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5.8.1910 Zweites Blatt
 
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160. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr» 181

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

DieSiebener FamittendlStter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das KrdsMatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Freitag 5. August 1910

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion: eE 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen.

strafbare Handlung bisher nicht begangen hat. Die sichernden Maßnahmen gegen die Gemeingefährlichen sind entweder er­zieherische oder ausscheidende. Die Freiheit des Einzelnen wird durch die Verhängung von sichernden Maßnahmen nicht ge­fährdet, wenn die Voraussetzungen der Gcmeingesährlichkeit durch die Gesetzgebung festgelegt sind und die Entscheidung über den (Eintritt der sichernden Maßnahmen in die Hand des Richters gelegt wird. Gegen den jugendlichen Verbrecher sind staatlich überwachte Erziehungsmaßregeln anzuordnen, gegen den lieder­lichen oder arbeitsscheuen Verbrecher die Internierung in einem Arbeitshause, gegen den Trunksüchtigen die Ueberweisung in eine Trinkerheilanstalt. Der geisteskranke Verbrecher ist, wenn seine Gemeingefährlichkeit festgestellt ist, für die Tauer der Gemeni- gefährlichkeit in besonderen Anstalten zu verwahren. Dasselbe gilt von dem Verbrecher, der Degen verminderter Zurechnungs­fähigkeit zu einer milderen Strafe verurteilt worden ist. Der geistesgesunde Verbrecher ist für die Dauer der Gemeingefährlich­keit zu verwahren. Von sichernden Maßregeln gegen Nichtverbrecher einpfehlen sich die staatlich überwachte Erziehung verwahrloster Kinder und Jugendlicher, wie sie bereits in fast allen Kultur­ländern, geregelt ist, und die dauernde Verwahrung von gemein»

aber mindestens 22 000 Mark. Jedoch wird vorgeschlayen, um den Wünschen der Antragsteller zu entsprechen, die letzt be­stehenden beiden Haltestellen Lindenplatz und Asterweg-Ecke in einer Haltestelle zwischen beiden, etwa incher Mitte an dn Zozels- gaffe zu vereinen und dann an der Braugasse die zweite Haltestelle einzurichten. Ueber die Möglichkeit, ohne Kostenaufwendung noch in der Walltorstraße eine dritte Haltestelle zu errichten, ent» spinnt sich eine längere Aussprache. Der Oberbürgermeister er­klärt dies bei der jetzigen Weichenanlage, wenn man den «Vr- Minutenverkehr beibehalten will, für ganz unmöglich, da durch jede neue Haltestelle 11/2 Minuten Aufenthalt verursacht wird, wodurch eine Unstimmigkeit an den Treffpunkten der Wagen und besonders an der Zentrale am Marktplatz verursacht wird. Stadtvv. Troß und Petri wollen wenigstens eine Probe mit der dritten Haltestelle, die ja nur nach Bedarf sein kann, machen. Doch wird der Antrag der Kommission, Haltestelle Zozelsgasse und Braugasse und Fortfall der seitherigen Haltestellen Lindenplatz und Asterweg mit knapper Mehrheit beschlossen.

Die Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben für das Realgymnasium und die Oberrealschule für 1909. haben das er­freuliche Ergebnis gezeitigt, daß dabei

1700 Mk. erspart

sind. Tie Versammlung nimmt davon Kenntnis und genehmigt die Wenigerausgabe.

Die israelitische Religionsgesellscbaft (Rabbiner Dr. Hirsch­feld) hat unmittelbar in der Nähe des Friedhofs ant Robbers Gelände erworben und will darauf einen eigenen

israelitischen Friedhof

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderheßen

einrichten. Sie will zu ihren Bestattungen die vorhandene israe­litische Leichenhalle, sowie alle Einrichtungen, die für die Leichen­bestattung der Bürger seitens der Stadt getroffen sind, mil­benutzen und auch alle Lasten des kommunalen Beerdigungswesens- wie andere Bürger tragen. Tie Religionsgemeinde begründet ihre Sonderbündelei damit, daß ihr strenger Ritus es verbietet, die Stätte, wo ein Toter begraben wurde, für anbere Zwecke päter einmal zu benutzen. Die Baudeputation schlägt vor, einen dahingehenden Antrag der israelitischen Religionsgesellschaft cm- zunehmen und eine Verbindung zwischen dem Sonderfriedhof und der Leichenhalle resp. dem kommunalen Friedhof über einen da­zwischen liegenden Hohlweg durch eine Ueberbrückung herzustellen.

Beigeordneter Georgi erklärt zu dem Antrag, daß man ich doch vor allen Dingen darüber klar werden.müsse, ob man prinzipiell überhaupt darauf eingehen will, konfessionell geson­derte Friedhöfe zuzulassen, für die ein Bedürfnis nicht vorliege^. Man habe geglaubt, mit der Friedhofsanlage am Rodberg eine Einrichtung geschaffen zu haben für alle Bürger unserer Stadt nach deren Wleben, gleichviel welchem Bekenntnis sie angehören. Es würde tief zu beklagen sein, wenn hier der Versuch, Bresche zu legen, von Erfolg fein würde. Er sei überzeugt, daß durch dies Beginnen eine Disharmonie in unserer Bevölkerung entstehen werde, die man seitens der Antragsteller doch vermeiden sollte, Stadtv. Dr. Biermer stimmt dem vollständig bei. Er be­antragt, über diese Sache heute nicht zu befinden und den Antrag der juristischen Kommission zu überweisen. Was dem einen recht sei, sei dem andern billig, und es könnte dann jede Sekte ver­langen, für sich einen besonderen Friedhof mnzulegen. Man müsse entschieden versuchen, dies zu verhindern, wenn es geht. Stadtv. Heichelheim bemerkt, er habe erst zur Sache aus naheliegenden Gründen nicht sprechen wollen, doch sehe er sich veranlaßt, zu er­klären, daß es ihm und der Mehrheit seiner jüdischen Mitbürger, welche in der älteren Israelitischen Religionsgemeinde (Rabbiner Dr. Sander) vereinigt seien, peinlich sei, daß diese Frage hier zur Erörterung kommt. Er und seine Glaubensgenossen, die in der Mehrheit die gleiche Ansicht haben, seien stolz darauf, daß man in Gießen einen Weg gefunden hat, eine gemeinsame Ruhestätte der Toten für alle Bekenntnisse zu schaffen. Dem Antrag Biermer wird stattgegeben, die Vorlage wird an die Kommission zurück- verwieseu. , .

Zur Einrichtung des städtischen Frechades, welches seit seinem Bestehen nur als Bänner-Badeanstalt benutzt werden kann, auch als

Frauen-Badeanstalt

werden 500 Mark gefordert und bewilligt. Es sollen wechselweise Badezeiten für beide Geschlechter bestimmt werden.

Für ein Gesuch des Cafetiers Ernst Hch. Beutner um die Erlaubnis zum Betriebe eines Wiener Cafes Ecke Plock- traße und Johannesstraße wird die Bedürfnisfrage bejaht.

Ter Abschluß der Rechnung 1908 ist von der Finanz-Kommission unter dem Vorsitz des Seniors der Stadtverordnetenversammlung, Stadtv. Wallenfels, geprüft worden, und es haben sich keinerlei Anstände ergeben. Stadtv. Wallenfels stellt demgemäß den Antrag auf Genehmigung bet Kreditüberschreitungen usw. Dementsprechend beschließt auch die Versammlung._______________________________ _______

Arrr LtaSt «itö Land.

Gießen, 5. August 1910.

Erntezeit!

Der franz. Marine-Voranschlag im vudgetaurfchutz. o Paris, 4. August.

In den beiden Mittwoch-Sitzungen trat der Budget­ausschuß der Kammer an die Beratung des Marine-Haus­haltes heran, der bekanntlich einer der wichtigsten für die nächstjährigen Ausgaben ist. Nach einer sehr eingehenden allgemeinen Erörterung besonders über die Neubauten und die Vorräte vernahm der Ausschuß am Nachmittag den Ma­rineminister. Dieser erklärte, daß die Regierung, wenn das Marineprogramm nicht hinreichend zeitig durchberaten und angenommen würde, das Parlament ersuchen müßte, in das FinanAgesetz einen Arttkel einzufügen, der die Kiel­legung zweier neuer Schlachtschiffe im Jahre 1911 anordnete. Admiral Boue de Lapeyrere fügte hinzu, daß die Abschlüsse für den Bau der zwei Schlachtschiffe von je 23 000 Tonnen eine Ersparnis von 9.45 Proz. aus die cm- genornmenen Preise ermöglicht und daß demnach die K'redit- forderungen im Budget entsprechend herabgesetzt werden

Goldgelb prangen die Felder in ihrem Schmuck. Voller Segen neigen sie sich dem Sandmann entgegen, nur die Hohlköpfe heben, wie immer, ihr Haupt empor und suchen ihre körnertragenden Gefährten zu überragen. Des Land- manns Freunde aber sind die schwer nach unten hängen­den, sich demütig unter dem Segen des Schöpfers neigen­den Aehren. Froh zieht er am Morgen hinaus, bis nach schwerer Arbeit die reichen Halme in Garben inmitten des Feldes stehen. Tausend fleißige Hände regen, helfen sich im muntern Bund. Die langen Reihen sind ein freu­diger Anblick für den Bauer, wenn auch die Stoppelfelder die ersten Vorboten des Herbstes sind. Unseren Vorfahren war die Erntezeit eine heilige Zeit, in der jegliche an­deren Geschäfte ruhten, es war eine Feiertagszeit und reich an religiösen Gebräuchen. Schwer herein schwankt: der Wagen, kornbeladen; bunt von Farben auf den Gar­ben liegt der Kranz; und das junge Volk der Schnitter fliegt zum Tanz! Fast überall trägt der Schluß der Ernte festlichen Charakter, und in manchen Gegenden toerben, während der Erntezeit gegen Mittag die Glocken geläutet. Man glaubte, daß die "böfen Geister namentlich um die schwüle Mittagsstunde umgingen und suchte sie durch das' Läuten zu vertreiben. In anderen Bezirken herrscht die Sitte, daß der Gutsherr oder sonst ein argloser Wanderer, sobald sie zum erstenmal das Erntefeld betreten, von den Feldarbeiterinnen mit einem Korn seil unter Aufsagen eines Verses gebunden werden. Die Schnitterinnen erhoffen so­fort einen klingenden Lohn in Gestalt eines Geldgeschenkes. Jedenfalls ist dieser Brauch der Rest des alten Dankopfers, das in manchen Gegenden am ersten, in vielen auch am letzten Tage der Ernte den Göttern dargereicht wurde.

*

** Wie sollen d i e K i n d e r die großen Ferien verbringen? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Bürgerschuldirektor a. D. in denTresd. N." und kommt

3ntCT1tGti0nük Vereinigung. entschieden: Ein erbetener Dispens von den Bestimmungen der

rJ/ ' s Bauordnung des Bäckermeisters Flick, Bismarckstraße, wegen

Unter zahlreicher Beteiligung von Kriminall ßen und Strairechts--1 c>ox^2lls einer Einsahtt in seine Hosreite wird nicht befürwortet, lehrern aus fast allen Kulturftaaten trat hier nn Palast der Aka- ^ -m eines Brandes die Feuerwehr gehindert ist, ihn demien die Jnternaiionale kriminalistischeVereinigung zu^brerl Architekt Nikolaus will auf dem öinter»

11- Tagung zusammen, die unter dem ^brenvorsttz des Justiz-1 ^wnde der ehernalls Boll'schen Besitzung am Seltersweg eine Ministers Lantsheene .steht, ^as Bilremi bilden Profegor PnnsJ erbauen, wozu die Genehmigung versagt wird. Möbel»

(Brüssel), Staatsminlster ^e Jeune (Brussel), Geheimrat Professor h^M^r Brück will an der Schloßgasse eine Toreinfahrt mit daran stoßenden Wagenschuppen errichten, wozu Dispens erteilt

WMr uU eröffnete als Vorsitzender die Beratungen ^d. Fabrikant Throrn will in seinem Garten, der zwischen mit einem ^.ank an den Minister für besten ®*J$emen, unb Aulweg und dem Bergwerk liegt, ein Gartenhäuschen mit erinnerte baran, bafe -1 3afjre 506^11119111101 heizbaren Zimmern ohne Unterkellerung errichten. Hier­

vergangenseien. Auf sozialem Gebiete sei besc niobeine®egegen hat bie Versammlung nichts einzuwenden, wenn bie S3au» ruhiger und beweglicher geworden. Man swche das Jndwlduum auf Widerruf erteilt wird. - Dem Bauunternehmer

besser zu verstehen, um der ^Gesellschaft besseres -^rstandnis ent- Weh rum wird die Errichtung eines Backsteinmacherhäuschens gegenbringen zu können. ^.er Juftizminister Lantsheene begiutzte!^^.^^ Widerruf erteilt. Die Gemeinde Annerod! bann bleGrschienenenimNamenselner nctJpemr^ beabsichtigt eine Wegüberführung über einen städtischen Grenz-

unter lebhaftem Beifall dte Gründer bet T«remigung, d.e Bro ^aben herzustellen. Die Erlaubnis hierzu wirb widerruflich erteilt, w cklnn?d-s von är allen klaMchcn Schule aü/em. Der Streit «egen d-8 Stadt.,.rmes und der alten Fr.edhosskapelle

Die Vereinigung beschäftigte sich bann nut dem ersten Punkt zwilchen ber politischen Gemeinde unb der evangelischen Kirchen- der Tagesorbnung, bet Frage:In welchen vom Gesetz bestimmten gerneinbe ist burch einen V e r g l e r ch aus ver Welt geschatst. Zu Fällen kann der B e g r i s f b e r G e m e i n g e i ä h r l i ch k e i t des diesem Vergleich hat der Gesamt-Klrchenvorstand lerne. Geneh- Täters gesetzt werden für den Begriff der verrolgteli Tat und unter nugung erteilt. Bas alte -Wahrzeichen der ^tadt, der ^urm welchen Bedingungen ist dies vereinbar mit den Garantien bei der ehemaligen Pankrattuskirche, geht vom 1. April 1910 an neriänlichen Freiheit" M bas Eigentum der Kirche über, gleichzeittg übernimmt biese

Erster Berickterstatter: hierzu mar Professor G a r c 0 n (Paris), die Unterhaltungspflicht. des Turmes und der Turmuhr, wobei der ausführte: Es steht fest, daß nicht erst nufere Zeit den Begriff anerkannt wird, daß bie Stadt nicht verpflichtet werden kann, der Gemeingefährlichkeit gewisser Personen erfunben hat, bie fid) Juenn. bie Turmuhr etwa lvater unbrauchbar werden Ioll.e, Tur bauernd in einem Zustande befinden, der sie Veranlaßt, Verbrechen dze Kosten einer neu zu beschasienden Uhr aufzukommen. Die zu begehen. Bereits im 15. und 16. Jahrhundert sind ähnliche Ideen Stadt zahlt der Kirchengemeinde für die Ablösung der bisher ihr aufgetaucht. Wir haben aber ben neuen Bagriff ber persönlichen I ob gelegenen Unterhaltungspflicht durchs die Kirchengemeinbe an Verantwortlichkeit in die Frage hineingetragen. Man hat sich in- diese den Betrag von 8000 Mk. er Stabt imrb von ber Kirchen- folgedessen auf bem Gebiete ber Rechtspflege nachsichtiger erwiesen, gemembe bas Recht zugeflanben, auf bem ^urm, fo lange ihr aber bie verhängten Strafen haben ihre Wirkung verloren. Darauf dies notig erscheint, ^urmer ober Wachter zu unterhalten und hat man sich bazn gewandt, die sozialen UrfGeben des Verbrechens die Stadt verpflichtet sich, so lange sie von der Turmerwohnung zu untersuchen und die Frage zu studieren, ob in bestimmten Fällen Gebrauch macht, diese in Stand zu halten.^ Ebenso ist der Stadt die Verantivortlichkeit des Einzelnen nicht de-r Gesellschaft zur Last I die Mitbenutzung der Glocken des Turmes eingeraumt. fällt. Alle diese Fragen haben die Nachsicht Verstärkt und trotzdem Dagegen wird das unbesckrankte E l g en t u m 2 r e ch t an ist das Verbrechen geivachsen. Hierbei ist jedoch zu beobachten, daß b e r alten K a p e l l e auf dem Fried ho, am J.abrungy- nur bie Zahl der Verbrechen gewachsen ist, die Rückfälligen be- berg seitens der Kirche der ^tadt zugeftandeii. So lange die aehen eb?n mehr Verbrechen; die Zahl ber- Verbrecher selbst hat Kapelle bestehen bleibt soll barm an Himmelfahrt xotemeft ober fifh nicht erhöbt. bei Beerbiguugen Gottesdienst abgehalten werben können. Auch

Der Redner zeigt dann die Unwirksamkeit der Gefängnisstrafen sonst ist die Stadtgemeinde bereit, ^aus vorherigen Antrag ber inbezug auf gewisse Verbrecher. Soll man ferner auch die Al- Kirchengemeinde dieser die Erlaubnis zu geben, die Kapelle für koholiker ins Gefängnis schicken? Das Gefängnis würde für gottesdienstliche Zwecke zu benutzen. Sämtliche Nutzungsrechte, sie eine Strafe ohne teden Erfolg fem. Hier geüörtwie bei den Bettlern welche für den -burm sowohl, wie für bie Kapelle gegenfeitifg unb Landstreichern an Stelle bes Gefä.ignisses bie Unterbringung von den Parteien zugestanben pnb, werben grunbbuchamtlich cur in Asnlen. Bei allen biefen Fragen dürfen aber nicht die föaraip I getragen, ^uie Neubaupflicht der Kapelle im Falle bereit Bau- tien außer acht gelassen werden, die dem Jiudividuum feine perjönd fänigteit. beftebt ,ur die Stadt md)t. .

liebe Freiheit verbürgen. Tas Älbkommen wurde von der Versammlung c t u ft 1 m m 1 ö

J Der Gegenvortrag des Geheimrats Purfessor Dr. v. Liszt genehmigt ,

(Berlin) legte der Vereinigung zu der Fragn umfangreiche Leit- (jin ^utrag zahlreicher Bewohner, sätze vor in denen es u. a. heißt:Der. Zustand der Gemein- an ber Braunste eine Haltestelle der Straßenbahn gesährlichkeit eines Individuums ist gegebern, wenn angenommen 511 errichten, ist von der Kommission insofern abgelehnt worden, werden muß, daß es von ber Begehung strafbarer Handlungen als eine solche neben ben schon bestehenden zwei Halteftellen am durch Androhung und Vollstteckung der ordentlichen Strafen Lindenplatz und am Asterweg aus technischen Gründen nur möglich nicht wird abgehalten werden können. Der Zustand ber Gemein- ist, wenn bie Weichen verlängert werben und am Wiefecker Weg gefährlichteü kann gegeben fein, auch wenn bas Jnbividuum eine I ein Stanbwagen seinen Platz erhält. Tie Kosten bafur betragen

können. Aach über den für 1911 vorgesehenen Ausrüstungs- gefährlic^n Geisteskranken im Anschluß an das Entmündigungs­plan ließ sich der Minister ziemlich eingehend vernehmen, verfahren. Desgleichen empfiehlt sich, gemeingefährliche Trunk-

Als darauf der Wg. Masse eine Erhöhung des Kredits süchtige Mtweise in einer Trinkerheilanstalt zu internieren.

Million verlangte »ertaste^ber feine Wanb'T man eto

darüber und rrchtete an den. Mrnister die Fvage, ob em (5^^ngnj§z das Defekte ausnehmen und von einem Arzt geleitet Intereste dafür Vorlage, die im Finanzjahre 1910 begon» tocrben dem Hauptthema selbst meint der Redner, daß

nenen Bauten zu beschleunigen. Auf die bchahende Ant- die Gefahr nicht Übertreiben dürfe und bei der Sttenge wort des Ministers sprach der Ausschuß int Prinzip nicht ins Ueberinaß verfallen solle. Vagabonden z. B. seien noch zugunsten dieses Vorschlags aus. Als sich dann der Mi- nicht gemeingefährlich. Allerdings dürfe man nicht märten, bis nister entfernt hatte, wurde die Prüfung der Kapitel be- der Schlag gesessen habe, um sich dann nachträglich zu .schützen, gönnen. Bei den beiden ersten Posten wurden 400 00 0 Nötig wäre es, die ganz bestimmten Falle ber^Gemeingesahrlich- % r fi n f c n abaeftritben während außerdem einige! kett im Gesetze genau festzulegen. Proseflor >5 a 1 par (Brüisel) Unterabteilungen an Wstrtche m^ch erschein Schule 'habe

Vorbehalten wurden. Ver Posten (Neubauten) stand der U. FMor vollständig aus dem Gesicht verloren. Eine Lösung Ausschuß ans Grund der Erklärung des Mtntsters von einer Problems ber Gemeingefährlichkeit hinsichtlich bes Rechts Beschlußfassung vorläufig ab, da dte berichtigten Ztffern ^ft noch nicht gefunden. Professor v. Liszt gehe vielleicht zu ihnt spätestens im Oktober unterbreitet werden sollen. tocitz tnbem er den Begriff ber verfolgten Tat vollständig auf»

Zu diesen Angaben fügte ein Mitglied des Ausschusses gebe. Pisoing (Rumänien) weist, darauf hin, wie schwer es Berichterstattern gegenüber hinzu: sei, zu enffcheiden, ob bie Gemeingefährlichkeit einer Person von

,/Bekanntlich ist der Bau zweier Schlachtschiffe von der Kam-! Dauer sei. Die Enffcheidung _bie)er Frage dürfe man nicht bem mer beschlossen worben. Wenn man sich aber auf biese einzelnen I Richter überlassen. N ab 0 kost (St. Petersburg) verlangt wehr Bauten beschränkte, würde der Tonnenpreis sich sehr hoch stellen. Aufmerksamkeit gegenüber den sozialen Urschen des Verbrechens Tenn wemi die Schisssbauer die Sicherheit hoben, daß sechs als den Verbrechern selbst.Eggelen (Holland) bittet. deiK Schlachtschiffe auf Kiel gelegt werden sollen, so werden sie sich Richtern in der Entscheidung Über Gemeingefährlichkeit o er trauert zu einer größeren Preisherabsetzung verstehen. Deshalb hat der zu schenken. Das Bureau wurde schließlich beauftragt, auf Gruno Ausschuß an den Minister die Frage gerichtet, die Regierung der Aussprache bem nächsten Kongreß einen ausführlichen Bericht noch immer bei ber Absicht beharre, die Annahme des angekün- vorsulegen. bigten Marineprogramms vorzuschlagen, was per Minister be-1- -------

jahte. Tie sechs Schlachtschiffe werden je 63 Millionen kosten. SÜWM ÖCV Stadtverordneten.

Bei ber von dem Minister in Aussicht gestellten Preisherabsetzung Gießen, 4. Aug.

wird eine Ersparnis von 6 Millionen für jedes einzelne Fahr- Oberbürgermeister Mecum eröffnet um 41/2 Uhr die Sitzung, zeug, also insgesamt von 36 Millionen erzielt, werden. Gnb die Beigeordneten Georgi und Heyligenftaedt, die

finanzielle Kraftanstrengung ist unumgänglich, wenn wn^ ver- Stadtverordneten Dr. Biermer, Brück, Dr. Ebel, Habenicht, Petri, hindern wollen, daß Frankreich auf dem Meere selbst Wer ^UgAarbt, Wallenfels, Faber, Jann, Huhn, Heichelheim, Orbig Oesterreich und Italien zuruckbleibe Löber, Haberkorn, Helm, Eichenauer, Simon, Troß unb Plank.

Paris, 5. Aug. Bei den Beratungem des Budgets <$er Vorsitzende macht den Stadtverordneten Mitteilung von hat der Ausschuß die Forderungen des Hamshaltungsvor-eingegangenen Einladungen zu Festlichkeiten des schlages für das Heerwesen um 4 467 000 Franken ge- Kavallerievereins (Fahnenweihe), des Radfahrvereins 1885 (25- kürzt und diese Maßnahme mit der ungenügenden Aus- jähriges Stiftungsfest).

wähl des Heereserfatzes begründet. Auch bei den übrigen Ein Anttag, die Belästigung der Nachbarschaft der von Beratungsgegenständen wurden IV2 Millionen Ersparnisse Pferdemetzger Keßler ^^^bnm Schwem^ucht durch^tts- ö 1 stattit ak^wtellen, wird der Juristischen Kommiflion überwiesen.

> Ohne Aussprache wird wie folgt über nachstehende