Nr. 73
, etjtfjiencnen 91ad>ruf ftir Bricgleb entnehmen mir
vom Grüninger-Vorfgüller Markwald
Kometen aus alten Münzen.
Dr. F. Imhof - Blumer.
Fürsten.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag».
Die „Giehener ZamiNenblätter" werden dem „Anzeiger" dermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
diese knüpfte.
Winterthur.
wenden imb den König um das Versprechen bitten, von feiner Prärogative Gebrauch zu machen. Sollte er einen abschlägigen Bescheid erhalten, so möge er unverzüglich an das Land appellieren. . , v. .
Barnes (Arbeiterpartei) erklärte, bte Entschließungen unterstützen zu wollen, sie aber in feiner Weise als em aus- reichendes Mittel zu betrachten gegen die Uebelstande, gegen welche die Entschließungen sich richteten.
Man schreibt uns vom Lande:
Wie in diesen Blättern schon gestern gemeldet wurde, soll nach langer, langer Pause endlich wieder einmal eine Hauptversammlung der Grüninger-Dorfgüller Marlwald-i genossenschafi und zwar am nächsten Samstag zu Giw-1 ningen ab geb alten werden. Es war dazu längst Ursache dagewesen. Senn der heutige Zustand ist zum Himmel schreiend. Man bente: Ein Waldlomplex, der einen Wert fast von einer Million Mark darstellt, in bem selbst der Großh. Fiskus und das Fürstl. Haus Solms-Braunseis bedeutende Eigentumsanteile (Marten) besitzen, unterliegt zurzeit der Aussicht und Pflege einzig von zwei Männerns d es O b e r f ö r s t e r s z u L i ch u n d d es B ü r g e r m e i s t e r s i zu Grüningen. In die Verwaltung des Oberförsters, hat wenigstens noch, die Oberaufsicht führend, die über dem Oberförster stehende Großh. Behörde das Recht, einzugreifen: über dem Bürgermeister von Grüningen in seiner Eigenschaft als Er st er M ä r t e r m e i st e r steht — außer un,erm Herrgott — nun gar keiner. Außenstehende werden zu diesen Ausführungen, wenn sie sie lesen,, staunend Mund, Augen
und Ohren aufreißen: und doch ist es so! Warum .
Die Grüninger-Dorfgüller Markgenossenschaft (so wie alle auf unsere Zeit übernommenen M a e k- ald -) G e n o sft n- sch asten; ruht aus alldeutschem Rechtsbrauch. 'Nirgends — außer der hier und da innerhalb der Markgenoisenschaften
Zwei geborene Gberheffen t-
Nfcrrrer i. P. Ferd. Brieglcb und Geh Oberbaurat Po- seiner deren Tod in diesen Tagen aus Darmstadt gemdbet wurde, stammten beide aus Obechessen. Einem in der^rarmst
Ans dem Gesagten geht hervor, daß die hier besprochenen Kometen nicht um Ihrer selbst mitten °uiMchi,en d»g°s^llt worden finb sondern der Teutungen wegen, die man, zum vtuhme oer Machthaber, beträchtliche Zeit nach den HimmelSerschemungen, an
Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckereu R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Erpedition und Verlag: e^&L Redaktion: 113. Tel.-AdruAnzeigerGießen.
I sie h"im suchte, so verschwanden sie gleich Liiftencheinungew . v> ) .udüe er den Mut und die Zuversicht des deuischcn Voltes aui mriitteln, gegen Napolsni die Geister waä/zurufen. -Labei murre i>er Name dieses Gewaltigen natürlich int ganzen Buch nice.t genannt, denn lonft Hütte cs die Berliner Zensur sicherlich Niemals durchgehcn lassen. Und als ein Witz des Schicksals ist es Ehel-en, daß der mutige Vaterlandsfremid m der Hauptstadi Preutzeus vergeblich nach einem Verleger suchen mußte, aber das Buch tu Lübeck erscheinen lassen konnte, das damals zu srmizöftichem Gwi?I, gehörte Von den bedeutungsvollen Vorschlägen, bic John macht, lei erwähnt, daß er eine ReichsoersamMluiig der ^tanoe anrcgt: er spricht sich gegen die Verleihung des Adels durch,die Eunu des' Herrschers aus, bedauert, daß Friedrich der E'notze, es dc.- säumt habe, nack) dem Hubertusvurger Frieden cmc Voilsver- wssung zu geben, für die nach standhaft durchdauertem Unfall nun abermals der richtige Zeitpunkt gekommen sei. Er fordert eine allgemeine Volksbewaffnung, Verbannung der Anslanderei in Sprache und Erziehung, bic Pflege von Leibesübungen, ww: überhaupt deutschen Voltswesens, was alles das von ihm acluldew Wort „Volkstum" in sich schließt. Uebrigens erwähnt Jahn M der bereits 18u8 geschriebenen, dem ^luckfe vorangehenden „Erklärung", daß er schon früher eine Schrift „Volkstum" versaht habe, die aber verloren gegangen sei.
verblassen.
Ter am Ostersamstag verstorbene Geb. Oberbaurat Kärl P o * seiner war am 22. Dezember 1842 in Gtestcn als Lvbn des Kreisbauaufsehers P. Posciner, der lange in Grimberg t. lebte, geboren. Er besuchte zuerst ein. Privatinstitut m Grün- berg, und dann vom 4. Oktober 1858 bis 23. August 18b 1 die Großh. höhere Gewerbesckmle zu Darmstadt. Am b Nov. 1861 wurde er in Gießen als Studierelider des Baufachs immatrikuliert und verblieb dort bis Ende Sonimersemester 1864. Die allgemeine Prüfung im Baufach! bestand er dort in den Jahren 1866 und 1867. Hiernach war er kurze Zeit bei den Kreisbauämtern Grünberg und Maiiiz beschäftigt, nahm so dann längeren Urlaub und war nadjemanber bei dem Ba u de r vberhessischen Eisenbahnen und bei der Großh. Bad. Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaues (Straßenbau bet Meersburg und andere in den Bezirken Neberlwgen und Emmen dingen sowie bei dem Bahnbau Dur'lack — Eppingen) als Ingenieur tätig wcacht Rückkehr in den Staatsdienst war er einige ^ahre
Zu den zahlreichen Äünzlypen der Griechen und Römer^gehören auch Sternbilder, von denen bis kürzlich nur eines als -Lar* fleUung eines Kometen bekannt mar. Es ist dies der des Jahre. । 44 v. Ehr. Wie zum Teil noch heute, pflegte im Altertum das Erscheinen eines Kometen als Vorzeichen blutiger Ereignisse uns anderen Unheils angesehen zu werden und verursachte deshalb Schrecken. Gewiß erfuhr auch der auf unserer Münze in Erinnerung gebrachte Komet anfangs die übliche böse Deutung. Daß sich diese , aber durch neue Verhältnisse umgestalten ließ, beweist gerade die Wahl des Sternes als Münztypus, denn für Münzen wurden niemals Bilder gewählt, die an Mißgeschick und Unglück erinnern sollten, sondern vielinehr solche, die zur Verherrlichung der Gotter, Herrscher und Städte, zum Gedächtnisse glücklicher Ereignisse und ruhmvoller Laten dienten. , , .,
La der hell und lange Zeit leuchtende Komet des Jahres 44, der sogenannte Siern der Julier, der sechs Monate nach der Ermordung des Julius Eäsar erschien, nicht als Vorbote der blutigen Tat auizuiasscn war. Dielt man ihn anfänglich als Verkündiger vorausznsehender heftiger Kämpfe. Als aber Augustus die Hohe aller Macht erreicht hatte, gefiel er fid) Darin, ieue Kometerscheinimg auf die Ausnahme seines Vaters unter Die Gotter, und nebenbei als Glückverheißung für die eigene Zukunft zn deuten. In Diesem Sinne gleichsam, als persönliches Emblem des Kaisers crchelNtDei Stern auf seinen Denaren und zivar erstmals im Jahre 17 v. Ehr., nachdem man an einer einmaligen nächtlichen Llchtenchemuug, die übrigens kein Komet gewesen sein konnte, die Wiederkehr des Gluck-
Bild, nämlich ein Siern mil acht Strahlen, von denen einer in einen Schweif endigt, zeigt uns auch eine Kupfermünze, Die ich unlängst aus Kleinasien erhielt, und die aus der Seit und dem Reiche des großen Muhrabalos (132 bis SS v Ehr.) stammt. Dieser Stern ist auf einen der beiden Kometen zu beziehen, von Denen Juslinus berichtet, Daß sie die Geburt und den Regierungsantritt (12u v. Ehr.) des Muhradatos' verkündigten. Sie sollen je 7U Tage so hell ^leuchtet haben, dav der ganze Himmel in Feuer zu stehen schien usw. ^^^uchrl ; ,
die in Pmgrös Kometographie zusammengeUellt sind, ^stangen ungefähr 135 und 119 v. Ehr. das Erscheinen besonders lell- lei'chtender Kometen. Nachdem der Lchrecken darüber lang 1. v denen war und Mnhradatos sich zu einem gewaltigen Herrscher en’iDidelt halte, erinnerte man sich dteier Hnnmelserschemung und erklärte sie für Göuerzeichen von der lunftigen Große der
folgendes: * . c
Am Karfreitag abend vollendete der älteste der Hessumen Pfarrer, Ferd. Briegleb, im 92. Ücbensiahre feinc irbifche ^au bahn. Nachdem vor kurzem aus 1 einen lebhchten Wnnsch hm test a-stellt war. Daß er der Patriarch der hessischen tzfairer sei, gab der verhältnismäßig rüstige Greis in seiner bekannten Huma ristischen Art der Hoffnung Ausdruck, diesen Ehrenposten i'om recht lange bekleiden zii können. Doch^setzte^ der kindlich srow E Mann hinzu: „wie Gott will". — Die Hamilie -oriegleb, i^. schon eine ganze Reihe von Pfarrern dem Henenlande steschcickt hat, soll aus Schweden eingewandert sein: 1747 tritt ,ie ijuei n in Hessen auf. Der Vater Ferdinands, der eine Zeitlang Hauslehrer in der Familie der Eharlotte Buss zu Wetzlar war, ha t zuerst die Pfarrstelle in dem Riedeselschen Stockhausen an bei: Ein hessischen Grenze inne und starb als -berpfarrerinSck)ottcu Von einer Fußreise seines Vaters in der «L a^".
l>essischer .Kandidat erzählte sein Sohn solgeudes schone Erlebnis, der hessische Kandidat mackste mit einem Reisegefährten einJt Besuch bei dem alten Pestalozzi in Irrten (Yoerdun). Sie ent- schuldigten ihre geringen und bestaubten Kleider mit bet fRa?. Da tat Pestalozzi in echtem Sckstvhzerdutsch den Ausspruchs wn luegen (= sehen) nyt us den Rock, sondern „us das Herz Ferdinand wurde zu Stockhausen am 11. Mai 1818 geborei., besuche das Ghmnasüim zu Büdingen, studiere zu Gies; in und war dann Hauslehrer bei Liebig. Im Jahre IVU1, bei der 100 jährigen Geburtstagsfeier Liebigs, war auch Brieglcb als Ehrengast geladen und freute sich, seine ehema ige ^chulerrn. bic Frau Geheimerat Thiersch, die Schwiegermutter von Adol, Harnack und Hans Delbrück, begrüßen zu können. Seme ander. Schülerin, Agnes Liebig, die Frau des Philojopl-en Moritz Karriere, lag damals längst unter dem Rasen. Vor einigen Jahren versuchte Briegleb seine Erinnerungen an seinen Au, enthalt in dem Liebigschen Hause aufzuzeichnen, doch war fern Gedächtnis schon so geschwächt, daß er es ausgeben mußte flach einer Tätigkeit als Lehrer an der Musterschule m §r red berg und in Rimbach, sowie nach einer Vikarzeit in Raunheim, S ch l i tz . Leydhecken und Lißberg wurde er am 7. September 18.-,-
>farrer in Angersbach und am 3. Marz 1867 Psarrer ui Wingershausen bei Schotten. Hier blieb er nun über ein. Vierteljahrhündert Pfarrer bis zu seiner Versetzung in den RuInstand am 1. Oktober 1894. Bereits in Lißberg am 26. August 1847 hatte er sich mit Li fette Kraft vermählt. Aus dieser Ehr. entsprossen fünf Kinder, wovon noch Drei leben. — Siterapim war Br. kaum tätig, wiewohl ihm auch manches hübsche G^u.-l gelang Das Versemachen überließ er fernem Vetter Elard Hugo Briegleb, dem bekannten Dichter in oberrheinischer Mundart, der auch einige sehr hübsche hochdeutsche Gedichte auf feinen .Vetter Ferdinand gemacht hat. Aus seiner ersten Kaiidldatenzeit ist bet Ausspruch eines Vogelsberger Kircheiivorstaichs überliefert/ Dec behauptete: Herr Pfarrer, wenn Sie zu predigen ansangen, „da ; kimmts aus dem rechten Faß, wir waren die ewigen Acker- : predigten müde". Er spielte bamit offenbar auf bic damals ’ehr ■ beliebte nationalistische Pvedigtweise an, bic oft geradezu Gegen : stände des Ackerbaues ihren erbaulichen Betrachtuiigen zu Grund' . legte. Er erzielte denn auch viele seiner schönsten seelsorgerischen
Erfolge oft damit, daß er als Mensch seinen wundervollen JQumoi in den Dienst der Sache stellte. Darüber laufen m den Kreisen feiner Freunde und dem ganzen Vogelsberg eme große Anzah! von prächtigen Geschichten um. Ferdinand Briegleb war ein trefflicher Charakter, ein wahrhaft frommer Mensch, cm treuer Seelsorger und der beste Freund und Gesellschafter. 4/a-5 An denken an den „alten Briegleb" wird m dem Kreise Ieiner Frciinb- und Amtsbrüder, sowie in dem ganzen Hes,enlanb, msbe,ondeic aber in feinem vielgeliebten Vogelsberge wohl Nicht so bald
- »et .Berliner T°nkünstlc r-Ve r ein" wt< Bte sää " ben Dienst bei- Allgemeinheit gcitellt und Dieselbe fett Dem 1. )\o- vember 1908 zur Volksbibtioihek erroeitevt.
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Mck der Zeit richtig erkannt hat und Mittel und Wege zeigt, Hi-L-MLZEP wursen von ^arsettung sinrea^/ \ manchen Stellen Ä t»»
SMSWRMW» scheid en bilden. ’ 1 entasten. Die ungeheuren Welt-
obeniiigen, ie c^nCT Riefensailange Ander und Völker
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_ Das „Schild Ger saint' s" von Watteau bildet neuerdings den Gegenstand einer eingehenden Besprechung des gerade in der Malerei der Mlolo-Zeit sehr zustiildig.n Kirnst- vistvrikers Alvin Beaumont im Journal", die kategorisch dai'- s hinausläuft, daß das im Besitze des deutschen Kaiserhauses d? findliche Exemplar das einzig echte ist. Der Kunstkenner Hi t aUe historischen Streitigkeiten beiseite _unb stützt seine <-cruji : auf etwas viel wichttgeres, nämlich auf Masse. Er weist nam, oatz bei den imangefodjtencn Wiedergaben des Watteau u. u Meisterwerles, bei dem Stiche Avol'.nos und bei der Kopie PZet die Alaße mit dem des Berliner Bildes iiberemitimmen wihreus sie vvn denen des in Paris als echt auSgegcbeneu erhebftcb al" weichen. Tie Hauptpunkte find folgende: Auf dem Berliner B.l.e, wie auf den beiden Wiedergaben des Watteau scheu Gemäldes, berührt ber .Kopf des neben Der Mhenden Paine
sich ihr zubeugenden Edelmannes den Jianb des hin
ten aufgehäncften Gemäldes, während er bei dem Pariser Exemplar von bieiem entfernt ist: zieht nian einen r>ti ten I vom Hacken der stehenden jungen Frau nach vben und ourch i,en igieim- Lais des Ldelmannes van rechts noch lrnks, so bemerkt man, Zicksal' daß auf den Drei als einzig echt anzufehenden Ex-emplareu de^
l selber voriwndenen „Sutruten" — besteht eine ges e tz l i ch e .
DlC parlamentaU|O)e tlt ungiono. Bestimmung über sie. UnV das „Bürgerliche Gesetzbuch 1 London, 29. März. Das Unterhaus trat heute 7 in seinem Einsührungsgesetz nur das eine von ihm: nach einer kurzen Osterpause wieder zusammen und begann Artikel 83 Unberührtbleibendielandesgesetz- ‘ sofort die allgemeine Beratung über die Entschließungen be- ^chen Vorschriften über Waldgenossenschaften. I treffend das Oberhaus und die Dauer der Parlamentssession. qm-0. bcr hessischen Landesgesetzgebung blieb die । Premierminister Asquith beantragte, daß das Haus sich Ordnung dieser Dinge anheimgestellt. Aber sie hat bis ' als Ausschuß konstituiere, um die Entschließungen zu be- (vielleicht mit guten Gründen) keine Schritte raten. Die Regierung wünsche nicht die zweite Kammer LA gesetzlichen Regelung dieser Sache unternommen, dem Unterhause koordiniert zu sehen, sie wünsche aber das ‘ sind die Markgenossenschaften im Großherzog-
Unterhaus m seiner Machtvollkommenheit und seiner Vor- Dessen gänzlich unabhängig und frei geblieben, Herrschaft in der Gesetzgebung erhalten zu sehen. 2>rs Ober-^ocr das Kreisamt, noch das Ministerium oder die Haus mußte aus einer verhältnismäßig klernen Zahl von ordentlichen Gerichte haben eine verwaltungsrecht- Mitgliederu bestehen und nicht aus der Erblichkeit, .sondern L V e r s ü gu u g s m a ch t über sie. Nur ihre Vorstände aus dcmolreiiischer Grundlage beruhen, es mußte eine Kor- .( Martenmeister sind völlig souverän. Die Mark- perschaft fein, die den Willen der Natron repräsentiere und ^nossenschafteii im Großherzoatum Hes.en sind absolutistisch von ihm abhängig sei. Gegenwärtig sei der einzige ver- Men,N^inwefen; und ln Grüningen-Dor.güll steht fassungsmäßige Weg, der Verwirrung ein. Ende zu bereiten, 9 einmal- e|n' Vorstand dem E r st en härter- ber, daß das Parlament aufgelöst wurde oder-daß neue meiüer ÄUr Seite.
Peers von der >tzrone ernannt werden. Das Vorrecht der ' » Unfere 3eit verlangt die
.Krone sei, obwohl es selten audgeubt werde, em wesentlicher I hiP fnnflitutionene Regierungswrüe Sie
Bestandteil der Verfassung. Dte Entschließung ^rd Rose- ' 2000 I ch'"n jetzt auch in Grüningen-Dorfgüll ihren
berys führe einen dlrelien tödlichen Schlag gegen dte Praro-Uoll nach^^Len Neiie fteiien bedürfen neuer Formen und gatrve und wenn sre Gesetz werden sollte, so wurden dre Lord-> tatlräitiaer Männer. Wir wünschen und hoffen, daß eine autonome Körperschaft ohne Kontrolle werden. Er sei I Generalvemammlung zu Grüningen am Samstag den der Meinung, daß dem absoluten Veto der Lords, da^ ab- uneigennützigsten, tatlräftigsten und neuzeit-
solute Veto der Krone folgen müsse, bevor der Wegl ,rer- M^ertes , ^anu ftn Verein mit gleichgesinnten Marl- gemacht werden konnte für eme mnge,es,elte Demokratie. lin ^)re Svitze stellen nnrd. Nur dem Besten das
Balfour (Unionist) spottete über den Plan der Ne- ^nossen m üerjoti)ertMänner! Nur
gierung und erklärte, es sei imr natürlich, daß dav Cber= einmal die Mariaeuofsenschast Grüningen-Dorf-
haus von seiner Macht Gebrauch mache, wenn eine Re- kommenden hessischen Martgenossenschastsgesetz-
gierung am Ruder fet, die m Hauptelementen reoo» ^n^ecen Eönnen!
lutionär sei. \a ______ ' 1=5
Redmond (Ire) erklärte, seine Partei wurde die ~ ITnifll
Entschließungen bereitwillig unterstützen, und er begrüße es tuuu.
Mit Freuden, daß sie keinen Hinweis auf die Reform des Die Exkaiserin Taitu, zu deuZch „^onnenglanz , Oberhauses enthielten. Premierminister Asquith möge auf hat infolge ihrer Klugheit, ihrer Tatkraft und ihres maft- der Annahme der Entschließungen bestehen, und eine Mehr- losen Ehrgeizes eine große Rolle m Abessinien gespwlt. heft von 120 Stünmeu sei ihm sicher. Wenn das Oberhaus Die jetzt 56jährige entstammt einer angesehenen tigrmischen die Entschließungen ablehne, möge er sich an die Krone Familie und hat ein bewegtes Leben hinter sich. Die war ' 1 • • - • L ' einst vom Kaiser Theodorvon Abessinien für einen seiner
Häuptlinge zur Gattin bestimmt. Nach dessen Tode heiratete sie einen reicheren und mächtigeren Häuptling. Von Ehrgeiz verzehrt, trieb sie diesen zu einem Aufstau de gegen den Nachfolger des Kaisers Theodor, den Kaiser Johannes, der damit endigte, daß der Häuptling unterlag und die Tauu, in der Johannes seine größte Feindin witterte, einem gern e i n e n S o l d a t e n zur Frau gegeben wurde woch die Erlaiserin behielt den Glauben an ihren eiern. Uni in Der
Tat wurde sie nach einem entbehrungsreichen ~euen, in dem ihr Mann zugrunde ging, die Frau eines O f f izier s der Menelilschen Truppen. Kurze Zeit später g,e>iel sie Mene- lik und wurde seine zweite Frau. Als solche mußte sie den Kampf mit der ersten Frau Meneliks, Basana, aus- l nehmen. Der Kamps um Meuelft zwischen den beiden Frauen dauerte zwei Jahre. „Die Taitu," so schildert sie einer, der sie in ihrer Jugend kannte, „hat einen klaren, I braunen Teint und eine elegante Figur, ihre großen, schwarzen Augen, in denen sich das Feuer ihres ^unern widerspiegelte, war allein die Macht, die Menelik z-u ihren Füßen zwang, jedenfalls tonnte sie es Physisch nicht nut der unvergleichlichen Schönheit Basanas ausnehmen. Ihr Wille aber war fester und ihre Intrigen^ schlauer. Ehre Energie wurde belohnt und Basana eines ^ages ins Kloster geschickt. Inzwischen wußte Taitu auch die Priesterschaft für sich zu gewinnen, und im Jahre 188 «wurde sie Menelik, rechtmäßige Gattin. Alle Kriege in den zwei solgenden Jahren und viele Ei'folge Meneliischer Politik sind auf sie zurückzuführen, die am 5. November 1889 zur Kaiserin von Abe{jinien gekrönt wurde.
Zweites Blatt 160. Jahrgang Mittwoch 80. März 1916
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen


