Ausgabe 
27.12.1910 Erstes Blatt
 
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hoch 354 000 DL angrscmwttS Tebt, während sich Nrnn bte Anleihe­schuld bei der Hauptftaatsskasse auf rund 8 200 000 DL stellen wird. Die seinerzeit genehmigten Neu- und Umbauten werden Ende 1911 sämtlich fertiggeftellt sein; deshalb war auch eine Fmderung für solche Bauten in dem Vermogenselat nicht mehr ixi stellen. ______________________

politische Tagesschau.

Die deutsche Regierung und die aus Portugal ausgewiesenen Jesuiten.

Wie wir vermutet hatten, ist xu der bekannt'e^Ver- öffentlichung Erzbergers alsbald eine halbamtliche Er­klärung gemacht morden. DerKölnischen Zeitung" wird aus Berlin gemeldet:

Hiesige Blätter berichteten, die deutsche Reichs-regie- nntg habe bei der vorläusigen Regierung Portugals förmlichen Einspruch gegen die Ausweisung deutscher Jesuiten aus den portugiesischen Kolonien erhoben. Dazu ist zu bemerken, daß sich das Vorgehen der deut­schen Regierung nicht gegen die Ausweisung desOrdensals solchen richtete. Rach einem £?rtu* aiesischen Gesetze sind alle Orden ans Portugal und seinen Besitzungen ausgewiesen. Demgegenüber hat die deutsche Regierung die Jnteressevihrer Staats­angehörigen dahin gewahrt, daß sie Portugal ersucht hat, bei der Auflösung der Jesuitenmissionen in den portugiesischen Kolonien jede Verletzung deut­schen Eigentums zu vermeiden und die Auf­lösung auch nicht so überstürzen, daß dadurch ma­terielle Interessen geschädigt werden. Wenn die Jesuiten sich entschließen, in den portugiesischen Kolonien auf die förmliche Gliederung als Orden zu verzichten, so werde sich vielleicht ein Weg finben, um die Fortsetzung ihrer Mtssionstätigkeit zu ermöglichen. Die deutsche Regie­rung hat in diesem Falle dem Orden gegenüber nicht mehr getan, als sie jedem Deutschen gegenüber, der ihren Schutz anruft, tun rnuß und zu tun pflegt. Die Eigen­schaft als Orden steht daher mit dem Verhalten der Re­gierung in keinerlei Verbindung.

Man wird diesen amtlichen Maßnahmen zusllrnmen müssen.

Die sächsische Regierung gegen den Prinzen Max.

ImDresdener Journal", dem amtlichen Organ der sächsischen Regierung, wird sehr auffällig Stellung gegen den Prinzen Max genommen. Man erinnert sich, bay der König Friedrich .August gegen den letzten, die Protestanten verletzenden Hirtenbrief des .Papstes bei diesem schriftlich .Einspruch erhoben haben sollte. Ob nun der Welt gezeigt 'werden soll, daß der sächsische Hof mit dem Vatikan vor­zügliche Beziehungen unterhält, und wer wohl die hier fol­gende, seltsame Veröffentlichung, die viele Rätsel enthält und kaum dringend geboten war, veranlaßt hat? Das Dresdener Journal" schreibt:

Der Axtitel des Prinzen Max, PonsöeS für P Union des Eglises, in der neuen ZeitschriftRom« e V Oriente" ist zum Gegenstände weitgehender Erörterungen in der Presse gemacht worden. Demgegenüber wird hiermit feftgestellt: Eer fragliche Artikel erörtert das Problem, in welcher Weise vom Standpunkte und aus den Auffassung^. der nichtunierten ^Orientalen heraus betrachtet, am aussichtsvollsten die Wieder­vereinigung der orientalischen und okzidentali- schenKirche herbeigefuhrt werden könne. Die gv diesem Zwecke gemachten eigenen kritischen Bemerkungen und Vorschläge früh, ' sie sich auf exegetischem, kirchengeschichtlichem und kirchen-

*em Gebiete bewegen, nicht einwandfrei und unter- iner wissenschaftlichen Beurteilung. Insofern sie mrtDog- ver katholischen Kirche im Zusammenhang stehen, sind sie nicht nur einer sachlichen Prüfung an sich ausgesetzt, sondern Haben auch mit der: Gesamtlehre der Kirche im Einklang zu ft eben. Von dieser aber abzuweichen oder mit irbr sich in Widerspruch zu setzen, lag und liegt dem Prin­zen vollkommen fern. Daß die Zurückziehung des Artikels opportun war, bestätigen die Mißverstäntmiss-e rund tatsächlichen Mißdeutungen nicht,, welch letztere wiederholt dem Wortlaute wiedersprechen.

Rom, 26. Dez. Prinz Max von Sachsen ist hier eingetrosfen.

£ärm in der türkischen Kammer.

Konstantinopel, 26. Dez. In der Kammer kam es gestern bei der Verhandlung über die Rachtragsakte zur Bekämpfung der Cholera zu einem erregten Zwischen­fall zwischen dem Minister des Innern und dem Präsi­denten der Sanitätskommission, dem jungtürkischen Ab­geordneten Jsmit Der Minister des Innern nannte Jsmit einen .Gauner, worauf dieser rief: Unver­schämtheit! Schuft! Much der Jungtürke Said be­schimpfte den Minister des Innern. Infolgedessen entstand ein so heftiger Lärm, daß die Sitzung unterbrochen wer­den mußte.

Infolgedessen entstanden Gerüchte von einer Demission des Ministers des Innern. Authentischen Nachrichten zu­folge war Talat-Bey auch entschlossen, zurückzutreten, wurde jedoch vorläufig durch den Großwesir und andere einflußreiche Komiteemitglieder ersucht, davon Abstand zu nehmen. Morgen findet eine Konferenz des jungtürkischen Komitees statt, in welcher der Minister des Innern die Ausschließung Jsmits und Saids, sowie anderer Deputier­ter, die sich an den Lärmszenen beteiligten, verlangen wird. Sollte sein Antrag nicht durchgehen, so beabsichtigt er zurück- zutreten.

Au- Hessen.

Der Finanzausschuß der Ersten Kam­me r hat zwei Berichte fertig gestellt, nach denen das Ge­such des Arbeiterradfahrerbundes betr. Aufhebung der Fahr- Mdsteuer usw. entsprechend dem Beschluß der Zweiten Kam­mer abgelehnt wird. Bezüglich der Vorstellung der Ober­lehrer, betreffend Regelung ihres Besoldungsdienstalters, schließt sich auch hier der Ausschuß dem zustimmenden Beschlüsse der Zweiten Kammer an. Bei der Ersten Kam­mer ist dann eingegangen eine Vorstellung der Waren­hausbesitzer Tietz, Wronker, Knopf, Halbreich und Landauer, in welcher ersucht wird, eine Kumulierung der Gewerbe-, Warenhaus- und Filialsteuer auszuschließen usw.

An die Zweite Kammer der Stände hat der Verein mittlerer Justizbeamten eine Vor­stellung, betr. Gewährung einer Teuerungszulage, igerichtet. Es heißt darin u. a.:

Die weiter anhaltende Preissteigerung des Lebens­bedarfs, deren Ende vorerst noch nicht abzusehen ist, bringt die Hessischen Staatsbeamten in eine stetig sich verschlim­mernde Lage. Naturgemäß tritt dieser Notstand neben den unteren gerade bei den mittleren Beamten beson­ders empfindlich hervor und drängt so auch besonders hier auf recht baldige Abhilfe. Einig ist man sich, daß eine wirksame und dauernde Abhilfe nur durch eine durchgreifende Revision der geltenden Besoldungsord­nung herbeigeführt werden kann. Ob aber unter, den

gegenwarttgen Ftnanzverhältnissen des Staates die als­baldige Revision sicher erwartet werden kann, erscheint immerhin fraglich. Trifft diese Befürchtung aber zu, dann werden zahlreiche Familien, die sich bisher nur unter Einschränkungen und Entbehrungen mühsam durch­bringen konnten, noch gerade in eine direkt unhaltbare Lage kommen. Wie wenig solche Zustande der Würde eines Staates entsprechen, 6ebarf wohl keines be­sonderen Hinweises, es läßt sich aber weiter nicht ver­kennen, daß diese für die Dauer Folgeerschei­nungen zeigen werden, die sowohl im Interesse der Be­amten als auch des Staates bedauerlich erscheinen müssen. Daß aber die Lage vieler BeamtenfamÜien heute geradezu eine verzweifelte ist, darüber dürften auch bei Regierung und Land es Vertretung Zweifel kaum mehr bestehen Hier­von ausgehend, richten wir an hohe Zweite Kammer der Landstände die ehrerbietige Bitte:

um Gewährung einer Teuerungszulage bis zur all­gemeinen Revision der Besoldungsordnung.

Deutsche» Aesch.

DerStreit zwischenbemordentlichcnProsessor der Nationalökonomie Ludwig Bernhard und Max S e r i n g ist, wie derBerl. Lokalanzeiger" meldet, durch Ver- mittellmq des Kultusministers am Weihnachtsabend beigelegt worden

SluslflitO*

'Zu den Gerüchten, Italien plane eine militärische Expedition nach Tripolis, erklärt dieTribuna", daß ein feindliches Vorgehen gegen die Türkei der italienischen Re­gierung jetzt ferner liege als je. Das Blatt spricht sein Erstaunen darüber aus, daß ernsthafte Zeitungen derartige Nachrichten ver­breiten.

2000 Stückmeister und 10000 Gehilfen des Schneider­gewerbes in Wien haben beschlossen, am 1. Januar die Arbeit ein^u ft eilen, da die Konfektionäre eine Lohner­höhung verweigern. Nach einer Versammlung, in der der Be­schluß gefaßt wurde, veranstalteten etwa 1000 Teilnehmer Straßen­kundgebungen vor den Konseltionshäusern Cseters und .Gerngroß. Tie Polizei zerstreute die Ruhestörer.

Den türkischen Blättern zufolge kaufte der türkische Flottenverein einen amerikanischen Dampfer an, der als Kreuzer dritter Klasse armiert werden soll.Jkdam" zufolge wurden einige Redifbataillone des fünften Korps zur Sicherung der Ruhe in der Gegend von Kerak mobilisiert.Turguie" meldet einen neuen Kampf mit Trusen bei Kerak. Die Drusen sollen die Position behauptet und die Truppen 100 Mann ver­loren haben.

Infolge der wiederholten Bittschriften, um Einberufung des chinesischen Parlaments und infolge der Ankunft von Ab­geordneten und Bittsteller in Peking, wurde ein kaiserliches Edikt erlassen, in dem jede Agitation mit parlamentarischen Angelegenheiten streng verboten wird. Die Pekinger Polizei wurde verantwortlich gemacht, daß neue Agitatoren nicht zuge­lassen ; bte anwesenden mürben ausgewiesen. Das Edikt wetst die Vizekönige und Gouverneure an, die Agitation in den Provinzen durch ähnliche Maßnahmen zu unterbrüaen. Nach dem Erlaß des Edikts genehmigte der Reichsausschuß eine Denkschrift, in der die Einsetzung eines verantwortlichen Kabinetts gefordert wird. Der Reichsausschuß wurde durch das kaiserliche Edikt zu­frieden gestellt. Das Haus beschloß mit dreiviertel Mehrheit die am 24. Dezember angenommene Denkschrift, in der ein verantwort­liches Kabinett verlangt wird, zurückzuziehen. Es herrscht all­gemeine Genugtuung, daß eine Krise vermieden wurde.

Das verbot der Viehmärkte.

Alsfeld, 27. Dez. Heute nachmittag fanb' hier im Deutschen Kaiser eine Versammlung oes Ober­hessischen Viehhändlervereins statt, die schwach besucht war. Der Vorsitzende Flörsheim wies darauf hin, daß nicht nur die Viehhändler in Oberhessen, sondern auch besonders die Mehrheit der Landwirte in der Provinz in ihren Erwerbsverhältnissen igefchädigt seien durch das Verbot der Viehmärkte und des Hausierhandels mit Klauen­vieh. Begreiflich und zu billigen seien alle Maßnahmen der Regierung, die wirtlich bezwecken, die Heucke den Vieh­beständen innerhalb unserer Grenzen fernzuhalten, aber es gehe entschieden zu weit, wenn man dabet den in Ober­hessen üblichen Handel und die Abhaltung der Märkte mit unverseuchtem Vieh ausHer Provinz hindere. Es sei möglich, den Gießener Markt allein für Vreh aus Oberhessen abzu- halten, dessen Herkunft man durch behördliche Nachweis­scheine feststellen könne. Wenn man ernstlich in Darm- tadt wolle, könne man dem Viehhartdel helfen und damit auch den zahlreichen kleinen Landwirten entgegenkommen, deren Vieh von Spezialkäufern nur auf den DÜirkten gesucht und gut bezahlt wird. In der sehr lebhaften Aussprache wurde zum Ausdruck gebracht, daß die obere hessische vete­rinärmedizinische Behörde dem Viehhandel sich stets wenig entgegenkommend gezeigt habe. Es wurde darauf hinge- wiesen, daß in Hanau, Kirchhain und Fulda, also unmittelbar an der hessischen Grenze, Märkte ungehindert stattsinden, auf denen hessisches Vieh zum Verkauf kommt und auch Tiere ür Oberhessen gekauft werden, ohne daß damit der Ver- euchung des Viehbestandes in Oberhesjen Vorschub ge- eistet worden sei. Ein Redner führte aus, die Angst vor )er Maul- und Klauenseuche sei an gewissen Stellen in Hessen nahezu krankhaft. Er verwies ferner daraus, daß )as Ministerium es abgelehnt habe, am Tage vor dem Gießener Markt die Tiere ärztlich untersuchen zu lassen, wodurch der .Auftrieb auf den Markt beschleunigt werden önnte. Dieser Antrag, sei abgelehnt worden, well man >er Ansicht ]ei, daß Vieh, das am Tage vor dem Markt bei der Untersuchung für gesund erklärt sei, am andern Morgen beim Auftrieb zum Markt schon mit der Seuche behaftet sein könne. Es kam ferner zum Ausdruck, daß der Staat jetzt bei den Steuererklärungen erfahren werde, wie weit er mit seinen überstrengen Maßnahmen gegen den Viebhandel in Hessen komme, denn dieser Erwerbszweig ei seit einem Vierteljahr so gut wie lahm gelegt In der Versammlung wurde mitgetei.it, daß die Vertreter des Mi­nisteriums den Hinweis aus das Fortbestehen der Märkte von Fulda, Hanau und Kirchhain usw. damit zu entkräften uchen, daß man eben in dem großen Preußen das Seuchen- wsetz leider weniger streng anwende, als bei uns. Die Versammlung beschloß darauf einstimmig, an das Ministe­rium eine Eingabe zu richten, die man auch von den interessierten Landwirten unterzeichnen lassen will. Es soll )arin gefordert werden, daß die Quarantäne gegenüber Vieh aus fremden verseuchten Gebieten ftzr Hesjen streng aufrecht erhalten werde, dagegen wird verlangt, daß die Märkte und der Hausierhandel mit Klauenvieh, das man durch behördliche Ursprungszeugnisse als gesundes Vieh aus Hessen ausweisen könne, sreigegeben würde. Während überall in Oberhejsen das Zutreiven von Vieh für den Frankfurter Montagsmartt vom Samstag abend bis Sonn­tag früh um 5 Uhr nach den Eisenbahnstationen und des-en Verladen in die Sonntagsviehzüge bis zu dieser Zeit von )en Kreisämtern gestattet wird, hat dies das Kreisamt Alsfeld verboten. Hierdurch werden zahlreiche Israeliten gezwungen^, ihr Vieh entweder am Frertag nachmittag schon

zu verladen vder den Sabbat zu entheiligen. Die Der» Sammlung ist der Ansicht, was in den anderen Kreisen der Provinz erlaubt sei, müsse im Kreise Alsfeld ebenfalls ge­stattet sein, und beschließt deshalb, eine erneute Vorstellung beim Kreisamt Alsfeld und eventuell beim Ministerium einzureichen. Die weiteren Beratungsgegenstände der Ver­sammlung betreffen Vereinsangelegenheiten.

21 us Stadt und Land.

Gießen, L7. Dezember 1910.

" T a g es k a l e n d e r für Dienstag, 27. Tez. Stadt- theater. Nachmittags 3% llfjr: ,.D i e M ä u | e f 5 n t q i n*; abends 71/, Ul;r: ,D i e F ö r ft e r cf) r i ft e l*.

Mittwoch nachm. 37, Uhr: »Den KörrtgdrücktderSchuh".

Kolosseum: Programmwechsel. iNingkampl-Konkurrenz).

Milrtärkonzert auf der Lievigshöhe. Ansang 47, Uhr.

*

** Vom Großh. Hofe. Das GroßherzvgSpaar be­scherte am Freitag nachmittag 3 Uhr im Alten Palais zu Darmstadt 12 armen hiesigen Familien. Hieraus begab sich die Großherzogin in Begleitung der Hofdame Freiin von Rotsmann im Auto zur Weihnachtsbejcherung nach dem Elisabethenstist in Nieder-Ramstadt.

" Ordensverleihung. Der König von Preußen hat dem Vorsitzenden des Vorstandes der Sektion VI der Hessen-Nassauischen Baugewerks - BerufSgenofsenschaft, Weiß- bindermeister Ludw. Petri II. zu Gießen, den Roten Adlerorden 4. Klasse verliehen.

** Titelverlcihungen. Der Großherzog hat den Oberinspektoren Dr. Karl Becker zu Darmstadt und Dr. Albr. Offenbächer zu Worms, sowie den Vorständen der Finanzämter Zwingenbera und Seligenstadt, Gg. Kn ab zu Zwingenberg und Wilh. Lorenz zu Seligenshadt, den Charakter alsFinanzrat" verlichen.

Prüfungsordnung für Aerzie. In das Det> zeichnis der Krankenhäuser und medizinisch-wissenschaftlichen Institute, die gemäß der PrüfnBgSordnung für Aerzte in Hessen zur Annahme von Praktikanten ermächtigt sind, sind für bnS Jahr 1911 die Ernst-Ludwig-Hellanstalt in Darmstadt und das Bürgerhospital in Friedberg ausgenommen worden.

Neuer Kammerherr. Der Großherzog hat den Major ä la suite der Kavallerie Gustav Frhr. v. Schau- roth zum Kammerherrn ernannt.

Bürgermeister. Der Großherzog hat dem besoldeten Beigeordneten der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt Rudolf Mueller den Xitel ,Bürgermeister* ver­liehen.

* Ernannt wurde der Bureau- und Kassediener bei der Hessischen Landes-Hypothekenbank Wilh. Güße selb zum Hausverwalter bei dieser Bank.

* Hessischer Dia ko nieverern. Der Vorstand deS Hessischen Drakonievereins hat in der Person des Pfarrers Schneider, zurzett Pfarrer zu Dittelsheim in Rheinhessen, vorher 3 Jahre Pfarrasfistent in Darmstadt, anstelle oes Pfarrers Rehwald, dem die evang. Pfarrstelle zu Heppenheim übertragen worden ist, einen neuen Ver­ein s g e i st l i ch e n für die Dauer eines Jahres gewonnen. Er wird seine Stelle Mitte Januar antteten.

** Jubiläum der Hessischen LandeS- statistik. Am 28. Dezember d. I. bluft die Großh. Zen­tralstelle für die Landesstatsitik in Darmstadt auf eine 50jährige Tätigkeit zurück. Sie hat sich während dieses Zeitraums aus kleinen Anfängen zu einem nicht unwich- tigen Glied der Staatsverwaltung entwickelt. Ihre Aus­gabe ist es, in erster Linie für die Bedürfnisse der Staats­verwaltung, aber auch für allgemeine wissenschaftliche Zwecke das Material zu sammeln und zu verarbeiten, das für die Kenntnis des Landes, seiner Bewohner, seiner Kultur und staatlichen Verhältnisse von Bedeutung ist. Vor allem fällt oer Zentralstelle die Durchführung der großen stattstifcheA Erhebungen zu, nämlich der Volks-, Berufs- und Betriebs­zählungen, der landwirtschaftlichen Erhebungen, der Sta, tistik der Geburten, Eheschließungen und Sterbfälle, der Schisfabrtsstattstik usw. Die statistischen Ergebnisse, die sich auf die Bevölkerung, auf die Landwirtscyaft, Handel und Gewerbe, auf Verkehr, auf Religion^ Unterricht, Rechts­pflege, auf Finanz-, Medizinal-, Versicherungswesen usw. erstrecken, werden in ben von der Zentralstelle heraus­gegebenen Beiträgen" undMitteilungen" veröffenllicht.

** VersorgungSan st alt für staatlicheArbeiter. Die Normativbestimmungen der Vecsorgungsanstalt für staat­liche Arbeiter werden dahin abgeändert, daß eine nachträg­liche Zahlung von Ruhegehalten, Witwen- und Waisen­geldern aus der Versorgungsanstalt für die der Festsetzung der Renten vorausgehende Zeit nicht mehr stattsinden soll. Die Zahlung der Ruhegehalte, sowie der Witwen- und Waisengelder hat vielmehr regelmäßig mit dem auf den Zeit­punkt der Rentenbewilligung folgenden nächsten Monats- beginn anzufangen.

Genehmigte Stiftung. Der Großherzog Haider ,Fritz und Anna Stroh Familienstistung* in Offenbach die erforderliche Genehmigung erteilt.

Stadttheater. Aus die nochmalige Aufführung der reizenden Märchenoperette ,Den König drückt der Schuh* am Diittwoch, 28. Dezember, nachmittags S1/, Uhr, sei ganz besonders hingewiesen. Die hübsche harmlose Hand­lung, die entzückende Musik Bogumil ZeplerS, bie hervor­ragende Ausstattung sowie flotte Darstellung und anmutige Tänze lohnen den Besuch für Jung und Alt. Das liebenswürdige Stück ist dieser Tage, wie der ,93erL Börsen- courier* mitteilt, auch im Königsberger StadUheat« mit außerordentlichem Erfolg aufgesühtt worden.

** Kun st verein. Die diesjährige Verlosung vor Anrechtscheinen und Kunstgegenständen findet Freitag dev 30. Dezember, nachmittags 3 Uhr, in der Kunsthalle zu Darmstadt statt.

** Ein gutes Mittel gegen Rheumatismus. Im Sommer schlug der Blitz toänrenb eines schweren Ge­witters in die Ho freite eines Landwirtes In Inheiden. Die Hausbewohner, unter chnen der Besitzer, spürten wäh­rend dieses Geschehnisses Zuckungen int Körper. Seit dieses Blitzschlages ist der Besitzer des Anwesens, der seither von heftigem Rheumatismus geplagt war, völlig von diesem Hebel befreit

** Maul- und Klauenseuche. Neue AuS- br üch e der Seuche sind gemeldet aus Oettings häufen (Herzogtum Koburg).

Landkreis Gießen.

0 Hattenrod, 26. Dez. Heute feierte d'aS Ehepaar Karl Neeb seine goldene Hochzeit Beide Ehcgaiteu er­freuen sich trotz ihrer 75 Jahre bester Gesundheit, sie gehep noch täglich .ihren landwittschastlichen Arbeiten nach.