Ausgabe 
5.5.1911 Zweites Blatt
 
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für der vor

die Straßeuherstellungen schon vergeben seien, beantwortet Vorsitzende dahin, daß die Lieferung des Steüunaterials vier Wochen vergeben worden sei.

Verschiedenes.

Zahnarzt Reinewald hat in Gemeinschaft mit einigen

worben ist, wird die Uebernahine auf die Stadt beschlossen. Der Stempel beträgt 1012 Mark.

Herrn Adolf Roll wird die Frist für die Errichtung des Bordergebändes auf seinem Grundstück in der Wiesenstraße bis 1. April 1913 verlängert.

Der Verkauf eines Teils des Aktienbrauereigeländes wird jetzt, nachdem die genauen Kaufverträge vorliegcn, endgültig genehmigt. Das sog. L am pe n g ä ß ch e n ist durch die Anlage des Weges längs der Wieseck überflüssig geworden. Denr Verkau von 73 Quadratmeter Gelände an die Anlieger für 730 Mark wird -uge stimmt.

Die Ohrenklinik.

Das Gebäude Ecke der Frankfurter Straße und Liebigstraße war dem Staat bis zum 1. April 1912 für die Zwecke der Ohrenklinik überlassen worden. Das Rektorat sucht nun um Verlängerung dieser Frist bis zur F e r t i g st c l l u n g der n e u e n Ohren-- und H autklinik, die bis längstens 1914 zu erwarten sei, nach. Man beschließt, die Frist bis zum 1. April 1914 zu verlängern und rnilzuteilcn, daß eine längere Ueberlassung dieser Räume mit Rücksicht auf die Verwertung der alten Stlinit nicht Möglich sei.

Stadtv. Habe nicht regt eine gemeinsame Besichtigung der alten Klinik an, um über deren Verwendungsmöglichkeit Klarheit zu schaffen.

Man ist hiermit einverstanden und setzt nächsten Donnerstag für die Besichtigung fest. Der Stadtbaumeister usw. sollen zu- gezogen werden. Im Anschluß daran soll das Elektrizitätswerk und auf Vorschlag des Stadtv. Dr. Sommer das Liebigmuseum besucht werden.

Städtische Arbeiten und Lieferungen.

Zur Anschaffung von Einrichtungen für die Brauchbar­machung bedingt tauglich erklärten Fleisches im Schlachthaus ist früher ein Kredit von 7000 Mark bewilligt worden. Seither mußte dieses Fleisch der Wascnmeisterei übergeben werden. Die Versammlung stimmt dem Ankauf eines Patentfleischdämpfers Nr. 2, der sich in Offenbach bewährt hat, von Dönnickc-Berlin für 1230 Mark z-U.

Zur Auffüllung der L a h n st r a ß e ist noch weiteres Material nötig; es wird beschlossen, von Steinbruchbesitzer Valentin weitere 2000 Kubikmeter zum Preise von 1.30 Mark zu blichen.

Die Lieferung von Bordsteinen und Zement wird an die seitherigen Lieferanten vergeben, ebenso die Ausbesserung der Bürgersteige an den seitherigen Unternehmer Rübsamen.

Eine Anfrage des Stadtv. Wallenfels, ob die Arbeiten

Hand- und Maschinennähen, Ausbessern erlernt wird, und auch allgemein bildende Fächer wie Aufsatz, Rechnen, Srngen, Gesundheitslehre und Krankenpflege gelehrt wer­den, tft die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur Töchtern von Landwirten, sondern auch denen des Mittelstandes sehr zu empfehlen. Hinzuweisen ist noch auf die gründliche Aus- btldung in den laufenden Arbeiten im Obst- und Gemüse- bau, speziell auf die Konservierung, das Einmachen des Obstes und der Gemüse. Ebenso werden der Ernte und Winterausbewahrung des Obstes und der Gemüse große Beqchtung geschenkt. Daß zur Erlernung eines so großen Lehrplanes wie des oben angeführten ein mehrmonatlicher Lehrkursus nottoerrdig ist, ist als selbstverständlich zu be­trachten. Wenn auch in letzter Zeit vielfach kurze Wander- 5)aushaltungskurse errichtet wurden, auf denen in wenigen Wochen die Einführung in einige Obliegenheiten des Haus­haltes bezweckt werden soll, so muß doch jeder Vater, der ferner .Tochter die gründliche Ausbildung in den haus»- mütterlichen Pflichten geben " '

längeren Unterricht zul.......... ___

lamm er kommt den Eltern sehr entgegen,

geben lassen will, seinem Kinde einen ronrmen lassen. Die Landwirtschasts- -2 indem sie den

Unterricht und Pensionspreis denkbar niedrig festgesetzt hat. Für Unterricht und Logis sind für Hessinnen 25 Mk., üon Nichthessinnen 40 Mk. für den ganzen Kurs zu be­zahlen. Tie Kosten für Verpflegung berechnen sich nach der wirklichen Aufwendung. Anmeldungen zur Teilnahme an den Kursen sind alsbald an die O r t s s ch u l k o m m i s - s i o n der Haushaltungsschule zu Lindheim zu richten, die ebenso wie die Landwirtschaftskammer ausführliche Pro­gramme und Anlmeldebogen auf Verlangen versendet. Bei nach dem 1. Juli 1911 eingehenden Anmeldungen ist die Berücksichtigung zweifelhaft.

Lustschisfahrt.

Bitterfeld, 4. Mai. Das LuftschiffP L 1 des Käiserl. Aeroklubs vollfiihrte gestern gegen Abend eine ausgezeichnete Fahrt von Bitterfeld nach Leipzig lind zurück in einer Stunde und ß5 Minuten. Kurz vor der Ballonhalle in Bitterleld entstand ein Motorschaden imb das Luftschiff wurde in der Richtung auf Köthen abgetrieben. An der Straße Valle-Dessau bei der Domäne Wehlau landete es bei starkem Winde sehr glatt; es wurde entleert und abgerüstet. Das Luftschiff trifft noch heute in Bitterfeld ein.

London, 4. Mai. Das MilitärluftschiffLebaudy", das seiner Zeit derMorning Post" gehörte und am 26. Oktober vorigen Jahres nach der Fahrt von Paris nach Aldershot bei der Landung a u f g e s ch l i tz t wurde und seitdem ausgebessert wurde, machte heute wieder seine erste Fahrt. Beim Mstieg verlor die Führung die Herrschaft über das Luftschiff, das sich in den Bäumen verfing und mit lautem Knall platzte. Es liegt jetzt gänzlich zertrümmert da. Die sieben Mann starke Besatzung ist mit knapper Not davongekommcn.

Petersburg,!. Mai. Der altrussische Aeroklub beschloß, vom 21.,bis 28. Mai eine Flugwoche zu veranstalten, an der ausländische Flieger mit Apparaten neuer Systeme teilnehmen werden.

Airehe unfc Schule.

X Nidda, 4. Mai. Gestern fand hier eine Pfarr- konferenz der Dekanate Schotten, Nidda und Büdingen statt, in der der Präsident des Ober-Konsistoriums, Nebel, und der Oberkonsiswrialrat Dr. Bernbeck anwesend waren. Nach einer Begrüßung der Versammelten durch Tekan Fischer hielt Ober- konsistorialrat Dr. Bernbeck einen Vortrag über: Bedeutung und Verwaltung der P f a r r p f r ü n d e n. Er gab zu­nächst die geschichtliche Entwicklung unseres Pfründenwcfens bis 1876, sodann den Uebergang in die jetzigen Verhältnisse (System der Altersklassen). Klar wurde dargelegt, wieviel besser für das Amt des Geistlichen wie seine Lebensverhältnisse, der sich selbst auf dem Acker abmühen oder selbst seinen Pacht eintrciben, aus eine Akzidenticn verzichten mußte, die jetzige Einrichtung sei. Die Fürsorge für Erhaltung und Mehrung des Pfründeneinkom­mens darf nicht leicht genommen werden, etwa, weil jedoch alles in t)cn großen Fonds nach Darmstadt gehe; im Gegenteil: In­dem der Vorsitzende des Kirchcnvorstandes für die Pfründe be- orgt ist, wirkt er nicht bloß für sich und seine Familie, sondern ür den ganzen Pfarrstand, ja für das ganze Land, denn je mehr die einzelnen Pfründe cinbringen, desto geringer werden die Anforderungen an die Stcuerkrast des Landes. Darum sollen die

Au» Stadt und Land.

Gießen, 5. Mai 1911.

** Aufhebung einer Tierschinderei. Kürzlich Hal das Miegsministerium neue R cmonte-Be st im­mun g en erlassen und bei dieser Gelegenheit Spezialbestim- mungcnr eingeftcht, nach denen die Käufer von ausrangierten und zum sofortigen Schlachten bestimmten Militärpferden diese Tiere nicht mehr wie bisher direkt oder indirekt an Leute Weiterverkäufen dürfen, die sie als billige Zugtiere verwenden wollen. Bisher Wurde das Versprechen, die Pferde zum Schlachten zu bringen, meistens nur mündlich den Käufern abverlangt, die sich dadurch nicht behindern ließen, die Pferde einfach an den Meistbietenden weiterzu­geben, wonach die Tiere in der Regel noch cingespannt wurden, bis sie zusammenbrachen. Infolge der Ein­mischung der Tierschutzvercinc hat das Kriegsmiuisterium nuu durch strengere Bestimmungen, die u. a. schriftliche Erklärung vorsehcn, und durch Anordnung einer besseren Kontrolle dieser Tierschinderei einen Riegel vorgeschoben.

Landkreis Gießen.

= Wieseck, 4. Mai. Am Sonntag, 7. Mai, soll auch hier der Blumen tag in festlicher Weise begangen wer- den. Auf der Wetlersburg findet von nachmittags 3 Uhr ab ein Konzert statt, wobei die vier Gesangvereine, sowie die hiesige Musikkapelle ihre Mitwirkung zugcfagt haben. Zum Eintritt dieser Veranstaltung genügt der Kauf einer Blume von 10 Pfg. Der weitere Verkauf von Blumen, Postkarten und Blumentagszeitungen geschieht durch jüngere Mädchen.

Watzenborn-Steinberg, 4. Mai. DerBlu- nrentag" verspricht in unserer Gemeinde ein rechtes Volksfest zu werden. 94 junge Mädchen werden ab­wechselnd als B'l um env er käu f e r rnn e n mitwirken; alle Vereine haben bereitwillig ihre Kräfte in beu Dienst der guten Sache gestellt. So dürfen wir hoffen, daß alles gelingen" wird.

Kreis Büdingen.

- - L i n d h e i m , 4. Mai. Die Landwirtschaftskammer eröffnet voraussichtlich ant 1. August den zweiten fünf­monatlichen Haushaltungskursus für das Jahr 1911 an chrer Haushaltungsschule. Der praktische und theoretische H^.^^ungsnnterricht erstreckt sich auf die Anleitung im lE^'^'kleu Kochen mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des ländlichen und bürgerlichen Tisches, Zubereitung und Auf­bewahrung der Speisen, in der Käsebereitung, Federvieh- Pflege, Gartenwirtschaft, im Waschen und Bügeln, Rein­halteudes Hauses, Buchführung. Da in diesem Kurse buch em sehr gründlicher Handarbeitsunterricht, in dem das Stricken, WäschL-Schnittzeichjnung, Wäschezuschneiden,

Vorsitzenden des Kirchenvvrstandes für Verbesserung der Pfründ« besorgt sein, indem sie genau die Besoldungsnoten prüfen, be- wnders die älteren Noten. Das hat schon historischen Wert Närt aber auch auf über die Rechtsverhältnisse, deren Anerkennung oder Bestreitung. Ter Pfarrer soll bei Anlegen des Grund­buchs darauf achten, daß richtiger Eintrag erfolgt, sowie daß die Teilnahme am Ortsbürgernützen nicht verloren geht. Betreffend die Verwaltung der Pfründen muß gesorgt werden für recht zecklges Eingehen.der Ausstände, rechtzeitige Einlösung der Zins- kupons, genaue Prüfung der Taxation der in Hypothek gegebenen Liegenschaften, ferner für sichere Anlage der Gelder in Staats­papieren, genaue Prüfung der verschiedenen Pfandbriese, endlich für genügend sichere Aufbewahrung der Wertpapiere. Das Funda­ment der Pfründe ist der Grundbesitz; in Ober Hessen ist er am größten. Da ist es Sache des Pfarrers, orientiert zu sein über Lage Und Güte der Pfarrgrundstücke, ferner über rechte Düngung und Behandlung durch die Pächter, über Erhaltung der Grenzen und Grenzsteine. Es empfiehlt sich für jede Pfarrei, das Anlegen einer Uebersichtskarte des Pfarrguts. Ein Verkauf des Grund­besitzes soll vermieden werden, es sei denn, daß eine ganz günstige Gelegenheit sich bietet, sehr preiswert zu verkaufen und bann nicht zu Spekulationszwecken. Wiesen sollen, wenn möglich, statt verpachtet, in Selbstbewirtschaftung übernommen und dann die Kreszenz verkauft werden; Oedland soll aufgeforstet werden. Auch Obstanlagen sind je nach Umständen zu empfehlen. Tie Verpacht tungsperwden sollen nicht zu lang sein, höchstens 9 Jahre; auch die kleinen Leute sollen dabei berücksichtigt werden. Bei Feldbe- retmgungen muß besondere Aufmerksamkeit walten, namentlich bei der Bonitierung. Bei Einführung von Feldbereinigung versichere man sich des Vorhandenseins von Grenzsteinen. Der Psarrer soll für sich nur soviel Gut haben, als er zum Not­wendigsten braucht; der Bauer muß auch etwas haben. Rich­tiger Geldanschlag des in Selbstverwaltung gegebenen Gutes muß gemacht werden. Der Vorsitzende dankte dem Vortragenden für seinen interessanten und lehrreichen Vortrag, woran sich noch eine angeregte Besprechung schloß.

Kreis Alsfeld.

lz. Storndorf, 4. Mai. Innerhalb weniger Tage ereigneten sich hier zwei schwere Todesfälle. Eine junge Frau starb plötzlich, einen Tag nach der Geburt ihres ersten, totgeborenen Kindes und ließ ihre Angehörigen in tiefer Trauer zurück. Eine Woche darnach starb wieder eine Wöchnerin, eine Frau Toll, nach der Geburt ihres siebenten, toten Kindes. Einen bedauernswerten Un- glücksfall erlitt die Frau des Oekonomen Kaspar Kraft. Wahrscheinlich infolge eines Schwindelanfalls fiel sie abends auf der Treppe und zog sich nicht unerhebliche Verletzun­gen zu.

Kreis Lauterbach.

Lauterb ach, 4. Mai. Die Vorbereitungen zu dem am Samstag, 6. Mai, hier stattfindenden Blumen- tag find beendet und versprechen voraussichtlich einen guten Erfolg. Zurzeit wird die Turnhalle des Turnvereins, in der am Verkaufstage einBunter Abend mit Restau­rationsbetrieb" veranstaltet wird, dekoriert und mit Ver- kaufsläden ausgestattet. In diesen werden Tarnen des Komitees und Mädchen Gegenstände der Restaurations-, Konditorei-, Zigarren- usw. Branche zum Verkauf anbieten> Die Preise sind den gewöhnlichen Tagespreisen angemessen. Außer den durch junge Mädchen zu verkaufenden Blumen werden noch Postkarten mit dem Bilde der Großherzogin, des Großherzogs und den beiden Prinzen zum Verkauf angeboten. Ein reichhaltiges Programm für den bunten Abend, an dem Hofopernsänger Ungibauer aus Darmstadt mitwirken wird, sorgt für die nötige Unterhaltung während der Verkaufszeit. Nach den Aufführungen findet Tanz tatt. Am Tage wird eine Kapelle von 12y211/2 Uhr auf dem Marktplatz einige Stücke fvielen.

Kreis Frieoberg.

L. Bad-Nauheim, 4. Mai. Vor zwei Tagen hat man mit den Arbeiten des viel umstrittenen sogenannten Bad eh o t eis begonnen. Vorerst erhält das Hotel kein Wasser aus den Sprudeln. Das Riesenhotel, das auf dem Gelände des abgebrochenen Siedehauses steht, wird 70 m lang und 40 m breit, die bebaute Fläche des siebenstöckigen Hauses beträgt 2800 qm. Da der Staat 4000 qm an den Besitzer verkauft hat, bleiben noch 1200 qm für Vorgärten, Höfe usw. Die neue Drink kur an läge wird in 14 Tagen in der Hauptsache vollendet sein, so daß sie dem Gebrauche übergeben werden kann. Am Hauptpunkt des Ganzen, dem ftUrbrunnen, werden die Arbeiten in noch kürzerer Frist fertig fein. Schon heute wird dem Kurgäste >as Wasser des Brunnens gereicht. Zurzeit ist man mit >en Zuleitungsarbeiten des Karlsbrunnens in den Kur­brunnen beschäftigt. Der Karlsbrunnen kann dann sowohl an seiner Quelle, wie auch am Kurbrunnen getrunken wer- >en. Ein Teil der Wandelbahn wird ebenfalls in einigen Tagen dem.Verkehr dienen.

Hessen-Nassau.

[] Marburg, 5. Mai. Die Gesamtzahl der Studierenden der hiesigen Universität (ohne die zum Hören von Vorlesungen Zugelassenen) stellt sich nach einer vorläufigen Schätzung auf rund 2300 gegen 2092 im vorigen Sommer und 1981 im letzten Wintersemester.

Starkenburg und Rheinhessen.

-o- Main z, 4. Mai. Die Firma vorm. Mayer, Michel und Deninger i. Liqu., Inhaberin der ehemaligen Leder­werke, hat von ihrem großen Gelände in der Neustadt an die Kabelwerke von Guilleaume u. Lah­met) er in Mülheim a. d. Ruhr 33 Bauplätze im Ge- am tum fang von 13000 Quadratmetern verkauft. Der Kauf- ireis beträgt eine Million Mark, der Quadratmeter 'ostet 72 bis 88 Mk. An Stempelaebühren mußten 26 000 Mark bezahlt werden. Wie man hort, sollen auf dem Platz Wohnhäuser errichtet werden. Da sich die Lahmeyer-Kabel- werke aber kaum mit dem Bau und Verkauf von Wohn­häusern befassen werden, vermutet man, daß Arbeiterhäuser errichtet werden und das Gelände für ein industrielles Werk erst noch erworben werden soll. Auf dem erworbenen Ge- lände ist die Errichtung einer Fabrik ausgeschlossen.

anderen Herren ein Gesuch an die Stadt gerichtet, daß sie, um hier das Füllen von Luftschiffen zu ermöglichen, die erforderlichen Einrichtungen dazu "auf dem Gaswerksgrundstück treffen und nach dem Beispiel anderer Städte einen billigen Preis für das zum Füllen nötige Gas festsetzen möge.

Die Versammlung stimmt dem Vorschlag zu, daß die Stadt die 1025 Mark Herstellungskosten für die Füllvorrichtung nebst Zuleitung trage und das Gas für 9 Pfennig der Kubikmeter Abgegeben wird.

Stladw. Gabriel fragt, ob es nicht gefährlich sei, so nahe ant Gaswerk die Luftschiffe zu füllen. Der Vorsitzende er­widert, bei der Lage des Platzes sei jche Gefahr ausgeschlossen. Die Straßenbahnwagen sind zurzeit gegen Transport- gesalir versichert. Der Wagen kostet 50 Mark Versicherungsgebühr jährlich, wobei nur Schäden über 100 Mark ersetzt werden. Solche Schäden sind hier überhaupt no-ch nicht vorgekommen und sind auch kaum zu erwarten. Man beschließt deshalb, die Versicherung zu lösen, und die dadurch gesparten 800 Mark bem städtischen Selbwoersicherungsfonds zuzuchhren.

Die Badezeit für das Sommerbad fürFrauen wird auf iMvutag, Mittwoch und Freitag, nachmittags 25 Uhr, festgesetzt.

Auf Anftagen der Stadtv. Vetters und Simon wegen Verhinderung des Einblicks in das Frauenbad wird vom Vor­sitzenden dahin geantwortet, daß die deshalb getroffenen Vor­kehrungen genügend seien.

Stadtv. L ö b e r macht auf den schlechten Zustand des Zugangs zur Müllerschen Badeanstalt aufmerksam und bittet um Abhilfe, die der Vorsitzende zusagt.

Folgende W ir t sch ast skouz essio ns gesuche werden befürwortet: Gesuch des Hch. Großhaus um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Schifsenberger Weg 63; des Hemr. Herr um Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffeewirtschaft tm Hause Bahnhofstraße 62; des Hch. Schwalb um Erlaubnis 3um Gastwirtschaftsbetrieb im Hause Watttorstraße 28 und des Wilh. Bo Pf um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Frankfurter Straße 23.

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Darmstadt, 4. Mai. Kriegsgericht. Der Mus^ ketter A. W. vom Jnf.-Regt. Nr. 116 in Gießen sah, daß ein Unteroffizier, der einen Untersuchungsgefanaenen vorführte, dessen Portemonnaie mit 2.50 Mk. Inhalt einst, wellen auf den Tisch legte, er eignete sich daraus 10 Pfg. an. Wegen Diebstahls ün Rückfall erhielt er drei Monate Gefängnis abzgl. 10 Tage Untersuchungshaft.

Darm st a d t, 4. Mai. Die für heute von der Zivib, tanrmer 3 des hiesigen Landgerichts anberaumte Ver^ Handlung in der Schadenersatzklage der Stadt Offenbach gegen den Bürgermerster Dr. Düllo konnte nicht ftattfin* ben, da die Akten des am Landgericht Frankfurt schweben­den Prozesses der Stadt Offenbachs gegen Bankier Wolf zurzeit nicht entbehrlich sind. Ein neuer Termin wurde auf den 3. September angesetzt.

Leipzig, 4. Mai. Tas Landgericht Heidelberg verurtellte am 11. Februar den Reallehrer Joh. Franz Holler, der an der staatlichen Taubstummenanstalt angeftellt war, wegen zahlreicher Sittlichkeitsverbrcchen und Körperverletzungen, be­gangen gegen die ihm unterstellten taubstummen KinLer, juneuit Jahren Zuchthaus. Auf seine Revision hob das Reichs­gericht das Urteil auf, weil die Strafe für die Sittlichkeitsver­brechen nicht dem Gesetz entsprechend bemessen worden ser. Im übrigen wurde die Revision verworfen.

1 . Leipzig, 4. Mai. Der Regisseur Z b i e r s k y wurde wegen des Versuchs und Verrats militärischer Geheimnisse zu 2JahrenZuchthaus,5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Zwei Monate der Untersuchungs­haft wurden angerechnct.

Breslau, 4. Mai. Der Direktor der hiesigen Landwirt-' 'chaftlichen Ein- und Verkaufsgenossenschast, Wilhelm Siegcrt, wurde wegen Untreue, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu vier Jahren Gefängnis, vier Jahren Ehrverlust uni 1000 Mark Geldstrafe verurteilt.

wandem und Wintersport, Reisen und väder.

* Zur Förderung der deutschen Verkehrs- interessen. Ihren zweiten Jahrgang beginnt die illustrierte Zeitschrift .Deutschland" (Verlag der Düsseldorfer Verlags-Anstalt A.-G.) mit einer Schilderung der Nibelungenstadt Worms, in der Anfang Juni die diesjährige Hauptversammlung des Bundes Deutscher Verkehrsvereine tagt. Aus diesem (Grunde ist auch unter den weiteren Stadtebeschreibungen hauptsächlich die Umgebung von Worms berücksichtigt, wie Oppen beim, Speier, Lud wigs- Hasen, Alannheim, Heidelberg, die Berg st raße und die Pialz. Es folgt ein illustrierter Aussatz über das Jubiläum des Prinzregenten Luitpold pon Bayern, dessen Reliesporträt nach der bekannten Plakette von Hildebrandt sehr gut reproduziert ist und kleine Abhandlungen über die glänzend eingerichtete Aus- stattungsoperQuo vadis am Düsseldorfer Stadttheater, das 87. Niederrheinische Alusiksest, dessen Dirigent und Solisten im Bilde wiedergegeben sind und über die Ausstellung der Sächsischen Staatseisenbahn-Verwaltimg aus der Reise-Ausstellung in Berlin.

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** Der Zentral-Viehversicherungs-Verein A.-G. in Berlin, der in Oberhessen, besonders auch auf dem Gießener Schlachthoi, stark arbeitet, hat nach seinem Jahresbericht für 1910 mit einem Fehlbetrag von 37 823 Mk. ab­geschlossen, der durch eine Entnahme aus dem Reservefonds in vöhe von Mk. 28194 und durch Einziehung einer Nachschußprämie von 12,87 Prozent auf die Viehlebendversicherung gedeckt rourbe. An Prämien wurden für Viehversicherungen aller Art 1910 Mk. 639 686. eingenommen. Tie Zahl der Entschädigungen betrug 11892, an Nettoschäden wurden Alk. 400 030 bezahlt. Tie Verwaltungskosten betrugen Mk. 134 213.. Versichert waren 6881 Pferde, 62 115 Stück Rindvieh, 230 556 Schweine, 9724 Schale und Ziegen, tm ganzen 309 373 Tiere mit einer Versicherungs­summe von Alk. 55 638 434. Tas Geschaftsgebiet der Gesellschaft erstreckt sich über Deutschland, Dänemark, Norwegen und Schweden.

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