Ausgabe 
4.11.1911 Fünftes Blatt
 
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m. 260 Sünftes Blatt |6L Jahrgang

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Samstag, November 19U

Rotonontbmd und ürvtag der Br üblichen Unaxrfudx« - vnch- unb 6teinbrudrteL 9L Lange, G egen.

Redaktion. Lxvedition unb Druckerei! Schul- ftrase ? GroebiNon unb Verlag: fc*> 5L Rebaftion:e^ll2. Del.-3lbr^An^e«gerG»ehen»

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Außerdem waren

Teplitz, daß die Giesel krank eine Woche später bei ihr an»

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Lieber Freund, ein Gedanke an Trennung ist mir drbei fern gewesen, wohl uns Allen Dreien. Geistigen Zusammenhang zerreißt nichts, und wo der Haß rote ein giftiger Fluß dazwischen- flösse, überflöge den das Gefühl, das einen Maßstab feiner selbst sucht. Wir werden nie entfernt voneinander sein. Ich kann nicht

eine telegraphische Depesche ous sei und ihn sehen wolle. Als er langte, sand er die Gefahr betätigt, aber er hatte noch bange Stunden zu bestehen, bis er die Patientin aus Tevlih nach Berlin

überführen konnte, und oft wollte er am Fortschritt der Genesung fast verzwäseln. In dieser ernsten Stimmung kam es zur Aus­sprache mit Joachim, zu einer Zlussprache, auf die dieser selbtt gedrängt hatte. Wir können die scköne, für beide Teile ehren­volle und höchst merkwürdige Stelle dieses Briefs Hermann Grimms vom 11. November 1857, wie auch schon unsere früheren Anführungen, hier aus den vom Berlage uns freundlichst zur Verfügung gestellten Aushängebogen bieies Briefbandes mittälcn, der unzweifelhaft zu den großen Erickunnungen des Büchermarktes dieses Winters gezählt werden wird. Es schreibt .Hermann Grimm: Däne riefe verlangen von mir eine Erklärung über untre gegenseitige Stellung für die Zukunft Du hast ganz recht, wir können weder stillschweigend au5einanbergeben, noch uns bei et­waigem Begegnen in einer lügnerischen »tinuiunri die Wahrheit verhehlen. Das Leben zu Dräen, wie wir es sühnen, war für mich eine Unmöglichkeit geworden: entweder mußtest Tu der Giesel gegenüber Deine Stellung aufgeben ober ich Mehr, als mich berät erklären, dies selbst tun zu wollen, konnte ich nicht tun. Ich habe dies getan. Aber selbst dieser Schritt schien in den Sand getan und seine Spur Verblasen zu werden Ich ver- ocrlangte endlich, die Giesel >olle allen Verkehr mit Dir ab- brechen, unb sie hat dies getan.

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vtFsammlung wogen (Erbauung einer Bahnstrecke ZFieddorg-Nansiadt.

M Staden, 1. Nov.

fSeuie fand auf Anregung des .i^reisrats Schliephake ।eine Versammlung der Interessenten zur Erbauung ein c r Bahnlinie .FriedbergRanstadt im Saale deS Gastwirts zrurth hier statt Erschienen waren Kreisrat

Es offenbart nun der Briefwechsel, obgleich nur in kurzen Andeutungen, die Geschichte einer Herzenstragöbie, die sich unter Hefen brei hervorragenden Persönlichkeiten abgespielt bat und beten Opfer letztlich Joachim geroorben ist. Zu niemanbem bat rt sich so frei, so sttömend, so innig ausgesprochen, wie zu Gisela > Arnim und in jeder Zeile seiner Briefe an sie fühlt man den kul.schiag äner tiefen und zarten Zuneigung. Schwierig, aber das Verhältnis zu Dreien. Schon Mitte April 1854 stoßen ptt auf tine Aeußerung Joachims, die auf die Untcrftrömung in rincn Beziehungen zur Giesel hindeutet. Er batte damals ein loebid-t !c-jii Hermann GrimmTraum und Erwachen'^ erhalten, das £ sehr schön fand, aber, so fährt er fort,ich war betroffen, ein ® e b c i m n i *5 unseres Lebens der Oeffentlichkeit damit an* öettraut zu sehen daß ich's nur gestehe, ich glaube, Hermans mir den Staat zu stechen, bat mehr Grund an der <£uuatum als Liebe zu mir Gefühl der Sympathie." Das ??Et auch in der Tiefe gearbeitet und gerungen haben mag iWidnm und Hermann Grimm sind zueinander in ein tiefge- rtundetes, echtes Freundschaftsverhältnis getreten.

,/4.er öerman ist so rein, so selbständig und so voll geistigen , ^tcttums, wie wohl selten ein Mensch ich danke Dir, daß

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Der ZusammenbFUch öer MebeFboutjchcn Bant vor SoFicht.

Dortmund, 3. Nov.

Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde in die Er­örterung der Korrespondenz der Niederdeutschen Bank mit der

falls im Jahre 1854, daß Joachim diese Zälen schrieb, unb oft gingen in den nächsten Jahren zwischen ihm und Grimm und der Gieiel die Briefe hin und her; Grimm hat einmal an Joachim einen reizenden Brief geschrieben, den er selbstEine gute Leite Unsinn" nennt, er hat sich in mancher Not Joachim gegenüber ausgeschüttet, sie haben auch in persönlicher Gemeinschaft gute Tage miteinander verlebt. Allein das Verhältniszu Dreien" hat sich doch offen­bar schließlich als unhaltbar erwiesen.

Am 13. Oktober 1857 erhielt Hermann Grimm in Rom

Aus Stadt und Land.

Gießen, 4. November 1911.

Siegener Sänger in Gießen. Der im süd­lichen Westfalen bekannte MannergesangvereinMozart* in Stegen wird am Sonntag, den 12. Nov. eine Sänger* fahrt hierher unternehmen und bei dieser Gelegenheit tn der Aula der Untversität ein größeres Konzert veranstalten. Ter Verein verfugt in allen Stimmen über vorzügliches Material und ist unter der längjährigen straffen Leitung seines Dirigenten, Herrn Sanner auS Siegen, gut geschult, so daß ein hervorragender Kunstgenuß erwartet werden darf. Das in der heutigen Nummer veröffentlichte Programm ist gut zusammengestellt und weist Perlen der Chorliteratur auf. Unter den größeren Chören ragen besonders ,Jtmg Diet­helm^ von Fleischer unb ,Zu SchulS im kleinen Friedhof" hervor. Ersterer ist wohl als bie beste Vertonung der schönen Ballade zu betrachten, letztersr, fast durchgängig in Moll gehalten, hat geschichtlichen Hintergrund und schildert in packender Weise die Kämpfe der Engadiner gegen die Uebermacht der Oesterreicher auf dem Friedhöfe zu SchulS. Aber auch daS Volkslied ist gut vertreten. ES seien hier nur genannt: ,DaS Liebchen im Grabe*, von Spangenberg bearbeitet, undIch hört ein Vöglein pfeifen* von Schauß, sowie ein markiges ValeBandS-

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Die (Drganifationsfragen im Aurschuh für die Angeftclltenoeisicherunci.

Berlitt, 8 91 ov.

Dos BeratungSthema wechselt im ReicirsversicherungSausschuß kalcidoskoparlig. Dos hängt zusammen mit der Bedeutting, tue in der Beratung des Umfangreichen und lveitschichtigen Gefetzeitt- rurfs die Bor- und Zivisck-enbcfprcchungen außerhalb der eig.nt- lub- n Kommissionssitzungen haben. Di. Ange.cgenhät der Ersatz- Qaikn erfordert nach dem Verlauf, den die gestrige allgemein? Aussprache gehabt hat, noch äne weitere Verständigung, ehe die Vertreter der Parteien im Ausschuß mit positiv formulierten Anträgen kommen können Deshalb rourbe dieser Punkt ans morgen vertagt pnd heute der gleichfalls säzon mehrfach zurück- gkstelltc Abschnitt über die Schiedsgerichte und das Lberschieds geruht verbandelt. Tie Streitfrage ist hier, ob diese Rechts- instonzen als besondere Behörden innerhalb der Angestelllen- versicherung errichtet werden, oder äne Angliederung an bie Lbewersick>erungsämter und das Rächsversicherungsamt erfolgcu soll. Für diese Verschmelzung tritt mit den Sozialdemokralen, brn Freisinnigen und der Wirtsch. Vereinigung insbesondere auch das Zentrum ein, dessen Vertreter alle dafür beräts gelt nd ge- macklien Gründe: größere Billigkeit und Bequemlichkeit, Ein- deitlichkeil der Rechtsprechung durch die unabhängigen Richter des Rächsversicherungsamls, überhaupt ein Kontakt zwischen der sozialen Versicherung auf den verschiedenen Gebieten, noch ein­mal mit großem Nachdruck anemanderreihte und daran die Er- Ränmg schloß, daß feine Partei außer Stande sei, äner Son* oerung der Instanzen Zuzustimmen Aber an diese ErNärung fügte er rinen wäteren Sckstuß und der lautete: wir wer- oen die Mehrheit für unfern Standpunkt nicht finden, »ollen das Gäetz nicht gefälwden und lverden uns deshalb zunächst neutral verhalten: im Plenum werden wir fckwn unfern Stand mjnft zum Ausdruck bringen. Der nachfolgende sozialdemokratische Vtbner äuf^rte daraus fein Erstaunen über die lanpc Rede, die in rinem solchen Umfall erforderlich gewesen sei. Staatssekretär I*r Delbrück griff mehrfach selbst in die Besprechung ein und erbob aus organisatvrisckien Gründen den entschiedensten Wider- tznich gegen jede Angliedenmg an die Instanzen der Reichs- riiefrerungdorbnung. Tie Regierung trug einen vollen Erfolg ißwn, die Bestimmungen ihres Entwurfs über die Organisation oilrden unverändert angenommen. Eine Nähe weiterer noch Unerledigter Absckmitte, u. a. über die Beitragsstreitigkeiten und das Verfahren werden mit zumeist nur redaktionellen Aendcrungcn ßlttchfalls angenommen.

SamStag vormittag soll über die Ersatzkosten entschieden toerbcii

itags

(Eine Ijcrjcnstragööie Jofoplj Joachims.

Aus dem ungemein reichen und werwollen Briefwechsel, den Joseph Joachim, der Meister der Geige, hinterlassen hat, wird, tote bereits angekündigt lvordcn ist, dem Publikum demnächst eine «ußeroidentlich anziehende Auswahl zugänglich gemocht werden. Bereits in wenigen Wochen wird bei Julius Bard in Berlin der tritt Band derBriefe von und an Joseph Joachim" <richeincii, der die Jahre 1842 bis 1857 umfaßt, Jahre der höchsten 'öeLrntung für die Entwicklung Joachims wie für die des deutschen Mufillebeiis Allrin neben der rächen Ausbeute, die diä'e Briese iur Geschichte der deutschen unb ausländischen Musik, sowie der vlusiker bieten, eröffnen sie auch Einblicke in bas verschwiegene knb zarte Innenleben Joachims und derer, die ihm nahe stehen. Zwei Gestalten treten unter denen, mit denen er in ständigem öriefwechsel stand, vor allem hervor: Gisela v. Arnim, &ieGiesel^, und äetman Grimm, Wilhelms Sohn, dessen Lchensgesährtin Gisela von Arnim, die Tochter Bettinens, ge» vorden ist.

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daß der änzige, von dem ich fühle, daß er die Laufbahn gan- begräft, die ich vor Augen habe, mir so entwandt wird. Denn ich kann nicht verlangen, daß Du mir gegenüber vergißest, daß ich Dir das fortgenommen habe, was Derne Lebenslust zu werden begann oder geworden war, ich weiß es nicht, aber ich konntck nickst anders handeln und wenn Du mir verzeihst, daß es ge- schehn ist, verzeihe ich Dir, daß Du mich dazu drängtest. DteS für das, was hinter uns liegt: es schrinen mir abgetane Tinge. Denken wir an die Zukunft. Meine Gedanken drehen sich immer nur um die nächsten Tage-, ich messe die Schritte ab, und suche Alles abzuroehren, was^ ihr in den Weg rieten könnte. Wir sprechen oft von Dir. Du kannst mit glauben, daß ich Dich lieb habe. Von der Giesel weißt Du es. Aber Ihr durftet Euch nicht verderben, langsam, und ich stille dabeistehn.^ Die ganze Ge­schichte diries Herzensdramas wird gleichsam von rückwärts her durch diesen 'abschließenden Brief Hermann Grimms erleuchtet.

ff.

Eine wissenschaftliche Ausgabe des Brief­wechsels zwischen Goethe und Schiller wird im Auf­trage des Weimarischen Goethe-Schiller-Archivs von Professor Hans Gerhard Gräf und Pros. Albert Leitzmann besorgt und noch im November dieses Jahres in zwei Te^tbänden unb einem Stummentarbanb im Insel-Verlag zu Leipzig erschrinen. Diesem Unternehmen wird bald in gleicher Form eine abschließende Ausgabe des Goethe-Zelter-Briefwtthfels folgen, die von Dr. Max Hecker besorgt werden soll.

fi. Der singende Sand. Auf der Insel Kawai, die dem Hawoiarchipel angehört, und in der Colorado wüste in Kali-- fortrien hat der Sand, wenn er von starkem Winde artigewirbelt wird, eine eigenartige Eigenschaft: er singt, oder genaues gesagt, er summt. Dieses Geräusch veränden sich, wenn man die Sandkörner lebhaft zwischen den Händen reibt, in den Schrri der Eule. Tyüllt man den Sand in einen Sack und schüttelt ihn hefttg, so gibt er ein Geräusch von sich, das wie das Bellen eines Hundes Hingt. Die mikroskopische Unterfuchum hat er­geben, daß di? Körnchen eine vollkommene Kugelgestalt auf weifen; daher rollen sie bei dem geringsten Anstoß lebhaft übenmanbei roca und D^rmögen w die ausgebchntesten Wanderungen zu unter­nehmen. -tie Geräusche, die dem oanbe anhaften, werden, wie dieRevue" mitteüt, einer dünnen Gasschicht zugeschrreden, die die einzelnen störnchen überzieht. Aus der Wüste entfernt ver­liert der Sand seine frühere Eigenschaft,

Kaffee- ss/, Surrogat

Tee.

früheren Ansicht, die Bahn in Assenheim einmünden $u lassen, scheint man heute anderer Ansicht zu sein; hierfür scheint die Bahnhofsverlegung in Friedberg das Haupt­motiv zu sein. In Frage kommt, ob eine Dampfbahn oder eine elektrische Bahn gebaut werden soll. Was die Ein­mündung in Friedberg anbetrifft, so komnrt in erster Linie die technische Frage und erst bann die finanzielle Frage in Betracht Es fragt sich, ob die technischen Schwierig­keiten so sind, daß wir überhaupt einen Unternehmer hier-

Firma (Wehr. Alcrander in Breslau eingetreten Der Vor- setzende hält den AngeNagten Sdimitt unb Benner vor, daß bcibc in der Untersuchung zu Protokoll gaben, wenn fit den Inhalt der Korrespondenz mit der Itrma Sflejanbcr gekannt hätten, würden sie niemals ihre Unterschrift gegeben haben Sie sähen jetzt ein, daß der Firma Unrecht gcidicben fei. ^Angekl. Benner: 3d) habe so etwas nickst gesagt Angekl. Sdimilt: Iw gelangte zu dieser Ueberzeugung, nachdem mir die Murre< ipvndenz vorgelegt worden war Der Vorsitzende stellt aus den Alten fest, daß der Angeklagte Bemter in der Voruntersuchung die fragliche Aeußerung tatsächlich getan habe.

Sodann wird unter allgemeiner großer Spannung der Haupt- zeuge Alexander aus Breslau aufgerufen, der bekundet: Die Bank ist einmal mit einem Angebot an uns Ijcrangctreten, in­dem sie darauf hinwies, daß sie einen regen Markt in sturen unb stolvnialanteilen betreibe unb derartige Werte in kulantester Weise beleihe Da unsere Firma ein Geschäft vorhatte, wozu 160 OOO Mark bar gebraucht wurden, habe man erwogen, ob man 100 Grübelt kure zur Beleihung berqebcn dürfe. Tie Bcr liner Handelsgesellschaft gab über die Niederdeutsche Bank eine sehr gute Auskunft. Daraufhin sind wir mit der Bank tn Verbindultg getreten. Wir hatten nicht die geringste Ahnung, daß die Bank die Kuxe weitergeben sollte. Aus unserem Brief- weckwl ging klar hervor, daß nach unserer Absicht die Küre im Depot der Bank bleiben sollten Wenn die Bank das nicht tat, dann mußte ein Depot verbrechen ober ein schweres Versehen vorliegen. Die Kure hatten einen Wert von vielleicht 280 000 Mark Wenn der Ängellagte Ohm behauptet, daß er berechtigt war, über die sture zu derlügen, da er die Blankozession tu Händen halte, so ist das nur eine Ansicht des Herrn Ohm. Wir hatten deutlich ausgesprochen, daß die Blankozession nur eine Form sei.

Nach einer Pause werden roeitcrc 25 bis 30 Zeugen aus

gerufen. Unter ihnen befindet sich die Ofattin des Angeklagten

Schmitt Frau Ohm ist ebenfalls als Zeugin geladen, aber

nicht erschienen. Sie teilt dem Gerichtshof in einem Schreiben

mit, daß sie ihre Aussage verweigere. Verteidiger R.-A. Frank: Zur Zeugnisverweigerung der Fran Ohm möchte ich bemerken, daß diese sich in einer solchen nervösen Erregung^ befindet, daß sie sich einer Vernehmung nicht gewachsen fühlt. Sollten daraus aber Schlüsse gezogen werden, so ist sie bereit, auszusagen. Ich bei)alte mir also vor, auf bas Zeugnis der Frau Ohm zurück zukommen. Zeuge Bankier Schüler, der früher bei der Nieder deutschen Dank war und zunächst unter Aussetzung der Ver­eidigung vernommen wird, macht Bekundungen über das Küpen- geschäst der Bank und äußert sich bann über den Charakter Ohms. Diesen habe er als sehr seinen vornehmen Herni kennen gelernt, über den alle Beamten im Tone größter Wertschätzung sprachen Tie Tatsache, daß er nach Eröffnung des Konkurses sich acht Wvchen in der Schtveiz aufgehalten habe, erftärt der Zeuge damit, daß er damals eine Erholung nötig gehabt habe. Er habe aber nicht in dieser Zeit Erkundigungen darüber ein­gezogen, ob auch gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet sei.

Morgen werden die Verhandlungen fortgesetzt.

erschienen die Bürgermeister usw. von Ranstadt, Ober-Mock-, ftabt, Nieder-Mock stabt, Mark Nieder-Mockstadt, Tauern- beim, Ossenheim, Wikstadt, Bauernheim, Nieder-Florstadt, 2ber-Florstadt, Staden, Stammheim und Dornassenheim. Von den eingeladenen Gemeinden waren nicht erschienen: Lcidhecken, sowie Pächter Güngerich, Oppelshäuser Hof. Als Berichterstatter wies Kreisrat Schliephake auf die früheren geplanten Bahnbauprojekte hin die nur an dem hartnäckigen Verhalten mehrerer Gemeinden scheiterten. Entgegen der

für finden, denn der Staat wird bei der heutigen Finanz­lage die Bahn wohl kaum bauen. Es soll aber auch daraus gesehen werden, daß sämtliche Orte soviel wie möglich be­rücksichtigt lverden Was die Rentabilität anbetrifft, so soll man diese fetzt noch nicht in Betracht ziehen, obschon auf der einen Seite die Niddertalbahn, die Bahn Vilbel Stockheims-Lauterbach, aus der anderen Seite die Strecken Friedberg-Nidda und Friedberg^Hungcn schon längere Jahre im Betrieb sind. Herr Keller-Offenheim tritt für einen Anschluß in Ossenheim ein

Landtagsabg. D a in m Friedberg glaubt, darüber könne doch kein Zweifel herrschen, daß trotz früherer Gegner- schäft die Einmündung in Friedberg stattfinden müsse. Büraermeister M a u l - Lssenlwim ist unbedingt für die (im* münoung in Friedberg Er glaubt, daß der Frachtverkehr in Lssenheim größer sei als in Dickstadt, was von str^israt Sch l i e p h a k e widerlegt wird. Bürgermeister Alles- Nieder*Florstadt ist für eine Einmündung in Friedberg. Gemeinderat Lu p-Nieder Florstadt glaubt, daß man heute hier zusammengekommen fei, um zu beschließen, ob die Bahn zu bauen ist ober nicht: die Rentabilttätsfragc komme erst in zweiter Linie: auch glaubt er, daß man sich für eine Dampfbahn ausspricht, denn von dieser haben wir am meisten zu erhoffen Bürgermeister W a l t h e r-Bauern- heim erklärt, daß Bauernheim sich nur für das Projekt ausspricht, wenn die Gemeinde eine Haltestelle erhält st.tm- merrat T e r n - Assenl^eim g aubt, wenn die Bahn in Ofsen- hei.m eine Haltestelle erhalte und über Wickstadt geführt werde, würden die Kvsten viel zu hoch fein. Beigeordneter Falk- Friedberg erklärte, sämt^che OJemeinben außer Assenheim seien für die Einmündung in Friedberg Man müsse namentlich die finanzielle Seite berücksichtigen, wenn die Einmündung in Assenheim erfolge, habe Friedverg über­haupt kein Interesse an der Bahn und werde sich weigern, etwas beizurragen. S t am nt beim erklärt sich für den Bahn bau, macht aber seine Beitragsleistung von der Er­richtung einer Haltestelle abhängig Beig W i n d e ck e r - Friedberg glaubt, über die Erbauung der Bahn feien alle einig, jedoch sei die Einmündung in Friedberg erstrebens­wert. Auch meint der Redner, daß man heute nur entsck>ei- ben solle, ob die Dahn überhaupt gebaut werde und wo sie einmünden solle, streisrat Schliephake glaubt, daß man für beide Projekte erst Unteritehmer finden müsse. L u x - Nieder-Florstadt tritt nochmals für die Einmündung in Friedberg ein, schon im Interesse der weiterfahrenden Arbeiter, beim in Assenheim verkehren täglich 14 Personen­rüge, während in Friedberg 136 verkehren. Auch Stadtv. Langsdorf-Friedberg tritt für Friedberg ein. streis- rat Schliephake erklärt, daß das Interesse der anl-iegenden Genteinden für Friedberg sei, jedoch müßten die Terrain­schwierigkeiten ernstlich geprüft werden. Kreisrat Böck- mann-Büdingen ist mit dem Bahnbau selbst einver­standen. An der Frage der Einmündung der Bahn habe er kein Interesse. Ober-Mockstadt erklärt, es hätte kein großes Interesse an dem Bahnoau, ist jedoch im Prinzip nicht Gegner des Projekts. Tauern heim hat ein grö­ßeres Interesse an der Bahn, aber nur dann wird es einen Beitrag leisten, wenn es eine Haltestelle und Güter­halle erhält. Ranstadt ist nicht Gegner des Projekts, möchte jedoch nicht so stark herarrgezogen sein, da es schon ziemlich Beitragsleistungen für die Bahn Gießen(Geln­hausen bezw. für den Ranstadter neuerbauten "Bahnhof fjätte. Schließlich einigten sich die Versammelten unter folgenden Bedingungen: Es sott ein Projekt auf Kvsten der meisten Gemeinden nach ihrer Seelenzahl ausgearbeitet werden; die alte Kommission, die bei den früheren Verhand­lungen mitgemirkt hat, soll- bestehen bleiben: neu hinzu- gezogen werden Kreisrat Schliephake und Bürgermeister öck)leicher-Dauernheim.

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"~T\ T Schliephake und Regierungsassessor Freiherr von Graney iKtiWM »ni ftreisamt Friedberg: vom Kreisamt Büdingen war 111II Kitt ft eis rat Böckmann erschrenen. Don Friedberg waren die

il " leigeorbneten Windecker, Damm und Falk svwie Stadt- * Verordneter Langsdorf, von Assenheim Kammerrat Dem,

ertteter »u den^- Bauverwalter Speyer anwesend,

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