der wiederum wollte dem Dichter keinen Kredll geben, und das Ende der .raurigen Geschichte blieb, daß der Dentist sein künstliches Gebiß i. wder abholte und Villiers de l'Jsle-Adam, um eine Enttäuschung utajer und stimiliche Zähne ärmer, seine Heiratspläne ausgab bis zum nächsten Male.

Kunst ^Wissenschaft.

~cni. Zeltesten der iuri stachen Fakultät in Heidelberg, grober, wurden gestern anläßlich

tnc'3 oOlvhrigen -ottorjubdaumö durch zwei feierliche Abor-'- nrmgen,die Glückwünsche der Universität und Fakultät dargebracht. ~IC ^A^berger Akademie der Wissenschaften hatte dem Jubilar rmc Gluckwumchadrege uber,andt.

Aus staot uuo Hund*

Gießen, 8. Februar 1911.

* * £ ageskalender für Mittwoch, 8. Febr. Theater- v er ein: 2. OpernvorslellungDer Bajazzo",Brüderlein fein". Anfang 7 Uhr. |

*

** Die hessische LandwirtschaftSkammer wird nach einem heute erfolgten Vorstandsbeschluß am 17. und 18. März zu ihrer PlenarVerhandlung zusaminentreten. Ter Vorstand beschäftigte sich mit dem Entwurf eines Aus­führungsgesetzes zum Neichsviehseuchengesetz und dem Entwurf eines Gesetzes über die Versicherung des an Maul- und Klauenseuche gefallenen Rindviehes. Der Vorstand machte hierzu einige Abänderungsvorschläge, besonders ist er im Interesse der kleinbäuerlichen Bevölkerung für die Ver- sicherung des Kleinviehs. Der Vorstand billigte dann im all­gemeinen den Entwurf einer Novelle zum Brandversiche­rungskammergesetz. Dem Mitteldeutschen Arbeits­nachweisverband in Frankfurt a. M. wurde ein erhöhter Jahresbeitrag bewilligt, der Landesverband der Hess. Ge­flügelzüchter erhielt einen Zuschuß zur V. Landes-Geflügel- Ausstellung.

Lehrerpersonalien. Ucbertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Joh. Frey aus Bechenheim eine Lehrer­itelle an der Gemeindeschule zu Bechtheim.

* * M o u t a n st a t i st i k des G r o ß h e r z o g t nms H e s - I e n. Die vorläufigen Zahlen zur Montanstatisttk für 1910 la|)en, nach der Tarmst. Ztg., in allen Produktionszweigen mit Ausnahme des Braunkohlenbergbaues eine Verbesserung gegen vas schlechte Jahr 1909 erkennen. Die Brauntohlenför- d e r u n g ist von rund 500 000 Tonnen auf rund 481 000 Tonnen zurückgegangen, ihr Wert erreicht nicht ganz 1 Million Mark (gegen 1,066 Mill. Mark i. Vorj.). Ter Eisensteinberg­bau hat die schwere Krisis von 1908/09 überwunden und mit 338 000 Tonnen (gegen das Vorjahr 50 000 Tonnen) eine bedeutende Aufwärtsbewegung angetreten. Der Wert dieser Pro­duktion betrug annähernd 2,88 Mill. Mark. Auch die sonst ziem­lich stabile Kochsalz-Erzeugung hat sich (um fast 3000 To.) auf 19 000 Tonnen erhöht, deren Wett runb 656 000 Mark beträgt. Auch die Glaubersalz- Produktion einer Schwefel- läurefabrrk ist um ein Geringes gegen das Vorjahr vermehrt worden. Ebenso hat sich die Gewirnmng von Zementkupfer bei der anderen Schwefelsäurefabrik etwas gefteigert. Die S ch w e- felsäure-Prodnltion hat sich (um rund 15 000 Tonnen) aus ✓6 000 4,0. erhöht, ihr Wert auf 1,374 Mill. Mk. Die Erzeugung an El i e ß e r e i w a r e n ist (um runb 9000 Tonnen) auf 52 000 Tonnen geftiegen und hat den Wert von über 10 Mill. Mk. erreicht. Der Ges amt wert der Monlanproduktion des Großherzogtums beträgt für 1910 die bisher niemals erreichte Summe von 16,1 Millionen Mark. Besonders beachtenswert ist die Bedeutung Heyens auf dem Gebiet der Eisenerz- und Schwefclsäureproduktioii: P^.h"nd bei der Produktion an Braunkohlen, Salz und Eisenguß Hessen unter den deutschen Bundesstaaten etwa die 7. oder 8. Stelle ei mummt, also ungefähr den Platz, der seiner Größe im Verhältnis gii den anderen Staaten entspttcht, steht die hessische Eisenerz- törberung und die hessische Schwefclsäureproduktion im Reiche an dritter Stelle. Immerhin sind auch die anderen Zweige der Montanproduktion in Hessen keineswegs gering anzuschlagen. Jns- gciamt beschäftigten die in Rede stehenden 74 Betriebe am Jahres- chluß 1910 etwa 5000 Arbeiter mit 13 000 Angehörigen. Auf bte Bergwerke und Salinen allein entfielen davon rund 2200 Arbeiter mit 4800 Angehörigen.

* * Für bic Sitzung ber Stadtverordneten-

ammlung am Donnerstag den 9. ' Februar 1911, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tages­ordnung vorgesehen: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch

für Schützenstraße 12. 3. Bangesuch des Joh. Ehr. Wallenfels für Ecke Kirchenplatz und Auf der Back. 4. Ent­rasterung Bahnhofstraße 65. 5. Entwässerung Ost-Anlage 36. ^Ebauungsplaii für das Gebiet zwischen Marburger Straße, Ost-Anlage, Mostkesttaße und Kaiser-Allee; hier: Antrag des Jdcubauburcaud f. d. Amtsgerichtsneubau auf Aenderung. 7. Otts- Itatut für die Bebauung des Wetzlarer Wegs; hier: Gesuch des H. Winn. 8. Umgestaltung bet West-Anlage. 9. Fußweg- unterjubrung unter der -oberhessischen Eisenbahn im Zuge der Ebel- ttaße 10. Errichtung eines Denksteins in der Süd-Anlage am llusgang dec Plocklttaße. 11. An- und Verkauf von Grundstücken, ftebergang von Grundstücken der Stadt an den Stadtecwkite- rungssonds. 13. Voranschlag der Armenkasse für 1911. 14. Ver­legung von Hilfsschultlassen in die alte Gewerbeschule. 15. Er­richtung neuer ^chulstellen. 16. Einrichtung der alten Klinik für jmeae der städtischen Verwaltung. 17. Bahnprojekt Gießen Brandoberndori. _ 18. BahM'rojekt Gießen(hladenbach. 19. Ein­richtung eines städtischen Fuhrvarks. 20. Umarbeitung alter Bordsteine. 21. Geiiohrniguiig von Rechnungen. 22. Gewäh­rung eines Ehrensoldes an Feldzugsteilnehmer. 23. Einführung Von Polizeihunden. 24. Gesuch des Geflügel- und Vogelzucht-

Garten feiern. Der Verein zählt zurzeit 86 Mitglieder.

Besitzwechsel. Weißblubermeister Heinrich Launs- bach kaufte von der Stadt 1 700 Quadratmeter in der Liebigstraße (ehemaliges Aktienbrauereigelände) zu 16 Mk. für den Quadratmeter.

'* Treue Arbeit. Gestern feierte Frl. Elisabeth Meurer ihr 25jähriges Diensljubiläum bei der Familie Edmund Wetter.

* * Zusammenstoß. Gestern nachmittag kam ein Fuhr­mann im Trab aus der Schloßgassc heraus nach dem Kirchen­platz und fuhr dabei gegen einen Wagen der elektrischen Straßenbahn, der gerade vom Lindcuplatz her kam. Am Wagen der Straßenbahn wurden die Laternen zertrümmert, sonstiger Schaden entstand nicht.

* * Dtaul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Galsburg-Stuttgart, Fellbach, Oberamt Kannstatt, und Plochingen, Oberamt Eßlingen.

Landkreis Gieren.

Garbenteich, 7. Febr. Am Sonntag abend hielt der Gesangverein Lieder blute hier fein 13. Stif­tungsfest im Saale des Gastwirts Peter Becker ab. Durch eine Rede des Präsidenten Phil. Vorig wurde die Feier ein-, geleitet. Die gesanglichen Leistungen unter dem Musiklehrer! Albert Kasten wurden großartig ausgeführt, ebenso einige heitere Theaterstücke. Lehrer Weisel dankte dein Verein für die Ichönen Darbietungen und brachte ein Hoch auf seinen rührigen Dirigenten und den Präsidenten aus. .An den humoristischen Teil schloß sich ein Ball an.

= Burkhardsfelden, 7. Febr. Am Samstag abtnb feierte der Turnverein sein erstes W i n t e r ö c r g n ü gen im Saale der Hoffmannschen Wirtschaft. Die Feier verlies in recht schöner, anregender Weise. Nachdem der 1. Vorsitzende Lehrer Raus ch die zahlreich erschienenen Gäste begrüßt und in einet kurzen Ansprache, die auf echt vaterländifcher Grundlage be­ruhenden Ziele des Vereins erklärt hatt, brachte er ein begeistert aufgenommenes Hoch auf unseren Lairdesfürsten aus. Tie aktiven Turner setgten dann, daß sie es in der kurzen Zeit ihres Heben», recht weit gebracht haben, indem sie verschiedene Leistungen am! Barren sowie einige hübsche Pyramidenaufstellungen vorführten. Auch der Humor kam durch etliche urkomische Vorführungen zur, Geltung. Die.Mitgliederzahl des Vereins beträgt nun schon 60.,

= Li ch, 6. Februar. Auch hier scheint sich nun nach! und nach Karnevalsleben entwickeln zu'wollen. Dec Reigen der Faschingsoergniigen wird am Sonntag den 19. ds. Mts. in der dekorierten Turnhalle durch eine ftappen- sitzuug eröffnet unter Mitwirkung der kostümierten Hauskapelle Sommer. Sonntag den 26. Februar ist dann Herren-, Damen- und Fremdensitzung des Turnvereins. Hieran schließt ich am Fastnachts-Dieuitag einVtaskenball" mit Prämi­ierungen der schönsten Herren- und Damenmasken, Gruppen- Vorführungen, Masken-Reigen und sonstigen Ueberraschungen. in der Turnhalle.

-r. Langd, 7. Febr. Hier wurde der Landwirt Hof-^ inann von seinem Wagen überfahren, da ihm die Pferde durchgegangen waren. Zum Glück mar der Wagen leer, so daß Hofmann mit leichten Verletzungen davonkam.

~ Ober-Bessingen, 7. Febr. In der Nacht von -Lonntag auf Montag hat sich hier eine Witwe in ihrem Wohnzimmer hinter dem Ofen erhängt. Die 20jährige^ Tochter^fand ihre Mutter noch in der Nacht, als sie von einem -vanzvergui'igen in einem Nachbarorte zurückkehrte. Daß Motiv zur Tat ist unbekannt. Kürzlich mürbe die hiesige ^>"gd verpachtet. Obwohl das Wild sehr gelitten hat, wurde doch eine Pachtsumme erreicht, die fast das Doppelte der vorjährigen beträgt. Die vorigen Pächter haben sie wieder bekommen.

,. ^Ettingshausen, 7. Febr. Heute nachmittag fand

s rp ach tun g der G cm eind ej agd auf weitere b ÄceJt£rti . runfaßt etwas über 900 Hektar Feld uno -Walo. Seitheriger Pächter war Kaufmann Bieler von

von 1315 Mk.; voriges Jahr wollte der Pachter die Jagd für 1450 Mk. aus der Hand pachten; was ^der Gemeindeoorstand auch zufrieden mar, aber das Kreis amt erteilte hierzu nicht die Genehmigung. Rentner Vogl von Butzbach war heuie Letztbietender mir 1700

Kreis Büdingen.

-1- Büdingen, 7. Febr. Der am 31. Mai 1861 ge­gründete Turnverein Büdingen begeht in Pen ersten Tagen