Ausgabe 
4.4.1910 Zweites Blatt
 
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Nr. 77

BiSmarck

I)<lbCT-i Züge entführten nach der dreistündigen Feier die aus-« wärtigen Festteilnehmer. Es hat aber auch viele gegeben, denen die Feierabendstunde um 1 Uhr in der Nacht , ine hier uiy erbittlich eingehaltcn wird, noch zu kurz war unb denen die Schwarzamseln, die hier so zahlreich aus Gartcnemsncdigungen, Hauseingängen, Bäumen unb Köchern dem .lusgang der Früh-- lingssonnc eirtgcaenjubilieren, zur endlichen Heimkehr sangen So schloß die Abschredsseier, bis zur letzten stunde wahrhaft har- monisch. ____________

Erscheint ISgNch mit Ausnahme de? Sonntags.

Die ..Etehener ZamiNendlätter" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das '.Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..randwirtfchaftttchcn Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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heute noch gut genug und aus den alten Schulbänken sti man doch zu recht gescheiten Leuten heran gewachsen. In den Sttirmenund Widersprüchen habe sich der scheidende Kreisrat als guter Aapitan bewiesen, der das Steuer nut ruhiger unb sicherer vand^ lenKc niid schließlich das schwankende Schift, beladen mit dem was nnn lich not tat, in den sicheren Hafen brachte. r. _

Geheimer Justizrat I ö ck c l alö Mitglied des KrnSausschuss^ brachte ein Hoch aus auf den Vorsitzenden des Meisausschusses, dem der Kreis hohen Tank schuldig sei für die umsichtige und «kräftige Führung der Geschäfte dieser Behörde

Kreisamtmann Gastncr toastete aus die Familie deS Pro­vinzialdirektors. Er pries die Menschen glücklich, denen sich dm, gastliche Haus des Krcisrates geöffnet habe, die Gaste, die em^ fangen worden seien von der edlen und kunstsinnigen und der sangesfrohen Tochter des Hauses, die sich zur Künstlerin

S^sen ^efanie '§»erin-, »BjWbe ^8

vom hessischen Ludewigsorden.

Wir erhalten auS Friedberg folgende interessante Mit-1 Leiliingen: |

In der Veröffentlichung über die Inhaber des yessi- ichen Ludewiasordens in 9ir. 72 des Gießener Anzeigern schreibt der Herr Einsender:Welches außergewöhnlich hohe Verdienst die Verleihung dieses höchsten Hess. Ordens mr den ^meinen Soldaten und damaligen Bauernburschen Wil- h e l m B o m m e r s h e i m aus Bettenhausen veranlaßte, ist nicht überliefert. Vielleicht finden sich in den Auszeich- nungm des damaligen Großh. »eff. ScibgarbcrcgimcntS nähere Angaben hierüber vor."

Wir sind in der Lage, nach den Mitteilungen der in Bellersheim lebenden, nun 80jährigen Tochter Bommers- Heims, Frau Dorothee Müller Wwe., das folgende zu be--

Montag 4. April 1910

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: «Lckul- straße 7. Expedition und Verlag: es® 51. Redaktion:e^112.Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

nflU ^»sen.

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Detonomierat Schlenke sprach namens des lanbwirtschastl. Provinzialvereins für Oberhessen und im Auftrage_des landwirt.- schastl. Bezirksvereins Friedberg dem Scheidenden L,ank und An­erkennung aus für die Förderung der Landwirtschaft m Der ge­segneten Wetterau und für seine Tätigkeit »"l Ausschüsse deS Provinzialvereins. Ter Tank der oberhegischen Landwirte werde ihm folgen in seinen neuen Wirkungskreis. .

Pfarrer Vogel- Reichelsheim beschrieb m begeisterten Worten «die bisherige Tätigkeit des Herrn Krcisrat zur Hebung der Hei­mat- und Kunstpflegc auf dem Lande. Wem die Heimat lieb (je- macht merde, der sei auch ein guter Patriot und die Eingesessenen des Kreises könnten dem Scheidenden nicht genug danken für seme eifrigen Bemühungen in diesem (Sinne k

Oberlehrer Storch- Butzbach brachte Absclnedsgruße aus dem Hüttenberg. Er erinnerte an den Ehrentag der Huttenberger, den schönen Junitag des Jahres 1906, als die Guttenberger m ihren alten Trachten im Festzuge die Tätigkeit der ^andleute zur Darstellung brachten: an die hergestellte Michaeliskapelle, angefüllt mit den altehrwürdigen Scugeit alter Geschichte von. Stadt und Land. Daß das alles geschehen und ins Leben gerufen

I »oerden konnte, verdanke man dem Gebeimrat Fei), dem Forderen der Kunst- und Heimatpflege auf dein Lande.

Hiernach nahm Herr Provinzialbnektor Fest das Wort. I Scheiden und Meiden tut weh. Als ich heute von Frankfurt hier » ljer fuhr und die Städte und Dörfer in der Früblingssomie Liegen sah, die i.ch nun meiden inuß, da wurde mir schwer uinS Herz Ein Trost ist es für mich, daß Sie so zahlreich erschienen seid und mir dadurch zu verstehen geben, wie auch Ihnen die Trennung, nachdem ich acht Jahre an der Spitze des Kreises Friedberg ge-

I standen, nahe geht. Wir haben vieles zu!ammen erlebt, viel Schwierigkeiten überwunden, Disharmonien haben sich aber doft>

I immer in Harmonien aufgelöst. Der lebhafte Verkehr, herbei, geführt durch die Main-Weser Bahn, durch den gewaltigen, Besucw

, des Bades Bad-Nanheim, die Nebenbahnen ,in die Provinz, die Bahw I uach Homburg, die zahlreichen Kilnststraßeii, welche bier zu- I sammenlaufen, bringen dem Kreise und der -Ltadt ^rieovngj I reichen Segen. Die alten, stillen Zeiten sind bannt aiu, bic Arbeit häuft sich in dieser rastlos dahinsturmenden Zeit. Aber

, I ui jeder Zeit meiner Amtszeit habe ich im Kreise Manner ge- t sunden, die mit mir zu arbeiten eifrig bemüht waren. Ich pcwe lebhaften "Dank zu sagen allen den Beamten, den, Gemeiiidp- Vorständen, der Kreisschulinspektion und allen den Hilfskräften, die mir unterstanden, bis herab zu den jungen Leuten an der Schreibmaschine. Durch dies willige und getreue Zinammenarbeften konnte geleistet werden was geleistet ist. Der hohe Wert der Selbstverwaltung hat sich auch bei uns aufs glänzendste gezeigt. Ter Redner spricht von der Gemeindeverwaltung von Friedberg, von den Akten vonStahl", von dem ältesten Bürgermeister des Kreises, Alles, dem Mitglied des Kreisausschusses, deralle» kann Er hvsse, daß ein Band, ein Freundichaftsband. ihn auch in der Zukunft mit allen seinen Mitarbeitern tut Kreise ver­binde Besonderen Dank spricht der Redner auch seinem Kollegen aus, der so liebenswürdig seiner Familie gedacht habe, ^iicmat^ werde ich, schließt der Redner, des Kreises Friedberg vergessen und aller der Herren, mit denen ich so gern zusammen gearbeitet!

dn Schlacht bei Lützen (auch Schlacht bei Groß- Görschen genannt) am 2. Mat 1813 fiel den hessischen,Sol- baten, die unter Napoleon gegen die russisch-preußische I Armee unter Wittgensteins Führung mitLämpften, bie schwere Aufgabe &u, eine vom Feind besetzte Anhöhe zu -nehmen. Lider mörderisches Feuer empfing die tapferen Stürmer, und ganze Reihen färbten Lützens Feld mit ihrem Herzblut. Unheimlich pfiffen die hageldichten Preußen- «uqeln um die Köpfe der blind vorwärtsdrängenden Hessen- jugend, von welcher so mancher kampfesfrohe Streiter zum ewigen Schlafe auf der blumengeschinückten Aue rncder- fant. Bedenklich waren die Verluste unter den führenden Mannschaften, welche wohlgezielte Geschosse von den Spitzen der anstürmenden Kolonnen hinwegfegten. Hart mitgenom­men wurde auch die Abteilung, in welcher Bo mm er s- heim kämpfte. Sämtliche Offiziere und Unteroffiziere waren tot ober kampfunfähig, und führerlos hielt die tapfere 5'essenschar im Anstürme inne. Doch jede Sekunde brachte« Tod und Verderben. Da stellte sich Wilhelm Bommershemi an die Spitze seiner Kameraden und führte die immer mehr zusammenschmelzende .Heldenschar siegreich zum Ziele. Tas Offizierkorps belobte und beglückwünschte den mutigen Führer und lud ihn, den gemeinen Soldaten, um ihn für seine Dapferteit zu ehren, zum Offiziersmahle ein. eein Landesherr aber verlieh ihm den Ludewigsorden, welchen der Veteran zeitlebens unter seinen verschiedenen Auszeich­nungen begreiflicherweise am höchsten schätzte, sich auch gern bei geeigneten Anlässen mit seinemOsfiziersorden

Die Lage der handardeittlehrerinnen in heffen.

Tie Handarbeitslehrerinnen im Grvßherzog- inm Hessen haben zur Regelung ihrer Anm lungs-und Ge- haltsverhältnisse an die Zweite Kammer der Stande des Groß-, lcrzvgtums eine Vorstellung gerichtet, in der es heißt:

^ftit Sorge sieht man im Grotzherzogtum Lwssen der b.vor- s>ebenden Steigerung der Staats- und Gemeindesteuern <mtgegen. StaÄÄ Teuerung uni ber GrWmg »Her Stbgaben meiden am biirtefh-n bieienigen Strafe getroffen, bie rml: bat geringsten Einnahmen aus zu kommen haben, >r.a-,u gehören die Handarbeitslehrerinnen. In bedrängter *.agc beirnben )ic ,sich vor allem auf dem Lande, und das rührt daher, daß Ausbildung, finfteriung und Gehalt der Handarbeitslehrerinnen nicht durch Gesetz geregelt und sie vom Wohlwollen der Örtsvorstande ab­hängig sind. Aber auch in den Städten, die Gehaltsordnungen ntr ihre Handarbeitslehrerinnen tstschaften haben, ist ihre« Be- : ahlimg unzureichend und sehr verrchiedenartig,weilfie vvn der . ',ahl der Wochen stunden abhängig gemacht wird. Die Zahl der 'Wochenstunden wiederum beträgt an manchen Orten 20 _ itabt und Offenbach), an anderen 26 (Mainz), 32 (Uyarms), öu Gasten, 16 l Oppenheim) usw. TarauS ergeben sich die um qseichartigsten Gehaltsverhaltniffe. .

Wir erlauben uns, unsere Bitten zusammenzufassen wrc folgt: 1 Ausbildung, Gehalt unb Anstellung der Handarbeitslehre­rinnen wolle man in Stadt unb Land einheitlich durch Gesetz regeln uiid den Handarbeitslehrerinnen die staatiict'e feste Anstellung durch Dekret gewährleisten, wenn ftc wahreno ! einer Probezeit zur ZuftiÄenheit ihrer Vvrgeiehten gearbeitet

2 Es^werde durch Gesetz verfügt, daß die nicht vollbeschäftigten Handarbeitslehrerinnen nach Bestehen emer weiteren Fach- prüftmg als Turn-, Zeichen, ober Hausl>altnngslehrerinnen bie Stundenzahl erhalten, die ihnen feste Anstellung unb Ruhegehalt sichert. , ,

3 Ter Ruhegehälter Handarbeitslehrerinnen Werde auf Grund derselben Vrozentsätzc berechnet, wie der der seminaristischen Lehrerinnen. _ .. ,.

4 Poll beschäftigten Handarbeitslehrerinnen, bie die borge» fdiricbencii Fachprüfungen bestanden l^ben, gewahre man 80 Prozent des Gehalts und der Mietentschabigung der seminaristischen Lehrerinnen.

übernimmt

Schularbeiten unb ö* Nackdilie m

1 Abreise r» ertragen m wrw Misslell^Gtev^lNs^

2iri9,Ä*hir, nim 11 ä»nl - MWU sSSs

Provinzial-Autzfchuß der Provinz Oberhcssen.

L. Gießen, 2. April.

Durch Entscheidung vorn 4. September 1909 hatte der Provinzialausschuß bie Einweisung der Eisenbahndirektwn Frankfurt a. M. als Unternehmerin in den Besitz der zur Erweiterung d e s B a h n h o f s B ad -N au h eim be­nötigten,, in Gemarkung Schwalhei m gelegenen Grund­stücke für zulässig erklärt. Nachdem der gegen dieses Urteil verfolgte Rekurs vom Ministerium des Innern abgewiesen worden war, und die Eisenbahndirektion den Nachweis der Hinterlegung der von der Lokaltommission begutachteten Entschädigungssumme erbracht hatte, konnte die Eisenbahn^ direktion heute, vorbehaltlich endgültiger Festsetzung der Entschädigung, in den Besitz eingewiesen werden.

Auf Antrag der Frankfurter Lolalbahn-Aktiengesell-- schäft zu Frankfurt a. M. wurde die Enteignung bezüglich- ।des zur Bahn Heddernheim Homburg v. d. H. rn Gemarkiing Nie d er-Es chb a ch erforderlichen Geländes- ausgesprochen, nachdem der Nachweis oer erfolgten Zahlung der Entschädigungssumme erbracht worden ist.

Der Gemeinderat zu G r o ß --Ka r b en hat einen Ver­trag mit der Gesellschaft für Heiz- und Beleuchtungswesen in Heilbronn über Errichtung einer N cetplen a n l a g e abgeschlossen. Dagegen beschwerte sich eine Anzahl Ein­wohner von Groß--Karben, welcher Beschwerde sich das Kreis­amt Friedberg anschloß. Der Kreisausschuß des Kreise» I Friedberg versagte dem vorgelegten Vertrag die Genehmi­gung. Gegen diese Entscheidung rief die Gemeinde den ! Provinzialausschuß an. Dieser gab dem Rekurs statt und hob bie Entscheidung der Borinstanz auf, weil er der An­sicht war, baß weder die Beschwerdeführer zur Sache legiti­miert, noch ein Verwaltungsstreitverfahren nach Lage der hierüber bestehenden gesetzlichen Vorschriften Platz greifen

I konnte. , ,, ,

Der Ortsarmenverband Köln hatte den vorher ut Butzbach beschäftigt gewesenen B. G. durch Krankenpflege! unterstützen müssen. Da ber Beginn der Krankheit in bie dreiwöchige Frist fiel, für die die Ortskrankenkassen noch haften, verlangte Köln Ersatz seiner Auslagen von der Orts­krankenkasse Butzbach, jedoch ohne Erfolg. Auf die erhobene 'Klage verurteilte der Provinzialausfchuß. Butzbach zur

schmückte. ' , .

Gar oftmals hat in seinen alten Tagen der ehrwürdige I Greis den Kindern und Enkeln erzählt, wie ihn sein Glück in den heißen Schlachten bei Lützen, Bautzen und Leipzig vor den Preußenkugeln geschützt habe;die Siebenschläfer sind eben Glückskinder", pflegte er lächelnd zu sagen (er war am 27. Juni, demSiebenschläfertag", geboren). Die Feldflasche, die Bommersheim 1813 trug, und die mit ihm heil durch alle blutigen Schlachten kam, Bewahrt einer seiner Enkel noch heute als ein Familienheiligtum.

Napoleon hatte in der Schlacht bei Lützen 125000 Mann -meist aanz junge Truppen) mit nur 5000 Reitern und 250 Geschützen, die Verbündeten zählten 90 000 Mann (40000 Preußen und 50 000 Russen), darunter 25 000 Reiter und 520 Geschütze. Die Franzosen verloren 12000 Mann, dar­unter viele Offiziere unb 5 Generäle, die Verluste der Ver­bündeten betrugen 10000 Mann. Unter den Gefallenen war Prinz Leopold von Hessen-Homburg, und Schariihorst erhielt eine tödliche Wunde, an der er 2 Monate darauf starb. Auch Blücher, der scharfe Draufgänger, wurde leicht verwundet.

Bei Lützen auf der Aue er hielt solchen Strauß, Daß vielen raufend Welschen der Atem ging aus, Daß Tausende liefen dort hasigen Lauf, Zehntausend entschliefen, die nimmer wachen auf. Trotz der heldenhaften Tapferkeit der Preußen blieb vöapoleon bei Lützen und in der folgenden Schlacht bei Bautzen (21. Mai) Sieger, und an diesen Siegen haben auch dieblinden Hessen" ihren ruhmreichen Anteil gehabt.

-er.

vorftanvsjitzung der Alldeutschen verdander. ' J 4 Hamburg, 3. 'April.

Unter zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder aus ganz Teutidjlanb hielt hier im Atlantic-Hotel der Allbentschc Verband eine Vorstands,ißimg ab, um zu verlch eoenen !

Stellung zu nehmim. Am Abend vorher fmid zu Ehren der T-l^ gierten ein Bismarck-KvmMers statt, auf beut Gemraftnawr K e i m die mit vielem Beifall aufgenommene Festrede hielt Er.führte u. a _ aus: Wir haben nod) ein weftes FeD patriotinher Tätigkeit ml unserem Vaterlande vor uns. Wie steht cs nun nnsewr Diplomatie? Neulich hat cm Mgeorbnetcr ^agt, man solle nicht daran rühren, sie märe das verichleierti: Bild von.Cai^ Unter Bismarck war das anders. Er, hat ten anderen L^aa en w « manchesmal ein Privatissimum yelesm. kann nicht sa^en, paß unsere heutige Diplomatie em verschleiertes Bild von ist, tvenn auch dieses ebenfalls ein weibliches Wesen war^, wie es unsere Diplomatie auch ist, die nur Mit Wafter locht, scheute sich nicht, den Parteien den Text zu lesen,^ganz g^ich, v I konservativ ober- liberal. Bismvrek hat Fremwlchaft zu Rußland zu halten gesucht- W machen sich dort Strömungen geltend, bte uns nicht günstig sind. Die neugebackenen. ^mge vom Balkan wandeln jept zunächft nach Petersburg, wo sie truhcr geächtet waren. Wir müssen nach Bismarcts Rczept dicAnge aurmxKl.en und die Ohrcn spitzen. BertraueEig sem ftt nicht b smarckisch. Frankreich ist nach. Bismarck das unruhiasti Laiid der Welt An dem Tage, wo es ftch un^'überlegen glaubt, schlagt cd loS. Frankreich ist das Volk in Waffen, Deutschland (nicht mehr. Dort kennt man feine Einjährigen, dort dient ieder m>ei Jabre. Dort bringt man persönliche Opfer, wie ]te m aller

Zeiten unerhört sind. Frankreichs hat 14 Prozent ber '

unter den Waffen, wir nur 7 Prozent. Italien 'kern 'icherer Munbe. Zatfadir: ist, daß es im vorigen Jahre aui beut war, über Oesterreich herzufallen In Ccfkn-reidpUngain ^ben bie Alldeutschen vielleicht hier unb da Fehler gemacht, das ckommt aber in den feinsten Familien vor. aju 'Fremid mit

Oesterreich. Was soll aber kommen, wenn es ^^^nftaat roirb^ Tann entsteht ans dem Freund em Fernd, Dun das Slawentum ist unierer Totfeind. Augenblicklich haben wir Alld^utlchen leicht noch nicht Reckst, aber wer sagt uns, daß wir nicht noch Reck-t bekommen. Wenn Oesterreich ein.Slawenstaat wird, dann wäre uns ein zweiter Bismarck zu wünichen, der d-as.vollendet ivas ber erste Bismarck nicht vollenden konnte oder wollte. Gegen 'das Wort des Reichskanzlers vom Hurra-Patrio­tismus erhebe ich als alter L-oldat Emspruch. Mit Durra sind wir Trntfche in bie Schlacht gezogen unb haben den Sieg an unsere Fahnen geheftet. Lassen Sie uns alle Mitarbeiten tm Bismarckschen Geiste an ber Erziehung des Volkes, deutsch und

Tie^rs^sfttzung'b7s Alldeutschen Verbandes stand unter dem Vorsitze des Rechtsanwalts Elaß (Mainz) und war äußerst zahlreich besucht. Von den Führern der alldeutschen Betvegirng waren anwesend Freiherr v. Stössel (Potsdams Chefredakteur Reismemn-Grone (Esstni, General Keim ^Berlin), Senator 9deu- mann (Lübecks Reedereibesftier Jtzenplitz lMülheim) u. a

Nach Erledigung geschästlichcr Angelegenheiten lourben bie Ergänzimgs'wahlen zum Hauptvorstand vorgmwmMen. Gewählt tviurben: Gcheimerat Kirdorf (Gelsenkirchen), Generalleutnant von Wrochm (Berlin), Tr. Hans Hartmeher (Wien), und Regierungsrat , ^Drmft beridpteteEhefredakteur Gras E. zu Rev entlow über das Thema: Ter Mldentsche Verband nndpraktische Pvlftik.

Ter Vorsitzende Rechtsanwalt Claß (Mainz) brachte die Meinung ber Hauptleitung und des Gelchä f ts führend en A usschu sses bahnt zum Ausdruck, daß man dem neuen Reichskanzler feiner Persönlichkeit entsprechend, höchstes Vertrauen entgegenge­bracht unb erwartet habe, daß die von ihm angetunbigte ruhige unb stetige Politik erfolgen werde.. Als stetig könne man aber die unbestreitbaren S-ckstvankungen in Ellaß-Lothringen nicht an-1 erkennen, ebenso, wie man bie Teckung ber schwächlichen aus­wärtigen Politik durch! den ReickManzler Nicht praktifth nennen t-ürfe So schmerzlich es deM Alldeutschen Verbände sei, seine Hoffnungen erschüttert zu sehen, so wenig könne es die ^Berbands- leitung als richtig an nennen, daß man verzage unb $u der Meinung tarne, daß Bethm.ann^Hollweg in seiner Politik die Fehler der Dngangcnheit fortsetzen Werbe. Man dürfe Man, daß ein :Utgnn I von seinen Fähigstiten unb von seinem guten Willen bie(öffentliche Meinung beachten werbe, wenn sie auf Gefahren Hinweise. Gerade unter diesen Gesichtspunkten sei es doppelt Pflicht, die Oefsent- Mbeit aufzuklären. Es müsse jetzt bei einer so bebeutsamest und folgenschweren Frage, wie ber ber Verfassung von Elsa st Lothringen damit eingesetzt werden. Es sei auch) ungerecht, een Kanzler allein für die beunruhigenden Schwankungen veranttvort- lich zu macken, während die Boltsoertretung sie ohne Widerspruch mitmackite. ' Ter Vorsitzende empfahl den Ortsgruppen, mit allem Eifer an die Aufklärungsarbeit hevanzugehen. , - ,

Tr RrismannGrvne (Csten^Ruhr^ betonte beionders bic Gefährlichieit der Autonomie der Reichslandc und warnte eindringlich davor, an der Westgvenze die Kaisernelv'alt zu schädigen

Ter Allgemeine Verbandstag wird Mitte September in Karls-

Zweites Blatt 160. Jahrgang *

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für GberheMn

7.

ruhe i. B. stattfinden.

Lhrnng der scheidenden Provinzialdirektors 8ey von Zriedberg.

Aus Friedberg erhalten wir folgenden Bericht:

Auf Aufforderung des Kreisausschusses des Kreises Friede I berg, ber Bürgermeister von Friebberg und Bad-Nauheim und einer Anzahl von Herren aus Friedberg hatte sich am Samstag, dem 2. April, eine große Anzahl von Einwohnern des Kreises zu einer Abschiedsfeier im großen Saale des Hotel Trapp zu- sammengefunden. '3>er zu feiernde Provinzialdlrektor Fey war von seinem neuen Wohnsitze aus Darmstadt herüber gekommen, und als er den Saal betrat, war dieser schon fast vollständig von Festteilnehmern angesiMt. . .

Oberamtsrichter Warthorst eröffnete den Reigen ber Redner, indem er ein Hoch ausbrachte auf den Großherzog, ben er als ben Förderer von Kunst unb Wissenschaft nnb als Huld vollen Herrscher pries. .

Bürgermeister Stahl-Friedberg toastete auf ben nun schei benben bisherigen Kreisrat unb nunmehrigen Provinzialbirektor von Starkenburg. Dank unb' Verehrung sei ber Kreis ihm sckmldm für seine rastlose Arbeitskraft, seine Pflichttreue unb dafür, daß er stets einen Ausgleich zu finden gewußt habe, wenn einmal die Geister etwas heftig auseinandergeplatzt seien. Semen Unter­gebenen sei er ein ernster unb int hohen Grade gerechter Vor gesetzter gewesen, vertrauensvoll habe sich jeder an ihn wenden können unb ber Vertrauensvolle habe in ihm stets einen freund liehen Berater gefunden. Die besten Wünsche Aller begleiten ihn in feinen neuen Wirkungskreis^

Nach dem Bürgermeister Stahl sprach Schulrat und Kreis | schulinspektor Süß- Friedberg. Er schilderte die Schwierigkeiten im Kreise. Ueberall seien die Schulhäuser unb bie nchulsale mit ber wachsenden Zahl ber Schüler zu eng geworden. Neue Lehrer hätten angestellt werden müssen, und zu alledem fehlte ost das Geld, unb bie Schwierigkeiten schienen unüberwindlich. Auch ber Widerspruch ber zum Raten unb Taten in Stadt unb Land Berufenen hätte beschwichtigt werben müssen. Man habe es ost ausgesprochen, bie alten unb engen Schulhäuser seien auch

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65 an den Gicxener Snzeiger pulenden. _____________

7Äi Eineers.-ranemvUiÄu Züickenu.Putzen. WUt gpÄS iet der Schönen Wwitjek-. ,u verpachten.

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