Ausgabe 
28.11.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Erster SIotT

160. Jahrgang

Nostag, 28. November M

Genchtssaal-: K. Neu-

Die heutige Nummer umsalzt 16 Seiten.

Mt.

66 000

litt, lud uuu

Dber nur wenig ermäßigten

dflen nach Prozenten der

Empfang

1

47 000

45 UOO

An der mir dem und bie

jtncgetDereine der Umgegend von Raudcn, sowie die barm­herzigen Bruder und Seminaristen von Pilchowitz Spalter. Im Schloß wurde der Kaiser von der herzogitchen Familie, Oarunut dem Prinzen und der Prinzeß in Friedrich Wil­helm von Preugen, dem Erbprinzen Bittor und der Ero- peilige)।in von Ralibor begrüßt. Ferner waren u. a. an­wesend: der Fürst Pleß uiu) der Landrat Lentz aus Rl-bnckt

Das Grab des Husitenführers Ioh. Cizka ist am Samstag m der Peter- und Paulkirche zu CaSlau auf- ge.unden wvcden. Das Grab bciiudet |idj umer emer Stein- täfel mit einer lute milchen Jujck-ri|l und mit dem Sieget des <2tadtiiUes von Easlau ans dein 17. Jahrhundert. Nach einer im Grabe aufgefuudcnen Urlunde sind tue Ueberreste CiztaS dort heimlich bcigeie^t wvrden, um ihre Zerstörmig -u ver­hüten.

Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft.^ Der 28. e u 11 a# e jx u h g r e b i u r n n e r e 1-t e ö i o ui j mden vom 19. bis 22. Aprü 1911 in Wiesbaden statt. Diü dem SCongrene ist eine Ausstellung von Präparaten, Apparaten und Znssrurn einen, smorri sie sür die innere Medizin von Interesse, lind, verbunden. Direktor Felix von WeingartneL erklärte den Philharmonikern, daß er bereit sei, ihrem rwunia-e zu emiprcajen und die Leitung der phüharmoniicherr 51'Dii5eiie vcisubeijütien. Gr werde zu Du: cm Zwecke Jemen suin-i üißeu Ausenchalt ui Wivi nehmen. In Stratzburg (Elfaßj tjt tz)e,MMkU' Lbemgter uiigt? 1 ai Stadler, Kuralon

oer My not, am Smustug cchezch geMtdeu.

nur 2/3 Anteil der Fiachtmehrlosten ver­rechnen) rund . ..........

b) sür Plehrirachl auf Baumwolle 58 p 131

3

= 94 V,....... rund

c) sür Mehrfracht aus Gespinste zu 100 Psg. rund rund

sich aus ihren SteUmigen bei Baiulp, «uime und Foucerwe au) Becutne zurück, welches vom 16. Regiment besetzt war. Während nun die 2. sranzosilche Division von Süden her diesen Platz an- griss, lallte die 1. van Westen (Baiiily) and den rechten demschen Flügel umidhen. Tas er|te Vorgehen der 1. Livi|ton zerjcheilte an dem deulichen AriUleiieschnellfeuer, erst eme lliitersluvung des Angrips durch Teste der 3. Division zwang die Verteidiger (1. Bataillon Reg. 67 und eine Batterie) zum Rückzug bis nord­westlich von Beaune; von hier wurden sie dann noch eine Strecke an der Gäsar-Strage zurüugedrängt (wobei ein Gestl-ütz den Franzosen übetlaiien roerüen mutzte-, bis plötzlich in der linken Flaule des Gegners die 1. deutjche Kav.-Twi|wn ersch'en und ihre reitenden Batterien die franzöi ischen Truppenlolonnen lebl-ast beschossen, wodurch deren weiieres Vorgehen unierbrochen wurde. Auch an der Ost,eite der Stadt hatte die 2. frauzo|iscl>e Tivl|ton durch ihre llebermacht die Deutschen (zwei Bataillone Reg. 57) zurückgedrängt, die jtch daraufhin nördlich bei Le Rue Bouffier fesl- letzteii. Um 1 Uhr war al,o Beaune vom Feinde oolljrandig nmfatzt. Tie Lage der vorteilhaft darin verteilten drei Bataillone Reg. lu (denen |ich noch zwei Kompagnien Reg. 57 auf dem Rückzüge beigesellt hatten) war eine jcbr bedrängte und gefährliche, zumal die franzoiijche Artillerie jetzt die mit den Ueberrejten einer Mauer umgebene und zue Verteidigung eingerichtete Stadt zum Ziele nahm und zwar lichtlich mit Erfolg. Doch gelang es der iap|eren Besatzung, verschiedene Slurmangrstie der Jnsanleric abziuveisen. Bald wurde ihnen auch Hilfe zutest: die 57er und eine Batterie gingen wieder von La Rue moussier aus gegen Südosten (Romainville) und Westen (La Pierre percee) vor, warfen den Gegner aus die,en Senen zurück und hinoerten ihn am iWiedervotdringen, bis um 2 Uhr die 5. Divi|ion (vom (3. Korps) em traf, die von Prinz FriLrich Karl, der südlich von Bohnes auf einer Höhe den Gang dec Schlacht oerjotgte, zur Unterstützung entsandt war. Gin Teil derjetben (3. Iäger- Balaitton, Mei Kompagnieii Reg? 48 u.id drei kiaderien) wandte )ki) gegen Areonvitte und Batstlh unb be|chä,iigle die dort stehen­den sranzöiiich^i Truppen; das Regiment 52 aber hals noch den 57 erii bei der W^eoererooerung von La Pierre percee und ocr dabei liegenden Geyutze und Dtnrieu oann zuiammen mit dem vtCGiinent Rr. 12 den Feind ganz von der Westieste der Stadl ^eauiie, so daß dieser bei Gxntrstt 0« Dun^ihtu aus au«it Pannen zutüageichiag'r»i war. Ofoat vsrjuaM et uue»M>3 n*x#BkU6 euicu (5mrm ans mc Diodt, aver aua) dreier zn,cyeilte an dem Feuer der Besatzung und der 1. Ba^erie Art.-geschient Nr. 10. Von ua joiott ütwuAtUe^cu Iw^uiHmng u*iuik uw noch di.« Aitülenc

über seinen herzlichen Dank für den glänzenden durch die Stadt aus.

In Räuden erfolgte die Ankunft nm 3 Uhr. Ober,orsterei begrüßte die Jägerei den Kaiser Furstenruj. Auch hier bildeten die Feuerwehr

(1U Bauerten- ihre Geschoue verheerend m die aozieyenden franzö- sischeii Kolonnen hmernichleudern; zwei Bataillone Infanterie lolgten daun noch zur Beobachtung bis Montbarrois und Iarrrsiy- die Kavallerie kam bei her Duntelheit wegen des ungünstigen Ge­ländes nicht zur Verwendung. Tas 20. icanzosiiche Korps ging bis Bellegarde und Boiscommun zurück, das 16. verblieb bet; Venoustle, Juranvule und Maizieres. Tie deutschen Truppen!' lagerten von Long Cour bis Bot-nes chier die noch zur Unter* ftiltzung herbeigeeckte ö. Tivision des 3. Korps). In dieses Schlacht halten anfangs nur rund 11000 Deutsche mit 70 Ge- schützen gegen etwa 60 UOO Franzosen mit 138 Geschützen gekämpft: eilt nach Eintreffen der 5. Dwi|wn hatte sich das Berl-ältnis etwas geändert, doch blieb die Uebermacht auch dann noch aus leiten,', der Franzoien. Liesen haue der Kamps ungefähr 13U0 Lola und Verwundete gekostet, während etwa 1800 unverwundete Ge­fangene in den Hut. den der Teutsck-en verblieben, die ihren öieg mit eüiem Verluste von 38 L)f|izieren und 8u8 Mann er* kaust hatten, nümiich tot waren oder an den Wunden starben^ 7 Offiziere, 1/2 wrann; verwundet waren: 28 Sfsiziere, 5st4 Mann und vermißt wurden: 3 Offiziere, 93 Mann.,

monatlich 7LPf^ viertel­jährlich Alk. 2.20; durch! Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Dck.2. viertel- jährl. ausfchl. Beitella.

Zeilenpreis: lokal 15Pf.,, ausmärH 20 Pfennig. Chefredakteur: A l^oetz. Berautivortlich für den politischen Test: August Goetz; für »Feuille­ton*, .Vermischtes* und

tst in der Verdampfung teuerer als Saar- und Nuhrkohle. Die Fracht bis zum Etablissement von der Ruhr bezw Saar beträgt ineinander gerechnet etwa 1U0 Mk. für zehn Tonnen 100 000 Mk. Die Baumwollsracht von Bremen bis nach dem Süden Bayerns, z B. Augsburg, betragt um etwa 58 Psg. per 100 Mo mehr als nach Chemnitz und 131 Psg. mehr als nach M.-Gladbach. Die Spinnerei hat einen Verbrauch von 5000 Tonnen Baumwolle ö Mill. Kilo, Frachtunterschied also:

a) gegen Chemnitz mehr 20 000 Mk.>

b) gegen M.-Gladbach mehr 65 500 Mk.

Da der Hauptabsatz der Spinnerei-Produkte im Westen, Osten und Norden Deutschlands ist, so erivachsen auch für den Garnoersatid sehr hohe Frachtsätze. (Ls ist nicht zu viel, tuenn wir durchschnittlich 1 Mk. für 1U0 Kilo dafür in Ansatz bringen. Für 4 500 000 Kilo Versandgüter gibt das 45UOO Mk. mehr Ausgaben, als säch|i|che oder rheinische Spinnereien zu verrechnen haben, da in letzteren Gebieten bedeutende Garnverbrancher für den lokalen Absatz der Produkte benachbarter Spinnereien (argen, lvas in Bayern nur in seltenen Fallen möglich ist. Rechnen wir zusammen, lvas die bayerische Spinnerei mehr Frachtauslagen hat, alS sächsische ober rheinische Spinnereien gleicher Große, jo ergibt daS:

») lüi Roülcn (wir wollen der Sicherheit Halder

vor 40 Jahren au der Loire.

1L

(Schlacht bei Beaune La vwlande cm 28. November.)

/ Buui 10. deutschen Korps hatte die 38. Bngaoe (rechter Flügel- bei Beaune l a Rolande Sie'liuig genommen, die 3u. Brigade (Unter Flügel des Üocps uiw zugleich der ganziui 2. Armee) bei Les G 0 telles (östlich von Beaune). Ihre Vorpoiienlinie war von Bauliy über Orine-Feucerive-Zuronvul»'- Lvru- bis Gorbeilles vorgeschoben. Arn 28. November uei Tages- anbiud) war auch die 37. Brigade mit der Korpsartillerie bis zu dem zwiia-ien Beaune und Les irvtelles liegenden Torf ülioreilly vorgeiuckt. Zur stnierstutzung war autzerdcm vom 3. Korps die '5. und nötigenfalls die 6. Jnst-Tivi|ion in Auslicht gestellt. 'Zunächst siietz der rechte fraiizoinche Flügel das 18. Korps mir dem Unten deutschen zuiammen. Tie über Juraiwstle nach Süden ausgestellten zivei Borpo|ientvmpagnieu des 73. Regiments räumten vor der Uebermacht der 1. französischen Tivision gegen 9 Uhr das Torf Jnranvstle und gingen bis zu ihrem Batailloii m stoielles zurück; auch bei Lorei- mutzten zwei Kompagnien des Regiments 79 und eine Kompagiiie 10 Jäger sich nordlich bis an den (Lisenbahndamm Parts-Nevers zurüu.ziel)en, von wo aus sie dann aber mu vstfe der drei anderen Jäger-Kompagnien den Gegner in Schach pielten. Gegen mittag gelang es zwar Testen der Regimenter 50 und 91, das Dorf Jurauville, das frie F-raiizoseu zur Verteidigung eingerichtet halten, wieder zu neljmcr, indessen mutzte lowotzi die|er Platz, wte and) Uoroeilles ausgegeben werden, als von Maizieres Berlstirtuugen von der 2. und 3. Tivi|ion anrücklen. Der bruckzug ging bis zur L>aupl- aufnal-Niestellung bei Long stour. Ein dorthin gcrichleler Augrijf des ueinbeö in geschloiletten Kolonnen und dichten Schutzcn- schväimen wurde durch die Artillerie blmig abgeichlagen. Gut Augrin Mit starker Uebermacht gegen Les ColetleS zwang in- zwiicheu die deutsche Besatzung, um der Umzingelung zu entgegen, pt biaunmng dieieS Srles. Doch fielen noch tiiva 50 Mann 79er franzoiiirrwu Lanners in Die i>änDe, naa-dem schon vorder ein beschütz wegen Mangels an Be,pannung oermren gegangen war. Mit Der Besetzung von Les Gotelles begnügie sich aus dst.em Flügel der öeu-D und unterhielt nur bis zum uintrut der Du ulet- feu ein wit.ru|iüSio|eS Ge|a/uo|euer gegen oie norbt.tch des Tor,e^, in Stellung gegangenen Deui|ü/cn Truppen. Auf D-cin Innen sranzoiiicheu F.agci (20. Korps) traieii Die Spitzen mu Den Bor- Hosteii der. 38. Brigade morgens gegsn 9 Uijc zusammen. Dir DLutschen, (bleuuneut ui znur itvitl AMUl^t 01^1.0^11-11) zogen

Er. 2T9

Der tiefer Anzeky«, rrfdii'un täglich, auUrr tzoimiags. - Beiiagrn: sirrnia l wöchentlich -lebenerZamiUtndlätter, givtiimil n'öchenii.Nieir, diattstlrdenttreliSiehen (Tnusiag iindFrenaa); zweinnst monntl. Land« VilstchaktUcheZeitfrugto steruipiech - Aiiichlu|!< t füi dir iXrbahion 113 Verlag u. EzvedMon Adresse Hit De»»esche»»r dlnzelgrr «ubcit.

SraalSsteuer höhere Erträgnisse zuzu,uhren; das breite P-u- )blifum ebenso tote Die UiDu|triellen Gesellschaften werden deshalb wohl kaum oder doch nur für ganz kurze Zeit in den Genuß einer 20 bis 25 Pro^. verkürzten KrestZ- oder jLemeindeumlage gelangen.

Wenn nun uoii der Regierung erhärt wird, daß tle erhöhte Steuerbelastung von 1912 ab keine Veranlassung ' ur Die G- m. b. tz. und die Aitiengesellschasten fein könnte, ich mit Dein Gedanken Der Abwanderung zu beschäftigen, 0 uberiiehl sie, vi^Ueicht nicht ganz ohne Aosicht, datz nicht )ie Steuererhebungen on sich den bayerischen Bodcn zu reiß werden lassen, jondum daß neben Den bisher iirtru- genen, so wenig günstigen lokalen und geographischen Ber- hälinissen Die drohende 2550 Pro- hoher werdende St^uer- belasluiig den Tropjen bildet, der das Gefag zum Ucl>er- sließen bringt uii'j Der Die Lage für manche Betriebe zur unerträglichen macht. Ein Beispiel möge dies klar machen:

(Line Spinnerei im süDlichen Bayern mit 10U UOo Spin­deln verbraucht jährlich 10 OjO Tonnen Saar- oder Ruhr- iohlen. Bei Verwendung oberbayerischer Kohlen ist zivar wesentlich weniger Fracht zu bezahlen, aber Die Kohle selbst

Der Bdd]stag über die Kaifcrreöcn.

Der Re ist-stag hat uni Samstag wieder euiengroßen Tag" gehabt. Der Reick-stanzler hat Den Sozialdemokraten aus ihre Anfrage wegen der letzten KUiserreden geantwortet. ES ist ganz ielbstversländlich, daß er den Kaiser nicht prestögeben" durste, daß er den Sozialdemokraten nicht den Ge,allen tun konnte, durch die Anerkennung chrer Be­hauptungen chnen neuen Stoss zur Agitation zuzufuhren. Gingen doch von ähnlrst-en Gesichtspunkten wie er nicht nur der konservative utiö frerkoniervarioe Redner, sondern auch Herr Basfermann aus. Der Reichstag ist kein Ge­richtshof, sondern eine Steile, wo Politik getrieben wird. Und Die politischen Absichten treiben nicht immer zu Fest­stellungen undEntschließungen". Vielleicht hat Der Kanz­ler i m |t i 11 e n (cd) zu irgend einer Bemühung entfchlojsen;

Reichswerlzuwachrsteucr.

DieNordd. Al.geui. Ztg." verö,fentlicht in ausführ­licher Weise Darlegungen des Reichssck-atzsekretärs Wer-

Der Auszug der Industrie aus vaqern.

DieDeutsche volrsw. Korr." schreibt:

Die n e u e Steuerreform in Bayern erregt die Gemüter in hohem Grade, insbesondere fühlt sich Die ein­heimische Industrie durch die in Aussicht stehende neue schwere Steuerbelastttng sehr geschädigt, und die AuSwande- rungsjrage wird nicht mir von einigen großen Münchener Gesell schalten lebhaft erörtert und in Erwägung gezogen. Der Finanzminisler bemüht sich vergeben-, darzutun, daß clbft Die für 1912 in Aussicht genommene erhöhte Be- teuerung Der Actienfirmen und G. m. b. H. ein wesentliches .Dpier für Diese Unternehmungen nicht verursacht, ja znm Teil hinter Den Steuersorderungen in Württemberg, Baden und Preußen zuruckbleibt, imD er versucht, das durch mehrere Beispiele und den Vergleich Der in Bayern für 1911 gegen­über Der silr 1912 zu bezahlenDen Gewerbesteuer nachzu- weisen. In feiner beruhigenden Darstellung der künfti­gen Steuerbelastung für die bayerische Industrie geht der Minister auch von der Voraussetzung aus, daß Die erhöhten Staatssteuern eine etwa 202oprvzentigc Herabsetzung der Kirus- u:id <7emeindeiimlagen zur so|ortigen Folge haben werden. So angenehm und hochcrireulich die Venvirk- lichung dieses Zuiun|tsbildiS für die schwerbelasteteu inda- ftriellcn Steuerträger wäre, so wenig wird auf eine solche Rückwirkung zu rechnen sein, Du gerade Die StadtgemetnDen Bayerns Durch Die vor wenig Jahren ausgehobenen staDti- schen Aufschläge (Akzise) einen ziemlichen Teil ihrer Ein­nahmen, ohne sich Dajür Ersatz veijchafien zu können, Dcr- loren haben und durch Die sozialen Forderungen des TageS zu dauernd wachsenden Ausgaven gezioungen jein werden. Durch Die Aufhebung D?r städtischen Ausschläge ist Dein konsumierenden städtischen Publikum zlvar keinerlei nach­weisbarer Nutzen, wohl aber sind dem Etadt|äckel schwer empfundene Mindereinnahmen erwachsen. Es ist auch nicht wahrscheinlich. Daß Die Kreisumlagen durch die Steuer- reiorm eine weseniliche prozentliche Abminderung erfahren, wenigstens Deuten Die beträchtlichen Aufschläge, Die in den letzten Lagen für einzelne bayerische Kreise von den Land­raten beschlossen wurden, nicht darauf hin. Bisher hat man sich überall bemüht, Kreis- und Gemeindeumiagen nicht zu schnell ins Unerträgliche amvachsen zu lassen, Die höheren Staatssteuersummen Der nächsten Jahre von 1912 ab werden aber eine willkommene Veranlassung [ein, Dem Kreis und Dem städtischen Haushalt bei gleichbleidenDen

was fine Mehrbelastung Der bayerischen Spinnerei von 3i/i Psg. per Kilo oeDeutet oder 10 Proz. Der gesamten Herstellungskosten. Kommen Dazu die neuen Stenern, Die für has betreffende Etablifsemeiit mindestens 40 000 Mk. Mehrbelastung ergeben, Dann kostet das Beivußtsein, bayer­ischer Industrieller zu sein, nicht weniger als etwa 2U0ÜUÜ Mark im Jahr bei einem Aktienkapital von 3 bis 4 Mil­lionen Mark. Es ist zineisellos, daß ein solches Etablisse­ment, wenn es im Jayre 1909 GO 000 Mk. Staats steuern bezahlt, un Jahre 1912 auf Grund einer außerordentlich komplizierten Form Der Gewerbestenerberechnung 80 bis 90 Proz. mehr, also mindestens lOUOoO Mk. an Den Staat abzuliesern hak. Daß Kreis und Gemeinde einen wohl- gezählten Anteil von dieser Mehrleistung beanipruchen, Durfte nicht ziueifelyast sein. Wenn also die bat-erischen Aktienunterneymungen und die G. m. b. Die norddeutsche Industrie um ihre besseren Lebensbedingungen beneiden und unter Der BürDe Der ungünstigen geographischen Lage feuszen, darf das weder den Minister noch Die Land boten verwundern, Die uns mit Dem wunderbar verwuLelten Steuerresorrnapparat beglückt habe.»

General-Anzeiger für Gberhessen

i*.irthme Mn Mnulne* ** a « <. m U 1 4 f 1 ,Wevtct)ld|aal'*: 5t. yieu-

tm ö!e Tagesnunnner lto1ofsonrdnlS und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch. und Lteindntckerei Stange. Nedalllon, Lspedition und vnllkerelr Zchulftratze 7. rath; für .Stadt und btg vornniiaqs 9 Uhr. Expedition für vüdlngen: vahnhofstratze 16a. - Celtphan Hr. 50.VeS

sbine Rebe war eine unumwundene Verteidigung des Kaisers. Das formale Recht hat der Kaiser darüber ist man sich! wohl auch ziemlich allgemein einig nicht verletzt, lieber Die Zweckmäßigkeit der kaiserlichen Reden, über Den poli­tischen Nutzen oder Schaden, den sie bringen, hat Herr v. Bethmann-Hollweg sich nicht geäußert. Diese Unter* suchung hat Herr Payer umso gründlicher besorgt. Eins Höbepunkt Der Rede des Kanzlers ist sein Schluß:Diesen Boden werde ich festhalten, und ich werde ihn verteidigen getreu der mir obliegenden Verantwortlichkeit, die ich mir lediglich von meinem Amt und meiner p o t it t i sch e n U e b e r z e u g u n g b e )t i m m e n las je." Seine politischen Ueberzeuguiigen werden den Kanzler bestimmen. Möge er hinter Den Kulissen Dem Kaiser Dies Wort noch näher erläutern! Ueberhaupt wird Die Lektüre Dieser ein­gehenden Verhandlungen vorn letzten Samstag dem Kaiser viel sagen tönnen. Auch aus der Rede des Herrn v. Heyde-, brand, so unbedingt königstreu sie war, ist ja zu entnehmen^ Daß Die ReDen des Herrschers ausgeschlachtet werden unD daßder Ernst der Lage" besondere Maßnahmen erheische. Selbst nach den Ansuyten vieler Konservaiiver wird es besser (em, daß der Kaiser seine Reden einsck-räukt als daß man neue MajestäiSoeleiDigungsparagrapyen macht. 12,0 ist entschieden auch viel besser, menn Die Parteien sich nicht Darüber (treuen, w i e Der Kaiser Denn seine Worte meint Herr Payer hat ähnlick-e Einfälle euoas barsch ausgedrückt Ader er hat nicht ganz untecht

Der Verlauf Der denkwüroigen Aus|prache ist befrie­digend. Daß man Den SozialDemokraten, Die gerade bei Dieser Sack-e ein so eifriges Liebeslverben um DieMit­arbeit" Der sortjchrutlichen Vollspartei an den Tag legten, mehrfach den Spiegel vorhielt, war ein Trost

Die Enthüllung eines Reiteröentmals Friedrichs des torogen in Gegenwart des Kaijers.

©cutt) en iOberjcyle.ien-, 26. Noo. ^n Anwesenheit! des Kaisers wuroe heute das von Zuaillon geschaffene Reiterdenimal Friedrichs des Großen feierlich enthüllt Oberbürgermeister Tr. Brüning feierte in seiner An­sprache Den großen Feldherrn, der Schlesien als kostbare^ Perle Der Krone Preugens einfügte unD als weisen Staats­mann, Der in die Lande Den Samen staatlicher Ordnung und wirtschaitlicher Blüte ausstreute und Dessen voltswirt- (chaftliches Talent sich am glanzenDsten Darin zeigte, daß es Die Bedeutung Der damals noch völlig unbeachteten Steinkohle ertannte und damit Den Grundstein zu der heutigen unvergleichlichen Entwicklung des overschiefischen Jnduftriebezirls legte.

Um 1 Uhr reiste Der Kaiser, der vom Oberbürgermeister: an die Bahn geleitet wurde, mittels Sonderzugs ab, um dem Herzog von Ratibor in Räuden einen Besuch zu machen. Ter Kaiser sprach dem Oberbürgermeister gegen-