rmith in der Sitzung des Reichstagsausschusses zur Beratung der Wertzuwachs steuer. Wir entnehmen folgendes:
Aus dem wichtigsten Jndustriebezirk erklärte ein größerer Verband, der sechzig Hausbesitzervereine umfasse, daß er nicht prinzipieller Gegner der Steuer sei. In den Berliner Vororten zeigte sich gerade jetzt, wie die Interessen der Hausbesitzer und Terraingcsel.schäften bei der Zuwachssteuer auseinander gingen; in landwirtschaftlichen Kreisen erhoffe man sogar einen vol.swirlschastlich günstigen Einfluß gegen die Güterzertrümmerung aus der Steuer. Die von den Regierungen während der sommerlichen Vertagung veranstaltete Umfrage bei den Gemeinden, die die Zuwachssteuer bereits eingeführt haben, habe die Grundlosigkeit dieser Befürchtung dar- getan, als könnte die Zuwachsstcucr eine Lahmlegung der Bautätigleit oder des Herausgehens der Mietzinsen zur Folge haben; nur vereinzelte, vier bis sieben, Gemeinden Härten dies beobachtet, 287 verneint. Gerade im Interesse der Gemeinden lüge eine einheitliche Regelung, da sie sonst kaum die örtlichen Widerstände würden überwinden können. Daß das Reich in der Lage sei, bei der Handhabung der Steuergesetze besondere Verhältnisse entsprechend zu behandeln, habe sich auch schon bei andern Anlässen gezeigt. Es sei durchaus folgerichtig, daß ein Bruchteil des mühelosen Gewinnes, welcher aus der seit der Gründung des Reichs eingetretenen raviden Wertsteigerung emporgewachsen sei, für die Pflege der Wehr- hastig Leit Deutschlands und zugleich f^r eine freundschaftlichere Gestaltung des Lebensuiwnd^ derer verwendet wird, die opferwillig Leib und Leben für das Vaterland eingesetzt haben.
Berlin, 26. Nov. Die heute im Zirkus Schumann versammelten Hausbesitzer nahmen eine Protestelltschließung gegen die Einführung der Reichszuwachssteuer an. Die Zahl der Versammlungstellnehmer betrug etlva 5000. Eine zweite, von etwa 1000 Hausbesitzern besuchte Versammlung wurde im Norden der Stadt unter Leitung des Stadtrats Rpssel-Leipzig abgehalten.
Die Lage in England.
London, 27. Nov. Einer der konservativen Parteiführer, F. E. Smith, führte in einer Wahlrede in Warrington aus, der deutsche Handel dehne sich mit größerer Schnelligkeit aus als der englische. Deutschland habe ein Heer, womit sich das englische nicht einen Augenblick messen könne und die deutsche Flotte kon.urrieve offenbar an Stärke mit der englischen. Der Sozialist Keir Hardie gab in seinem Bericht über den Ausstand in /Südwales zu, daß die Arbeiterpartei für die Unruhen verantwortlich sei. Den Eigentümern der Kohlengruben würde die Beilegung des Streiks erwünscht gewesen sein, als sie sahen, wie die Minen vom Wasser überflutet wurden. Viele Minenarbeiter gehörten der Territorialarmee an. Der Umstand, daß die Behörden ihnen die Waffen und Munition weggenommen hätten, bedeute eine neue Ehance für Deutschland.
London, 27. Nov. Der Minister Churchill wurde abends, als er von einer Versammlung in Bradford zurück- fkehrte, im Zuge von einem Anhänger des Frauen- stimmrechts mit einer Hundepeitsche tätlich angegriffen, der ihm zurief: „Nimm das, du Hund!" Zwei Detektiobeamte, die Churchill begleiteten, wehrten den Schlag ab unb verhafteten den Angreifer nach heftigem Kampfe. Bei der Anennft Churchills im Londoner Bahnhof versuchtendreiFrauenaufihneinzudringen, wurden aber von der Polizei daran gehindert.
Vie wohnungrsürsorge in Oesterreich.
Wien, 26. Nov. Im Abgeordnetenhause wurde in allen Lesungen ein vom Teuerungsausschuß im Einvernehmen mit der Regierung beantragter Gesetzentwurf angenommen, wonach zur Verbesserung der Wohnungsverhalt- nissederminderbemitteltenBevölkerungein vom Arbeitsministerium verwalteter Wohnungsfürsorgefonds errichtet werden soll. Der Fonds soll zehn Jahre lang mit jährlich steigenden Staatsbeiträgen dotiert werden, die insgesamt eine Höhe von 25 Millionen erreichen sollen. Er ist bestimmt für Gemeinden, öffentliche Körperschaften, sowie gemeinnützige Vereinigungen wie Baugenossenschaften, um zum Bau von Heinen Wohnungen Kredithilfe zu leisten und zwar durch die Uebernahme von Bürgschaften für anderweitig aufzunehmende Darlehen und durch unmittelbare Darlehensgelvährung. Die Gesamtsumme der von dem Fürforgesonds übernommenen Bürgschaften darf den Betrag von 200 Millionen nicht übersteigen. Für diese Verbindlichkeiten des Fonds haftet der Staat subsidiär bis zu diesem Höchstbetrage.
Die nächste Sitzung der Kammer ftndet am Dienstag statt.
Aus Hessen.
Groß-Gerau, 2?. Nov. Eine zahlreich besuchte Vertrauensmännerversammlung der Fortschrittlichen Volls- parter stellte, wre die Frkf. Ztg. meldet, einstimmig Dr Strecker (Bad-Nauheim) a.s Re ich stags ka nd id a- ten für Darmstadt-Groß-Gerau auf.
Deutsches Aeich.
Zur silbernen Hochzeit des württemb er gischen Königspaares, die am 8. April nächsten Jahres itattsindet, wird in ganz Württemberg ein Blu.menvert.aufs-- rag veranstaltet, des,en Gesamtertragnis dem Königspaare als eine Gabe des württembergischen Volkes übergeben wird. Das Königspaar hat zu dieser Veranstaltung seine Zustimmung bereits gegeben und wird den Ercks zu wohltätigen Zwecken verwenden.
Heer und Llotte.
Sie neue Militärvorlage sieht nach dem „Lok.- Anz." eine derartige Steigerung der durchschnittlichen Jayresstärke des deutschen Heeres ab 1. April 1911 vor oaß sie im Jahre 191- die Zagt von 015 321 Gemeinen, Gefreiten und Obergefreiten erreicht.
Deutsche IColotaictL
Berlin, 26. Nov Major Dominik von der Schutz- truppe für Kamerun ist an einem früheren Leiden erneut erkrankt und tritt voraussichtlich anfangs Dezember die Heimreise an Dem energischen und umsichtigen Eingreifen des genannten Of- >izier^ ist erit vor kurzem du Niederwerfung des Maka-Aufstandes -m suben von Kamerun trotz der Ungunst des Geländes und der -uegenzeit in unerwartet schneller und erfolgreicher Weise ge-
Aur Stadt und Land.
Gießen, 28. November 1910.
** Tageskalen der für Montag, 28. Nov. Theaterverein. 1. Opernvorstellung: Das Nachtlager in Granada. Anfang 7 Uhr.
** Ordensangeleaenheit. Der Großherzog hat das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Flügeladjutanten ä la suite Major z. D. Kraemer und das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Flügeladjutanten Oberleutnant v. Schroeder Der- liehen. — Der König von Preußen hat den nachbenannten Ossizieren usw. die Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen nichtpreußischen Orden erteilt und zwar: des Komturlreuzes 2. Klasse des Hess. Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Generalmajor Riedel, Komm, der 41. Jnfanteriebrigade; des Ritterkreuzes des Spanischen Ordens Isabellas der Katholischen: dem Oberleutnant v. Strzemieczny und dem Leutnant Felix Grasen zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, beide im Leib- garde-Jnfanterie-Regiment (1. Hess.) Nr. 115; des silbernen Kreuzes desselben Ordens: dem Gardeseldwebrl Petri in der Hess. Garde-Unterofsizierkompagnie.
** Bahnpersonalien. Den EIenbahn-Bau- und Betriebsinspek'toren in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Ludw. Hummel zu Köln, Paul R o t h a m e l zu Darmstadt, Ludw. Pfaff zu Lauterbach, Hch. Koch zu Ratibor, Clemens Behle zu Mainz, Dr.-Jng. August W a l l o t h zu Gießen, Aug. Hildebrand zu Bingen, Fritz Hartmann zu Kandrziu, Wilh. Sieben zu Duisburg, Ernst Kraft zu Köln, Eduard W o l f s ke h l zu Darmstadl, Herrn. Wickmann zu Baumholder, Gust. Köhler zu Essen, Karl B i t s ch zu Hillesheim, sowie den Eisenbahn-Bauinspektoren in der Hes,isch-Preußischen Eisenbtcchngemein- chast Eug. Priester zu Frankfurt a. M., R^b Cramer zu Darmstadt, Wikh. Kayser zu Worms und Emu M o e l - ter zu Paderborn wurde mit Ermächtigung des Großherzogs im Einvernehmen mit der preußischen Regierung die Genehmigung erteilt, anstelle ihrer derzeitigen Amtsbezeichnung fortan den Amtstitel „Regierungsvaumeifter" zu führen.
n/, ** Verein hessischer Medizinalbeamten. Dm 26. November, vormittags, hielt der Verein hessischer Medizinal- beamten seine 14. Jahresversammlung in der hiesigen Provinzial siechenan ft alt ab. Der Besuch war rege (15 Mitglieder)^ außerdem waren einige Gäste der Einladung gefolgt. Der erste Punkt der Tagesordnung bildete die Besichtigung der Anftalt unter Führung des dirigierenden Arztes Dr. Langermann. Die musterhafte Ordnung, die ganze Einrichtung, sowie der geregelte Betrieb der Anstalt fanden allgemeine Anerkennung. Dann wurden 35 interessante Fälle von angeborenem Schwachsinn, von Geistes- und Nervenkrankheiten aus dem reichen Bestand des Siechenhauses vorgestellt, wobei sich die Besucher überzeugen konnten, daß sehr gut eine Unterbringung von in das psychiatrische Gebiet gehörenden Kranken im Rahvien einer Siechenanstalt möglich ist und somit einer Ueberlastung unserer Irrenanstalten vorgebeugt werden kann. Den zweiten Punkt der Tagesordnung biioete ein Vortrag des Geh. Rat Prof, rüo ström (ais Gau) üoer M n o e ii c ij |t e n mit Demonstration einzelner gewonnener Präparate. Medizinalrat König e r sprach über die Ueberschreitung des Zuchtigungsrechts in der Schule und belegte seinen Vortrag mit zwei in Gießen abgeurteilten Vorfällen. Medizinalrat Haberkorn berichtete über einen Fall von Kindsmord durch Erdrosselung durai die Mutter. Geich ältliche Mitteilungen des Vorstandes und einzelner Mitglieder bildeten den Schluß der überaus anregenden Periamm- lung.
•• Tanktelegramm des Großherzog8. Auf da§ von der Fesivorsiellung im Sladtthealer am Freitag abend abgesandte Glückwunschtelegramm an den Großherzog ist zu Händen des Oberbürgermeisters Mecum folgendes Antworl- telegramm eingegangen: ,3ür die treuen Geburlstagswünsche der gestrigen Fesiversammlung im Theater sage tch herzlichen Tank. Ernst Ludwigs.
*• Aus der Studentenschaft. Der für nächsten Dienstag geplante Fackelzug der hiesigen Studentenschaft zu Ehren des Geh. Hofrats Prof. Dr. Pasch findet aus Ersuchen des Jubilars hin nicht statt. Stakt dessen wird ans dec Liebigshöhe ein Kommers unter dem Vorsitz des „Verbandes Wissenschaft!. Vereine" veranstaltet, zu dem an alle ehemaligen Schüler des Dozenten Einladungen ergangen sind.
.** Zwecks Ehrung der Veteranen sind in unserem Kreise Bestrebungen im Gange, entweder den Kriegsteilnehmern ihre Gemeindeumlagen zu erlassen, oder ihnen einen El ein en Ehrenso 1 d zu gewähren. Im Easö Goel sand dieser Tage eine Besprechung von Bürgermeistern in dieser Angelegenheit statt. (Großen-Linden hat seinen Veteranen bereits 10 Mark Ehrensold bewilligt, wje wir am Samstag mitteilten. Dte Red.)
** Die amtliche Feststellung des Stadt- verorbnetenwahl-Ergebnisses zeigt in der Zahl der abgegebenen Stimmen und in der Reihenfolge der gewählten Kandidaten gegen die vorläufige Feststellung einige Verschiebungen. ,-Ltadtv. .Jann hat nahezu 100 Stimmen mehr erhalten als ihm zugeschrieben waren und tritt damit an die 11. Stelle, wahrend Redakteur Vetters mit seinen 1508 Stimmen an die letzte Stelle der auf 9 Jahre gewählten Stadtverordneten tritt. Stadtv. Helfrich hat 1467 (nicht 1456) Stimmen, bleibt alfo 16 (nicht 5) Stimmen vor dem höchstbestttnmten nichtgewählten Kandidaten. Die amtlich fejtgestellte Reihenfolge ist: 1. Huhn, Louis, Architekt mit 2926 Stimmen, 2. Grünewald, Wilhelm, Justizrat mit 2601 Stimmen, 3. Eichenauer, Hermann, Fabriiänt mit 24,54 Stimmen, 4. Faber, Karl August, Spenglermeister mit 2441 Stimmen, 5. Sommer, Dr. Robert, Universitäts-Professor mit 2420 Stimmen, 6. Orbrg, Karl, Lagerhalter mit 2157 Stimmen, 7. Emmelius, Loms, Kommerzienrat mit 2069 Stimmen, 8. Helm, Fritz, Weinhändler mit 1980 Stimmen, 9. Friedberger, Max, Kaufmann mit 1795 Stimmen, 10. Urstadt, Otto, Professor mit 1713 Stimmen, 11. Jann, Karl, Reallehrer mit 1572 Stimmen, 12. Vetters, Friedrich, Redakteur nut 1503 Stimmen, 13. Helsrich, Friedrich, Rentner mit 1467 Stimmen
** Streik und Bierboykott. Zwischen der Brauerei Denninghoff und ihren organi,ierten Arbeitern sind L o h n st r c i t i g k e i t e n ausgebrochen, die zur Niederbegung der Arbeit bum) die orgaui,ierten Arbeiter bet Denninghoff führten. Daraufhin wurde von der or- .ganisierken Arbeiterschaft der Boykott über das Denning- Hofs-Bier verhängt. Die Firma Denninghoff verösfentlia)t nunmehr im heutigen Gießener Anzeiger 'eine Lohnliste der betreffenden Arbeiter, um den von ihr in der Lohn- srage eingenommenen Seandpunkt zu rechtfertigen.
** Der Sanitätsverein, dessen Mitglieder am toantsiag abend im Saale des Einhorn-Hotels tagten, beschäftigten sich mit der von der ärztlichen Vertragskom- miifwn verlangten Honoraraufbesserung der Aerzte. Einstimmig war man der Ansicht, daß die geforderte Erhöhung des Aerztehonorars, das gleich bedeutend mit einer Er
höhung der Jahresbeiträge der Mitglieder ist, den Bestand" des Vereins, bei den augenblicklichen schlechten Erwerbs- verhäktnissen und der herrschenden Teuerung aller Lebensrnittel, in Frage stellen könnte. Ein Teil der Mitglieder würde dem Verein den Rücken kehren und zwar die Familien, die keine Kinder haben und in denen der Mann noch Mit! gliet) der Krankenkasse ist, was bei den meisten Mitgliedern zutrisst. Ein vom Vorsitzenden Bräutigam eingebraditer Antrag, der dahin geht, daß der Jahresbeitrag für über 18 Jahre alte Söhne und Töchter der Familien von 2 Mk. auf 3 Mk. und der Beitrag für jede Familie mit dem Jahre 1912/13 um eine Mark und für dus Jahr 1913/14 um 2 Mk. zu erhöhen fei und daß diese Mehrbeträge, um eine Beitragserhöhung für die Mitglieder zu vermeiden, aus dem vom Verein angefammelten Reservefonds bezahlt werden, fand einstimmige Annahme. Der Vorstand wurde beauftragt, in diesem Sinne mit den Aerzten ein Abkommen zu treffen.
*♦ Der Geflügel- und Vogelzuchtverein E. V. hielt gestern im Hotel Einhorn eine außerordentliche Hauptversammlung ab, um einen neuen Vorstand zu wählen, da die seitherigen Mitglieder ihre Aemter niedergelegt hatten. Die Wahl hatte das Ergebnis, daß Stadtv. Troß ats Vorsitzender, Kaufmann Wüster als Schriftführer und Scl)lossermeister Stohr als Rechner fast einstimmig gewählt wurden. In den Verwaltungs-Ausschuß wurden Weißbindermeister Renting, Backermeifier For- back, Weißbindermeister Schäfer uiid der Unternehmer Konr. Rübfamen wieder-, sonne Restaurateur Wilh. Meyer und Oekonom Ehr. Nebe neugewahlt. Die Vorbereitungen für die im März gepinnte Landes-Geflügelausstetlung auf der Liebigshöhe sind in Angriff genommen. Es ist in Aussicht genommen, bei der Ausstellung auch ein Konkurrenzsiugen von Kanarien zu veranstalten und das erste Mal in Gießen eine Vogelkatze zur Schau zu stellen. Man wird zu diesem Zwecke einen Raum mit Vögeln bevölkern, in dem sich eine an die Tiere gewöhnte Ko^e frei bewegt, ohne den gefiederten Sängern auch nur das geringste zu leide zu tun.
"Preisgekrönt. Der hiesige Vogelzüchier Kart H üner. mund erhielt auf der allgemeinen Kanarienausstellung m Kassel bei der er bei sehr stackem Wettbewerb den zweiten Ptatz behauptete, die große filbecne Medaille und den 2. Ehrenpreis im Werte von 40 Pik. Die ausgestellten Vögel des Herrn Hünermund ersangen erste Preise.
** A u f dem Hoherodskopf und den zunächst ge-, legenen Wiesen tummelten sich gestern eine große Anzahl Schiläufer, die zumeist über Schotten von Gießen gekommen waren uiid stink über die blendenden Schneestächeu glitten. Da»u brachlq der Mittag ein herrtiä-es Wetter, und wie em Märcheuwuiidev hob sich der dicht vecfchneite WaW mit seinen glcheriwen Achtens von dem blauen Himmel ah. In der nächsten Beit werden amf Hoherodskopf auf Veraiitasfung des Schittubs Wimerfport Gießen von Klubrat Stein zwei Springhügel gebaut und zwi,a-en Weihnachten und Neujal/r veraüslaliet derselbe Klub un Overwald einen Schikursus sur Anfänger und Forlgefchrittene, den der bekannte Meifterläufer, Schrifisteller I. L u 11 e r aus München, leiten wird. Im Februar veraufiallet der Klub seine ersten Schiwettläuse, bei denen vorausfichttich die Meisterschast von Heuen im Sprunglauf ausgcfahren wird.
** Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus: Vendenheirn, Bezirk Unter-Elsaß.
Landkreis Gießen.
> Klein-Linden, 27. Novdr. Eine Feier von Großherzogs Geburtstag hielt unser Kriegerverein im Deulfchen Hof ab. Der Vorsitzende Lehrer Keil gab in einer Aufprache einen kurzen Rückblick auf die Geschichte Hessens uiid bcachie em Hoch auf Großherzog und Kaiser aus. Ec teilte ferner mit, daß beabsichtigt sei, zu Ehren dec Knegsveiecanen eine Gedenk- täfel zu errichten, wie dies bereits in einzelnen Gemeinden geschehen sei.
Grünberg, 26. Novbr. Die hiesige höhere Bürgerschule halle gefiern eine Großherzogs-GeburtSiagsfeier unter Leitung des Rektors Angetberger in dec Turnhalle veransiattet, wozu die Eltern der Schuler und Freunde dec Schule eingetüöcn waren. Dec große Saal der Turnhalle war voll be^t und die Aufführungen sanden ungeteilten Beifall dec Zuhörer. Äußer zahlreichen, vorzüglich Dorgetragenen Deklamationen der Knaben und Mädchen, sowie Gefangsvorträgen, kam auch ein kleines Festspiel: „Der Rattenfänger" zur Aufführung und erfreute die Anwesenden durch seinen Humor. Die Fe.irede, die Rektor A n g e 1 b e r g e r hielt, behandelte hauptsächlich das Verhaiuiis des Elternhauses zur Schule und seine Wirkung auf die Kinder. Mit einem von den Kindern und Ettern begeiftert auigenonune.ien dreimaligen Hoch auf unseren Großherzog enDete dec Fenvorlrag. Alle Fesiteilnehmer, unter denen auch zahlreiche Ettern von aus- wäcts waren, schieden mit großer Befriedigung von her Feier.
k. Langd, 27. Nov. Eine schöne und würdige Feier des Geburtstages des Großheczogs beging unsere kleine Gemeinde. Das Rhein-Äianische Verbundsthcater spielte hei aus- verkauftem Hause das aus geschichtlichem Hintergründe aufgebaute Lustspiel Minna von Bacnhelm. Die Leiftuugen dec Gesellschaft sind umsomehr anzuerkennen, als es sich hier um be- fcyrunkte Bühnen- und Saatoerhältnissc handelt. Jeder Gemeinde, auch dec kleinsten, kann das Verbandstheater empfohlen lverden. Das Großherzogshoch brachte Pfarrer Lahr aus.
k. Hungen, 27. Nov. Hier weilt zurzeit die Wandertuberkulose-Ausstellung in der städtischen Turnhalle. Heute, Samstag nachmittag, besuchten sie die Lehrer des Bezirts- vereins Hungen. Der Ausstellungsteiter Geh. Regierungsrar Dr. Dietz eröffnete sie mit einem Vortrag und. führte die Anwesenden durch die Ausstellung.
Kreis Büdingen.
«= Büdingen, 25. Nov. Der im verflossenen Jahre ms Leben getretene „Verein für ländliche Wohlfahrtspflege im Kreise Büdingen" hat das „Rhein- Main-Theaker" für zwei Abende zu 2 Vorstellungen gewonnen, die am 9. Januar iuü) 8. Februar 1911 starblinden sollen.
x Aus dem Kreis Büdingen wird uns geschrieben: Vor nicht allzutauger Zeit tuuroe gefetzlicy festgeietzi, daß für die Folge die Prüfung unb der Abschluß der Rechnung von Gemeinden, Kirchen und Stiftungen, die seither ko|tenlos von der Großh. Oberrechnungskammer gemacht wurden, von den be- treffendell Fonds bezahlt werden müssen, um größere Staatseinnahmen zu erzielen. Es gingen bann Gerüchte um, als würde die Bezahlung nach den einzelnen Rechnungsbelegen sich richten. Bei Prüfung und Mschluß nichtstaatlicher Rechnungen durch die Oberrechnungskammer, also von Rechnungen dec Gemeinden, Kreise, Provinzen, Kirchen, Stiftungen und fonstigen öifentlidjen Zwecken dienenoen nichtstaatlichen Körper,chaften sind vorerft zwölf Mark sür den Arbeitstag zu zahlen. Man ersieht daraus, daß allerdings der Staatskafie hierdurch ganz erkleckliche Einnahmen erwachsen werden. Für reich dotierte Stiftungen macht das nicht viel aus; aber auf der anderen Seite ist diese Sache nichts anderes als eine besondere Steuer^, die die Staatsbürger zu tragen haben. Das Gute hat das Ge|etz, daß in Zuiunft die Vorstände unö, Rechner vor Absendung der Rechnung möglichst ßenau sich vorsehen, daß so wenig als möglich Bemerkungen zu ihrer Rechnung gemacht werden mögen und daß dadurch die Arbeit der Revisoren möglichst erleichtert und abgekürzt wird. Von Seilen der evangetischen Geistlichkeit hat man schon lange die Absicht, das ganze Rechnungswesen der geistlichen Behörde unterstellen zu lasten, mit aus dem Grund, weiteren Kosten aus dem Wege zu gehen.


