Partei nicht ihattgci'anüxa haben, uUdj da» 3arftraÄureou biefer Partei gebe ihr trotz ber. ermähnten 9)telbung dar „M. Je. N." diese Versickerung. Dann aber fährt die „T. R." fort:
Wenn ein Bcsitzwechsel der „Täglichen Rundschau" statt- ftttbcit sollte, so ist die selbftvcrständlicl^e Voraussetzung, daß das Matt als unabhängige nationale Zeitung erhalten wird und jede irgendwie geartete Parteiabhanyigkeit ausgeschlossen bleibt. Wenn die „Hamb. Nachrichten" srch noch einige Zeit qebuTbcn wollen, werden sie unsere Behauptung einwandssrei bestätigt finden. t„
Ein Berliner Telegramm der „Köln. Ztg." erklärt die Behauptung der „Tribuna", Deutschland habe cs abgelehnt, in Sachen des ermordeten deutschen Reisenden Burck-- hardt Schritte in Konstantinopel zu unternehmen, für unrichtig. Der italienische Konsul in Hobcida soll jetzt zur Bergung der Leiche Benzonis sich ins Innere begeben, dem, Wunsche der Angehörigen Burckhardts entsprechend, auch des,en Leiche an die Küste zu bringen. Freiherr Marschall von Bieberstein sei zur llnterstützung der Schritte des italienischen Kollegen auch seinerseits bei der Pforte vorstellig gcioordcn. Tie Leiche Burckhardts und Benzonis wurden zwischen Ibund und Sian aufgefunden. Tas Grab wurde unter Bcschützung und das Gepäck der Ermordeten vom Mali unter Verwahrung genommen.
Der Vorstand der n a t i o n a l l i b e r a l e n L a n d e s - V e r - eine für das Herzogtum Gotha hat beschlossen, in Gc- nteinschaft mit den anderen im „Landesverband Thüringen" zu- santtnengeschlossenen natiounlliberalcn Vereinen den Zentral-Bor- stand zu. ersuchen, dahin Härten zu wollen, daß für die Zukunft weder von einem national liberalen Verein oder Verband, noch von einem1 einzelnen ein Wahlbündnis mit ber z ral- demvkratie abgeschlossen werden darf. Taktische Erwägungen dürsten, so wurde in der Diskussion ausgeführt, dabei nicht in Frage kommen. Lieber im harten Kamps, aber mit Ehren Mgrunde gehen, als mit der Sozialdemokratie paktieren. Bei dieser Gelegenheit wurde auck die Frage angeschnitten, ob ein Znfammenlchluß aller Maralen Gruppen empfehlenswert sei und politischer Erfolg verspreche. Tas wurde verneint. Ein gelegentliches Zusammengehen mit den freisinnigen Parteien könne richtig und iwsolgrcich, ja nötig feilt, wie es in Gotha sckkm seit Jahren nnt schönem) Ecsolge'gepflegt worden sei, aber ein Ziüammcnschluß der Liberalen toiürbc für die Nalionalliberalen gerade so verhängnisvoll sein, wie alle derartigen Versuche bisher gewesen sind. Tie Partei müsse bleiben, was sie ist und war: nationalliberal.
Anslcrard.
Die Mvrgenblätter melden aus Loudon: Als gestern M i - n ist er Burns das Stadthaus von Weanesbury verlieh, uni feinen Kraftwagen zu besteigen, wurde er von einem Manne angegriffen. Burns versuchte vergebens, den viel kräftigeren Angreifer ab zuschüttel ir. Die beiden wurden, im' Kraftwagen Hand- gemein, bis SckMtzleute den Angreifer fortriffen. Dieser enl kam.
getragen werden, ohne daß das Reich sich zu Opfern, wie jie das Angelsachscvrtum ouswender, zu verstehen braucht.
Ter Vortrageirde bittet daher die zahlreich erschienenen Mitglieder der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- .unb Heilkunde und des Deutschen ^chnl- vereins, wenn gelegentlich an ihr Verständnis über die Bedeutuirg solcher Kulturfragen appelliert würde, dies durch die Tat zu beweisen.
Deutschtum und Angelsachsentum gegenüber der chinesischen Uutturresormation.
Aus dem Vortrag von Lic. Dr. Paul Rohrbach i'Berlin), der gestern, Donnerstag, abend in der Gießener Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde ftattgefunben hat, geben Wir folgende Gedanken Wieder:
Ms nach bem Frieden von Shimonoseki die abendländische Walt bi* Auslösung des ungeheueren chinesischeir Reiches für'bevor- stehend hielt, da beeilte sich jede Macht, soviel als angängig, sich von dem demnächstigen Erbteil zu sichern, ohne zu ahnen, welch gewaltige Lebensenergie noch in dem Totgeglaubten schlummerte. ;^wi Ereignisse genügten, um das Vierhundertmillionen'volk aus seinem! gciöoljnteu apathischen. Tänrmerungszusiande zu wecken und ifym zur Erkenntnis seiner welthistorischer Bedeutung zu ver lzclfcn: der Boxerausstand und der russisch japanische Krieg. Hatte schon der erste den chinesischen Nationalusnrus dermaßen gestärkt, daß er dorn' Verlangen: „China den Ehinesen!" _ mm Ausdruck gelangte, so übte der für Rnßlarrb (bis dahin die gesürchtetste europäische Macht) unglückliche Ausgang seines Wasfengangs mit dem kleinen Japan auf alle asiatischen Völker einen Eindruck aus, von dessen Tiefe die weUicken Völker keine Ahnung hatten, bis sich ihnen in übeiraschender Weise die ersten Anzeichen, einer neuen ustas iatisch.cn Kulturepoche zeigten. Trotz des Gegensatzes in bm politischer und religiösen Anschauungen zwischen Nord- und Südchina, der noch durch- Verschiedenartigkeit der Sprache erhöht wird, trotz ständiger revolutionärer Umtriebe int Innern, die den Sturz der Mandschurei zunr Ziele Halen, geht heute ein gemeinsamer 3ug des Ü'ortsck>ritts durch alle,Landesleile. Wenn nun auch nicht acTeugnct werden kann, daß das Verlangen her Eh in csen nach ber westeuropäischen Kultur keineswegs aus der Erl'emttnis von deren Größe entspringt, sondern lediglich aus dem Wunsche hervorgeht, mit den europäischen Bildungsmittel ü sich auch bereit Machtmittel airzueignen, so must dock ;ugestanden werden, dass mit einer iwslaunlichen Umsicht dabei zu Werke gegangen wird. Tie wichtigste Veränderung bat sich bereits im staatlicher PrüfungÄvesen vollzogen. Während in früherer Zeit Mein das Stndmm der hri- urischen Literatur als Vorbedingung zur Erlangung eines Staatsamts angesehen ivurde, wird heute daneben in allen eirrobäifdjen Wissenschaften, besonders aber in Mathematik und f>Laturlvissen- schast, geprüft imb die Keirntnis von mindestens einer von zwei Weltsprachen ^gewöhnlich Critglifd; oder Deutsch) verlangt. Tast auch auf anbemi Gebietetr nicht gerastet wird, zeigt vor allem der Bau der Eisenbahn, die über die große Mauer hinaus ben Anschluss an die russisch-sibirische Bahn erstrebt, erbaut von chine- sischnr Ingenieuren, aus chinesischem Material und von chine-- siscyen Arbeitern.
Vorgänge von solch unermessticher Tragweite; .konnten natürlich den interessierten Weslmachtcn nrcht verbürgen Ueiben. Sie suchten den dadurch bedingten Verhältnissen dadurch Rechiuüng zu tragen, baß sie sich bemühten, ihren Einflust auf die künftige Gestaltung dar Dinge möglichst zu erweitern und zu vertiefen. Was wäre aber hierzu geeigneter gewesen als die Schule? England zeigte sich auck hierin ccks Meister der Tiplomatie. Die Entschädigung von 2 Millionen Marl, die Ehiua infolge des Boxeraufstandes an die geschädigten englisch?n Missionsgesellschasten zu zahlen hatte, wurde auf Englands Anerbieten in. zehn Jahresraten .abgetragen, und zwar in der Weise, das. diese zur Gründung und Erhaltung eütcr englisck)>-chinefischeu Hochschule in der wiclstigen Provinz ^rchairfi verwendet wurde, der das Recht zu stand, Anstellungsgrade zu verleihen. Amerika erkannte die Wichtigkeit dieses Erfolges und zahlte sogar die bereits erhaltene Entschädigung von vielen Millionen wieder an China. zurück unter der einzigen Bedingung, daß jährlich 80 chinesische Studenten zum Studium nach Amerika geschickt würden- Damit noch nicht genug, stiftete Rockeseller ein Kapital von sechs Millionen Mark, mit dessen Hilfe die englischen und amerikanischen MijsionSgcselljchaftcn in Schontung, der beut-- leben Interessensphäre, eine Hochschule mit freiem Unterricht für chinesische Studenten errichteten. Ebenfalls gänzlich freies Studium gewährt die von englischen Kaufleuten in Hongkong errichtete Universität. Solchen Erfolgen gegenüber nahmen sich die Llnstrengungen Deutschlands auf diesem Gebiet recht besctwiden aus. In Tsingtau besteht zwar eine .dcutschMinesisckje Admiralitäts-Hoch- schule, deren Mittel aber zu gering sind (200 000 Marti, als daß sie mit den genannten Grund Zügen in WettbÄverb treten könnte. In Tsingtau selbst ist jastn der kurzeir Zeit mnt neun Jahren ganz Hervorragendes geleistet worden, aber als Anschauungsobjekt über Deutschlands Bedeutung ixnnntt es für einen zu kleinen Kreis in Betracht, als dast sich davon viel erhoffen ließe. Dagegen hat der „Evangelisch-protestantische Missionsverein" in Tsingtau Bildung Sanft alten geschaffen, die bei geringen Mitteln von ganz un- absehbar-er Bedeutung zu werden veriprechen. Es handelt sich in erster Linie um medizinische Unterrickstsanstalten, in denen zur Steuerung des fanitären Elends Heilgehilfen herangebildet werden. Sodann hat sich derselbe Verein der Bildung der weiblichen Jugend airgeiwmmen, die seither völlig d an red erlag, mit dem Erfolg, daß seine Mädchenschulen gern von den oberen Kreisen der Bevölkerung beschickt werden. Auf diese Weise tarnt deutsche Kultur in das niedere Volk sowohl, als auch in die maßgebenden Kreise
Aus Stafct und Land.
Gießen, 7. Januar 1910.
Vom Groß herzoglichen Hofe. Der erste diesjährige Hofball fand gestern abend 8 Ubr im Alten Palais zu Darmstadt statt. Es nahmen über 300 Ballgäste daran teil; von Fürstlichkeiten außer dem Großherzogspaar: Kronprinz und Kronprinzessin von Griechenland, Prinz und Prin- zesfln Friedrich Karl von Hessen, Prinzessin Friedrich zu Solms-BraunfclS, Prinzessin Hermann zu SolmS-Braunfels und zwei Prinzessinnen-Töchter, Prinz und Prinzessin Leopold zu Jsenburg-Birstein, Fürst unb Fürstin zu Leiningen, Fürst und Fürstin zu SolmS-Hohensolms-Lich und Prinzessin Dorothea, Fürst und Fürstin zu Erbach-Schönberg und Prinzessin Edda, Gras und Gräfin zu Erbach-Fürstenau, Graf v. Schlitz, gen. v. Görtz, mit drei Töchtern, Graf und Gräfin Wilhelm o. Schlitz, Prinz Hermann zu Stolberg-Wernigerode, Prinz und Prinzessin Reinhard zu SolmS-Hohensolms-Lich. In den prächtig mit frischen Blumen geschmückten Ballräumen entwickelte sich alsbald nach dem Erscheinen des GroßherzogS- paares ein farbenreiches gesellschaftliches Leben und nach der flotten Ballmusik der Kapelle des Leibgarde-Regiments Nr. 115 unter Obermusikmeister Hauske's Leitung wurde namentlich von den jüngeren Paaren eifrig dem Tanz gehuldigt. Um 101/4 Uhr wurde in den verschiedenen Nebensälen ein Abendessen serviert; die Ballfestlichkeit fand erst nach 1 Uhr ihren Abschluß.
• • Ordens an gelegenheiten. Der Groß Herzog hat dem bisherigen Mitglied der Eisenbahndirektion zu Halle a. d. Saale, Geh. Baurat PH. Stahl zll Darmstadt, die Genehmigung zur Einnahme unb zum Tragen des ihm von dem König von Prelißen verliehenen Königlichen Kronen- OrdenS 3. Klasse erteilt und dem Telegraphensekretär Karl Nachtigall in Mainz das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps Großmütigen verliehen.
" Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den von dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Blrstem auf eine Pfarrstelle an der unierten evcmg Gemeinde Offenbach präsentierten Pfarrer Herrn. F u l d a t zu Eschollbrücken und den von dem Freiherrn Friedrich v. Nordeck zur Rabenau als Senior der Familie auf die evcmg. Pfarrstclle zu Winnerod präsentierten Pfarrassistenten Otto Hofmann zu Darmstadt für diese Stellen bestätigt.
• * Goldenes Dok4orjubiläu m. Die lnedizinische Fakultät der Landesuniversität hat dem Geh. Obermedizinalrat Dr. Karl Neid hart in Darmstadt aus Einlaß seines heutigen fünfzigjährigen Doktorjiibilaiims das Diplom erneuert.
* • Bei der Hessischen Landes Hypothekenbank, Akt.-Ges., Darmstadt, hat sich im Geschäftsjahr 1909 der Obligationen-Umlauf um rund 12^ Mill. Nik. auf 116x/2 Mill. Mark, der Darlehnsbestand um rund 13x/2 Millionen Mark auf rund 12()1/3 Millionen Mark erhöht.
r,w Städtische Bekanntmachungen. Die Bürgermeisterei ersucht uns, darauf hinzuweisen, daß die Ver- öffentlich lingen der Stadt Gießen im Gießener Anzeiger künftig in der Regel nurDien Stags und Freitags unter der Aufschrift „Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen" erscheinen.
** Prüfungsstatistik. Auf Anregung her Großh. Zentralstelle für die Landesstattstik ist die Herstellung einer fortlaufenden P r ü fun g S st ati sti k beschlossen mürben. Demzufolge werden die staatlichen Prüfungsliamniissionen die Prü- sungsergebnisse an die genannte Behörde jeweilig einsenden, die für eine möglichst einheitlich? Bearbeitung und Veröffentlichung Sorge tragen wird. Es sollen hauptsächlich folgende Angaben erhoben werden: Zahl der Kandidaten, die sich der Prüfung unterzogen haben, Zahl der Kandidaterr, die die Prüfung bestanden habcnr, die Prüsungsnoten, Lebensalter, Konfession, Staatsangehörigkeit, Vorbildung der Kairdidaten usw.
** Vom Längerwerden derTa:ge redet man jetzt ivieder im Volksmünd in folgenden Sprüchlein: „Der Tag um einen Schritt, M Neujahr vorwärts tritt, Und am Drei- tönigstag (6. Iian.) um einen Ltundenschlag." Und in der Tat beginnen jetzt die Tage bereits merklich länger zu werden. In der ersten Hälfte des Monats Januar nehmen die Vormittage um sieben Minuten und in der zweiten Hälfte um 21 Minuten zu, die Nachmittage in der ersten Hälfte um 19, in der zweiten um 29 Minuten. Die Nachmittage sind während des ALonats länger als die Vormittage, in der ersten Hälfte beträgt her Unterschied 8, in der zweiten Hälfte des Monats 28 Minuten.
* Schorschel und Heiner. Für das gemütvolle Verhältnis, das unser Großherzvg zur Bevölkerung unterhält, mag folgendes Vorkommnis als neuer Beleg dienen. Kommt da, wie das Tagbl." erzählt, vor Etlichen Tagen bei dem Jagdschloß Wolfsgarten ein kleiner Darmstädter „Heiner" vorbei — Heiner (Heinrich) ist der Sammelname der Darmstädter Straßenjuaend — und sieht auf der Gartenmauer den dreijährigen Erbg-roßherHog Georg sitzen, den die Hand des Vaters hinter ihm festhält. Fröhlich begrüßt der kleine Darmstädter das namentlich bei der Jugend äußerst beliebte Prinzchen mit dem Schmeichelruf : „Schor- schel! Schorschel!" — Da raunt der Vater seinem Söhnchen zu: „Ruf wieder: Heiner!" Und tapfer ruft der Prinz: „Heiner! Heiner!" — Und nun tzeht es: „Schorschel!" — „Heiner!" — „Schorschel!" — „Heiner!" — bis um die Ecke.
L. Friedberg, 6. Jan. Heute vormittag 8V2 Uhr fand in dem Festsaale der Augustinerschule eine Gedächtnisfeier für den so rasch aus dem Leben geschiedenen Direktor der Anstalt, Dr. Balser, statt. Das gesamte Lehrerkollegium des Gymnasiums und der Rea schule, sowie )ämttid)c Schüler beider Anstalten hatten sich dazu ein- gefunben. Die Witwe des Direktors wohnte der Trauer- jcier bei. Die Feier selbst wurde eingeleitet durch den Trauermarsch von 5zändel, gespielt vom Schülerorchester. Nack) einem allgemeinen Chorgesang hielt Prof. Lampas die Gedächtnisrede, in der er die hohen Verdienste des Verblichenen als Leiter beider Anstalten hervorhob. Ein Schluß- gefang beendigte die einfache, aber würdige Feier.
R. B. Darmstadt, 6. Kan Verhaftet wurde der Pferdeknecht F-erd. Will von Bensberg. Er ist dringend ver- dächttg, einen lürzlich in der „Tanne" versuchten R a u b a n f a l l, sowie ein in der Nähe ber Paüluskirche versuchtes Sittlich- keitsverbrechen begangen zu haben.
Darmstadt, 6. Jan. In der russlschen Kapelle auf der Matbildenhöhe sand gestern vormittag 111/._> Uhr aus Anlaß des Ablebens des Großfürsten Michael Nikolajewitsch ein Trauergottesdienst statt. Außer dem russischen Ministerresidenten Baron von Knorring nebst Gemahlin und dem russischen GesandtschaftSsekretär Baron Pilar von Pilchau wohnten n. d. „Darmst. Ztg." dem Gottesdienst bei: als Vertreter deS Großherzogs der diensttuende Generaladjcstant Oberst Hahn, als Vertreter des Staatsministers Geh. Staatsrat Krug von Nidda, der preußische Gesandte Freiherr von Jenisch, der großbritannische Geschäftsträger Mr. Harford, als Vertreter des Dragoner-NegimentL Nr. 24 Major von Teichmann und Logisch und andere.
N. Mainz, 6. Jan. Vor einiger Zeit tarn auf dem Güterschrrppen der Eisenbahn ein wertvoller Ballen Uniformtuch abbanden, und obwohl sofort Untersuchung eingeleitet wurde, blieb das Tuch verschwunden. Nun fanden sich bei dem Bahnwärter der alten Eisenbahnbrücke Krum meck Tuchstücke vor, die zweifellos von diesem verschwun denen Ballen herrühren. K. behauptet, das Tuch von dem Althändler H e u m a 11 n käuflich erworben zu haben, was sich auch bestätigte. Da der Dieb nicht ermittelt werden konnte, kamen beide unter dem dringenden Verdacht der Hehlerei in Untersuchungshaft. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Untersuchung weitere Kreise zieht und noch mehrere andere Personen darin verwickelt werden.
Nia rbürg, 6. Jan. In diesem Jahre blickt der hiesige Turnverein auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurück. DaS Stiftungsfest soll im August d. Is. gefeiert werden.
s. Marburg, 6. Jan. Unter dem Vorsitze des Geh. Reg. Rats Landrat v. Negelcin wurde heute im Fürstenhaus eine Kreistagssitzung abgehalten. II.a. wurde beschlossen, nach Maßgabe des neuen Wegennterhaltungsgesetzes die U n t e r h a l tun g ber Landwege auf ben Kreis zu übernehmen. ES ftnb dies ohne die Landwege in den porstfiskalischen Gutsbezirken zirka "300 Kilometer, die in diesem Jahre einen Kostenaufwand von 92 000 Mark verursachen. Um die Einnahmen zu erhöhen, wurde eine Kre isu insa tzsteuer für Grundstücke von _• Proz. und eine Hundesteuer von ö Mark genehmigt. Tie Kreis- kommunalkassen-Rechnung für 1909 schließt ob mit 378 670,82 Mark Einnahme, 351 221,17 Mark Ausgaben und einem Bestand von 27 449,65 Atark. — AuS L i ebes ku m'm er versuchte fick) heute hier ein junger Mann zu erschießen. Er wurde sck^wer verletzt in die Klinik gebracht.
(BcrictytsfaaL
** Tie Freie land e skir ch li che Vereinigung hiett kürzlich in Darmstadt ihre stark besuchte Hauptversammlung ab. Im Jahresbericht gab ber Vorsttzcnbe, Pvos. Dr. Berger.- Darmstadt, ein Bild der umfangreichen Arbeit, die die Vereinigung für bie Landeskirche im lebten Jahre leistete. In dem Vortrag deS Landgerichtsrats Friedrich -Gießen kam der Unterschied zwischen der jetzigen Form und von der Gemeindekirche der Zu. kunst zu klarem Ausdruck. In Beurteilung der gegemvärtigen Verhältnisse wie der Aufgaben, die der Kirche für die Folge er wachsen, sprach ebenfalls der kühl abroägenbe Jurist mit seinen Theorien, wie der evangelische Christ/ der unserer LandeÄirck)e den sachlichen Einfluß evangelischer Frömmigkeit, Sittlichkeit und Kultur auf das Volksleben sichern will. Keimzeichnend war die hohe Einschätzung der Einzelgemeinde. Iw Aistchluß an ben Bor trag wurde von ben Diskussionsrednern die Erl>altung unserer Landeskirche in klär abgegrnrztenr Verhälttris jur Staatsverwaltung, aber in enger Verbindung mit dem gesamten Geistes* und Volksleben und in kräftiger Vedormng ihrer religiösen Aufgabe gefordert.
vermachter.
* Der Privatsekretär Dr. Eooks hat von Frau Evok von Barcelona aus einen Brief erhalten, worin sie mitteilt, sie Hobe die vielgenannten Nottzbücher Dr. Eooks nach Kopenhagen, gesandt. Auch Cook selbst Hot aus einem kleinen Orte Spaniens an seinen Pcivatsekretär geschrieben: dieser will jedoch feilten: Aufenthalt nickst kennen. In Kopenhagen ist das ernsthaft geglaubte Gerücht in Umlauf, Edok fei nach Grönland abgefahren, um die Eskimos abzuholen unb sich durch ihre Aussage zu red;t.- fertigen. Auch in Monte Earlo soll er gesehen worden fein.
Kleine Tagesckronik.
Ter P ar se v a l 3 unternahm gestern um 12 Uhr 45 Minuten seinen ersten diesjährigen Aufftieg zwecks Abnalstne -durch biß Militär-Verwaltung. Führer mar Cbericutnant Stelling. Um 2 Uhr 15 Minuten landete der Ballon glatt vor ber Ballonhallc in Bitterfeld.
Tie englische Regierung stellte Scott 20000 Pfund Sterling für die Antarktische Expedition zur Verfügung.
Im Königlichen Schlosse zu Athen ist gestern Feuer ausgebrock.cn. Ter Brand entstand auf ben Röhren ber Heizanlage. Starker Wind begünstigte ben Ausbruch des Feuers. Hilfeleisttmg wurde durch die Besatzungen englischer Schiffe gewährt. Ter König, der mit seiner Familie in Ta toi weilte, kam um Mitternacht in Athen an. Tas Feuer war um 1*4 Uhr gelöscht. Ter Schaden ist sehr groß.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, ben 6. Januar 1910.
In ber Neustadt steht ein Haus, ack nein, es war ein Haus: berat lang, lang ift's her, wohnen brimt’ keine „Menschen" mehr, sondern es dient am Tag den Gassenjungen und nachts den Fledermäusen unb ähnlichen Tieren zum Sckmtz. Vorübergehende Eiravohner bleiben stehen und bettachten sich kopfschüttelnd diese Ruine, bie besonders des Abends so gefpenfterhast aussieht, daß sich das beleidigte Auge rasch davon abwendet. Wie lange nun will man den Nachbarn., die alle Geschäftsleute sind und sich redlich bemühen, ihre Besitzungen in Stand und Ordnung zu halten, diesen cirenlick)en Anblick noch zumuten?
Unsere verehrten Herren Stadtväter sollten ihreut KollegQt, dem Besitzer ber Ruine, die unserer Stadt wahrlich,nicht zum Ruhme gereicht, den guten Rat geben, seinem verwahrlosten Besitztum endlich etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken! Sonst könnte sich eventuell eine Eingabe darauf richten, bas; der Großherzog feine Ordensverleihung wieder rückgängig macht.
Mehrere N e u st ä d t e r.
Amtlicher wettervericht.
Deffentlidje Wetterdienststelle Gießen.
Allgemeine Wetterlage seit Donnerstag früh: Ueber ganz Cft- und Mitteleuropa hat sich hoher Truck, am Nordrcmbe der Alpen von nahe 7v0 mm eingestellt, wahrend weil entiernt von unterem Bezirk Tietbruckgebiete im Nordwesten vorüber wandern. Tein entsprechend ist das Wetter trocken, doch herrscht dichles Nebelqewölk, so daß bis jetzt die Temperatcir noch unverändert bei 2 Grad und 3 Grad Wärme liegt. — Ter hohe Drnck wandert mit seinem Zentrum ostwärts, so daß südöstliche Winde Frost, vorerst noch schwachen, bringen.
WetteranSflchlen in Hessen am Samstag dem 8. Januar 1910: Bewölkung abnehmend und bereits leichter Frost.
OriginaL-Drahtinelüungen.
Aus dem cagllschen Wahlkampf.
Portsmouth, 7. Jarr. Der Staatssekretär für Kolonien Earl of Crewe führte hier in einer Rede aus, die Eigene


