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Ehre! von L. v. Beethovnt. 2. Ouvertüre zur Oper: „Ton Juan" von W. A. Mozart. 3. Capriccio Italien von P. Tschaikowsky. 4. .Armeemarsch Nr. 178 von Graf v. Redern.
•• Neue Negier ungSbau meister. Ernannt wurden die ZlegierungSbauführec Aug. Braun auS Butzbach, Gg. Grünig aus Erbach i. O., Eugen Lauer auS Offenbach a. M., Fritz Rhein beim er auS Groß-Gecau, Beruh. Schmid aus Königsbronn (Württemberg) unö Karl Seipel
Prof. Luleh machte nun am 3. Oft. Herrn Habenicht folgenden Vorschlag: Er wolle in dem einzuberusenden Elserausschuß durchrusetzen versuchen, daß zur Erreichung einer Verständigung eine Anfrage wie oben an dem V. d. F. Vp. gerichtet werde; man könne evtl, zubilligen, baß die von dem Freis. Verein gewünschten Kandidaten dem Bürgerschaftsausschuß mit zur Durchstimmung genannt würden, evtl, könne auch vielleicht noch gestattet werden, daß dem betr. herein bei seiner öffentlichen Empfehlung die Einübung deS Stadtv. Orbig an Stelle eines Namens der bürgerlichen Liste gesetzt werde. Herr Habenicht sollte in seinen Kreisen den Boden hierfür bereiten, während Prof. L. in )einen Kreisen dies tun wolle, vor allem in dem genannten Ausschuß , hiervon machte Prof. Luley Herrn V. Müller noch am leiben Abend Mitteilung. Herrn M. war dies angenehm, und ,er versprach, den Ausschuß für Dienstag den 8. Oktober ein-1 Unberufen, einen Tag, vor dem der Natlib. Verein seine Kandidaten nominiert hat. Der Ausschuß ist nicht einbecusen worden. So geschah nichts.. Die Gründe hierfür sind uns bis heute nicht bekannt.
von Prof. Dr KrauSmüller hat Lehrer Müller als Vorsitzender bestätigt, datz der Natlib. Verein bei den ganzen Verhandlungen keinen Einfluß auf irgendeinen der Vereine mm allerwenigsten auf den Sürgemrein, geltend gemacht habe Die weiteren Vorgänge, die schweren, unverständlichen Änklagen der Vertreter des Vereins der Fortschr. Vp. gegen die Natlib. Partei m ihren Versammlungen und ihren zwei Flugblättern lTIÜ> LU bekannt und ein zu unschönes Kapitel, wie ja auch aus «^Eichung des Herrn Justizrat Metz in Nr. 281 des >Gieß. Anz. zur Genüge hervorgeht, und ihre weitere Erörterung lregt so,wenia im Interesse des Friedens im Bürgertum, bau her Natlib. Verein auf ihre nähere Darlegung in den Spalten der Zeitungen gern verzichtet.
bie öffentliche Zurücknahme des Ausdruckes „Schelmen- ulw. .anzuerkennen ist, so muß doch bedauert werden, daß
17 vttavfcaH ___r •. 3 r • \ Wßwffl ist mit der.
Unterftel ung einer unietetfeiö absichtlich bewirkten Verzöaeruna Srrb“ -bcä ®- aom 21. Nov., zumal der im letzten bet Erklärung gemachte Vorwurf völlig unhaltbar ist wie nächstens noch baraetan werden wird. '
.an uie Referate anschließende lange und lebhafte ^Aussprache geigte trotz vereinzelter Bedenken, die aber keineswegs E S b?r Richtung der den nationalliberalen Führern von der Fort,chr. Volkspartei gemachten Vorwürfe, cmch Nicht m der des unqualisizierbaren Angriffs des Herrn Dr. Spohr am 20. November bewegten, endigte mit einem einstimmig rauensvotum an die Führer und mit SÄ^ucklich als Vertrauei^votum bezeichneter Wiederwahl durch ,,Akklamation. Sind die,e Darlegungen auch breiter, als es sonst Berichten üblich ist, so glaubte der Verein doch «angesichts der unbegründeten Hetze zu diesen ausführlichen Dar- »legungen in seinem Interesse und dem des hiesigen !^S-"tums, für dessen Sache er gekämpft ha" ’unb lamp Jen wird — trotz allem — nicht nur berech- 1 flkJV?-Crr-nt. f(ogar verpflichtet zu fein. «es® nt-^KrLn^Üs^SiM^
biC 9Ut "-such-- Versammlung erst
aus Taruistadt zu 9icgienmß§bniinicifiern.
** In den Ruhestand versetzt wurde der Schaffner in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschast Hch. .Vöhl zu Gießen.
** Politische Versammlungen. Die politische Winterarbeit der verschiedenen Parteien setzt in unserem Wahlkreis mit Hochdruck ein. Eine gemeinsame Vectra u e n s m ä n n e r-V e r s a m m l u n g der deutschsozialen und der christlich-sozialen Partei, sowie des Bundes der Landwirte, die morgen nachm.ttag hier im Felsen7eller statt,indet, wird die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten vornehmen. — Der national ibe- rale Kandidat, Prof. Dr. Gisevius, wird am Sonntag nachmittag in Nidda und am Abend inLich über die Aufgaben unserer heutigen Politik sprechen. In einer von Der fortschrittlichen Volkspartei aus Sonntag nachmittag nach Mainzlar einberuseuen Ver,ammlung spricht Professor 11 r st a b t- Gießen.
** I m Museum für Völkerkunde ist zurzeit mit der Aufstellung der neu erworbenen Tschamakok o - Sammlung (Süb-Amerika) und der von Frau Geheimrat Laubenheimer- Gießen geschenkten Kollektion von Süd fee-Gege nständen (vorw. Neu-Guinea) begonnen worden, während eine Sammlung aus Nord-Amerika in nächster Zeit erwartet wird.
Starkenburg und Rheinhessen.
Mainz, 2. Dez. Heute wurden die Angebote für die Fleischlieferungen an die Garnison, die au ein Jahr erfolgen, eröffnet. Der Mindestfordernde für Ochsen- und Kuhslei.ch ist die Firma Marx. Für Ochsensle.sch fordert sie für das Kilo 1.22 und für Kuhfleisch l.u/ Mk. — Heute fanden vor dem Untersuchungsrichter die Vernehmungen einer Anzahl Zeugen statt, die den Mörder Le ge 11 kurz nach der Tat gesehen haben. Den Zeugen wurdeL^gcll gegenübergestellt. Die Zeugin Korner, die im Erdgeschoß des Hauses wohnt, in dem die Tat stattsand, sah den Mörder, als das tödlich verletzte Dienstmädchen, das aus dem Hause geeilt war, die Treppe herunterkommen, srug ihn, was es da oben gegeben habe. Der Verbrecher gab keine Antwort er verließ ungehindert das Haus. Die Zeugin kann den Mörder nicht beschreiben, sie weiß nur, daß es ein Mann war. Schiffer Döbler behauptet, daß er den Legell um 7 Uhr morgens an der Ecke der Templer- und Uferstraße habe stehen sehen, doch bestreitet Legell, daß er dort gestanden habe. Ein junger Mann, der den Mörder aus dem Hause m der U,erstrage gehen sah, will jetzt in ihm den Legell er- tennen. Legell, ein energieloser Schnapsbruder und Bettler, erklärte sein merkwürdiges Verhalten und Flüchten damit, daß er gebettelt habe. Aus einmal habe er einen Schutzmann in Zivil gesehen, den er kenne, tttil er glaubte Der Schutzmann wolle ü)n verhaften, fei er geflüchtet, von dem Mord will er keine Ahnung gehabt haben. Die rechte ^Hand des Legell wies eine Verätzung aus, auch war seine , rechte Rocktasche blutig. L. erklärt dies dahin, am Tage vor der Mordtat habe er Koks ausgeladen und sich dabei an der rechten Hand verletzt; er habe die Hand, als sie noch geblutet, in Die Tasche gesteckt. ' '
, ..Rüsse 1« heim, 2. Dez. Eine Frau Becker von hier hbent- RAai gegen den geheizten Ösen gesetzt. Plötzlich stand die Frau i n F l a m m e n, sie trug dabei so fchroere Jöranburunben im Rucken und dem Kops davon, daß sie im Rochus- hofpital zu Mainz ihren Verletzungen erlag.
. Kreis Wetzlar.
L ?eä‘ Ein rätselhafter Vor- fall hat die Einwohnerschaft von Barig-Selben- Hausen im Obertahnlreis in nicht geringe Aufreauna nachmittag war der 11jährige So h n des Landmannes Rlngsdorf mit einem gleiajaiterigcn Äa- meraöen harten hinter der Scheune, in welcher gerade wurde, beschäftigt. Pwpllch fiel ein Schuß und Ringsdorf stürzte, tn die Schläfe getroffen, zusammen, ilian braajte den Scpwerverwundelen sofort in oie Gießener ftlinif, wo er gestern abend gestorben ist. Es iit bis je^t Nicht ausgeclart, wer den Schuß abgegeben hat.
mt Hcfscn-Nassau.
Wiesbaden, 2. Dez. Eine überraschende Nachricht aud Rathaus in die Oeffentlichkeit. Unser zwei- ter Bürgermeister, Geh. Oberfinanzrat Glässing soll fich mit der Abftcht tragen, aus [einer hiesigen Stelluna nuszusch erden utrd den Poften des Bürgermeisters
^Wahlt feinen Sozialdemokraten! Justizrat Metz erklärte, der Frei- Ifi.m hätte dies damals getan, weil die Sozialdemokratie allein vorgegangen sei, jetzt aber halte er ein solches Verfahren für ungerecht, unliberal. Am Ende der Unterredung gab Justizrat Metz freiwillig .zu: „Ich gestehe, daß ich hier mit meiner Ansicht allein stehe." Das geschah bei 4 Freisinnigen und einem National l i b e r a I e n. Der Vorsitzende des Natl. Vereins wies auch ausdrücftich auf die Stimmung in Kreisen des Freis. Vereins, namentlich bei seinen gewerbetreibenden Anhängern hin und be- lonte, daß er dies ja als Angehöriger eines anderen Vereins hätte für sich behalten können, sich aber im Interesse einer Einigung des Bürgertums für verpflichtet halte, diese Ansklarung zu geben. In der vom Bürgerverein einberuseuen Vertreterversammlung — am 2 6. September — vertreten waren etwa 20 Vereine — habe sich genau dasselbe Spiel wiederholt. sJustizrat Metz habe immer gesagt: die »Sozialdemokraten ..sollen" das beschlossen haben, trotzdem es für ihn doch auch Tatsache sein mußte, oder bei Einsichtnahme in die Oberhessischc Volkszeitung hätte sein können.
Das Ergebnis einer langen Diskussion, in der den Forderungen des Vereins der Fortschritts Vereiniguna nicht nur von den Vertretern des Natl. Vereins, Professor Kausmüller und !Pcof. Luley, widersprochen itnb Ausschluß der Sozialdemokratie verlangt wurde, sondern auch von mehreren Vertretern anderer Vereine, war u. a. die Stellung der Fragen: Sollen nur nichtsozialdemokratische Vereine eingeladen werden? Sollen nur Nichtsozialdemokraten aus die Kandidatenliste gesetzt werden? Letztere Frage wurde erst in letzter Minute angeregt.
In der nächsten Sitzung am 24. Oktober kam es zur Abstimmung über diese Fragen. Vorher wurde von Prof. Luley in Rücksicht aus die mitstimmenden wirtschaftlichen Verbände geheime Abstimmung beantragt Es war aber auch aus diesen Kreisen der Wunsch an ihn herangetreten, dies zu tun. Daß geheime .Abstimmung hier notwendig und liberal war, braucht wohl nicht besonders betont zu werden. Der Kamps des Vertreters des Vereins der FortschntUichen Vereinigung hiergegen war lebhaft, aber vergebens. Die überwältigende Mehrheit wollte geheime )Ab- stimmung.
Nun erklärte Justizrat Metz, daß, faUs die Mstimmung über die beiden Fragen gegen ihn ausfalle, sein Verein nicht mitmache. Die Abstimmung ergab eine erdrückende Mehrheit gegen die Ansicht der Freisinnigen, obwohl doch nur 1 Ver- tretet des Natl. Vereins mitstimmte. Nun erUärte Justizrat Metz, er mache nicht mehr mit, da diese Beschlüsse den Grund- faßen seiner Partei zuwiderliefen. Und trotzdem waren diese Beschlüsse nichts anderes, als was Herr Metz 1907 getan hatte, was seine Parteifreunde in Frankfurt, Darmstadt, Mainz (mit geringer Variation), Bingen, Wetzlar ufw. 1910 getan haben.1
Aus der weiteren Entwicklung bis zur Wahl sei nur noch folgendes mitgeteilt zur Widerlegung des gegen uns erhobenen Vorwurfs einer beabsichtigten Verdrängung der Freisinnigen.
Gelegentlich einer Unterredung zwischen Prof. Luley und dem ihm befreundeten Herrn Slaotv. Habenicht, Vorstanosmit- glied des Vereins der Fortschrittlichen Volkspartei, wurde die eingetretene bedauerliche Spaltung besprochen und auch deren eventuelle Folgen für die verschiedenen Kandidaten, und nach 'einem Mittel zu möglichster Einigung gesucht. Dazu kam noch ein Zweites: Von außen traten Anregungen an Pros. Luley heran, Sicherung zu schaffen für die ausscheidenden nichtfrci- nnnigen Stadtverordneten, falls die Freisinnigen eine gemeinsame Liste mit den Sozialdemokraten aufstellen würden ohne Berücksichtigung der ausscheidenden Nationalliberalen, was ja nachher auch in der Hauptsache geschehen ist, ehe der Bürgerschaftsausschuß seine ^Kandidaten nominierte. Zu diesem Zwecke regte Pros. Luley brieflich bei dem Vorsitzenden des Ausschusses, Lehrer V. Müller, eine Einberufung des Elser-Ausschusses an, um dort eine Anfrage an den Verein der Fortschr. Vereinigung zu beschließen, ob er eventuell doch noch die Liste des Bürgerschastsausschusses unterstütze. Die Sozialdemokraten stellten damals, wie aus Zeitungsnachrichten hervorging, noch für sehr viele Freisinnige allzu hohe Anforderungen: Aufnahme von 6 bis 7 Sozialdemokraten in die Liste.
Au» Stadt und Laud.
- d, Dezember 1910.
«u/ 7h $^flc-!aflccnnbcr' Stadttheater. Nachmittags (3V, Uhr: Der fidele Bauer; abends 71/» ühr- Taüun 3 r, "nabend deSEvang. Bundes Vortraa von W. U6Hn6St^ 6Ä 8tC,°rmatiün ““ “ T--. 4a»
Kolosseum: Täglich Vorstellung.
Kinematograph: Täglich Vvrstelluna.
Biograph: Täglich Vorstellung.
«LikL* Qt C n m \ ?m Sonntag, vormittags V.12 Uhr in I
P® «Mtelaee. ©pietpian: 1. Sie Himmel tarnen Mmiaä |
Kleine Tageschronrk.
3« Oberstein wurde ein Igjähriger Schreiner- Ehrling, der einen elektrischen Leitungsdraht an- gesabt Halle, aus der Stelle getötet Der Fabrikant Rretü, der den Geloteten weahoren wollte, wurde s.ch w e üj i-
Dagegen erftärt eine weitere Zengin, namens Jordan, die ebenfalls im Haufe des Angeklagten Weiß wohnt, daß sie deutlich gefehen habe, tote Weiß, der auf dem Balkon stand, sich über das Gitter gebeugt und den Tops hinuntergeworfen habe. Der Angeklagte Weiß wendet gegen die Gläubwürdigkeit dieser B^ugin, em, daß sie mit allen Hausbewohnern verseindet sei.
Wre die Vernehmung der weiteren Hausbewohner ergibt,' ftanb der Angeklagte Weiß damals kurz vor der Hochzeit und vor seiner Selbftandigmachung. Es wird ihm auch das Zeugnis eines ruhigen und fleißigen Mannes ausgestellt.
Die Zeugin Jordan wird noch von Rechtsanwalt Heinemann befragt, ob fie nicht auch gesehen habe, wie der Arbeiter Herrmann, der inzwischen infolge der bei den Tumulten er- Uttenenen Verletzungen durch Säbelhiebe gestorben ist, von den Schutzleuten niedergeschlagen worden sei. Die Zeugin gibt dazu an, dreier Arbeiter Herrmann sei ganz ruhig durch die Straße gegangen, die kurz vorher von den Schutzleuten gesäubert worden war. jta hätten sich plötzlich mehrere der Beamten auf ihn geworfen und ihn zujammengehauen.
Ste in brecht meint, ob der Ange- nagteJScife nicht zugeben wolle, baß er diesen Vorgang eben» glU beobachtet und aus Erregung darüber vielleicht mit dem F . tnt°Pf nach den Schutzleuten geworsen habe. Der Ange- klagte Wntz bleibt kedoch dabei, daß die Frau Jordan ihn wider befieres Wißen beschuldige.
Die Verhandlung wendet sich dann dem Fall des Ange» "^ten Wandt zu, der in der Nacht zum 28. September in d^ Oldenburgerstraße feinen Spazierstock in eine Straßenlaterne geworsen hat, um diese zu zertrümmern. Tie hierzu vorgeladcnen Zeugen. Oberlehrer Linke und dessen Dienstmädchen, die den Vorgang vom Balkon aus beobachteten, erkennen den Angeklagten als den Tater wieder. 0
^iit Wandt zusammen soll der nächste Angeklagte Schultz emen Stein in eine andere Laterne geworsen fb •£ bic3 iu, toabrenl) der Angell. Wandt höhnisch lächelt, hoh^n El. b^ienigen bezeichnet, der ihm den Stein zugestectt habe Jnbezug aus den Angeklagten Albrecht wird burch eme Reihe weiterer Zeugen festgefiellt, daß dieser die Schutz- leute durch den Zuruf reizte: Kommt doch her ihr Blauen' und daß er vor dieser Heldentat bereits 15 Glas Bier und 15 ^l9t hätte. Jlud) der Angeklagte Zolchow wird von den Polizeizeugen bezichtigt, daß er die Beamten Bluthunde genannt und daraus nach dem Kupserschen Kohlenplatz geschasst vertagt. $ Lveiterverhandlung wurde auf Sonnabend früh
von Schöneberg anstelle des verstorbenen Oberbürger-^ meisters L,ilde anzunehmen.
Sitzung des ©emeinöerats oer Stadt vüdingen.^
—e. Büdingen, 2. De;
Anwesend: Bürgermeister Fendt, Beigeordneter Dotter uW die Gemeinderäte: Dicmer, Hinkel, Methfcssel, Nullmann, Schäfer Schulz, Treser, Wittekind; als Vertreter des Fürstlichen Hauses ■ Kammerdircktor Müller.
Auf Anträge der Gaswerks-Kommission wirb beschlossen, bat Zufuhrweg zum Gaswerk unb bie dieses umgebenden Wege itt chaussieren und bie Arbeiten in Selbstregie ausführen lassen. Den Anträgen auf Vergebung ber G a s m e ss e r e i n. bauung, ber Verteilung bcr £atemenbebienung auf b:e Sa- temenan;ünber, bcr Beschaffung bes Materials für bie Außen- lamven, ber Bewilligung einer einmaligen Zulage an ben Gas- werksmonteur, ber Aufstellung eines breiflammigen Kandelabers auf bem Marktplatz wirb ebenfalls zugestimmt, unb weiter bt- schlossen, bcr von Gemcinberat Rullmann in Anregung gebrachten Erhöhung ber Straßengasstänber näher zu tref?n. — Die Verträge über bie erfolgten Holzverkäufe werben genehmigt. — Dem Gesuch zweier Hausbesitzer an bcr Pfnvrrstraße um Gestattung ber Einleitung von Tagwasser in ben Schmutzwasserkanal wirb auf SBibemrf ftattgegeben. — Der zwischen Stabt und Eisenbahndirektion vereinbarte Vertrag über bie Durchführung ber stäbtischen Kanalanla^e durch den Bahnkörper wird angenommen. — Der aus einer alten Stiftung, bcr sog. Prä- senz, geleistete Beitrag zu ben Lchrergchalten setzte sich bisher aus barem Gelbe, Naturalien unb Nutznießung aus Grunbstückcn zusammen. Em Antrag aus Ablösung ber bisherigen Leistungen die auf 1496.69 Mark jährlich berechnet sind, derart, daß die genannte Summe als ständiger Zuschuß zu den Schutlastcn an die Stadtkasse abgeliefert wird, wird als Beschluß erhoben.
Das Verzcichüis der für 1909 bewilligten Kredite, bei denen der Voranschlag entweder überschritten wurde oder Mehreinnahmen erzielt wurden bezw. Minderausgaben zu verzeichnen waren, wird nicht beanstandet. Aus der von Bürgermeister Fendt erstatteten Wirtschastsrechnung für den Rathausumbau ist mitzuteilen, daß der Voranschlagssumme von 28 230 Mk. ein Aus- wand von 31 340.27 Mk. gegenübersteht, in welcher Summe die Beschaffung des Mobiliars einschl. 2 Proz. Bauleitung enthalten ist. — Zu dem Gesuch des Schuldieners um Erhöhung seines Gehalts wird beschlossen, das Gehalt auf 800 Mk. und freie Woh- nung festzusetzen, mit Wirkung vom 1. Januar 1911 ab. — Das Gesuch des Uhrensabrikanten Hiller in Stuttgart um Bewilligung eine« Nachschusses von 100 Mk. sür die gelieferte Schulhausuhr wird abgelehnt, desgl. das Gesuch des Prof. Dr. Krämer um ErmMgung des Wassergeldes. — Dem Antrag auf Erhöhung des Wohnungsgelbzuschusses um 10 Mk. pro Monat für ben Gasmeisters wirb stattgegeben, ba ber Gesuchsteller lt. Vertrag freie Dienstwohnung zu beanspruchen hat, aber bis zur Herstellung ber Dienstwohnung für Miete einer Privatwohnung einen höheren Betrag entrichten muß. — Der Antrag bes Babevercin-^ aus Bürgschaftsübernahme für ein von ber Landesoersicherung^ anstatt aufgenommene« Kapital wirb genehmigt. — Der Vorschlag des sürstlichen Vertreters, Kammer Direktor Müller, eine Gehaltsskala ber stäbtischen Beamten unb deren Einteilung m Gehaltsklassen in bie Wege zu leiten, um wiederkehren- ben Gesuchen um Gehaltserhöhung vorzubeugen, wirb ber Finanz- tommifiion überwiesen.
Die Moabiter Ltratzenkrawalle vor Gericht.^
„Die heutigen Verhanblungen brehten sich zunächst um ben Fall bes Angeklagten Weiß, ber von ber Anklagebehörde zu lener Gruppe von Tumultuanten gerechnet wirb, bie ben Krawall durch Hmunterwersen von Blumentöpsen, Steinen, Holzteile usw aus ben Fenstern ber Häuser in ber Beußel», Wiclef- und Hutten- straße verstärkten. Der Angeklagte will am Tage der Tat ruhig an einem Schreibtisch gesessen haben, während eine Nachbarsfrau, die Zeugm Oberländer, vor dem Untersuchungsrichter aus- gelagt hat, sie habe auf ihrem Balkon gestanden und deutlich gesehen, wie Weiß aus seiner in ber brüten 'Etage bdegenen Wohnung bezw. vom Balkon herab einen Blumentops auf bie Schutzleute hinuntergeworsen habe, bie in ber Wiclesstraße an- geiammelte Mensck-enmassen zu zerstreuen suchten. Weiter hat bie Zeugin in ber Voruntersuchung noch befunbet, baß ihr Balkon von bem bes Angeklagten nur burch eine bünne Glaswanb getrennt gewesen sei unb baß sofort nach bem Herunterfallen bes Blumentopfes ber bie Schutzleute befehligenbe Polizeileutnant ge- rufen habe: Dort hinauf schießen! Die Zeugin nimmt heute diese ben Angeklagten Weiß schwer belastenbe Aussage zum ' größten Teil aber zurück. So sagt sie, baß sie wohl gesehen habe, wie ein Blumentopf au« ber brüten Etage herunterfiel, doch lönne sie nicht sagen, daß Weiß ihn heruntergeworsen habe. . . Gr st er Staatsanwalt Steinbrecht: Wie kommt es baß bie Zeuain ihre Aussage heute bermaßen änbert? Hat vielleicht lemanb auf sie eingewirft? Zeugin: Nein. Ich will aber Nicht mehr sagen, al« ich verantworten kann, und ich habe mir meine Aussage vor dem Untersuchungsrichter inzwischen überlegt
•• Maul- und Klauenseuche. Neue AuSbräche der Seuche sind gemeldet aus Thiengen, Amtsbezirk Frei- bürg i. Br., Köln, Bockenem, RegicrungSbezirk Hildesheim.
Landkreis Gietzen.
= Langd, 2. Tez. Gestern abend feierte unsere ganze Gemeinde den Geburtstag unseres Lehrers Best, der schon 23 Jahre hier segensreich wirkt. Auf die Einladung des Gesangvereins erschienen abends der Krieger- und Turnverein, um Herrn Best em Ständchen zu bringen. Em stattlicher Fackelziig beivegte üch unter Gesang, Pselsen- und Trommelschlag nach dem neuen Schulhaus. Hier sang der Gesang- verein drei Lieder und Vertreter der einzelnen Vereine, von Denen Lehrer Best Präsident oder Vorstandsmitglied ist, feierten ihn in kurzen Ansprachen. Sie feierten ihn als Mann, der der Erzieher einer ganzen Generation ist, der sich bei allen Einrichtungen und Veranstaltungen dec Gemeinde als Ntann der praktischen Tat zeigte. Lehrer Belt dankte für bie lieber» raschnng und lud bie Veranslatlec zu einer Nachfeier bei Gastwirt Nonthaler ein, bie sehr angeregt vertief.
-f- Hattenrob, 2. Tez. Tec Echceinermeister Hch. Munster stürzte gestern abenb beim Strohabladen so nn- (stncklich vom Wagen, daß er sich einen doppelten Arm» bcuch zuzog.
t Kreis Schotten.
CD Dom Vogelsberg, 2. Tez. gegenwärtig gehen ganze Wagenladungen von Weihnachtsbäu men nach den verschiedenen Bahnnatlonen, um hier nach ihren Bestimmungsorten (meist Frankfurt a. M. und Wiesbaden) verfrachtet zu [ werden. Tie Bäumchen stammen größtenteils auS Privat- ivaldungen und werden je nach Größe mit 25—30 Big. bezahlt.__
Friedberg. . — —-
< - △ Rockenberg, 2. Dez. Es ist Nunmehr festgestellt, Daß Die Schuld an der Flucht der beiden Verbrecher die ungünstigen baulichen Verhältnisse der alten Ge- baube betrifit, bie bie Aufsicht burch bas Wachpersonal erschweren. Die erforderlichen Schrine zur Be,eüiguiig oer Mißpänoe sind bereits gefcyehen. An die Wiebercinrichtuiig eines Milüär-Mach- lommandos ift nicht zu denken.


