mittelbare und mittelbare Beamte imd Rechtsanwälte mir ein iöbriflcv Wolmsitt im Lande. Die Neaieruna hatte als Bc dingnnii den Wohnsitz im Wahlkreise vorqcschlaqen. Ter Antrag des Zentrum", wonach nur Personen mit elsaß-lothringischer Staatsanaehhriqkeit das Wahlrecht haben sollten, wurde ab-
Regierungsvorlage enthielt das A l t e r s p l u r a l w a h l rechts oitjcj wurde durch eine Mehrheit aus bet gesamten Linken und dein Zentrum ab gelehnt. Auf Anttag der Sozialdemokraten wurde beschlossen, das; die Mahlen am Sonntag stattzufinden haben und abgeschlossene Wahlurnen zu verwenden sind. Rach den Osterferien beginnt die endgiiltige Lesung des elsaß-lothringischen Verfassungswerks.
Der Ausschuß gegen das Kurpfuschertum
führte heute die Beratung des 8 > $n Ende. Er tvurde in der Fassung eines Antrages Fa übender angenommen, wonach die nicht avvrobicrten gewerbsmasjigen tzeilbeflissenen den Bezug von Arzneien nur an solche Arzneistellen vermitteln dürfen, die unter behördlicher Kontrolle stehen, ohne aber eine bestimmte Stelle anzugeben.
Der Shiflahrtsabgabknausschuß
erledigte heute den g 7 über die Strombciräte. Hierbei imtrbc gegen ben Miberspruch der Regierung die Ocfsentlichkeü der Sitzungen beschlossen und ben Strombeiräten nur für besonbere Fälle bic Befugnis zum Ausschluß der Ocffcntlichkeit gegeben. Weiter würbe ein Antrag ber Volkspartei angenommen, der genau bestimm«, welche Vertretuugskörper itnb Interessenten verbände Mitglieder in die Strombeiräte entsenden sollen: Handel, Industtie, Landwirtschaft und Hafenstädte nach Maßgabe ihres Interesses an der Schiffahrt.
Weiterberatung: Sonnabend.
Aur Liessen.
Aus der Zweiten Kammer. Abg. Finger und Gen. beantragen:
Die Gr. Regierung zu ersuchen, bic alsbaldige Beseitigung der int Beamtenderbältnis der Großh. Hessischen Landwirtschaftslehrcr bestehenden Ungleichheiten in die Wege zu leiten.
Deutsches Reich.
Ter Minister des Innern und der Finanzminister wiesen nach Mitteilung der „Berliner Korrespondenz" die Regierungspräsidenten an, bekannt zu geben, daß, da es zweifelhaft ist, ob der Entwurf des preußischen Aussüchrnngsgesetzes zum Reichszuwachssteuergesetz noch bis fiimr 1. April 1911 verabschiedet wird, bis zum Erlasse des Gesetzes bic Paragrapl^ew 1, 3 tu|nb> 5 des «Gesetz entwnrfes maßgebenb fein sollen.
Der Ausschuß des preußischen Abgcorbnetenhau- > es für das F eu e r b c sta t t n n g s g c s e tz lehnte den Entwurf auch in der zweiten Lesung mit sieben gegen sieben (vier von fünf Konservativen, drei ZentrumSstuttmen) (stimmen ab.
Im Finanzausschuß der lvürt le mb er fischen Kammer machte der Kultusminister die Mitteilung, das; im Herbst dieses Jahres dem Landtag ein D en Final* schutzges eh vorgelcgt wird. Für einen Neubau der Akademie der Bildenden Künste und der Knnstgewerbe schule wird dem Landtag in allernächster Zeit ein Entwurf mit einem Kostenaufwand non 2600 000 Mark zugchen Aus dem alten Platz ergibt sich ein Erlös von 800 000 Mk. Mit der Eröffnung des neuen KunstausstellungsgebäudeD auf dem alten Theaterplatz im Jahre 1913 wird eine intet nationale Gemäldeausstellung verbunden werden.
Ausland.
Wie die „Wiener Zeitung' nieset, wurde der österreichische Botschafter in Petersburg, Berchtold, zur Disposition gestellt unter Verleihung der Brillanten zum Groß kreuz dcS Leopold-Ordens und an seiner Stelle Thurn Valsassina zrmi Botschafter in Petersburg ernannt.
Die Neuwahlen in Oesterreich werden am 13. Juli Mtlsrüden, die engeren Wahlen am 20. Juli. Eine kaiserliche Verordnung sieht zur Vermeidung eines gesetzlosen Zustandes in der (Führung des Staatshaushaltes ein neunmonatiges Budget prootjoruim vor und erteilt dem Finanzminister die Ermächtigung zur Bestreitung der im Jahre 1912 vorzunehmenden Tilgung der allgemeinen StaatssclAild und der aus Oesterreich entfallenden Anteile der außerordentliä>en Heeres- und Marineerforbernisse nach Maßgabe des Bedarfs .eine schivebeude Sdmld von 7<j Millionen Kronen aufzunehmeu, so lange die Deckung dieser Auslagen nicln durch betinitiüe Kreditoperatiouen erfolgen kann.
Der russische Ausschuß für die LandeSvcrtcidig- UN g nahni die Kredite für den Bau v tchi vier Linien- schtf feit für das baltische Meer und das Rettiltenkontingent für 1911 an.
„Tally Telegraph" meldet aus Tanger unter dem 30. ds. Mts.: Die Lage in Fez und in der Umgegend ist äußerst ernst. Sämtliche in der Hauptstadt lebende Europäer suchten in den verschiedenen Konsulaten 8u- stucht.
Au» Stadt und Caiio.
Gießen, 1. April 1911.
..." TagoSkal-ender. S t a d t t h e a t e r: Sonntag nach, mittag 3>L Uhr: .Glaube und Heimat*; abends 7% Uhr: .Fräulein Joj etle — meine Fra u".
Ol, ^ortrao itbev die Umgestaltung der allen Klinik. Abends 8'/, Uhr un (Safä Ebel.
Kolosseum: Täglich Lichtspiele.
Kinematograph: Wcucr Spielplan.
Biograph: Neuer Spiclplan.
K o n z e r t de« Gernhardtschen Zither- und Mandolinenchors, Sonntag nachmuiag 5‘/8 Uhr auf der LiebigShöhe.
m.ln ö c,SMJ,i! am Sonmag vormittag 11'/, Uhr in der Süd-Anlage, topielplmi: 1. Bilgerchor und Lied an den Abend- slern aus der Oper .Tannhäuser', von R. Wagner; 2. Ouvertüre jur Operette .Berliner Luit", von P. Linke; 3. Wiener Praterleben, Walzer von S. TranSlateur; 4. Marsch aus der Operette .Der luftige Krieg*, von Joh. Strauß.
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** Der Großherzog und bic Großherzogin weilten gestern nadjmittag rncyrerc Stunden hier und bc- ftd)tigtcn bic Räume von Steins Garten, um mit dem Architekten Haus Meyer bic Einrichtung für den BerkaufStag der Großyerzogiin zu be|pred)cn, der Mitte Juni für Gießen geplant ist. M
" LandeSnniversität. Der Groß Herzog hat den außerordentlichen Professor bei dec medizinischen Fakultät der LandcSuniversität Dr. med. Karl v. Eicken in Gießen zum ordentlichen Professor in dieser Fakultät ernannt.
** Pfar rdienstnachrichten. Ernannt wurden Psarrvcrwalter Stract zu Friscuboril zum Pfarrassistenten m Gustavsbnrg; Puirrassistenl Hellwig zu Maar tum Pfarrverwalter tu Frischborn. Gestorben sind der evana. Psarrer t. P. Alex. Scl) uchard zu Reinheim am 4. März, ber enattg. Pfarrer t. P. Otto Offenbacher von Klee- stadl zu Darmstadt am 4. März. Zur W i e d e r b e s e tz u n a werden ausgeschrieben: die ermng. Pfarrstellen tu Sellnrod und zuRomrod.
n, '' Militär-Wochenblatt. Dr. Schultz,
Ober^Intend.-Rat, von der Intendantur bc6 18. zu der des 3. Armeekorps, Heller, Intend.-Rat, non der Intend. des 4. Armeekorps zu der des 18. Armeekorps versetzt.
•* Eisenbahnpersonalien. Der Großherz hat dem stellv. Vorsitzenden der Direktion der Süddeutschen Eisen- bahngcsellschast, Direktor Otto Wolff zu Darmstadt, anläßlich seines Uebertritts in den Nuhestand den Charakter als .Baurat' erteilt. — In den Ruhestand versetzt wurde der Bahmvärter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Hch. Döring I. zu Lauterbach.
•• LandeSversichernngSan st a l t. Der Groß- h erzog hat dem zweiten Beamten bei der LandcSvcrsiche- rungSanstalt Großherzogtüm Hessen, Amtmann Hermann v. Bechtold den Charakter als .NegierungSrat' verliehen.
"Infolge der Reorganisation der Gendarmerie wurde der Oberwachtmeister Ploch-Gießen mit Wirkung vom 1. April in den Ruhestand versetzt und ihm anläßlich dieses Ausscheidens von dem Großherzog der Titel .Leutnant' verliehen.
** Ernennung. Der Großherzog bot ben Scminaroiener am Lehrerseminar zu Friedberg y<i). Str aff er t zum Pedellen an einer Oberroalsäuule zu Offenbach ernannt.
** Stadtt Heater. Schönherrs Schauspiel „Glaube mt b H eima t", bas am Sonntag nachmittag wxhmals zu Volkspreisen gegeben wirb itnb bas unsere Bühne als eine der allerersten gebracht hatte, ist gcgemvärtig zweifellos bas meistgegebene Werk au ben Theatern beutscher Zunge. — Auch bas reizende Lustspiel aus dein Französischen „F r ä u l e i n Iosette meine Fra u", in bem Frl. Toni S »lva vom Berliner Nesidenz- theater am Sonntag a b e n b gastiert, wirb gegenwärtig seiner Wirksamleit l>alber von verschiedenen Bühnen wieder in ben Spielplan ausgenommen. — Beim Benefiz des Oberregifseurs B a ko s am tommenben Dienstag zahlen Abonnenten gegen Vorweis des 6. Erinästigungskupons kleine Preise. Das für biefen Abend an- gesetzte Schauspiel Sübermanns „Es lebe das Leben" kann wegen des nahen Saisonschlusses unter keinen Umständen wiederholt werben.
** Dem Hosenrock, ber neuesten Schöpfung ber Mobe, ist nach einem Bericht ber Münch. N. N. ein temperamentvoller Verteidiger erstanden in bem Mitglied der Pariser Akademie, dem Literarhistorilcr Professor Emil F a g u e t. Der streitbare Professor veröffentlicht im „Gau- tois" einen längeren Aufsatz, in dem er die Vorzüge der neuen Nockmobe scharf betont. Ein wichtiger Vorteil des Hosenrockes besteht nach Prof. Faguet darin, daß er die Hände befreit, da die Dame ihr ft leib nicht mehr zu raffen braucht. Der Hosenrock gestattet wegen seiner größeren Bewegungsfreiheit einer Dame, die etwa in Gefahr des Ertrinkens gerät, das Schwimmen, während sie im gewöhnlichen Nocke in die Tiefe gezogen wird. Ebenso ist der Hosenrock viel bequemer, iuenn man bei windigem Wetter gegen den Wind zu gehen hat. Schließlich ist der Hosenrock dem entsprechenden männlichen Bekleidungsstück in mancher Beziehung überlegen. Faguet spricht nur davon, daß er gegen das Eindringen von Staub und gegen ben kalten Wind schützt. Der Hosenrock ist dezent, hygienisch, ungefährlich und befreiend und kann hübsch werden. Das Hübschwerdcn, so sagt die Internationale Schnitt- m u ft e r m a n u f a 11 u r (Dresden) in einem soeben erschienenen Heftchen Der Hosen rock, das mit vielen Abbildungen geschmückt ist, ist eine Ausgabe, der die Geschicklichkeit der Schneider sich wohl gewach,en zeigen wird. Um den praktischen und unter gewissen Uniftänden and) schönen „orientalischen Rock" — Hv,enrock — zu lanzieren, veranstaltet die Oberprobierdame des genannten Vortages in allen größeren Städten des Reiches Dcmoiistrationv-Aus- steltungen, bei denen die neue Mode im Bild und am Körper vorgesührt wird. In Gießen findet die Ausstellung Yente den ganzen nachmittag über im Laden des Hauses ^eltersweg Nr. 20 statt. Der Eintritt ist unentgeltlich und steht jedermann frei.
** Silb ern cs Gesch äftsjubiläum. Das Photographische Atelier Will). Becker begeht heute sein 25jähr. Bestehen unter dem heutigen Inhaber. Herr Will). Becker kam mehrere Jahre vorher als Geschäftsführer seines Vorgängers, des Photographen Backofen, nach Gießen und übernahm das Geschäft am 1. April 1886 für eigene Rechnung.
** Milchpreisaufs chla g. Unter den Produzenten und Lieferanten, die unserer Bevölierung Mit chliesern, find Bestrebungen im Gange, demnächst einen Preisausschlag von 1 Psg. für den Sck)oppen vorzitnehmen.
** Der Vogelsberger Höhenkl ub, Zweigverein Gießer, hielt gestern abenb ün Käiserhos seine Hauptversammlung ab. Nach dem vvm Vorsitzeirdcn, dem Touremvart uud Rechner erstatteter Jalnosbericht gestaltete sich bic Entwickelung des Vereins in ben abgelanfener 3. Vereinsjahr recht günstig Die Mitglieberzahl stieg von 206 auf 221 und die Slassenverhält- nisse sind günstig. Die Markiernngstätigkeit wirb auch im neuen Jahr fortgesetzt werben. Der Vorstanb setzt sich für bas nächste Veremüjahr zusannnen aus Rebakterr E. Heß, 1. Vorsitzender, Prokurist ft'. Wenzel, 2. Vorsitzenber, Spenglermeister K. Faber tun., 1. Schrrftsührer, Reallebrer H. Will, 2. Schriftführcr, Eisen- bahnpraktilairt ft. Anbrcas, Rechner, ftanfmann W. Frohnlstinser unb Architekt F. Noll, Beisitzer. Die erste Vereinsivanoerung un neuen Vercmsjalw findet am 9. April statt und geht in bas Ohmtal.
Ausbildung von Ha n d a r b c i t s l c h r e- rinnen. Man schreibt uns: Wie aus bem Inseratenteile ersichtlich, beginnen die neuen Kurse der Abteilung I des A l i c c - S ch u l - V c r c i n s — S e m i n a r zur Ausbildung von HandarbcilSlchrcrinncn und Gewerbeschule für alle weiblichen Handarbeiten — Dienstag den 25. Ätpril. Die seitherige verdioiistvolle Leiterin, Oberlehrerin Lina Mo es er, legte mit Schluß des letzten SdMjahres, eines Auaenleidens wegen, ihr Amt nieder, das sie 23 Jahre hindurch mit größtem Eifer unb treuester Pflichterfüllung ansgeubt hat. An il)re_ Stelle tritt eine am Lettehans in Berlin auögebilbetc staatlick) geprüfte Lehrerin, Fräu- Hedwia Hoppe, die schon einige Jahre als aus- btlbcnbc Lehrerin von Hanbarbeitslehrerinnen tätig war. Die Leitung bes Ganzen — Abt. I — wurde in die Hände bon Fräulein Mathilde König, preuß. Gewerbeschullehrerin, gelegt. An diese sind alle Anfragen, Anmeldunaen und Forderungen zu richten. Daß mit diesen Veränderungen zugleid) and) auf verschiedenen Gebieten eine Umgestaltung ücrbunbcn ist, erscheint selbstverständlich — gilt !nL S1!1 .?.cr ^cischiebigcn Zeit unb ihren wachsenden /Mten unb zu bedenken, daß Rasten heißt .Rosten. — Besonbere Erwähnung verdienen die zu- 15m,m,c. V Ö c,lc V1 c n ft u r f e, in denen die Grundlage 1?gltche Handarbeit gelegt wird. In diesen erlernen bic Schülerinnen gründliche Anleitung m Weiß- und Ma- schuiennähen, Stopfen nnd Flicken, um dann wohl vor- bereitct mit bestem Erfolge unb Nutzen die Einzelkurse be- zu können Verständige Miltter werden die Not- und )tützlichkeit dieser Vorstufe sofort einseheii. nuv gUtCr ^nd gelegt ist, Eamt man mhig
und sicher auf bauen. ö
undwirtsch'Lstskommer für Hessen ver- afn ick^r Sr 7rr?eu roie5cr S”* 'diiffülfl landwirt-
Wirtschaftslehrer Wagner Büdingen einen Vottrag über: ,Mie
ist die Ziegenzucht rentabel zu gestalten und' welche Aufgaben erroadften ben Ziegcufiuchtverciiicn?" Halten, ben er am Sonntag nadnniltag in Altenstadt im Gasthaufe von Wilhelm Lips wioberholen wirb. In Bermutshain im Gasthanse von A. Ovchsler spricht am Sonntag nochNiittag öeEonomicrat "Anbrae - Bübingen über: „Die.Vorteile ber ftclbbereiniffmig" unb in Reinharbshain im Gasthaiise von Karl Roth Ocfonomicrat Weitzel-Lich über: „Welche Maßnahmen sind zur Verbesserung ber Simmentaler Zucht zu ergreifen?"
•’ In bem Bericht über die Sitzung derStadt- üctor bneten sind bei ber NahrungSberg-BebäuungSfrage bic Ausführungen des Stadtv. Dr. Ebel irrtümlich z. Tl. bem Oberbürgermeister Mecum zugeschrieben worben. Stablv. Dr. Edel führte n. a. aus: Es sei bringend zu wünschen, daß der NahrnngSberg von der Rebauung ausgeschlossen werbe, damit er im Interesse der Gesundheit der Stadtbewohner unb zur Freude aller Naturfreiinbe im wesentlichen so erhalten bleibe, wie er ist. Sollte dies jedoch nicht zu erreichen sein, bann müsse ber Bebauungsplan eine erheblich weitere Bauweise vorsehen, als dec jetzt vorgelegte, der noch enger die Häuser aneinander rücke, als der frühere.
*'"PreußischcKlassenlotterie. Die Lose zur vierten Klasse müssen unter Vorlegung bcs Vorklassenloses bis zum 3. April, abends 6 Uhr, eingelöst sein. Auch müssen bis zu diesem Termin bic Freilose gegen Rückgabe der gezogenen Lose eingelöst fein.
Landkreis Gießen.
----- Lonborf, 31. März. Gestern ist der älteste Einwohner unseres Ortes gestorben, der Arbeiter Konrad Schinidt. Er war nahezu 94 Jahre alt.
der
rneter 1. Kl. Eich. Der neue Lehrgang beginnt am 6. Nvv, — Zu dem öffentlichen Festakt am heutigen Vormittag hatten sich eingesuuden: Ministerialrat Hölzingcr und Landesökonomicrat Müllcr-Darnistadt, Kreisrat Boeckmaun, Bürgermeister Fendt, die Mitglieder des Aufsichtsrats, die Lehrer der Anstalt, frühere Schüler, die Ettern der Schüler und andere. Zu den Unterrichtsvroben, deren Stoff erst zu Beginn der Prüfung gegeben ivurde, so daß jede Vorbereitung ausgeschlossen war, wurden Fragen aus Düngerlehrc, der Anatomie der Tiere und der Pflanzen- schüblinge vorgelegt. Die Beantwortung erfolgte fast durchweg rafd) unb sicher, so daß die Zuhörer von'den tüchtigen Leisttingen der Sd)ulc überzeugt wurden. Als Probe freien- Vortrags behandelte der Schüler der Oberklasse Heinrich Schüßler aus Ranstadt „Die Landwirtschaft früher unb Ijcute". Der junge Redner ging in der Behandlung des Stoffes alle Stufen durch, die die Landwirtschaft von den frühesten Zeiten an imler den schwierigsten Verhältnissen in sozialer, politischer, ted)ttifd)cr, wissenschaftlicher Hinsicht bis zu ihrer heutigen Höhe zu durch- laufen hatte, betonte aber auch, daß nock) viel gelernt und geleistet werden müsse. Zum Schlüsse dankte der Redner allen, die die (öd)ule gefördert und unterstützt, besonders aber den Lehrern und gab das Versprechen, daß die Schüler auf der betretenen Bahn weiter wandeln und handeln wollen zum Segen der Landlvirtschaft und des deutschen Vaterlandes. — Kreisrat Boeckmann begrüßt int ytamen bcS Aufsichtsrats die Anwesenden und spricht seine Befriedigung über bic Leistungen ber Schule aus, er bankt ben Lehrern für ihre Arbeit unb den Schülern für ihre Leistungen unb ihr Betragen, er legt ihnen warm ans Herz, uud) nach Verlassen ber Schule die Wissensdi-aft hochzuhalten und sid; biircl) eifriges Lesen ber Fachzeitschriften unb |oii|ngen guten Bücher immer mehr zu vervollkommnen. Nach Verteilung ber Zeugnisse an bie Sd)üler burd) ftceiS- rat Boeckmann hielt ber Vorsteher ber Schule, Oekonomierat «? , r, a c^strebe. Ausgehenb von ber vor 27 Jahren erfolgten Grunbung ber Sd)ule legte ber Rebner bar, wie diese sid) aus den kleinsten Anfängen heraus, allerdings unter Ucbcrluinbung mannigfacher Schwierigkeiten unb Beseitigung ber ben bäuerlichen Kreisen anhaftenben Vor- urteiie entwickelt. Für ben erfteit Kursus hatten sich 13 Schuler gemelbet. Ehrenb gebent’t der Redner des Gründers, Herrn Geh Regierungsrat. und S^reisrat Klietsch, ben
äwei Lehrer unb Aufsichtsratsmitglieber unb etwa ar n0.1; 8>'üne Rasen deckt Seit Bestehen der
- ■inuoc Landwirte die Schule, sonach
lahrlich durchschnittlich 27 Schiller. Der Redner verbreitet sid) über die praktischen unb idealen Ziele der Schule,
•e urcht nur in der Heranbildung tüchtiger
-^andwiitc, sondern aud) in der Veredelung des Gemütes, Anregung zum Denken sieht. Dem Dank an die ^ta“tÄreOierilnfl, des Kreises und der Stadt K öS .5 entgegengebrachte Wohlwollen, und an t- ß11 . Mitwirkung, an die Mitglieder des
^^d die Eltern der SckMer fügt der Redner $>lc Mahnuna an die Schüler an, sich stets ihres sd)önen ^."gen, Ideale und Wissen, ehrliches ^Jerla.nböliebe zu pflegen. Der Anstalt aber ef lü5llcr .Wuchsen, Blühen unb Gedeihen. Amts-
Ll R1 dankt bem Vorrebner für bic feinem verstorbenen Vater ^emibmeten ehrenben Worte und teilt k1' -1}1 diesem Danke and) äußerlich Ausdruck ji geben ber edptlc bas Bild seines Vaters widmen werbe, am oc (vcicr fand ein gemeinsames Mittagsmahl im „Furstenhof" statt.
Kreis Büdingen.
-l- Büdingen, 31. März. Die Gr. land wirtschaft l. Winterschule Bübingen veröffentlicht ihren 2 7. I a h re s b c r i ch t unb begeht mit bem heutigen Schulschluß bic erst infolge ber Uebersiebelung in bas neu einberichtete stäbtische Schulgebäubc ermöglichte Feier bes 25)ührigen Bestehens. Sie würbe am 2. November 1884 burd) ben bamaligen Kreisrat bes Kreises Bübingen, Klietsch, gegrünbet. Der Kreistag bewährte bem Unternehmen im September 1884 einen jährlichen Zuschuß von 500 Mk., ebenso leisteten ber lanbw. Bezirksverein, ber landw. Verein für bie Provinz Oberhessen unb bic Sparkassen bes Kreises ansehnliche Zusähüsse. 1892 würbe bas Geljalt bes Vorstehers unb 1902 aud) bas bes zweiten Fachlehrers auf bie Hauptstaatskasse übernommen unb ba- mit ber Schule gewissermaßen bie Eigenschaft als Staats- anstatt verliehen; als Fachlehrer wareii tätig: 1884/85 Lohaus, 1885/91 Dr. Ullmann, 1885/87 Bornemann, 1887 bis heute Oekonomierat Anbrae (Vorsteher ber Schule seit 1892), 1892/94 Hey, 1894/96 Heck, 1896/1905 Lintz, seit 1905 Wegner. Am 7. November traten 34 Schüler in bie Anstalt, je 17 in bie obere unb untere Abteilung, aufjerbem wirb bic Oberklasse von einem Hospitanten besucht. Den Unterricht in Ackerbau, Wirtschaftslehre, Rechnen, Tierznd)t, Physik leitet Oekonomierat Anbrae, Ackerbau, Tierzucht, Chemie, Pflanzenkunbc, Buchführung Lanbwirt- schaftslehrer Wegner, Bürgerkunbe Streidamtmann Froelich, Tierkunbe, Tierheillunbe 'Tierarzt Docter, Obstbau ftrei§- Obstbauinspektor Metternich, Geometrie, Rechnen Lehrer Weibmann, Deutsd) Lehrer Pracht und Heusohn, Physik Lehramtsasscssor Keller, Zeichnen unb Felbmcßkimbe Geo-


