Die heutige Nummer umfafct 10 Seiten.
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Freitag 4. Februar 1910
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poütsfd^e Tages-ckau.
Bedarf Deutschland neuer Universitäten?
In einer Zuschrift an die „Voss. Ztg." „aus akademischen Kreisen" wird die Frankfurter Universitätsfrage im Rahmen einer Auseinandersetzung über die Bedürfnissrage in ganz Deutschland besprochen. Der Einsender meint ganz in unserem Sinne, daß Deutschlands 21 Universitäten mit ihren etwa 51500 Studierenden vollständig genügen, um den Nachwuchs für die akademischen Berufe heranzubilden.
Trotzdem scheint die Errichtung neuer Universitäten in greifbare Nähe gerückt zu sein. Aus Frankfurt a. M. kommen bestimmte Nachrichten, daß aus den Mitteln eines reichen Vermächtnisses eine Vollumversität gegründet, werden solle; in Hamburg spukt der.Universitätsgedanke schon seit geraumer Zeit, und die Bürgerschaft wird in Kürze mit der Abstimmung über fünf vom Senat verlangte Professuren de kaoto die Entscheidung über die bis jetzt etwas uferlosen dortigen Universitäts- fragcn zu bringen haben. Und kaum war die Frankfurter Idee aufgetaucht,, so hieß es: Einer solchen Universität wird das vreußische Ministerium nie zustimmen, sondern viel wahrscheinlicher die Umwandlung der Akademie Posen in eine Universität betreiben.
Also drei Universitäten in Sicht! Und die Begründung? Im ersten Falle: Weil das Geld da ist, im zweiten, weil Professoren da sind und ein Vorlesungsgebäude gestiftet wurdet?), und im dritten, falls er wirklich ernsthaft in Frage kommt, wohl politische Gesichtspunkte.
Zu dem Frankfurter Plan wird dann ausgeführt, daß zwar in diesem Falle das Geld der Steuerzahler nicht herangezogen zu werden brauchte:
Vielleicht gelingt es aber doch, der Einsicht zum Ziele zu verhelfen, daß es noch andere Dinge gibt als der Ruhm, „Universitätsstadt" zu sein, für die man solche Mittel im Interesse der Bedeutung eines Gemeinwesens für die ganze Welt anwenden kann. Vielleicht wäre noch eine Errichtung der geplanten chemisch-technischen Reichsanstalt in Frankfurt möglich, ferner aber überhaupt die Begründung eines „Speyer-Instituts" nach Art der Rockefellerund Carnegie-Institute Amerikas usw. Mancher Gelehrte von Ruf würde mit Freuden stilles, ernstes Arbeiten an solcher Forschungsstätte einem freudlosen Extraordinarien- oder auch Ordinarien-Leben an einer Universität vorziehen. Der Geist Paul Ehrlichs, der Frankfurts wissenschaftliches Leben zurzeit beherrscht — und den ja das Speyersche Riesenvermächtnis auch als ersten bedacht hat — zeigt ja, wie die Vertreter der „lebenden" Wissenschaften, auch ohne ihr tägliches Kolleg abzuhalten, sich an solchen freien Forschungsstätten entfalten und entwickeln können und den Ruhm ihrer Wirkungsstätte hinaustragen in die Welt.
Diese Ausführungen scheinen uns ebenso richtig und beachtenswert zu sein, wie die folgende Feststellung, daß Hamburg es am Ausbau seines Kolonialinstituts sich genügen lassen sollte:
Durch Errichtung einer Zentralstelle, die zur Sammel- und Auskunftsstätte aus allen kolonialen Gebieten diene, sollte auch wissenschaftlich Hamburg die Zentrale für alles koloniale Arbeiten und überhaupt unserer gesamten überseeischen Beziehungen werden, eine Stelle, wo in einigen Jahren sich jeder Pflanzer, Kaufmann und Beamte während des Heimatsurlaubs beraten und fortbilden könnte, wo jedem Forscher — ob Ethnologe oder Geograph, Zoologe oder Sprachforscher, Mediziner oder Nationalökonom — die Ausarbeitung wissenschaftlicher Ergebnisse von Forschungsreisen ermöglicht würde, wo Material aller, auch der fremden Kolonialämter gesammelt, verarbeitet und allen Interessenten des Welthandels und der Wissenschaft zur Verfügung gestellt würde. Von hier aus müßten Expeditionen ausgehen, hier müßte das Material durch eigene Informationsreisen der Jn- stitutsmitglieder, für die die Reisen Dernburgs, Lindequists und anderer vorbildlich sind, von Zeit zu Zeit zusammengetragen werden. Gewiß eine großzügige Idee, die die Zentralstelle im Zusammenhang mit Hamburgs kolonialen Praktikern, den Gelehrten des Kolonialinstituts und ihren wissenschaftlichen Anstalten und Seminaren zum wahren Mittelpunkt der deutschen kolonialen Wissenschaft machen würden, die Einrichtung selbst zu einer einzig dastehenden „Ueberseeakademie".
Wenn die „Voss. Ztg." bann meint, für Posen könne die Bedürfnissrage noch am ehesten bejaht werden, so können wir dieser Ansicht nicht zustimmen. Das aufgewendete Geld und die Bildungsmittel würden doch nur vorzugsweise den Polen zugute kommen, so daß die Posener Universität ein Tummelplatz der polnischen Heißsporne werden würde.
*
Der Reichskanzler und die auswärtige Politik.
Es wäre höchst interessant, die geheimen Wünsche des jetzigen Reichskanzlers im Bezug darauf zu kennen, ob er auch die Führung der auswärtigen Politik als seine Hauptaufgabe auffassen möchte, oder ob er diese umfangreiche Bürde lieber einem anderen sachkundigen Minister überlassen würde. Der Berliner Mitarbeiter der „Münchener Neuest. Nachr." glaubt darüber Bestimmteres aussagen zu können. Er beklagt zunächst den Niedergang unseres diplomatischen Dienstes:
In der Tat hat es neuerdings eine ganze Reihe unerguicklicher „Fälle" gegeben. Vom Handelsvertrag mit Portugal angefangen bis zum Fall Zintgraff, die die Autorität des Auswärtigen Amtes gerade nicht gestärkt haben. Man würde aber fehlgehen, wenn man annähme, daß der gegenwärtige Reichskanzler den Schwerpunkt der auswärtigen Politik nach dem Staatssekretariat des Aeußern hinübergleiten lassen wollte. Seine Absicht ist, wie er von Anfang an erklärt hat, der verantwortliche Reichsminister des Auswärtigen zu sein, wie er seine wichtigste Aufgabe in der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten erblickt. Darum auch hat er selbst und nicht der Staatssekretär im Reichstag Anfang Dezember vorigen Jahres bei der Etatsdebatte die Erklärung zur auswärtigen Politik gegeben, und sobald im Reichstag wiederum die auswärtige Politik zur Sprache kommt, will er abermals das Wort ergreifen.
In unterrichteten Kreisen wird betont, daß der Reichskanzler nicht nur die maßgebende Entscheidung in auswärtigen Angelegenheiten selbst treffe, sondern daß er auch die Verhandlungen selbst leite, zum Beispiel letzt bei den Entschließungen über den deutschamerikanischen Handelsvertrag.
Die Ansicht des Reichskanzlers geht dahin, daß er sich nicht auf die innere Politik im Reich und in Preußen beschränken: und die auswärtigen Angelegenheiten dem jeweiligen L-taats-
Die griechisch-türkische Kriegsgefahr.
Wenn England heute erklären läßt, die Entsendung britischer Kriegsschiffe nach dem Piräus stehe nicht im Zusammenhang mit der kritischen Lage, so wird das natürlich wenig Glauben finden. Unüberlegte Zwischenfälle können aus Kreta immer eintreten.
Athen, 3. Febr. Die Nationalversammlung wird, wie jetzt feststeht, nicht vor Dezember 1910 einberufen werden. Man glaubt, daß eine königliche Botschaft betreffend die Nationalversammlung Anfang März veröffentlicht werden wird.
Malta, 3. Febr. Wie jetzt bekannt wird, ist von dem englischen Geschwader unter dem Befehl des Kontre- admirals Callaghan nur ein Kreuzer nach der Phaleronbucht beim Pyräus abgegangen, während die übrigen Schiffe nach Plataoo bei Patras gehen.
London, 3. Febr. Reuter zufolge steht die Abfahrt eines englischen Geschwaders von Malta nach dem Piräus in keinerlei Zusammenhang mit der politischen Lage auf der Balkanhalbinsel; es handelt sich vielmehr um eine reguläre Uebungsfahrt.
London, 3. Febr. Reuter zufolge legt die letzte Note der Türkei an die Schutzmächte dar, die Pforte würde die Entsendung kretischer Deputierter in die griechische Nationalversammlung als einen casus belli betrachten. Der türkische Botschaften, der dieser Tage das hiesige Auswärtige Amt von der Ansicht feiner Regierung in Kenntnis setzte, erhielt die Versicherung, daß die britischeRegierung den ErnstderLagevoll- ständig würdige. Weiter ist ihm erklärt worden, die Schutzmächte seien einig in der Absicht, eine so provokatorische Handlungsweise nicht zu dulden. Sie würden strenge Maßnahmen ergreifen, wenn die Kreter aus diese Politik beharren sollten.
Konstantinopel, 3. Febr. Der griechische Gesandte Gry Paris gab auf der Pforte Erklärungen ab, welche den Willen Griechenlands zur Fortsetzung freundnachbarlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern betonten. Aehnliche Erklärungen wurden auch dem türkischen Gesandten in Athen von dem griechischen Minister des Aeußern gemacht.
sekretär überlassen dürfe. Gerade die Führung der auswärtigen Angelegenheiten, so dürfte feine Aufsatzung sein, sei mehr maßgebend für Ansehen und Stellung des Reiches als irgend ein anderes Ressort. Hier handle es sich um die wahren Lebensfragen von Staat und Nation. Ein Reichskanzler, der hier die Zügel aus der Hand gibt, würde sich feiner ersten Pflicht und damit auch seiner besten Kraft berauben — weit mehr noch, als wenn er die Leitung der Geschäfte in Preußertz einem Stellvertreter überließe, in den er nicht rückhaltloses und unbedingtes Vertrauen setzt.
Es wird sich ja mit der Zeit Herausstellen müssen, ob der Reichskanzler sich tvirklich im Sattel der auswärtigen Politik wohl fühlen mag. Dann würde er eine schwere Verantwortung tragen und sich damit abzufinden haben, daß es mit dem bisherigen geschlängelten Kurs unmöglich weiter gehen kann.
lieber ein interessantes Vorkommnis berichtet das Wolffsche Bureau:
Berlin, 3. Febr. Der Reichskanzler erhielt vom Obmann der Vereinigung der rheinisch-westfälischen Ver--- trauensmänner des Alldeutschen Verbandes in deren Auftrabe ein Schreiben, worin ihm eine Entschlie-» ßung mitgeteift wird, in der es u. a. heißt:
Die am 30. Januar in Düsseldorf als Vertreter von 39 Ortsgruppen tagenden rheinisch-westfälischen Vertrauensmänner d.s alldeutschen Verbandes erachten als ihre vaterländische Pflicht, aus.usprechen, daß in ihren Kreisen das Auswärtige Amt alles Vertrauen verloren hat. Diese Reichsöehörde förderte fortgesetzt durch ihre Maßnahmen tatsächlich fremdländische Interessen zum Nachteil Reichcs^eutscher, ja, sie hat geradezu dem Ausland Waffen gegen deutsche Unternehmungen geliefert und in den wichtigsten Fällen große reichsdeutfche Interessen schwer geschädigt. Mit Sorge fragt die Versammlung, wie lange der Reichskanzler dies Gebaren mit seiner Verantwortlichkeit decken will.
Darauf ist folgendes Schreiben ergangen:
„Ter Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes Mainz beehre ich mich mitzuteilen, daß mir aus Mühlheim (Ruhr) das beifolgende Schreiben zugegangen ist. Es ist unverantwortlich, daß von Gliedern einer Organisation, die, wie der Alldeutsche Verband, nach ihren Satzungen in nationalem ©inne? wirken will, gegen eine Reichsöehörde so unwürdige, beweis- lose Anschuldigungen geschleudert werden. Ich lehntet es ab, diese „Entschließung" entgegenzunehmen. Reichs kanzlest ö-. Bethmann-Hvllweg."
Damit hat der Reichskanzler die Form des Vorgehens jener Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes scharf miß- billigt, ob er sich der sachlichen Berechtigung der mitge-> teilten Besorgnis verschließen will, geht aus der Antwort nicht hervor.
Die Eröffnung der böhmischen Landtags.
Prag, 3. Febr. Der Landtag wurde heute wieder eröffnet. Der Statthalter erklärte, die Regierung halte sich für verpflichtet, die Anregung zu der gesetzlichen Neuregelung jener Einrichtungen zu geben, auf welche sich die bereits eingebrachten Gesetzesvorlagen betreffend die Abänderung der Landesordnung, die Schaffung der neuen Landtaigswahlordnung und die Vorlage betreffend den Sprachengebrauch bei autonomen Behörden beziehen. Die eingebrachten Vorlagen lägen im Interesse der gesamten Bevölkerung. Die Regierung sei bestrebt, zur Herbeiführung friedlicher Beziehungen zwischen den Nationalitäten beantragen. Den Erklärungen des Statthalters folgte Lärm bet den tschechisch Radikalen, welche riefen: die Regierungsvorlagen kämen nur den Deutschen zugute. Nach Verlesung des Einlaufes wurde die Sitzung ohne Zwischen- sall geschlossen. Nächste Sitzung: morgen.
Die deutschen Parteien des Landtags, welche sich nach der Sitzung des Landtags versammelten, beschlossen, an der Forderung festzuhalten, daß vorerst nur die nationalen Ausgleichsverhandlungen beraten und die Einsetzung des Budgelausschus'es aufgeschoben werde. Von dem (trafen F'ranz Thun wurde der Vorschlag gemacht, zur Erledigung der wichtigsten Finanzfragen, welche die Tschechen dem Budgetausschuß zugewiesen wissen wollten, einen Sonder- ausschuß einzusetzen. Falls leine Einigung erfolge, werden die Deutschen morgen mit der Obstruktion einsetzen.
Baö Nauheim und seine finanzielle Entwickelung.
Von einem angesehenen Bürger Bad Nauheims erhalten tetr zu unserem Artikel in Nr. 25 folgende Zuschrift:
In einem vor wenigen Tagen in dieser Zeitung unter obigem Titel erschienenen Artikel wurden die finanziellen i Verhältnisse de - Bades Naüheim als besonders günstige Eingestellt und behauptet,, daß es ein leichtes sein könne, tu8: > '• Ueberschüssen von'Bad Nauheim weitere 50000 Mk. | - air' im ganzen 150000 Mk. jährlich — an die Staats- I laf।c al zuführen.
Der Finanzminister sei diesem Projekt allerdings nicht geneigt, jedoch würde man bestimmt erwarten, daß er über ren Grund dieser Weigerung bald der Oeffentlichkeit Klarheit geben würde.
Diesem Wunsche können wir Nauheimer uns nur voll und ganz anfchließen. Es wird sich bann sehr bald heraus- (leiten, daß es mit der glänzenden Finanzlage Bad Nauheims leider nichts ist; daß im Gegenteil die Regierung, un bie Bilanz aufrecht zu erhalten, aller Voraussicht nach iid) in diesem Jahre die Bäderpreise wird erhöhen mü sen, Meich diese Maßnahme in der augenblicklichen Zeit wirt- Mftlicher Depression auf die ernstesten Bedenken stoßen
Würden wir unter diesen Umstanden in der weiteren Afübrung von 50000 Mk. in die Staatskasse eine große ; Gefahr für unser Bad erblicken, so könnte der angebliche I Aegierungsvorschlag, dem „Erneuerungssonds" für Neu- I hüten 670000 Mk. zu entnehmen, u. E. für Bad Nauheim I geradezu verhängnisvoll werden. Wie schnell solche Fonds Illischwinden können, haben wir bei den analogen Fonds BeS hessischen Staates gesehen. Das sollte doch ernstlich «udenken geben und man sollte denn lieber von Neubauten Mnnächst überhaupt abreden.
Bad Nauheim hat für seine Neuanlagen — Badehäuser, Mifionnaden, Elektrizitätswerk, Fernheizwerk, Waschanstalt, Malinen, Quellröhrenleitung aus dem Vogelsberg u. a. m. — wo. 10 Millionen Mark Schulden gemacht bzw wird sie noch ■uV* en de^en Verzinsung und Amortisation a genblick.'ich a ■OOOO Mk beträgt: in wenigen Jahren aber nach Fertig- ■flLung der Neuaniagen 500—600 000 Mk. betragen wird. Ii Diese erhöhte Verzinsung und Amortisation durch er- GHte Einnahmen aus Bädern usw. herauszubringen, dürste L M^ie nächsten Jahre unmöglich sein, da schon dieses Jahr tntz einer Zunahme von über 1000 Kurgästen kein wesent- Plus an Bädereinnahmen zu verzeichnen war. Hier ÄiKte in wirtschaftlich schlechten I ihren, die auch cui bie Bäder einnahmen wirten, der Erneuerungsfonds aus- A gleichend eintreten. Wird derselbe aber gleich durch Entnahme von 670000 Mk. zu Neubauten auf die Hälfte redu- pert, so würde der Rest durch die notwendige erhöhte imurtifation und Verzinsung von 200—300 000 Mk. für he Neuanlagen in 2—3 Jahren verbraucht fein und dann Ja hessische Staat genötigt fein, für Bad Nauheim erheb- Llihe Geldaufwendungen zu machen.
Dies würde umso bedauerlicher fein, als Bad Nauheim Mt seiner Vereinigung mit dem Großherzogtum Hessen W Jahre 1866, sich nicht nur selbst erhalten und den Msstzchen Staat feinen Pfennig gekostet hat, sondern auch Ms seinen Ueberschüssen seit vielen Jahren erst 50000 Mk'., «ater 100 000 Mk. in bie hessische Staatskasse abgeführt Mt und außerdem seit vielen Jahren den nicht unerheblichen ■uftoanb für Salzhausen mit hat bestreiten müssen. K Als^ Bad Nauheim an Hessen kam, hatte der hessische । itaat Sorge, daß das in der Entwickelung begriffene Bad | N noch recht viel Geld kojten könne. Damals rde von Mr hessischen Regierung oer „Nauheimer Kur^nds" ge- I jhasten m i t d e r a u s d r ü ck l i ch e n B e/t i m m u n g, d a ß Wn demselben alle Ueberschüsse oes Bades an- Msammeltwerden sollten; daß aber auch alle ^lüsgaben für das Bad aus (demselben be- Written werden müßten.
M Dieser „Kur-" und später „Erneuerungs-Fonds" hat Mnl des Aufblühens unseres hessischen Weltbades seiner Musgabe voll und ganz gerecht toeroen können; ja er konnte 5ar. darüber hinaus in guten Jahren noch erhebliche ^erschüsse an die Staatskasse absühren.
■ Die großzügige Bewilligungssreudigkeit des hessischen Wndtags für Bad-Nauheim war daher neben der hervor- jjtoenben Einsicht und Bereitwilligkeit der Mgeordneten mit dem Umstande zuzuschreiben, daß die Kosten nicht Ms dem Säckel der Steuerzahler gedeckt werden müßten, Mdern daß Bad Nauheim die Auslagen für seine Neu- IWagen selbst aufbringen konnte. Diesem günstigen Umstand Z in hervorragender Weise mit die rasche Entwicklung I «b Nauheims zu verdanken; denn man war auf diese I «nie imstande, alle, die notwendigen bedeutsamen Neue- I M^en aufs schnellste und beste durchzuführen, da man I^lin Kür- und Erneuerungssonds für sofortige dringende I juf gaben die nötigen Mittel stets bereit hatte. Diesem I MWand ist es weiterhin zu danken, daß trotz der riesigen I ^nimr-renz von allen Seiten Bad Nauheim seine Positron I jetzt siegreich bewahrt hat und einen weiteren stetigen 1 Mischritt in feiner Euttvickelung aufzuweisen hat. ®tne | ^mderung dieser günstigen Lage, wie sie bei zu starker I ^Elpmchnähme des Erneuerungsfonds bald und leicht 1 "nttreten tonnte, würde für den hessischen Staat nur von I vorübergehenden und scheinbaren Vorteil sein; für I ?o^ouheim aber aller Wahrscheinlichkeit nach den Anfang t Dekadenz und die Einleitung eines bedenklichen Rück- sto tebeuteu.
Wer unter unseren Lanbtagsabgeorbneten möchte hierzu Hand bieten?
Nr. 29/ 1 Vrstes Blatt 160. Jahrgang
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General-Anzeiger für Oberhessen
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