Ausgabe 
31.3.1910 Erstes Blatt
 
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Gastwirts Ruhl in Brand und der mtgmdtete Schaden ist be­trächtlich. In Merkenfritz geriet ein Knecht mit der einen Hand in die Kreissäge, wobei er sich an -zwei Fingern »erheHüche Verletzungen zuzog.

Ein entsetzliche; Eisenbahnunglück bei Mülheim o.RH.

Ein entsetzliches Eisenbahnunglück, dessen Folgen noch kaum zu übersehen sind, ereignete^ sich gestern nachmittag gegen 2 Uhr im Bahnhof Mülheim am Rhein, wo ein Luxuszug auf einen Militärzug aufsuhr. 50 Reisende, meist Soldaten sind getötet oder schwer verletzt.

Die amtliche Meldung besagt:

Mülheim a. Rh., 30. März. Leute nachmittag gegen zwei Uhr fuhr der Luxuszug Nr. 174 auf den Militärurlauberzug Nr. 40 im Bahnhof Mülheim a. Rh. infolge Ueberfahrens des Haltesignals. Von den Militärpersonen sind verschiedene tot, sowie eine Unzahl mehr oder weniger schwer verletzt, der Betrieb wird über Güterzuggeleise geleitet. Umleitungen der Schnellzüge von Düsseldorf nach Köln erfolgte über Neuß. Vier Wagen sind stark, die Lokomotive und zwei Wagen leicht be­schädigt.

Soweit bis abends festgestellt wurde, sind bei dem Eisenbahn­unfall 19 Soldaten getötet und 3 9, sowie zwei Schaffner des Militärzuges verletzt worden. Die Schuld an dem Unfall trifft einen Lokomotivführer. Ein Ministerialkommissar ist sofort an die Unglücksstelle geeilt.

Eisenbahnminster von Breitenbach, der sich zur Besichtigung der neuen Bahnstrecke Köln-Südbrücke-Kalk zu­fällig in Mülheim befand, ist sofort an der Unfallstelle erschienen. Die Angaben über die Zahl der Verwundeten schwanken beständig, weil sich nachträglich nod) Leichtverletzte melden, die im Bahnhossrestaurant verbunden worden sind. Ihre Zahl soll sich auf gegen 100 belaufen. Die Zahl der Toten wird neuer- drnas mit 19 angegeben, die der Schwerverletzten auf 50. Die Soldaten gehören den in Straßburg i.E. bezw. Metz garni- fonierenben 130. und 144. Infanterieregiment an.. Sie wollten sich aus Wanne, Hamm und Soest in ihre Garnisonen begeben. Der Gouverneur von Köln, General von Sperling be- -suchtc die Verletzten in den Krankenhäusern.

Die Unglücksstelle liegt ungefähr 500 Meter vor dem Mül­heimer Bahnhofe. Der Militärzug stand auf dem Gleis und der Luruszug fuhr dann von hinten in den Militärzug hinein. Die beiden letzten W a g e n des Militärzuges wurden überein- anderge schoben und auch die beiden folgenden Wagen wurden teilweise zertrümmert. Die Rettungsarbeiten gingen schnell von statten. ,, .

Nach einer Meldung des Wolff'schen T. B. ereignete ttch das Unglück erst um 2,30 Uhr. Im Luxuszuge befanden sich 13 bis 16 Personen, von denen niemand verletzt wurde. Der Oberkellner des Luruszuaes erhielt eine Kopfverletzung. Der Luxuszug setzte um 5 Uhr feine Fahrt nach Genua fort. Den Militärzug war bereits heute früh 9 Uhr 55 in D ort mund abgelassen worden. Minister von Breitenbach ist um 7 Uhr 14 nach Düsseldorf weitergefahren.

Weitere Traittnachrichlen.

Mülheim a. Rh., 30. März. Im hiesigen Kranken­hause liegen sieben Tote und in der Leichenhalle 13 Tote; ferner- im Krankenhause etwa 3 0, Ver­wundete, darunter 2 0 schwer,; im Hospita l sieben Verwundete, darunter vier schwer. Ob Zivilpersonen verwundet worden sind, konnte bisher nod) nicht ftstgestellt wer­den Unter den Verwundeten befindet sich ein Bahnbeamter.

Mülheim a. Rh., 30. März. Wie von zuständiger Seite gemeldet wird, sind über zehn Personen tot und gegen 30 mehr oder minder schwer verletzt.. Das Unglück ereignete ) id) am Uebergangc in der Gladbacherstraße in Mülheim. Der Militärzug sollte über Köln, Koblenz nach Straßburg i. E. fahr en.

Köln, 30. März. Dem bei dem Eisenbah n - U nal u ck in Mülheim a. Rh. verwundeten Eisenbahnbeamten, einem Schass- ner des Militärzuges, mußte ein Bein abgenommen werden. Tas 7 Pionier-Bataillon ist bei den Aufräumungsarbeiten tätig. Sämtliche Sanitäts-Offiziere und -Unteroffiziere der Garnijon Köln-Deutz sind zur Hilfeleistung an Ort und Stelle erschienen.

Wie da; Unglück entstand.

Mülheim a. Rh., 30. März. Der Militärzug wartete vor dem Bahnhof Mülheim au!f das Einfahrtssignals Als nun das Einsahrlssignal gegeben wurde und sich der Militärzug lang­sam in Bewegung setzte, brauste auf demselben Gleise der Expreßzug heran und fuhr, wie die Mülheinier Zeitung nutteut, hinten aufl den Militärzug auf. Durch den Anprall wurden die letzten Wagen des Militärzuges völlig ineinandergeschoben und zertrümmert. Im ganzen sind 19 Soldaten ge­tötet worden. In den Hospitälern sind insgesamt 43 Verwundete untergebracht. Zahlreiche Personen, die leichte Verletzungen erhalten hatten, wurden verbunden und entlassen. Unter ihnen befinden Nch Soldaten aus Essen, Duisburg unb anberen Plätzen bcs I ndustriebezirks.

Die Opfer

Mülheim a. Rh., 30. März. Die bei dem Eisenbahn-Un­glück getöteten Personen sinb: Die Musketiere: Fischer, Krzhcniak, Schuck, Bcnzola, Mochten und der Hornist Roettgen, sämtlich aus Metz; ferner der Musketier Bruckstet, der Gefreite Köhler, der Kanonier Bedarf und die Musketiere Snnnrng, Bongers, Klcczkowski, Renz, Kokowcinski, Köhler, Ortmann, Kn- letzki, Schnack und Prenß. . t .

Schwer verletzt sind.: Steinchen, Hezek, Bollwerk, Bud- zinski, Theodor Worberg, Greschkowiak, Heimann, Kotthoff, Wawr- zhniak, Brüder, Marx, Burmonn, Baloniak, Kozak, Peblansn. Szhnokowiak, Wovezeyl, Mrasek, Sosteen, Bubnick, Bauhaus, Spel- lekcn, Mikolczyk, Jäger, Ulot, Wewers, Donczyk, Häusler, Kurek, Osterlaiid, Mever, Heitridi, Zbiarstik, Krakowick, Presloski, Wiebel- niann, Hage, Sypakowski, Hofsoben, Brehsmann, Köpsert, Ter- foorth, Teer Haan und Draczenski.

Ein Augenzeuge des Unglücks berichtet der Rhein. Wests. Ztg.:

Der Dortmunder Zug hielt hier, zum größten Teil angefüllt mit'Soldaten aus der Dortmunder Gegend, als ich plötzlich em gewaltiges Geprassel horte. Ich sah unb hörte im ersten Moment nichts. Nur ein furchtbarer Aufschrei aus hundert Kehlen, bann ein Geprassel unb Brechen ber Wagen. Dann eine Minute Schweigen unb alles lost sich in Stöhnen unb Dngstgeschrei auf. Als ich mich ivicber von meiner Bestürzung eijoit hatte, war mein erster Blick auf bis Wagen; ein furchtbarer Anblick. Der Wagen 2005 war auf 1406 vollständig aufgefahren. Iui ersten Augenblick sehe id) nichts weiter als eine zertrümmerte AUisse aus der Arme, Hände unb Beine hervorragen. Ein furdjt= bares 'Angstgefchret hallt wieder! Zuerst sind nur die wenigen Bahnbeamten anwesend. Sprachlos stehen sie einen Augenblick da, nicht wissend, was sie anfangen sollen Dann endlich kehrt die Besinnung wieder. Wir eilen auf die Wagen zu ; von dem Luxus­zug sind die Reisenden ausgestiegen, alles stürzt sich auf die Wagen. Audi vom Hauptbahnhof kommt jetzt Hilfe an. Wir machen uns an die Rettungsarbeiten, zuerst auf die beiden aufgefahrenen Wagen.

Sämtliche Soldaten, die sich in diesen beiden Wagen befanden, find entweder schwer verwundet aber tot. Wir sehen eine unförmige Masse von Mcnschenlcibcrn, hoch oben unterhalb der Decken­bretter liegen nod) zwei verwundete ^olbaten, die Leben zeigen. Dieses sind die einzig UebeHebcnbcn bieier beiben Wagen.

Die Fahrtteilnehmer der anderen Wagen sind teilweise schwer verwundet. Die meisten Leichen haben keine äußerlich sichtbaren Wunden erlitten. . , . v x 3 , ..

Folgenden anschaulichen Bericht jenbet uns unser Mitarbeiter in K ö l n.

:: Köln, 31. März. (Privattelegramm.) Im Laufe des Abeiibs meldeten sich nod) mehrere leicht Verletzte, so daß die Zahl der Toten und Verwundeten jetzt rund zweihunderi be­trägt. Der Eisenbahnminister leitete noch spät abeiids die Untersuchung cm und befragte das beteiligte Personal. Aus den

Erfuridigungen geht hervor, baß dem Militärzug wie auch dem Luxuszug zu gleicher Zeit bas Einfahrtssignal ge­geben wurde.

Auf bem neuen Mülheimer Friedhof wurden die 13 Opfer, die sofort getötet und gräßlich verstümmelt worden waren, anf- gebahrt. Die Einwohner von Mülheim sind fortgesetzt in der größten Aufregung. Bis spät abends sah man Soldaten mit ver­bundenen Köpfen von zahlreichen Leuten umringt. Auch in der Heimat der Soldaten herrscht begreiflicherweise große Ausregung. Frisch unb munter haben bie jungen Solbaten von ihren Lieben Abschied genommen und nur wenige Stunden später lag ein großer Teil auf ber Bahre. 1

Manche von denen, die unverletzt geblieben sind, war der Schreck so in die Glieder gefahren, daß sie die Sprache ver­loren hatten. Sie wurden zum größten Teil mit den fahr­planmäßigen Zügen von Köln aus weiterbesördert; andere sind in die Heimat zurückgekehrt oder in Köln untergebracht worden.

Der Zusammenstoß soll nach dem Bericht von Augen­zeugen fürchterlich gewesen sein. In den Wagen, die bei dem An­prall unversehrt geblieben waren, wurden viele durch Glassplitter verletzt. Das Gepäck flog vielfack) durch die Fenster auf den Bahndamm. Doch das war nur das kleinere Hebet im Vergleich zu bem übrigen Unheil. In ben üorberen Wagen ging es noch ziemlich glimpflich ab, in ber Mitte aber würben die Wagen in» einanber gedrückt unb ber vorletzte unb ber vorvorletzte hatten sich vollständig ineinander geschoben. Es war ein Grauen er­regendes Bild, die blutuberftrömten Verwundeten und bie Leichen fort|djaffen zu sehen. Ter Bahnbamm gleicht einem Kriegsschau­platz, ein Anblick, ber noch durch das Eintteffen ber 16 er, ber Pioniere, bet Artillerie sowie des Krankenwagens ber Deutzer Kürassiere wesentlich verstärkt wurde.

Dermifditcs.

* Eine schwere Gasexplosion ereignete sich gestern abenb gegen 8 Uhr in B r e s l a u, irn Hause Einbaumstraße Nr. 4. Sämtliche Türen unb Fenster würben herausge­rissen. Einem am Hause vorübergehenben Herrn würbe voll ber herausstürzenben Haustüre ber Kopf zerschmettert. Das Haus ist ein gestürzt. Die Feuerwehr arbeitet fieberhaft an ber Rettung ber Verschütteten. Bis um 10 Uhr waren 8 Tote unb Schwerverwundete geborgen.

Die Explosion, durch die drei Menschen getötet und fünf schwerverletzt worden sind unb bie einen großen Materialschaden zur Folge hatte, entstand dadurch, baß ein im ersten Stock wohnenber Lehrer, dem ein starker Gasgeruch ausfiel, den Hausmeister veranlaßte, sich in eine zur "Zeit leerstehende Wohnung im Erdgeschoß zu begeben. Unvorsichtigerweise betrat ber Hausmeister trotz bet Warnung des Lehrers die leerstehende Woh­nung mit einem brennenden Lichte. In demselben Augenblicke erfolgte ein heftiger Kall. Sämtliche Fensterscheiben stürzten her­aus und der hintere Teil des Hauses stürzte krachend zusammen. In allen Stockwerken wurden, Schreckensrufe laut. Auch in der weiteren Umgebung wurden Scheiben zertrümmert unb F^uster- kreuze her aus gerissen. Den Lehret fanben bie alsbald herbev- geedten Polizei- unb Feuerwehrmannschaften m einer Ecke ber Parterrewohnung zwar noch lebenb auf, doch starb er auf dem Wege nach bem Ktankenhau.se. Der Hausverwalter ist merk­würdigerweise mit leichteren Verletzungen davongekommen, sein Sohn unb seine brei Töchter wurden schwer verletzt unter beit Trümmern hervorgezogen. Ein anderes Kind bes Lehrers konnte nicht geborgen werden.

SHeiitc

Bei der Ueberfahrt über den 20 Kilvmleber von Peters­burg entfernten Luga Tschermensee brachen eine Anzahl Schlit­ten, bie nach Luga unterwegs zum Pferdemattt waren, em. oO Mann kamen uns Selen.

Im Tierpark in Unterburg bet Nürnberg z erneis chte gestern eine Löwin einem am Gitter ber Käfige stehenden Knaben den Arm und die linke Gesichtshälfte; einem! Mädchen wurden die Kleiber vom Leibe gerissen. Ter Bändiger konnte schließlich das wütende Tier von seinen Opfern abbringen.

Tie Tätigkeit ber Ae tu a nimmt zu. Der Lava- strvm bewegt sich auf die Ortschaft Dior e llo zu, der auf zwei Kilometer nahegckommen ist.

KleineChronikaus KunstundWissenschaft. Konsistorialrat Pros. Tr. theol. Äärl Friedrich Noesgen in Rostock vollendet am 31. März das 75. Lebensjahr. Dte Versammlung akademisch gebildeter Lehrer wählte als Ort ber nächstjährigen Tagung Dresden. Unter zahl­reicher Beteiligung wurde gestern vormittag in Berlin bie 39. Versammlung der Deutschen Gesellschaft für Chi- rurgie eröffnet. Tie chirurgischen Behandlungen ber Epilepsie besprach Geh. Medizinalrat Prof. Dr. F. Krause (Berlin). H erauf berichtete Pros. Tilmann (Köln) über bie 2!teb(mi)» lang ber traumatischen <burd; Verletzung entstandenen) Formen.

Universitäts-Nachrichten.

hc Marburg, 29. März. Die mit ber Stellung eines KuftoS am zoologischen Universitätsinstitut in Jena ver­bundene Ritter-Professur ist bem Priocttbozenten an der hie- sigen Universität Prof. Dr. Joh. Meisenheimer übertragen worden; er tritt an Stelle von Pros. Ziegler.

Handel und verkehr, Volkswirtschaft.

rm. Darmstadt, 30. März. Die Generalversamm­lung bber Hessischen Handwerker-Zentral-Genos-- senscha ft, A.-G., fand heute hier statt. Aus dem Jahresbericht für 1909 sei folgendes mitgeteilt: Die Entwicklung der Genossen­schaft hat in dem sechsten .Geschäftsjahre zu einem befriebigenbei) Ergebnisse geführt. Obwohl bie ungünstige Lage im Bau- und Möbelgeschäft noch nicht behoben war, tonnte baut des neu auf- genommenen Benzin- unb Bäcker-Brennmaterialien-Bezums em Gesamtumsatz von 214 627,33 Mk. erzielt werben. Tas Brutto- erttägn.s aus bem Warengeschäft beträgt 14 596,33 Mk., das sinb 6 78 Prozent des Umsatzes, ein außergewöhnlich niedriger Prozent­satz nxgen des Bemühens, bie günstigen Einkaufsbedingung-n möglichst unverkürzt dem Handwerker zugute kommen zu lassen. Einschließlich bcs Gewrnnvortrages aus 1908 von 600 Mark ergibt stch ein Gesamtbruttogewinn von 21319,14 Mk. Diesen Ein­nahmen stehen Ausgaben im Betrage von 15 180,18 Mk. gegen­über Tas Nettverttägnis beläuft sich auf 6138,96 Mk. Die Verteilung des Reingewinns wirb gemäß § 30 ber Statuten wie folgt vvrgenommen: 4 Prozent Dividende auf das ssrngezahlte Stammkapital 3610,96 Mk., Uebertoeifung an den ordentlichen Re'erevfonds 1470, Mk., desgl- an ben außerordentlichen Reserve­fonds 1058 Mk.. Die Reserven erreichen damit folgenden Stand: der ordentliche Reservefonds 13 720 Mk., der außerordentliche Reservefonds 13 308 Mk., zusammen 27 028 Mk. = 27 Prozent des Stammkapitals. Tas neue Geschäftsjahr 1910 verspricht eine günstige Entwickelung. Tie bis zum 28. Februar 1910 einge- laufencn Aufträge betragen bereits rund 100 000 Mk., fast bas dreifache gegenüber bem Vorjahr. Um in technischer Hinsicht ben immer mehr sich steigernden Ansprüchen gerecht zu werden, wird für ben maschinellen Teil des Unternehmens im laufenden Jahre ein besonderer Ingenieur angestellt.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 30. März. Die gestrige Leder­in e f s e war von auswärtigen Käuiern zahlreich besucht. Tie Stimmung blieb sest. Tie Umsätze setzten sich aus zahlreichen kleineren Verkäufen zusammen. Nur der nächste Bedarf wurde aedeckt, da inan mit einem erneuten Aufschlag nicht rechnet. Man notierte: Feine Trierer Wildkuhleder 170182 9)IL, gute Mal-

medyer Wildkühe 155163 Alk., beste Sorte m norddeutschen Sohl­ledern 135143 Alk., weitere Sorten von 112 Mk. an, leimte Vacheleder 1701«0 Mk., gute 'Dlittclgualitäten Vacheleder 145 bis 160 Alk., gute leichte Kipse 190-220 Mk., billigere Sorten 160 bis 180 Mk., seine Zahmkühe 165-173 Mk. .

11 Kirchhain, 30. März. Auf dem heutigen R i n d v i e b m a r k t standen kaum 100 Stück chroß- und Kleinvieh zum ^Verkauf. ES wurden hohe Preise verlangt und auch bezahlt. 4-cin od) meine- markt waren etwa 700 Fertel und Läufer zugeiahren. Erstere kosteten 40-60 'Mk., letztere 70-110 Mk. bas Paar. Das Geschäft

Preis

mäßig, Schweine mittelmäßig.

Ochsen.

pro 100 Pfd. gebend- L«macht« gciuidit von-blsvon-bis

schnittsprels pro lOOPfunS Xieoenö« «schia aewlchl

ging lebhaft.

Limbnra a. d. Lahn, 30. Marz. Fruchtmarkt. Durch- chnittspreis pro Blatter. Roter Weizen lnassauischer) 18,30 Mk., iveißer Weizen (augebaute ^rembforten) 17,90 Alk., Sioni 12,00 Tlf., Werlte: Fnttergerfte 0,00 'Mk., Braiigerlte 00,00 Mk., Haier 7,65 Mk., Erbsen 0,00'Mk., Kartoffeln 0,000,00 'Mk.

F.C. Wiesbaden. V i e h h o f»'M a r k t b e rl ch t vom 30. Rcarz. Auftrieb: Rinder 208, Kalber 286, Schaie 45, Schweine 232.

Tendenz: Rinder flau, Kälber mittelmäßig, Schale mittel- mäßia. Schweüie mittelmäßig. Preis Durch-

Dollfteischige, ansgemaslete. höchsten

Schlachlwerteo, höchstens 6 Jahre alt 4347 7882 45

Junge, fleischige, nicht ausgemäitete und ältere ausgemästete .... - 3943 7077 41

Mäßig genährte junge und gut ge­nährte ältere......... 3538 70io 36

Färsen, K ü h e.

Pollstetschige ausgemästete Färsen höchst.

Lchlachtwertes . 40-46 7280 43

Vollfleuckngc atisgemästete Kühe höchst.

Schlachtivertes bis zu 7 Jahren. . 3641 7074 38

'Heitere ausgemästete Kühe uuö jpeuig

gut entwickelte jüngereKühe u. Färien 3235 6467 33

Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 2631 5462 28

Kälber.

Feinste Rlast- lVollmilchmast) und beste

Saugkälber 5661 92-102 58

Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 5054 84-90 52

Geringere Saugkälber 4348 7180 45

Schale.

Mastlämmer und jüngere Plasthammel 4000 8000 40

Schweine.

bollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht 5456 6972 55

baUfleifcbige Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht........ 5456 6972 55

Fleischige Schweine 5355 6870 54

80

73

71

76

72

65

58

97

87

75

80

70

70

69

Wetteranssichten in Hessen am Frestag dem 1. April 1910: Zeitweise beiter, noch strichweise Schnee, besonders im Gebirge, nachts Frost, am Tage etivas wärmer als heute, frischer Nord­wind.

Original-DrahtsnciSungen.

Gelsenkirchen, 31. März. Heute nacht um 21/, Uhr ereignete sich im Wetterschacht des Schachtes I der Zeche Dahlbusch bei der Ausführung von Ausbesserungs­arbeiten eine Schlagwetterexplosion. Von den fünf uu Schacht befindlichen Arbeitern wurde einer tot und zwei schwerverletzt zu Tage gefördert. Die beiden anderen sind wahrscheinlich in den Schacht gestürzt tind ebenfalls tot.

Nizza, 31. März. Der Mörder des Hauptrnannsj Chttpin wurde verhaftet. Es ist ein Soldat des 111. Infanterie-Regiments. Er hat die Tat cingestanden. Eilt zweiter Solda. wurde unter dem Verdacht der Beihilfe fest- gcnommen.

Parts, 31. März. Der Dichter Moreas ist heute nacht im 54. Lebensjahr gestorben.

London, 31. März. Aus Petersburg bringt ein hiesiges Morgenblatt Nachrichten über den russischen LandeSverteidignngSentwurf, besonders die in den nächsten 5 Jahren beabsichtigten Mari n erü stu ng en. Bei Kronstadt soll ein neuer Flottenstützpunkt angelegt werden. Die gesamten?lufivendungen für die Marine werden auf 70 Millionen Pfund Sterling berechnet.

Athen, 31. März. Die Leitung der Dülitärliga erklärt die Liga für aufgelöst und entbindet die Mitglieder von den übernommenen Verpflichtungen. Durch die Ein­berufung der Nationalversammlung sei die Ausgabe der Militärliga erfüllt und ihre Mitglieder sollten sich jetzt wieder nur noch ihren militärischen Aufgaben widmen.

Konstantinopel, 30. März. Tie Kamm er ver­handelte über eine NovelleznmBeamtengesetz. Tie Novelle ermächtibt die Regierung, außer Dienst gestellte Beamte wieder ernzustellen oder ihre Pettsion zu erhöhen. Nach heftigen Angriffen von feiten der Opposition wurde beschlossen, in die Erörterung über die Novelle einzutreten.

Washington, 31. März. Als Gegenleistung der Mi­nimalraten des amerikanisch enTariss beminigt K a u. a b a den Vereinigten Staaten ermäßigte Zollsätze sirr etwa vierzig Artikel, u. a. auf photographische Artikel, Seifen­pulver, Parfümerien, China-, Porzellan- und Glaswaren, Lederwaren, Farbstoffe, Fensterglas und Uhrwerke. Die Ermäßigungen sind nicht nur auf die Vereinigten Staaten anwendbar, Kanada hat das Recht, sie auch jedem beliebigen anderen Lande einzuräumen. Die Klausel des kanadischen Tarifs, die die nicht den Spezialzollsätzen unterworfenen Waren betrifft, findet von jetzt an in ganzem Umfange auch auf die Vereinigten Staaten Anwendung. Die unter diese Klausel fallenden Artikel waren bisher, soweit sie aus den Vereinigten Staaten kamen, dem Generaltarif unterworfen und bezahlten 20 Proz. ad valorem, und haben von jetzt an nur 171/2 Proz. zu entrichten. Zu ihnen gehören u. a. Drogen, Farben, Celluloid, Stroh und Wachsfübrikate.

Chambery, 31. März. In einem Eilzug zwischen BardonnÄres u.nd Modane wurde der Großrabbiner Dr. Cohn aus Manchester vollständig ausAeraubt. Die Täler hatten Dr. Cohn mit einem narkotischen Mittel be­täubt.

Man verlange Preisliste.

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Der Zahn der Zeit 6atitÄes

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