Ausgabe 
7.7.1911 Erstes Blatt
 
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Läufig abgewandt, da die Leute einwilligten, einstweilen zur Arbeit zurückzukehren.

Tic Unruhen in M a n ch e st e r dauern fort. Ani Nach­mittag fanden mehrere Zusammenstöße von Streikenden mit den Polizeimannschaften statt, wobei diese die Knüttel gebrauchten. Aus Bnnningham wurden 50 Polizeibeamte requiriert. Zwei Ver­treter des tzandclsarnts begaben sich am Abend nach Manchester, imt ;.u versuchen, eine Einigung der streitenden Parteien herbei- zuführcn. Tie Reeder in Leith geben bekannt, das; sic keine Konzessionen zu machen gewillt seien. Ter Schiffsverkehr ist beinahe lahmgelegt, da die Kohlentrimmer die Arbeit eingestellt haben.

in Art. Else Jüngling, die als erste Soubrette fest in den Verband unserer Buhne eintritt, können wir noch eine Bekannte begrüßen, da die Tarne zur Zeit ihres Engagements am Darm­städter Hoftheater öfter als Witoiidje mit außerordentlichem Er­folg hier gastiert hat. Für das Fach der Naiven sind zwei neue Vertreterinnen gewonneii worden, Frl. Frieda de Bruyn von Berlin, die s, Z. mit dem ersten Preis der Marie ScArnch-Schule ausgezeichnet wurde, und Emma Mühl pfort tioii Darmstadt, eine Schülerin des Herrn Oberregiycurs Vätdeck vom Tarmfladler Hoftheater. Auch für das Fach der sentimentalen Liebhaberinnen wuroen. diesmal zwei Vertreterinnen verpflichtet, .Frl. Lona .Schmidt vom Kieler Stadttheater und Frl. Hildegard Böhm vom Neuen Stadttheater in Bielefeld. Für die Anstandsdamen hat ja Frau Maria Duval von Berlin bereits im hinter mit Erfolg gastiert und als erste Liebhaberin und Salondame ist Frl. Mila de La Ehapcllc von Bonn in Aussicht genommen, die zurzeit in Nauheim sehr gefällt, über deren Eugagement jedoch noch Verhandlungen mit Herrn Hofrat Beck C-ömin) schweben, wegen Lösung ihres dortigen Vertrages.

Im Bestand des Herrenpersonals sind die Aenderungen nicht so weitgeherider Natur. Als erster Held ist Herr Willy Kayser vom neuen.Stadttheater in Bielefeld engagiert worden, da er sich ja bei seinem Gasypiel als Uriel Acosta aufs beste eingeführt hat; ebenfalls von Bielefeld kommt der neue jugendliche Stomiier und Bonvivant Herr Ludwig .Großer, dem ein brillanter Ruf vorausgeht.

Tas. Fach der jugendlichen Helden und Liebhaber wird zwei Vertreter >ehen: Herrn Karl Schröder vom Stadttheater Elber­feld, der jüngst bei einem Gastspiel am Nauheimer Kurtheater sich außerordentlichen Beifall errang. Herr Schröder besitzt als früherer Schüler des Münchener Oberregisseurs Basil eine vor­zügliche Sprachtechnik und eS sei bei dieser Gelegenheit erwähnt, daß die Direktion bei den Engagements aus diesen Pmikt be­sonderes Augenmerk gerichtet hat, um Klagen über schlechtes Verstehen nach Möglichkeit zu begegnen. Einen Teil der ;ugend- lichen Liebhaber wird Herr John Rappeport vom Königlichen Schau spiel hause in Potsdam spielen, ein begabter und liebens­würdiger junger Tarsteller.

Tas neue Personal ist int Hinblick auf die z. T. großen künst­lerischen Ausgaben der tominenden Spielzeit noch Mrter wie in früheren Jahren und ist der Tirektion ausnahmslos bekannt; es bietet auch dadurch, daß es zum größten Teil schon in Bad- Nauheim tätig ist, Gewähr für ein erfreuliches, künstlerisches. Zu­sammenwirken,

Wenn diese Zeilen da und dort ausklärend gewirkt haben, so ist ihr Zweck erfüllt und es bleibt nur der Wunsch übrig, daß das Intereste der Bürger,chast, das in seltener Opferwilligteit ein so prächtiges.Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns" geschaffen hat, auch dem Thoaterunternehmen als solchem erhalten bleibe. Dieses Interesse beoarf aber auch unsere Bühne, damit sie bei den zahl­reichen Schwierigkeiten, mit denen das. Theater zurzeit überall zu kämpfen hat, ihren Zweck loeiker verfolgen kann, den Zweck, ein Mittelpunkt der Kunst in unserer Stadt zu sein.,

*

Jubelfeier der englischen Goethegesell- schaft. Aus London wird uns unterm 6. Juli gemeldet: Gestern abend sand ein F e st m a h l der englischen Goethe- g e s e l l s ch a f t zur Feier ihres 25 jährigen Bestehens statt. Die deutsche Botschaft war durch Dr. v. R i e p e n h a u s e n vertreten, der den Vorsitz sührte. William Ramsay von der Londoner Universität brachte einen Trinkspruch auf die englische Goethe- gesellschast aus, womit er ein Hoch auf den langjährigen Sekretär der Gesellschaft, den 85 jährigen Dr. Eugen Oswald, verband. Der frühere Generalintendant Exzellenz v. .Vignau überbrachte die Glückwünsche und überreichte eine .Adresse der deutschen Goethe- gesellschaft. Die deutsche Schlllerstiftung, das Frankfurter Hoch- Itift, der Wiener Goetheverein sandten Glückwunschtelegramme. Professor Breul-Cambridge, Vizepräsident der Gesellschaft, machte die Mitteilung, daß ein Goethe-Stipendium für die Entsendung englischer Studenten nach Deutschland gestiftet worden sei, wozu Frau Ludwig Mond ein namhaftes Grundkapital gespendet habe. Professor Fiedler (ebenfalls .Vizepräsident der Gesellschaft) brachte einen Trink­spruch auf die Gäste aus. Es nahmen etwa 175 Personen an dem Festmahl teil, darunter namhafte Vertreter der deutschen Kolonie und der englischerr wissenichaftlichen Kreise.

Die Bestattung Felix Mottls. In Ulm ging Donnerstag die Feuerbestattung Felix Mottls, wie derSchwäb. Merk." meldet, in aller Stille vor sich. Der in der Leichenhalle aufgebahrte Sarg war mit prächtigen Pflanzen und Kränzen bedeckt. An der Trauerfeier, die der Einäscherung vorausging, nahmen außer dem Sohn und Neffen des Verstorbenen nur dessen Privatsekretär, ferner Dr. M a r s o p und Professor Klose teil. Auf Wunsch der Angehörigen hatte sonst niemand Zutritt, auch die Presse nicht. Dr. Marsop hielt eine Ansprache, in der in kurzen Zügen ein Charakterbild des Meisters entwarf.

fc. Mainz, 6. Juli. Das Generalkommando des 18. Armeekorps hat den ihm unterstellten Kommandos be­kannt gegeben, daß zu der in der ersten Hälfte des August auf dem Großen Sande bei Mainz stattfindenden Trup­penschau vor dem Kaiser voraussichtlich folgende Truppenteile herangezogen werden: Der Stab der 21. Di-' Vision, der Stab der 41. Infanterie-Brigade, die beiden j nassauischen Infanterie-Regimenter Air. 87 und 88 (das' \ letztere ohne das 2. Bataillon), der Stab der 42. Infanterie- Brigade, das Füsilier-Regiment Nr. 80, das Infanterie- Regiment Nr. 81, der Stab der 21. Kavallerie-Brigade^ das Dragoner-Regiment Nr. 6, der Stab der 21. Feld- artillerie-Brigade, das Feldartilkerie-Regiment M. 27, der Regimentsstav und die zweite Abteilung des Feldarlillerie- Regirnents Nr. 63, der Stab der 25. Division, der Stab der 49. Infanterie-Brigade, die hessischen Infanterie-Regi­menter Nr. 115 und 116, der Stab der 50. Infanterie- j Brigade, die hessischen Infanterie-Regimenter Nr. 117 und \ 118 (das letztere Regiment nimmt zum ersten Mal feit fünf \ Jahren wieder an einer Kaiser-Truppenschau teil), die llnteroffizierschule Biebrich a. Rh., das Brandenburgische Fußartillerie-Regiment Nr. 3, die zweite Pionier-Inspek­tion, das Kommando der Pioniere des 18. Armeekorps/ die Pionierbataillone Nr. 21 und 25. Eine Eskadron des Dragoner-Regiments .Nr. 23 ist zur Absperrung bestimmt.

Hessen-Nassau,

Frankfurt a. M., 6. Juli. Hier tagte am Sonn­tag der deutsche Buchh andlungsAeyilfentag, einberusen von derAllgemeinen Vereinigung deutscher Buchhandlungsgehilfen". Die Tagung war von über 20U Ge­hilfen aus Deutschland, Oesterreia- und der Schweiz besucht. Die Frankfurter Stadtverwaltung war durch Syndikus Dr. Hiller und Landtagsabg. Stadtrat Dr. Flesch vertreten, lieber die Privatbeamtenversicherung sprach Justizrat Dr. Fuld-Mainz. Er unterzog den Entwurf einer Kritik und wandte sich ganz besonders gegen den Ver­such, diese für die Privatangepellten jo außeruroentlich wich­tige Gesetzesvorlage noch von dem jetzigen Reichstag, der in wenigen Atonalen sein natürliches Ende findet, verab­schieden zu lassen. Die einstimmig angenommene Ent­schließung empfiehlt den Ausbau und den Anschluß an die bestehende Invaliden- und Altersversicherung, lieber Mindestgehalt und Kultur-Ausgaben" sprach der Geschäftsführer der Allgemeinen Vereinigung deutscher Buchhandlungsgehilsen, D u t l o - Berlin. Seine Ausführun­gen über die Lohn- und Arbeitsverhältnisfe im Buchhandel und ihren Einfluß auf die Lebenshaltung und die kulturelle Höhe des Buchhandlungsgehilfenstandes fanden lebhaften Beifall. Die einstimmig angenommenen Entschließungen verlangen die Vorlage eines Gesetzentwurfs über die Rege- ] Lung der Arbeitszeit in den Kontoren und die völlige Sonn- j tagsruhe.

Hk. Frankfurt a. M., 6. Juli. Zum Rektor der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften wurde für

Deutsches AeZch.

Der Kaiser ist bei schönstem Wetter mit Donnerstag, tim 2 Uhr iiaclmnttags, üt Stavanger ein getroffen.

DerAugsburger Abendzeitung" zufolge sind Geh. Kommer­zienrat S o m l i ii g e r, Tirektor der Spinnerei Bamberg und Geh. Baurat von R ie pp e l, Direktor der Maschinenfabrik Augs­burg -Nürnberg, aus dem H a n f a b u nd ausgetreten.

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Nnterrichtsverwaltung in dieser Frage erfährt dieMorgen­post^ : die Errichtung einer staatlichen Volluniver- fität komme für Frankfurt nicht in Betracht.

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Ausland.

DerPester Lloyd" erfährt ans Wiener unterrichteter Quelle über die geplante montenegrinische Mobilisierung, daß diese, wenn gleich auf den ersten Blick ungewöhnlich, keinen Anlaß zu einer Beunruhigung gebe. Tie Ueberein- ftimmung der Großmächte, insbesondere zwischen Oesterreich-Uii- garn, Italien und Rußland, sorge dafür, daß Montenegro sich auf keinerlei kriegerische Abenteuer einlasse. Dies gelte auch für den Fall, daß die türkisch-albanischen Verhandlungen sich noch über den 15. Juli verlängern sollten. Nachdem in Cetinje die Zusicherungen eingetroffen, daß der Zeitpunkt für die Rück­kehr der Albaner für den Fall, daß die gegenwärtig mit den Führern geführten Verhandlungen noch nicht zu einem günstigen Ergebnis geführt hätten, hinausgeschoben werden würde, wurde der Beschluß gefaßt, die projektierte Mobilisierung vor­läufig aufzuschieben. Für den Augenblick werden nur die Vorbereitungen getroffen, welche für die Mobilisierung notwendig sind, die Montenegro durch den Umstand auferlegt wird, baß die Türkei fortgesetzt Truppen an der montenegrinischen Grenze anhäust.

Die Nachricht von der Mobilisierung der Division von Pod- goritza ist im türkische n M i n i st c r i it m des Aeußern k ü h l aufgenommen worden. Der Kriegsminister erklärte, die Mobili­sierung der 12 000 Mann bedeute für die Türkei nichts. Falls sie verwirklicht würde, werde die Türkei entsprechende Maßregeln treffen. Sollte Montenegro die Türkei angreifen, so würde diese den Angriff erwidern müssen. Im, Ministerium des Aeußern äußert man Entrüstung darüber, daß die montenegrinische Re­gierung alles aufbiete, die Malifsoren von der Rückkehr nach der Türkei abzuhalten. _

Der Oberkommandant von Albanien Torghut Schesket Pascha telegraphiert: Die .Aufständischen griffen am 4. Juli die Truppen bei Trabujnmocenti, unweit der Grenze an, wurden aber schließlich zurückgeschlagen. Die Aufständi­schen wurden im Sinne der .Anordnungen der Regierung nicht weiter verfolgt.

Zu den Unruhen in Lissabon wird über London ge­meldet, in Lissabon herrsche große Panik. Ter telegraphische Dienst werde auf das schärfste zensuriert Tie portugieufche Regierung habe die Nachricht erhalten, daß der Führer der Mon­archistenpartei 21/» Millionen Franken aus Braiilien zur Unter­stützung der royalistischen Sache erhalten habe. Tie Nachricht englischer Blätter, Marinesoldaten der töniglichen Kaserne hatten einen bewaffneten Aufstand versucht, ist vollkommen un­richtig. In Portugal herrscht Ordnung.

Großfürstin Alexandra I o s i p h o w n a geborene Prin­zessin von Sachsen-Altenburg, die Witwe des Großfürsten Kon­stantin Nikolajewitsch, ist Donnerstag früh in Petersburg gestorben.

Der Ausstand der Seeleute.

Brüssel, 6. Juli. Ter Ausstand int Hafen von Antwerpen ift bcen bet. Tie Vereinigung der Reeder, einschließlich der Red-Star-Line, nahm die Bedingungen der See­leute und die zukünftige, Lohnzahlung nach Hamburger Lohn­zahlung an.

Amsterdam 6. Juli. Als heute nacht ein Bootsmann in Begleitung von Schutzleuten sich zur Arbeit begab, kam es zu schweren A u S s ch r e it u u g e n. Ausständige vcwarsen die Schutzleute mit Steinen, so daß ihnen Infanterie und ^chutzmann- schaft zu Pferde zu Hilfe eilen mußten. Tie T r u p p en feuer­ten auf die Menge, wobei drei Personen verwundet wurden. Als Kavallerie eintrat, erwiderten die Ausständigen die Schuste unb verwundeten einen Schutzmann. Die Laternen wurden ausgedreht, selbst aus den Häusern wurde gesckwfsen. Gegen 5 Uhr morgens hörte das .Schießen auf. Im ganzen wurden acht Personen ver­wundet, drei wurden verhaftet. Tie Truppen, die Herren der Lage sind, bewachen in starken Abteilungen die .Straßen.

10 Uhr abends. Im Hafen ist bisher alles ruhig. Die Vereinigung der Dockarbeiter und Auslader hat in einem Manifest für morgen früh eine Ausdehnung des Streiks auf alle Transportunteruehmungen im Hafen proklamiert, sowie an die Solidarität aller appelliert. Wie es heißt, werden in der Nacht 200 Arbeitswillige auf einem Schleppdampfer von Rotterdam hier eintreffen.

London, 6. Juli. In New-Castle o n Ty ne ging das Laden und Löschen in gewöhnlicher Weise vor sich. Der Streit der Tockarbeiter in Sunderland wurde heute nachmittag bei» gelegt, da die Leute die Lohnerhöhung von einem halben Penny per Stunde angenommen haben. Tie Konferenz zwischen den Unternehmern und Ausständigen in Leith war ergebnislos. Der Ausstand dauert fort. Ter vollständige Stillstand dec Arbeit, der in Liverpool durch die Schlepper angedroht wurde, ist vor­

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Aus Staör und LanH.

Gießen, 7. Juli 1911.

** Pfarrpersonalien. Ter Großhcrzog hat der durch die Dekanatssynode des Dekanats Groß-Gerau für den Rest der laufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evang. Pfarrers Adolf Allwohn zu Nauheim zum Stellvertreter des Dekans die Bestätigung erteilt.

** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Ludw. N e h r b a ß zu Eich (Kr. Worms) eine Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Wachenheim.

** Aus dem Militär Wochenblatt. San­der, Oberlt. im Jns.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Groß- herzogl. Hess.) Nr. 116, von dem Kommando zur Dienst­leistung bei der Landesaufnahme enthoben.

* * Gewerbliche Korporationen. Die Zahl der gewerblichen Korporationen im Großherzogtum Hessen beträgt nach der neuesten Ausnahme gegenwärtig 243. Darunter befinden sich 124 Ortsgewerbevereine, 62 freie Innungen, 39 Fachvereinigungen und 18 Zivangsinnungen.

** Verband mitteldeutscher Industriel­ler. Eine am Mittwoch in Frankfurt abgehaltene Versammlung von Industriellen beschloß einstimmig die Begründung eines Verbandes Mitteldeutscher Industrieller, der sich dem Bunde der Industriellen in Berlin anschließen wird. Es wurde ein vorbereitender Ausschuß von 16 Industriellen aus Frankfurt a. M., Darmstadt, Gießen, Kassel, Mainz, Worms, Wiesbaden, Marburg, Hanau, Hochheim, Friedrichsdorf, Rüsselsheim und Offenbach gewählt, der die weiteren Vorarbeiten leiten soll. Auf Anregung aus der Versammlung beschloß diese unter lebhafter, einmütiger Zustimmung aller Anwesenden dem Präsidium des Hansabundes gegenüber den von Seiten des Zentralverbandes erfolgten Angriffen ihre vollste Zustimmung und ihr uneingeschränktes Vertrauen zum Ausdruck zu bringen.

** Dirigenten tag des Mitteldeutschen Sängervervandes. Wie schon gemeldet, feiert nächsten Sonntag der Männergesangverein Liedertafel in Loltar das Jubelfest feines 25jährigen Bestehens. Be­sondere Bedeutung für die dem Mitteldeutschen Sängerver- band angeschlossenen Vereine gewinnt dieses Fest noch durch den Tirigententag, der sich an das um 10 Uhr beginnende Wertungssingen anjchließen wird. Der Ehormeister des Verbandes, Universitätsmufikdirektor Prof. Trautmami, wird zum ersten Aäaie die Dirigenten der Einzelvereine und Bünde um sich vereinigen, um mit ihnen gesangstechnische Fragen und Richtlinien für die weitere Tätigkeit im Ver- vaud zu besprechen. An diesen ersten Dirigententag werden sich später in entsprechenden Zwischenräumen weitere anschließen.

** Der israelitische Lehrerverein im Groß- Herzogtum Hessen hält seine Jahresversammlung am 9. Juli in Frankfurt a. M. ab. Die Tagung enthält u. a. einen Vortrag von Lehrer Isaak-Hungen über dieFürsorge für die schulentlassene Jugend".

** I u Amerika verstorbene Hessen. David R. Heiner, 72 Jahre alt, in Brooklyn, Jak. Frank, 81 Jahre alt, aus Griesheim, in Syratüse, Jak. G.eib, 83 Jahre alt, in Pittsburg, Jak. Schaffer, 61 Jahre alt, aus Sandbach, in Tayton, I. Gengnagel, 77 Jahre alt, in Daytou, Ph. Schwartz, 78 Jahre alt, in Lisbon.

Landkreis Gießen.

-st Groß en-L inden, 6. ^un. Ein Doppelkrieger- verbandssest findet nächsten Sonntag hier statt, nämlich das Bczirksfest des Hafsia-Bezirks Gießen und das Verbands- sest des tzüttenberger Kriegerverbandes. Es werden etwa 30 hessische und 20 preußische Kriegervereme erwartet.

Kreis Lauterbach.

--Schlitz, 6. Juli. Das Gauturnfeft ist nun­mehr in unmittelbare Nähe gerückt. Auf dem Festplatze, der fid; in nächster Nähe des Bahnhofes befindet, regen ,ick) emfige Hände. Wohl selten wird man einen schöneren Festplatz finden, der, wie hier, einen anmutigen Ausblick bietet auf unser burgengekröntes, auf sanfter Anhöhe sich

erhebendes Städtchen, das einem Panorama gleich vor uns liegt, von grünen Wäldern rings umsäumt. Durch das Entgegenkommen der Stadtverwaltung ist es ermöglicht wor­den, den Festplatz in den Abend- und Nachtstunden in elek­trischer Beleuchtung erstrahlen zu lassen, ferner.ift der Fest­platz 011 das Wasserleitungsnetz angeschlossen. Fünf große Festhallen mit über 4000 Sitzplätzen sind vorhanden. Zwei große Tanzböden laden die Jugend ein, nach den Klängen der "Militärkapelle dem Tanze zu huldigen. Sonderzüge sind eingelegt: Samstag den 8. Juli Gießen ab 1.35 (nicht 2 Uhr, wie früher mitgeteilt wurde), Schlitz an 4.17 nach­mittags. Sonntag den 9. Juli Fulda ab 11.50, Schlitz an 1.10 mittags. Zur Rückbeförderung der Festbesucher, die bereits Sonntag wieder nach der Heimat zurückkehren, dienen außer den fahrplanmäßigen folgende Sonderzüge: In der Richtung nach Gießen mit Anschluß nach Grebenhain: Schlitz ab 10.10, in Gießen 1.07 nachts. In der Richtung nach Fulda: Schlitz ab 10.25 nachts. Seitens der Eisenbahn- Verwaltung sind Nachzüge in Aussicht gestellt, falls die vor­gesehenen Sonderzügc zur Rückbeförderung nicht genügen. Der Festzug, in welchem fünf Musikkapellen und mehrere Trommler- und Pfeiferkorps mitwirken, setzt sich um 2 Uhr von der Berleburg aus in Bewegung.

-a- Grebenhain, 6. Juli. Heute gingen dem Land­wirt Hch. Ganß auf der Straße GrebenhainHartmannshain die längere Zeit nicht gefahrenen Kühe mit dem Heuwagen durch. In dem Bestreben, die Tiere zum Stehen zu bringen, geriet Ganß unter die Räder und wurde erheblich am rechten Beine verletzt.

Kreis Friedberg.

L. Bad-Nauheim, 6. Juli. Die vier Pfannen der neuen Saline auf dem Goldstein sind auf ihre Dichtigkeit geprüft und für gut befunden worden. Bevor die Scüine dem Gebrauck) übergeben wird, wird noch einmal probeweise Salz und Mutterlauge bereitet werden. Das jahrhunderte alte Salinenglöcklein, das aus der alten Saline stand, ist in das neue Gebäude gebracht worden, das genau so er­richtet wurde wie das frühere, das unter dem Denkmalschutz stand. Ein Teil der Salinenknappschaft ist zurzeit schon auf der neuen Saline beschäftigt.

B a d - N a u h e i m, 6. Juli. Regierungsbaumeister Dr. ing. Lipp in Bad-Nauheim, der aus Worms gebürtig ist, wurde zum .Gemeindebaurat von Aerlin-Lankwitz ge­wählt.

pf. Nieder -Mörlen, 7. Juli. Die Eheleute Wal ter zu Nieder-Mörlen bewohnen allein ein Haus, das am Ortsrand nach den Wiesen steht. Als gestern abend 7 Uhr. der Ehemann von der Arbeit nach Hause kam, fand er feine Frau im zweiten Stock auf dem Fußboden liegend t o t vor. Mit einem um den Hals geschlungenen Handtuch war sie erdrosselt worden. Ein Geldbetrag von über 300 Mk. war im 2. Stock und aus dem Küchenschrank im unteren Stock waren zwei 5-Mk.-Stücke verschwunden. .Sonst vermißte man in der Wohnung nichts. Die alsbald benach­richtigte Staatsanwaltschaft erschien mit mehreren Polizei­beamten und Polizeihunden. Die Täter es waren zwei Unbekannte gegen 6 Uhr gesehen worden, die von der Richtung des Hauses kommend nach dem Wald sich ent­fernten unb sicher in Betracht kommen hatten sich durch den Wald unb bann über ben Johannesberg nach £fab* Nauheim gewanbt. Heute morgen sind die Nachforschungen sofort wieder ausgenommen worden und man hosft, bald die Mordbuben ermitteln zu können.

Starkenburg und Nheinheffen.

Mainz, 6. Juli. Die Schließmannsche Roll- ladenfabrik in Mainz-Kastel ist heute morgen durch Groß­feuer vernichtet worden. Der Betrieb geht weiter; die Fabrik ist versichert.