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Airchtiehe Nachrichten,
ttathoufche Gemeinde.
Sotterdienit.
S a nt 61 a o, den 4. November.
Nachmittags um ö Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag, den 5. Noo., 22. Sonntag nach Pfingsten«
Vormittags von 6*/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Meße.
, um 8 Uhr; Austeilung der hl. Kommunion.
, um 9 Uhr. Hochamt mit Predigt.
, um 11 Uhr: Heil. Blesse mit Predigt.
Nachmittags um 6 Uhr: Lhrinenlehre: daraus Andacht für die Abgestorbenen.
* I m Eifer. A.: „Denken Sie, unser aller Erbonkel ist gestern plötzlich gestorben. — B.: „Ach mein herzlichstes Beileid .... haben Sie aber Schwein!^
* Der kranke Trinker. Arzt: „Die Arznei ist sehr bitter! .... Trinken Sie darauf einen Schluck Wasser!" — Patient: „Herr Doktor, da trinke ich das Wasser lieber zuerst!"
* EinMaterialist. Junger Mann: „Sie glauben nicht, wie ich für die feurigen Schwarzen schwärme!" — Philister: „Ich, .junger Mann, schwärme sehr für die „kühlen Weitzen".
SALEM ALE BK UM SALEM. GOLD (Goldmundstück-Ci g a re frte)
Für Feinschmecker!
N? _ 3yi 4-5 6 8 IO
371 4 $ 6 8 1O Pfg.d.Stck.
Wenn Sie Ihr Kind
gesund, munter und geistig irisch sich entwickeln sehen wollen, fo geben Sie ihm Dr. Hommel s > Hämatogen. WarnungI Man verlange aus:. drücklich den Namen Tr. Hommel. iv A
C. K. Eine Vogelplage in England. Ganz England steht in diesen Tagen im Zeichen einer furchtbaren Vogel- plage, wie sie die moderne Geschichte bisher noch nicht zu verzeichnen halle. In Littleport und in der Gegend von Yarmouth haben sich gewaltige Schwärme von Staren niedergelassen, die nach Millionen zählen und jetzt aus der Nachbarschaft der großen Städte in riesenhaften Wolken sich über das Land ergießen. Schon in den letzten Jahren mußten die Landwirte über die Herbstplage der Starenschwur nie Lage führen, die Vögel scheinen ich aber immer mehr zu vermehren. Aus einer Reihe von landwirtschaftlichen Distrikten kommt die trostlose Meldung, daß in diesem Jahr die Wintersaat und der neugewachsene Weizen von diesen gefiederten Millionenheeren vollkommen vernichtet sind. Die Stare kratzen die Hrbe au^ uni> genauere Untersuchungen über ihre Ernährungsweise haben gezeigt, daß sie bei so zahlreichem .Auftreten wie in t:-f™ s<‘* """"
Saat zerstören. Der Versuch,
mäßige Vermehrung xinschränki.
kf. Wie man in Amerika zu einem Manne kommt, darüber erzählt der „Matin" ein paar niedliche Geschichten. Lebte da irgendwo auf dem Lande eine junge Dame mit ihrer Mutter, die sich mit Hühnerzucht und Eierverkauf beschäftigte. Eines Tages hatte sie wieder eine Eierkiste an einen ihrer Kunden zu versenden, und dieser Kiste fügte sie, einer Laune gehorchend, den folgenden, etwas ungewöhnlichen „Laufzettel" hei: „Edith Putnam — Staat New Jersey — 19 Jahre, blaue Augen, Haar blond." Acht Tage später ging bei der blonden Edith der folgende Brief ein: „Ihre kleine Botschaft ist mir gestern beim Frühstück zu Händen gekommen;, das Ei war ausgezeichnet und ich habe den ganzen Tag an Ihre blauen Augen gedacht. Ich liebe Sie. Mittwoch komme ich." Romantischer noch — wenn man dies Romantik nennen will", war die Art, wie Miß Ivy Chudleigh zu ihrem Manne kam. Miß Ivy lebte und wirkte in einem Aepfelversandgeschäft, wo Tag um Tag viele Tonnen mit Aepfeln fertig gepackt und verschickt wurden, von denen zahlreiche ins Ausland gingen. Miß Ivy war allein und langweilte sich, da der Aepfelversand ein zartes Frauenherz doch nicht ganz voll auszufüllen vermag. Also nahm sie eines Tages kurz entschlossen ihre Photographie zur Hand und schrieb darauf diese Worte: „Wo find Sie? Wer sind Sic, der Sie diese Aepfel essen? Schreiben Sie mir, ich bitte^darum, ich langweile mich hier, ganz allein, gar so sehr!" Schriebs und verpackte das Bildnis in eine Tonne mit Aepfeln. Die Antwort kam aus England. Sie war kurz, aber beredt. Der Apfelesser kündigte seine Ankunft mit der nächsten Post an — und als er gekommen war, schied Miß Ivy von Apfelgeschäft, Namen und Heimat und wurde die glückliche Gattin des Engländers.
Die nach- Asind am Sonntag, den 5. Nov., stehenden xlvl Zilv ron 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nacht» nur für dringende Fälle sicher anzutreffen: I) */,,
Dr. Geyer, Seltersweg 64. — Dr. Schäffer, Plockstr. 9.
das zeigt unseren Jungen das 44. Heft der b:kann!ea Sammlung „Spiel und Arbeit" (Verlag von Otto Maier, Ravensburg). Mittelst der zweckmäßigen Modellbogen und einer leichtversiänd' lichen Anleitung ist es jedem Jungen ermöglicht, nicht bwß den Motorwagen selbst zu erbauen, sondern auch den Elektromotor, der daran den Antrieb gibt, sowie ine Sch.enen usw.
— Im Verlag von Moritz Schauenburg in Lahr (Haden) ist soeben ein neues Buch von A. Theinert unter dem Titel Ins Weite, Skizzen und Schilderungen aus meuter Wander- moppe, erschienen. In seinem neuesten Werk führt der weitgereiste Verfasser seine Leser in ferne Länder und zeigt ahnen bereit Wunder. Wir besteigen mit ihm den Aetna, den Pik von Teneriffa und den heiligen Berg der Buddhisten auf der Insel Ceylon: wir besuchen die alte asiatische Residenz der Sultane und den Parsenfriedhof in Bombay; wir fahren im Bummelzug von Neu York nach San Franzisko und wandern von Kanada nach dem Mount Washington; wir durchstreifen jagend die Pampas von Argentinien und beobachten im Reich der Mitte die seltsamen Gebräuche seiner bezopften Söhne. In allen Weltteilen zeigt uns Themen bunte und lehrreiche Bilder aus dem Menschen-, Tier- und Pflanzenleben.
diesem Derbste in der Tat die ganze
.......... ,„ch, mit Flinte und Gewehr die schlimmen Feinde zu vertreiben, bleibt angesichts der Größe der Plage Klos. Eine Reihe von milden Wintern hat offenbar dae
ehrung der Vögel sehr gefördert, während sonst dem Froste ein großer Teil der Starenbrut zum Opfer fael. Der Grafschaftsrat von Middlesex hat bereits den Antrag gestellt, den Vogelschutz bis auf weiteres zu beschränken, uiad insbesondere die Stare ans der Liste der geschützten Vögel zu streichen, bis die Natur selbst wieder das Gleichgewicht hergestellt und die über-
vüchettisch.
— Max Halbe, Jugend. <4n LiebeSdrama. 20. bis 25. Taufend (Jubiläumsausgabe). 154 Seiten 8°. (Georg Bondi, Berlin.) Als halbes „Jugend" vor fast 19 Jahren erschien, sah das junge Geichlecht in tljr eine Offenbarung der neuen Kunst. Wenn nach S^en» melancholischem Wort „eine normal gebaute Wahrheit in der Regel 17 bis 18, höchstens 20 Jahre lebt", je könnte man glauben, auch Halbes „Jugend" müsse jetzt alt, veraltet geworden sein. Aber dieses Drama wirkt heute noch jung und srsich wie am ersten Tage. Kaum ein anderes deutsches Drama geht jo viel über alle Buynen und wird so viel gelesen, wie die „Jugend". Darum wird vic,e sehr vornehm ausgestatlete Jubiläumsausgabe der deutschen Leserweit um so willkommener sein, als der Preis gegenüber der bisherigen Ausgabe nich. erhöht ist.
— Eine elektrische Straßenbahn, die mit elektrischer Zuleitung auf den Schienen dah.nfuhi.c se.bft zu erbauen, i
Gerichtssaal.
Berlin, 3. Nov. Eine häßliche Szene auf der Straßenbahn hatte für den Geheimen Sanitätsrat Dr. B. ein gerichtliches Nachspiel. Unter der Anklage der vorsätzlichen und der fahrlässigen Körperverletzung hatte sich Dr. B. vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts II. zu verantworten. — Am 24. April d. I. benutzte Dr. B. von Groß-Lichterfelde aus die Kreisstraßenbahn nach Steglitz, wohin er zu einem fchwerkranken Patienten gerufen worden war, bei welchem die Amputation eines Beines in Frage kam, da Lebensgefahr vorlag. Unter der Bahnunterführung in Steglitz wollte der Geheimrat den noch in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen verlassen. Er versuchte deshalb, die an den Wagen der Kreisbahn befindliche Sperrkette zu lösen. Da dem Schaffner Schenkowitz von seinem Vorgesetzten die strikte Anweisung gegeben war, nicht zu dulden, daß die Fahrgäste während der Fahrt diese Sperrkette entfernen, legte er Die Hand auf die Kettenhalen, um die Abnahme der Kette zu verhindern. Der Angeklagte soll hierüber ärgerlich geworden sein unbjofort auf den Arm des Schaffners losgeschlageu haben. Als die Straßenbahn gleich darauf hielt, schleuderte der Angeklagte die Kette unter allerlei Schimpsworten zurück. Die Kette flog dem Schaffner direkt in den Mund und verursachte außer einer blutenden Wunde eine Lockerung der Vorderzähne. Das Schöffengericht erkannte wegen der Beleidigung auf Einstellung des Verfahrens mangels Vorttegeus eures uioiiungontüijiytn Strafantrages, idcu die Kreisbahngeiellschaft feine zur Steilung von Strafanträgen für ihre Beamten befugte Behörde sei. Wegen der übrigen Straftaten erkannte das Gericht auf 50 Mart Geldstrafe. Auf btc Berufung des Angeklagten kam die Strafkammer wegen der vorsätzlichen Körperverletzung zu einer Fresiprechuug. Dagegen wurde in dem Zurückschleudern der Kette eine fahrlässige Körperverletzung erblickt, wegen her das Gericht auf 3 0 M a r k Geldstrafe erkannte..
lieb von Pauli. Die eingelegten Baritonsoli singt Herr E. Lanx, ein in hiesiger Gegend bestens bekannter Sänger. Die Begleitung hat Musikdirektor Kreutzer auS Siegen übernommen, der auch die weitere Ausbildung des Herrn Laux leitet. .
•* Oeffentlicbe Lesehalle. Im Oktober wurden 1882 Bände auSgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 970, Zeitschriften 234, Jugendfchriften 233, Literaturne chichte 9, Versdichtungen und Dramen 26, Länder- und Völkerkunde 41, Kulturgeschichte 26, Geschichte und Biographien 60, Kunstgeschichte 22, Naturwissenschaft und Technologie 110, Heer- und Seechef en 18, Haus- und Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 7, Religion und Philosophie 28, Staatswissenschast 14, Sprachwissen, schäft 6, Fremdsprachliches 16 Bände. Nach auswärts tarnen 63 Bände.
** Stenographie. Am kommenden Sonntag halt der Bezirk Gießen im Hessisch-Nassauischen (Mams- Rheingau-) Verband Gabelsbergevscher Stenographen ferne Herb st-Vertreterversammlung im Cafe Ebel ab. Der Vertreterversammlung, die nachmittags statt findet, geht eine Prüfung für Geschäftsstenoaraphen und Praktiker voraus, zu der eine größere Anzahl Meldungen vorliegt. Diese Prüfungen, die unter der Leitung des deutschen Stenograph en-Bund es Gabelsberger nach Bedarf in den Bezirken stattfinden, verlangen von den Prüflingen die Nachschrift eines 10 Minuten dauernden Diktates in den Abteilungen 150, 180, 200, 220 Silben für Geschäftsstenographen und von 240 ab aufwärts für Praktiker. Die Wertung ist außerordentlich scharf. Denjenigen, die die Prüfung bestanden haben, wird am gleichen Tage noch ein Prufungs- zeugnis ausgehändigt. (£S würde sich empfehlen, wenn bei der Einstellung von Stenographen stets die Vorlaae dieses Befähigungszeugnisses verlangt würde. — Nach der Vertreter!) ersammlung findet auf Einladung der Gießener Stenographen-Gesellschaft „Gabelsberger" ein Ausflug nach dem Windyof statt.
** Kaffeezoll und Kaffeefälschungen. Durch die Erhöhung des Kaffeezolles und die dem zufolge eingetretene Steigerung der Kaffeepreise find nach Feststellungen des Kais. Gesundheitsamtes in Berlin die früher seltener beobachteten Verfälschungen des Kaffees neuerdings tn stärkerem Maße aufgetreten. Während die Beschwerung des gebrannten Kaffees durch Wasser mittels Glasiermittel schon früher beobachtet worden ist, sind neuerdings Verfälschungen auch dadurch vorgenommen worden, daß geröstete Hülsenfrüchte, die den Kaffeebohnen in der Größe, im Aussehen und in der Form ähnlich sind, dem gebrannten, un- gemahlenen Kaffee zugesetzt werden. Es handelt sich um Zusätze von 5 bis 50 Prozent, durchschnittlich um solche von 30 Prozent dieses Fälschungsmittels zum Kaffee. Was die Beurteilung des Zusatzes von Hülsenfrüchten zum Kaffee auf Grund des Nahrungsmittelgesetzes anlangt, so bedarf es keiner Frage, daß Mischungen der genannten Art keinesfalls unter der Bezeichnung „Kaffee" in den Verkehr gebracht werden dürfen. Tie Leguminosensamen stellen ein dem Kaffee fremdartiges Naturerzeugnis dar, das diesem zwar äußerlich ähnlich, besten Zusammensetzung und Beschaffenheit dagegen von der der Kaffeebohnen durchaus verschieden ist. Vor allem sind die Leguminosensamen frei von Coffein, das in den Kaffeebohnen enthalten ist und auf welches vornehmlich die anregenden physiologischen Wirkungen beim Genüsse des Kafsee- getränkes zurückzuführen sind, so daß Leguminosensamen dem Kaffee gegenüber schon in dieser Hinsicht als minderwertig und Gemische beider Erzeugnisse als verfälschte Lebensmittel zu betrachten sind. Der Zusatz der Leguminosensamen erfolgt' ohne Zweifel in gewinnsüchtiger Absicht und um den Käufer üb.er die Beschaffenheit dieser Ware in grober Weise zu täuschen.
Kreis Friedberg.
X Aus der Wetterau, 3. Nov« Die Bereitung des Aepfel weins, des Wetterauer Nationalgetränks, hat nun allenthalben ihr Ende erreiche Wenn auch wegen der geringeren Obsternte, der teuren Einkaufspreise der Aepfel und der geringen Ausbeute an Saft des durch die Hitze trockenen Obstes die Quantitäten deS gelagerten Mostes hinter denen der Vorjahre Zurückbleiben müssen, so soll der diesjährige Aepselwein dafür von außergewöhnlich vorzüglicher Qualität sein. Kenner sagen, sie hätten noch nie einen so guten „Rauscher" getrunken wie den diesjährigen. Da der Preis auf 12 Pf. für 5/10 Liter gestiegen ist, ist in vielen Orten, wo früher fast ausschließlich Aepselwein getrunken wurde, der Konsum zurückgegangen. Da noch eine wettere Preissteigerung in Aussicht steht, verzapfen jetzt die meisten der Wirtschaften, die früher nur Aepselwein ausschenkten, auch Bier. — Die Maul- und Klauenseuche, die im Kreise Friedberg stärker als in den anderen Kreisen Hessens wütet, bringt den Landwirten viele Nachteile. Einmal sind sie an der Herbstbestellung des Feldes gehindert, dann können sie ihre Naturalienlieferungen nach den Städten nicht rechtzeitig besorgen.
X Vom hessischen Taunus, 3. Nov. Recht zufrieden können die Jäger diesen Herbst mit der Hirschjagd fein. Bei einer Treichagd im Rosbacher Walde wurden kürzlich acht Hirsche zur Strecke gebracht. Da die Aesung in den höheren Teilen des Gebirges sehr schlecht ist, halten sich die Tiere diesen Herbst mehr in den Randgebieten auf. — Die zirka 3000 Seelen zählende Gemeinde Ober-Mörlen hat noch keine Wasserleitung. Die Errichtung derselben steht nun fürs nächste Jahr in gestimmter Aussicht. Die Quellen sollen im Wintersteingebiet gefaßt werden. — In Langenhain feierten dieser Tage Landwirt Ludwig Meckel IV. und Frau die goldene Hochzeit.
X Bad-Nauheim, 3. Nov. Diese Woche sind wieder hier in Arbeit stehende Italiener in die Heimat abgereift, teils auf einen Stellungsbefehl hin, teils auch als Freiwillige. — Der hiesige Detaillistenverein hat beschlossen, bei den Behörden auf Einführung des Achtuhr-Ladenschlusies vorstellig zu werden. Außerdem soll die Arbeitszeit am Sonntag noch wetter verkürzt werden.
Stairdesanrtsnachrichten.
(Nachträglich eingegangen.)
Bersrod.
Aufgebote: Johannes Bocher L, Gast- und Landwirt in Bersrod, mit Elisa Biedenkopf in Weickartshain:
Echzell.
Sterbefälle: Oktober 2o. Katharina Rüffer, 79Jahr alt.
Grohen-Vuseck.
Aufgebote: November 2. Heinrich Balser, Taglöhner in Rödgen, mit Elisabethe Merz in Großen-Buseck.
Eheschließungen: Oktober 29. Christoph DLortz III. Landwirt, mit Elisabethe Dort, beide in Großen-Buseck.
Heuchelheim.
Eheschließungen: Ottober 29. Ludwig Nesseldreher IV.. Hausbursche, mit Luise Wagenbach, beide in Heuchelheim. Wil Helm Waldschmidt, Taglöhner, mit Katharina Elisabethe Bender, beü>e in Heuchelheim.
Sterbefälle: Oktober 30. Katharina Henkelmann, geb Henkelmann, 52 Jahre alt. , j • i
Mein-Linden.
Eheschließungen: Oktober 28. Konrad Lotz II., Land- wirt, mit Klara Weis, beide in Klein-Linden.
Geborene: Oktober 30. Dem Rangierer Friedrich Müller ein Sohn, Friedrich.
Sterb efälle: Oktober 28. Ludwig Weigel IX., Landwirt, 68 Jahre alt,
Schotten.
Mu f g eb d t e: Oktober 30. Walter August Heinrich Hohaüs, Schreiner, mit Margarete Ußner, geb. Heck, beide in Schotten.
Eheschließungen: Oktober 29. Karl Möll, Amtsgerichtsgehilfe in Gießen, mit Emilie Heyer in Schotten. — Hermann Ärkularins, Wagner, mit Anna Elise Katharine Emma Schlörb, beide in Schotten. — Hermann Schlörb, Bäcker, mit Emma Schmidt, beide in Schotten.
Geborene: Oktober 25. Dem Schuhmachermeister Wil' Helm Philipp Georg Spanier ein Sohn, Wilhelm. — 27. Den: Kutscher Ernst Ulrich eine Tochter, Erna. — Dem Schuhmacher Karl Bing II. ein Sohn, Karl.
sh. Bremen, 3. NoS. (Die Folgen eines „dummen Gesichts".) In erneuter Verhandlung hatte sich vor dem Oberkriegsgericht des 9. Armeekorps nn Unterofftz^r des Infanterie-Regiments Nr. 75 zu verantworten, ber unter Anklage tanb, einen Untergebenen in vorschriftswidriger Werse behandelt zu haben, so daß dieser zum Selbstmordversuch getrieben wurde. Die Sache hat bereits das Kriegsgericht beschäftigt daS seinerzeit den Angeklagten zu 35 Tagen Mittelarrest verurAlte Sowohl der Verurteilte als auch der Gerichtsherr legten Berufung ein. Der angeklagte Unteroffizier hatte sich, um seine üble Laune auszulassen, einen Rekruten ausgesucht, über dessen „Dummes Gesicht" er sich verschiedentlich habe ärgern müsim. Er ließ ihn u. <r. mit vollem Tornister einen Sandberg hinauf- und herunterlaufen, bi5 der Mann zusammenbrach. Auch m Ucg von diesem, der im Zivilleben Bardier ist, verschiedentlich die Haare schneiden, ohne dafür zu bezahlen. Dazu beleidigte er ihn mit den gemeinsten Schimpfwortey. Der. Soldat nahm sich die Beleidigung so zu Herzen, daß er auf '^er.Stube einen Selbstmordversuch unternahm. Er schoß sich mit seinem Dienst gewehr eine Platzpatrone in bett Mund, wodurch «xr Oberkiefer zerschmettert wurde. Die Wunde wurde zwar geheilt, doch ist der Mann dauernd entstellt. Das Gericht gab der Berufung >es Verurteilten zum Teil statt Md ermäßigte bie Strafe auf
Wochen Mittelarrest. , nr
Braunschweig, 3. Nov. Unter der Anklage des /Erbrechens im Amte hatte sich vor dem hiesigen Schwurgericht der Oberpostassistent Hugo Kniehahn zu verantworten, der bereits 30 Jahre im,Postdienst steht. Die ihm zur Last gelegten Straftaten sollen darin bestanden haben, daß er tn einer ganzen Reche von Fällen bei dem Postamt eingelaufene Nachnahmebetrage unterschlug. Auf diese Weise ist die Postkasie um ungefähr 1400 Mk. geschädigt worden: als die Entdeckung der Verfehlungen erfolgte, wurde aber der Schaden durch die Angehörigen des Angettagten ersetzt. Die Geschworenen billigten dem Angeklagten mildernde Umstände zu, worauf ihn der Gerichtshof zu einem Jahre Gefängnis verurteilte. , _ „
1 a < Güstrow, 3. November.
Unter der Anklage, den pensionierten Lehrer Prahl au5 Karrentin solange gemartert -st haben, bis er ft arb. um dann in Ruhe einen Raub ausführen zu können, hatten sich die 21 Jahre alten Bäckergesellen Ernst Wachtler und Johann Nairz, sowie der erst 15 Jahre alte Hüteiunge Friedrich Schomacker, vor dem hiesigen Schwurgericht zu verantworten. Tie Angeklagten, die bei dem Schwieger,ohne des alten Prahl bedienstet waren, hatten in Erfahrung, gebracht, daß der alte Mann seine Pension zum größten Teil warte. Einmal kam die Rede darauf, daß bei Prahl etwas zu holen sei. Gegen Ende Juli dieses Jahres schritten sie zur Ausführung ihres bereits erwoaenen Planes. Sie erbeuteten ungefähr 400 Mk. bares Geld und em Sparkassenbuch über 1000 Mk. Tie Sektion des Prahl hat ergeben, daß der Tod durch Erstickung herbeigeführt worden ist. Ter Wahrspruch der Geschworenen lautete entsprechend dem Anfrage des Staatsanwalts, worauf Wächtler und Nairz zu je 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt wurden. Dem Hütejungen Schomacker wurde sein lugendliches Alter zugute gehalten. Er erhielt drei Jahre Gefängnis.
Vermischtes.


