Ausgabe 
4.11.1910 Erstes Blatt
 
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sich, die Gruben zu verlassen aus Furcht vor den Angriffen.

in

Aus Stadt und Land.

Gießen, 4. November 1910.

Vorwinter.

Die sonnigen Herbsttage, die uns eine Entschädigung für den verpfuschten Sommer brachten, sind vorüber gegangen. Bisweilen sieht der Himmel schon so wolkenschwer, so grau und bleiern aus, daß man meint, es könnten jeden Augenblick Schneeflocken herniederrieseln. Die Natur rüstet sich zum Sterben, die Bäume schütteln das letzte Laub ab und die Herbstblumen sind welk ge­worden. Die fwftige Zeit meldete sich durch Frühnebel an, die schon an den warmen Tagen mahnend, den beoorstehendeu Um­schwung verkündeten.

Das Leben ist allgemach in die vier Wände des Hauses zurück­gekehrt. Und wenn es gegen Abend nicht mehr hell und noch nicht dunkel ist, so schleicht der Mann zum Dämmerschoppen. Und die Vereinsglocke tritt wieder in Tätigkeit.

Unsere Schuljugend muß sich jetzt ernsthaft hinter die -Bücher setzen, denn im Winterhalbjahr muß fleißig gelernt werden, sinte­malen^ Kn Ostern die große Abrechnung stattfindet. Und die Weihnachtsarbeiten nlüssen auch in Angriff genommen werden, fbenn kaum zwei Monate trennen uns noch von dem Fest den ,Liebe. Z'u allen diesen Dingen sind die länger werdenden Mbende vortrefflich geeignet. Wo noch stille gemütvolle Familien- beh agl ich keil herrscht, zeigt sie sich an diesen Abenden, wenn der Herbstwmd rauh burd) die Straßen fegt. Jede Jahreszeit hat eben ihr Gutes, wem: wir es nur erfassen können^

-ter griffen bie , v Bergwerksbeamten an und warfen die Fenster ein. Die in den Grübelt beftndlichen Bergleute weigern

Hessen-Nassau.

X. Fulda, 3. Nov. Der Kreisausschuß hat dem Kreis­tage einen Antrag unterbreitet, betreff en b die Anfertigung von ausführlichen Vorarbeiten für den Bau einer neben- bahnähnlichen normalspurigen Kleinbahn Großen­lüderHauswurz. Unter der Voraussetzung der zu erwartenden weitgehenden finanziellen Unterstützung durch den Staat und durch den Bezirlsverband wird auf Grund der Vorerhebungen angenommen, das Unternehmen lasse sich so gestalten, daß es nach Verlauf einiger Entwickelnng^- und Uedergangsjahre ohne Zuschüsse aus Stenermitteln des Kreises bestehen kann. Zur Deckung etwaiger Zuschüsse während der üblichen Uebergangszeit hat das Kreistags- Mitglied Reichstagsabg. Müller unter der Annahme, daß die Bahn ohne jede weitere Verzögerung gebaut und zum Beginn des Jahres 1914 in Betrieb genommen wird, einen 'öKitr^^AnJ?f,TLid 10000 E für 6 3al)re, insgesamt also 60 000 Mk., dem streife als dem Träger des Unter­nehmens schenlungsweise angeboten und fictj bereit erklärt zur Sicherstellung dieses Anerbietens bei dem Beginne des Baues eine Summe von 50000 Mk. in ersten Hypotheken mit ZinSgenuß vom 1. Januar 1911 ab dem Kreife zu über-

Drabftaun gezogenen Stacbeldraht kommen und sich die Augen auS . dem Kopse reißen. Eine Abhilfe wäre hier dringend geboten.

Ga rventeich, 4. Nov. Geuern fand hier Burger- in ei st erwähl statt, die ohne jede Aufregung verlief. Man batte dem seitherigen langjährigen Bürgermeister Heinrich Kissel II., mit dessen Amtsführung man allseitig zu­frieden ist, keinen Gegenkandidaten gegenübergestellt, so daß er einstimmig mit 152 Stimmen wieder ge­wählt wurde. Diese einstimmige Wiederwahl ist umso ehrender für den Wiedergewählten und die Gemeinde, als im ganzen nur 16 Wähler, die zumeist triftige Abhaltungs­gründe hatten, der Wahlurne fern blieben. Am Abend brachten die drei Gesangvereine und der Turnverein Herrn Kissel einen Lampionzug und ein Ständchen sowie Gruppenstellungen der Turner bar, woran sich auf Ein­labung des Bürgermeisters eine kleine Feier schloß. Bei- georbn. Schwarz brachte ihm die Glückwünsche des Orts- vorstandes und der Gemeinde aus, während Lehrer Wei­sel ihn im Namen der Gesangvereine und des Turnvereins beglückwünschte.

Ll Lich, 3. Nov. Mit der Mäuse Vergiftung ist man hier energisch und auch erfolgreich vorgegangen. Tas 63ift wurde auf Kosten der Stadt geliefert und an alle Grundstückbesitzer verteilt, unter Androhung einer Strafe, falls jemand keinen Gebrauch davon machen würde. Dec hiesige gemischte Chor veranstaltet in diesem Winter ein größeres Bolkskonzcrt, wozu er jetzt schon Vorbereitungen trifft. Die am 18. Oktober erfolgte Ergänzungsmahl zum Gemeinde- rat ist beim KreiSamt angefochten morden wegen angeblich geringer Wahlfehler. Die vom hiesigen Volksbildungs- vercin gegründete öffentliche Bibliothek, die vom Rhein-Main-Vcrband unterstützt wird und auch von privater Seite schon Zuwendungen erhalten hat, erfreut sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon einer fleißigen Benutzung. Das öffentliche Lesezimmer befindet sich in dem durch seine reiche Architektur bekannten städtischen sogen. Helwig'schen Hause auf dem Kirchenplatz.

Kreis Büdingen.

«= Büdingen, 3. Nov. Der Besuch' der nahen R o n n e b u r g i|t in den letzten Monaten recht rege gewesen. Jedenfalls tragt die immer mehr fortschreitende Wieder­herstellung der Burg viel dazu bei Vereine von Hanau, Frankfurt, Gelnhausen und Bübingen planen, sich künftighin jedes Jahr da oben ein Stelldichein zu geben, weil die Burg von allen Seiten leicht zu erreichen i)t. Um den von Nieder- mus heraufkommenden Touristen den Weg zur Burg zu kürzen, hat die Fürstl. Wächtersbachische Verwaltung em neues Pfädchen anlegen und eine Türe durch die Mauer in den äußeren Burghof brechen lassen. Obgleich das Pfört­chen dem Ganzen augepaßt ist, will es uns scheinen, als ob dadurch doch der einheitliche .geschlossene Charakter der Burg gestört sei

-1-. Büdingen, 3. Nov. Der Gesangverein Liederkranz veranstaltet zur Feier seines 70jährigen Bestehens am Sonntag, 13. November, in den Räumen des Fürstenhofes ein Konzert unter Mitwirkung des Bariton­sängers Adolf Müller-Frankfurt a. Ni, der Kapelle des Gießener Infanterie-Regiments und des Lehrers Pepler ^Klavier). Die Chöre leitet Musikdirektor I. Brodt-Hanau.

= Lorbach, 3. Nov. Hier ist die sozialdemokratische Partei recht rege bei der Arbeit. Das zeigte sich schon bei der Reichstagswcchl im letzten Sommer. Von 90 Stimm­berechtigten gaben in der Stichwahl 49 ihre Stimmen für Busold ab, 32 fielen auf v. Helmolt. Inzwischen hat sich in unserem nur 390 Seelen zählenden Dörfchen ein sozial- lemokratischer Wahlverein unter dem Vorsitz des Spinnereiarbeiters Kuhl gebildet. Für die heutige Ge-- meinderatswahl trat der Verein schon mit eigenen Kandi­daten hervor. Doch gelang es ihm nicht, gegenüber den aus dem Schlaf aufgerüttelten bürgerlichen Wählern nur einen einzigen davon durchzubrrngen. Von 82 Wählern machten 57 von ihrem Stimmrechte Gebrauch. Dabei wur­den die bürgerlichen Kandidaten Rudolf Lenz mit 47, Johs. Dadt I. mit 44, Gg. Kaspar Frey mit 40 und Hch, Schneider mit 38 Stimmen gewählt.

Starkenburg und Rheinhessen.

R. B. Darmstadt, 3. Nov. In Gegenwart deZ Zaren und deS Zarthronfolgers und der vier Gvoßfürstinnen, des Gro ßher z o g p a a r es und den beiden kleinen Prinzen, des Prinzen und der Prinzessin Heinrich, ter Großfürstin Sergius und der Prinzessin Viktoria von Baltenberg wurde heute die Einweihung des Mausoleums auf der Rosenhöhe voll­zogen. Vor der Einweihung wurde für die Familie des Zaren in der russischen Kapelle auf der nahe gelegenen Mathitdcnhöhe ein Gottesdienst abgehalten, rvährend das Großhcrzogspaar gleich­zeitig in dem auch als Kavelle benutzbaren neuen Mausoleum das Abendmahl nahm. Dann erfolgte die Einiveihung des Altars im Mausoleum und darauf eine kirchliche Feier durch Oberhof­prediger Ehrhardt, an der auch sämtliche Hofchargen, Beamte und Dienerschaft aus der Regierungszeit Großherzog Ludwig IV., die in Begleitung des Zaren befindlick-en Würdenträger und der hiesige russische Gesandte und Ministerresident, Baron von Knorring, der frühere Oberhosrnarschall, General z. D. Westcr- weller v. Anthoni, der Ordenskanzler und Flügeladjutant z. D. Oberst Röder v. Diersburg u. a. teilnahmen. Vor Beginn ter Feier hatten das Zarenpaar und das Großhcrzogspaar an den Särgen der Eltern und Geschwister Großhorzog Ernst Ludwigs Kränze niederaelegt. Im Auftrage Kaiser Wilhelms legte Prinz Heinrich an den Särgen Großherzog Ludwig IV. und seiner Gemahlin prachtvolle Kränze mit Schleifen, auf denen sich die kaiserlichen Initialen befanden, nieder.

R. B. Tatmftabt, 3. Nov. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten kam ein Projekt des Oberbürgermeisters zur Vorlage, das den Zweck verfolgt, für die Anstellung der städtischen Beamten eine feste, grundsätzliche Ordnung zu schaffen und vor allem den Verwaltungsap parat w esentlich zu verbilligen. Eine Anstellung auf Lebens­zeit soll in Zukunft nur noch möglich sein, wenn eine planmäßige Beamtenstelle offen ist. Die Stadtverwaltung konnte nach ein­gehender Prüfung der Verhältnisse dem wirklichen Stellenbedürfnis gemäß und entsprechend den von den einzelnen Stelleninhabern zu verlangenden Kenntnissen und Fähigkeiten eine Reihe von Beamtenstellen aufgeben oder in Hilfsstellen umwandeln und eine Anzahl seither mit höheren Gehältern ausgestattete Dienststellen zur Besetzung mit geringer besoldetem Personal in Aussicht nehmen. Die für später geplante Zusammenlegung von Verwaltungen und der hierdurch in absehbarer Zeit bedingte Wegfall leitender Stel­lungen tragen ganz besonders zur Verbilligung des städtischen Ver­waltungsapparates bei. Diese Neuregelung kann in Rückficht auf bia Wahrung früher erworbener Rechte nicht alsbald gänzlich durchgesührt werden, und daher wurde ein Uebergang näher fest­gelegt, der aber sckwn in nächster Zeit den städtischen Kassen eine wesentliche Erleichterung bringt. So soll sich die Zahl der Ober- sekretär- und der Stadtsekretärstellen nach völliger Durchführung des Planes um_ 15 Stellen vermindern: ebenso wird sich die Zahl der Bureauassistentenstellen im Uebergaugssladium um 43 und bei völliger Durchführung bet neuen Ordnung um 51 vermindern,- welche Zahl sich alsdann durch den Zugang aus den gekürzten Stellen der Stadtsekretäre um 15 auf 36 vermindert. Tie'Kürzung der besser dotierten Stellen hat eine Vermehrung der mit geringe­rem Einkommen ausgestatteten Stellen zur Folge. So werten die Kanzlistenstellen von derzeit acht auf 14 und demgemäß auf 20, die Schreibgehilfenstellen ohne feste Anstellung von 32 auf 70 erhöht. Diese Vorlage, die auf Anregung des städtischen Fi­nanzausschusses von Bureaudirektor Daub ausgearbeitet worden ist, wurde mit Dank an den Verfasser dem zuständigen Ausschuß zur Vorberatung überwiesen. Aus der jetzt erfolgten Ballabrech­nung für das städtische Hallenschwimmbad ergibt sich, daß der Kostenvoranschlag von 900 000 Mark um 68 380 Mark über­schritten worden ist, der Riesenbau also nahezii eine Million M ark kostet. Von der Versammlung wurde anerkannt, daß die Kostenüberschreitung von ca. 8 Prozent feine ungewöhnlich hohe sei und das Werk von allen Fachleuten als mustergültig an­erkannt werde. Die Kreditüberschreitung wurde bewilligt.

R. B. D a r m ft a b t, 3. Nov. Zur Stadtverordnete n- roabl, die am 10. November stattzufinden hat, ist die Lage äußerst verworren. Es ist nicht gelungen, alle bürgerlichen Parteien für eine gemeinsame Kandidatenliste zu ge- wumen, so daß voraussichtlich auch hier in Darmstadt mietet, die Sozialdemokraten die lachenden Drittelt sein werden. Tie> Vorstände der sog. Vereinigten Bezirksvereine haben eine Liste auf gestellt, in der nicht nur ein seit über 20 Jalwen den Stadt­verordneten angehörendes Mitglied ter nationalliberalen Partei ausgeschaltet, sondern auch ter freisinnigen Volkspartei zwei neue Sitze überlassen werten sollten. Auf ein derartiges Abkommen wollte sich die nationalliberale Partei nickst einlassen, doch war sie bereit, unter Festhaltung ihres alten Besitzstandes den Frei­sinnigen ein neues Mandat zuzuführen. Ta dies nicht an­genommen wurde, beschloß die nationalliberalc Partei, selbständig thre Kandidaten auszustellen.

s. Offenbach, 3. Nov. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung wurde die Antwort des Großh. Katasteramts-Darmstadt auf die An­frage der Bürgermeisterei, wie sich die U e b e r s ch r e i - tungen des Voranschlags bei der NeuVermes­sung der Gemarkung Offenbach erklären lassen, sowohl von sozialdemokratischer wie von bürgerlicher Seite als völlig ungenügend bezeichnet. Nach dem Voranschlag des Großh. Katasteramts sollte die Neuvermessung der Ge­markung Offenbach 80 500 Mk. kosten. Das Angebot eines Katastergeometers lautete auf 85 000 Mk., wozu allerdings noch ca. 15 000 Mk. für die von der Stadt bezw. den Grundbesitzern zu tragenden Aussteinungskosten gekommen wären. Bis zum 30. Juli 1910 waren jedoch 168657.57 Mark verbraucht, und bis zur Beendigung der Arbeiten Jürftcn die Ausgaben rund 200 000 Mk. betragen. Den bisherigen Ausgaben von 168657.57 Mk. stehen an Ein­nahmen 24 0ö7.30 Mk. gegenüber, so daß sich die lieber* chreitung des Voranschlags scholl jetzt auf rund 64 000 Mark ober 80 Prozent beziffert. Dieses Verhältnis dürfte ich auch nach der Beendigung der Arbeiten nur unwesent­lich ändern. Auf Antrag der Stadtverordneten Böhm (nl.) und Ulrich (soz.) wurde die Angelegenheit nochmals dem Banausschuß überwiesen, der besonders die einzelnen' Ausgabepuntte einer eingehenden Prüfung unterziehen soll. Die Sache dürfte somit die Oefsentlichkeit noch weiter be- djäftigen. Das Kreisamt hat die Errichtung einer Be- triebstrankenkasse der Firma Gebr. Heyne, Schrauvenfabrik, hier, genehmigt. Die Kasse wird am 1. Januar 1911 ihre Tätigkeit beginnen.

des Geheimen Rats. Der Staatssekretär für Kolo men, Sir Earl Crewe, wird als Nachfolger Morleys Staats- fekretär des Indischen Amts. An die Stelle Crewes tritt -der erste Kommissar für Arbeiten und öffentliche Bauten, L. V. Harcourt, dessen .Posten der Earl of Beau- ch a m p übernimmt

Nach einer amtlichen Mitteilung aus Ottawa werden die Verhandlungen zwischen Kanada und den Verei­nigten Staaten über den Reziprozitätsvertrag am Sonnabend hier wieder aufgenommen werden. Die Vor­schläge werden, was Natur- und Rohprodukte anbetrifft, sich auf dem Boden des freiesten Handelsaus­tausches zwischen beiden Ländern bewegen. An der Vor­zugsbehandlung, die England genießt, wird in keiner Weise gerüttelt

In Honduras wurde infolge der Revolte des Ge­nerals Valadares das Kriegs recht erflärt. Nach amtlichen Mitteilungen, die im Staatsdepartement ein- getroffen sind, wurde der Hafen von Amapala auf der Insel Tigre geschlossen und auf der Insel der Belagerungs­zustand erflärt

Aus Cardiff meldet man: Am Mittwoch abend griffen die ausständigen Vera arbeitet zwei Züge mit Arbeitswilligen, die zu den Bergwerken sichren, an, und warfen die Zugfenster ein. Die Arbeitswilligen

^nutzten fliehen und wurden von den Ausständigen verfolgt, unter denen sich viele Frauen befanden. Aus beiden zahlreiche Personen verletzt Wei- Ausständigen auch die Wohnungen der

x Nidda, 3. Nov. Ein Leich enzug, wie er in dieser Größe hier noch selten gesehen worden ist, bewegte sich heute zu unserem Friedhose. Es galt die Beisetzung unseres so rasch verschledenen Bürgermeisters Hermann Roth. Alle hiesigen Vereine hatten sich beteiligt Unter dem von Turnern gespielten Choral:Jesus, meine Zu­versicht" bewegte sich der Trauerzug zum Friedhos. Dort hielt nach einem Gesang des Männergesangvereins Pfarrer Hermann die Leichenrede über den Text:Ich muß wirken, solang es Tag ist; es kommt die Nacht, da memano wrrkcm kann", und schllderte das rastlose Wtrken des Ent­schlafenen für seine Gemeinde, seine Familie und das In­teresse weiterer Kreise. Nach chm hob Kreisamtmann Frölich namens der Behörden das frledliche Weserr und Wirken des Entschlafenen hervor. Kränze wurden nieder­gelegt namens des Stadtvorstandes durch Hauptlehrer Höhn, namens des Amtsgerichts und der Sparkasse durch Oberamtsrichter Röm Held, namens des Turnvereins durch Reritner Reuning, namens der Kriegervereins durch Oberst Weimer, namens der Feuerwehr durch Heuerwehrrnspektor Vetzberger, namens der Schul- tameraden durch Rentner Stock, namens des Vereins Krankenpslege durch Lehrer Küfer, namens der Höheren e Rektor Kolb, und namens des Kirchen- und Sckflllvorstandes und der Kleinkinderschule durch Pfarrer Werner. -- Die Bürgermeistereigeschäfte be- sorgt der gestern in )ein Amt ei.igewiejene Beia eord- nete Erk, Sohn des Landtagsabgeordneten Erk.

Kreis Lauterbach.

f. La ii t er bad), 3. Nov. Die Saiulhausncubauten -aulerbach haben sich dieses Jahr um eine stattliche a?16 Gemeinden R-u-ers, Ucllcrstzan- LCj^ l.$ fL l b, Vaitshain und Holzmühl erhielten neue ^chulhauler; em Neubau zu Fraurombach ist im Rohbau vollendet. Das Schulhaus der Gemeinte Hartershausen tbcn Anforderungen der Neuzeit eutiprechend umgebaut worden Miet euVe,ue8 Wohnhaus für dcn L-Hrer er-

k 0 3 un Stelle ter im vorigen "tahre

Äbad^-rrWrt. ^isb-uinsp-kwrs Hechler zu

,f. u e b h a u s e n, 3. Nov. Die S t i 6 m a f ri.7- M r. r « ^Heinrich SiÄlindes ^-ordneten Joh. Aham Schäfer uno wnria) Nippel findet am Samstag den 12 d M statt lebrers^uvves ^storbene Frau des Ober-

leyrers Supp es in Schlitz vermachte der katholisLen Kerche m tzeppenheun a. d. B. und /hrer Vaterstadt schlitz pir dre Armen je 25000. 95L 1 r lIaD 1

** Ordensangelegenheiten. Der Großher- ,zog hat dem Provinzialdirektor der Provinz Oberhessen Dr. U sing er zu Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kviser von Rußland ver- iliehenen Sankt .Annen-O)rdens 2. Klasse und dem Kur- direktor Freiherrn von Starck zu Bad-Nauheim die Er- laubnU zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kaiser von Rußland verliehenen Stanislaus-Ordens 2. Kl. mit Stern erteilt Der König von Preußen hat dem Pastor Kölbing in Fischbach, Kreis Hirschberg, die Erlaubnis zur .AnleAung des chm verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse ides Hessifchen Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt. Der Großherzog hat dem Notariatsgehilsen Jak. Huber in Mainz aus Anlaß seines sechzigjährigen Dienst- jjubiläums als dtotariatsgehilfe das Silberne Kreuz des Kerdienswrdens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Hch. Brill zu Ober-Widdersheim die eräug IPsarrstelle zu Griesheim und dem Pfarrer Bernhard R e h- wald zu Wörrstadt, derzeit Vereinsgeistlicher des Hessi- Ichen Tiakonievereins in 'Darmstadt, die evcrng. Pfarrstelle jzn Heppenheim a. d. Bergstraße übertragen.

+* Steueramtspersonalien. Der Großher- !ä o g hat den Revisionoinspektor bei dem Hauptsteueramt iDarmstadt, Gg. Bolbach zu Darmstadt, zum Hauptsteuer- lamtstontrotteur ernannt. Erledigt ist die Stelle des sRevisionsinspektor bei dem HauptstenerDnt Darmstadt

r. November-Wetter. Gestern noch zeigte ein Herr in der Eisenbahn einen in den Wetterauer Wäldern gebrochenen Strauß reifer Himbeeren, die der milde Oktober gezeitigt hatte heute zeigt der Vogelsberg bis tief herunter eine geschlossene Schneedecke. Sticht mehr lange und die Schneeschuhläuser werden den Berg beleben.

Der .höchste" hessische Staatsbeamte ist mcht cm Minister. Sein Wirkungskreis liegt vielmehr in Ewer sehr bekannten Gegend und zwar auf den höchsten Höhen des Vogelsbergs. Die Gegend um den Tausstein ist der Bezirk, in dem der Forstwart Frank in Breunges­hain (Oberförsterei Grebenhain) seines Amtes waltet und somit der ,höchste^ Beamte in Hessen ist. Natürlich muß er im Winter den Dienst auf Schneeschuhen versehen.

. ** ^^"heater. Am Vorabend von Schillers Geburt^ ckag, nm Mittwoch, U. November, geht des DichtersRäuber" wtt bem neuen Helden Herrn Oskar Romard als Karl Moor ® fr^ffützrmg finbet als V°lkz»°r. ftellung statt. ckrn. Dezenlber nutet ein einmaliges Gast- lwel der bekannten Tanzerm Rita Sacchetto statt, die t>m "" 3^e 1908 .tn Ur Er"

** Maul- und Klauenseuche. Als verseucht {gelten Zurzeit die östlich der Elbe gelegenen Gebietsteile

Deutschen Reiches, lue Seuche ist ferner aus geb rochen an Speyer im Städtischen Schlachthof Ludwiqs- -hafen a. Rh., Berlin, Wildensorg, Bezirksamt Bamberg, am 1. Nov. 1910. ^s^rsamr

Landkreis Gießen.

II Heuchelheim, 3. Nov. Nächsten SamStag in acht Tagen (dem 12. November) finbet hier Beigeordneten- wähl statt.

1e 11 - ® u f e, 3. Nov. Di« Strotz- zwischen Trabe junb 2llten-B ufeck, sowie der Fußpiad vor Alien- 4öu cd ist letzt und bei jeder nassen Witterung kaum passieibar stellenweise tritt der Grnndvan so zutage, daß Beuibrücve inck ,' 1 auUteiben können; te.ls finden sich isüg-»' und Schenk ° vfe! ! 111 eu'y ®r°6e vor, daß man ohne Stiesel mit hohen Schätzen ir?Ut>?,Lon',t!el1 fanlL Besonders bemerkenswert wird der u-be stand den Leuten, die bei Dunkelheit zu und von d n Züge, fiebern ueniet sind die charien Winkel des Futzviades vor Alten. 1 Äu etk lebensgesöhrltch. Äei Dunkelheit kann inan gegen die Trgh ' «msrtedtgung geraten und so mit dem Gesicht gegen den über den <