Besonders sott aus den Aorportnaevuchdandel ein scharfes Augenmerk gehalten teerten An die Lehrer wird ein Flua- Watt -ur Verteilung an die Schüler gesandt werden das die Ueberschnst trägt: Eltern, hütet und schützet eure Kinder, in dem auf die verderblichen Folgen deS Lesens von Schund- und Schauerromanen hingewiesen Wird, unseres Erachtens wird hier am meisten Unheil durch den Kolportagebuchhandel angerichtet. Da werden gute Bücher angeboten, aber unten im Koffer liegt der Schund, der bei sicherer Gelegenheit herausgeholt wird Auch manche N eu j a h rs-Uz ka r ten Preisen oft sehr an ßchmutz und Schund.
Kreis Schotten.
= Schotten, 23. Dez. Auf die erledigte Kreisst raßen wärt erste! le im 33. Wärterbezirk hatten sich acht Bewerber gemeldet.
vermischtes.
*..^ErschütteteVa^rouillen. Ueber die durch Lawinenbrucb verschutteiePatrouillebeischln derb ach über bie roir in Hummer 800 buchteten, wird der Frkft. Ztg." aus Innsbruck geschrieben: Die näheren Mitteilungen über das bereits telegraMsch gemeldete schwere Lawinenunglück, beidemsechsSoldatenden Tod fanden, bei Schluderbach ergeben, daß die Katastrophe mü einem unverzeihlichen Leichtsinn geradezu heraufbeschworen wurde, und daß man allen gutgemeinten Warnungen zum Trotz die kleine Patrouille in ein Gebiet schickte, das bei dem hohen Neu- schnee und den ungünstigen TemperaturverbÄtnissen eine sichere Lebensgefahr bringen mußte. Der Weg, den die Mili- tarmannschaft zu geben ha'te. um den (Äip'ei des Monte 'bum ui erreichen, iühit durch ein außerordentlich lawinengesährlicbes Terrain, das auch bei den heften Wetteraussichten besondere Vorsicht verlangt. In den Tagen vor dem verhängnisvollen Patrouillen- gang war aber reichlich Schnee gefallen, und so konnte jeder Berg- kundige niit Sicherheu den Hiebet ;nng von Lawinen vorhersehen. Auch bie kleine Patrouille der in Hieberborf stationierten 8. Kompagnie bes 33 Jnianrerieregiments, bie — beslehenb aus sechs Mann und dem Kvmmandanlen Leutnant Richel — am Morgen des 20. über schluberbach ben Weg auf ben Monte Pian antrat, ist wiederholt gewarnt worden, und noch in Schluderbach selbst verbuchte der dortige Hotelbesitzer Planer den Offizier auf das Gefährliche seines Unternehmend aufmerksam zu machen. Aber alles Abraten war vergebens, denn bie Patrouille mußte eben ihren Befehl ausführen. Der Aufstieg gelang ohne größere Schwierigkeiten, unb man gelangte ohne Unfall auf bie breite Hochfläche bes aussichtsreichen Gipfels, bas bie Grenze bilbet -wischen Tirol unb dem nahen Italien. Hier, menige Schritte von oer kleinen Monte-Plan-Hütte entfernt, ließ sich bie Mannschaft a m Rande des Abgrundes zu einer kurzen Rast nieder, unglücklicher Weise so eng beisammen, daß biuci) Die eigene Körpt-schwere ein ungeheures Schneebrett, auf bas sich bie Leute gesetzt hatten, abgebrochen würbe Die mebergehenbeu Schneemassen rissen bie sechs Infanteristen mit unb ballten sich rasch zu einer ungeheuren Lawine zusammen, die mit rasenber Geschwindigkeit ihren Weg onrch eine enge, ungefähr einen Kilometer lange Rinne nahm. An den vorstcheuden Felsblöcken unb Scharten fielen bie Unglücklichen mit kolossaler Wucht an, so daß wo bl mit Sicherheit gesagt werden kann, baß der Tob aller sechs Menschen sofort eingetreten fein mußte. Leutnant Richel entging nur burch einen Zufall dem Tobe. Er war wenige Sekuuben früher ein paar Schritte zurückgetreten und verdankt dem sein Leben. Der Offizier eilte auf Schneeschuhen in8 Tal, um sofort eine Rettungsexpebition anszurüsten, aber die Leute, bie bie niebergegangene Lawine von unten gesehen hatten, aber freilich noch nicht wußten, daß alle sechs Soldaten mitgeriffen worden waren, kamen ihm schon auf halbem Wege entgegen. Später folgten dann sämtliche versügbaren Militärmannschasten und eine große Anzahl beigfunbiger Einheimischer. Tie Lerchen der Solbaten, von Denen fünf erst in der folgenden Nacht, bie sechste erst am nächsten Morgen gefimben wurden, waren furchtbar v e r ft ü m in e l t. Die meisten Verunglückten wollten heute ihren
WeihnachtSurlaub antteten. — Heute berichtet der Draht schon loieber einen ähnlichen Unfall au« Innsbruck. Oberleutnant H i e b l e r wurde oberhalb vom Palsarege-Paß mit einer Patrouille Laiidesschützen von einer Lawine fortgeriffen. Alle sind mehr oder minder schwer vorletzt.
Kleine Tagerchronik.
In Hamborn entstand ans geringfügiger Ursache zwischen einer Anzahl angetrunkener Bergarbeiter ein Streit. Zwei Personen wurden durch Messerstiche lebensgefährlich, drei andere schwer verletzt.
Ein A u t o m o b i l, in dem sich der französische Minister der Oeffentlichen Arbeiten Puech befand, geriet auf der Fahrt durch ben Wald von Fontainebleauin einen Rudel Hirsche. Eines der Tiere wurde dabei getötet.
Im Bahnhof von Saint Fons bei Lyon stieß infolge des dichten Nebels ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. An 20 Reisende wurden verwundet.
Auf Schloß Serrahn verlobte sich die Prinzessin MariavonSachsen-Altenburg mit dem Prinzen Heinrich von Heu 6 XXXV. (Trebschen bei Züllichau).
Der bei dem Brand des Unterkunsthauses auf dem Alt- vater vermißte Wirt wurde bei den Wegräumungsarbeiten verkohlt aufgefunden.
Am Mittwoch st i e ß ein unbekannter Dampfer auf der Höhe von Micante mit dem französischen Schiff „Jean Consel" zusammen. Der „Jean C o n s e l" sank innerhalb weniger Minuten mit der ganzen Besatzung, von der nur e i n einziger Matrose nach einigen Stunden durch ein englisches Schiff gerettet wurde.
In Olmütz erkrankten ftinbet in einer Schule unter den gleichen Anzeichen, welche bei der tierischen Maul- und Klauenseuche austreten.
Im .Geschästsviertel von New Orleans ist eine Feuersbrunst ausgebrochen. Der Schaden ist bedeutend. Man befürchtet, daß dreiMenschen umgekommen sind.
Das Feuer in den Schlachthäusern von Chicago war bis gestern nicht gelöscht. Der Fonds für die Hinterbliebenen der Verunglückten weift bereits über 50 000 Dollars auf.
Van-et.
*♦ P o stnotiz en Die von der Reichspost unlängst ein^ geführten braunen Formulare zu Nachnah-mepaketadrefsen und Nachnahmekarten mit anhängernder Postanweisung oder Zahlkarte werden fortan im Interesse der Geschäftswelt so hergestellt werden, daß beim Auseinanderfalten die Nachnahmepaketadresse oder Nachnahmekarte sich in einer Fläche mit der Ausschriftseite der Postanweisung oder Zahlkarte befinden. Auf diese Weise spart man also künftig beim Ausfüllen der Formulare das Umwenden.
Vom 1. Januar 1911 ab sind zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika nebst Canada telegraphische Postanweisungen zulässig. Meistbetrag 200 Dollars. Außer der Gebühr für das Telegramm wird eine Postanweisungsgebühr von 20 Psg. für je 20 Mk. erhoben. Die Ueberweisungstelegramme nehmen ihren Weg ausschließlich über Emden.________________________________
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterbien st stelle Gießen.
Verlauf der Witterung feit gestern früh: Die nordwestliche Zyklone hat sich ganz außerordeutfich verstärkt und lagert heule früh über Mitrelfkandinavien. Auf ihrer Südseite bestehen große Druck- binerenzen, so daß an der deutschen Hüfte bereits Sturm herrscht. Südwestliche Winde haben überall Regen unb Erwärmung gebracht. Unter dem Einfluß des tiefen Druckes im Horden, der
durch Zuzug neuer Zyklone von Westen her sich verstärkt, tritt stürmische Witterung em.
WetterauSfichten in dessen am Sonntag dem 85. Dez. 1910: Stürmische südwestliche Winde, milder, Regenfälle; in höheren Gebirgslagen Schnee.
Letzte Nachrichten.
Die Angelegenheit des Prinzen Max von Sachsen.
:/: Köln, 24. Dez. (Privattelegranim). In Kreisen, die dem Vatikan nahestehen, wird auf bas Bestimmteste versichert, daß die Angelegenheit des Prinzen Max von Sachsen unverändert ist. Prinz Max hat kein Wort von seiner Veröffentlichung zurückgenommen.
*
R.D. T armstadt, 24. Dez. Der Staats vor a n schl a g ist soeben den Abgeordneten zugestellt worden. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit rund 80 Millionen ab und zwar bei Beibehaltung der vorj ährig en Steuerzu- schlüge ohne Fehlbetrag. Der Z u s ch u ß b edarf für die Technische Hochschule und die Landesuniversität ist wesentlich zurück gegangen (für letztere, um 20 000 Mk.), ebenso sind die Kosten für den Strafvollzug und bie Gendarmerie wesentlich niedriger angesetzt. Eine Vermehrung der Beamtenzahl findet nicht statt, auch nicht in der Schulvei> waltung. Tie Einkommensteuer ist um 40000 Mark höher veranschlagt als im Vorjahr. Tie Eisen-, bahneinnahrnen sind mit 15 Millionen Mark wesen11ich höher veranschlagt als im Vorjahr. 1910 kann bei den Eisen- bahneinnahrnen mit 14 Millionen gerechnet werden, wahrend im Voranschlag nur 12,6 Millionen eingestellt waren. Auch die Einnahmen aus Bad-Hauheirn haben sich erfreulich entwickelt, sie betragen 185000 Mk. gegen 100000 Mk. im Jahre 1910.
w. Frankfurts. M., 24. Dez. (Tel.) Gestern abend 11 !lhr überfiel in der Mainzer Landstraße in der Nähe des Exerzierplatzes ein etwa 28 Jahre alter, unbekannter Mensch den' 23jähriaen Chauffeur Happes und verletzte ihn durch einen Messerstich in oie Brust schwer. Er raubte dem Ueb erfüllen en oie Uhr und flüchtete.
Paris, 24. Dez. 36 radikale und sozialistisch-radikale Deputierte haben an den Präsidenten der Republik die Bitte gerichtet, den zumTodeverurteiltenSyn- dikatsführer Durand zu begnadigen, da das Urteil auf einem Irrtum beruhe.
Bordeaux, 24. Dez. Infolge Nebels fuhr bei Arban ats ein Schnellzug aus einen Personenzug. Wie verlautet, gab es Tote und Verwundete.
London, 24. Dez. Gestern abend lag über das Schicksal Graces, der den Kanal überfliegen wollte, noch keine Nachricht vor, so daß angenommen wird, er habe auf der Rückkehr von Frankreich im Nebel das Land verfehlt und den Tod im Meere gefunden. Die englischen Kriegsschiffe schicken Marcesm- telegramme an alle mit Apparaten ausgerüsteten Schiffe, in denen um Suchen nach Graece gebeten wird.
Tanger, 24. Dez. Das algerisch-marokkanische Grenzgebiet wird in zwei Zonen geteilt, von denen die nördliche der Kolonialverwaltung und die südliche, die vom S ch a u j a g e b i e t bis zur Sahara reicht, der Militärbehörde unterstellt werden soll.
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3Wo Stadtauleibe der Gemeinde Büdingen in Oberbeffat von 1904.
Bet der am 19. Dezember b. I. stattgehabten Verlosung finb folgende Obligationen zur Rückzahlung am 1. Avril 1911 ausgelost worben:
1 Stück 8lt. A 9h:. 2..........L Mk. 2000.-
1 Stück VtL B 9k. 170.........ä Mk. 1000.-
5 Stück Lit. C 9k. 15, 38, 155, 185, 235 . , . L Mk. 500.-
1 Stück Bit D 9k. 89..........ä ML 200.-
Zum Einlösen finb beauftragt das Bankhaus Baruch Strauß in Marburg und Frankfurt a. M., Vorschuß- unb Creditvercin Büdingen unb die diesige Stadtkasse.
Die Verzinsung hört mit bem 1. Avril 1911 auf.
Büdingen, ben 22. Dezember 1910.
Grotzherzogltche Bürgermeisterei Büdingen.
Fendt. 0035
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Betr.: Die Wandergemerbesteuer für das Kalenderjahr 1911.
Die Wandergewerbetreibenden in ber Gemeinde Büdingen machen wir auf die Bekanntumchung Gr. Finanzamts Büdingen int AmtüverkünbigungSblatt 9k. 50 vom 10. Dezember 1910 aufmerksam und empfehlen Befolgung ber gesetzlichen Bestimmungen.
Büdingen, 23. Dezember 1910.
Großh. Bürgermeisterei Büdingen.
F e n b t. 0086


