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\et Stadl ii bitben Jedenfalls werde man auch an die 5tadl behufs Beteiligung an den^Unternehmen herantreten. _ ^ür die Erweiterung des Stadrkranken Hauses i7urde der Betrag non 467 OOO Mr. auf Anleihe bewilligt.
z. Atzbacki, M. Febr. Die hiesige Schulhausfrage hat ^>iil Wunsche der Bevölkerung gemäß eine glückliche Lösung gefunden. Ter Gemeinde bleibt der Schulbaüsneubau er- fpart sie kann nach Genehmigung der Behörde das alte Amts Haus, das zur Hälfte schon zu Schulz weck en bient, vollständig als Schulräume um gestalten. Es werden naburd) vier Klassen und vier Lehrerwohnuugen unter einem ^ache vereinigt und die Gemeinde ist somit für alle Zeiten aufs beste mit Schulen versorgt. Aybach hat seit 1. "August ii*08 drei Lehrkräfte, aber nur zwei Schulsäle.
-g. Gladenbach, 3. Febr. Ein Stück „Alt-Gladen- lech", das nm Marktplatz stehende Amtsgerichtsge- käude, ein Wahrzeichen hessischer Geschichte, wird demnächst verschwinden. Der stattliche Eichenholzbau. | jrtmmt aus dem 16. Jahrhundert und bildete vorerst die Wohnung eines Amtsschultheißen. Später dienten seine Mume als Königs. Amtsgericht für den südlichen Teil des j Hinterlandkreises. Seit zwei Jahren haben wir ein neues nattliches Amtsgerichtsgebäude an der Gießener Straße.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die gußeisernen (nicht schmiedeeisernen) >Hö h r e n für die Röhrenleitung von Inheiden nach Fra n t" - tu r t werden von den Buderus'scheu Eisenwerken geliefert.
rLnivevfttäts-Nachricbten.
— In Fr.au: iurl a. "DL wird un Anschluß an das Geora Soeyer-paus-der Biologische Pcrem aus släduichem Grund und Men und als Eigeuluiu der Stadt ein B i o 1 o g l s ch e s I »- |j! t i u t errichten und aus seinem etlva eine Vierleliinllio» bc- irnfleuben Vermögen die Kosten des wissenschaftlichen Betriebes völlig decken.
bcikn an inv lk, da die Uff.mit sehr t gnkc Quelle
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* Das Hochwasser in Paris ist allgemein im zollen begriffen und die geängstigten Bewohner können wiebet frei aufatmen. Neber die Lage-erhalten wir folgen- tea Drahtbericht: Paris, 3. Febr. Die Seine ist seit ihrem ftchststande bis heute mittag um 2.02 Meter gesunken; eine garere Abnahme um 40 bis 50 Zentimeter wird im Laufe U Tages erwartet. In den meisten Straßen ist der 95er - Sr wieder freigegeben, doch zeigten sich verschiedentlich neue Bodensenkungen, so namentlich vor dem Ma- ineministerium. In den Vororten besserte sich die Lage leich falls bedeutend, indes ist B e c o n noch überschwemmt ind in Courbevoie sind mehrere Häuser eingestürzt, in Alsort und in V i l l e n e u v e - S t. Georges ist -r Hochwasserschaden sehr beträchtlich. Die Verfolgung et Plü n d er e r ist tatkräftig aufgenommen. Seit Sonn- lug arbeiten 800 Mann an der Wiederherstellung der bei Mleneuüe^St Georges unterbrochenen Strecke der Bahn ach Lyon; man hofft, am Samstag den Verkehr in be- chränktem Umfange wieder aufnehmen zu können. — Der unser „Temps" verzeichnet unter den ersten der gestern üanntgegebenen Spenden die Berliner Diskonto-Komman- ^Gesellschaft, die Deutsche Bank und die Dresdener Bank finit je 25 000 Mk.
‘ * Amtlicher Wi t Wt ungsbarich t. (Hessische Wetter- imststelle Gießen.) Tie Witterung der vergangenen Woche ist k allgemeinen winterlicher als seither ausgefallen, doch fehlen iefere Temperaturen, wie wir sie.mitten im Minter in der durch- nittlich kältesten jährlichen Temperatnrperwde zu Ende Januar arten, gau stick. Dafür haben unsere Mittelgebirge eilte stell cn- ii'f bis 2 Meter hohe Schneedecke erhalten, die jungen Forsten $ durch ihre Last geschadet hat. Die Schn^decke erstreckt sich noch
?. Februar, unter dem Schutze von Wäldern besonders, bis fcn die das Gebirge umgebenden Ebenen. — Eine tiefe Zyklone am 24., 25. und 26. Januar ostwärts in den Kontinent ^gedrungen und hatte überall, vor allein im Gebirge, Schnee k(.e gebracht. In Deutschland löste sie sich auf, während ihre Siückieitenwinde Ablu hlung brachten, so daß am 27. morgens n C-testen 2, Frankfurt und Worms 5, Darmstadt 6 Grad Kälte rtubacftet wurden. Eine neue Zyklone rief bald am 29. wieder b kcnännung h.rvor, ber nach Vorüberzug der Zyklone am 30. Bdfrh wieder Abkühlung folgte. Ein von West- nach Osteuropa ctlMderndes Hochdruckgebiet brachte nun ruhiges und trockeires I zwM-.tter, das Ende der Berichtsperiode beim erneuten Vor- Dbiingen westlicher TiesdrNckgebiete in Tauwetter übergeht.. Die »Temperatur der Periode war annähernd normal, die Gesamtsumme |H Niederschlags vom 27. Jatmar bis 2. Februar blieb in den F Eienen int ter ! mit. und war vielfach 0. Stürme sind nicht vor- il-contmcn, da die tiefen Wirbel der letzten 2 Wochen, die die be- Iloimte Pariser Ueberschwemmung hervorriefen, bei östlicher Zug- Inftinig mit Annäherung an Mitteleuropa sich auflösten. A. P.
* C i n e S t a t i st i k d e r W e 11 Häfen hat die amerikanische Mmdelstammer veröfsentlickck. Aus ihr geht hervor, daß Ncw- Ih r ? jetzt an der Spitze der Wetthäfen int Tonnengehalt der Schiffe ■für ben Anstandshandel steht. Im Fahre 1908 waren es
1 154 780 Tons, was gegenüber dem Jahre 1898 mit 7 771 412 Ilms eine Zunahme von 56,4 Prozent bedeutet. London Nahm iHgcgen in den pckm Jahren von 1897—1907 22,4 Prozent, von ■9110 925 Tons auf 11 160 367, zu und sank damit an die dritte ■knlle, während sich Antwerpen mit einer Zunahme von |8i Prozent, von 6 181 922 Tons auf 11 211 803, auf den zweiten ■lutz einpvrsckwang. .In derselben Periode Lunte Hambur g lti>te Zunahme von 82,7 Prozent, von 6 090 510 Tons auf ■0888 553, verzeichnen und damit die vierte Stelle einnehmen, Mehrend Liverpool 48,2 Prozent, 8167 499 Tons gegen ■9845 384, gewann. Das schnelle Wachstum Hamburgs wird in tote Veröffentlichung der Handels lummer auf den großen Auf- ■gtonng von Handel und Industrie im Deutscheit Reiche und die Müernehmungslust der Schissahrtsgesellschafwn zurückgeführt, wäh- Wrd Antwerpen seinen Ausschroung vor allem seinen herwrragen- Mil Hafenanlagen verdankt.
n. Mainzer Stadttheater. Als zweites ^Gastspiel Bkr Agnes Sorma ging gestern Hebbels ergreifendes Familien- ■ iiama „Maria Magdalena" über unsere Bühne. Zeugte schon Wr erste Abend von der Kraft und Klarheit der Darstellung ■ilgnes Sormas, so schuf sie hier in ihrer Klara eine glänzende, ■^erreichbare SJeiihing. Das war kein Spiel mehr, fetn mit Möeatralischen Mitteln ausgebautes Kunstwerk, sondern wahres, ktick'empsundenes Leben. Das ritz die Zuschauer fort und ließ l-ji’ ergriffen mitempfinden. Agnes Sorma lebte die Klara. Neben I befer prachtvollen Leistung tonnten sich nur einige Mitglieder i Mieter Bühne behaupten. So besonders Herr Springer, bc Bogt ■inb auch Herr Rese, wohingegen Herr^ Willy Löhr und Leander ■ »imuth weniger erfreulich waren. Der morgige Wend wird I Sgites Sorma auch in Ibsens „Gespenster" zeigen; wie bekannt, I }ü ja die Künstleriil eine ausgezeichnete Darstellerin Jbsenscher fcinauenfiguren.
I * V o in Köni g .H u in b e r t. Bon der ersten Jtalienfahrt des I t:u_kschen Kaisers werden im Giornale d'Jtalia interessante Er- I piicerintgeit veröffentlicht und dabei auch ein amüsanter Vor- WM geschildert, an dem König Humbert, der Kaiser und der Mienische Dichter Mario Giobbc beteiligt waren. Ter Kaiser k mit König Humbert nach Neapel gekommen und wollte zum Njllenmal Pompeji besuchen. Später sand ein intimes Früh- statt, zu dem nur sehr wenig offzielle Persönlichkeiten als mäe geladm waren, so daß die Presse von dem Verlaufe des I "k-Miicks nichts zu berichten wußte. Nur ein einziges Blatt, I ,^orriere di Napoli, brachte eine farbenreiche nm. ührliche ^Milderung des Frühstücks und aller Einzelheiten. Erst später Mcde die Erklärung bekannt. Der Dichter Mario Giobbe war lümals aij Gcstllschattsredaktcur am (Sortiere di Napoli an>
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gestellt, seinen Bemühungen war es schließlich gelungen, sich in die Liste der Diener einreihen zu lassen, die ausersehen waren, bei jenem Frühstück zu servieren. Anfangs ging alles gut. Aber plötzlich bemerkte König Humbert die Befangenheit des ihm fremden Dieners, der stets die Augen auf den König und den. Kaiser geheftet hielt und selbst beim Servieren den Blick iricht von ihnen abwandte. Das siel dem König so sehr aus, daß er mit seiner Lorgnette Giobbe beobachtete. Der arme Mario verlor nun die Fassung; er wurde tteidebleick und zitterte an allen Gliedern. Der Minister des königlichen Hauses, Gras Gianotti, bemerkte den Vorfall und ohne Aufsehen ließ er Mario ins Vorzimmer entfernen, wo er ihn dann ins Gebet nahm. Die Sache nahm schließlich ein fröhliches Ende, denn König Humbert, der vorher vielleicht mißtrauisch gewesen war, lachte nun herzlich über die Findigkeii. des Journalisten und begann sofort eine kleine Rede gegen die Gefälnckchkeit der Presse...
* Cook-Suche. Aus Heidelberg wird geschrieben: Ganz Heidelberg )ti1)t im Zeichen Cooks! Wie man früher fragte: Wie geht es Ihnen? flo fragt- man j etzt, wenn man sich begegnet : „Wo ist Cook?" ober „Haben Sie nicht den kleinen Cook gesehen?" Diese Frage hat sich bereits zu einem wundervollen Gedicht der,.dichtet", das in der Melodie des „Kleinen Cohn" folgendermaßen lautet und überall gesungen wird:
Haben Sie nicht den kleinen Copk entdeckt? Er hat sich am Nordpol gar versteckt!?
Und schreibt dort die Historie Von seiner Nordvolglorie^ Und lebt nach all' dem Schreck Von seinem Nordpolspeck.
Sogleich nachdem das Gerücht aufgetaucht war, daß Cook in Heidelberg sich verborgen halte, begann eine fieberhafte freiwillige Detektivarbeit in allen Schichten der Bevölkerung, und jeder Mensch, der nicht allgemein bekannt war, zufällig einen etwas ruppigen Schnurrbart trug ober sonst eine entfernte Aehn^ lichkeit mit dem Porträt beS Norbpoliahrers befaß, wurde mit höchst mißtrauischen Blicken gemustert. Ein Herr, der ahnungslos am Postschalter einen Brief aufgeben wollte, würbe sogar von einigen ganz Schlauen „entlarvt", allein als man ihn mit „Guten Tag, Herr Cook" begrüßte, begann er in unverfälschtem sächsischem Dialekt heftig aufzubegeycen, baß man es wage, ihn mit diesem Schwindler zu verwechseln. Es gibt auch Leute, die Stein unb Bein daraus schwören, mit eigenen Augen Cook per Bahn von Heidelberg wegfahren gesehen zu haben, und die erzählen, sie hätten ihm Abschiedsgrüßc zugerufen, worauf er lächelnd zurückblickte, sich jedoch bann sogleich in sein Kupee zurückzog.
* Was aus eine in' Schi ff s tu na l w e rde n kann. Angesichts des gegenwärtig brennenden Kampfes um die Kanalabgaben in Deutschland mag es mleressieren, wie die Engländer mit ürren ölten Kanälen umgehen. Bekannt ist es. das- dort und auch in den Vereinigten Staaten vielfach ältere Kanäle von den Eisenbahnen angetaiut worden sind, bloß um sie still zu legen und eine lästige Konkurrenz los zu fein. So wurde auch der vor 100 Jahren, im Jahre 1811 eröffnete Somersetshire-KMenkanak, der lange Jahre die Kohlenproduktion der Sowerfetfhiregntben nach London, Bristol und Bath förderte, 1904 von der Great Westernbahn erworben und stillgelegt. Wirtschaftlich war das gerechtfertigt, da die Betriebskosten des Kanals die Einnahmen schon überschritten und ber Verkehr immer weiter zurückging. Vordem war es eins der berühmtesten Bauwerke seiner Art gewesen. Eines der ältesten und bedeutendsten Schiffshebewerke von 20 Meter Höhe war im Lauf des Kanals errichtet, wurde aber später durch eine Schleusentreppe ersetzt. Auch eine große Schisss- trage, die man, um den Anforderungen an. Schönheit im Ansang des 19. Jahrhunderts nachzukommen, mit einem' griechischen Tempel überdacht hatte, erregte seinerzeit das Aufsehen der Zeitgenossen. — Nun also wurde dieser ehrwürdige Zeuge älteren Eewerbesleißes und Verkehrs zur Untätigfeit verdammt, ja noch mehr. Um den erworbenen Grund unb Boden nicht ungenutzt zu lassen, beschloß die Eisenbachrbireltion, eine neue Bahn mitten in das Kanal bette zu legen und sich dergestalt die Kosten aller Erdarbeiten für diese Linie zu ersparen. Das dürfte nun wohl der erste Fäll fein, daß die Lokomotiven dampfen, wo einst der Känälschiffer friedlich seines Weges zog! Genug, der Plan wird zur Tat. Man baute eine moderne, sehr leistungsfähige Bahn in bas ausgetrocknete Bett, wias natürlich eine bequeme Lache war, da man das ganze Planum ohne uwiteres. bei ber Hand hatte. Nur bic Ställen der alten Schleusen mußten umgangen werden, was eine Reihe von Einschnitten, Dämmen und Brücken nötig machte. Immerhin aber war ein großer Teil der Arbeit schon cor hundert Jahren gemacht. Tie Bahn fuhrt auch heute noch — sie wurde im vorigen Jähre eröffnet — hauptsächlich Kohlen, aber es verkehren auch Personenzüge darauf. So also geht das früher unentbehrliche Element der Biniwnschiffahrt selbst in ben Ländern der hervorragendsten Massearsrachten zurück.
* Tie neuesten Sch u h mode n. Mit den graziösen st,s> freien Röcken, die in Paris jetzt ihre Triumphe feiern und die kleinen Füße und schlanken Fesseln der eleganten Französinnen den Blicken der Mitwelt preisgeben, hat bic Bekleidung des Fußes gesteigerte Bedeutung erhalten, und bic Modeschöpfer haben nickt lange gezögert, der Cl>aussure ihre erfinderische Phantasie zuzu- wenden. Eine Reihe neuer Schuh- und Stieselformen sind entstanden. Man sieht neue Schuhe, bei denen die Spitzen kappe nicht mehr in einem geraden Hohliaum abschneidet; die Kappe wird verlängert und ohne Unterbrechung in einer langen, gegen bas Ende.zu sich verjüngenden Spitze über beit Spann bis zur Fessel emporgezogen. Die übrigen Teile dieses Stiefels werden dann gewöhnlich in mattgrauem oder mattbraunem Hirschleder gearbeitet, daneben sieht man wiederum andere Schuhe, die ganz aus Stoff gearbeitet sind und an denen nur die Spitze und die Absätze mit glänzendem Chevreau bekleidet sind. Sehr ausfällig ist eine andere Kreation ber Schuhmode: während das Vorderblatt des Stiefels in schwarzem Leder gearbeitet ist, sind zum Sckwft und zum Hinteren Teil des Stiefels buntleuchteitde Lederfarben gewählt, rot.2» Lackleder, gelbes Lackleder, bisweileir auch eine Art Ber goldung. Gegenüber diesen immerhin etwas exzentrischen Mode- j'chöpsnngen gewinnt der graziöse Ha'lbschuh mit sehr hohen Absätzen immer mehr Anhänger, lieber den Spann schmiegen lieb drei schmale, graziös gearbeitete Leberspangen, die meist mit schillernden Knöpfen aus Straß geschmückt sind. Freilich ist diese graziöse Ehaussure nicht immer dem rauhen Winter gewachsen. Tie letzte Neuheit aber sind die Federschuhe; der ganze Fuß ist mit Pfauenfedern ober Kolibri federn überzogen, deren Farbtone genau abgestimmt sind und gegen die Fessel zu immer dunkler werden. Diese Feenschuhe sind freilich nur wenigen zugänglich, denn ihre Herstellung ist eine Geduldsprobe und ein Kunststück zugleich. Mehrere tausend Franl's muß die elegante Dame an- Legen, wenn sie ihre kleinen Füße mit diesem schillernden Federst eib schmücken will.
- Der Schweizerische Wirtebund hat ein Flugblatt herausgegeben, in dem folgender zeitgemäße Aufruf zu lesen ift: „Dre Wirlevereine der Schmerz haben sich bis jetzt nur so oberflächlich nut der Frage: „Wie sollen wrr uns zur Abstinenz stellen?" befaßt, trotzdem in der Schweiz die Abstrnenz eine relativ große Verbreitung genuiben hat Wohl kann mau jetzt in allen Wirtschaften alkoholfreie Getränke haben, aber zu einer klaren, uru zweideutigen Stellunqrrahine ist es noch nicht gekommen unb zwar zum Schaden der Wirte selbst. Bis jetzt galt der Wirt ober ftächlich denkenden Leuten nur als em Förderer der Vollerer unb als Alkohol- verkärrfer. Zeige er sich in seiner Eigenschaft als (tzästebeherberger mehr als bisher; als Geschäftsmann gebe er dasjenige Getränk, das verlangt wird. Er wird dabei auch bei gesetzgebende» und exekutive» Behörden für seine Bestrebungen mehr Verständnis und willigeres (tzehör finden. Unrichtig ist ferner, zrr glauben, daß an den alkoholfreien (Getränken nichts verdient werde; daß das Umgekehrte der Fall ift, beweist die Prosperität der alkoholfreien Re- stauraiits, neben denen sich die verödete» Räurnllchkerte» manches alkoholoerkailfende» Restaurants rvre dieZeugen eures überiuuiit)cncn Standpunktes artsnehmen."
* Eine amüsante Tischsitte ist von Amerika herüber gekommen. Wenn man drüben, so schreiben die M. N. N., eine unter sich fremde Gesellschaft schnell bekannt machen rvill, so wird voraus bestimmt, daß nach jedem Gang des Menus die Herren
aufzustehcn Und mit Glas unb. Serviette um einen Platz weiter nach rechts zu rücken haben, während die Damen ihren Platz bc^ hallen und so nacheinander fün> Tischnachbarn bekam inen. Di Sacke ist nicht ganz fo grausam nie sie aussieht; ein nach links begonnenes Gespräch kann noch eine 'Heilt' nach rechts fortgeführt nerben: wer erst einen langweiligen Nachbar hatte, darf beim1 zu Kl en Gang aus einen netteren i wein' seine verehrte Tisch- Dame entrissen wird, der freut jich aufs Wiedersehen nach Tisch uno tröstet sich einstweilen anderweitig. Im vorigen Karneval ist ti'.s Verfahren auch hier mehrfach angewandt worden wenn sich alles schon gut kennt, ist ter Erfolg noch viel amüsanter. Aber gestreikt darf habet nicht werden, oder nur dann, wenn fick), die ganze Gesellschaft dazu organisiert.
ftlcific Trrgesckironik.
— Björnsons Z u st and ichlimmcrt sich immer mehr; die Besserung war also nur ein Aufflacker» der erlöschenden Kraft. Sein Sohn Björn, der am Dienstag abend auSNmte in Paris eingetroffen ift, fürchtet, daß die Atiflösiing itahe ist. Wenn auch der Tod nicht unmittelbar beoorzustehen scheint, so muß doch bic Hoffnung auf Rettung anfgegeben worden.
Gestern abend stieß der allsgehettde s ch tv e d i s ch e D a m v f o r ..Annie" bet Bielenberg in der Nähe von Glückstadl mit dem elbaufwärts fanreuben Vollschii i „Sufanna" zusammen. Durch den Anker des Schiffes „Suianna” wurde der Dampfer ^Annie" in weit aufgerissen, daß der Dampfer in wenigen ■JJhnuien sank. Der Kapitän, der Lotse, zwei Heizer und ein Sletvard wurden gerettet, während sechs M a n n ertranken. Die Berg u n q des Schiffes ift s ch m tert g.
^ui8ttttd wmciischaft.
Der Ausschm ückunqsausschuß des Reichstages beschloß, die I a n k s ch e n Bilde r nicht mehr in dem Sitznngs-- (aale des Reichstages, sondern im Schreibzimmer anzubringen. Einstweilen null man davon absehe», für die Stirnwand des Sitzuiigsjgales neue Bilder in An'trag za geben. — A ngelin a Luger, die nachmalige Gräfin Totto, die der Frankfurter Bühne 8 Jahre als gefeierte erste dramatische Sängerin angehörte, ist in F rankfurt a. TL nach langem Krankenlager im Alter von 52 Jahre» gestorben. — TI arie Schwarz, später Baronin v. Tienienburg, einst die gefeierte Naive unb nach dem Tode vöir Ernestine Wegner auch die Soubrette des alten Wallner-Theaters in Berlilr, ist in Wien im ä<). Lebensjahre gestorben.^- Heinrich Sontheim, mit Wachtel und Niemann einst der gefeiert e deutsche Tenor, beging gestern feinen 90. Geburtstag m voller Rüstigkeit. — Swen H e d i n halte vorgestern eine längere Alidienz beim Papst, der sich über die Retsen des Forschers emgehend berichtett ließ. — Im Senate der Beretnigte» Staaten von Amerika wurde von Haie eine Vorlage eingebracht, i» der porgpfihlagen wird, dem Polarforscher Peary ben Rang eines Kontreabmirals zrt veileihen.
LsLerarisches.
— Das neueste Heft der von Rudolf Presber berauSgegebenen Zeitschrift „Arena" (Sttittgart, Deutsche BerlagS-Anstall) enthält: Rudolf Presber „Der Taler der Tante Stdouie", Sophte Höchstetter „Der Blond", Tr. Hermann Handle ..Die Stterkäinpfe in Spanten", O. H. Schmttz „Nlwthmtis des Alltagslebens", Robert Breuer „Die Elitwicktung des Schlittens", Wilhelm Hegeler .,Die frohe Botschaft", Roman, Professor Dr H. Boriitta» „Ücbcr ben wissenschaftlichen Versuch am lebende» Tier", Johaima Beckmann „Die Silhouette", Signor Saltarino „Clowit" u. a. m.
- - Welche Beaintcnlau f'bahn la nn ein Volts- schüler e r g reifen ? Baden-Baden, Bet. Weber, Verlags- banLlung, 1910. Dr Erfasser gibt einen Ueberblid über diejenigen Beamten stellen, • t fe dem Voltsschnler offen stehen.. In besonderen Abschnitten werden die Anforderungen unb Aussichttir ber Unter beamten bei ber Eisenbahn, Post, bei den Katasterämtern urtb Gerneitidebehördcat in Stadt unb Land besprochen. Dnn Kapitel Militär ist drcrch Ans nähme der B^dingurrgen in bic llitter- osfizierschulen und der Schis'fSjung.'ndivision Rechnung getragen.
ßati^d.
F. C. Vorn Vogelsberg und T a u n u s, 3. Febr. Auf den dies.ährigen bis jetzt abgehalteneu H v l zv e r st a i g e r u n g eN lohnten für Brennholz nicht annähernd die Preise wie im vergangenen Jahre erzielt werden, co wurde für die Klafter — 4 Raummeter Buchenscheitholz etwa 8 Marl weniger als 1909 gelöst. Ebenso int Preise gefallen ist das Buchenlnüppell-olz. Als Grund der niedrigen Holzpreise werden der milde Winter, besonders aber die größereit Fällungen angegeben. Vcan rechnet mit einer weiteren A^vär;sbcwegnng der Preise.
Berlin, 3. Febr. Die Deutsche G a s g l ü h 1 i ch t A l t i e n g e s e l l s ch a f t, Auergesellschast, erklärt: In der Mitteilung der Gesellschaft üom Sonnabend ist u. a. darauf yiugewiesen worden, daß die Erweiterung bei Fabrikatton von Metallfaden lampen in Aussicht genommen ist, um die nach Entwickelung der Dinge zu erwartenden Preisermäßigungen auszugleichen. Die Gesellschaft wird diesen Teil des Prograntms auch ohne Erhöhung des Grundkapitals durchführen. Auch bic Mitteilung, wonach der bisherige Verlauf des Geschäftsjahres zu bet Erwartung einer ähnlichen Divibenbe wie int Vorjahre berechtigt, hält bie Gesellschaft aufrecht.
Berlin, 3. Febr. In ber heutigen Sitzung des Auffichts - ratts des Neuen .ck alis yn d i la tos , G. m. b. H., teilte deck Vorstand mit, baß sich ber Mehrabsatz im Jahre 1909 auf etwa 15 Millionen Mark gegen 1908 belaufe. Im Januar 1910 gelangten für reichlich vier Millionen Mark mehr 51alisalze zur Ablieferttng als in demselben Monat des vorigen. Jahres. Die neuen P reise unb Bedingungen des Kalisyndikates für den landwirtschaftlichen Bedarf im Jnlande treten ab 10. reff. 12. Juli in Kraft.
Markte.
fc. Frankfurt a. M., 4. Febr. Heu- und Strohmarkl. Angefabre» waren 16 Wagen Heu unb 3 Wagen Stroh (uiwet“ kauft,. Bezahlt wurde für Heu Alk. 4.00—5.00, Stroh (Koru-Lang- stroh, All. 0.00 bis 0.00. Alles je 50 Kg. Die Zufuhren waren aus Oberhesse» unb deut Kreise Hanau. Geschäft ficht.
Amillü^r werter-ericht.
Oeff entliche Wetterdienst st elle Gießen.
Allgemeine Wetterlage seit Donnerstag früh: Von dem roeft- liche» Tte'druckaebiet hat sich ein Teil losgrtrennt unb bebeeft heute früh Sübdsutschlanb, tvo leichte cdmee’älle eiugetrete» sind. In Atttlelbeutschlanb auf der Norbseite des Raubwtrbels bauert das heilere Frosttvetler an, während sonst int Reiche die Temperaturen meist etwas über dem Gefrierpunkt liegen. Es ist noch feine durchgreifende Aendertmg zu erwarten, doch wird strichweise etwas Schnee fallen.
Wettet aussichten in Hessen am Samstag den 5. Februar 1910: Strichweise etwas Schnee, letdjiet Frost, am Tage in ben Ebenen Tauwetter.
Schneeberichte: Hoherodskopf 100 cm, leichter Frost, vorzügliche Schibahne» im Cbetioalb weit in die Ebene. Jelb - berg — 4 Grad, 80 cm, Schtbah» sehr gut, desgl. Rhön und Westerwald.
OvLginal-DruhtineL-nngen.
Paris,'4. Febr. Im Arsenal von Toulon wurde ein Deutscher namens Hausler unb ein Schweizer verhaftet. Sie haben das Arsenal angeblich aus Unkenntnis betreten. Es wurde nichts verdächtiges bei ihnen vorgefttnden, so daß sie jedenfalls wieder freigelassen werden.
Paris, 4. Febr. Der M a r i n c r a t beschloß, innerhalb der nächsten sechs Jahre sechs P a n z e r s ch i s s e von 23 500 Tonnen Gehalt z-u bauen. Der Plan, der die Kosten auf 444 Mlllionen Mark Vorsicht, soll noch einem besonderen Prüfungsausschuß vorgelegt werden.


