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29.12.1910 Zweites Blatt
 
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(60. Iahrgcmg

Donnerstag, 29. Dezember W

Gießener Anzeiger

Ertchetsl SgNch Untnhtmi btt

General-Anzeiger für Gberhefjen

RotaHontbrutf unb Verlag der vrüblichen UnioersüätS Buch- und SteinbrudcrcL R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftrafoe 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:e-E112. Tel.-Adr.: Anzeigers letzen.

Di«tlrftmT Ka»tlie»dlütter" werden dem bAnzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, bat Xrcisblafl ftr den Kreisleben0 zweimal wöchentlich. Die ,,ttvb»lN|chaftltche» Lett- frage»" er(chemen manalltch zweunal.

Das Wirtschaftsjahr (910.

ii.

Ein 'charakteristisches Zeichen für das Wirl-scyaftsjahr 1910 ist die gewaltige Konzentrations- und Fu­tonsbewegung auf dem Gebiet der Montan- und ileftmitätdinbuftde. Diese Erscheinung ist um deswillen nteressant, als hierbei das Bestreben bei den einzelnen Unternehmungen obwaltete, bei Erneuerung der großen Syndikate (Kohlen, Stahl und Eisen) sich eine höhere Be- ^iliaungsquote zu sichern und den Konkurrenzkampf even­tuell und auch ohne den Rückhalt eines solchen Verbandes lufnehmen au können. Die Fusion der Deutsch-Luxem- iurger mit der Dortmunder Union eröffnete -den Reigen. Von der Oessentlichkeit wurde dieser Zusammenschluß nicht sehr günstig beurteilt. Man fürchtete, daß die gewaltigen Kapitalien, die hier vereinigt nmrben, wohl erst nach Längerer Zeit von bem Markt ausgenommen werden könn­ten, daß ferner die räumliche Trennung der Unterneh­mungen nicht- günstig wirken würde und daß eine Ren- tabilität dieser Kapitalien wohl ohne weiteres nicht zu erwarten sei. Es kam ferner die Aufnahme der Röhren- ualzloerke Poensgen und der Düsseldorfer Röhreniudustrie in den Konzern Phönix hinzu, und man glaubt, daß noch löeilere Zusammenschlüsse auf diesem Gebiet zu erwarten sein dürsten. Die Börse hat von diesem Gedankengang heraus manche Anregung empfangen und in den Kursen ;um Ausdruck gebracht. Ob sich alle Vermutungen, die man in dieser Beziehung hegt, bewahrlwiten werden, das wird unS erst das neue Wirtschaftsjahr zeigen. Auf dem Gebiet der elektrischen I n d u st r i e hat aber die Kon- ;entrationsdewegung großartige Fortschritte zu verzeichnen. Die Aktien der großen Unternehmungen dieser Industrie standen lange Zeit im Vordergrund des Interesses. Als Endergebnis dieser Bewegung kann feftgcftcllt werden, daß jür die nächste Zeit der Konzern Der Allgemeinen Elek- tri^itäls-Gesellsä)aft nur noch dem Konzern Siemens- 3d)udert gegenübersteht unb daß als nennenswerte Außen­seiter nur noch die Bergmann-Gruppe und die schweizerische Aesellsckjaft Brown Boveri zu nennen sind. Man hofft von diesem Zusammenschluß ein Schwinden des bisherigen schweren Konkurrenzkampfes, das allmähliche Herausbil- ben eines Ri es en Monopols, von dem die ganze Industrie nur Vorteil erringen kann. Syit doch die elektrische In­dustrie für die Zukunft wirtschaftliche Fragen von größter Bedeutung zu lösen. Es sei hier in der Hauptsache des Baues von Ueberlandzentralen gedacht. So sind die ober- rheinischen Kraftwerke gegründet worden, um Elsaß und einen Teil Badens mit elektrischer Kraft zu verseyen, das bayerische Parlament hat dem großen Projekt der Aus- nuftung der Wasserkräfte des Walchensees seine Zustim­mung gegeben. Im Saargebiet ist ein Unternehmen dieser Art im Entstehen begriffen unb bie A E. G. hat mit bem Herzogtum Sachsen-Koburg-Golha wegen bc5 Baues einer Ueberlandzentrale unb der Versorgung des Landes mit Licht unb Kraft ein Abkommen getroffen. Man hofft, daß durch den Ausbau dieser Kraftzentralen auch der Bau der Kleinmotoren in dem Landwirtschaftsbetrieb einen großen Aufschwung nehmen wird, und es steht außer Zweifel, daß die Frage des Uebergangs unserer Eisenbahnen, we- nigstens in ihren Hauptstrecken zum elektrischen Betrieb, durch diese Kpnzentrationsbemeaung eine Förderung er­fahren dürfte. Unsere elektrische Industrie dürfte also, wenn keine wirtschaftlichen und politischen Zwischenfalle eintreten, für die Folge einer besonders günstigen Entwick­lung entgegengehen. Diese Hofftruiigen haben in den Kursen der in Frage kommenden Unternehmungen zweifel­los schon einen gewissen Ausdruck erhalten.

Die Frage der Erneuerung der großen Syn­dikate, die für'bie nächsten Jahre auf ber Tagesorbnung steht, hat iljre Schatten schon vorausgeworfen. Nach welcher Richtung lftn sie gelöst wird, läßt sich bei bem Wiberstreben der mächtigen Interessen, bie hier im einzelnen nach be- [riebigenber Lösung ringen, nicht Voraussagen. Jeden­falls haben bie Vorverhandlungen schon während des ganzen Jahres geschwebt, und von Zeit zu Zeit die schwierige Lage beleuchtet, der wir in dieser Beziehung entgegensehen. Es ist im Interesse unseres ganzen Wirt­schaftslebens zu wünschen, daß es gelingt, die immer von neuem auftretenden Schwierigkeiten zu beheben.

Wie bereits erwähnt, hat von Beginn des Jahres an ein gewisser Optimismus über die günstige Entwicklung nnfereS gesamten industriellen Lebens vorgeherrscht. Diese Stimmung ist ohne Zw-eisel vielfach zu weit gegangen, unb eS laßt sich nicht leugnen, baß von ber Mitte des Jahres an eine gewisse Zurückhaltung in der Beurteilung dieser Weiterentwicklung eintrat. Man darf der Hoffnung Raum geben, daß die Aufwärtsbewegung in unserer In­dustrie trotz ber verschiedenen Rückschläge weiter gehen wird, man hat sich aber bezüglich der Schnelligkeit dieses Auf­strebens der größten Zurückhaltung zu befleißigen.

Wenn wir noch einen Blick auf einzelne Industriezweige werfen, so hat in der Kohlenindustrie die milde Witterung auf die Absatzverhältnisse im allgemeinen nicht günstig gewirkt. Auch hat die wachsende Zahl der außer- lyndikatlichen Zechen auf bie Konkurrenz einen nachteiligen Eindruck ausgeübt. Selbst die lebhafte Beschäftigung der Industrie hat sich nicht so stark durch Abruf von Kohlen bemerkbar gemacht, wie dies zu erwarten gewesen wäre. Erst in ber zweiten Hälfte bes Jahres ist eine Besserung zu verzeichnen. Der große Arbeiterausstand in Englano zu Anfang des Jahres wirkte auf kurze Zeit belebend auf unsere Kohlen-Ausfuhr.

In ber Eisenindustrie sanden namentlich zu An­fang des Jahres eine Reihe von Preissteigerungen statt, bie eine belebende Wirkung auf den Markt dieser Werte ausübten. Die bereits erwähnten Fusionen hatten eben» alls die Aufmerksamkeit weiterer Kreise aus die Vor­gänge in dieser Industrie gelenkt, und als werteres gün- tiges Moment muß die Gründung der Verkaufsvereini­gung der Hochofenwerke bezeichnet werden. Man erwartet stervon eine Milderung des verderblichen Wettbewerbs unter den einzelnen Werken. Zweifellos ist dieser Zu sammenschluß durch die Not in bieier Industrie aezeiligl worden, waren doch die Preise von Mitte Mai 1908 von

76 Mk. bis Anfang 1909 auf 5860 Mk. zurückgegangen, unb konnten sich erst allmählich bis Juli 1910 auf 6365 Mark erholen. Die Verlängerung ber Stabei envereini- gung uno ber Grobblechevereinigung hat eben alls gün­stige Wirkungen geäußert. Die schwierige Lage Der ameri konischen Eisenindustrie hat mit Rückficht auf die bereits erwähnte gesunde Lage unserer Industrie im allgemeinen keinen nachhaltigen Eindruck auf unsere deutsche Eisew industrie zu machen vermocht, und schließlich hat sich auch die Aussperrung im Bauhandwerk verhältnismäßig nicht so ungünstig bei ihr bemerkbar gemacht, als man ursprüng lich befürchtete.

Auch die Stahlindustrie hat sich vorherrschend in günstigem Sinne entwickelt, und wenn auch das In landgeschäft hie und da stiller war, so hat fid) doch im Auslandhandel eine etwas lebhaftere Tendenz geltend ge­macht.

In der Entwicklung des Kupsermarktes zeigte sich die überragende Stellung Amerikas. Die Lage dieses Marktes war fortdauernd ungünstig, aber auch hier zeigte sich daß die krisenartigen Erscheinungen nicht im Wirt­schaftsleben der Union begründet sind, obwoyl zugegeben werden muß, daß der Jnlandverbrauch in Amerika durch die verminderten Materialbestellungen der Eisenbahnen stark nachlietz und daß Produktion und Konsum nicht im Einklang standen. Vielmehr machte sich auf dem Kupfer­markt eine Reaktion geltend, die aus die Auswüchse der Spekulation zurüchMühren ist. Erst von Ende Dftober an trat eine kleine Besserung ein, dank der tatfächlich durch­geführten Probuktionseinschrcmkuug der Großproduzenten und der dadurch erfolgten Abnahme ber Bestäube.

Aus dem hessischen Voranschlag für \9\\.

ui.

Tie Staatsschuld

wird sich zu Beginn des neuen Etatsjahres voraussichtlich, wie folgt, stellen:

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Der Unterschied gegen den in der Denkschrift zum Haupt- Voranschlag 1910 auf den 1. April 1910 ermittelten Betrag der Staatss^uld von 427 361 734 Mk. ist einesteils begründet in dem Zugang der neuen Serie XIV mit 16 500 000 Mk., sowie deF Begebung der aus den Serien XII und XIII für Schuldbucheinträgß zurückgestellten 1500 000 Mk., andernteils in dem Abgang von 642 000 Mk., der sich seinerseits wieder zusammensetzt aus einer Abschlagstilgung von 196 800 Mk. auf das 1909 er Tilgungssoll bei der allaemeinen StaatssckMld und einer ordentlichen Tilgung von 153 100 Mk., sowie einer außerordentlichen Tilgung vott 292 100 Mk. (aus Erlös für verkauftes Gelände) aus die Isenburger Schuld.

Demnächst sind noch auf das 1909 er Tilgungssoll bei der all­gemeinen Staatssckmld restlich 541 600 Mk. (nom. etwa 533 000 Mark), auf das 1910 er Soll 821 700 Mk. (nom. etwa 840 400 Mk.) zu tilgen. Dagegen wachsen zu die Anleihebeträge, die in dem! neuen Hauptvoranschlag zur Deckung von Ausgaben für Eisen­balmzwecke mit 5 744 000 Mk. und für andere außerordentlich^ Staatsbedürsnisse mit 1011800 Mark, zusammen mit 6 755 800 Mark .eingestellt fink

Die Tilgung für 1911 ift, wie schon bemerkt, nach dem neuen Gesetzentwurf nebst Nachtrag mit insgesamt rund 2 225 500 Mk. vorgesehen und zwar:

1. mit 107 200 Mk. aus Staatsrentenmitteln'

2. mit 500 000 Mk. aus Abträgen auf die Vorschüsse der Hauptstaatskasse an den Domänenergänzungsfonds unb an den Erncuerungssonds Bad-Nauheim;

3. mit 1 577 970 Mk. aus Eisenbahnüberschüssen. Dieser Betrag entspricht % vom Hundert der Eisenbahnjckmld zu Beginn des Etatsjahres 1911 «= 1 441 200 Mk. und 1 vom Hundert ber sonstigen Sckwld zu Beginn des Etatsjahres 1911 (ausschl. der Anleihe für die Landes-Hypothekenbank) = 743 970 Mk. nach Abzug der unter 1. und 2. aufgeführten 607 200 Mk.;

4. mit 30354 Mk., die der neue Hauptvoransck>lag mit drei Prozent aus der vom 1. April 1911 ab für andere als Eisenbahn­zwecke aufzunehmenden Staatsschuld (= 1011800 Mk.) auSfetzt (für werbende Anlagen, für die 1,9 Prozent anzusetzen wären, ist nichts vorgesehen^:

5. mit 10 000 Mk. Abtrag auf einen Vorschuß der Haupt­staatskasse an die Domänenverwaltung.

Für Verzinsung der Staatssckiuld sind 15 187 555 Mk. 08 Pfg. eingestellt oder 254 062 Mk. 30 Pfg. mehr als 1910.

Die Landeskreditkasseschuld hat ihren alten Stand von 12699 200 Ml. behalten. Da die Rückzahlungen der Kasseschelldner zu neuen Ausleilwngen verwendet werden und bei Herairziehung je5 aus solckxm Rückzahlungen in den letzten Jalrren angesammelten Betriebskapitals hierzu ausreick>en werden, ist auch diesmal weder eine Tilgung noch eine Begebung neuer Sckwldv er schreib ungeil vorgesehen. Der Zinsnibedars ist deshalb mit dem gleickxm Betrag öü jür 1910 - 47Z Mt. c^nMellt. er Md totikx vor­

gesehene 4920 Mk. Verwaltungskosten werden von der Landest frcbitfaffe wieder ersetzt.

Die.Einnahmen erfüllen mit 1 481 440 Mk. bei der Daupt-" staatskasse worunter 1 143 700 Mk. Zinsen von nutzbar angex- legten Aktiven der Hauptstaatskasse und 332 440 Mk. Gewinn­anteil aus dem staatlichen Besitz an Aktien der Landes-Hypotheken­bank bei Annahme einer Erhöhung der Dividende von 33/< Prozent auf 4 Prozent und mit 1 271 798 Mk. 88 Pfg. bei der Staats- cknrldenkasse worunter 100 000 Mk., 400 000 Mark unb 10 000 Mk. Abträge des Ergänzungsfonds des FamilieneigentunlZ des Grobherzoglichen Hauses, des Erneuerungsfonds Bad-Nauheimi and der Domänenverwaltung auf die ihnen vom Staat gewahrtem Darlehen.

In ber Hauptabteilung XII:

Pensionen, erscheinen die von der Staatskasse endgültig zu fragenben eigent-^ Lieben Zivilpensionen, d. i. die Summe aller dieser Pensionen nach Abzug der von der Hessisch-Preußischen Eisenbahugcm.in^ 'chafts-Derwaltung zum Ersatz kommenden Pensionen von Eisens babubeaalten mit 1598 900 Mk. oder 4800 Mk. weniger al5 1910, die Lehrerpensionen nach Abzug der Beiträge der Ge-^ mernden zum LelTrerpensionsfonds mit 648 940 Mk. oder 46 500 Mark mehr, der Etat über die Versorgung der Witwen und Waisew mit einem Zuschußbedarf von 971050 Mk. oder 16 650 Mk. mehr, der Etat für Kranken-, Invaliden- und Unfallversicherung mit 177 200 Mk.. oder 4800 Mk. mehr und der Etat für Fürsorge- maßnahmen für die Beamten usw. der Landgemeinden usw., staat­liche Arbeiter und Kommunalsorstwarte mit 122 890 Mk oder 6700 Mk. weniger als 1910. Im ganzen ist ber Zuschußbedars um 55 464 Mk., d. i. auf 3 648 194 Ml. gestiegen.

In der Hauptabteilung XIII:

Verhältnis zum Reich, sind in ber Erwartung, daß es auch für 1911 gelingen wird, eint! Mehrbelastung ber Bundesstaaten an ungedeckten Matrikularbei- trägen über den Betrag von 80 Pfg. auf den Kopf der Bevölkerung! hinaus hintanzuhalten, dem bereits vorliegenden Reichsetatsentwuri entsprechend, hie Matrikularbeiträge und die U eb er­weis ung en mit der glciri/en Spannung wie in 1910, also mit einer Herauszahlung an das Reich von 1025 212 Mk. eingcfteUC worden. Die Vergütungen aus ber Reichskasse a rt Verwaltungskosten der Zölle unb Reichs st euerw unb bie Gebühren für außerordentlche Amtshandlungen im Zoll-« unb Reichssteuerverkehr mußten um 92 583 Mk. niedriger ver­anschlagt werben. Der Abschluß der Hauptabteilung ergibt einer EinnalMesumme von 3 925 861 Mk. unb eine Ausgabesumme vo^i 5 151 474 Mk., also einen Zuschaißb^ars von 1225 613 Mk. oder 98 986 Mk. mehr als für 1910.

Die schon mehrfach genannte Hauptabteilung XIII a: Ausgleichs- unb Tilgungsfonds,

weist eine Abfülyrung an biefen Fonds auf von 1 728 118 Mk<! unb eine Entnalnne aus ihm für allgemeine Staatszwecke oemf 937 727 Mk. 09 Pfg. Jener Betrag berechnet sich nach denk Vorschriften derAbänderungen und Nachträge zu dem Gesetz-» enmnrrf über bie Tilgung der Staatsschuld" aus 14 980 000 Mk., Eiserrbahnüberschüssen nach Abzug der hieraus vorweg zu deckenden:' 11 171 912 Mk. für Verzinsung ber Eifenbahnschuld, insoweit ber Erlös ber Anleihen tatsächlich bereits für Eisenbahnzwecke ver­ausgabt sein wird, 350 000 Mk. für öffentliche Abgaben, 152 000 Mark weggefallene Staatssteuern der früheren Hessischen Ludwigs- eisenbalm und 1 577 970 Mk. für Schuldentilgung. Die Entnahme aus dem Fonds bleibt um 12 272 Mk. 91 Pfg. unter dem in jenen. Abänderungen und Nachträgen" als Zuschuß zur Deckung ordeut- lick-er Staatsausgaben vorgesehenen Höchstbetrag von 950 000 Mk- Im Fonds würden danach verbleiben 790 390 Mk. 91 Pfg. (-- 1728 118 Mk. 937 727 Mk. 09 Pfg.) unb es würden bt ihm nach Zuführung bes Ende 1910 verbleibenden Restbetrages des alten Ausgleich^fonds mit mindestens 780 000 Mk, Ende 1911 angesammelt sein mindestens 1570 000 M.kr

Die Hauptabteilung XIII b:

Nachträge, bringt als einziaen Posten den Ueberschuß bes HauptvoranschlagA 1910 mit 370389 Mk. 32 Pfg. in Einnahme; er war dort untet der gleichen Hauptabteilung als Einnahme für den 1911 er Haupt-» Voranschlag zwecks dessen leichterer Balanzierung in Ausgabe gestellt worden. Im Vergleich zu 1910 bedeutet diese EinnahmS eine Besserung um 740 778 Mk. 64 Pfg.

Auch in dem zweiten, bie Einnahmen Und Ausgaben be5 Vermögens behanbelnben Teil bes Hauptvoranschlags werden die Hauptabteilungen I: ResteausfrüherenJahren und XIV: Indisponible unb reservierte Fonbs, zweckmäßiger­weise zusammen betrachtet. Jene Hauptabteilung führt ab5 beim Abschluß ber Staatsrechnungen 1909 verbliebeneiH Rest bes Vermögens int engeren Sinn ben Betrag von 5 405 391 Mark 49 Pfg. in Einnahme auf. Die Hauptabteilung XIV ent­hält demgegenüber die wesentlichsten aus dieser Einnahme gtf deckenden Ausgaben als: das Betriebskapital ber Hauptstaats­kasse mit 5 000 000 Mk., den Betrag von 88 680 Mk., über den bereits im Etatsjahr 1910, in dessen Rechnung jener Rest tatsächlich überging, zu Ausgaben verfügt wurde, sodann einen Betrag von 206 533 Mk. 33 Pfg., der zur Vollendung früher genehmigtarf Bauten usw. noch erforderlich ist unb der bis zum Abschluß des Etatsjahres 1909 jiod) nicht verfallen war. Beim Vergleich der Summe dieser Ausgaben mit dem unter Hauptabteilung I ein­gestellten, zu Ende 1909 verbliebenen Vermögensrest und nach Berücksichtigung einiger weiterer, unter anderen Hauptabteilungen, in Einnahme unb Ausgabe vorgesehener Vermögensbeträge ergibt sich auf den, Schluß des Etatsjahres 1911 ein Vermögens re sL von 145608 Mk. 16 Pfg., ber zum Ausgleich des Vermögensetats ebenfalls unter der XIV. Hauptabteilung verausgabt, d. h. in Reserve gestellt ist. Der Unterschied zwischen diesem Betrag imb- dem im laufenden Hauptvoranschlag auf Ende des Etatsjahres 1910 zu 40 178 Mk. 71 Pfg. ermittelten Vermögensrest ist in ben stark sließenben Rückzahlungen auf Ausleiliungen zu suchen.

Unter den anderen Hauptabteilungen enthält dev Vermögensetat auch diesmal wieder eine Reihe von Forderungen, insbesondere baulicher Art, zu deren Deckung der Staats- k r e b i t beansprucht werden muß. Es ist deshalb, wie bereits erwähnt, eine Anleihe von insgesamt 6 755 800 Mk. und zwar- 5744000 Mk. für E i s e n b a h n z we ck e und 1011 800 Mk. für andere außerordentliche Staatsbedürfnisse ein­gestellt worden. Ihr Zinsfuß soll, wie bei früheren Anleihen ge­schehen, von der Regierung festgesetzt werden, er hätte sich nach der Lage des Geldmarktes bei ber späteren Begebung ber Anteil)« zu richten. Aus den Ausgabeforderungen seien hervorgehoben

Im Geschäftsbereich des Ministeriums des Innern 323 050 Mk. haichtsächlich für Forderungen im Bau­wesen als: Kosten der inneren Einrichtimg des Lehrer­seminars Bensheim, eine dritte und letzte Rate für den Neubau einer Blindenanstalt z u Friedberg, eine vierte Rate vom Staatszusckmß zu den Kosten der Wiederher­stellung des kurfürstlichen Schlosses zu Mainz usw.;

im Geschäftsbereich des Ministeriums dep Justiz 240000 Mk. für Anlegung neuer Grundbückrer;

im Geschäftsbereich des Ministeriums der F i n a n z e n 6 192 750 Mk. und zwar 5 744 000 Mk. für Eisen­bahnzwecke als: Beschaffung von Betriebsmitteln, Erwerb mili* lärftskalijcheL Geländes auf dem linken Rheinufer beim Bahnhoß