Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Aufruf zur Schonung der Pflanzenwelt.
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Nr. 153
Der Gtefjtner Aszeiaer erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GietzenerZamlllendlätter;
- --..en dort ihren Lebenszweck, die Erhaltung und
Vermehrung der Art, erfüllen können.
2. Willst du aber etwas davon mituehmen, um dein Heim schmücken, so beherzige des Dichters sinniges Wort:
„Brichst du Blumen, sei bescheiden. Nimm nicht gar so viele fort! ....
Sieh, die Blumen müssen's leiden, Zieren sie auch ihren Ort:
Nimm ein paar und laß die andern In dem Grase, an dem «Ärauch.
Andere, die vorüber wandern,
Freu'n sich an den Blumen auch." (Trojan.)
Ein „^transtlcin am Hute" ziert den Wanderer, aber nicht Riesenbusch von Blumen, welche in der Hand zerdrückt werden und bald verwelken.
ß Pflücke die Blumen behutsam von der Pflanze ab, oder noch beste,r sch.icide sie vorsichtig mit einem scharfen Messer ab Dadurch leidet die Pflanze am wenigsten, und die übrigbleibenden Teile tonnen sich weiter entwickeln. Hingegen werden bei heftigem und rücksichtslosem Abreißen von Blüten oder Blütenzweigen gewöhnlich auch die benachbarten Zweige beschädigt und vielfach dn ganzen Pflanzen geknickt und zugrunde gerichtet.
ch Mit; ;e oder grabe nie Pflanzen mit Wurzeln aus. Gerade dre Fruhli' lgsbzumen gehören fast alle zu den ausdauernden Gewachien Wenn nur die Blütenzweige sorgfältig aögeschnitten werden, ftinn der Stamm welterwachsen und sich langsam wieder erholen, wogegen beim Herausnehmen auch der unterirdischen
Die französischen Flottenmanöver.
Nach zweijähriger Pause hat die französische Marine in diesem Sommer wieder größere Flottenmanöver abgehalten, die sich in der Zeit vom 20. Mai bis 18. Juni im Mittelmeer absprelten und an denen von den seegehenden Streitkräften 12 Linienschiffe, 8 Panzerkreuzer, ein Küstenpanzerschiff, 1 Minenleger und 24 Torpedojäger, insgesamt mit einer Wasserverdrängung von 270 000 Tonnen und einer Besatzung von 16 000 Köpfen, teilnahmen. Besonders interessieren von ihnen die strategischen Manöver, bestehend aus drei verschiedenen Uebungen, denen nach Mitteilungen der französischen Presse die Idee eines Krieges zwischen Frankreich und England einerseits und dem Dreibund andererseits zugrunde lag. Während die deutsche Flotte von der englischen in der Nordsee festgehalten wird, fällt der französischen die Aufgabe zu, die Seeherrschaft im Mittelmeer zu erringen und insbesondere die Vereinigung der italienischen und der österreichischen Seestreitkräfte zu verhindern.
Dieser Sachlage entsprechend hatte in der ersten Uebung eine blaue Flotte gegen zwei rote Verbände zu operieren, von denen der schwächere in Aiaccio eingeschlossen ist, während der zweite zum Ersatz herankommt. Letzterer wird von der blockierenden blauen Flotte geschlagen, bevor eine Vereinigung möglich ist, hauptsächlich weil es nicht gelingt, eine funkentelegraphische Verbindung zwischen den beiden getrennten roten Flotten herzustellen.
Die zweite Uebung sollte die Uebersührung eines französischen Armeekorps von Algier und von Oran nach Frankreich zur Darstellung bringen. Auch in diesem Falle wird die Aufgabe glücklich gelöst, indem beide Transporte, ohne vom Gegner bemerkt zu werden, nach Toulon und Port Vendres gelangen.
Die dritte Uebung endlich brachte die Blockade einer annähernd gleich starken Flotte in Toulon, die anscheinend innen anderen Zweck hatte, als den, die Verteidigungseinrichtungen dieses wichtigsten französischen Stützpunktes im Mittelmeer einer eingehenden Erprobung zu unterziehen.
Auf die Einzelheiten der einzelnen Manöver einzugehen, fehlt hier der Raum, nur soviel sei gesagt, daß sie weder in der Anlage, noch in der Durchführung sehr kriegsmäßig waren, zumal di^ Manöverleitung nicht einmal den einzelnen Verbandssührern freie Hand ließ, sondern wiederholt entscheidend in den Gang der Ereignisse eingrifs. Vor allem muß die Uebersührung eines Arme^orps auf Transportschiffen, zum Teck nur unter dem Schutze von Torpedobooten und bevor die ^>eeherrschaft erkämpft war, als ein militärisch ganz unzulässiges Unternehmen bezeichnet werden. Daß es in diesem Falle glücklich durchgefirhrt werden konnte, beweist nichts, denn erstens waren die Truppentransporte nur durch je ein Schiff dargestellt, das sich naturgemäß leichter der Beobachtung entziehen kann und schneller marschiert, als eine Transportflotte von 12 großen Handelsdampfern, und zweitens arbeitete die Aufklärung auf der gegnerischen Seite mit unzureichenden Mitteln, nämlich aus- fchrestlich mit Torpedofahrzeugen. Daß das kleine Tor- pedoboot schon bei gutem Wetter, bei schlechtem aber auch ' der sogenannte Torpedojäaer sich für den Aufklärungsdienst als ungeeignet erwiesen hat, das ist die wichtigste Lehre,
druck, daß mit dem Nachfolger Miguels eine Persönlichkeit von eigenartigem Gepräge, staatsmännischer Begabung und unernckid- licher Schaffenslust aus dem Amte scheidet. Auch die politischen Gegner Rheinbabens werden jetzt seinen bedeutenden Eigenschaften und feinen Leistungen für den preußischen Staat gerecht. Rhein-,
Aus den Mitteilungen des Weftpreußischen Provinzialkomitees für Naturdenkmalpflege entnehmen wir folgenden Aufruf:
Wer mit aufmerksamem Blick am Abend eines schönen Sommer- tages die heimkehrende Menge betrag et und die Fülle von zum Teil großen Sträußen sieht, die mitgebracht werden, wer außerdem bedenkt, daß erfahrungsgemäß noch viel mehr Blumensträuße vorzeitig fortgeworfen oder achtlos liegen gelassen werden, der wird zugeben müssen, daß an jedem solchen Tage ganze Wagens ladungen von Pflanzen aus der Pflanzendecke geraubt werden. Und er wird verstehen, was jeder Pstanzenkundige bestätigen kann, daß besonders in der Umgegend der Städte die Pflanzenwelt immer mehr und mehr verödet, und daß seltenere, durch große Blüten ausgezeichnete Pflanzen allmählich ganz verschwinden.
An alle diejenigen, ivelche beim Wiedererwachen der Natur ms Freie eilen, um sich an buntfarbigen Frühlingsblumen, am .rischen Grün des Waldes, am zarten Weiß der Obstblüte zu tri reuen, ergeht daher die dringende Bitte, nachstehend« Mahnungen sorgfältig zu beachten und nach Kräften dafür einzutreten, daß fr überall befolgt werden.
* 1 Schone die Pflanzen, schone vor allem die Frühlings-' blumen. Bedenke stets, daß jede Pflanze am schönsten in ihreü natürlichen Umgebung, an ihrem Standort, ist, und daß die Blumen am besten dort ihren Lebenszweck, die Erbaltuna und
Teile bie ganze Pflanze verloren geht. Bei vielen selteneren: Pflanzen, zum Beisptel den meisten Orchideen (Knabenkräutern), ist das Ausgraben mit den Knollen um so südlicher, als sie sich meist nur durch die Knollen, weniger durch Samen vermehren.
5. Reiße auch keine Zweige von den Bäumen ab. Wenn du dir ein paar grüne Zweige behutsam mit dem Messer ab- schneidest, wird wohl niemand etwas dagegen sagen, anders aber, wenn ganze Gesellschaften den Wald rücksichtslos plündern. Beim gewaltsamen Abreißen von Zweigen werden nicf# nur diese, sondern oft gar größere Aeste abgebrochen, so daß dem Waldbesitzer ein erheblicher Schaden entstehen kann. Bedenke auch, daß alle spater an solch etne geplünderte Stelle Kommenden die geknickten Aeste und kahlen Aststümpfe vorfinden und dadurch ebensosehr in ihrem Naturgenuß geitart werden, wie durch hingeworfene Reste der Mahlzetten, als da find Frühstückspapier, Eierschalen und leere Flaschen.
6. Benütze nicht die Rinde der Bäume als Stammbuch. Das Einschneiden von Buchstaben und Zeichen schädigt nicht nur den Baum, etn über und über mit Narben und frischen Wundem bedeckter Stamm muß auf jeden Naturfreund verletzend wirken.
— Die Symbolik des Architekten. Aus Anlaß der B r ü s s e l e r W e l t a u s st e l l u n g, deren Bauten und dekorative Schöpfungen von den Architekten und den kunstgewerblichen Fachleuten eifrig erörtert werden, erzählt der „Figaro" eine lustige Geschichte, die auf die letzte Pariser Weltausstellung zurückgeht. Wie phqntasievoll und erfinderisch die Brüsseler Baukünstler auch gewesen sein mögen, sie werden schwerlich den Architekten über- trumpsen, der bei der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 die schwierige Aufgabe übernommen hatte, den Pavillon auszu- schmücken, in dem die Erzeugnisse der proven^alischen Oelindustrie die Käufer entzücken und anlocken sollten. Der Architekt sann bin und her, lächelte zufrieden und geheimnisvoll: und bann eines schönen Tages wurden die Besucher der Ausstellung durch den prächtigen Einfall des Baukünstlers überrascht: dichi vor der Schwelle des Oelpavillons erhob sich stolz und majestätisch ein riesiges Standbild der Göttin Minerva, von zahllosen Oehaffern umringt. Aus seinem Rundgang blieb der Generalkommissar der Ausstellung etwas überrascht vor diesem Alonumentalschmuck stehen. „Warum gerade hier eine Minerva?* fragte er ein wenig ratlos. Der Arckfltelt lächelte überlegen; dann belehrte er den Frager: -Sehen Sie, das Oel wird aus Oliven gemacht. Die Ol'weii kommen vom Olivenbaum, und der Ast des Olivenbaums ... Nun, Sie verstehen, der Olivenzweig ist das Symbol des Friedens'. Und die Göttin des Friedens . . ." „Minerva", antwortete der Generaltommlssar, selbstverständlich, das liegt eigentlich auf der Paud. Ich. danke Ihnen . .
— KurzeNachrichtenausKunstu. Wissenschaft Der engli-che Literartzisloriler Fredenk James Furuivall ist im Alter von 86 Jahren in London gestorben.
Volksfest der fortschrittlichen Volkspartei in Staufenberg
x. Gießen, 3. Juli.
Trotz der zweifelhaften Witterung hatte sich auf die Einladung der fortschrittlichen Volkspartei eine große Awzatil Gesinnungsgenossen auf dem historischen Boden der Burg Staufenberg eingefunden. Der Veranstaltung lag der Gedanke zugrunde, daß gelegentlich eines Volksfestes recht wohl auch ernste politische Fragen beleuchtet und dem Volke zugänglich gemacht tverden können. Man hatte nicht versäumt, Redner von Ruf zu gewinnen, durch deren Ausfüh- rungen man ein Erstarken des Liberalismus erhoffte.
Oberlehrer Professor Urstadt hieß die Anwesenden willkommen. Die in so großer Anzahl erschienene Versamm lung sei ihm der beste Beweis dafür, daß die Politik in immer größerem Maße in das Volk bringe. Jeder müsse eine politische Meinung haben, und er halte cs mit dem weisen Solon von Athen, der vor 2500 Jähren schon de- ''timmt habe, daß bei Fragen, die das Staatswohl betreff-'n, jeder Bürger sich einer Partei anschlicßen müsse, ickenn er nicht des Staatsbürgerrechtes verlustig gehen wolle. Sein Hoch galt dem Kaiser und Großherzog, als den Trägern des Staatsgedankens', und dem ganzen deutschen Volke. In das Lied „Deutschland, Deutschland über alles" wurde hierauf^ begeistert eingestimmt.
Justizrat Metz betonte, daß die Tätigkeit der jüngeren MUglicder der fortschrittlichen Volkspartei durchaus die Billigung der Alten im liberalen Lager gefunden habe, wofür ihnen hier öffentlich Dank ausgesprochen merben
.Jnr übrigen sind die Manöver ohne nennenswerte Havarien und Unfälle verlaufen, und die Schiffe wie ihre Besatzungen haben auch unter ungünstigen Verhältnissen geleistet, was man billigerweise von ihnen erwarten durfte. Wenn die Manöver nicht immer ein kriegsmäßiges Bild gegeben und daher nicht den Nutzen gebracht haben, der ihren Kvsten entspricht, so sind dafür verschiedene Gründe verantwortlich zu machen. Gründe, die ihrerseits wieder zurückzuführen sind auf die zahlreichen Schwankungen, die die französische Marinepvlitik rm letzten Jahrzehnt durchgemacht hat und deren unheilvolle Folgen durch das neue Flottengesetz beseitigt werden sollen. Ob mit Erfolg, muß die Zullmst lehren.
Die Erhebungen stellten fest, daß während der Vorgänge an der Lemberger Universität sämtliche Schüsse von den R u t h e n e n abgefeuert wurden. Im Augenblicke des Zusammenstoßes befanden sich im Universitätsgebäude gegen 40 Polen und über 300 Ruthenen. Alle Ruthenen waren mit dicken Stöcken und Knüppeln gekommen. In dem Hörseal, in dem die Ruthenen vorläufig verwahrt wurden, sind nach ihrem Weggange Totschläger, Jagdmesser, Revolver, Pistolen und eine Menge Stöcke gefunden worden. Insgesamt wurden 127 Ruthenen verhaftet; die strafrechtliche Erhebung ist eingeleitet. Bei zehn Verhafteten wurde auf Grund von Zeugenaussagen tätliche Teilnahme an den Vorgängen bargetan.
Aus Madrid. 2. Juli, wird gemeldet: Der Entwurf der Antwort auf die Botschaft wird heute in der Kammer beraum: er gibt vesonders der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung da- gute Einvernehmen zwischen Staat und Papst aus- rechterhalten und zugleich die Vorrechte der bürgerlichen Macht und die rechtliche Stellung der Kirche und Spaniens wahren werde. Der Entwurf weist auf die Notwendigkeit hin, die religiösen Orden unter das Regiment zu bringen, ohne ihre geistige Freiheit anzutasten, gibt dem Wunsch Ausdruck, daß bie Verhandlungen mit dem päpstlichen Stuhl, betreffend bie Aufhebung der nicht unentbehrlichen Kongregationen einen schnellen Fortgang finden möchten, und beglückwünscht die Regierung, daß sie die Freiheit des Glaubens und bie Ausübung des Kults verkündete. — Am Sonntag nachmittag fand in Madrid eine von den Republikanern mnd Sozialisten veranstaltete antillerikale Demonstration statt, an der sich eine gewaltige Menschenmenge, darunter auch viele^Frauen aus allen Klassen der Gesellschaft, beteiligten. An der Spitze des Zuges, der zwei Kilometer lang war, schritten alle liberalen, republikanischen und sozialistischen Führer, unter ihnen Meret, Perez Galdoz, Soly Ortega und andere: auch aus der Provinz werden zahlreiche Kundgebungen gemeldet. Die Rnl,e wurde nirgends gestört.
Die Morgenblätter melden: Das Befinden der Königin von Rumänien gibt andauernd zu bat widersprechensten Früchten Anlaß. Jedenfalls leidet sie große Schmerzen und hat viele Schwächeanfälle.
Der griechisch-rumänische Zwischenfall ist endgültig erledigt, da von Rumänien die Genugtuung, welche die griechische Regierung dem italienischen Gesandten in Athen go- geben hat, angenommen wurde.
Nach dem „Berl. Tagebl." traf in Konstantinopel eine Meldung des deutschen Konsuls in Jaffa ein, derzufolge ein griechischer Dampfer mit Holz aus Oesterreich im Werte von 32000 Franks für den deutschen Großholzhändler Wieland in Jaffa am Löschen gehindert wurde. Obgleich der Gouverneur intervenierte und die Lastträger und Bootsleute zur Arbeit zu überreden versuchte, weigerten sich diese, den griechischen Dmupfep zu entladen.
Die Verstärkung der türkischen Truppen an allen Grenzpunkten veranlaßte die aufständischen Kurden, sich mit den Türken auszusöhnen. Die Kurden erhielten ihre früheren Rechte und Vorrechte zurück. _______________
DeriL-cbcs
Die „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord und der „Sleipner" find e.*r. SoruUao nachmittag von Trap«nnünde kommend in den Kieler Hasen eingelaufen.
Der Kaiser hatte an den Großherzog von Oldenburg aus Anlaß des Stapellaufes in Danzig folgendes Telegramm gerichtet: „Herzlichen Dank für die Meldung über den glücklichen Stapellauf meines neuesten Linienschiffes, dessen Name an die nahen Beziehungen der Marine zu dem Großherzogtum Oldenburg erinnern soll. Mit besonderer Genugtuung ersülll es mich, daß eine die See von Kindheit an liebende deutsche Fürstentochter die Taufe vollzogen und ein deutscher Fürst, der als Seemann sein Schiff persönlich zu führen versteht, die Geleitworte gesprochen hat. Es gibt mir dies willkommenen Anlaß, in dankbarer Würdigung der großen Verdienste Eurer Königlichen Hoheit um meine Marine und im besonderen um die Entwicklung der Schiffsbautechnik und die Heranbildung des Seemannsnachwuchses Eure Königliche Hoheit zu bitten, die Stellung a la suite meiner Marine anzunehmen und damit die Seeoffiziersuniform anzulegen."
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in ihrem Wochenrückblick: „Der Rücktritt Rheinbabens von der Leitung des Finanz-
Erstes Matt 160. Jahrgang Montag 4. Juli 1910
O A vezug-Preis:
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bie man aus den Manövern ziehen kann, und die die ftan-1 Ministeriums wird allgemein als ein Ereignis von starker poll^ zösische Fachpresse auch einmütig gezogen hat. Der Panzer-1 äscher Bedeutung empfunden. Auf allen ©eiten kommt zum Aus-- kreuzer ist zu wertvoll, um ihn ausschließlich für Auf- om‘ ------
klärungsKwecke zu verwenden, und an einem besonderen Schiffs typ hierfür mit großer Seefähigkeit und hoher Ge- schw-indigkeit nach Art des deutschen kleinen Kreuzers fehlt es der französischen Marine völlig.
Das Unterseeboot hat in den Manövern keine befonbere Rolle gespielt, wenigstens keine so wichtige, wie man nach der Anzahl der vorhandenen Boote hätte erwarten dürfen. Anscheinend ist infolge des „Pluviose"-Un-glücks eine besonders vorsichtige Handhabung dieser Waffe vorgeschrieben gewesen. In den umfangreichen Berichten der Presse werden nur drei Unterseeboote namhaft gemacht, die bei den Blockaideübungen, aber auch nur bei diesen, einige Erfolge zu erringen vermochten, obgleich andererseits die Torpedojäger schon eine gewisse Uebung in der Abwehr und im Jagen von Unterseebooten erworben zu haben scheinen.
Die Funkentetegraphie hat auffallenderweise der einen Partei, und zwar der über die neuesten Schiffe verfügenden, gute Dienste geleistet, bei der anderen aber fast vollständig versagt. Ein Stören der gegnerischen Funkentelegraphie scheint nicht statt gesunden z-u haben. Auch die Nachricht, daß es der einen Partei gelungen ist, den Schlüssel der anderen zu entziffern und zu fingierten Depeschen zu benutzen, deutet darauf hin, daß die Anwendung dieses Signalmittels nicht den Verhältnissen des Ernstfalles ent- sprachen hat.
Wie bei der Reichsfinanzreform, in der Polenpolitik wie der Bekämpfung der staatsfeindlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie hat er große staatsmännische Kraft auch über den Rahmenj fernes Ressorts hinaus in den Dienst des Staates gestellt. Bei der parteipolitischen Bewertung des letzten Minifterwechsels ist die Preße tvescntlich maßvoller gewesen als bei der Beurteilung der vorhergegangenen Veränderungen. Man erkannte in der liberalen Presse wohl, daß das bisher benutzte Sck>mra mit den Tatsachen in Widerspruch steht, um unverändert weiter angewandt werden zu können.
Die „Korrespondenz Hoffmann" teilte offiziell mit: Verschiedene Blatter, insbesondere auch das „Berliner Tageblatt", bringen wiederholt die Nachricht, es bestehe in maßgebenden bayrischen Kreisen der Plan, die Regentschaft zu beendigen und dem Prinzregenten,die Krone anzutragen. Diese Nachricht beruf# auch diesmal, samt allen Angaben, durch die sie glaubhaft gemacht werden sott, auf freier Erfindung.
AnsLcrnk.
DÜ zehnstündige Sitzung des österreichischen Bub* getaus schusses am Samstag wurde vollständig durch Ob- strukttonsreden ausgesüllt. Die über Sonntag hinaus geplante Dauersitzung findet nicht statt, nachdem mit den Südslaven ein Kompromiß tütr die Verhandlungen im Budgetausschuß erzielt wurde. Danach ist die nächste Sitzung, in der die Generaldebatte über die italienische Rechtsfakultät beendet wird, am Montag.


